Перейменування: 05.12.1918 -(1920 р.) Канцелярія Директорії Української Народної Республіки, м. Київ, м. Кам'янець-Подільський, територія Польщі, Чехословаччина.
Анотація
1919 Юридичний відділ; 1919 Керування справами; 1918-1923 Загальний відділ; 1920-1924 Юридичний відділ; 1919-1922 Інформаційний відділ; 1920-1921 Фінансовий відділ; 1921-1923 Фінансово- господарський відділ
Історична довідка
Перейменування: 05.12.1918 -(1920 р.) Канцелярія Директорії Української Народної Республіки, м. Київ, м. Кам'янець-Подільський, територія Польщі, Чехословаччина.
Назва справи
Документи Посольства УНР в Німеччині: політичні та економічні відомості, військові повідомлення, 09.01.1920-28.12.1920, 1036 арк.
- 2 -
bisher in Lissa liegende Grenzschreiter Regt.1. wurde - angeb-
lich zur Auflösung – nach Grodzisk (südwestlich Marschau) abbe-
fördert. Nachrichten über Antransport stärkerer Teile der 14, 15
und 17. Div. nach Polen (Stadt und Lager) bedürfen der Nachprü-
fung. Wahrscheinlich handelt es sich bei diesen Transport noch
nicht um geschlossene Truppen, sondern um eine grössere Zahl Urlauber oder zur Entlassung kommender Mannschaften.
4. Organisation.
1. Es gehören:
a) Zur 1. Freiw. Div. vermutlich das erstmalig am 16.10. bei
Grodno festgestellte I.A.R. 201,
b) zur 2. weiss.-lit. Div. F.A.R. 20, Ers. Abteilg. z.Zt.
Ozonestochau.
2. Das Schützen Jäger z.Pf. Regt. 6, Brastzk. Grandsnitz hat 8 Esk.
Es ist möglich, dass die bisher festgestellten Schützen (Jäger)
z. Pf. Regt. die Kavallerie der Inf. Div. (je 2 Esk?) stellen.
5. Bewaffnung.
Die in Aufstellung befindliche III. Abt./s. A.R.15 (Bromberg)
hat franz. 185 mm Haubitzen.
Schützen Regt. z.Pf. 3 führt österreichische, russische, ita-
lienische, belgische, deutsche, amerikanische und japanische Ge-
wehre und Karabiner.
6. Ausbildung.
Die französische Militärmission hat vorgeschlagen, dass die
polnische Armee versuchsweise zunächst auf 2 Jahre nach französi-
schen Vorschriften ausgebildet werden soll. Zu allen Militär-schu-
len und Übungsplätzen sollen französische Offiziere als Berater
kommandiert werden.
Berlin, den 18. November 1920
Wochenübersicht Nr. 4b.
POLLEN.
1. Front gegen Russland.
Keine Zusammenstösse zwischen polnischen und russischen Trup-
pen. Die 16. Division, bisher nördlich des Pripjat, sollen die
Westfront, Gegend Thorn, abbefördert werden.
Bei der Eröffnung der endgültigen Friedensverhandlungen in
Riga am 14.11. erhob der Vorsitzende der russischen Delegation den
Vorwurf, dass sich polnische Truppen entgegen den Bestimmungen des
Vorfriedensvertrages noch immer jenseits der neuen Grenze zwischen
Polen und Russland befanden, dass ferner Polen die russischen und
ukrainischen antibolschewistischen Kräfte Balachowitsch's und
Pettjuras unterstützten. Russland sei bei weiteren Versetzungen
des Vorfriedensvertrages durch Polen zu Gegenmassregeln gezwungen.
Über die Lage bei der Gruppe Balachowitsch in Gegend Minsk
keine neuen Nachrichten. Die südlich des Pripjat stehende Gruppe
Balachowitsch drang bis zur Bahn Korosten vor. Bei Mosyr sind
Gegenangriffe der Sowjet-Russen im Gange. Die ukrainischen Truppen
wurden von den Sowjettruppen längs der Bahn Schmerlinka-Troskurov
und langs des Injestr angegriffen, wobei die Sowjets nach ihren
Berichten bis 25 km. südöstlich Djerashnja, ferner über Nowo-Ushiza
- 3 -
vordringen und Kamensetz-Podolsk nahmen.
2. Front gegen Litauen.
Ausser örtlichen Zusammenstössen nordwestlich und west-
lich Wilna keine Ereignisse. An der Front fanden mehrfach Ablösun-
gen und Truppenverschiebungen statt, aus denen sich folgendes
Bild ergibt:
Die bisher in Gegend Szwenzjany angenommenen Teile der
8. Div. wurden anscheinend nach Zelodetschno verschoben und haben
dort die 3. Leg. Div. abgelöst, die nach Gegend Dukschty (süd-
westlich Dünaburg) verlegt wurde.
Dort wurden auch Teile der bisher bei Wilna angenomme-
nen 7. Div. gemeldet. Die 9. Div. scheint mit starken Teilen in
die Gegend Halbwegs Szwenzjany-Wilna verschoben worden zu sein.
Bei und westlich Wilna wurden bestätigt:
1 und 4/2 weissruss.-lit. Div.,
1 freiw. Division
Teile der 7. Div., stärkere Kav. und Teile der
2. Freiw. Div.;
neu wurden Teile der 1. Leg. Div. gemeldet.
Teile der 2. Freiw. Div. sind anscheinend nach Gegend Orany ver-
legt worden, wo auch die 3. Div. gemeldet wurde. Die bisher hier
eingesetzte 4. Div. wurde nach Gegend Lida zurückgenommen; Ver-
schiebung nach Gegend südwestlich Dünaburg ist nicht ausgeschlos-
sen.
In Raume Grodno-Suwalki wurden Teile der 11. Div. bestätigt. Die
zuletzt einwandfrei am 7. II. bei und nördlich Suwalki festge-
stellte 17. Div. soll zwecks Abtransportes durch 2 weissruss.
lit. Div. abgelöst worden sein. Auch für den bevorstehenden Ab-
transport der Sib. Brigade liegen Nachrichten vor. Bei Suwalki
ist ferner die 8. K. Brig. anzunehmen. Neu wurden Teile der 1.
und 2. Leg. Div. bei Grodno gemeldet.
Südöstlich Wilna wurde die Pödh. Sch.Div. bestätigt.
In Wilna sollen durch Aushebung der Jahrgänge 96 - 01 neue Truppen
aufgestellt werden.
Dannach stehen zur Zeit:
In Gegend südwestlich Dünaburg: 2-3 Div. (3 Leg., § 7 und 4 ?)
1 Div. (9).
Zwischen Szwenzany und Wilna: 4 Div., 1 Kav. Brig. ?
(1 weissruss.-lit.,
§ 2 weissruss.-lit.
1 Freiw.
§
7,
??
1 Leg.,
1 Kav. Brig. ?)
Bei und westlich Wilna:
Zwischen Wilna und Grodno: 1 § Div., 1 Kav. Brig.)
2 Freiw.,
5 ?
1 Kav. Brig.?
In Raume Grodno-Suwalki: 2 § Div., 1 Kav. Brig.,
§
2 weissruss.-lit.
11.,
??
1 Leg.,
Teile 2. Leg.?
8 Kav.Brig.?)
Südöstlich Wilna:
1-2 Div. (Pödh.Res.-Truppen)
13 Div., 3 Kav. Brig.
Nicht geklärt ist der Verbleib der 10- und 6. Div. und 2 Leg.
Div. an der Ostfront abgelöst haben könnten; ferner der Verbleib
- 4 -
der 15. und 17. Div. wie der sib. Brigade, die vielleicht abbe-
fordert werden.
Auffällig ist die Versammlung einer neuen Gruppe in Gegend
südwestlich Dünaburg und die Schwächung der bisher auf 6 Div. ge-
schützten Gruppe Suwalki-Grodno und auch der Gruppe Wilna (bisher
6 mit Reserven 8-9 Div.) Die Polen scheinen den Schwerpunkt ihrer
Kräfteverteilung in den Raum südwestlich Dünaburg-Wilna verlegen
zu wollen.
Klärung des Verbleibens der 10, 6., 15. und 17. Div. wie der
sib. Brigade erwünscht.
3. Front gegen Deutschland.
a) Oberschlesische Front.
Die 21. Div. wurde von Krakau an die Bahn Bendzin-Kielce in
den Raum Olkusche-Wolbron-Andrejew verlegt. Die Meldung von dem
Eintreffen einer weiteren Div. (17?) bei Kielce bedarf noch der
Bestätigung, desgl. die Nachricht von der Verlegung des A.O.K.
Haller aus Krakau nach Bielitz.
b) An der ostpreußischen Front wurden die Grenzwachtreiter
Rgtr. 3 und 6 bestätigt. Der Weichselabschnitt Newe-Miehenburg hat
nicht ein kassub. Freiw. Batl., sondern eine Etappenkompagnie
(angeblich vom Ers. Batl. 47, Thorn, aufgestellt) übernommen.
c) An der westpreussi-chen und Posener Front keine Verände-
rung.
In Thorn sollen die Anfänge der 10. Div. am 11.11. einge-
troffen sein, auch die sib. Brigade wird erwartet. Die Nachrich-
ten von Abtransport einzelner Teile der 17. Div. nach Bromberg-
Posen (Stadt) und Gegend südöstlich Filehne bedürfen noch der
Bestätigung. Jahrscheinlich handelt es sich bisher nur um Vor-
kommandos, deren Eintreffen auch aus hiesa gemeldet wird.
Von den bisher im Räume Bromberg-Thorn-Gnesen angenommenen
Regimentern mit Nummern über 300 (361. 362.359) wurde I.K. 361
in Posen (Stadt) festgestellt. Demnach scheinen diese Rgtr.nach
Posen (Stadt und Lager) verlegt worden zu sein.
4. Organisation.
a) Neu wurde die 8. Kav.Brig. (Kdr.Obstlt.Skotnocki)bekannt.
Zu ihr gehören die Ul.Rgtr. 2, 108, 115, die 3. rtd.P.A.Abtlg.
1 Telegr.Komp. und 1 San.Abtlg.
b) Das F.A.K. der I. weissruss.-lit. Div. hat anscheinend
die Nummer 19.
c) In Westpreussen sollen die Freiw. Ul.Rgt. 218 und ein
freiw. P.A.K. 216 aufgestellt worden sein.
5. Ersatz, Entlassungen.
a) Die zur Reserve entlassenen ehem. aktiven Offiziere der
Jahrgänge 79-83 wurden einberufen.
b) Die Entlassungen der Mannschaftsjahrgänge sollen bis
Klasse 94 ausgedehnt worden.
6. Ausbildung.
An der Artillerie-Offizier und Artillerie-Offizier-Aspiran-
ten-Schulen in Thorn, Posen und Krakau werden zur Zeit in 6 wöchi-
gen Kursus je 30 Offiziere an französischen Geschützen ausgebil-
det. Der Offizier-Aspiranten-Kursus dauert 9 Monate.
7. In Czenstochau befindet sich eine Geschützfabrik; die Fabrik soll
bereits eine 15 cm.Steiffenwerbatterie fertiggestellt haben.
Berlin, den 8. November 1920.
Nachweisung
der
Standorte der polnischen Ersatztruppenteile und der
Zugehörigkeit der bisher bekannt gewordenen polnischen
Formationen zu höheren Verbänden.
Es rekrutieren:
aus dem Generalmilitärbezirk Warschau: 1. Leg. Div.
8. Div.
1. Freiw.Div.
" " Petrikau: 2. Leg.Div.
7. Div.
" " Krakau 6. Div.
Podh.Div.
" " Lublin 3. Leg.Div.
" " Lodz 4. Div.
10. Div.
" " Brest-Litowsk 9. Div.
13. Div.?
18. Div.?
" " Lemberg 5. Div.
11. Div.
12. Div.
" " Posen: 14. Div.
15. Div.
17. Div.
7. Res.Brig.
" " Westpreussen 16. Div.
Die Zugehörigkeit der Rekrutierungsbezirks der 1. und 2.
weissr.-lit. Div., der 21., 22. und 24.? Div. sowie der Sib.
Brig. ist fraglich.
Truppenteile Standort des Ersatz Truppen-
teils
I.Infanterie.
General-
Militär-
Bezirk.
Zugehörig-
keit zu
höherem
Verband.
Leg. J. R. 1. Jablonka Warschau 1.Leg.Div.
" " 2. Petrikau Petrikau 2." "
" " 3. Radom " 2." "
" " 4. Kielce " 2." "
" " 5. Warschau Warschau 1." "
" " 6. Jablonna " 1." "
" " 7. Cholm Lublin 3." "
- 2 -
Truppenteil. Standort des Ersatz-Truppen-
teiles. General-
Militär-
Bezirk.
Zugehörigkeit
zu höherem Ver-
band.
Leg. J.R. 8 Lublin Dublin 3. Leg.Div.
J. R. 10 Zamosz " 3. "
" " 11 Lowicz Lodz 4. Div.
" " 12 Bendzin? Petrikau 7.
" " 13 Wadowice Krakau 6.
" " 14 Modlin Warschau 8.
" " 15 Wloclawek Lodz 4.
" " 16 Brest-Litowsk Brest-Litowsk9. "
" " 17 Tarnow Krakau 6.
" " 18 Rzeszow " 6.
" " 19 Konin ? Lodz 4.
" " 20 Lemberg Lemberg 5. "
" " 21 Krakau Krakau 6.
" " 22 Warschau Warschau 8.
" " 23 Siedlce Brest-Lit. 9.
" " 24 Lublin Lublin 3. Leg.Div.
" " 25 Rudom Petrikau 2. "
" " 26 Kleice " 7. Div.
" " 27 Noworadomsk " 7.
" " 28 Czenstochau Petrikau 7.
" " 29 Lodz Lodz 10.
" " 30 Kalisch u.Lodz " 10.
" " 31 Tonazow " 10.
" " 32 Ciechanow Warschau 8.
" " 33 Lonza " 8.
" " 34 Biala Brest-Lit. 9.
" " 35 Brest-Litowsk " 9.
" " 36 Warschau Warschau 8.
" " 37 Lenczyozn Lodz 4.
" " 38 Stanislau Lemberg 5.
" " 39 Juroslau " 5.
" " 40 Lemberg ? 2.weissruss.lit.
" " 41 Suwalki Div.
(Suwalki)
" " 42 Lemberg? Lemberg? 18. Div.
" " 43 Kowel Brest-Lit. 13.
" " 44 Luck " "
" " 45 Wladimir Wolhynsk " 13.
" " 46 Sambor Lemberg 11.
" " 47 Stry Lemberg ??
" " 48 ? ?
" " 49 Dubno Brest-Lit.? 12.
" " 50 ? ? 12.
" " 51 Lemberg Lemberg 12.
" " 52 Brzesany " "
" " 53 Sambor Posen 14.
" " 54 Krotoschin " "
" " 55 Santer " "
" " 56 Posen ??
" " 57 Hohensulzu ??
" " 58 Ostrovo ??
" " 59 Onesen ??
" " 60 Bromberg Westpreußen
" " 61 Thorn ?
" " 62 Braudenz ?
" " 63 Pr. Stargard ?
" " 64 Dirschau ?
- 3 -
Truppenteil Standort des Ersatz-Truppen-
teils.
General-
Militär-
Bezirk
Zugehörigkeit
zu höherem Ver-
band.
J. R. 67 Jarotschin Posen 17. Div.
" 68 Wreschen " 17. "
" 69 Schrimm " 17. "
" 70 Pleschen " 17. "
" 89
" 92 Bestehen fraglich
" 93 im September aufgegangen im J.R.22 (9. Div.)
" 101 Zambrowo Warschau ? Freiw.Div.?
" 102 ? " 2. "
" 106 ? " 2. "
" 109 Lublin Lublin ?
" 111 Lublin Lublin
" 115 Krakau ? Krakau ?
" 118 ? ? ?
" 119 Krakau ? Krakau ?
" 135 Gostyn Posen ? weiteres
" 136 ? " Bestehen
" 137 ? " fraglich
" 143 Kowel ? Brest-Litowsk? 18. Div.
" 144 Lutzk ? " ?
" 145 Wladimir Wol-
hynsk ? ? ?
" 148 ? ? ?
" 149 ? ? ?
" 151 ? ? ?
" 152 ? ? ?
" 155 Hohensalza Posen 7. Res.Drig
" 157 Nakol Posen ?
" 158 ? " ?
" 159 Posen 7. Res.Drig.
" 167 ? ? ?
" 168 ? ? ?
" 170 ? ? ?
Freiw.J.R.201 Warschau Warschau l.Freiw.Div.
" 202 Warschau Warschau " "
" 205 Warschau Warschau " "
" 206 ? ? ?
" 207 Czenstochau ? ? ?
" 211 ? ? ?
" 213 Modlin Krakau ? l.Freiw.Div.
" 216 Tarnow ? Lublin
" 223 Lublin " "
" 228 " Warschau Posen ?
" 236 Warschau Posen ?
" 257 Posen Posen ?
" 259 Bromberg ? Westpreussen
" 262 Thorn ? "
" 263 Grudenz ? "
" 264 Hohensalza Posen ?
" 265 Grudenz " "
" 359 Gnesen " "
" 361 Bromberg Westpreussen
" 362 Thorn ?
" 363 ? Posen
" 368
- 4 -
Truppenteil | Standort des Ersatz Truppen- teils. | General- Militär- Bezirk. | Zugehörigkeit zu höherem Ver- bande.
---|---|---|---
Ernl. Masuri- sches Thorn FreiW.J.R. | in Bildung | Posen |
Podh.Sch.R. 1 | Neu Sandec | Krakau | Pod.Sch.Div.
" " 2 | Sanck | " | "
" " 3 | Wadowice ? | " | "
" " 4 | Neumarkt | " | "
2 Kownoer Sch.R. | Wolhynsk ? | ? | 2 weissr.lit.Div.
3 Grodner " | Grodno | ? | 1
4 Bialystoker Sch.R. | Bialystok | ? | 2
5.Wilnaer Sch.R. | Wilna | ? | 1
6.Minsker " | Slonin | ? | 1
7.Lidaer " | Lida | ? | 2
8.Nowogor. " | Nowogrodek | ? | 1
Sib. Sch.R. 1 | ? | ? | Sib. Brigade
" " 2 | ? | ? | ?
" " 3 ? | ? | ? |
" " 4 ? | Thorn | Westpreußen - |
Seebtl. | | |
Kavallerie
Ul.R. 1 | Tarnow | Krakau | 5 oder 6.Ul.Brig ?
" " 2 | Minsk Maz | Warschau | 10. Div.
" " 3 | Krakau | Krakau | 4. K.Br.
" " 4 | Bialystok | ? | 3. K.Br. ?
" " 5 | Rzeszow ? | Krakau | 3. " ?
" " 6 | Krakau | " |
" " 7 | Ciechanow ? | Warschau ? | 1. K.Br. ?
" " 8 | Krukau | Krukau | 6. K.Br. ?
" " 9 | Nordy | ? | 4. K.Br.
" " 10 | Bialystok | ? |
" " 11 | Minsk Luz | Warschau | 1. K.Br.? Tle 1
| | | Log.Div.?
" " 12 | Zamosz | Lublin | 5. K.Br.
" " 13 | Grodno | ? | Tle 1 weissr. lit. Div. ?
Tle. 1 K.Br.
" " 14 | Lemberg | Lemberg | 6. K.Br.
" " 15 | Posen | Posen | Tle bei 15.Div.
" " 16 | Bromberg | -Posen | Tle 7.K.Br.
" " 16 | Bromberg | Posen | Tle 16. Div.
| | | 4. K.Br.
" " 17 | Gnesen | Posen | Tle 17 Div.Tle 7
K.Br.
" " 18 | Graudenz | Westpreußen. | " 16.Div.Tle 1.
K.Br. ?
" " 19 | ? | ? | 1 Freiw.Div. ?
" " 23 | ? | ? | Bestehen
" " 28 | ? | ? | fraglich
" " 108 | ? | Posen |
" " 115 | ? | B? |
FreiW.Ul.R.203 | Warschau ? | Warschau ? | Freiw.Kav.Div.?
" " 210 | ? | ? | ? weiteres Be-
" " 211 | Lublin | Lublin | ? stehen fragl.
" " 212 | ? | ? |
" " 214 | ? | ? | 10. Div. ?
- 5 -
Truppenteil Standort des General-
Ersatz Truppen- Militär-
teilе Bezirk
Zugehörigkeit
zu höherem Ver-
bande.
Freiw.Ul.R.215 Posen Posen ?
Chev. R. 1 Hrubieszow ? 9.Div. u.8.Div.
" " 2 Pinzow ? 5.K.Br.
" " 3 Krasnik ? ?
? ? ? ?
Sch. z.Pf. 1 ? ? Bestehen
" " 2 Tarnow Krakau fraglich
" " 3 ? bei 11.u.18.Div.
" " 4 Grodno ? Bestehen
Jazda tatarska Drag. 13 ?
? fraglich
Grenzschwachheitenregimenter.
1 Lonzu Warschau In Umbildung be-
griffen
2 ? ? sollen zu Kav.-
3 Thorn Westpreußen Verbünden umge-
4 Neustadt Lissa Posen bildet werden.
5 Rawitsch ?
6 ?
7 ?
8 Bremberg Posen In Umbildung
Battl. VI. begriffen
Artillerie.
Leg.l.A.R. 1 Warschau Warschau 1 Leg. Div.
" " 2 ? Petrikau
" " 3 ? Lublin
F.A.R. 4 Wloclawek Lodz 2.
" " 5 Lemberg Lemberg 4. Div.
F.A.R."6 Krakau? Krakau?
" "7 Czenstochau Petrikau 6.
" "8 Ostrolenko Warschau 7.
" "9 ? Brest-Lit. 8.
" "10 ? Lodz 9.
" "11 ? Lemberg 10.
" "12 ? Lemberg 11.
" "13 ? ?
" "14 Posen Posen 13.
" "15 Bromberg Posen 14.
" "16 Thorn Westpreußen 15.
" "17 Posen u.Lissa Posen 16.
" "18 ? ?
" "20 Czenstochau, früh- Petrikau 2. weissr.lit.Div.
er Biulystok? ? 21. Div.
" "21 ? ? 22. ?
" "22 Identisch mit F.A.R. 13?
Freiw. F.A.R. Posen Posen
l.weissr.lit.
F.A.R.
1. rät.Abtl. ? ? 1. Kav.Brig.
2. ? ? 2.
3. ? ? 3.
Truppenteil Standort des General- Zugehörigkeit zu
Ersatz Truppen- Militär- höheren Verbande
teils. Bezirk.
4. rdt. Abt. ? ? 4. K.Br.
5. " ? ? 5.
6. " Posen Posen 6.
7. " Warschau ? Warschau ? 7.
schw.Artl.R.l. ? Pötrikau 1.Leg.Div.
" ? Lublin 2.
" 3 ? ?
" 4 ? ?
" 5 Lemberg? Die
" 6 Krakau? Zutei-
" 7 Czernstochau? lung
" 8 Ossowice und der
Ostrolenka vor- schwe-
übergehend Thorn ren
? Artl.
" wech-
9 selt
Skirniewice oft.
" 10 Lodz 10.
" 11 Lemberg 11.
" 12 ? 12. Die
" 13 ? Zutei-
" 14 Posen lung
" 15 Brnberg der
" 16 Thorn? in Auf-
Westpreußen stellung?
" Artil.
17 Posen 14. Div.
" Warschau lerie
18 ? wechsel
" ? oft.
21
" 22
Pion.Batl. 1 Warschau Warschau 1. Jag. Div.
" 2 ? "
" 3 ? "
" 4 Lodz "
" 5 Lemberg? "
" 6 ? "
" 7 ? "
" 8 ? "
" 9 ? "
" 10 ? "
" 11 ? "
" 12 ? "
" 13 ? "
" 14 Posen? J. Div.
" 15 ? "
" 16 Graudenz? "
" 17 Posen? "
" 18 ? "
" 21 ? "
Scheinw.Abt. ? ? Podh.Sch.Div.
? ?
Eisenbahn Btl.l Jablona und
" 2 Lodz?
" 3
" 4
" 5
- 7 -
Truppenteil | Standort des Ersatz Truppen- teils. | General- Militär- Bezirk. | Zugehörigkeit zu höheren Verbände
---|---|---|---
Eisenbahn-Btl. 6 | Posen | Posen |
" " 7 | Posen ? | Posen ? |
Telgr.Batl. 1 | ? | ? } auf die Div. und A.O.K., s. verteilt.
" " 2 | ? | ? }
" " 3 | ? | ? }
" " 4 | ? | ? }
" " 5 | ? | ? }
" " 6 | Posen | Posen ?
" " 7 |
" " 8 |
Funker Batl. 1 | ? | ? } Auf die Div. uns A.O.K.s. verteilt.
" " 2 | Posen | Posen
vorhanden
30 Panzerzüge-
Panzersäule.
Sturmwagen-Formationen.
Tank-Regt. (140 Sturmwagen) | Lodz | Lodz | verteilt
Luftstreitkräfte.
Jede Division hat in allgemeinen 1 Feldflieger- Abteilung zu je 8 Flugzeugen.
Luftschiffer Batl.1 | Posen | Posen |
Sanitätsformationen und Kolonnen.
Zu jeder Division gehören in allgemeinen 1 Sanitäts- kompanie mit San. K.K., 4 Feldkolonnen, 1 Feldbäcke- rei-Kolonne und eine Feldschlächterei-Abteilung sowie eine Div. K.K. Aufstellungsorte und Ersatzorte liegen in dem zur Division gehörenden Generalmilitärbezirk.
Train Ers.Eak.1 | Warschau | Warschau
" " 2 | Lublin | Lublin
" " 3 | Grodno | ?
" " 4 | Lodz | Lodz
" " 5 | Krakau | Krakau
" " 6 | Przemyśl | Lemberg
" " 7 | Posen | Posen
Etappen-Formationen.
In jeden Generalmilitärbezirk sind etwa 4–7 Etappenwacht- Bataillone aufgestellt worden.
ДИПЛОМАТИЧНИЙ ВІДДІЛ
ПОСОЛЬСТВА УКРАЇНЬКОЇ НАРОДНЬОЇ
РЕСПУБЛІКИ В НІМЕЧЧИНІ.
№ 101
WIRTSCHAFTLICHE NACHRICHTEN AUS LETTLAND
Der Kampf gegen die Teurung.
Vor einiger Zeit hat sich der Handels- und Industrieminister zu einem Mitarbeiter des »Latwijas Wehstnesis« über diese das allgemeine Interesse seit Monaten in Anspruch nehmende Angelegenheit in folgender Weise geäussert: In unserem Lande sind keinerlei Reichstümer aufgespeichert worden, die wir auf den Markt bringen und gegen Ware austauschen könnten. Wir leben von der Hand in den Mund; nur dass, was wir verdienen, können wir verzehren. Wenn wir mehr als das verzehren werden, dann werden wir in Schulden geraten und je grösser unsere Schulden sein werden, um so höhere Zinsen werden wir zahlen müssen, um so teurer wird sich unsere Lebensführung gestalten. Die Verteuerung der Lebenshaltung ist ein Zeichen dafür, dass wir über unsere Mittel leben, dass wir mehr verbrauchen, als wir einenne d.h. erzeugen. Das Gleichgewicht wird hergestellt sein, wenn wir Erzeugung und Verbrauch in Einklang bringen werden. Um den Verbrauch einzuschränken, müssen wir auf die Dinge verzichten, die nicht zu den Notwendigkeiten des Lebens gehören. Die Einfuhr solcher Gegenstände ist nunmehr endgültig verboten worden. Damit nur die notwendigsten und zweckensprechensten Waren eingeführt werden, soll als Regulator eine Importzentrale dienen. Um die Produktion zu heben wird dafür Sorge getragen, dass nur notwendige Gegenstände erzeugt werden. Die Teurung wird erst dann schwinden, wenn im Lande genügend notwendige Gegenstände vorhanden sein werden.
Die Verteuerung der Lebensführung ist jedoch nicht nur von der Wirtschaftspolitik der Regierung, sondern auch von den Produzenten und den Kaufleuten abhängig. Die wirtschaftlichen Verhältnisse haben sich geklärt. Es ist an der Zeit, dass die Kaufleute zwischen sich um der Spekulation einen Strich ziehen, dass der regelmässige und solide Handel sich entwickelt. Die Spekulation werden wir dann erfolgreich bekämpfen können, wenn wir wissen werden, wer eigentlich ein Spekulant ist. Daher muss die Verdienstnorm des soliden Handels festgesetzt werden. Wer einen grösseren Verdienst nehmen wird, als festgesetzt worden ist, der ist ein Spekulant und wird strengstens bestraft werden Um die erforderliche Kontrolle durchführen zu können, müssen die Geschäfte die nötigen Bücher führen, wie es früher das russische Gesetz verlangte. Während des Krieges haben die Kaufleute sich von dieser Pflicht entwöhnt und sie kommen auch gegenwärtig nicht den Bestimmungen dieses Gesetzes nach. Aus den Büchern wird zu ersehen sein, wieviel und von wem Waren gekauft worden sind, wie hoch der Einkaufspreis ist u.ä.w.. Wenn diese Ordnung eingeführt sein wird, dann wird man auch die unzähligen Vermittler eruieren können. Eine unnormale Erscheinung ist ferner die grosse Anzahl von Händlern, welche im Vergleich mit der Einwohnerzahl gegenwärtig viel mal so gross ist, wie vor dem Kriege. Alle diese Händler wollen leben um das zu können, sind sie auf eine grosse Verdienstnorm angewiesen. Damit sich hinter dem kaufmännischen Aushängeschild nicht dunkle Elemente bergen, sind Kaufmannskammern zu gründen, zu deren Aufgabe auch die Atteststation von Kaufleuten gehören wird,- ohne eine solche Attestation wird niemand Handelspapiere erhalten.
Bekanntlich trägt zur Verteuerung von Waren auch deren Verheimlichung zu Spekulationszwecken bei. Daher wird die Handelsgesetzgebung die periodische Meldung von Waren, die ausserhalb der Geschäftsräume aufbewahrt werden, vorsehen.
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Schliesslich muss bemerkt werden, dass die Verteuerung der
Waren auch von dem urteilslosen Teil der Arbeiterschaft veranlasst
wird. Die Arbeiter müssen wissen, dass von der Produktivität ihrer
Arbeit die Preise derjenigen Waren abhängen, deren sie selbst be-
dürfen. Daher ist es erforderlich, das alle ohne Ausnahme produktiv
arbeiten.
Diese Ausführungen des Ministers könnte man beipflichten, wenn
die ohnehin schon schweren wirtschaftlichen Verhältnisse auch die
Politik der Regierung nicht so kompliziert wären. Wenn es den Minis-
ter gelenkt sollte die von Tag zu Tag zunehmende Teuerung mit den genann-
ten Mitteln niederzuringen, so wäre das eine ganz wunderbare Leistung.
Einstweilen haben alle Verordnungen nach dieser Richtung hin völlig
ständig versagt. Es kann ja anders auch nicht sein. Der um sich
greifende Hang zum Geschäftemachen, die Sucht nach leichtem, steti-
gem und grossem Gewinn ist durch die Erschütterung des Eigentumsbe-
griffes, durch die Aneignung der Gutsländereiern krankhaft gestiegen.
Durch das Wesen der ganzen Geldwirtschaft wird diese Sucht noch mehr
gefördert. Die einstige Geldverwertung ist über den Haufen geworfen
worden. Das Kapital hat, soweit es nicht durch den Krieg vernichtet
worden ist, seine Bodenständigkeit gänzlich eingebüsst. An Geld-
und Geldzeichen fehlt es nicht, wohl aber an Kapital. Die Rentner
die Kapitalisten sind ausgestorben, sind endkapitalisiert; statt
ihrer erscheinen auf dem Platze Geldmänner, welche ihre erarbeiteten
häufiger erschobenen Papiergeldquantitäten bald hierhin, bald dort-
hin zum Abgrasen der geschäftlichen Weideplätze werfen. Es mangelt
an festen Wertpapier, wie sie früher die Staatsanleihen oder die
unerschütterlich sicher angesehenen Kur-, Lir- und Estländischen
Pfandbriefe darstellten. Und so geht dann das Geld, dass seinem
Wesen nach auf Betätigung angewiesen ist, hausieren. Die beliebteste
und bisher einträglichste Form der letzteren Geldverwertung ist das
Schiebertum - man kauft irgend welche Ware teuer ein und verkauft
sie dann noch teurer. Der auf diese Weise leicht erworbene Mammon
wird bei der Unbeständigkeit und Unsicherheit der Valuta ebenso leicht
verlebt. Besonders im Volks ist durch die Kursbewertungsschwankungen
und die Geldentwertung vielfach eine ätzentsinnige Geldverachtung
und die Begier nach leichtem Leben gross gezogen worden. Schiebertum
und damit verbundene Leichtlebigkeit kommt ja auch anderwärts vor,
aber dann wird auch böswillige Spekulation systematisch und mit
zweckmässigen Mitteln nachsichtslos verfolgt, nicht aber begünstigt
durch gewaltmässige Reformen, welche nicht nur unberechenbaren
materiallen Schaden, sondern auch die Rechtsbegriffe der Bevölkerung
vollständig in Verwirrung bringen. Trotz aller Geschäfts Bücher und
Buchungen wird man die Spekulanten nicht los werden. Es gibt kaum
mehr alte solide Kaufhäuser, zu denen man Vertrauen haben könnte.
Mitunter hört man ja von dieser oder jenen alten Firma, wer sind
aber jetzt ihre Inhaber - mit wenigen Ausnahmen, unbekannte Leute.
Diese Leute kommen in die Kaufmannskammern, werden ihre Attestationen
immer einwandsfrei sein ? Von Tag zu Tag mehrt sich die Anzahl der
Händler, hauptsächlich sind es Juden, täglich entstehen neue Kau-
fläden, wie Pilze nach dem Regen. So manches alte solide Geschäft
hat der unlauteren jüdischen Konkurrenz weichen müssen. Wird die
Kaufmannskammer gegen alle diese Erscheinungen viel machen können ?
Trotz des Verbotes der Einfuhr von verschiedenen Waren, sind doch
solche Waren in den Magazinen in beliebigen Mengen, jedoch zu unge-
heuren Preisen zu haben. Als der Minister auf einer Handelskommission
sitzung gefragt wurde, auf welche Weise so viel verbotene ausländisch
Schokolade, wie es in den Auslagen der Kaufläden zu sehen ist,
nach Riga gebracht werden kann, antwortete er, dass er es nicht
wüsste. Dann der Apell zur produktiven Arbeit,- sind nicht alle
Vernunftgründe den Arbeitern gegenüber meist erfolglos geblieben?
Wenn die Erzeugung und der Verbrauch im Einklang gebracht sein.
werden, dann wird auch das Gleichgewicht hergestellt sein."
Das ist ja vollkommen richtig. Ja," wenn" aber wann werden wir dazu
kommen, wird das bald sein, oder werden darüber Jahre - 5 oder auch
10 - vergehen ? Wer diese Aufgabe hier zu lösen vermöge, müsste erst
geboren werden.
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Einstweilen lebt man ja noch, die Steuerschraube arbeitet emsig und dann ist noch viel Wald vorhanden ... Doch die Ausgaben nehmen stetig zu, ma wird viele Millionen nötig haben; werden die Wälder lange vorhalten? Und was dann, wenn auch dieser Reichtum verbraucht sein wird ? Ja, dann ist eben das Ende da."
Der Stand der Papierindustrie Lettlands.
Vor dem Kriege waren in Lettland 2 Zellulosefabriken, 12 Holzschleifereien und 6 Papierfabriken im Betriebe. Die Jahresproduktion soll nach gegenwärtiger Bewertung betragen haben: ca.
ea: 800.000 Pud Zellulose ........... 300 Mill. Rbl.
400.000 " Holzstoffe und Pappe.......100 "
1.800.000 " Papier..................500 "
Insgesamt 1.300 Mill.Rubl.
Augenblicklich wird keine Zellulose produziert, Holzstoffe und Pappe kaum 1/5 der früheren Produktion, Papier dagegen etwa 1/10 nur. Der Wert der Gesamtproduktion stellt sich auf ca 110 Millionen Rubel.
Eine von Rigaschen Zellulosefabriken ist beinahe vollständig evakuiert worden und es ist sehr fraglich, ob es möglich sein wird sie bald wieder in Betrieb zu setzen. Die zweite Fabrik ist im Besitze des grössten Teils ihrer Maschinen und sie hat von der Regierung ein Darlehen von 500000 l. Rbl. erhalten - doch kann sie mit einer so geringen Summe natürlich nichts anfangen. Das ausländische Kapital verhält sich noch sehr reserviert, hält die wirtschaftliche Lage im Lande mit Recht für unsicher, während einheimische Industriellen über keine Kapitalien verfügen. Von den Holzschleifereien sind nur 2 oder 3 in Betrieb gesetzt, entweder fehlt es an Wasser, oder sogar an Holz, oder die Besitzer dieser Fabriken haben Lettland verlassen.
Obgleich die Regierung eine rege Tätigkeit am wirtschaftlichen Aufbau Lettlands zu entfalten scheint, so ist es kaum zu begreifen, dass nichts getan wird, um den Papierfabriken, die wichtiger als alle anderen Industriezweige sind, zu erleichtern, ihren Betrieb wieder aufzunehmen, umso mehr als das dazu notwendige Material gerade der Reichtum des Landes ist. Bei gutem Willen und rechter Einsicht könnten die fehlenden Maschinen leicht aus Deutschland beschafft werden, und ohne besonderer Mühe und zu grossen Unkosten könnte diese einträgliche Industrie auf die frühere Höhe gebracht werden,
Zur Frage der Wiederaufnahme des Holzhandels zwischen Deutschland und Lettland.
Aus Litau wird gemeldet: Nach Abschluss des Friedens zwischen Deutschland und Lettland mehren sich die Anzeichen für die Wiederaufnahme der Handelsbeziehungen zwischen den beiden Ländern. Vor dem Kriege spielte neben Getreide, Holz die grösste Rolle beim Export aus den baltischen Häfen nach Deutschland. Letzteres bezog hauptsächlich Papierholz, dann aber auch Sägeware, Schwellen und Grubenstützen aus den jetzigen lettändischen Häfen: Riga, Libau und Windau.
Seit dem Juli laufen bei den Holzexporteuren Anfragen deutscherseits ein mit der Bitte um Offerten für Holzmaterial und namentlich Papierholz und Grubenstützen, die Libauer Holzexporteure aber sollen einstimmig beschlossen haben keine Geschäfte mit Deutschland zu machen, bevor die deutsche Regierung nicht die Forderungen für die in Libau von der deutschen Okkupationsmacht requirierten Holzmaterialien anerkannt und dafür Zahlung geleistet haben wird.
Bald nach Beginn dieser Requisitionen bemühten sich die Holzexporteure, um Zahlung für ihre Ware zu bekommen, jedoch erfolglos. Die Okkupationsmacht sah sich nur veranlasst die seitherzeit von der Forst-Inspektion gemeinsam mit den Holzexporteuren festgesetzten Preise durch Sachverständige einer Revision zu unterziehen was zum Resultat hatte, dass diese Preise herabgesetzt wurden, so dass sie kaum dem Selbstkostengreis entsprachen.
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Nach diesen reduzierten Preisen sollte dann im Herbst 1918 die Bezahlung erfolgen und wurden allmählich auch von der Reichs-Entschädigungskommission an die Libauer Holzhändler bis zum Ausbruch der Revolution in Deutschland im ganzen ca. 250.000 Mark gezahlt. Die Ereignisse des Jahres 1919 machten es unmöglich irgend welche weiteren Schritte in dieser Angelegenheit zu unternehmen. Mit dem Eintritt normaler Verhältnisse in Deutschland nahmen die Holzhändler wiederum ihre Bemühungen auf. Die meisten Libauer Holzexporteure hatten ihre Ware bei den örtlichen Banken lombardiert. Einer einzigen dieser Banken, der Kurländischen Gesellschaft gegenseitigen Kredits, gelang es vor einigen Monaten zu erreichen, dass die Reichs-Entschädigungskommission die Forderungen dreier ihrer Klienten bezahlte, und zwar erhielt die genannte Bank im ganzen ca. 950.000 Mark. Die übrigen Libauer Holzhändler haben bisher noch nichts erhalten. Alle von ihnen bisher unternommenen Schritte sollen ohne Erfolg geblieben sein, doch verlangen sie ein gleiches Recht für alle auf bestehen auf Bezahlung ihrer Forderungen. Um diese Stellungnahme öffentlich auszudrücken, lehnen sie es daher ab, mit deutschen Firmen selbst wenn diese zu ihrer alten Kundschaft gehören, in Verbindung zu treten. Die Erfahrung lehrt es aber, dass trotz solcher gemeinsamen kommerzieller Beschlüsse, die Einhaltung derselben schwer durchgeführt werden kann, da es immer Mittel und Wege gibt, sie zu umgehen, wenn ein vorteilhaftes Geschäft gemacht werden kann. Und so sind vor einiger Zeit, wie darüber bereits berichtet worden ist, Lieferungen von Sleepern, wenn auch nicht in besonders grossen Partien, aus Libau und Deutschland abgegangen.
Waldversteigerungen.
Das Forstdepartement des Landwirtschafts-Ministeriums zeigt folgende Waldversicherungen in früheren Kreisforsteien an:
In der Forstei Frauenburg- 3,60 Dessj. (1Dessj.-3 Lofst. - 24.00 rd)
Nedelwald, Wert 240621 Rbl.
In der Forstei Bauske- 11.20 Dessj. Laubwald,Wert 241967,10 Rbl.
Die Preise werden sehr hoch befunden.
Beginnende Waldarbeit.
Die Waldnutzungsverwaltung des Landwirtschafts-Ministeriums vergibt Wald-Bearbeitungs-Arbeiten in 22 Forsteien Kurlands und Livlands. Die Abholzung und Abfuhr bis zu flössbaren Flüssen oder bis zur Zufuhrbahn ist auf eine Entfernung von 12 Werst berechnet. In den Angeboten sind die Preise für das Fällen, Entastung und Bearbeitung, für Zufuhr nach Flüssen anzugeben. Es wird Rundholz und behauenes Holz in verschiedenen Sortimenten, Gruben-Papier und Zündholz ausgearbeitet werden.
Rigaer Mustermesse.
Sonntag den 17 Oktober wurde die Rigaer Mustermesse eröffnet. Die Anregung zu diesem Unternehmen hat wohl die Veranstaltung der Messe in Danzig und dann in Königsberg gegeben. Sie soll der Versorgung Lettland dienen, aber auch gleichzeitig, wie es scheint, Die Lebensmittel für Räterussland sein, welches jetzt nach dem Friedensschluss mit Lettland in die Lage kommt, seinen Handel über Riga zu führen, wie es in der Friedenszeit hauptsächlich gewesen.
Organisatoren der Messe sind die Herren M. Rabinowitsch, Donngall, Kapitän Lass, Dällon u. a.
Aus technischen Gründen konnten nicht alle Abteilungen und Stände rechtzeitig fertiggestellt werden - Die Eröffnung der deutschen und skandinavischen Abteilungen sollen erfolgen. Die Ausstellung nimmt 3 Stockwerke ein; das erste Stockwerk ist hauptsächlich für schwere Maschinen bestimmt, die grösstenteils noch erwartet werden. Bereits aufgestellt sind: die schwedischen Segratoren »Vega« von Eskilstuna, dann die Exyonate des Libauer Konsumvereins der Landwirte und der
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und der Riemsscheiben und Holzbearbeitungsfabriken Schmuljan,Riga.
In den anderen Stockwerken befinden sich die Stände der Nestle
und "Anglo Swiss Condensed Milk Co.", der Firma P. Buch & Co.
Kopenhagen - Manufakturwaren und Rohfabrik, des Repräsentanten d'industriels français mit französischen Linoleum
und Wachstuch, der Danziger Zigarettenfabrik "Hellas", der schwedi-
schen (hiesigen) Wattefabrik, die Stände für Ledererzeugnisse,
Fleischwaren und Conserven der "wirtschaftlichen Verwaltung der
Armee und der "Militärischen Rooderative" und schließlich der
einheimischen Fabriken für Tuche, Manufakturen, Stiefel, Flachsgarne,
Gewichte, Wagen und Masse.
Vertreten werden noch folgende Firmen sein:
Deutschland: Industrie-Dienst G.m.b.H.- Berlin, Kurt Papst-Hagen,
Westf. Danziger Handels-Kompanie-Danzig. Heinrich Albert Brück-
ner- Berlin-Pankow; Arnold Adler, Gesellschaft für Betriebseinrich-
tung und Elektrizität-Chemnitz; Aug. Berghöfer-Remscheid, Werkzeuge
für Holz- und Metallbearbeitung; Hellmuth Zieger & Co.-Inster-
burg; Oetker Bielefeld-Königsberg; Beiniger,Gelbert & Schell, A.G.
Königsberg. "Der Osten"-Danzig ; Schwie Heuschen-Braunschweig;
gebr. Titz-Berlin; Otto Krebs -Berlin; Karl Schmidt-Berlin;
Heinrich Albert Bruckner-Berlin; Georg A. Jsmatzl A.G.-Danzig;
Gustav Lippmann-Berlin; Hoflinger-Berlin; Arnold Holzer,Eulen-Ver-
lag-Berlin; Lehrfreund & Co-Leipzig; Gesellschaft Flöther-Insterburg
Wilhelm Kuhler-Remscheid Ruberold-Werke-Königsberg; Paul Adler -
Hamburg; Roehr,Pruhl & Co-Köln; Oskar Ehrlich-Chemnitz;Odeon-Musik-
Haus-Königsberg,Liebscher und Schn-Grossenau/Sehsen; Arno Ecker-
scham-Lauban; Nähmaschinenfabrik Union-Zweibrücken; Nordexport
Robert Schmabel-Berlin.
England.Roneo Limited-London; Office Appliances Perelli &Co-
London; The Globe Hal & Co-Glasgow; Boyd,Wilson & Co-London und
Riga; A. Max Bengall & Co- Glasgow; John Knight Limited-London.
Dänemark. Friedberg Bros-Kopenhagen; O.Schous Fabriker-Kopenhagen;
Interstate Trading Company-Kopenhagen; Blægaard's Maschinenfabrik-
Kopenhagen; Brodr. Lunds Fabriken und mech. Wehreien-Kopenhagen.
Schweden. Artiebolaget Handel och Industrie-Stockholm; Antiebolaget
Sloeveer-Sockholm; Antiebolaget Svenska Konstgödings och Svaftvels-
grefabrikerna-Nalmö"
Aus Lettland hauptsächlich Riga, haben sich ca 21 Firmen angemeldet.
In Anbetracht der grossen Bedeutung die das Gelingen der Messe für
das künftige Wirtschaftsleben Lettlands haben dürfte, hat die
lettändische Regierung an ihre diplomatische Vertreter die Weisung
ergehen lassen, bei der Einreiseerlaubnis für die ausländischen
Exportakten- und dieses kommt hauptsächlich für Deutschland in
Betracht- sich mit einer Empfehlung einer soliden Firma oder son-
stigen Handelsorganisation zu begnügen ohne erst bei den zuständige
Ministerien in Riga anzufragen.
Ein Projekt zur Gründung einer Warenaustausch-Zentrale in Riga.
"The Russo-Latvian-Clearing-House for International Trade"
Um das herrschende Bedürfnis nach Handelsbeziehungen zwischen
Russland und dem Westen auszunützen, sind seit graumer Zeit von
verschiedenen Kreisen Versuche gemacht worden. Am erfolgreichsten
sind darin die Dänen und Schweden gewesen, welche hauptsächlich
in wirtschaftlichen Vermittlungen ihren sicheren Gewinn fanden.
Um den Warenaustausch zwischen Russland und Westeuropa einheitlich
zu organisieren und zu zentralisieren, wurde von Dänen und Engländer
in Kopenhagen ein "International Clearing-Hause" ins Leben gerufen.
Wenn unter den noch vor einigen Monaten obwaltenden Verhältnissen
die Gründung dieses Clearing House seine Berechtigung gehabt hat,
so haben doch seitdem die politischen Beziehungen Veränderungen zu
Günsten der Baltischen Staaten erfahren, nachdem alle sich nun im
Friedenszustande mit Russland befinden, und besonders Lettland
scheint durch seine geographische Lage und seinen Eisfreien Häfen
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eisfreien Häfen von der Natur selbst prädestiniert zu sein die
bedeutendste Rolle als Vermittlerland zu spielen. Aus diesem Grun-
de müssten einheimische Industrie- und Handelskreise die Gründung
eines zweiten gleichartigen Unternehmend, einer Art - Baltic-
Russian Clearing-House for International Trade" in die Hand nehmen
und zwar mit Hinzuzeichnung von Vertretern westeuropäischer Han-
delskreise im Einvernehmen mit den zuständigen russischen Handels-
stellen. Für ein solches »Clearinghouse« kann nur die Hauptstadt
Lettlands als der ehemals grösster russischer Trafhafen, in
Betracht kommen. Die Gründung eines Clearin-house ist schon des-
halb für den Warenaustausch erforderlich, weil ja einstweilen
direkte Handelsbeziehungen zwischen Russland und fremdländischen
Kaufmannskreisen sein dürften.
Da der wirtschaftliche Aufbau Innenrusslands mit der Reorganisation
seines Transportwesens begonnen werden müsste, wozu Russland en
erster Stelle Eisenbahnmaterial, Lokomotiven, Personen und Güter-
wagen braucht, und da das russische Geld seinen Wert als Zahlungs-
mittel vollständig verloren hat , so kann der künftige Handel
mit Russland nur Tauschhandel sein, der an der lettändisch russi-
schen Grenze, oder aber in den lettändischen Hafenstädten, wie
Riga, Libau und Windau, sich abwickeln würde. Als russisches Zah-
lungsmittel könnte man Eisenbahnchwellen und Grubenholz annehmen.
denn dieses sind auf dem internationalen Markt sehr gesuchte
Artikel. Die Gründung dieses Unternehmens dürfte nur von einhei-
mischen Kreisen in die Hand genommen werden mit Heranziehung
ausländischen Kapitals, am besten aus neutralen Ländern, deren
Regierungen nicht in der Lage sind, einen Druck auf die lettändi-
sche Regierung auszuüben, wie dies mit den Ententemächten mehr oder
weniger der Fall ist. Die einheimischen Leiter des Warenaustausches
werden dann die Möglichkeit haben die Gefahr eines etwaigen Über-
handnehmens fremden Einflusses im Interesse des allgemeinen wirt-
schaftlichen Wohles mit Gleichgültigkeit regulierend zu steuern. Die
Hauptaufnahme des Rigaer »Clearinghouse« wäre also die Versorgung
der westeuropäischen Märkte mit russischen Rohstoffen, und müsste
dieselbe in Lettland derart zentralisiert sein, dass eine Ver-
schiebung nach Deutschland hin, wie es vor dem Kriege der Fall ge-
wesen ist, unmöglich gemacht wird. Zu diesem Zwecke ist es notwen-
dig derjenigen fremdländischen Firmen, in deren Händen vor dem
Kriege die Verteilung eines gewissen Teiles der russischen Rohstoffe
im Auslande lag, solche Vergünstigungen zu gewähren, dass sie
dadurch bewogen werden ihre Tätigkeit von Lettland aus zu entfalten.
Die Verwirklichung dieses Unternehmens hat vom rein praktischen
Standpunkt beurteilt den grossen Vorteil, dass es keiner staatli-
chen Unterstützung bedarf, wohl aber dem Fiskus grosse Einnahmen
zuführen würde, da die zu seiner Organisation nötigen Unkosten
vorwiegend von den am Warenaustausch interessierten ausländischen
Handels- und Industriekreisen zu tragen wären.
Das sind nun die Motive, die dem Projekt zur Schaffung
eines »Clearinghouse« in Riga zu Grunde liegen.
Am 29 Oktober fand bei der russischen Gesandtschaft
in Riga eine Besprechung über die Aufnahme von Handelsbeziehungen
zwischen Lettland und Russland statt. Damit nicht unentbehrliche
Waren nach Russland abfliessen, soll man sich dahin geeinigt
haben, dass alle Handelsbeziehungen mit Bäterussland durch ein Ver-
mittlungsbureau gehen müssen, das direkt der Regierung unterstellt
sein und unter ihrer Kontrolle arbeiten wird. Als Leiter dieses
Vermittlungsbureaus wird ein herr Ricgöld Kalnin vorgeschlagen,
der Rus land und auch das Ausland gut kennen soll. Es entsteht nun
die Frage wird dieses Vermittlungsbureau das projektivierte
Clearinghouse werden, oder wird letzteres dem erstener angegliedert
werden.
Der Gesandte Genetzky-Fürstenberg ist auf seinem Posten geblieben
und setzt seine rege und lärmende Tätigkeit fort unter Drohungen
mit Abbruch der Beziehungen richtet er eine Note nach der anderen
an die lettändische Regierung, fordert Bestrafung der Schuldigen
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der Schuldigen an der fortduernden Werbung von Truppenkraften
für Wrangel und setzt gleichzeitig den "Sozialdemokrat" davon i
in Kenntnis, um Oel in das sozialdemokratische Feuer zu giessen.
ДИПЛОМАТИЧНИЙ ВІДДІЛ
ПОСОЛЬСТВА УКРАЇНСЬКОЇ НАРОДНОЇ
РЕСПУБЛІКИ В НІМЕЧЧИНІ.
№ 102
WIRTSCHAFTLICHE NACHRICHTEN AUS SOWJETRUSSLAND.
Produktion von landwirtschaftlichen Maschinen und Werkzeugen.
(Herstellung vom 1.Oktober 1919 bis zum 1.Juli 1920.)
Kärnmäher 2.471 (davon 2.446 auf der Fabrik in
Ljuberzy)
Grasmäher 683 (alle auf der Fabrik in Ljuberzy)
Sämaschinen 1
Flachsbrechen 20
Häckselmaschinen 242
Dreschmaschinen für Handbetrieb und Pferdeantrieb 496
Transmissionsmaschinen mit Pferdeantrieb 577
Sensen 574.110 (auf dem Artinskij Sawod 410.840 Moskauer Sawod "Kossa" 45.219, auf den übrigen 9 Fabriken und Werkstätten 108.251)
Sicheln 282.360 (davon auf dem Artinskij Sawod 105.114, auf dem Sawod "Serp" 85.500, auf dem Sawod "Kanjajewsk" 69.100, auf den übrigen 8 Fabriken 42.348).
Kornschwingen 1.567
Holzeggen 1.953
Eisenneggen 158
Pflüge mit Holzsprossen 24.127
" " Eisensprossen 1.149
Dieser äusserst geringen Produktion wird eine Tabelle des Jahres 1919 gegenübergestellt, in der der Bedarf an landwirtschaftlichen Maschinen und ihre Verteilung auf die Saison erläutert wird:
Bemerkung: Bedarf: Zur Ausgabe für % der Versorgung:
1919 vorgesehen:
Pflüge 570.000 125.000 22
Eggen u.Kultivatoren 180.000 12.000 7
Sämaschinen 32.000 2.000 6
Grasmäher 28.000 8.000 28
Pferderechen 18.000 2.000 11
Sensen 3.000.000 1.085.000 36
Sicheln 1.000.000 913.000 91
Verschiedene Arten Getreidemaschinen 36.000 14.000 39
Dreschmaschinen 37.000 1.000 3
Transmissionsmaschinen für Pferdeantrieb 30.000 900 3
Kornreinigungsmaschinen 78.000 3.000 4
Häckselmaschinen 33.000 6.000 18
Im Jahre 1919 war der Prozentsatz der Versorgung mit landwirtschaftlichen Maschinen also sehr niedrig und zwar standen damals noch die alten Vorräte an landwirtschaftlichen Maschinen zur Verfügung.
1920 hat sich dieser prozentsatz noch viel mehr verringert,da von den 570.000 benötigten Pflügen nur 34.000 hergestellt wurden oder von 36.000 notwendigen Getreidemaschinen nur 3.000 hergestellt wurden.
Der Import über die Grenze ergab etwa 500 Waggons mit Maschinen und Werkzeuge, darunter mehr als eine halbe Million Sensen, 1 Million Sicheln, 5000 Getreidemäher, Grasmäher und Pferderechen, 30 Lokomobilien und etwa 2.500 Pflüge. Diese Anzahl genügt noch lange nicht,aber auf grösseren Import ist nicht zu rechnen, da das Ausland selbst nicht soviel abgeben kann.
Mit der Reparatur von landwirtschaftlichen Maschinen steht es
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auch schlecht, da es Material, Arbeitskräften und verschiedenen anderen Sachen fehlt.
Eine weitere Steigerung der Produktion dieses Industriezweiges ist äusserst schwierig, da es eigentlich nur 2 Fabriken gibt, welche eine grössere Anzahl von Maschinen und Werkzeugen herstellen können. Es ist der Artinskij Sawod im Gouvernement Wjatja und der Ljuberezky Sawod im Gouvernement Moskau.
Die frühere Fabrik Lingardt steht still, die landwirtschaftliche Abteilung der Fabrik in Brjansk arbeitet nicht, die Fabrik in Rjasan arbeitet sehr schwach, die ukrainischen Fabriken erledigen bei weitem nicht ihr vorgeschriebenes Programm, die Fabrik Aksai ist noch nicht vollständig in Betrieb gesetzt worden und die Fabrik Phönix arbeitet auch äusserst schwach. Während diesen Zustände hat die Hauptbetriebs-stelle für landwirtschaftliche Maschinen jedoch projekte über den Neubau von solchen Fabriken in Powolshjegobiet ausgearbeitet.
Es ist zu erwähnen, dass dieser Industriezweig nicht infolge Mangels an Rohstoffen so geringes leistet, auch nicht aus Mangel an Heizmaterial, sondern es fehlt an einem einheitlichen Leitungsplan und die Leitung hat keine Initiative und Energie um die Produktivität zu steigern.
Ein weiterer Grund ist noch folgender: jeder Industriezweig hat eine bestimmte Nummer und nach dieser Nummer werden die Lebensmittel für die Fabriken und Werkstätten des betreffenden Industriezweiges ausgeteilt. Die Herstellung für landwirtschaftliche Maschinen hat nun gerade die Nr 47 und da diese Nummer so weit hinten steht, so reichen die Lebensmittel nicht mehr aus um die Arbeitskräfte mit dem vorgeschriebenen und notwendigen Lebensmittelsatz zu versorgen.
Produktion der Baumwollfabriken im ersten Halbjahr 1920.
Im ersten Halbjahr 1920 arbeiteten durchschnittlich 21 Fabriken
mit 406.285 Spindeln. Es arbeiteten:
1920
Anzahl der
Fabriken. Spindeln: % der Spindeln.
Im Januar 27 526.351 7,23
" Februar 27 513.101 7,04
" März 25 489.760 6,72
" April 18 380.449 5,22
" Mai 15 265.910 3,65
" Juni 13 262.129 3,60
Bis zum Kriege waren in Russland ungefähr 9.220.000 Spindeln.
Zur Zeit befinden sich jedoch auf dem Territorium der Sowjetrepublik nur 7.200.000 Spindeln.
Von 9.220.000 Spindeln, die bis zum Kriege 1914 vorhanden waren,
wurde folgende Anzahl Gewebe in Pud im ersten halbjahr 1920 gergestellt
Im Januar………………… 42.520
" Februar………………… 52.170
" März…………………… 55.622
" April…………………… 21.631
" Mai…………………….. 17.474
" Juni…………………….. 18.268
207,688 Pud oder 2% der Produktion von 1914.
Auf diese Weise hat sich die Zahl der arbeitenden Spindeln vom Januar bis zum Juni um das Doppelte vermindert, die Produktion aber um 57%.
Im Januar 1920 gab es im ganzen 229.158 Aud Baumwolle. Es arbeiteten durchschnittlich 26 Baumwollfabriken mit 14.600 Webstühlen.
(im ersten Halbjahr 1920).
Anzahl der
Fabriken. Webstühle % der Webstühle.
Im Januar 30 20.100 12,5
" Februar 29 15.920 10
" März 34 24.200 15
" April 27 15.400 9,8
" Mai 20 11.700 7,3
" Juni 14 5.900 3,7
Infolgedessen hat sich die Zahl der arbeitenden Webstühle vom Januar bis zum Juni um 70% verringert.
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Im ersten Halbjahr wurden 44.352.537 Arschin groben Tuchs herge-
stellt.
Im Januar arbeiteten 10 Garniturfabriken.
" Februar " 11 "
" März " 13 "
" Juni " 10 "
Vom Januar bis zum Mai wurden 1.238,181 Arschin Garnäturwaren
hergestellt.
Die während des ersten Halbjahres 1920 in den Baumwollfabri-
ken arbeitende Arbeiterzahl belief sich auf etwa 184.000 Mann.
Herstellung von Baumtoffen im Gouvernement Moskau.
Die Herstellung von Baumaterial im Gouvernement Moskau trägt
hauptsächlich einen hausindustriellen Charakter. Von den im Gouver-
nement vorhandenen 472 Unternehmen haben nur 85 Hoffmannsche Öfen
und wiederum 18 von ihnen eine Ausrüstung zur Maschinenproduktion
von Ziegeln. In den übrigen Werken sind nur Feldöfen für Handbetrieb
vorhanden. Vor dem Kriege wurden im Gouvernement etwa 500 Millionen
Stück Ziegel hergestellt, jetzt ist die Produktion auf die Hälfte
gesunken.
Von 18 mit Maschinen ausgerüsteten Fabriken sind 3 vollständig
zerstört, 3 sind vom Artillerieamt eingenommen und 1 ist dem elek-
trischen Bauamt in Schatursk übergeben. In das Programm des Jahres
1920 sind 9 Fabriken mit Maschinenbetrieb und 10 Fabriken mit Hand-
betrieb für eine Produktion von 5 Millionen Stück roten Ziegel auf-
genommen worden. Im Laufe der Saison ist es jedoch bisher nur gelun-
gen 5 Maschinenwerksfabriken und 1 mit Handbetrieb in Betrieb zu
setzen, deren Gesamtproduktion sich auf 75.000 Stück Ziegel täglich
beläuft. Bis zum 15.August sind im ganzen 3.165.000 Stück Ziegel
hergestellt worden, bis zum Ende der Saison hofft man auf 6 Millionen
zu kommen. Außerdem ist beabsichtigt worden, die alten Rohsteine
neu zu brennen und davon 4 Millionen neue Ziegel herzustellen.Weisser
Ziegel wird im Raum der Station Kudinowo an der Nowgoroder Bahn
hergestellt und zwar sollen bis zum Ende der Saison 2.500.000 Stück
weisse Ziegel fertiggestellt werden.
Mit der Herstellung von Kalk steht es schlechter. Die Stein-
brüche sind stark ausgenutzt worden und liegen sehr weit von den Fa-
briken ab, sodass ihre Ausnutzung bei der jetzigen Lage der Trans-
portverhältnisse vollständig ausgeschlossen ist. Es werden zur Zeit
Nachforschungen über neue Kalklager in den Bezirken Wolokolamsk und
Serpuchow angestellt. In der laufenden Periode wurden die Kalkfabri-
ken, früher Schaposchnikoff und Tschelnokoff in Tutschkowo in Betrieb
gesetzt, deren Produktion sich bis zum 15.August auf 117,204 Pud stell-
te. Bis zum Ende der Saison will man 170.000 Pud Kalk gewinnen.
Die Zementfabriken von Schaposchnikoff und Tschelnokoff in
Podolsk haben vom 22.Juli bis zum 15.August 1920 49.945 Pud Zement
hergestellt.Bis zum Ende der Saison sollen 200.000 Pud zement fertig-
gestellt und ausserdem 30.000 Pud Kalk auf der Fabrik in Mjatschkow
gebrannt werden.
In Mjatschkow sind die Arbeiten zur Gewinnung von 200.000 Pud
Bruchsteinen organisiert worden. Auf der Station Ljuberzy der Moskau
Kasan-Bahn gewinnt man bis zum Ende der Saison 120.000 Pud Quarz-
sand.
Ausserdem ist folgende Produktion vorgesehen:
Bezirk: Roter Ziegel Kalk Dachziegel Töpferware
Stück Pud Stück Stück
Wolokolamsk 1.010.000 6.000 95.000 ---
Bronizk 625.000 --- --- ---
Dmitowsk 1.020.000 --- --- ---
Klinsk 25.000 --- --- ---
Kolomna 70.000 50.000 --- ---
Podolsk 535.000 8.000 --- ---
Serpushow 185.000 2.500 --- ---
Russkij 93.000 3.000 --- ---
Mohalsk 525.000 --- --- ---
Wosskressensnk 500.000 --- --- ---
Ssolretschnogorsk 200.000 --- --- ---
4.788.000 74.700 95.000 700
- 4 -
Während des ganzen Jahres 1919 wurden 1.100.000 Stück Ziegel und 101.532 Pud Kalk produziert. Die Produktion im Jahr 1920 ist also gestiegen. Die Mehrzahl der Fabriken hat aber eine Kapitalremonte nötig. Ausserdem geht es an Arbeitern, anstatt der vorgesehenen 8.500 Arbeiter im Gouvernement Moskau, gibt es dort nur 1.182 Arbeiter. Ferner fehlt es an Verpflegung, statt der 86.000 Pud Brot, die benötigt werden, kamen nur 4.338 Pud Brot zusammen. Letzteres wird eventuell zur völligen Stillelegung dieses Industriezweiges führen.
Wiborg, den 4.November 1920.
WIRTSCHAFTLICHE NACHRICHTEN AUS SOWJETRUSSLAND.
Die "Moska. Prawda" bringt einige Angaben über die Bewegung von Passagier- und Warenzügen in Sowjetrussland;
Während des Februars 1920 liefen auf den meisten Eisenbahnstrecken 4 – 6 Postzüge wöchentlich. Ein Postzug, der 2mal wöchentlich zwischen Moskau und Charkow verkehrt, legte diese Strecke in 70 bis 78 Stunden zurück.
Die Züge zwischen Moskau und Petersburg liefen 30 Stunden,zwische Moskau und Samaea nicht selten 5 Tage. In den entlegenen Gebieten Sowjetrusslands gingen die Züge noch langsamer.
Ende April und Anfang Mai traf die ersten Massnahmen zur Hebung des Passagierverkehrs. Die Passagierzugbewegung wurde durch Einstellung von neuen Zügen vergrössert, auch wurden neue Verkehrslinien in Betrieb genommen. Zwischen Moskau und Charkow gingen von da ab 3 Züge wöchentlich; diese brauchten 55 bis 58 Stunden zur Zurücklegung der Strecke.
Im Mai und Anfang Juni lebten die Eisenbahnstrecken des Nordgebietes erheblich auf. In dem Abschnitt Moskau-Jaroslawl betrug die Geschwindigkeit der Züge teilweise schon 75 Werst in der Stunde. Von Moskau bis Tjumen ging ein Zug schon 110 bis 120 Stunden. Durch diese erhöhte Schnelligkeit wurden mehr Lokomotiven frei, daher konnte man mehr Züge einstellen.
Auf den Südostseisenbahnen verkehrten von jetzt ab auf allen Linien 4 Züge gegen 2 vorher. Die Strecke von Koslow bis Rostow wurde in 2½ Tagen zurückgelegt.
Zwischen Omsk und Krassnojarak verkehrten 2 Züge wöchentlich.
Im Juni wurde das Verkehrswesen noch mehr verbessert.Es wurde in Erwägung gezogen, wiederum Schnellzüge einzustellen. Der erste Schnellzug fuhr am 17.Juni aus Rostow ab und war in 56 Stunden in Moskau.
Im September wurden neue durchgehende Verbindungslinien eingerichtet und zwar Moskau – Omsk, Moskau – Saratow (Schnellzug), Moskau-Rostow über Kasan (Postzug) und Moskau – Kijew (Postzug). Ein gewöhnlicher Postzug ging zu der Zeit von Moskau bis Charkow schon 40 Stunden, also 15 Stunden weniger wie Ende April oder Anfang Mai.
Weiterhin wurden auf das Kasan Eisenbahn Schnellzüge eingelegt und zwar ausser den 2 Postzügen noch 2 Schnellzüge 3mal in der Woche, einer nach Samara und der andere nach Kasan. Zwischen Moskau und Kasan ging ein Postzug 50 Stunden, ein Schnellzug 30 Stunden; zwischen Moskau und Samara ein Postzug 52 Stunden,ein Schnellzug 39 Stunden.
Auf der Nikolaibahn verkehrten zwischen Moskau und Petersburg durchschnittlich 3 Züge wöchentlich, ein Postzug 22 bis 24 Stunden, ein Militärzug und ein Waren- und Passagierzug. Nach kurzer Zeit wurde ein Schnellzug (15 Stunden),ein Postzug (18 Stunden 30 Minuten) ein Passagierzug (23 Stunden) und ein Waren- u.Passagierzug (23 bis 30 Stunden) eingelegt.
Dann wurden auf der Alexanderiseisenbahn Schnellzüge eingelegt und zwar verkehrten sie zuerst bis Orscha und später bis Minsk.
Die verschiedene Schnelligkeit der Züge in einzelnen Monaten wird in folgender Tabelle erläutert:
Strecken: April Mai August September Oktober
Moskau-Omsk über Tjumen.... - 110-120 90-95 140 137
(bis Tjumen)
Moskau-Charkow............. 55-58 --- 32 29 24
Moskau-Archangelsk......... --- 54-58 55 50 50
Moskau-Omsk ü.Tscheljabinsk --- --- 160 155 119
Moskau-Saratow Schnellzug --- --- --- --- 25
Moskau - Postzug --- --- --- --- 38
Nr 187.
8.November 1920.
WIRTSCHAFTLICHES.
Im Laufe des Septembers 1920 wurde Anzahl Lokomotiven auf den einzelnen Bahnstrecken aus der Reparatur entlassen:
Strecken: Laut Plan Tatsächlich Mehr in % mehr gegen
vorgesehen: repariert. %. August Juli.
Alexanderbahn 14 14 0 0 50
Wladikawkasbahn 30 73 143,3 100 98
Wolga-Bugulminsk 4 - - 75 50
Donezbahn 15 25 66,6 133,3 88
Jekaterininsk Bahn 40 - - 10 7,5
Sabaikalbahn 10 18 60 10 10
Westbahnen 15 21 40 66,6 47
Windauer Bahn 12 18 50 33,3 50
Moskau-Kasan 66 79 12 3 15
Moskau-Kasan-Woronesh 27 45 66,6 51,8 37
Moskau-Kursk 43 49 14 6,9 6
Murmanbahn 4 11 175 275 125
Nikolaibahn 50 60 20 0 14
Omsker Bahn 25 58 132 116 124
Perm Bahn 27 42 13,5 35,1 43
Riga-Orel 20 32 60 25 35
Rjasan-Ural 60 64 8,7 6,6 7
Samara-Slatoust 22 25 13,7 3 37
Nordbahnen 63 75 19 34,9 30
Nordwestbahnen 35 38 8,6 68,9 11
Sysran-Wjasma 30 32 6,7 3,3 23
Taschkenter Bahn 14 21 50 45 50
Tomaker Bahn 35 55 57,1 20 -
Turkestan Bahn 19 - - 9,1 5,5
Südostbahnen 35 70 100 51,4 68
Südwestbahnen 18 - - 83,3 -
Südbahnen 50 47 6 4 0
Zusammen:712 970 36,2 28,8 30,6
An erster Stelle steht also die Murmahnbahn, an zweiter die
Wladikawkasbahn, weiter folgen die Bahn nach Omsk, die Südostbahnen,
die Donezbahn, die Bahn Moskau-Kasan-Woronesh, Riga-Orel usw.
Folgende Tabelle gibt die Wiedereinstellung an Warenwaggons im
Monat August an:
Strecken Vorgesehen lt. Tatsächlich Mehr oder Pro-
Plan für 1 Som- entlassen weniger zent.
mermonat.
Alexanderbahn 230 239 9 5,9
Wladikawkasbahn 540 1.383 848 157,6
Wolga-Bugulminsk 85 233 148 174,1
Donezbahn 190 308 118 62,1
Jekaterininsk Bahn 420 467 47 11,1
Sabaikalbahn 190 162 - -
Westbahnen 145 177 28 14,7
Windauer Bahn 120 121 1 0,8
Moskau-Kasan 420 477 77 18,3
Moskau-Kursk-Woronesh 215 404 189 87,9
Moskau-Kursk 275 625 350 127,2
Murmanbahn 95 200 105 110,5
Nikolaibahn 360 360 - -
Omskerbahn 290 475 185 63,7
Permbahn 290 501 211 72,7
Riga-Orel 190 386 176 94,2
Rjasan-Ural 420 415 - -
Samara-Slatoust
- 2 -
S Vorgesehen lt. Tatsächlich Mehr od. Pro-
Plan für 1 Som- entlassen. weniger zent.
mermonat a
Samara-Slatoust 300 336 36 12,1
Nordbahnen 480 717 237 49,8
Nordwestbahn en 135 454 319 238,1
Sysran-Wjasma 190 184 6 3,1
Taschkenter Bahn - - -
Tomsker Bahn 320 308 12 3,7
Turkestan Bahn 185 129 6 4,4
Südostbahnen 420 1045 625 148,8
Südwestbahnen 120 172 52 43,3
Südbahnen 480 606 126 26,2
Zusammen: 7035 10889 3854 54,7
Zustand der Eisenbahnen in Turkestan (Aus dem Blatt »Volkswirt-
schaft Turkestans «)
1) Strecken.
Die Lage der Turkestan Bahnen ist insofern kritisch, als abso-
lut keine Eisenbahn schwellen zur Verfügung stehen. Für das Jahr 1920
wurden 400.000 Schwellen beantragt, bisher ist aber nichts ge-
liefert worden. Ferner fehlt es an Verbindungsteilen für Schienen.
Auch diese Anforderung ist nicht erfüllt worden, sodass man in ein-
zelnen Eisenbahnwerkstätten Turkestans mit einer primitiven Her-
stellung von solchen Bindegliedern begann. Mit dem Bestand an Schie-
nen selbst ist es besser bestellt, da ein solche Reserve für den
notwendigsten Bedarf vorhanden ist. Die Eisenbahnbbrücken befinden
sich in einem zufriedenstellenden Zustand, ausser denjenigen, welche
während des Bürgerkrieges zerstört wurden. Letztere wurden provi-
sorische wiederhergestellt, jetzt hat man mit ihrer völligen Instand-
setzung begonnen. Der Bau der für die Eisenbahnen nötigen Gebäude
geht nicht allzu schnell vor sich. Im allgemeinen kann die Eisen-
bahn bewegung in Zukunft erhöht werden.
2) Heizmaterial.
Seit dem April d.J. begann man Naphta als He zmaterial mehr zu
gebrauchen. Eine Vergrösserung des Eisenbahnverkehrs ist nur dem ver-
mehrten Ahransport des Naphta aus Baku zu verdanken. Folgende Tabel-
le gibt die Masse des in den einzelnen Monaten 1920 verbrauchten
Heizmat rials an:
Monate: Holz: Kohle: Naphta:
I n P u d.
Januar 749.877 391.824 15.462
Februar 436.365 331.074 11.045
März 699.789 371.865 9.830
April 833.748 280.325 50.415
Mai 799.701 349.842 495.783
Juni 321.392 243.236 1.856.404
Im ersten Halb-
jahr......3.820.852 1.967.913 2.438.939
Wiborg, den 11. November 1920.
KOHLGNGEWINNUNG IN VERSCHIEDENEN KOHLENGEBIETEN
Dnezkohlengebiet.
Im Anfang des Jahres 1920 wurde das Förderungsprogramm des Kohlen-
gebiet: auf 240 Millionen Pud festgesetzt, ohne dass dabei die Einzel-
heiten wie Arbeiterfrage, Zustand der Gruben usw. in Betracht gezogen
wurden. In den ersten 6 Monaten wurden 80% des vorgesehenen Programms
ausgeführt. Im Juni wurde unter dem Vorsitz von Trotzki eine Sitzung ab-
gehalten, in welcher das Programm des zweiten Halbjahres geändert wurde
und die einzelne Norm für jeden Monat festgesetzt wurde. Hierbei wurde
erwähnt, dass im Mai die durchschnittliche Tagesförderung 844.000 Pud
betrug, die durchschnittliche Tagesförderung im Juni 983.000 Pud. Für das
zweite Halbjahr wurde also folgende Förderung festgesetzt:
Im Juli sollten 23 Millionen Pud Kohle gewonnen werden.
" August " 25 "
" September " 28 "
" Oktober " 30 "
" November " 32 "
" Dezember " 32 "
Im Juli setzte die Zentralverwaltung des Donezbasis aber das
Programm etwas herab und zwar:
Vorgesehen Tatsächlich gefördert
Juli 22 Millionen 24,9 Millionen
August 24 " 22,7 "
September 23 " 26 "
Oktober 20 " "
November 33 " "
Dezember 37 " "
Im ganzen stellt sich die Kohlengewinnung während der einzelnen
Perioden folgendermassen:
Tatsächlich gefördert: Vorgesehen
Januar bis Juni 116,3 Millionen 130 Millionen
Juli bis September 73,7 " 88 "
Letzteres Vierteljahr - " 90 "
Zusamm: 190 " 280 "
Dagegen wurden im Jahr 1919 310 Millionen Pud gewonnen. Wenn also
im letzten Vierteljahr noch die ganzen 80 Millionen Pud Kohle gewonnen
wurden, so wurden dieses Jahr doch 30 Millionen Pud weniger gewonnen.
Durchschnittlich arbeiteten im Jahr 1919 im ersten Halbjahr
103.000 Arbeiter, 1920 dagegen in derselben Periode auch 103.000 Arbei-
ter; in der Periode vom Juli bis September 1919 arbeiteten 180.000 Ar-
beiter gegen 124.000 Arbeiter in derselben Periode 1920. Trotz Erhö-
hung der Arbeiterzahl wurde 1920 also weniger geleistet. Es wird noch
ein Vergleich gezogen zwischen der Leistung während der Herrschaft
Denkins und seit Eintritt der Sowjetmacht. Im Juni, Juli und August
1919 wurden 50,93 Millionen Pud Kohle gewonnen, dagegen in der ersten
Periode 1920 49,6 Millionen Pud. Die durchschnittliche monatliche
Leistung eines Arbeiters ist in den Jahren 1913, 1919 und 1920 folgende:
Juli 1913. 760 Pud
August 805 "
1919. 225 Pud
" 245 "
1920. 220 Pud
" 205 "
Auch beim Donezbassin soll eine durchgreifende Neuorganisation
aller Verwaltungen und Komitees eingeführt werden. Ebenso wie in ande-
ren Kohlengebieten fehlt es an Kleidung und Lebensmitteln für die
Arbeiter. Ferner sind die Schächte nicht in Ordnung, die Elektrizität
funktioniert schlecht und neue Maschinenteile sind nicht zu haben.
Trotzdem hofft man, in den nächsten Jahren die Produktion wieder zu
steigern, hauptsächlich durch Zuzug von neuen Arbeitern.
Kürzlich hat eine aus 15 Ingenieuren bestehende Kommission fest-
gestellt, dass im Donezbassim monatlich 54 Millionen Pud Kohle ge-
fördert werden könnten, also jährlich etwa 600 Millionen Pud. Auf
Grund dieser Untersuchung wurde für die folgenden Jahre folgendes Pro-
- 2 -
gramm angenommen:
1921 sollen 450 Millionen Pud Kohle gefördert werden,
1922 " 700 "
1923 " 900 "
1924 " 1.100 "
1925 " 1.300 "
1926 " 1.500 "
In 5 Jahren will man also auf die Produktion der Vorkriegszeit
zurückkommen.
Kohlengbiet bei Moskau (Podmoskowsklj)
Folgende Tabelle charakterisiert die Lage der Kohlengewinnung im
Kohlengbiet bei Moskau:
Perioden: Tatsächlich gefördert. Vorgesehen
in Millionen Pud.
1. Halbjahr 1920 15,5 15
Juli bis September 1920 9 8
Oktober bis Dezember - etwa 12 etwa 12
Zusammen: 24,5 35
Im ersten Halbjahr 1919 wurden im ganzen 11 Millionen Pud Kohle
gewonnen, während des ganzen Jahres 24,3 Millionen Pud; 1918 dagegen
war die Gesamtbeförderung 41 Millionen Pud.
Für das Jahr 1921 ist der Bau von neuen elektrischen Stationen
und von Zufuhrbahnen zum Kohlengbiet vorgesehen.
Ferner sollen im Jahr 1921 50 bis 60 Millionen Pud gefördert
werden. In 5 bis 8 Jahren will man eine jährliche Kohlengewinnung von
200 Millionen Pud erzielen.
Kohlengruben in Tscheljabinsk.
Die Kohlengewinnung im Tscheljabinsker Kohlengbiet ist 1920 im
Vergleich zu 1919 folgende:
1920 1919.
Gewonnen. Vorgesehen. Gewonnen.
1. Halbjahr 14,8 Mill.Pud 10,5 M.Pud 12,9 M. Pud
Juli bis September 6,5 " " 8,8 " "
Oktober bis Dezember - " " 7,0 " " 7,5 " "
Zusammen: 21,3 " " 24,3 " " 20,4 " "
Es ist hierbei zu bemerken, dass 2 Monate des Jahres 1919 zur
Kohlengewinnung vollständig verloren gingen, da das Gebiet damals
von der Sowjetmacht besetzt wurde. Im Jahre 1916 wurden im ganzen nur
3,2 Millionen Pud gewonnen. Die Arbeiterzahl stellt sich im allgemeinen
auf 3 bis 3.500 Arbeiter. Ausserdem arbeitet noch eine beträchtliche
Anzahl Rorarmeesoldaten,welche im Juli aber wieder abkommandiert wur-
den, weswegen die Produktion ganz erheblich sank. Im August jedoch
wurden wiederum 4.000 Rotarmeesoldaten der Arbeitsarme en im Donez-
gebiet zusammengezogen, sodass die Arbeiterzahl seit-dem auf 7.000 Mann
stieg.
Äusserst schlecht steht es mit der Unterbringung für die Arbei-
ter,da sehr wenig Wohnräume vorhanden sind. In dieser Beziehung steht
das Tscheljabinsker Kohlengbiet am schlechtesten da.
Die Kohlengewinnung im Jahr 1921 ist auf 50 Millionen Pud fest-
gesetzt worden.
Den 15. November 1920.
WIRTSCHAFTLICHE NACHRICHTEN.
Bau von Eisenbahnzweigen zur Gewinnung von Heizmaterial.
Vom 1.Januar 1920 bis zum 1.Januar 1921 wurde der Bau von 500
Worst Zweigeisenbahnstrecken zur Holzgewinnung vorgesehen. Am 1.X.
wurde diese Zahl auf 944,6 Worst erhöht. Bei 500 Worst Strecke sollen
die Erdarbeiten am Schluss dieses Jahres beendet sein. Schienen werden
nur insoweit gelegt, als sie an Ort und Stelle vorhanden sind. Infolge
verschiedener Schwierigkeiten ist aber das Legen von Schienen fast
ausgeschlossen. Im Bau befinden sich 88 Strecken, 50 davon sind breit-
spurig und 38 schmalspurig. Folgende Tabelle erläutert den Gang der
Arbeiten bis zum 1.August, 1.September und 1.Oktober:
In Arbeit Durchbau Bahndamm Schienen
Wert: gemacht. gebaut. gelegt.
Bis zum 1.August schmalsp. 278,68 36,60 W. 146,30 W. 78,00 W.
" " " breitsp. 486,70 114,19 " 108,78 " 53,99 "
Zusammen: 765,38 150,79 " 253,08 " 131,99 "
" " " 1.Sept. schmalsp. 363,80 98,20 " 152,10 " 95,80 "
" " " breitsp. 550,90 186,50 " 152,37 " 76,39 "
Zusammen: 914,70 284,70 " 304,47 " 172,19 "
" " " 1.Oktober schmalsp. 391,80 114,8 " 174,6 " 128,54 "
" " " breitsp. 552,80 208,21 " 182,05 " 86,4 "
Zusammen: 944,60 323,01 " 356,65 " 214,94 "
Papierindustrie.
Im ersten Vierteljahr 1920 wurden 453.000 Pud Papier verteilt,
im zweiten Vierteljahr 591.000, im dritten Vierteljahr 853.000 Pud.
Hauptabnehmer dieser Papiermassen waren die staatlichen Behörden und
die verschiedenen Komitees. Angefordert wurde bei beiden mehr als ver-
gabelt wurde. Im ersten Vierteljahr wurden nur 42% der Anforderungen
geliefert, da in den Wintermonaten die Produktion der Papierfabriken
ganz enorm gefallen war. Da zu dieser Zeit aber Papier aus dem Ausland
eintrat, so konnte der grösste Papiervverbrauch gedeckt werden. Um die
Papierverteilung in ganz Russland zu regulieren, hat die Hauptverwal-
tung der Papierfabriken auch in der Ukraine und im Südosten Russlands
Kontrollbüros eingerichtet, welche in diesen Gebieten genau die Vertei-
lung des Papiers zu überwachen haben.
Hafer- und Gerstengewinnung (Getreidefutter)
Nachstehende Tabelle gibt die Mengen des bis zum 20.X.1920 gewonne-
nen Getreidefutters (Hafer und Gerste) in den Gouvernements des euro-
päischen Russland an (ausser Tschelejabinsk). Die gewonnene Menge wird
mit derjenigen von 1919 verglichen:
Gouvernements: 1920-1921. 1919-1920.
Vorgesehen.Bis 20.X.gewonnen Bis 20.X.19.gewonn.
(In Tausend Pud) (I n P u d . )
Weronesh 2.500 84,023 89
Wjatka 3.500 1.839,896 76,183
Jekateriburg 3.500 24,638 50,630
Tatarische Republik 4.500 1.071,002 241,438
Kursk 3.200 112,828 10,526
Deutsche Kommune 300 545 20,039
Orenburg - 13,880 29,003
Orel 3.200 592,994 4,153
Pensa 1.000 1.393,521 49,620
Perm 1.800 883,268 28,185
Pokrowsk 200 8,149 20,771
Rjasan 2.000 6,648 57,078
Samara 500 177,123 35,076
Saratow 1.500 585,117 907,554
Simbirsk 3.000 500,000 893,479
- 2 -
Gouvernements 1920-1921. Vorgesehen.Bis 20.X.gewonnen Bis 20.X. gewonnen.
(In Tausend Pud) ( In Pud )
Tambow 4.500 861.199 55.787
Tula 2.500 1.346.720 170.281
Ufa 3.000 1.133.690 378.740
Zarizyn - 328 672
Tscheljabinsk 1.500 52.251 34.148
Prikamskaja vernichtet 20.720
Zusammen: 41.950 10.707.620 3.085.421
Gewinnung von Brotgetreide.
Die »Mosk.Prawda« vom 3.XI. veröffentlicht einen Artikel mit ver-
schiedenen Angaben über die bisherige Sammlung von Brotgetreide bis
zum 20.X. Die Angaben sind in verschiedenen Gruppen zusammengefasst:
I. Zur Stossgruppe gehörige Gouvernements.
Vorgesehen: Gewonnen: %
1. Tscheljabinsk 17.000.000 Pud 953.000 Pud 5,6
2.Ufa 16.800.000 " 2.447.000 " 14,6
3.Pokrowsk 15.500.000 " 258.000 " 1,7
4.Saratow 14.500.000 " 1.719.000 " -11,9
5.Samara 14.010.000 " 2.110.000 " 15,1
6.Tatarische Republik 11.980.000 " 2.781.000 " 23,3
7.Tambow 11.590.000 " 2.154.000 " 13,7
8.Orenburg 11.000.000 " 430.000 " 3,9
9.Wjatka 10.750.000 " 3.341.000 " 31,1
10.Jekaterinburg 10.000.000 " 414.000 " 4,1
11.Deutsche Kommune 9.800.000 " 204.000 " 2,1
142.850.000 " 16.821.000 " 11,1
II. Produzierende Gouvernements 2. Güte.
Vorgesehen. Gewonnen. %
1.Simbirsk 8.500.000 Pud 2.516.000 Pud 29,6
2.Woronesk 6.500.000 " 272.000 " 4,2
3.Kursk 6.300.000 " 282.000 " 4,1
4.Orel 5.500.000 " 942.000 " 17,1
5.Rjasan 3.300.000 " 507.000 " 13,0
6.Tula 3.650.000 " 2.405.000 " 65,8
7.Pensa 3.500.000 " 2.048.000 " 58,5
8.Perm 3.300.000 " 1.681.000 " 50,3
9.Baschkiren Republik 3.000.000 " 477.000 " 15,9
10.Tschuwaschen Kommune 2.500.000 " 450.000 " 18,0
11.Zariryn 1.500.000 " 50.000 " 2,3
12.Urel 1.500.000 " 50.000 " 2,3
- - - -
48.150.000 " 12.117.000 " 25,2
III.Benötigte Gouv.
IV.Sibirien 110.000.000 " 15.742.000 " 14,3
V.Nordkaukasus 120.000.000 " 6.203.000 " 5,2
Ganz Russland: 443.500.000 " 55.406.000 " 12,4
Zunächst fällt eine kolossale Unregelmässigkeit in der Ausführung
des vorgesehenen Programms auf. Dann arbeiten einzelne Gouvernements
zweiter Güte erheblich besser als die in der ersten Gruppe stehenden
Gouvernements.Ebenso haben auch die Gouvernements, welche später selbst
Getreide erhalten sollen besser gearbeitetalszu erwarten war,immerhin
20% ihrer Aufgabe erfüllt. Sibirien arbeitet äusserst schlecht und der
nördliche Kaukasus verspricht nicht die ganze Brotmenge zusammenzubrin-
gen. Bei einzelnen Gouvernements liegt es auch daran, dass der ganze
Apparat zur Eintreibung des Getreides nicht genügend organisiert ist
und daher die nötigen Getreidemassen nicht zusammenkommen.Dieses be-
zieht sich besonders auf die deutsche Kommune,Orenburg,Woronesh,Kursk
und Pokrowsk.
Bis zum 20.X.1919 waren im ganzen 27.841.000 Pud Getreide zusammen
gekommen,in diesem Jahr dagegen 55.406.000 Pud,also etwa das Doppelte.
In diesem Hegr gehören aber der Nordkaukasus und Sibirien dazu.Wenn man
nur Russland in seinen vorjährigen Grenzen nehmen würde ergibt die Ge-
treidegewinnung in diesen Jahr 18.939.000 Pud,d.h. 1 Million mehr als
voriges Jahr. Falls die Getreidelieferung in dem gleichen Masse fort-
schreitet,so wird die Erfüllung des Programms wohl nie zustande kommen.
Wiborg, den 21. November 1920.
NACHRICHTEN ÜBER EISENBAHNSTRECKEN SOWJETRUSSLANDS.
Der Rat der Volkskommissare hat ein Dekret erlassen, welches die Einstellung der Arbeiten auf verschiedenen Eisenbahnstrecken und den Beginn neuer Eisenbahnstrecken verfügt. Es heisst dort folgendermassen:
I. Die Bauverwaltungen der weiter bezeichneten Eisenbahnstrecken sind bis zum 1. Januar 1921 auszulösen und die Arbeiten an diesen Strecken bis zum genannten Zeitpunkte einzustellen. Dieses bezieht sich auf folgende breitspurige Strecken (die nach der Strecke genannte Werst- zahl bedeutet die Ausdehnung an der gearbeitet wird):
1) Orsk - Troizk 173 Werst, besonders der Abschnitt von Bredy bis Orsk.
2) Nadeshdinskiij Sawod - Sewernij Rudnik (Nordgrube) 185 Werst.
3) An der südsibirischen Bahn 2.105 Werst, besonders in den Ab- schnitten von Orsk über Tschaderty nach Semipalatinsk und im Abschnitt von Tschaderty nach Pawlodar, von der Station Kuludy bis Barnaul.
4) Auf der Linie Grischyn-Romny 1.053 Werst, besonders in den Abschnitten von Romny bis Nowomoskowsk und von Powlograd bis Grieschyn.
5) Koktschtak - Akmolinsk 340 Werst
6) Kiew - Tschernigow 118 Werst.
7) Woroshba - Nowomoskowsk 314 Werst.
8) Achtyrka - Gadjatsch 77 Werst.
9) Auf der Linie Tuapse - Nowosenak 255 Werst, besonders der Ab- schnitt Sotschi - Nowosenak.
10) Baladshary - Signach 250 Werst.
11) Erlach - Schuscha 150 Werst.
12) Sesyka - Pregradnoje 183 Werst
13) Unetscha - Gut Michailowsk 150 Werst
14) Ushum - Minussinsk 281 Werst
15) Baschmakowo - Tschembar 48 Werst
16) Surgut - Pogrusnal 75 Werst
17) Nikolajewsk - Busuntschuk 124 Werst
18) Auf der Linie Aljata - Bahulfa 404 Werst, besonders der Ab- schnitt von Kury bis Dshulfa.
19) Powikomisskel - Teberda 142 W.
20) Fedorowka - Skadowsk 244 W.
21) Jermolina - Kinelj 863 W.
22) Nowobelizy - Priluki 255 W.
23) Uralsk - Ilezk 247 W.
24) Owinnischtsche - Rybinsk 64 W.
25) Koporjelinie 83 W.
26) Petersburg - Mga 27 W.
27) Nilskij - Orel 680 W.
28) Auf der Linie Jekaterinburg - Kurgan 240 W. besonders der Abschnitt Schadrinsk - Kurgan 150 W. und der Abschnitt Jekaterin- burg - Separsk 90 W.
29) Fatesh - Maloarchangelsk 46 W.
30) Orenburg - Ufa 280 W.
31) Winodeljnoje - Diwnoje 37 W.
32) Dshankal-Cherson 178 W.
33) Kineshma - Neja 212 W.
34) Schtschigry - Kerotsch 136 W.
35) Murmom - Tokarenko 370 W.
36) Kusnezk - Chwalyinsk 126 W.
37) Makarjewskij Strecke 155 W.
38) Balanda - Ilmen 85 W.
39) Anna - Talowaja 55 W.
40) Zarizyn - Wladimiriwka 127 W.
41) Sewastopol - Aluschtsa 150 W.
42) Korensk - Baschmakowo 64 W.
43) Auf der Linie Nowgorod-Waldai 61 W. bei Krestzy.
44) Auf der Linie nach Semiretschje 200 W.
45) Serglupol - Semipalatinsk 300 W.
46) Auf der russisch-bucharischen Linie 350 W.
47) Auf der Oranjenbaumer Linie 44 Werst auf dem Abschnitt Strelna.
Oranjenbaum.
48) Am Dnjeprufer 113 W.
Weiter noch einige kleine Linien im ganzen zusammen 12.740 ½ Werst.
- 2 -
II. Bis zum 1.Januar 1921 hat das Volkskommissariat für Verkehrs-
wege vom Kommissariat der staatlichen Ausrüstungs- und Bauverwaltung
folgende breitspurige Linien zu übernehmen, um die Linien weiter aus-
zubauen oder den Eisenbahnverkehr auf ihnen wieder einzuführen.
1) Troizk - Solotaja Sopka-Kartalö - Bredy 212 Werst.
2) Unetscha-Klimowitschi 100 W.
3) Tatarsk - Slawgorod 250 W.
4) Obstokowo - Cherson (Snigerewka - Nikolajew) 200 W.
5) Tuapse - Sotschi 75 W.
6) Kolischugino - Prokopjewoer Gruben 133 W.
7) Aljata - Kura 40 W.
8) Armawir - Pokrowskoje - Winodeljnoje 243 W.
9) Aryss - Aulje - Ata 235 W.
10) Woroshba - Gut Michailowskij
11) Mga - Owinischtsche 405 W.
12) Owinischtsche - Suda 105 W.
13) Sawelowo - Kuschin 70 W.
14) Nishni Nowgorod - Kotelnitsch 353 W.
15) Lissino - Nowgorod 117 W.
16) Oranburg - Orsk 307 W.
17) Kudjma - Nowgorodskoje 24 W.
18) Obidinsk Linie 9,3 W.
19) Knjasewsk Linie 9 W.
20) Obolensk Linie 9,3 W.
21) Sormowo - Balachna 20 W.
22) Unskij Linie 14 W.
23) Borowitschi - Pestezowo 8 W.
24) Ibrozk - Linie 5,5 W.
25) Chobotowsk Linie 5,5 W.
26) Gribanowsk Linie 2,4 W.
27) Derjubinsk Linie 5,1 W.
28) Tetkinskaja Linie 3,2 W.
29) Linie bei Moskau 2,2 W.
30) Sobinowsklinie 4,3'W.
31) Okulowsk - Kohlengruben 49,4 W.
32) Borowitschi - Aleschino 8,5 W.
33) Gowardowsk Linie 3,5 W.
34) Istomkinsk Linie 3,5 W.
35) Roshdestwensk Linie 9 W.
36) Jaroslaw - Fabrik Westinghouse 2 W.
37) Obiralowsk Linie 3,5 W.
38) Fill - Automobilfahnfabrik 3,6 W.
39) Starogorkinsk Bykowsk Linie 5,7 W.
40) Kaschirsk Linie 6,5 W.
41) Nishelomowsk Linie 31 W.
42) Slobodsk Linie 45 W.
43) Dorogobusha Linie 21 W.
44) Selisharowo - Tzeno 51 W.
45) Schtschekinsk - Kohlengruben 2,1 W.
46) Epifansl - Kohlengruben 32 W.
47) Gornototsk - Kohlengruben 14 W.
48) Towarkowsk - Kohlengruben 10,3 W.
49) Bjelsker Linie 22 W.
50) Weretsche Bahn für Heizmaterial 28 W.
51) Waldai - Krestzy 45 W.
52) Melenkowsk Bahn für Heizmaterial 23 W.
53) Tscheiljalewi - Jussupowsk 35 W.
54) Pobedinsk - Kohlengruben 25,2 W.
55) Romaschkowsk Linie 34 W.
56) Beshitzk Linie (Zweig) 15 W.
57) XXXX Knjashegorsk Linie für Heizmaterial 57 W.
58) Ausserdem etwa 1000 Werst Eisenbahnstrecken für Gewinnung von
Heizmaterial.
Im ganzen zusammen werden dem Verkehr 4.534,1 Werst breitspuriger
Strecke übergeben .
III. Vom 1.Januar 1921 an werden folgende Eisenbahnlinien weiter-
gebaut werden (bei einzelnen Strecken müssen Erdarbeiten gemacht
werden, auf anderen sind Schienen zu legen):
1) Krassnij Kut - Alexandrow Gai - Grebenschtschikowo - Euba
688 Werst, 413 Werst mit Schienen zu belegen von der Station Krassni
Kut ab an den übrigen 250 W. Erdarbeiten.
2) Kissljar - Staroterotschnaja 61 W. Erdarbeiten
- 3 -
3) Sereda - Jakowskoje 20 W. Schienen
4) Orscha - Gorkij - Kritschew - Klimowitschi 150 W. Schienen
5) Petropawlowsk - Koktschetaw 110 W. Schienen
6) Atschinsk - Ushum 149 W. Schienen
7) Slawgoros - Kulushda - Pawlodar 193 W Schienen (mit Äxä
Zweigen zum Kerekowskij See und zum Irtysch.)
8) Semipalatinsk - Topolinsk 98 W. Schienen
9) Pawlogrod - Nowomoskowsk 45 W, Schienen
10) Angara-Ussolje 5 W. Schienen
11) Prokopjewo Gruben - Kusnezjk 37 W., Schienen
12) Kusnezk - Telbes 93 W., Erdarbeiten
13) Belowo - Gurjewskij Fabrik 28 W., Schienen
14) Petrowskoje - Blagodarnoje 64 W., Schienen
15) Senkowo-Rjasniki - Wolosatoje 22 W., Schienen
16) Fedotowsk - Kalkgruben 6 W. Schienen
17) Bogorodsk - Pawlowo 33 W., Schienen
18) Orechowo - Kirshatsch 45,5 W, Schienen
19) Nadeschdinskij Fabrik - Bogoslowsk Gruben 46 W, Schienen
20) Pobedinsk - Kohlengruben 10 W, Erdarbeiten
21) Simbirsk - Undory ( Schiefergewinnung) 37 W. Schienen
22) Saksaukj Bahn für Heizmaterial 15 W., Schienen
23) Schtschelkowo - Bogorodsk 31 W., Schienen
24) Iswa - Dobroka 14 W., Schienen
25) Borissko - Uljanowsk Bahn 22,5 W. Schienen
26) Kohjaisk Kohlenbahn 30 W. Schienen
27) Kaselkinsk Kohlenbahn 30 W, Schienen
28) Wertigursk Kohlenbahn 13,6 W. Schienen
29) Uebergangswege über die Wolga und Kama 48 W. Schienen
30) Tscherusti - Urschel 21,4 W, Schienen
31) Perejaslawl Bahn für Heizmaterial 13,6 W, Schienen
32) Nowgoros - Nilsk 28 W, Schienen
33) Aulje Ata - Pischpok 251 W. Schienen
34) Brjansl - Mamechowo für Heizmaterial 100 W. Erdarbeiten
35) Sysran - Kaschkur für Heizmaterial 25 W. Erdarbeiten.
36) 778 W. kürzere Strecken für Heizmaterialgewinnung (Schienen)
37) Rjasan - Wladimir 180 W. Schienen (Umnagelung)
Im Ganzen 3.838,5 Werst, davon 2.154,5 Werst mit Schienen zu
belegen und bei 1.682 Werst Erdarbeiten.
Unterschrieben ist das Dekret von Lenin, Bontsch Brujewitsch
und Fotiewa.
Wiborg, den 22. November 1920.
PROGRAMM DER EISENBAHNUNTERSUCHUNGEN IM JAHR 1921.
Folgendes Projekt für Eisenbahnuntersuchungen ist vom Eisenbahnbauamt für 1921 ausgearbeitet worden:
A. Wirtschaftliche Untersuchungen.
1) Südural Eisenbahnstrecken (örtliche Eisenbahnstrecken zur Verbindung verschiedener Fabriken, zur Verbindung des Berges Magnit mit Uralsk und zur Verbindung des Urals mit Saratow und Zarizyn)
2.500 Wers
2) Kotlas - Tjumen 1.300 "
3) Tschermyschewsk - Asowsches Meer 300 "
4) Murom-TambowDurchschneidung der Linie Koslow -
Severniy Krest und Charkow - Pensa mit einer Verlängerung
zum Donezbassin 880 "
5) Bauplan für Eisenbahnzweige zur Kohlengewinnung im Donezbassin 500 "
6) Perm - Petschora 600 "
7) Wjatka - Sarapol - Ufa 650 "
8) Moskau - Kiprewo mit einer Verlängerung bis Ne-
rechts oder Kineshma 400 "
9) Korosten - Orel und Gut Michailowskij - Elezk 900 "
10) Alexandrow Gal - Emba mittlere asiatische Eisenbahnlinie 1.800 "
11) Kursk - Kremetschug 370 "
12) Eisenbahnzweige im mittleren Asien 500 "
Zusammen: 10.700 "
Ergänzende wirtschaftliche Untersuchungen.
13) Transitkontrolle der Linie Moskau-Donetzassin
14) Eingehende Untersuchung zur Einrichtung einer neuen Linie Charkow - Pensa - Insa.
15) Transitkontrolle der Linie Jermolino - Kinel (einschliesslich der Abschnitte ХХХХ Jermolino - Nishni Nowgorod und Simbirsk - Kinel).
16) Beendigung der allgemeinen Untersuchungen im Nordgebiet, welche von der Abteilung der neuen Eisenbahnlinien ausgeführt wird.
17) Bauplan von neuen Waldeisenbahnen im Nordgebiet.
B. Technische Untersuchungen.
1) Eisenbahnlinien innRum der Fabrik Beloretzk und des Berges Magnit (vorbereitende Untersuchungen) 1.000 Wers
2) Untersuchungen der Uebergänge im Nordural (Fortsetzung der Arbeiten von 1920) 1.500 "
3) Kotlas Solikamsk (Abschnitt der Magsirale Kotlas - Tjumen) 750 "
4) Werschiturje - Turinsk - Tjumen (Abschnitt der Magistrale Kotlas - Tjumen) Enduntersuchung 400 "
5) Linien vom Donezbassin nach Rostow,Taganrog,und Mariupol (Enduntersuchung) 450 "
6) Taganrog - Mariupol (Enduntersuchung) 120 "
7) Grätschi - Nowotscherkassk 140 "
8) Millerowo - Tschermyschewsk (Enduntersuchung) 150 "
9) Koslow - Serwernij Krest der Wladikawskabahn (Enduntersuchung) 1.150 "
10) Murom - Tambow, Durchschneidung der Linien Koslow - Sewernik Krest und Charkow - Pensa 410 "
11) Perm - Ufa ( Enduntersuchung) 460 "
12) Perm - Petschora ( Enduntersuchung) von Solikamsk bis Jakschinsk 410 "
13) Kineshma - Pinjug (Enduntersuchungen) 550 "
14) Ufalei - Miassy ( Enduntersuchung) 125 "
15) Tscheljabinsk - Sinarsk (Enduntersuchung! 120 "
16) Gorbutschjewo
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18) Gorbatschgewo - Werchowje (Enduntersuchung) 100 Werst
17) Untersuchung der Uebergänge über die Wolga bei 300 "
Stawrowol, Fortsetzung der Arbeiten von 1920
18) Charkow - Pensa - Insа (Enduntersuchung) 900 "
19) Eisenbahnlinien im mittleren Asien (vor- 500 "
läufige Untersuchungen)
20) Verbesserung des Profils der Linie nach Pa- 350 "
weletz
Zusammen: 9.895 "
Ausserdem sollen untersucht werden:
21) Die Eisenbahnstrecken örtlicher und industrieller 1.500 Werst
Bedeutung, je nach Veranlassung der Finanzabteilung
22) Heizmaterialstrecken 1.000 "
Im Ganzen: 12.395 Werst.
AUSZUG AUS BOLSCHEWISTISCHEN ZEITUNGEN.
Zeitungen: „Mosk.Iswestija“ vom 8. November 1920.
„Mosk.Prawda“ vom 7. November 1920.
„Iswestija“ „ 10. „
„Krasnaja Gazeta“ „ 11. „
„Mosk.Iswestija“ „ 12. „
„ “ „ 13. „
„Krasnaja Gazeta“ „ 14. „
„ “ „ 15. „
„Mosk. Prawda“ „ 16. „
„Iswestija“ „ 17. „
„Prawda“ „ 18. „
„Der Kommuna.“ „ 17. „
„Bjednota“ „ 19. „
„Krasnaja Gazeta“ „ 18. „
„Mosk. Prawda“ „ 18. “
Die „Mosk.Iswestija“ vom 8. November veröffentlicht einen Er-
lass der Regierung, der von Lenin unterschrieben ist, nach dem auto-
nome Gebiete für das Wotjaken Volk, fupr das Marien Volk (Marijskij)
und Kalmücken Volk zu bilden sind. Die Bestsetzung der Grenzen die-
ser einzelnen Völker und die besondere Stellung dieser Gebiete wird
durch eine Spezialkommission festgesetzt werden. Weiter heisst es in
dem Erlass: die selbstständigen Vertreter der autonomen Sowjetrepubli-
ken, welche zum Bestande der allrussischen Sowjetrepublik gehören,
werden dem nationalen Kommissariat zugeteilt. Die Personalzusammen-
setzung dieser Vertretungen wird vom allrussischen Zentral Exekutiv-
komitee ausgearbeitet werden. Die Kredite zur Unterstützung der na-
tionalen Vertretungen werden laut Erlass des Volkskommissariats der
nationalen Angelegenheiten ausgezahlt werden.
Anfang November hielt Lenin eine Rede auf der allrussischen
Konferenz und führte etwa Folgendes aus:
Die Bourgeoisie behauptet immer, der Unterricht müsse frei von
jeglicher Politik sein; das ist ein Versuch, die geknechteten Massen
zu betrügen. Wir leben in einer Zeit, wo wir alle Mittel anwenden
müssen, um unseren sozialen Anschauungen zum Siege zu verhelfen und
da können wir auf ein so wichtiges Mittel, wie Erziehung und Unter-
richt, nicht verzichten. Von der Politik können sich nur stumpfe und
ungebildete Menschen oder Betrüger fernhalten.... Deutschland macht
gegenwärtig in Stadium der Entwicklung durch, das bereits hinter
uns liegt. Russland ist besser als alle anderen Staaten gegen die
Angriffe der Sozialrevolutionäre und der Demokraten der verschieden-
sten Schattierungen gesichert. Überall läuft es doch auf dasselbe
hinaus, entweder Diktatur der Bourgeoisie oder Diktatur des Pro-
letariats.
Gerade in Lehrerkreisen sind die bourgeoisen Anschauungen noch
stark vertreten. Erst ganz allmählich gelingt es, diese ungefähr
500.000 Personen zählende Menge mit einem frischen Geist der Initi-
ative zu erfüllen und ihnen eine revolutionäre Gesinnung beizubrin-
gen.
Bis jetzt sind 9/10 all unserer Kräfte auf die Bekämpfung un-
serer äusseren Feinde verwandt worden. Nach den grossen Siegen der
Roten Armee wird man sich aber der Friedensarbeit zuwenden können.
- 2 -
Unsere frühere Propaganda erklärte was Sozialismus sei. Die jetzige Propaganda muss zeigen, wie der Sozialismus praktisch durchgeführt wird. Auch die breitesten Schichten der Bevölkerung müssen lernen, sich in unserem kommunistischen Staat politisch zu betätigen, alle müssen an der aufbauenden Arbeit teilnehmen.
Die »Mosk.Prawda« macht Mitteilungen über die festliche Sitzung des Moskauer Rats am 7.November, dem dreijährigen Gedenktag der russischen Revolution. Lenin, Trotzki und Jameneff sprechen unter vielen anderen. Lenin äusserte:
Wir haben das Recht unsere Siege zu feiern. Trotz der unerhörten Schwierigkeiten und der verzweifelten Anstrengungen unserer Feinde haben wir während des Laufes von 3 Jahren uns erfolgreich verteidigt und alle Widerstände gebrochen. Unser Triumph ist so gigantischer Natur, dass keiner von uns 3 Jahre vorher im Smolnij geahnt hätte, dass wir solche Erfolge erringen würden. Trotzdem aber haben wir bisher nur die Hälfte unseres Sieges errungen. Denn wir müssen nicht vergessen, dass unsere Sache international ist und so lange keine Umwälzung in allen westeuropäischen Staaten vor sich gegangen ist, ist unser Sieg nicht vollständig. Wenn wir auch Wrangel besiegen, haben wir doch keine Garantien dafür, dass nicht die Weltbourgeoisie uns wieder angreifen wird. Vielleicht beginnt schon die in aller nächster Zeit wieder eine weisse Offensive. Russland wird ständig von einer weissen Gefahr bedroht, solange nicht die Revolution wenigstens in einem der westeuropäischen Staaten gesiegt hat.
Trotzki äusserte u.a., dass der Kampf mit Wrangel nicht der letzte sei. Die Proletarierrevolution hätte noch viele Kämpfe zu bestehen, bevor sie nicht in Europa, Asien und Amerika festen Fuss gefasst hat.
Kameneff äusserte, dass der Umstand, dass viele Millionen russischer Arbeiter und Bauern während des Laufes von 3 Jahren für den Bolschewismus gelitten und gekämpft haben, ein Beispiel für das ganze Westproletariat sei.
Aus Charkow wird telegraphiert, dass eine spezielle Kommission unter Trotzki für das Dongebiet festgesetzt worden sei. Die Kommission hat in einem an die Bevölkerung des Gebiets gerichteten Erlass aufgefordert, unverzüglich alle Befehle der Kommission auszuführen.
Die Ratsregierung hat eine Verordnung erlassen, nach welcher alle wichtige Korrespondenz durch Kurier befördert werden wird. Solche Kuriervorbindungen werden zwischen Petersburg, Moskau, Astrachan, Teschkent, Omsk, Kursk, Charkow und Wologda eingerichtet werden.
Bei einer am 5. November in Petersburg angehaltenen Frauenversammlung trat Sinowjeff auf und erklärte kategorisch, dass die Sowjetregierung keinesfalls die Absicht hätte, die Schulden an das Ausland zu bezahlen.
Die »Krasnaja Gaseta« teilt mit, dass die Versorgung Petersburgs mit Heizmaterial sehr langsam fortschreitet. Die zur Holzfällung mobilisierten Arbeiter finden sich nur in sehr geringer Anzahl zu den Arbeiten ein. Bis zum 1.November sind somit nur 33% der für den Winter erforderlichen Holzmenge in Petersburg eingetroffen.
Wegen Heizmaterialmangel arbeiten die Papierfabriken in Petersburg schon seit mehreren Wochen nicht mehr.
Im Anlass des dreijährigen Revolutionsfestes wird den Karelern, welche auf Seiten der finnischen Weissen gekämpft haben, Amnestie zugewilligt.
- 3 -
Die dreijährige Gedenkfeier des Beginns der russischen Revolu-
tion wurde in Petersburg mit grossem Pomp und Triumph gefeiert. In
allen kommunistischen Vereinen, Organisationen und sonstigen Verei-
nigungen fanden Festsetzungen statt, in welchen auf die grossen Taten
der Revolution aufmerksam gemacht wurde und von Neuem dem Sowjetsys-
tem Unterstützung zugesagt wurde. Lenin, Trotzki, Kameneff und sonsti-
ge hervorragende Führer des russischen Proletariats erhielten aus al-
len Teilen des Reiches, von der Roten Armee und der Roten Flotte
Glückwunsch- und Ergebnisstelegramme. In Petersburg und Moskau fan
den grandiose Umzüge und strassendemonstrationen statt, an vielen
Strassenecken waren Rednerpulte aufgestellt worden, auf denen überall
Kommissare Bestreden hielten.
Die »Iswestija« vom 11. November bringt die Nachricht, dass der
Streik in Indien eitere Fortschritte macht. In Bombay streiken die
Post- und Telegraphenbeamten schon seit 4 Wochen. Bombay und Kalku-
te sind schon lange Zeit ohne Gas, auch viele andere Fabriken haben
sich dem Streik angeschlossen. Ebenfalls streiken auch die Decker-
beiter.
Im Zentrum der Astrachan Kalmückensteppe in Tschilgin fand die
erste Sitzung der Kalmenkennrte statt. Es wurde an die Völker Indiens,
Tibets, der Mongolei, Chinas, Siams und an alle anderen Buddhisten
ein Aufruf gerichtet, dem Beispiel Sowjetrusslands zu folgen und die
Fremdherrschaft abzuschütteln.
In derselben Zeitung schreibt der Kommissar Stekloff, dass Polen
trotz Unterzeichnung des Präliminarfriedensvertrages immer noch die
weissen russischen Truppenteile unterstützt. Er führt lange Beweise
über diese Tatsache herbei und fordert schliesslich die Sowjetre-
gierung auf, diesem gefährlichen Spiel ein Ende zu bereiten und Polen
einen tüchtigen Denkzettel zu geben.
Aus Moskau wird mitgeteilt, dass in Südrussland Vorsichtsmassre-
geln ergriffen werden, da in Batum einige Fälle von Pest vorgekommen
sind.
Ein wirtschaftliches Blatt Sowjetrusslands schreibt, dass der
wirtschaftliche Verfall in Sowjetrussland so drohend geworden ist,
dass die Ratsregierung dazu gezwungen wurde, t chnische Gruppen ein-
zurichten, welche die Aufgabe haben, an denjenigen Stellen in der In-
dustrie und in dem Transportwesen einzugreifen, wo ein unmittelbarer
Kraach bevorsteht. Auf diese Weise ist es gelungen, 7 grössere Fabri-
ken in Südrussland zu reorganisieren.
Die »Krassnaja Gaseta« beklagt sich darüber, dass das Resultat
der Arbeitspflicht recht schlecht ist, da sich die Mobilisierten we-
der rechtzeitig noch in der geforderten Anzahl einfinden, noch die
Sowjetbehörden richtige statistische Angaben über die Bevölkerungs-
menge hatten. Oft kommt es vor, dass die Behörden in irgendeinem Ge-
biet Tausende von Arbeitermobilisieren und es sich nachher heraus-
stellt, das tatsächlich garnicht soviel Menschen vorhanden sind. So
wurden in Petersburg 12.000 Mobilisierte für einzelne Fabriken ein-
gefordert, 523 Mann trafen aber nur ein.
Am 20.Dezember 1920 soll ein allrussischer Rätekongress statt-
finden. Laut »Krassnaja Gaseta« soll die innere und äussere politi-
sche Lage Sowjetrusslands dort behandelt werden, ferner die Lebens-
mittellage, die Industrie, das Transportwesen und die Landwirtschaft.
Ausserdem soll der Kongress seine spezielle Aufmerksamkeit dem inner
mehr im sich greifenden bürokratischen »Schlendrian« zuwenden.
Die »Mosk.Iswestija« vom 13.November veröffentlicht ein Dekret,
das alle Personen der Jahrgänge 1879 bis 1902 sich in der Zeit von
- 4 -
18. bis zum 23. November zum Militärdienst zu melden haben.
Die "Petrogr. Pawda" berichtet, dass Russland und Lettland in Riga über eine direkte Flugverbindung zwischen Moskau und Riga verhandeln.
Die "Petrogr. Prawda" gibt bekannt, dass alle im Gouvernement Petersburg lebenden estnischen Untertanen bis zum 20.November sich ein Arbeitsbuch beschafft haben müssen, widrigenfalls sie nicht in die Listen derjenigen Personen eingetragen werden, welche nach Estland zurückkehren wollen.
Die "Krasnaaja Gaseta" vom 14.November gibt bekannt, dass die Sowjetregierung einen Befehl ausgefertigt hat, nach welchem sämtliche Frauen der Republik einer Arbeitspflicht unterliegen. Die Arbeit der Frauen bezieht sich xxxxx zunächst darauf, Unterkleider für die Rote Armee zu nähen. Die Organisation dieser Arbeit wird von einem hierfür besonders zusammengesetzten Komitee festgesetzt werden.
In Petersburg ist ein Repräsentant des schwedischen Roten Kreuzes eingetroffen, welcher Medikamente und Lebensmittel für die Kinder Petersburgs mitgebracht hat.
Der Kommissar Stekloff richtet weitere Angriffe gegen die grusische Regierung. Die grusische Regierung soll die französische Militärmission unterstützen, welche Aufruhr im Kubangebiet und anderen kaukasischen Gebieten gegen die Sowjetmacht organisiert. Die grusische Regierung soll ausserdem eine Okkupation Aserbeidhans planen und die Engländer in Mesopotamien, Persien und Indien unterstützen.
Die "Mosk. Prawda" veröffentlicht eine Erlass laut welchem die Zivilbevölkerung Russlands sämtliche Kleidungsstücke aus Leder für die Truppen der Roten Armee abzuliefern hat.
Die russischen Zeitungen machen darauf aufmerksam, dass der schlimmste Feind der Randstaaten die Reaktion wäre, Russland sei tatsächlich die einzige Macht, welche die Unantastbarkeit der Randstaaten beachte.
Professor Michelson publiziert in der "Mosk.Iswest." eine Mahnung an die Landwirte unverzügliche Massnahmen zu ergreifen um die Produktion der Landwirtschaft zu heben, damit Russland bei der 1925 beginnenden Dürreperiode nicht in eine noch schwierigere Lage gerate, als es sich jetzt schon befindet. Auf Grund wissenschaftlicher Untersuchungen ist nämlich festgestellt worden, dass die Dürreperiode in Russland mit 35 jährigen Intervallen auftritt und ein solcher Intervall gerade 1925 endigt.
Die "Krasnaaja Gaseta" schreibt, dass Petlura und Belachowitsch heimlich von Rumänien und Polen unterstützt werden. Die weissrussischen und ukrainischen Truppen haben ein gutes Eisenbahnnetz zur Verfügung, in welchen sie geschickt operieren können. Es ist daherzu wünschenxxxxx, dass die polnische Regierung offiziell bekannt gibt, Balachowitsch und Petlura nicht mehr zu unterstützen.
Die russischen Zeitungen frohlocken über den Untergang Wrangel's. Der Kommissar Stekloff veröffentlicht einen Artikel, in dem er schreibt, dass die Kampfperiode doch noch lange nicht zu Ende sei.
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Auf Petlura und Balachowitsch wird wenig Gewicht gelegt, da mit diesen beiden Bandenführern doch in kürzester Zeit abgerechnet würde.
Die Hauptsache ist jetzt, wo man freie Hand nach aussen hat, im Inner-
mit allen gegenrevolutionären Strömungen und Organisationen aufzuräu-
men und ihre Verbindungen mit dem Auslande abzuschneiden. Solange die
se inneren Organisationen nicht vollständig aufgelöst worden sind,
wird das Ausland sich nicht beruhigen und doch immer neue Angriffe
gegen Sowjetrussland beginnen. Lettland und Polen müssen besonders
beobachtet werden, da sie trotz der Unterschreibung des Friedens die
Kontrerevolutionären Bestrebungen gegen Russland fortgesetzt haben.
Die »Derewenskaja Kommuna« vom 17.November gibt bekannt, dass
Georgien in ultimativer Form von den Türken fordert, Ardahan und Art-
win zu räumen. Die georgischen Truppen werden in der Nähe von Batum
konzentriert, wo man den türkischen Angriff erwarten will. Die Na-
tionalgarde in Georgien ist mobilisiert worden. Ausserdem sind 4 Jah-
resklassen einberufen.
Nach der Niederlage Wrangels sprach Sinowjeff vor einer Ver-
sammlung in Petersburg. Er betonte, dass die Rote Armee jetzt noch
nicht demobilisiert werden könnte, wie es versprochen worden sei, da
die Sowjetregierung nicht denselben Fehler begehen möchte, wie damals
nach der Niederlage von Denikin, als noch viele Truppenteile zurück-
blieben und sich allmählich zu einer neuen Armee formten. Diese Ar-
mee hat den Bolschewiki vielen Schaden gemacht und grosse Opfer an
Menschenleben gefordert.
Die »Mosk.Prawda« berichtet, dass in Sewastopol am 15.November
ein revolutionäres Komitee gebildet wurde, welches nach Abzug der
weissen Truppen die Verwaltung der Stadt übernahm. Kurz danach tra-
fen in Sewastopol Teile der 57. roten Infanterie-Division und die
Automobilabteilung der 1.Kavallerie Division ein.
In der »Krassnaja Gaseta« vom 18.November veröffentlicht
Tschitscherin eine Note an die Regierung Grusiniens, in welcher er
sagt, dass die Anzeichen für eine englische Okkupation Batums sich
nehmen. Die Besetzung Batums ist gleichzeitig auch eine Drohung ge-
gen die mit Sowjetrussland vereinigte Ratsrepublik Aserbeidschan.Die
russische Regierung würde die englische Besetzung Batums als die
Schaffung einer neuen Front gegen Sowjetrussland ansehen.
General Sokolnikoff. Befehlshaber der Roten Armee in Turkestan,
hat einen Befehl an seine truppen erlassen, nach welchem das Pamier-
plateau ausser den Grenzen mit Afghanistan und Indien zu besetzen
ist. Es heisst im Befehl, dass die Vorposten der kommunistischen Re-
volution im Pamierbergland die rote Fahne entrollen müssen. Möge das
unterdrückte Volk Indiens wissen, dass die Hilfe nahe ist. Die roten
Soldaten müssen in die freundschaftlichsten Verbindungen mit den frei-
heitsliebenden indischen Stämmen treten. Auch die Aufrichtigkeit ih-
rer Freundschaft müssen die Bolschewiki mit der Tat beweisen.
Die »Krassnaja Gaseta« schreibt dazu, dass dieser Befehl Gener
Sokolnikoffs die englische Regierung zur Vernunft bringen muss.
Die »Mosk.Prawda« vom 17.November schreibt über die eventuelle
Besetzung Batums durch die Entente. In letzter Zeit wären in der En-
tente presse Nachrichten veröffentlicht worden, nach denen Batum von
den Türken eingenommen sei. Davon ist natürlich kein Wort wahr.Denn
das Marinekommando der Verbündeten in Konstantinopel hat sich erst
diesen Plan ausgedacht. Ausser der politischen Bedeutung einer Be-
setzung Batums ist der zweite Grund die Erlangung von Naphta,denn
Batum ist die Pforte zu Baku. Die Zeitung bemerkt aber, dass die
Entente jetzt ihre Schwäche gezeigt hat, indem sie Wrangel nicht ge-
nügend unterstützen konnte. So wird wohl auch aus dieser Besetzung
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nichts Ernstliches für die Sowjetmacht erstehen.
Das Mitglied des roten Kriegsrates der Südfront, Gusjew, hat am 10. November telegraphisch die Niederlage Wrangels an die „Mosk. Prawda“ berichtet:
Am 14.Oktober wurden im Rayon Nikopolj und Alexandrowsk am unteren Dnjepr Wrangels besten Truppen geschlagen und zwar die Markow und Korniloff Devision, die Kubankavallerie und das Korps General Borbcwitschs, ebenso auch die 6. und 7. Divisich. Am selben Tage wurden die 13. und 34. Division Wrangels bei Kachowka von den Roten geschlagen und 10 Tanke wurden erobert. Dieses war der Anfang der Niederlage Wrangels. Die Niederlage am 14.Oktober bei Nikopolj war so gross, dass die weisse Heeresleitung verwirrt wurde und den Hauptverstoss der roten Truppen direkt nach Süden erwartete. Von Nikopolj aus erwartete Wrangel anscheinend den Verstoss der 1. Reiterarmee und stellte ihr die Markow, Korniloff und Drosdowski Division entgegen. Dieser Fehler half bei den weiteren Operationen der roten Truppen. Da Wrangel die demonstrative Operation von Nikopolj für den Hauptstoss annahm, verzögerte er den tatsächlichen Hauptstoss von Kachowka nach Südosten und ebenso den Hilfverstoss von Alexandrowsk nach Süden und von Berdjansk nach Westen. In der Zeit, als Wrangel hartnäckig die zweite rote Reiterarmee abwehrte, welche er für die erste annahm, drangen die Divisionen der 6.Armee und die 1.Reiterarmee am 28. und 29. Oktober auf den Halbinseln von Perekop und Sealkowo vor. Zur selben Zeit wurden die Stellungen bei Melitopol genommen. Die roten Truppen marschierten von dort aus nach Südwesten und am 30.Oktober waren alle Truppe Wrangels von der Krim abgeschnitten.
Das Erscheinen der roten Kavallerie an der BFlücke bei Ssalkowo und bei Genitschesk war für die Wrangelische Heeresleitung vollständig unerwartet. Hartnäckig gab Wrangel am 30.und 31.Oktober entscheidende Befehle, die rote Kochwkegruppe zu sprengen. Es entstand eine Lage, in welcher auch die beste und hartnäckigste Armee infolge Hoffnungslosigkeit die Waffen hätte strecken müssen. Für die Wrangel-sche Armee war dieses allerdings nicht annehmbar. Mit dem Mut der Verzweiflung stürmten die Wrangelschen Truppen gegen die Ssalkowoer Brücke vor und schlugen sich mit Hilfe von zahllosen Panzerautomobilen unter grossen Verlusten durch die roten Truppen in die Krim durch.
In den ersten Tagen des Novembers erschienen die roten Truppen am Ufer bei Siwash von den Stellungen an den Brücken von Perekop - Ssalkowo und Tschoongarsk. Jetzt begann für die roten Truppen ein schwerer Angriff. Im Laufe von 3 Tagen ohne Schleif, unter freiem Himmel, schlecht angezogen, ohne Wärme und verhungert, bewarfen mit zahllosen Bomben der Wrangelschen Flugzeuge stürmten die roten Truppen in „Schlitzlichen Angriffen vor, eroberten die Brücken, zerstörten die Befestigungen, welche von französischen Ingenieuren ausgeführt waren und drangen in die Krim ein. Zum Sturm hatte die Rote Armee nur leichte Feldartillerie zur Verfügung, während Wrangel Tag und Nacht aus 8 und 10 zülligen Geschützen feuerte. Die Roten Truppen hatten kolossale Verluste. Nur diejenigen, welche im Kriege an ähnlichen Operationen teilgenommen haben, können sich ein Bild dieser Kämpfe machen. Besonders ausgezeichnet haben sich die 15., 30., 51. und 52.Schützen-Division. Einzelne Regimenter hatten bis zu 85% Verluste.
Am 10.Oktober wurde es klar, dass das Schicksal Wrangels besiegt war. Es blieb nur noch übrig, die weissen Truppen vollständig zu vernichten und dazu wurde weniger Zeit gebraucht, als man vorausgesehen hatte. Schon am 13.Oktoberr entliess Wrangel seine Armee und schlug jedem vor, sich mit eigenen Mitteln aus der Krim zu entfernen. Am 14.Oktober verliess Wrangel selbst die Krim.
Am selben Tage, als die roten Truppen Simfiropolj und Feodosija einnahmen, hatten aufständige Arbeiter in Jalta und Sewastopol ber its die Nacht an sich gerissen. Die aufrührerischen Fliegertruppen Wrangels warfen bei der Evakuierung der Wrangel treu gebliebenen Truppen Bomben und hielten somit die Evakuierung erheblich auf.
Die „Bjednota“ berichtet noch einiges über den Sturm von Perekop. Es wird gesagt, dass sich die Wrangeltruppen ganz ausserordentlich
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lich gut und hartnäckig verteidigt hätten und dass es den roten Truppen grosse Anstrengungen gekostet hatte diese Festung zu erobern.
Mit drei Divisionen ist dieser Sturm ausgeführt worden,darunter wird die Scharfschützen Division von Plücher erwähnt. Hauptsächlich haben die Kämpfe in der Nacht stattgefunden. Die angreifenden Roten wurden durch Scheinwerfer geblendet und hatten daher äusserst schwer den Angriff siegreich durchzuführen. 10.000 Mann hat dieser Sturm den roten Truppen gekostet.
Auch nach dem Fall von Perekop setzten die Wrangelschen Truppen der Roten Armee einen äusserst hartnäckigen Widerstand entgegen bevor sie umzingelt waren. Die Bolschewiki konnten nur langsam und mit grossen Schwierigkeiten vorrücken. Die Weissen wurden bis zu den Bergstrassen verfolgt und marschierten von dort aus nach Sewastopol, wo sie sich in die Schwarzmeer Handels- und Kriegsflotte einschifften. Dagegen richtete sich der bolschewistische Angriff hauptsächlich auf die Östliche Armee gruppe Wrangels, welche sich unter heftigen blutigen Kämpfen nach Feodossija zurückzog. Auch in Feodossija selbst leisteten sie noch Widerstand und kapitulierten erst dann, als ein anderer Ausgang übrig blieb.
Während des Vormarsches über die Krim machten die bolschewistischen Truppen eine kolossal reiche Beute. Diese Beute vermehrte sich noch als Deodossija und Sewastopol fielen. Denn kurz vor Sewastopol Fall waren dort 85.000 Pud Lederwaren, 60.000 Paar Soldatenstiefel und 120.000 Pud Bekleidung eingetroffen.
Die Zeitung berichtet u.a., dass die nun unter Sowjetregime stehende Bevölkerung der Krim allen anders als sowjetfreundlich ist. Besonders scheint das der Fall in Sewastopol zu sein, da die Zeitung berichtet, dass die Ordnung in Sewastopol noch nicht wiederhergestellt worden sei und die Stadt erst „beruhigt“ werden müsse. Wenn dieses der Fall ist, kann erst die rote Sowjetverwaltung der Krim von Jalta nach Sewastopol übersiedeln.
Die «Krasnaja Gaseta» teilt mit, dass ein Teil der Wrangel- schen Truppen an Bord eines französischen Schiffes nachdem Kaukasus transportiert worden sei und vermutlich in Batum an Land gesetzt werde. Die Zeitung meint, dass die weissrussischen Soldaten zunächst den Alliierten zugeteilt werden, um Kemal Pascha zu bekämpfen
Die Petrogradskaha Prawda schreibt in einem Artikel über die amerikanische Präsidentenwahl,dass der Ausgang der Wahlen und die allgemeine Stimmung in Amerika zur Annahme berechtigte, dass eine Änderung in der amerikanischen Politik in Bezug auf Sowjetrussland zu erwarten sei. Da sich Amerika so ziemlich von der Entente losgesagt hat und den Völkerbund ignoriert, wird es freundschaftliche Verbindungen mit Sowjetrussland einführen um seine Aussenpolitik zu stärken!
Die «Krasnaja Gaseta» gibt eine Note der rumänischen Regierung an die Sowjetregierung wieder, in welcher Rumänien erklärt,dass eine Annexion Bessarabiens eigentlich nicht vorliege, da das frühere bessarabische Gouvernement Russlands tatsächlich einen Teil des rumänischen Territoriums ausmache. Die Note schliesst mit der Anfrage,welche sonstigen Angelegenheiten zwischen Sowjetrussland und Rumänien noch streitig seien. Bessarabien wenigstens kann kein Streitpunkt sein.
Am 4.November trafen in Moskau 90 russische Arbeiter ein, die aus Amerika ausgewandert waren. Sie erhalten eine mehrwöchentlichen Urlaub, um ihre Verwandten besuchen zu können, darauf wird ihnen eine Arbeit zugewiesen. Die Auswanderer klagen über eine schlechte Behandlung unterwegs, besonders in England.
Den 9. Dezember 1920.
AUSZUG AUS BOLSCHEWISTISCHEN ZEITUNGEN.
Zeitungen: "Mos.Prawda" vom 20.November 1920.
" Iswest." " 20. "
" Prawda " " 21. "
" Iswest." " 21. "
" " " 23. "
"Krasn.Gaseta" " 23. "
"Mosk.Prawda " " 24. "
" Iswest." " 24. "
"Petr.Prawda " " 25. "
" " " 25. "
"Mosk.Iswest." " 26. "
"Prawda " " 26. "
"Krasn.Gaseta" " 20. "
" " " 4.Dezember
In Anlass der Jahresfeier der Bolschewiki sind in Petersburg
1.300 Personen begnadigt worden. 700 Personen wurden auf freien Fuss
gesetzt, bei 800 Personen wurde die Haftzeit verkürzt.
Der Kommissar Stekloff schreibt in der "Krasnaja Gaseta", dass
sich die internationale Lage Sowjetrusslands nach der Wrangelschen
Niederlage ausserordentlich verbessert hat. Das ist auch schon daraus
zu ersehen, dass die englischen Firmen nun durchaus Handelsabkommen
mit Sowjetrussland schliessen wollen. So soll eine Firma für 2 Millio-
nen Pfund Sterling Gummi liefern.
Die "Mosk.Prawda" berichtet, dass das Metersystem, welches zu
Beginn des nächsten Jahres eingeführt werden sollte, in Petersburg
nicht eingeführt werden kann, da es dort an metrischen Massen und Ge-
wichten fehlt.
In der Umgegend von Kiew sind zahlreiche Steinlager entdeckt
worden.
Die "Mosk.Iswest." vom 20. veröffentlicht folgenden Erlass: Alle
Ingenieure und Arbeiter vom 18. bis zum 50. Lebensjahr, welche in den
letzten 10 Jahren in Russland oder im Ausland auf Flugzeugfabriken
gearbeitet haben, werden mobilisiert. Alle diejenigen Personen, welche
in dieser Branche noch nicht arbeiten, haben sich bis zum 23.November
zu melden. Alle Spezialarbeiter der Flugzeugtechnik, welche sich in de
Roten Armee oder Flotte befinden, werden nach Entscheidung des Zentra
Exekutivkomitees auf Fabriken abkommandiert werden.
Sämtliche Schreibmaschinen, welche sich in Händen von Privatper-
sonen in Moskau befinden, werden für die Rote Armee requiriert.
Die "Mosk.Prawda" vom 21. veröffentlicht einen Aufruf von Trotzki
in welchem die Bevölkerung aufgefordert wird, die Rote Armee in jeg-
licher Beziehung zu unterstützen und freiwillig warme Kleidungsstücke
für sie abzugeben.
In Nikolajwesk, Gouvernement Zarizyn, ist eine Universität er-
öffnet worden.
Es wird ein Interwie ein s japanischen Journalisten mitdem ja-
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panischen Kriegsminister Tanaka wiedergegeben. Danach hat sich der
Kriegsminister dahin ausgesprochen, dass Sibirien, trotzdem der ja-
panische Finanzminister keine Mittel mehr für die sibirsche Inter-
vention zur Verfügung stellt, dennoch von japanischen Truppen be-
setzt bleiben wird. 11 bis 13 Divisionen japanischer Truppen bewachen
z.Zt. das Gebiet der chinesisch-chinesischen Grenze und ebenso die wichtig-
sten Punkte an der russisch-chinesischen Grenze. Auch im Raum Wladi-
wostok angefangen in Sdxxx Südussurischen Raum bis zur russisch-
koreanischen Grenze befinden sich japanische Truppen zum Schutz der
koreanischen Bevölkerung.
Die „Mosk.Iswest.“ vom 23.November berichtet, dass in Wjatka
verschiedene Fabriken 10 bis 12 Stunden am Tage arbeiten.
Auf den Fabriken der Flugzeugindustrie wird z.Zt. die Prüfung
des Ingenieurs Becker ausgeführt. Die Erfindung besteht in Folgendem:
Zur Zeit verlieren die Flugzeugmotore erheblich an Kraft, je hö-
her sich das Flugzeug hebt (etwa 10% Kraft auf jede 1000 Meter Höhe)
Die Erfindung des Ingenieurs Becker besteht nun in einem Apparat, wel-
cher das Sinken der Kraft des Motors fast vollständig aufhebt, so
dass der Motor die Möglichkeit hat, seine Maximalkraft in den ver-
schiedensten Höhen zu entfalten. Infolge dieser Erfindung werden die
Aeroplane höher und schneller fliegen können als jetzt. Der erste
Apparat dieses Systems wird etwa in 3 Monaten ausprobiert werden kön-
nen. Dieser Apparat wird einen Teil des Motors bilden. Ein neuer Mo-
tor mit einem solchen Apparat wird augenblicklich hergestellt und
wird infolge neuer Prinzipien in der Konstruktion außerordentlich
leicht und stark sein. Auf diese Weise wird man Motore von 250 bis
2.500 Pferdekräften herstellen können.
Für Russland hat der Apparat insofern Bedeutung, als die alten
Flugzeuge mit diesem Apparat ausgerüstet werden (können) und wieder
für Kriegszwecke gebraucht werden können.
Der Vorsteher des meteorologischen Observatoriums in Saratow
veröffentlicht in der „Mosk.Iswest.“ vom 23.November einen Artikel,
in welchen er in Anlehnung an die durch Professor Brückner konsta-
tierte periodische Trockenheit in Russland zugibt, dass das vor Kur-
zer Zeit erwartete Niederschlagsminimum sich bereits bemerkbar macht.
Die russische Presse ist wegen dieser Feststellung und durch Aussa-
gen anderer Gelehrter in höchstem Grade beunruhigt. So hat auch der
in Moskau zusammentretene Kongress der Naturforscher bekanntgege-
ben, dass im nächsten Sommer gewaltige Heuschreckenschwärme während
der Dürreperiode zu erwarten seien.
Die Sowjetregierung hat eine neue Verordnung über Registrieren
sämtlicher Waffen erlassen, welche sich in den verschiedenen Sowjet-
institutionen, Fabriken und Werkstätten befinden.
Die „Petr.Prawda“ berichtet, dass 15 neue rote Divisionen im
Gouvernement Moskau und Witebsk aufgestellt werden.
Nach Zeitungsnachrichten ist Trotzki in Sewastopol eingetroffen,
um dort eine Flottenbasis für eine militärische Expedition an die
Kubanküste einzurichten.
In der „Mosk.Iswest.“ vom 25.November schreibt der Komissar
Stekloff, dass wieder neue gefahren Sowjetrussland bedrohen, beson-
ders kritisch sei die Situation in Kaukasus. Auch die ausländischen
Feinde Sowjetrusslands geben sich keine Ruhe, in den englischen Mi-
nisterreden kommt immer wieder die Feindschaft zu Russland zum
Ausbruch. Bessarabien ist an Rumänien gegeben ohn- dass das russische
Volk gefragt wurde. Englische Kriegsschiffe kreuzen im Schwarzen Meer
blockieren die russischen Küsten und verhindern, dass die italieni-
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schen Handelsschiffe die russischen Hafen anlaufen. Die Engländer
schienen auf Batum, und die Entente versucht Kemal Pascha auf ihre
Seite zu ziehen. Die Note Grusiens an Sowjetrussland schliesst
nicht die Möglichkeit aus, dass Batum eventuell von einer Westmacht
besetzt werden würde. Kurz, alles deutet auf eine neue Attacke der
Entente hin, welche sich dieses Mal den Kaukasus als Operations-
basis gewählt hat.
Die „Petrogr.Prawda“ vom 25.November schreibt, dass aus allen
Truppenteilen ältere Jahrgänge ausgeschieden und den Arbeitsermen
übergeben werden. Letztere werden den mobilisierten Arbeitern gleich
gestellt.
Alle Veterinäre und Veterinärhilfen bis zum 55 Lebensjahr
einschliesslich sind mobilisiert worden.
Auf alle früheren Kosakengebiete haben jetzt die Sowjetge-
setze in Bezug auf Landverteilung Anwendung.
In Petersburg und Moskau wurden Sitzungen abgehalten, auf
welchen erörtert wurde, wie die aus Amerika zu erwartenden Arbeiter
in Sowjetrussland verteilt und aufgenommen werden sollen.
Die „Mosk.Prawda“ berichtet, dass die japanische Regierung
der Regierung in Wladiwostok mitgeteilt hat, dass sie innerhalb
des Gebiets, welches von japanischen Truppen besetzt ist keine
kommunistische Macht duldet. Japan hat nur unter der Bedingung der
Bildung eines Pufferstaates im Fernen Osten zugestimmt, dass sich
keine dritte Macht innerhalb der japanischen militärischen Interess-
ensphäre breit mache.
Die Sowjetzeitungen richten in letzter Zeit grosse Angriffe
gegen den höchsten wirtschaftlichen Rat, dessen Tätigkeit äusserst
getadelt wird. Der wirtschaftlich Rat setze nicht seine ganze Kraft
ein, um endlich wirtschaftliche Beziehungen mit ausländischen Staa-
ten anzuknüpfen. So greift Litwinow in der „Mosk.Prawda“ den Rat
an, behauptet der Rat habe keinen einheitlichen Wirtschaftsplan
und wälze alles auf ihn selbst ab. Während dessen werden in Russ-
land alle möglichen Scheinmittel angewandt, um der Industrie aufzu-
helfen. welche in Wirksamkeit aber absolut nichts nützen. So hat
man die sog. Stossgruppen in der Industrie eingerichtet, um dadurch
in kürzerer Zeit die Fabriken und Werkstätten leistungsfähig zu
machen.Nach aussen hin seien die Resultate besser geworden, tat-
sächlich aber herrsche der alte Zustand weiter. Das einzige was
sich in Russland vergrössert hat, ist die Bürokratie. Es werden un-
gleichlich viele Dekrete und Verordnungen erlassen, getan wird aber
tatsächlich nichts.
Auf einer Moskauer Parteikonferenz hielt Lenin eine grössere
Rede und erklärte, dass Wrangel dank dem mit den Polen geschlosse-
nen Frieden besiegt worden sei. Ausserdem hob er hervor, dass die
Polen gegen den Willen Frankreichs diese Verhandlungen begonnen
hätten. „Unser Frieden mit Finnland, Estland und Lettland kam eben-
falls gegen den Willen der Entente zustande, er war aber leichter
durchführbar, weil die Bourgeoisie in diesen kleinen Staaten keine
eigenen imperialistischen Ziele verfolgte, welche den Krieg mit
Sowjetrussland zur Notwendigkeit gemacht hätten. Das Streben der
polnischen Bourgeoisie richtet sich nicht nur auf Litauen und
Weissrussland, sondern auch auf die Ukraine. Ausserdem spielt noch
der Umstand mit, dass Polen einst ein mächtiger Staat war. Dieses
erklärt die grosse Hartnäckigkeit, mit der Polen gegen Sowjetruss-
land kämpfte. Einen um so grösseren Erfolg bedeutet daher der Frie-
den.
Wir kämpfen für eine allgemeine Umwälzung der bestehenden Ord-
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Ordnung in Westeuropa. Wir müssen bekennen, dass die bourgeoisen
Mächte ebenso bourgeois aus dem Weltkriege hervorgegangen sind, wie
sie es früher waren. Ihnen ist es wohl gelungen, bis auf weiteres die
Revolutiongefahr abzuwenden, sie haben sich jedenfalls aber gezwun-
gen gesehen, von einem Kriege mit Sowjetrussland abzustehen. Die En-
tente hat wiederholt zu einem Angriff gegen Sowjetrussland gerüstet,
aber der Geist der Truppen liess sich durch unsere Propaganda beein-
flussen und dieses gab den Ausschlag. Auch darf der Umstand nicht
vergessen werden, dass in den Ente-elländern während der ganzen Zeit
Verfall und Zersetzung herrschten, während bei uns ein gesunder Geist
eintrat. Ein Beweis dafür liefert das Resultat des Krieges. Doch wenn
auch neue Angriffe zu erwarten sind, so haben wir trotzdem Spielraum
gewonnen und können weiter existieren. Die imperialistischen Re-
gierungen müssen uns als einen unvermeidlichen internationalen Faktor
anerkennen. Wir wissen unsere Stellung auszunutzen.
Den Amerikanern haben wir Konzessionen bewilligt. Dadurch spitzt
sich das Verhältnis zwischen Japan und Amerika zu; aus solchen Kon-
flikten ziehen wir natürlich Vorteil. Wir sind uns darüber klar, dass
wir den imperialistischen Wettbewerb und die Feindschaft der Staaten
untereinander systematisch ausnutzen müssen, um ihnen die Möglichkeit
zu nehmen, den Kampf gegen Sowjetrussland fortzusetzen. Es kommt uns
nicht mehr auf eine kurze Ruhepause zum Kräftesammeln an, sondern wir
müssen jede Möglichkeit zu wiederaufbauender Tätigkeit wahrnehmen.
Polen hat gegen den ausdrücklichen Wunsch Frankreichs Frieden ge-
schlossen. Sowjetrussland hat im Laufe von 3 Jahren sich dem Weltim-
perialismus widersetzt und dadurch die internationale Lage in der
ganzen Welt stark verändert. Darum streben alle kleinen Staaten, mit
uns Frieden zu schliessen.
Ein Hauptfaktor des Fortbestehens Sowjetrussland unter so ver-
wickelten und ausserordentlichen Verhältnissen ist der Umstand, dass
wir mit den kapitalistischen Staaten in Handelsbeziehungen treten. Die
Mächte, welche uns unseres Terrors und gegenseitiger Angriffe unse-
res ganzen Regierungssystems wegen bekämpft haben, werden gegen ihren
Willen gezwungen, mit uns Handelsbeziehungen anzuknüpfen, obgleich
sie genau wissen, dass sie uns damit stützen. Einen glänzenderen Sieg
konnte der jetzige russische Staat über den Kapitalismus der ganzen
Welt nicht davontragen."
Weiter sprach Lenin über die Lage in Kaukasus und betonte, dass
ein neuer Krieg im Osten vorauszusehen sei, doch hätte Sowjetrussland
nichts zu fürchten, denn die Rote Armee sei im Kaukasus stark genug,
um den endlichen Sieg zu erringen. Schliesslich berührte Lenin die
innere Lage in Sowjetrussland, welche sich seiner Ansicht nach in
letzter Zeit gebessert habe. "Weil wir die Gewalt an uns gebracht
haben, ist es auch unsere Pflicht zu beweisen, dass wir in die
desorganisierten wirtschaftlichen Verhältnisse Ordnung hineinbringen
können. Wir müssen endlich zeigen, dass das Proletariat auch instan-
de ist, Zerstörtes wieder aufzubauen. Wenn wir mit dieser Aufgabe
nicht zurecht kommen können, nützen uns keine Siege auf dem Schlacht-
felde. Vor allem muss das Leben des Bauern nach ganz
neuen Prinzipien umgestaltet werden, ebenso muss ein neuer Wirtschafts-
plan aufgestellt werden. Zur Ausführung dieses Wirtschaftplanes muss
Russland allgemein elektrifiziert werden. Um dieses Zustande zu brin-
gen, muss erst eine kapitale Umwälzung alles Bestehenden erfolgen, was
eine ungeheure Kraftanstrengung erfordert.
In der "Mosk.Iswest." vom 25.November ist eine Verordnung der
Sowjetregierung veröffentlicht, laut welcher verschiedene Bezirke des
Kreises Sterlitamak der Baschkirischen Republik zugeteilt werden.
Es heisst dort folgendermassen:
1) Folgende Bezirke des Kreises Sterlitamak, welche temporär
dem Gouvernement Ufa zugeteilt waren, werden dem Territorium der
Baschkirischen Sowjetrepublik einverleibt: Die Bezirke Begenzash-
Abukanowsk, Dedowsk, Sigransk, Ischparsowsk, Kalkaschewsk,Rutanaksk,
Weleusowski, Nikolajewski, Nordowski, Rjasanowski, Urschakminsk,Tschetyr-
manowski, Karaguschevski, Werowski, Nowostepanowski und Michalowksi.
2) Folgende Bezirke des Kreises Sterlitamak, Archangelsk, Irny-
kschinsk, Pokrowski, Nowo-Andrejewski und Fedorowski sind dem Gouverne-
ment Ufa zuzuteilen. Gezeichnet Lenin, Enukitze.
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Laut Erlass der Sowjetregierung wird der Kreis Orscha des Gouvernements Homel dem Gouvernement Witebsk einverleibt.
Am 20.November wurde in Moskau ein Museum mit Handschriften, Photographien u.s.w. von Tolstoi eröffnet.
Bei der Einnahme von Dauri durch rote Partisanentruppen wurde der letzte Befehl des Generals Senenoff vorgefunden. Er ist am 18. Februar 1920 erlassen und heisst folgendermassen:
Zur Zeit ist die politische Lage folgende: Das japanische Kommando in der Person seines Vertreters des Obersten Issome, garantiert dem Armees des Fernen Osten die Umgruppierung in das Amurgebiet. Der Oberst Issome hat jedoch nicht die nötigen Streitkräfte zu seiner Verfügung, um diesen Abzug zu decken. Das chinesische Kommando verspricht nur bei der Uebersiedlung der Familien Hilfe. Die Streitkräfte der Chinesen in der Mandschurei sind gleichfalls nicht zahlreich und zuverlässig genug, um unseren Abzug zu decken. Um einen internationalen Präzedenfall herbeizuführen und dem japanischen Kommando einen Grund zu geben, seine Truppen entscheidend zu verschieben ferner um die Chinesen von der Eisenbahn abzulösen und um die Grenze für die Roten zu schliessen ist es durchaus notwendig, direkt auf Heilhar zu marschieren und möglichst tief in diese Zone einzudringen. In Hailar wird die Orneburger Kosakenbrigade zur weiteren Verfügung bleiben. Das erste und Teile des zweiten und dritten Korps haben sich im Raum der Station Sagan und Chorson zu sammeln, indem die Station Mandschurija im Süden zu umgehen ist. Die Station Tschalai ist nicht zu besetzen. Kleinere Truppenteile, welche keine Kampfeinheit darstellen, können über die Station Mandschurija folgen, wo sie ihre Waffen abzugeben haben (der japanischen Mission). Alle diese Bewegungen sind gleichzeitig zu beginnen, damit alle Truppenteile gleichzeitig auf der Station Mandschurija eintreffen und dadurch vor jeglichen Excessen von seiten der Chinesen sicher sind. Durch Anwesenheit unserer Truppen im Rücken der chinesischen Truppen ist uns die Möglichkeit gegeben, weiter an der Eisenbahnlinie vorzumarschieren.
Ich erwähne alle, von General bis zum Soldaten, Geistesgegenwart zu bewahren und nicht die Hoffnung auf einen erfolgreichen Ausgang dieses Kampfes für das Recht und die Freiheit der Völker zu verlieren.
Petel, Chef der 1. Transbaikal Kavallerie Brigade.
Gez. Semenoff, Generalleutnant;
Laut „Petrogr.RKK Prawda“ ist General Semenoff aus der bolschewistischen Gefangenschaft entflohen und soll in Japan eingetroffen sein.
Die »Krasnaja Gazeta« vom 20.November schreibt über die Konzessionen: Das bewaffnete Kampf mit unseren Feinden ist augenblicklich beendet. An dessen Stelle tritt nun ein neuer Messen der Kräfte. Da unsere Feinde uns nicht mi Gewalt besiegen konnten, wollen Sie uns nun im Handel und in der Industrie schlagen. Man plant Russland in eine Kolonie umzuwandeln, aber die Sowjetregierung ist auf der Wechst und lässt mit sich nicht spassen. Die Konzessionen sind ja wohl bewilligt worden, aber diese wird man nur in ganz bestimmten Grenzen geben, wobei sich die Konzessionsinhaber der russischen Gesetzgebung in Bezug auf Arbeitsreglement anpassen müssen. Auf diese Weise sind die Konzessionen fix für Sowjetrussland nicht gefährlich.
Die Sowjetregierung sieht sich vor die Aufgabe gestellt 1.200.000 Juden, die durch Pogroms gelitten haben, unterstützen zu müssen. In der Ukraine sind es etwa 650.000 Personen, in Weißrussland und Litauen 350.000 und in Jelez, Koslow, Balaschow und Tambow
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200.000 Personen. Letztere Orte wurden durch die Mamontowschen Ban-
den geplündert. Die Hilfeleistung wird hauptsächlich in Arbeits-
nachweis, Unterbrin ung der Kinder in Ex Asyle und dergl. bestehen.
Ausserdem ist in Aussicht genommen, die Juden für die "höheren For-
men der Industrie" zu gewinnen um sie dadurch vor Spekulation zu
bewahren.
In Moskau werden ungefähr 30.000 obdachlose Kinder in Asylen
erzogen. die Zahl der obdachlosen Kinder ist aber noch viel grösser.
Diese Zkk Kinder beschäftigen sich hauptsächlich mit Schleichhandel
und Spekulation, ihr Tagesverdienst schwankt zwischen 5 und 10.000
Rubeln. In den letzten 8 Monaten sind 7.000 Kinder, die sich mit
Spekulation, Schleichhandel u.s.w. beschäftigt haben, zur gericht-
lichen Verantwortung gezogen und in Erziehungsanstalten interniert
worden.
Über die Wohnungsnot in Moskau wird berichtet, dass in letzter
Zeit viele Häuser unbewohnbar geworden sind, da dort in den letzten
3 Jahren keine Reparaturen vorgenommen wurden. Ausserdem sind unge-
fähr 5.000 Holzhäuser abgebrochen und als Brennstoff benutzt worden.
Die "Krasnaaja Gazeta" vom 4.Dezember teilt mit, dass in Armeni
en der Bolschewismus ausgebrochen ist. Das Telegramm des armenischen
Revolutionskomitees aus Karawan - Sarai vom 30.November lautet:
Die Bauern der Rayons Derishen und Karawan - Sarai haben sich erho-
ben. Die kommunistische Partei Armeniens hat die Leitung der Bese-
gung übernommen und ein revolutionäres Komitee Armeniens gebildet.
Armenien ist zu ein r sozialistischen Sowjetrepublik erklärt worden.
Die Stadt Derishen ist in unseren Händen. Wir rücken in der Hoffnung
vor, dass die Befreierin der bedrückten Völker, die Rote Armee des
grossen Russlands uns reale Unterstützung zuzagt.
Am 2.Dezember telegraphierte Lenin an den Vorsitzenden des re-
volutionären Komitees in Eriwan und gratuliert zur Errichtung einer
Sowjetrepublik.
In Eriwan ist die ganze Macht dem Militärkommando übergeben
worden. Auch der Kommandeur der türkischen F ont gratuliert zum
Erfolge. Die Kenaalistischen Truppen tragen rote Abzeichen und füh-
len sich als Rotarmeesoldaten. Aserbeidschan hat an Sowjetarmeenien
Nachitschwan, Sangesura und Karabach abgetreten.
ПОСОЛЬСТВО
УКРАЇНСЬКОЇ НАРОДНОЇ РЕСПУБЛІКИ
В НІМЕЧЧИНІ
№ 2758.
Берлін 31 Грудня 1920.
Дипломатичний Відділ Посольства УНР у Німеччині
має за честь переслати до Вашого розпорядження слідуючі
нові інформаційні матеріали:
1) до ч. 106 Політичний огляд.
2) ч. 107. Політичні відомості.
3) ч. 108. Організація Махна.
4) ч. 109. Облік політикої ситуації в Німеччині.
Повірений у справах У.Н.Р. у Німеччині
Радник
Волошин
ДИПЛОМАТИЧНИЙ ВІДДІЛ
ПОСОЛЬСТВА УКРАЇНЬКОЇ НАРОДНОЇ
РЕСПУБЛІКИ В НІМЕЧЧИНІ.
№ 106
з 3.XII. дот 10.XII.1920.
НІМЕЧЧИНА.
В загальній політиці перемін по суті не сталося. Внутрішня політика, як і досі, направлена на ліквідацію фінансово-економічних труднощів особливо на поліпшення продовольчого забезпечення населення та на регуляцію оплачення праці. Зовнішня політика, як і попереду, тісно звязана з політикою Англії і в унісон з останньою відхиляється в той, чи в інший бік. За минулий тиждень ленінці винахвалив зворот в бік Червоної Росії в торгово-промисловому світі – заснуванням товариства для торгівлі з Росією (основний капітал 50.000,000, директори Стінес, Ферман, Крупн, Лінц та інш.) і якась подвійність в політиці з боку вищих військових і політичних кол, на яку Верлінська Радянська Місія вже звернула увагу. З 3-го до 7-го в Ковно і назад проїхало по 4 кур'єри. Нервозість ця полегшується кореспонденціями з Баварії та Саксонії про часткову мобілізацію технічної самопомочі і про посилення запевне антибольшевицьких елементів як добровольців до литовської армії.
20.000 4.XII. до Кенігсберга і далі проїхав брав фон дер Голц з начальником штабу майором фон Панне, туди проїхали майори Вішоф, Бранден, Дібич, капітан Петерсон і об.лейтенант Петердорф.
Одночасно почали перекидати 2. і 3. частину баварських ударних бригад і частини гарнізонів. Гіршбергу та Норнбергу. Базис Східної Пруссії досить забезпечений боєвими запасами. Згідно відомостям з Кенігсбергу (№ 117,118,120.) досягнення передбаченої норми закінчиться до середини лютого.
Робітничий союз робить свої заходи, перевіряючи польоність окремих членів і організацій, але діяльність його льокалізована в округах Баварії, Вюртембергу, Північній Саксонії, Гессену Померанії, Західного Бранденбургу і Східної Пруссії. Становище в залізничних секціях більш ніж прихильне, хоч в крупних цен-
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трах росте вплив комуністичній партії, але периферія явно ухиляється з під її впливу в бік державних елементів .(Повідомлення № 283/442.)
АНГЛІЯ.
Досліджена порозуміння про обмін товарів між Англією і севітською Росією не дає гарантій в тим, що він дійсно буде істнувати. Послідовна політика Льойд-Джорджа, направлена до поблення систематичних перешкод для утворення твердої влади на території Росії, в цей момент, момент військової перемоги Совітів, не може ухилитись в протилежний бік. Торговий договір не буде ратифіковано в Англії і він лишиться цертовим буквою.
Установлено звязок совєтського експерта Керженцева з керовниками сен-Фейнерів. Керженцев постачав Республіканський Раді засоби при помочі Литвиновської організації в Готеборзі.
Для пленбюценту в Вильні мобілі орано 4 Нетландських дивізій і VII.корську пішу дивізію. Частина цих військ піде на Кавказ і в Анатолію на заміну греків.
ФРАНЦІЯ.
Політика Лейга перше хиталась, але тепер має більше сталий характер. Безпорадність в російському питанню, очевидно після розгрому Криму, перемінилась на більш спокійне відношення до того, що сталося, як до одного з етапів військової доротьби, фіксуючого нерішучість і половинчатість французької політики в російському питанні. Хитання урядових французьких кол було в свій час використано. лівор французький пресом і кругами близькими до комуністів, щоб вибороти для своїх дрізів право офіціального або напівофіційного представництва у Франції. Не дивлячись на шаддерку торгово-промислових кол ця компанія скінчилась цілком невдатно і 6.XII. Лейг відмовив авдієнцію депутатам преси
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і представникам фірм і банків, що хотіли взяти на себе ініціативу добитись дозволу для частини місії Красина прихати до Парижу. Не успіх делегації підкреслив відновлення твердих політичних відносин до Совітів з боку фр нцузьких урядових кол.
Відношення до державних російських кол паралельно змінилось на краще. Позичка 50.000.000 реалізована у Франції не тільки виплачена не анульовано але неофіційно обіцяно нову фінансову допомогу. Більш при широка допомога з боку певних парижських кол не могал бути здійсненою завдяки тактиці С.Р. повівши своє самостійну лінію і розбивших прихильні нам французькі групи.
Єдиний національний центр, висунений як об'єднуюче начало в даному питанню, не міг в свій час ліквідувати непорозуміння, а напаки, підіймавши стійки іншими партійні суперечки лише загострив конфлікт, до становища виключаючого можливість якого-небудь порозуміння. Правда, саме тепер, з огляду на тверду позицію Зайняття як С.Р. так і державними групами, становище виявилося і загально ситуація складається для нас добре.
ІТАЛІЯ.
Рим підтримує далі найтісніший контакт і в питання про товарообмін з совітською Росією рівняється з Льондоном. Ще більше загострує становище наростаюче безробіття, яке збільшує тягар фінансових труднощів Італії. Правда ліальность побітничих рад совзу юрків, совзу електротехніків, яка під впливом російських комуністів робиться все більш і більше активною, викликає мимо-воли з боку уряду заходи обережності, але ці заходи настільки їхні обережні і чисто місцевого характеру, що вікповідальність за них кожен раз дуже зручно перекладається центральною владою на місцевих синдиків і профектів.
Велику небезпеку викликає майбутній зїзд комуністів, котрому III. Інтернаці над хоче надати характер південно-європейськ
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кої Конференції.На цей з'їзд Москвою командіровано Зиновьєва Балабанова, Лозовського, Дюрре, Лоріо, Витоцького і Фахере.Дозвіл на візьд до Італії вищезазначеним особам передано Красину графом Сфорца особисто на останній конференції в Лондоні.Результати з'їзду очевидні : комуністи натимуть більшість і вступлять активно в боротьбу за владу.Особливо гострих конфліктів сподіється на півдні.
Уваги:
Совітська місія в Берліні закуплена Левантинська пароплавна лінія (три пароплави І.Марта,ІІ.Ліна Ворман,III.Крибас).Директором цієї лінії від бельгівиків призначається відомий в Празі комерсант Адольф Сливкин. Переговори для купівлі почалися в липні.
Під призвищем Володимира Легатовича (український паспорт дістав в Ризі) в Берліні проживав "Морський агент Червоного Флота барон Катуніус,відомий в розвідочних колах під призвищем Ламберта.Тепер саме він поїхав до Відня.В Берліні підтримував тісні зв'язки з Кречманом,Бурином,Шанцеровим на Берхьєсгаденштрассе,7.Зустрічався з українськими комуністами(Пономаренко,Висоцкий.).
? Та чебувши
Уд. с-д ?
Передано до Відня.
Зв'язок з польськими комуністами Берлінської російської секції комуністичної партії іде через кур'єрів Перельмана,Людиновського і Ендериєва через Кенігсберг,Маркграфово.Почта від польського сов тьокого уряду в Білостоці іде через совітську місію в Ковно разом з дипломатичним через офіційних кур'єрів.Безпосередній зв'язок з Варшавою - Шмідтом іде через Данціг,через урядовця польського гене-
- 5.-
рального консула - Постака.
Совітська місія в Берліні переживає гостру фінансову кризу, котра пояснюється затриманням акредитивів і Штокгольму і Христіанії, де на російське золото належно арест.15.XII. при виплаті північної платні (за другу половину грудня) тільки нижчі служачі до начальників столів включно цілком дістали платню, решта дістали в-ванеп рівні 1/2 - 1/3 належної суми.
При російській секції отворилась студентська кліточка, організатором якої є Генріх Раузер, брат персональної секретарки Конпа. В ній нараховується до 70 дійних членів, переважно німців з Росії. Ядро її в Шарлотенбурзькому політехнікумі з філіями в університеті та в консерваторії. Кліточка широко фінансована і організує касу вза- імної допомоги з видачею допомог та стипендій.
Організація Ефімовського не посувається наперед, з огляду на загострення відносин між поміркованими групами берлінської колонії і відносну безвідповідальність самої організації.
За останні дні помітно великий зворот ліворуч у кадетів, а у безпартійних - праворуч. Старання ініціатора помирити обидва крила не мали успіху. Приїзд нових діячів партії С.Р. ще поширить прірву і зробить згоду неможливою.
Передано Кенігсберг- Даннір.
Провірити відносини Ефимовського до Гутмана в Празі та його дистування з ген. Петанович і полк. Кторовим в Ризі. Відомості вимагають особливої обережності до особи Ефимовського.
109
- 6.-
В зв'язку з переговорами про координацію
акції між військами Петлюри і антибольшевицькими
російськими силами чини посольства У.Н.Р. в Берлі-Перевірити скіз-
ні шукають зближення з членами російського пред-
ставництва на грунті спільної "благодійності".
У Відню, навпаки, установлюються більш приязні від-
носини з місцем Варшавським.В Празі ведуться пе-
реговори з С.Р., нарешті в Парижу з Бурцевськими
групами і з К.Д."Многогранность"політики видає
керовників з центрального органу і бажання зак-
рити гру.
Бермонт звійшов у контакт з Бурцевим.Зва-
зком є секретарка Бурцева і завідувача відділом
"Общего дѣла" в Берліні,В.И.Гладиш.В переговорах,
які вона повела з Бермонтом неофіціально прий-
мав участь де Сен-Кентен,секретарь французького
посольства.Для закінчення переговорів Бермонтом,
при співакції французького посольства,був коман-
дирований лейтенант барон Буксгевден в Париж.
Гроші на життя Бермонт дістає і від німців.Штабу
і від французів.Гладиш через агентів веде агітацію се-
ред офіцерів і солдатів Вонскорфа.В кругах К.Д. праце
прислужний повірений Кориньков,Короленко і Гінтворт.
Установлено звязок де-яких значних членів росій-
ської монархічної партії і співробітників журналу
"Другланий брель" з агентами большевицької контр-розвід-
ки і з самим доктором Лані.Вияснено постійний звязок
поручика Коваленського через ротмістра Яновського і
двох дам з голосними призвіщами.
Від Семенова дістали акредитиви на 1.000.000
японських єн для агентури в Європі.Частина грошей,
не більше 25 % може бути передана громадським орга-
нізаціям.Сенатором Ринським-Корсаковим уже зроблені
кроки в цьому напрямі.
В.
Установити
зустрічі,вечері.
Вияснити звязок
з кроками зробле-
ними Варановсь-
ким в німецьких
колах.
До будинку
І.М.Зайцева
В особливу
увагу.
Згідно
відомостям
Н.А.всіх
членів
"Російськ
Обществ".
Собранії"
Занято у
Ланге 6,
установити
хто.
ДИПЛОМАТИЧНИЙ ВІДДІЛ
ПОСОЛЬСТВА УКРАЇНЬКОЇ НАРОДНОЇ
РЕСПУБЛІКИ В НІМЕЧЧИНІ.
№ 107
POLITISCHE NACHRICHTEN.
Aus dem Berliner englischen Nachrichtenbüro stammt folgende Darstellung über die bolschewistische Propaganda in Europa. Einzelheiten über ihre Organisation:
Die Hauptwaffe dieser Art des Imperialismus ist die Propaganda. Auch als Gegner muss man zugeben, dass sie ihrer ganzen Organisation nach musterhaft ist und dass mit Mitteln an ihrer Durchführung wahrlich nicht gegeizt wird. Und gerade jetzt, wo nach aussen wie nach innen das russische Sowjet-System im letzten Kampfe um Sein oder Nichtsein steht, wird das Kampfmittel der Auslandspropaganda tatkräftiger als je angewendet. Erhebungen des Kommunismus in den übrigen Ländern sind die letzte Hoffnung der Machthaber in Moskau, ihre wankende Stellung neu zu stützen.
Wie sorgfältig ausgearbeitet die bolschewistische Propaganda in Europa ist, sei hier etwas eingehender geschildert. Die grosse Masse in Deutschland wie in den anderen Ländern dürfte wohl noch wenig Kenntnis davon haben, wie planmässig seit langer Zeit an der Unterwühlung alter bestehender Staatsordnungen gearbeitet wird.
Das Zentrum für die bolschewistische Auslandspropaganda und den b. schew. Spionagedienst ist Kopenhagen. Der Leiter dieser Nachrichtenzentrale ist Litwinoff-Finkelstein. Von hier aus werden über Stock- holm durch den Vertrauensmann Frederik Storm die Nachrichten, Instruktionen, Geldsendungen usw. weiter nach Finnland oder Estland befördert wo sie an einem bestimmten Punkt an der Grenze (in Finnland über Helsingfors-Terriki, in Estland über Reval-Narva) nach Sowjetrussland gelangen. Auf demselben Wege besteht die Verbindung mit Moskau. Von Kopenhagen aus werden Dänemark, Holland, Belgien, Frankreich und England bearbeitet.
Deutschland hat sein eigenes Zentrum in Berlin unter Führung von Viktor Kopp. Von hier aus werden ganz Deutschland, die Schweiz, Österreich,Ungarn, die Tschechoslowakei,Jugoslawien,Italien und teilweise auch Polen bearbeitet und zwar über Danzig und über Wirballen - Kowno.
Alle Auslandsstellen stehen in enger Führung miteinander. Die Verbindungswege zwischen Deutschland nach Sowjetrussland sind folgende:
1. Berlin – Kopenhagen – Stockholm – Helsingfors – Terriki – Russland
2. Reval – Nerva – Russland.
3. Berlin – Stettin – Reval - Narva.
4. Berlin – Stettin – Helsingfors – Terioki
5. Berlin – Wirballen – Kowno
6. Berlin – Danzig – Kowno
7. Berlin – Königsberg - Kowno
Die Hauptvertreter Sowjetrussland im Auslande sind:
1. Titwinoff-Finkelstein, auch Wallach genannt, in Kopenhagen
2. Krassim, Litwinoff unterstellt, in England.
3. Kopp (Koppelovitsch) in Berlin.
4. Bagotzki in der Schweiz.
5. Weinkop in Holland.
6. Frederik Storm in Schweden.
7. Pantschilewitsch in Estland.
Die Hauptzentrale ist bei Litwinoff, zu dem die einzelnen Vertreter reisen, um Instruktionen zu erhalten. Eine ungeheure Anzahl von Agenten arbeitet in Ausland und wird von ihren Zentralen aus geleitet. Jede Zentrale hat ihren Nachrichtendienst, ihre Finanz- Propagandaabt. usw.
A. Litwinoff-Finkelstein (Maxim Maximowitsch) traf am 25.2.20.in Kopenhagen ein und übernahm die Auslandszentrale für bolsch.Propaganda und Spionagedienst in Europa. Offizielle ist er Beauftragter Sow.Russlands zwecks Ankündigung von Friedensverhandlungen, Gefangenen austausch und Handelsbeziehungen. Der richtige Name Litwinoffs ist unbekannt.
- 2 -
Seinerzeit nannte er sich auch Wallach und Finkelstein. Unter dem Namen Wallach hat er in Tiflis eine Bank beraubt. In England lebte er anfangs als Friseur in Dienst und wurde später Reisender, zuletzt im Indien-House. L. arbeitete damals in London nach dem Vorbilde Joffes in Berlin, der seine diplomatische Stellung ausnutzte, um bolschewitische Propaganda zu treiben. Diese brachte ihm einen unliebsamen längeren Aufenthalt in einem engl. Gefängnisse zu ein.
B. Krassin ist Sonderbeauftragter der Sow.Reg.; er untersteht unmittelbar Litwinoff. Sitz: Stockholm und Kopenhagen.
C. Bagotzki ist Bevollmächtigter für die Schweiz, hält sich aber des Öfteren in Berlin auf.
D. Weinkop ist Bevollmächtigter für Holland, Sitz: Amsterdam
E. Frederik Storm ist bolschewistischer Vertrauensmann in Stockholm
F. Pantschilewitsch ist Leiter des bolsch.Propagandabüros in R'val er besorgt die Weiterbeförderung von Post- und Geldsendungen.
G. Viktor Kopp ist Beauftragter der Sow.reg. für Deutschland.Sitz: Berlin. Kopp ist Ende Februar 1920 in Berlin eingetroffen, wo er sich sofort fieberhaft an die Arbeit machte. Er eröffnete ein Kntor Pasa-nenstr.26. Nach einiger Zeit gelangte es ihm, sich soweit in seiner Stellung zu befestigen, dass er von der deutschen Regierung offiziell anerkannt wurde und 2 Büros eröffnete: Unter den Linden 11 und Potsdamerstr.75. Im Büro Unter den Linden 11 befindet sich die politische und Finanzabteil. Potsdamerstr.75 ist die Abteilung für Kriegsgefangene.
Wie zielbewusst die roten Machthaber in Russland darauf ausgehen, zunächst ganz Mitteleuropa in ihre Gewalt zu bringen, geht aus dieser sorgfältig gegliederten Organisation klar hervor. Natürlich trägt jeder der Sowjetbeauftragten im Auslande ein offizielles Mäntelchen, das sein Vorhandensein in der betrf. Landeshauptstadt rechtfertigt und es der betr. Regierung schwer macht, sich seiner zu entledigen. Dass aber Sowjetrussland lieber heute als morgen die übrigen Länder mit den "Sagungen des Bolschewismus" beglücken möchte, daran kann keiner mehr zweifeln, der jetzt den zersprungenen Parteitag der U.S.P.D. in Halle verfolgt hat. Und wenn dort 237 gegen 158 Stimmen sich der russischen Kynute Simowjeffs demütig unterworfen haben, so kann die Moskauer Re-gitrung diesen Erfolg nicht zum kleinsten Teil ihrer glänzend arbeitenden Auslandspropaganda gutschreiben.
Aus Estland wird gemeldet, dass die kommunistische Agitation ausserordentlich tätig gewesen ist. Zeifellos ist sie von der wirtschaftlichen Sowjetdelegation unterstützt und finanziert worden. Aus Polizeidokumenten ist ersichtlich, dass von der Sowjetdelegation 500 000 Goldrubel für Propagandazwecke gezahlt wurden, um in Estland die Rätere-publik einzuführen. 81 kommunistische Agitatoren sind des Landes ver-wiesen.
Bei Besitzergreifung der Macht durch die Bolschewisten in Russland wurde auf dem 1.Kongress der radikal-revolutionären Parteien, jetzige kommunistische Partei, zur Propaganda und Vorbereitung der kommunistischen Ideen in den westlichen Ländern Sekretariate zu gründen beschlossen. Die westeuropäischen Sekretariate können sowohl als Nachrichtenteilen in Deutschland, Deutsch-Oesterreich, Polen, Jugoslawien, Tschechoslowakei, Skandinavien, Holland, Frankreich, Schweiz, Kuba, Italien und Spanien mit Moskau angesehen werden. Durch sie erhalten die kommunistischen Parteien die Anweisungen für die Propaganda nach den jeweiligen Direktiven aus Moskau und nach dem Stand der politischen und wirtschaftlichen Lage in den betrf. Ländern. Im umgekehrten Sinne erhalten die Sekretariate von den kommunistischen Parteien Bericht über die Lage in dem betr.Lande, unter ausführlicher Darlegung der politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse. Es kann als selbstverständlich betrachtet werden, dass diese Nachrichten dem Volkskommissariat des Äusseren in Moskau unterbreitet werden. Die gekannten Zuweisungen von Moskau erfolgen ebenfalls durch die einzelnen Sekretariate an die revolutionären Parteien des betref.Landes. So wurden z.Zt. der Januar- und März-aufstände Summen durch Kuriere von dem westeuropäischen Sekretariat in Stockholm nach Berlin gebracht. Vor Ausbruch der Revolution stand das Westeurop.Sekretariat für Deutschland in Berlin unter Leitung Dr.Oskar Cohns. Er hatte von Russland eine bedeutende Summe zu Propagandazwecken erhalten. Als jedoch bei Revolutionsausbruch durch das Verhalten Cohns die Revolution nicht im Sinne der russischen Gewalthaber betrieben wurde, erhielt Cohn die Weisung, die noch verfügbaren Gelder an Liebknecht und Rosa Luxemburg auszuhändigen und den Vorsitz niederzulegen. Cohn hat den Betrag - es waren nur noch 13 000 Mark - den Genannten ohne är-
-3-
gendwelsche Abrechnung übergeben.
Nach dem Tode Liebknechts übernahm der Rechtsanwalt Paul Levi
(Frankfurt a/Main) mit den meisten Mitgliedern der damaligen Reichszentra-
le der K.P.D., darunter dem früheren Polizeipräsidenten Köhring, die
Fortführung des Westeuropäischen Sekretariats.
Infolge der Verfolgung ihrer Mitglieder war von der Tätigkeit des
westeuropäischen Sekretariats im Laufe des Jahres 1919 wenig oder gar-
nichts zu bemerken. Nach dem Eintreffen des Sowjetbevollmächtigten Vik-
tor Kopp in Berlin wurde festgestellt, dass ein gew. Gutmann, Alexander
Schwab, Franz Jung, Reichenbach, Doeppler und ein Dr. Goldberg in Ver-
bindung standen.
Von den Genannten wurden Sächsischestr. 1, Paretzstr.10 und Nürn-
bergerstr. 25/26 3 zusammenhängende Büros unter dem Namen „Berlin-Ex-
press- und „wirtschaftlicher Nachrichtendienst“ gegründet, deren finan-
zieller Leiter James Gordon war. In Laufe der Zeit wurde dann der letzt
genannte als Kopp's Sekretär Reich festgestellt. Von diesen drei Büros
war das Hauptbüro Paretzstr. 10, das in Vertretung von Gordon-Reich von
dem bekannten Kopp-Führer Franz Jung geleitet wurde. Diese 3 Büros kön-
nen als das Westeuropäische Sekretariat angesehen werden. Bei der Gfun-
dung dieser Büros war es selbstverständlich, dass mass infolge ihrer
politischen Vergangenheit bekannt gewordenen Personen wie Jung, Reich,
Schwab nicht in den Vordergrund traten. Dies waren vielfach mehr Gut-
mann, Doeppler und Reichenbach. Gutmann hat seinerzeit verschiedentlich
in Gross-Berliner Funktionsansetzungen das Wort ergriffen.
Zunächst wurde das Büro Nürnbergerstr. 25/26 unter der Flagge Gut-
mann & Co „Orient-Express“ eröffnet. Der Kompagnon Gutmanns war der be-
kannte jetztige K.A.P.-Führer Schwab und Dr.Goldberg.
Das Büro Sächsischestr.1 segelte unter der Flagge „Berlin Express“, das Büro Paretzstr.10 nannte sich wirtschaftlicher Nachrichtendienst.
Die Tätigkeit dieser drei Büros bestand zunächst, den Weltmarkt mög-
lichst genau kennen zu lernen und mit Grossindustriellen in Verbindung z
zu treten.
Das Büro „Berlin-Express“ leiteten Doeppler und Reichenbach. Um die Beziehungen zu Kopp sowie die eigentliche Tätigkeit zu verschleiern, er-
wirkte Doeppler eine amtliche Empfehlung der Presseabtl. des A.A. In
dieser wurde er als der Herausgeber der politisch-wirtschaftlichen
Korrespondenz als zuverlässig empfohlen, und es wurde bestätigt, dass
die Arbeit der Korrespondenz dazu dienen könne, die öffentliche Meinung in nützlicher Weise zu beeinflussen.- in einem Rundschreiben an die Grossindustriellen, in dem die Wiederaufnahme der Wirtschaftsverbindun-
gen mit Sowjetrussland hervorgehoben wurde, war die Aufforderung zur
Beantwortung von Fragen in Bezug auf die Art der vorrätigen Waren, die zum Export in Betracht kamen, und unter welchen Formen sie die Handels-
beziehungen vollziehen könnten, enthalten.
In wieweit hierauf Antworten eingegangen und ob die Fragestellung im Interesse der Sowjetregierung von Wichtigkeit war, hat sich nicht feststellen lassen.
Von der Tätigkeit des Büros Paretzstr.10 war in der Öffentlichkeit
nicht zu bemerken. Dieses leitete in Wirklichkeit Franz Jung, der inten-
siv an der Organisation d r Roten Armee arbeitete und deren inspirato-
rischer Führer er war. Hierdurch trat ik er in indirekte Beziehungen zu Kopp, dessen Einfluss auch das Zustandekommen der R.A. zuzuschreiben sein dürfte. Jung gilt als einer der fähigsten Köpfe der K.A.P. Seine Reise mit dem Dämpfer „Senator Schröder“ nach Russland, wo er im Juli
1919 die russische staatsangehörigkeit erwarb, dürfte schon bekannt sein.
Gutmann hat es verstanden, neben seinen geschäftlichen Beziehungen der kommunistischen Partei hervorragende Dienste zu leisten. Er gab z.
B. dem Rechtsanwalt Paul Levi einen ausführlichen Bericht über die im April zwischen Vorwerk und dem der kommunistischen Partei gutgesinnten Dr. Schlesinger mit dem Grafen Brockdorf-Rantau geführten Unterhand-
lungen.
Bezeichnend für die weitere Tätigkeit Gutmanns im Sinne kommu-
nistischer Idee ist die Tatsache, dass er im April 20 einem führenden Mitglied der liberalen engl. Parlamentsopposition,das Deutschland be-
reiste, bei der Vermittlung von Adressen in Verbindung mit der Reichs-
zentrale der K.A.P. behilflich war. In einem Schreiben an die Reichs-
zentrale bat Gutmann, dem Engländer solche Adressen von Genossen in Chemnitz vermitteln zu wollen, damit er sich über die dortige Lage ein
zutreffendes Urteil bilden könne. Die Adressen sollten an Fri.Dr.Eli-
sabeth Rotten (Liga für Völkerbund) für den Engländer abgegeben werden.
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Bei der Festnahme dreier deutscher Spartakisten in Kowno im Mai d.J. wurden Ausweispapiere gefunden, die teils von James Gordon, teils vom Westeuropäischen Sekretariat unterschrieben waren und die einen Stempel trugen, der im Büro Paretzstr. 10 gesehen worden ist.
Gelegentlich der Reise Schwabs nach Russland im Auftrage der K.A.P. wurde Reichenbach als Stellvertreter Schwabs bezeichnet. Er erhielt und verwaltete die finanziellen Zuwendungen aus Stockholm für die revolutionäre Partei. Im Büro Sächsischestr.1 arbeitet z.Zt. nur noch Reichenbach, der keine Angestellten mehr hat. Er geht zur Pressekonferenz und verfertigt und verschickt seine Berichte selbst.
Gutmann & Co. beschäftigt sich z.Zt. mit Kommissionsgeschäften in Chemikalien und landwirtschaftlichen Maschinen für Russland. Besuche erscheinen dort fast garnicht, wohl mehr aus dem Grunde, weil das Unternehmen schon verschiedentlich unliesam aufgefallen ist.
Sehr bemerkenswert war die Tätigkeit dieser 3 Büros im Februar 20 und anlässlich des Kappputsches. Im Februar 20 erschien im von Büro des Westeuropäischen Sekretariats Sächsischestr.1 die Nummer 3 und 4 eines Mittelungsblattes, genannt "Russische Korrespondenz", das nur an die Führer der K.A.P. bezw. U.S.P.D. zur Verteilung gelangt. Während des Kappputsches gab Berlin-Express täglich stark im Sinne der kommunistischen Bewegung gehaltenen Lagenberichte heraus. Mit dem Rücktritt der Kappregierung und Aufhören des Generalstreiks stellte Berlin Express die Herausgabe der Lagenberichte wieder ein.
Bog 150.
Nr 1408.
Vertraulich! Nicht veröffentlichten!
M I L . P O L .
ORGANISATION DER RUSSISCHEN OFFIZIERE IN DEUTSCHLAND.
Vor dem Zusammenbruche Wrangels in der Krim bestand die Absicht,
die russischen Offiziere in Deutschland durch die Berliner Militär-
mission zu Wrangel abzutransportieren. Nachdem nun dieser Plan hinfäl-
lig geworden ist und auch die Mittel der Militärmission erschöpft sind
ergab sich die Notwendigkeit, die russ.Offiziere besser zu organisieren
als es bisher der Fall war. Trotzdem nun diese Offiziersorganisation
antibolschewistische werden sollte, war doch natürlich unter den Rus-
sen keine Einigung herzustellen und es bildeten sich in Berlin 2 von
einander unabhängige Gründungskomitees.
Die erste Organisation nennt sich »Hilfskasse der ehem. Angehöri-
gen der russ.Arme«. Der Vorsitzende ist Oberst Boris P o t e z k i,
ein als zuverlässig deutsch-freundlich bekannter Mann, welcher schon
in Kiew bei der Organisation der Azzk Astrachanarmee beteiligt war.
Zum Gründungsausschuss gehören u.a. Oberst P a n t s c h u l i z e
der persönliche Adjutant des Generals Gurko, Oberst B i b l k o w,
Oberstltn. Fürst D e w l e t - K i l d e j e w, Rittmstr. S c h w a be
(Herausgeber des »Doppeladlers«), Oberst H a u s m a n n , Oberst
E w a l d, Oberst v. F r e i b e r g. Alle diese Heeren sind als
rechtsstehend und durchaus deutschfreundlich mir persönlich gut be-
kannt. Im Ganzen muss also wohl dieser Organisation ein gewisses Ver-
trauen entgegengebracht werden. Zwecks der Organisation ist die Gewin-
nung von Mitteln zu Hil elektungen für bedürftige Offiziere und ihre
Familien. Die Unterstützung soll aber nur in Ausnahmefällen durch Geld
erfolgen,im Allgemeinen wird angestrebt, den Offizieren einträgliche
Arbeit zu beschaffen und ihnen durch gemeinsame Speiseanstalten und
anderes die Lebenshaltung möglichst zu verbilligen. Natürlich wird
sich die russ.Organisation bemühen, mit einer ähnlich arbeitenden deut-
schen Offiziersorganisation Führung zu gewinnen. Jedenfalls könnte die
Bestrebung der hier genannten Organisation empfohlen werden. Oberst
Potozki hätte eine Besprechung mit Gen. Biskupski, welchem aber die
Leitung des Verbandes nicht angeboten wurde, da B. politisch kompro-
mitiert ist. Biskupski versprach , den Verband zu unterstützen, wenn
Gen.Arssenjew an die Spitze treten werde. Man bemüht sich jetzt Arssen
jew, welcher politisch neutral ist, als Ehrenvorsitzenden zu gewinnen,
ohne ihn weiteren Einfluss auf die Geschäfte der Organisation zu ge-
statten.
Die 2. Organisation wird geleitet durch die Generäle J e l a g i
und S c h a l m a n n. Beide ordentliche aber gänzlich unbedeutende L
Leute, welchen anscheinend durch einen klugen Kopf gewonnen wurden,
ihren guten Namen für eine weniger gute Sache herzugeben. Es geht
auch so hon der Gerücht, dass die beiden Generäle austreten wollen.
Ebenso verhält es sich wohl mit den zum Organisationskomitee gehörenden Obersten T e i c h e l , welcher persönlich gut deutsche gesinnt
ist. Im übrigen gehören zum Komitee verschiedene Leute, welcher wenige
Unterstützung der russ. Offiziere als politische Beeinflussung der-
selben anzustreben scheinen. Hierzu gehören der ukrainische Oberst
K l e m e n o k , der ebenfalls exkann ukrainische schon mehr Aben
teuer als Oberst P o l t a w e z - O s t r a n i z a und der Kapitän
G l a d y t s c h, der persönlich gänzlich unbedeutende Mann seiner
politisch sehr tüchtigen Frau, welche die Berliner Vertreterin Burzowa
ist, und durch deren Hand anscheinend auch die Mittel für die Orga-
nisation fließt , deren eigentliche Quelle nie festzustellen sein
wird, aber wohl in Frankreich liegt. Jedenfalls ist diese zweite
Organisation weder zu empfehlen noch von deutscher Seite zu unter-
stützen.
POLITISCHE ORGANISATIONEN DER RUSSISCHEN EMIGRANTEN.
Nach dem militärischen Zusammenbruche in der Krim stand zu erwarten, dass auch die zivilregierung Wrangels aufgelöst würde, was ja auch inzwischen geschehen ist. Da somit eine wichtige Organisation der russischen Emigranten zusammenbrach, wurden schon vorher von verschiedenen Politikern und Parteien Versuche zu einer Einigung der Emigranten in der antibolschewistischen Arbeit gemacht. Die Hauptcentren dieser Organisationsversuche waren Paris und Berlin.
In Berlin wurde hauptsächlich durch die Arbeit eines Herrn J e f i m o w s k i das "grossrussische nationale Zentrum" gegründet, dieses Zentrum sollte alle grossrussischen Politikern aller Parteien umfassen. Da es im Anzipp nur die grossrussischen Interessen vertrat, konnten ihm sowohl Bez...Rev. als auch Monarchisten abgehen und tatsächlich gelang es auch, Leute verschiedener Parteien hier zu vereinigen. In den letzten Tagen ist zkhres aber anscheinend im Zentrum schon wieder zu einem Zwürfnis zwischen den Demokraten und den Rechten gekommen, so dass die Arbeit des Zentrums wohl als aus- sichtslos angenommen werden kann. Es war bezweckt, ebenso wie das grossrussische Zentrum, auch Centren der andern auf russischen Gebiet wohnenden Völkerschaften zu organisieren, sich gegenseitig Autonomie zuzusichern und so gemeinsam gegen den Bolschewismus von nationalem Standpunkte us. zu arbeiten. Da im Prinzip diese Organisationen wirklich deutschfreundlich waren, so wäre ein Erfolg der Arbeit zu wünschen gewesen. Es ist aber wie gesagt, kaum mehr zu erhoffen. Der Organisator Jefomowski hat wohl früher in Frag auch in französischen Diensten gxxx gearbeitet, es darf i m aber geglaubt werden, dass er endgültig von jeder Hinneigung zur Entente gehellt ist.
Die Pariser Organisation baute auf anderer Grundlage auf. Ein Burgfriede zwischen allen politischen Parteien sollte herbeigeführt werden zwecks gemeinsamer Arbeit. Natürlich ist dies eine ganz unmögliche Sache, da die rechten Parteien immer noch auf den Standpunkt stehen, dass eine Bekämpfung des Bolschewismus von aussen mit militärischen Massnahmen und mit Hilfe der Entente möglich ist, während die Sozé-Rev. im Gegenteil nur im Innern Russlands wirken wollen und die Sozialdemokraten sogar auf den Standpunkt stehen, dass man auch das Bolschewistische Russland mit allen Mitteln unterstützen müsse, weil sich der Bolschewismus von selbst mit den Wiedereintreten wirtschaftlicher Ordnung erledigen werde. Trotz dieser Gegensätze versuchte man in Paris zu einer gemeinsamen Arbeit zu kommen, aber es ist vorau zusehen, dass es hier trotz aller Hilfe bei einem unfruchtbaren Versuche bleiben wird. M i l j u k o f f, der alte Führer der Kadetten, ist in neuester Zeit, vom Standpunkt der modernen bürgerlichen Parteien abgeschwenkt und spricht auch gegen die weitere militärische Bekämpfung des Bolschewismus.
Solange keine von diesen beiden Organisationen zu einem positiven Resultat gekommen ist, werden auch von Seiten der Entente keine weiteren Massnahmen gegen Russland getroffen werden. Es scheint dass in Frankreich auch die Ansicht durchgedrungen ist, dass weitere Geldmittel zur militärischen Bekämpfung des Bolschewismus eine unfruchtbare Ausgabe sein dürfte.
У. Н. Р.
ГОЛОВА РАДИ
НАРОДНИХ МІНІСТРІВ
12 січня 1921 р.
Канцелярія
Головного Отамана
ОПЕРЖАНО:
№ 44/1-9 182 / Р
Вх. Ч. 32
ДО ПАНА ГОЛОВНОГО ОТАМАНА
ВІЙСЬК У.Н.Р.
Пересилаючи при цьому виписку з листа п.
Володимира Тимошенка, маю за честь повідомити, що
мною передана ця справа пп. Міністрам Військово-
му і Народного Здоровля й Опікування, для відпо-
відних заходів.
Голова Ради Міністрів
В.О. Директора Канцелярії
Склярова.
Паралельний екземпляр: Володимиру Тимошенку, 15/2/21 р.
О. Гнишев
ВИНИСКА з листа п.ЗОЛОДКИНА ДОРОШЕНКА.
Головний представник для цілої Європи від Американського Червоного Хреста полковник Роберт К. Олде прохав предоставити відповідний меморандум, де би зазначити кількість людей/біженців і інтернів них/ де розміщені і які центри могли би давати детальні відомості і допомогу в розподіленні. Я подав цей меморандум від власного імені. Зазначую, що представники Уряду знаходяться в Тарнові і Ченстохові, то там же є і представники українського Червоного Хреста. Про кількість і розміщення даю загальні відомості. Я передав також і в українську Місію, щоби вони такий меморандум подали. До цього часу вони небуть не подали, бо полк. Олде мені про це нічого не казав. Ось в цій справі мені хотілось би мати поради, який найпрактичніший був засіб для організації такої допомоги, коли би Американський Червоний Хрест згодився би послати відповідну кількість одежі і які інституції треба зазначити, щоби в ними Американський Червоний Хрест ввійшов в зносини. Мабуть місцеві представники Американського Червоного Хреста допомагають по-наду ть, але Головний Комісар міг би дати відділя спеціальний наказ.
З оригіналом згідно:
ДИПЛОМАТИЧНИЙ ВІДДІЛ
ПОСОЛЬСТВА УКРАЇНСЬКОЇ НАРОДНЬОЇ
РЕСПУБЛІКИ В НІМЕЧЧИНІ.
№ 108
ОРГАНІЗАЦІЯ МАХНА.
Про Махна й його організацію досі поширюється легендар-
ній і здебільшого фантастичні звісти. Особливо багато фантас-
тичного оповідається про Махна зокрема, де за браком прав-
дивих відомостей з України підносяться нові чутки й пуска-
ється далі з додатком на менш правдоподібніші подробиці. Наве-
дені далі відомості про організацію Махна, передані особою, яка
безумовно заслуговує на довіру й має персонально знайомство
зі справою, являють собою вираз дати дійсний образ того,
що реально умова з себе сам Махно й його організація.
"Революціонер".
Період, коли Махно був єдиним провідником і повним госпо-
дарем своїх партізанів, давно вже минув. Нині можна говорити
лише про організацію, яка користується популярним іменем Махна
і в якій сам Махно являється в країні випадку тільки рівноправ-
ним членом. Душа й мозок махновської організації - це "ре-
волюціонер" армія батька Махна", який складається з представників різних анархістичних організацій. "Ре-
волюціонер" складається з 5 душ : Голова - відомий американ-
ський анархіст Волін (вихідець з Росії, якщо), тодішня з ви-
цем освітою й всесторонньо розвинена, надзвичайно талановитий
проповідник і здібний організатор ; він є керегатом групи анар-
хістів-синаціалістів. Делегатом ся анархістичної групи "Надат" є
В Барон, відомий своєю працею в Катеринославлі за часів
Центральної Ради, - так добрий агітатор і організатор. Од групи
анархістів-комуністів у "революціонер" бере участь Дрземп
а далі в склад "совєту" входять делегати від групи анархістів-
індивідуалістів (призвище невідоме) й від "кінцювських анархіс-
тів України" (прізвище також невідоме). В місяці квітні 1920 р.
- 2.-
офіціально приєднались до Махнівської організації т.зв.українські ліві с.-р., причім од цих цеї групи в "революцій" увійшов лідер групи Патушинський (з Києва).
Концепція "революції".
Концепція "революції" - найже необмежена. Він завідує оперативною, агітаційною й культурно-просвітньою справою, скликає зіткнення й селянські з'їзди, ділять награбоване, видає офіціальний орган "Ізвѣстія революцій- та армії батька Махна" (російською мовою). До речі тут буде зазначити, що при організації Махна видається це один орган російською мовою "Набат", але нема ні одного органу українською мовою.
Військова організація.
Основою військової організації Махна являється постійна група, яка складається в першу лінію з 1000 вершників - людей переважно з карних инулям, котрим тратити нема чого; вони мають дуже добри коні, котрим заклігають у хвости і гризь старшинські погони, георгіївські хрести та інші старшинські відзнаки. Далі до групи належать коло 500 танцюванок (половозок), на яких сам Фурман і вартовий коло нього узброєні рушницями, а позаду єдять два кулеметники з 1 кулеметом. Нарешті, ціла артилерія цеї постійної групи складається з пости 3-хримових гармат, запряжених 8 кіньми кожна. Зарядних ящиків немає, й набої вояться просто на раманках. Піхоти зовсім нема. Постачання теж ніякого. Через таку свою організацію й через ексутність великого обозу ця постійна група може робити переходи в 50-60 верст за одну ніч, так що за нею не може урватись ніяка регулярна армія.
Зв'язок з селянами.
Декурчи праці "революції", ця постійна група тісно зв'язана з селянською мідністю дуже великого
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району, який охоплює міста Мелітополь, Бердянськ, Маріуполь, Поло-
гогу, Олександрівськ, Гульйполе й ціле побережжя Азовського моря.
По селах усього цього району існують махнівські організації,
а також у селян веди скована не тільки легка зброя, а навіть
кулемети й гарматні набої. Кількість набоїв особливо велика, бо
з одного Бердянську при нападі Махна на це місто 15.10.19. ви-
везено її заховане по окремих селах більше 1 мил. гарматних
набоїв.
Популярність Махна.
Махно користується серед селян дуже великою популярністю
головно тому, що він ніколи не дозволяв грабувати селяни, навіть як
середньо замежних. За всі продукти, які махнівці беруть у селян,
вони платять або грішні або натурою, себ-то мануфактурою та пи-
шим награбованими по містах товарами. Для прикладу досить на-
вести такий факт. Коли в квітні 1919 р. Махно захопив Бринськ,
Маріуполь, Пологе й Олександрівськ, то в цих містах було здо-
буто 50 мил. мішків, заготовлених під зерно для Антанти, далі ве-
личезні склади мануфактури, обмундирування, харчів, літаків, само-
ходів та іншого добра. Це все було вивезено й роздано околишнім
селянам, а коли 28 квітня того ж року добровольці повернулись
до Бердянську, то не зважаючи на труси й страшні репресії, ім ні-
чого не пощастило знайти в розграбованих запасів. Таким чином
влада Махна – поскільки її можна так називати – є одинокою,
яка нічого у селян не бере, а тільки дає, тому не може бути й
мови про те, щоб селяне видали членів махнівської організації, тим
більше, що найже ціле селянство зазначеного району належить до
цеї організації.
Воєнна тактика.
Така тісна зв'язаність з селянською людністю дає Махнові
змогу додержувати зовсім особливої воєнної і так-
т и к и , якої ніхто другий наслідувати не може. Коли план напа-
ду на який-небудь наперед намічений пункт зістає укваленний
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"революцією", тоді до махнівських організацій, які лежать в околиці навиченого пункту, посилається "звязки" з повідомленням, що приблизно такого-то дня "постійна група" Махна має прибути в той район. Прибувши на місце, Махно завжди застає засоби ізольованими" великі селянські сили, а коли потреба в них зникає, тоді вони наче розпливаються в повітрі. Постійна група, дякуючи своїй малій чисельності й легкості в переходах, завжди втікає від переслідування, усі таке переслідування загорожує.
Епізодичний доказ раціональності цей своєрідної воєнної тактики Махно дав під час своїх операцій проти добровольчих військ. З початку Махно розбив під Уманью офіцерський Сімферопольський полк з 3,1/2 тисяч душ, далі він заняв цілу низку місцевостей, і на 5-ий день "армія" його складалась вже з 50 тис. душ. Переслідувачи були, він дійшов до Катеринославу, причим ні один панцирний потяг не міг від нього вратуватись. Тоді для ліквідації Махна з Криму вирушили частини корпусу ген. Слащова, а в харківського фронту було зннято 2-гу дивізію Шкура й Корниловський полк. Коли ці сили підійшли до Катеринославу, то від Махна все її сліду не було, бо всі мобілізовані селян по розходилися, а сам Махно зі своєю постійною групою відступив у напрямі Херсону, зробивши за п'ятера днів перехід у 180 верст. А через два тижні він взяв Катеринослав, причим знов мав армію в 20 тис. душ. Таким чином, зліквідувати Махна зараз майже неможливо, хоча що для того довелося б винищити всіх селян і попалити всі села в районі приблизно 500-600 верст.
Ідеологія.
Ідеологія Махна, утворена під безпосереднім впливом ідеології "революцією", є виразно анархистична. Махно вважає батьківщів і ціле московське "комисародержавне" (як він називає батьківщину владу) явищем безумовно контр-
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революційним.Большевики захопили владу обманом і ведуть ре-
волюцію фальшивою дорогою.Завданням революції має бути органі-
зація світу без признаків якої-небудь політичної влади, а на
чисто господарських підвалинах.Місцеві господарські організа-
ції повинні обєднуватись у єдин господарський рад і бути най-
вищим господарським органом у витті інтернаціональної людно-
сті.
Ці погляди сам Махно й члени "революціонерства" постійно
розвивають на мітингах і селянських з'їздах.З особливою яскра-
вістю було розъяснено принципи махнівської ідеології на мі-
тингах,силканих 22. і 26. жовтня 1919 р. в Бердянських місь-
кім театрі.Тут говорилося,між іншим,що організація Махна має
зв'язки з анархістичними організаціями всього світу.Коли поч-
неться дійсна світова революція,то вона піде тільки дорогою
сіндикалізму,а не соціалізму.Нема Махна, - говорилося також,
а є тільки організація Махна.Як казав Волін,армія вірить Махно-
ві лише постільки,поскільки він веде її до світлого ідеалу
анархії,коли ж він зрадить цьому ідеалові,то вирє такцяк умер
зрадник- Григорьв.Махно стоїть під пильним доглядом "револю-
ціонерства",бо коли насні йтимуть за ним сліпо,то він зробиться
Наполеоном,а цього не повинно бути.
Сам Махно казав : " Братва ! (махнівці не кажуть "това-
риші", "товариш", а кажуть "братва", браток") - не вірте нікому,
навіть мені,не вірте ніякій політичній влади,а вірте тільки своїм
своїм власним колективам.Через світову війну господарське жит-
тя так зруйновано,що ніяка політична влада його не відбу-
дує.Можуть його відбудувати лише самі працюючи насн : на-щок
годувати всіх буржуїв і дармоїдів ?...
Махно й українство.
Махно - непримиримий ворог усіх партійних груп,як соці-
алістичних,так і правих,але допускає в свої організації поо-
диноких буржуючих меншевиків,со-ерів і навіть большевиків,аби во-
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ни тільки відреклися від своєї партійності. До Петлюри Махно також ставиться явно вороже. Петлюру, Денікіна, Врангеля Махно ставить на рівну висоту й вважає їх усіх контр-революціонерами. До національного українського руху Махно станеться з повною байдужістю, хоч сам добре балакає по-українськи й не забороняє своїм людям так балакати. Більшість махнівської кінноти навіть називає себе запорожцями й носить гайдамацьке вбрання, але під національним оглядом це не має ніякого значення, особливо як згадати, що в тій кінноті є багато бувших царських старшин і що майже всі вони алькоголіки й кокаїністи.
Захоплених добровольців, крім мобілізованих, махнівці не лишають живими. Старшин винищують до-ноги, так саме буржуазії. В Бердянську й Маріуполі махнівці висадили в повітря взяниці та арештні доми, повипускавши наперед усіх вязнів, а на руїнах поналіплювали написи : " взорвано по приказу батька Махна, як пережиток старого времени"... Грабують махнівці легально й нелегально, але останній переслідується дуже суворо, й коли хто зловиться на нелегальнім прабіжі, то за це є одна кара : смерть на місці.
Біографія і портрет.
Махно народився в містечку Гуляйполі, в Таврії. Як він сам каже, відбував каторгу за вбивство поліцая й вже тоді належав до анархістичної організації. Він невисокого росту, має міноче обличчя, безусий, волосся носить довге аж до плечей. Убрання но- сить "зашитного" коліру, черевики з обмотками й сиву шапку, а поверх убрання носить розкішний бобровий кожух.
ІНФОРМАЦІЙНИЙ ВІДДІЛ ПОСОЛЬСТВА У.К.Р. В БЕРЛІНІ.
ДИПЛОМАТИЧНИЙ ВІДДІЛ
ПОСОЛЬСТВА УКРАЇНСЬКОЇ НАРОДНОЇ
РЕСПУБЛІКИ В НІМЕЧЧИНІ.
№ 109
ОГЛЯД
ПОЛІТИЧНОЇ СИТУАЦІЇ В НІМЕЧЧИНІ.
Берлін, 1-го січня 1921.
Загальний огляд на ситуацію в Німеччині з кінцем 1920 р.
В порівнянні з початком цього року замітне у внут-рішній політичній життю Німеччини значне успокоєння. Причиною цього є замітне ослаблення активності на обох крайніх кінцях : на лівим і на правим.Активність росітянства ослабли в остан-ніх часах перше всього внутрішні операції і розколи.Най-важливішим подієм під цим поглядом був розкол партії незалежних соціал-демократів на останніх партійних з'їзді в Ганзе, а цей потягнув за собою роздиття цієї партії на праву і ліву групи,а ліва діляка злилася з партією комуністів в одну "з'єднану комуністичну партію ". Це внутрішня криза німець-кого робітничого руху, яка в дальньому розвитку доведе повно до його концового скріпталізовання і економідовання, забирає напрямок цілу його енергію та ослаблює на вні його силу. До того треба заважати, що де-які поля робітництва обезз-лені значно напруженням середньодор останих двох літ,безнас-танними іграшками, збройними виступами і зв'язаними з ними репресіями, та відповідь до дальших активних виступів в неосмотр.
Також на боці радикального руху і замітне значене ослаблення чи елементи, які могли б затримувати Німеччини
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насильними переговорами. І і п і т а р н і кола не предста-
влять тепер далеко такої опини, як це на весну цього року.
Великі військові формування, вільні корпуси, бригади і т.п., які
були в руках реакційного офіцерства в більшій частині роз-
в'язані, переорганізовані, переміщені в державні кіліця і
поліцію. По різних закутках існують ще певно тайні офіцер-
ські організації, але вони не представляють більшої опини,
якучі колись генерали, як Ейдендорф, Рейман, стоять сюди по-
ки ще на боці. По літнім і чина реакція надто розумна, щоби
виступати під теперішню хвилю насильно. Вона розуміє, що кожний
активний крок з 11 бою автоматично потягає за собою два
наслідки : генеральний штаби внутрі і окупація Рурської об-
ласти Французами. І тому вона примирюється поволі з дуже
довгої політичної боротьби, наймачніше в великих владах енер-
гій і не без замітних успіхів маборони навчаннями, пропаган-
дою, пресою і брошурами і т.п.
Великий вплив на ослаблення внутрішнього напруження
в Німеччині мало обеззброєння населення, переведене
в останніх місяцях під наглядом Антанти/Дуже докладно. В ре-
зультаті воно дало у вони// кількості зброї і амуніції (о-
коло 3 міліони самих рушниць, значні скоростріли, гармат і п.)
Так, що, пошукуючи запаси зброї, заховані певно де-наде потайки,
воляна маса населення лишалася без зброї. Через те цілком олу-
на заява Лейбідя-Джорджа, що опція обеззброєння принесе перше
всого успокоєння самої Німеччини, а тільки в дальшій мірі о
в інтересі Антанти.
Серед такої загальної атмосфери політики німець-
кого уряду, залежного з преставників трьох міжнародних
партій : народньої, католицького Центру і демократів під про-
водом кайзера Ферендаха, має характер як найдальше ідучої
конкретність і загадкування суперечнос-
тей. З того політичного уряд удержився при корії правоподібно
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досний час, чим більше, що вона ампітована в головному патріот соціально-демократичної діяльності, яка участи в уряді безпосе редньо не берє, але фактично його підирає. Вільні трудящі мо куть повстати для уряду в найближчій будучності тільки з еко номічних причин, коли економічна криза, яка сьогодні обхопила же Англію, Скандинавію, Францію і мим західно-європейські дор кази допотибель до Німеччини.
В економічній нитті Німеччини трудящі мо жать більше на полі фінансів, як продукції. В продук ції Німеччини замість в останніх часах чим раз більше економізовання і розвиток. Застій, який був зпочатку уряду, значно уступив, видатність праці підзволол, трофейова лава майже ус тупила, попит на німецькі товари за кордоном постійно збіль вується. Попит на цінки не тільки ті товари, які в Німеччині були досе спеціальність, як мали, машини, хемічні вироби, краєвки, але й всі інші продукти, які своєю деякою знаходяться вонди доступ і виперкуєть велику конкуренцію. Вимок зворить німець ке хліборобство , яке зовсім не в силі застопо ити тих вимог, які ставить дужніх темперних криз. Великі хліборобські області на сході Німеччини втратила на користь Польщі, а на тих областях, які лишняла продукція упала. Причи ною того дорожчає калі і хліборобських машин, яких уживався далеко менше, а в великий мірі неохота хліборобського населен ня, ще при примусових господарстві і низьких товарних цінах по хоче заходитися коло інтенсивної господари. Через те на всіх полях хліборобської продукції, в північному чупроволі, про дукція в останнім році значно упала.
В цім є корінь теперішнього критичного економічного по ложення Німеччини. Німеччина муєть видавати величезні суми на цілком непродуктивний захваток : довід засобів полини взе границі, які поточу мусять продаватися по вижених цінах (на коло держави), чим населення. Це обтяжує надмірно торговель-
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ний сільно Німеччини, який все це є пасивний, і обсягіше до ренти німецькому валюту. Після обрахунків німецького уряду продукція збільшилися в порівнянні до попереднього року на цілки: 25 %, а саме продукція шевець на 14 %, а лита на 30 %. До першого грудня цього року державний збільшений уряд зібрав 651.200 тон збільша проти 1.117.000 тон в попереднім році. Ці цифри говорять виразно, скільки приходить до Німеччини більше довозити, як до недавня.
До обсягів німецької валюти примножується далі на гальний зріст в імунних довгів у Німеччини, які покривають друкованними новими гривнями. Сьогодні ці сільчанські довги виносять ще понад 150 міліардів нарок. Самі континентальні окупаційних армій покривають майже до 5 міліардів нарок. Стан паперових гривень у Німеччини виносять тепер біля 75 міліардів нарок. З тих гривень тільки біля 30 міліардів є в обороті, а решта біля 20 міліардів покладених в скритках перед податками, а біля 20 міліардів находиться за кордоном та є предметом грошових операцій, які не більше пошукують німецьку нароку. Для усунення фінансової кризи обговорюється в урядових колах Німеччини тепер ціло спроба призупинити позички, яка мала би принести біля 50 міліардів нарок і вигнану надлишку банкнот, які не потрібні для внутрішнього обороту. Супроти цього плану підноситься одне засіб, що позичка відкинує тільки капітал, які є в обсягу, а до охованих не добереться. Радикальним способом заради було б останнє зваження німецьких банкнот, одначе це неможливе в огляді на величезні маси німецьких банкнотів за кордоном і на інтернаціональний характер німецької валюти, який вона чим раз більше починає прибирати в торговельних зносниках середньої і скідної Європи. Великі надії привозяться до закордонної пошукки, яка причинялася би зараз до устален-
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ни валюти. Витягли на одержання такої позиції з Америки мають бути досить великі.
Німецька заворожена політика опакованна все це справами зв'язаними з лінкідацією війни і виконанням Версальського Миру. Із тих справ найбільш актуальні є хвилюючі справи відновлення і Горішнього Плезну. Обої ці справи, в першій кірі справа відновлення, дасть безперервно багато матеріалу для конфліктів між Німеччиною і Антантою, головно Францією. Одначе різноманітно по обох боках виступають важкі моменти, які змукуть обох протикиннів не напатися радикальних заобов'язків і пукати остаточного виходу в компромісі. З боку Антанти, властиве Франції, яка найбільше заінтересована в справі відновлення, радикальна розв'язка питань лежить в окупації промислової Рурської області, що сама представляє науцтвсть біля 30 міліардів гол. марок та давала б достаточну гарантію виконання мирку. Ця думка тем найбільш популярна серед Французької публічної опинні і на цей крок Франція давно була б зважилася, якби не опозиція Англії, яка своїм не самано, щоб Франція, опакованна все нові вуглини райони, диктувала ціну вугля на світовому ринкові. Через те Франція змулена під напором союзників обмежуватися від тепер час від часу до погроз окупації, не виходячи її на ділі. Під цим загадком дуже характерна е півурядова антантська зала з приводу останньої конференції в німецьких делегатами в Брюсселі. "Французька пудинена опинні, яка найбільше заінтересована питанням відновлення, муєть уміти бути терпеливою та довіряти тим, які мають доручення берегти її інтереси. Ці інтереси є в добрих руках. Версальська мірова умова дає союзникам можливість звузити Німеччину настільки до виконання її зобов'язань, але сильної руки немає уміти тільки тоді, коли й по противному боці була зла воля, яка б випликувала комплікації і непереносні труднощі." Зала стверджує далі, що з німецького боку показалася
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добра воля так що є великі вигляди, що всі воєнні шкоди будуть покриті.
З сону Німеччини радикальна розв'язка питання була б у рішучій в і д м о в і від виконання Версальського Миру та в опекунстві на нові міжнародні конфлікти, при яких Німеччина могла би виногтити збройною революцією Версальського договору. Про можливість такого звороту говорилося киво в Німеччині, а це більше поза нерв нагоди большевицької ефензиви проти Польщі літком червоної армія, випираючи Поляків, ото- мала задоволення східного німецького кордону. Вправді цей триумф перенішився назабаром у розгром большевицьких військ, але і цього короткого моменту було досить, щоби виказати, яке мало реальне основи частина конфлікації про можливість німецько-большевицького розв'язку над Рейном. Перші перемоги большевиків найшли радісний відгук в Німеччині все тому, що большевики били Польщу, а тим самим Анталу, в першій мірі Францію. Але піднесений настрій почав змінитися разом з тим, як большевиць- кі війська зближалися до німецького кордону і обернувся цілком, коли большевики в так зв. моридорі в німцьких місцевостях почали настановляти радянські Ради. В той час публічну опінію Німеччини зайняла справа забезпечення власних кордонів, а не кооперації. Можливість якої "не будь німецько-большевиць- кої мілітарної кооперації треба уважати виключеною все з причин:
1. Німеччина міжнародно і у великій частині робітництво батька большевизму у власній краї.
2. Німці оцінюють дуже низько мілітарну партість союзу з большевиками.
3. Для себе самих вони вважають мілітарний життєвий проти Анталу неможливим.
До цей опраці наводимо інтересний голос генерала Леден- дорфа з однієї розмови, поміненої перед мількою дами в одиний
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в берлінських часописах." Німецько-російський союз, каже Лю-
дендорф був си з військового станомника цілковито охиблений.
Колерва війна не дасться заімпровізувати, а теперішні відносини
в Німеччині різниться основно від відносин в 1813 р. Немає
ні одного козиря, який знав своє ренесанс, і нав би ту болезнь души, що Німеччина може бороться успішно без літаків, без
артилерії і без флоти. Часом, коли можна було імпровізувати війну
микули. Сьогодні до війни не вистачають тільки громі. Треба
добре пихованих козирів, треба мундурів і білям, зброї і харчів. Росії до тепер жодній не бракувало, а це менше бракувало її
здібності до імпровізовання, і власне Троцький нав під цим важким
дом е справи і м генієн . Те проте Росіяне
розбили Поляків, не через своє моральне вщість, а через свій
працючий матеріал. В цій самій хвилині, коли б ми подали Росії руку, на заході Німеччина була б ще загрозена окупанцем. Не треба
було б дого ждати на ультимат Антанти, а ні на облаву війни.
Які елементи ми могли б протиставити тоді дорогові ? "
Це є моменти, які з німецького бою викликують переконання, що ревізія Версальського Миру дається перевести не насильним
способом, тільки шляхом довгої політичної боротьби так і це на
найближчу будучину треба пускати контрольований вихід.
Зазначені моменти по обох боках полягають - те якщо, що
в останніх часах обі сторони починають пугати за "добро во-
лен" противника та по справа відшкодовання переходить в справу
сільно практичного шукання способів її полагодження. В зв'язку
з тим стоїть і останні конференція антантських і
німецьких знавців, яка відбулася в польонні грудня у Брюсселі.
На цій конференції, до якої підносилась власне наведена нами
вище характеристична антантська заява, німецькі претенденти
предложили зі свого боку проекти полагодження справи 1 насто-
вовле на як найширшім означення : 1) внести відшкодовання і
2) способів її заплати. Це є два найважніші питання, які інтерес-
ують Німеччину і виконання їх призвело би відразу значно
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успокоєння в господарській життю Німеччини.
Крім справи відновлення вирішення зближень справа
Горівного Павлу. Решта голосування не
не визначений, але оподілень його значення в найблизьчі часи.
Від висліду голосування залежить в значній мірі дальший розвиток політичного і економічного життя Німеччини. Тому в той бік
звернені тепер очі цілої Німеччини. Вигляди на успіх для неї
ростуть, якщо в нир у того чим більше консолідується і зважаючи внутрішнє становище і поглиблюється різноманітно господарський розвиток у Польщі.
ПОСОЛЬСТВО
УКРАЇНСЬКОЇ НАРОДНОЇ РЕСПУБЛІКИ
В НІМЕЧЧИНІ
№ 137.
Берлін 17. Січня 1921.
До
п. Головного Отамана Військ
Народної Директорії
ОДЕРЖАНО
Січень 24, 1921 р.
Вх. Ч. — 112
Дипломатичний Відділ Посольства
У.Н.Р. у Німеччині має за честь переслати до
Вашого розпорядження приложені до сього:чис-
ло 12 німецького журналу "Die Ukraine" й
ч.132 російської часописи "Время" з надруко-
ваною тут розмовою з п.Повіреним у справах
У.Н.Р. у Німеччині д-ром Р.Смаль-Стойким.
М. Утка
Секретарь Посольства
Консультативна діяльності
ОДЕРЖАНО
Августа 1921 р.
Переклад з відту-математичного відділу По-
сольства У. Н. Р. в Німеччині ч. 1204 15.XI.20.
З Швайцарії повернувся до Берліну п. Крига.
Відносно наслідків його переговорів з Скоропадсь-
ким нічого не відомо. Трофимович має намір що-б
перешкоджати плянам Скоропадського. Для Скоропадс-
кого працюють Моркотун, Могилянський, Кистяковсь-
кий, Українські політики в Берліні, які раніш на
широку ногу жили в Парк-Отелю, перейшли нині жити
по ріжним пансіонам. Звертає на себе увагу один
молодий українець по імені Гасенко /часто бачився
з Стокізом/, був представником Петлюри в Румунії,
де він, по його власним словам, зробив боргів на
24 міліони, займається посередництвом в Берліні
поміж німецькими фірмами і ріжними українськими
інституціями /напр. Посольством/, до котрих вони
мають вимоги. Образовалася нова українська група
проти Петлюри і за Врангеля. Місцем осідку її є
Прага, в Берліні до цієї групи належать Бондаренко, Барановський - Міністр Фінансів /буви. професор фінансового права в Київі/. Порш при став до них. Представником цієї групи у Врангеля є Дрощевич.
КАНЦЕЛЯРІЯ ДИРЕКТОРІЇ
Української Народньої Республіки
Відділ Загальний
13 Степня
До Посольства У.Н.Р. в Німеччині.
Канцелярія ДИРЕКТОРІЇ має за честь повідомити, що нею одержані і доложені ПАНОВІ ГОЛОВІ ДИРЕКТОРІЇ слідуючі інформаційні матеріали, які надіслані Посольством при листі з 28 січня ц.р. ч.246, а саме:
1/ № ІІ0. Економичні відомості.
2/ № ІІІ. Стаття Квеселя про кризу в Німеччині.
3/ № ІІ2. Звіт № 35-36.
4/ № ІІЗ. Відомості з Радянської Росії.
5/ № ІІ4. Інформація.
6/ № ІІ5. Польща й окраїнні держави.
7/ № II6. Інформації.
Начальник Канцелярії
Начальник Відділу
ПОСОЛЬСТВО
УКРАЇНСЬКОЇ НАРОДНОЇ РЕСПУБЛІКИ
В НІМЕЧЧИНІ
№ 246.
Берлін 28. Січня 1921.
Пані Головного Отамана Військ
Ванцелярія д-ра Хорв.
ОДЕРЖАНО
Тарнів.
До 136
6-11
Дипломатичний Відділ Посольства У.Н.Р.
у Німеччині має за честь переслати Вам слідуючі
нові інформаційні матеріали:
1) № 110. Економічні відомості.
2) № 111. Стаття Квеселя про кризу в Німеччині.
3) № 112. Звіт № 35-36.
4) № 113. Відомості з Радянської Росії.
5) № 114. Інформації.
6) № 115. Польща й окраїнні держави.
7) № 116. Інформації.
Повіреній у справах У.Н.Р. у Німеччині
DIPLOMATYCHNYY VIDIL
POSOЛЬСТВА УКРАЇНЬКОЇ НАРОДНОЇ
РЕСПУБЛІКИ В НІМЕЧЧИНІ.
№ 110
Wiborg, den 23. November 1920
WIRTSCHAFTLICHE NACHRICHTEN.
Übersicht über die Gewinnung und Versorgung Sowjetrusslands mit
Naphtha seit Bestehen der Sowjetmacht.
Zu Beginn der Oktoberrevolution 1917 betrug der Bestand
an Naphtha 200 Millionen Pud. Ein grosser Teil dieser Menge, unge-
fähr 160 Millionen Pud, davon 100 Millionen Pud Heizmaterial, be-
fand sich auf den Ausladestellen an der Wolga. Das Jahr 1917/18
verging in Bezug auf Versorgung mit Naphtha einigermaassen zufrie-
denstellend, obwohl sich die Schwierigkeiten des Eisenbahntrans-
portes schon genügend bemerkbar machten. Eine reichliche Versor-
gung, wie in den Vorhergehenden Jahren, konnte natürlich nicht
stattfinden, trotzdem bestand aber kein absoluter Mangel.
Im Jahre 1918 veränderte sich die Lage äusserst scharf
zum Schlechten. Infolge einer ganzen Reihe ungünstiger Bedingun-
gen (Ungeeignetheit der Kaspiischen Naphtarlotte, Verpflegungs-
und Finanzkrise in Baku) verlief die Naphtaausfuhr aus Astrachan
äusserst schwach. Aus Grosnij und Rakoscha traf überhaupt kein
Naphtha ein, da diese beiden Rayons vollständig abgeschnitten wa-
ren. Erst im Anfang 1920 konnte man mit diesen beiden Rayons in
Verbindung treten. Im Juli 1918 war man so weit, dass aus Baku
täglich ungefähr 1 Million Pud weggeführt werden konnte. Anfang
August wurde aber die Sowjetmacht in Baku wieder gestürzt und um
den 20. August herum hörte jegliche Verbindung mit Baku auf. Wäh-
rend der Navigationsperiode 1918 nur das ganze Resultat der Naph-
taanfuhr nach Astrachan 77 Millionen Pud also ungefähr 2 der
Normalzufuhr.
Unter fast ebenso schwierigen Umständen arbeitete der
Naphtatransport auf der Wolga. Der Angriff der Tschechoslowaken
hinderte die Navigation von Samara ab nach Norden. Erst Anfang
Oktober gelang es, eine durchgehende Schifffahrt auf der wolga
einzurichten. Da die Navigationsperiode nach wenigen Wochen be-
endet war, konnte nur ein geringer Teil wolgauwärts transport-
tiert werden. Im Jahr 1918 wurden 84 Millionen Pud aller Naphta-
produkte aus Astrachan nach norden wolgauwärts abtransportiert.
1917 betrug der Abtransport 305 Millionen Pud.
Seit Ende 1918 also verfügte die Republik nur über ganz
begrenzte Naphtamengen, da eben alle Quellen von Sowjetrussland
abgeschnitten waren. Von den 95 Millionen Pud flüssigen Heizmate-
rials welches den Gesamtfond des Jahres 1918 bildete, blieben nur
30 Millionen Pud am Ende der Navigationsperiode an den Auslade-
stellen der Wolga im Gegensatz zu einem normalen Bestand von 150
bis 180 Millionen Pud. Von dieser Zahl konnten bis zur Eröffnung
der Navigationsperiode 1919 nur 74 Millionen Pud zum Bedarf der
Rayons übergeben werden, während 17 Millionen Pud angefordert
waren.
Bei aller Einschränkung im Bedarf an Naphtaprodukten
wurde das vorhandene Naphtha bald verbraucht. Auch die Expedition
nach Grosnij fiel erfolglos aus. Infolgedessen war eine Anzahl
Fabriken in Moskau genötigt, im Februar 1919 ihre Arbeit einzu-
stellen. Um den Mangel an Naphta einigermaßen auszugleichen, be-
nutzte man Petroleum und zwar waren vom Jahr 1918 noch 10 Millio-
nen Pud Petroleum übrig geblieben. Dadurch wurden viele Anforderun-
gen auf Petroleum natürlich nicht befriedigt, aber trotzdem war
diese Massregel notwendig, da sonst ein grosser Teil der Industrie
hätte vollständig lahmgelegt werden müssen. Ebenso konnte viel
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weniger Petroleum auf die Bevölkerung verteilt werden. Der Gesamtverbrauch an flüssigem Heizmaterial belief sich in der Periode 1918/1919 etwa auf 85 Millionen Pud gegen 348 Millionen Pud in den vorhergehenden Jahren. Die Eisenbahnen verbrachten davon 40 Millionen Pud und zwar eine Mischung von Kaut und Petroleum, die Solgaflottile 18,8 Millionen Pud und die Industrie 25 bis 30 Millionen Pud.
Die Naphtakrise in der nächsten Periode und zwar von Mai 1916 bis zum Mai 1920 spitzte sich noch mehr zu. In Mai 1919 war der ganze Rest an Naphthalenmaterial 7 Millionen Pud. 1919 wurde überhaupt kein Naphta längs der Wolga transportiert, d.h. es wurde kein neues Naphta antransportiert, sondern das Naphta wurde von weiter südlich liegenden Auslandestellen nach dem Norden geschafft. Bis zum April war dieser Naphtabestand auf 1 Million Pud herabgesunken, trotzdem es im Herbst 1919 verboten wurde, Naphta als Heizmaterial zu benutzen. Von einer Verteilung dieses Restes konnte natürlich keine Rede sein und so mussten viele Eisenbahnen, welche auf Naphtafeuerung angewiesen waren, ihren Betrieb einstellen.
Durch die Siege der roten Armee wurde die Lage gebessert. Im Januar 1920 wurde im Ural ein Naphtarayon mit 14 Millionen Pud Bestand eingenommen. Im März fiel auch der Rayon Grosnij. Schliesslich wurde auch in April Baku erobert. Da dort etwa 2 Jahre kein Naphta abgeführt worden war, hatten sich 300 Millionen Pud allmählich aufgestapelt. Trotz der in Anfang bestehenden grossen Schwierigkeiten in Folgutransport, entfaltete sich dieser Verkehrsweg einigermassen günstig. Während der ganzen Navigationsperiode 1920 wurden 150 Millionen Pud Naphta nach Russland eingeführt, was der gesamten Industrie und den Eisenbahnen eine erhebliche Erleichterung brachte. Von einem Naphta "Hunger" ist jetzt keine Rede mehr. Es fehlt nur daran, dass die Eisenbahn zur Zeit nicht im Stande ist, all die angesammelten Massen rechtmässig zu verteilen.
Trotz der augenblicklich günstigeren Lage muss man doch bedenken, dass die Naphtagewinnung während des Krieges und der Revolution in den verschiedenen Rayons ganz erheblich zurückgegangen ist. Folgende Tabelle erläutert dieses am besten:
In Millionen Pud.
Baku Grosnij Emba Zusammen
1917………………402, 2 107,8 15,6 525,6
1918………………192, 3 25,2 8,9 226,5
1919………………225, 3 37,7 1,6 264,6
1920 (erste 9 Monate)………140, 9 29,4 3,0 173,8
Daraus ist ersichtlich, dass die Produktion kolossal zurückgegangen ist, besonders in Raum Emba. Es sind auch keine Hoffnungen, dass in baldiger Zukunft die Produktion in Baku und Emba erhöht wird. Im Gegenteil, wegen des Arbeiter- und Materialmangels muss man mit einem weiteren Sinken der Produktion rechnen.
Zustand der Goldgewinnung im Ural und in Sibirien.
Bis zum Ausbruch des Krieges beschäftigte die russische Goldindustrie etwa 1000 Unternehmen mit 95 000 Arbeitern. Jährlich wurden 2500 bis 3000 Pud Gold gewonnen. Nach Ausbruch des Krieges sank die Produktion ausserordentlich, im Jahre 1916 wurden nur 70 % der Jahresproduktion von 1913 gewonnen. Das Sinken der Produktion ist darauf zurückzuführen, dass die grössten
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Goldunternehmen von Westen abhingen. Wegen des Mangels an chemi-
schen Mitteln mussten einzelne Unternehmen ihre Arbeit schon 1916
einstellen, da vom Auslande solche Mittel nicht importiert wur-
den. Während des Bürgerkrieges wurden noch viele andere Unterneh-
men aus verschiedenen Gründen stillgelegt, so dass augenblick-
lich noch folgende Unternehmen arbeiten: in Ural arbeiten die
Unternehmen in: Saosersk, Kytlymo, Kosswensk, Isgowsk, Kotseh-
karsk, Nagransk, Nowotagilsk, Newjansk Ajatsko-Schalturichinsk,
Beresowsk, Dshetygarinsk, Tyalykowo-Balmaksk, Gumbeisk und Minsk.
In Westsibirien die Unternehmen in: Mariinsk, Kusnezk, Bilek,
Jegorjewsk und Smeinogorsk. In Mittelsibirien die Unternehmen in:
Sewero Jenisseisk, Samarinsk, Jushno, Jenisseisk, Oljchowsk,
Bogondarowannoje. An der Lena arbeiten die Unternehmen in Rish-
nije, Swetloje, Andrejewskoje, Feodosjewskoje und Buljbuchtlins-
koje. Alle diese oben erwähnten Gold- und Platinunternehmen
sollten während des ganzen Jahres 1920 400 Pud Gold und 89 Pud
Platina gewinnen. Bis zum 1. Oktober wurden bisher 90 Pud und
19 Pud 20 Pfund Platina gewonnen. In nächster Zeit (der Zeitraum
ist nicht angegeben) will man im Ural 70 Pud Gold und 68 Pud
Platina gewinnen, in Westsibirien 27 Pud Gold, in Zentralsibirien
58 Pud Gold und an der Lena 120 Pud Gold. Hierbei wird gesagt,
dass dieses die Maximalleistung der Unternehmen sei. Ausserdem
muss die Arbeiterzahl erhöht werden und die Unternehmen mit den
verschiedensten Ausrüstungen versehen werden, wenn die obige
Menge produziert werden soll. Augenblicklich sind bei den Gold-
und Platinunternehmen in Ural 5.082 Arbeiter und 735 Beamte be-
schäftigt, in West- und Zentralsibirien 2600 Arbeiter und 250
Beamte und an der Lena 22 000 Arbeiter und 450 Beamte. Um das
Programm von 275 Pud Gold und 68 Pud Platina auszuführen, soll
der Ural 2360 Arbeiter und Beamte erhalten, Sibirien 1500 Mann
und die Unternehmen an der Lena 1000 Spezialbergarbeiter. Hier-
bei muss durchaus die Mobilisation der an der Lena beschäftigten
Golderarbeiter für die Note -rmae eingestellt werden.
Die Hauptverwaltung hat Nachrichten bekommen, dass der
leitende Ingenieur Tumanoff der staatlichen Porzellanfabrik in
Dulewsk ein Verfahren zur Gewinnung von flüssigen Gold ausfindig
gemacht hat. Es wird gesagt, dass bis zum Kriege dieses Präparat
aus dem Auslande eingeführt wurde, so dass die jetzige Erfindung
ein grosser Fortschritt und eine grosse Bedeutung für die Her-
stellung von Farben für Porzellan hat.
Verpflegungs möglichkeit in Russland.
Aus dem Brief eines gelehrten Naturforschers aus Petersburg,
welcher früher an der Akademie der Wissenschaften angestellt war,
kann man sich ein Bild machen, wieviel "Paiki" man in Sowjetruss-
land erhalten kann, wie gross diese "Paiki" sind und welchen Wert
sie nach den dortigen Marktpreisen repräsentieren. Zunächst bekam
der betreffende Naturforscher den akademischen Pajok der täglich
1½ Pfund Brot, ¾ Pfund Kartoffeln, ¾ Pfund Fleisch oder Hering
und ⅔ Pfund Graupen beträgt, ausserdem im Monat 1 Pfund Schokolade,
4¼ Pfund Butter, 2½ Pfund Zucker, 1 Pfund Tabak und 1½ Pfund Sei-
fe. Das Gehalt selbst + Prämie beträgt 1½ 500 Rubel monatlich, es
soll demnach auf 20 000 Rubel erhöht werden. Seit den Sommer
war die betreffende Person in Landwirtschaftskommissariat ange-
stellt und erhielt auch dort einen "Pajok", welcher täglich 1½
Pfund Brot beträgt und monatlich 3 Pfund Butter, 2¾ Pfund Zucker,
6 Pfund Graupen und einige Kleinigkeiten. Im August erhielt der
betreffende Naturforscher noch eine Nebenanstellung an einer Ex-
kursionsstation in Osorki, wo er Sonnabends und Sonntags erwachse-
ne Exkursionanten herumführte und ihnen Vorträge halten musste. Dafür
bezahlt er monatlich 6400 Rubel, die auf 17 000 Rubel erhöht wer-
den sollen und wieder einen "Pajok", bestehend aus 20 Pfund Mehl,
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1 Pfund Butter, 1 Pfund Zucker, 10 Pfund Graupen u.s.w. Da keine Bücher im Druck erscheinen, sind Lektoren sehr gesucht und erhalten daher leicht Anstellungen, welche das Recht auf neue "Paiki" geben. Vom September ab erhält der Naturforscher in der Exkursionsstation nicht 1, sondern 4 "Paiki" und zwar erhält er den ersten für die Anstellung, den zweiten weil er Familienvater ist, den dritten als stellvertretenden Chef der Station und den vierten "Pajok" weil er einmal in der Woche einen Kollegen vertritt. Alle "Nichtspezialisten" z.B. Juristen, sind schlimm daran, denn sie bekommen ihre 3/8 Pfund Brot + 1 bis 2 Pfund auf die Arbeitskarte. Der Privathandel ist absolut verboten. Trotzdem sich dieser Naturforscher verhältnismässig glänzend steht, ist es doch fast ausgeschlossen, sich Kleider oder Schuhwerk anzuschaffen, denn Stiefel kosten 60 bis 80 000 Rubel. Folgende Tabelle gibt die Gesamtmenge der Lebensmittel an, welche sich der Naturforscher durch seine verschiedenen "Paiki" verdient:
Akademischer Pajok. Kommissariat für Landwirtschaft. Exkursionsstation. 3 ExtrapaJoks.
Brot……………………………45 Pf. 45 Pf. 20 Pf. 60 Pf=90 Pf
Mehl………………………………- " - " 20 " 60 " =80 "
Kartoffeln……………………..15 " - " - " - " =15 "
Fleisch oder Hering……………15 " - " - " - " =15 "
Graupen………………………….15 " 6 " 10 " 30 " =61 "
Chokolade………………………….1 " - " 1 " 3 " =5 "
Butter…………………………….4½ " 3 " 1 " 3 " =11¼ "
Zucker……………………………2½ " 2½ " 1 " 3 " =9¼ "
Dazu Tabak und Seife.
Nach niedrigen Marktpreisen berechnet repräsentiert oben angegebene Lebensmittelmenge folgenden Wert:
Brot………………..90 Pfund zu 500 Rubel pro Pfund = 45.000 Rubel
Mehl…………………80 " " 600 " " = 48.000 "
Kartoffeln…………….15 " " 200 " " = 3.000 "
Fleisch………………..15 " " 800 " " = 12.000 "
Graupen………………61 " " 600 " " = 36.600 "
Butter…………………1½ " " 5000 " " = 58.700 "
Zucker………………..9¾ " " 5000 " " = 27.750 "
Chokolade…………….5 " " 5000 " " = 25.000 "
Summe: 256.050 "
Dazu Tabak, Seife und über 150 000 Rubel Gehalt und Prämie in einem Monat.
Kartoffelerinnerung.
Bis zum 29. Oktober wurden im ganzen 27.856.231 Pud Kartoffeln gewonnen. Diese Zahl stieg bis zum 1.XI. auf 31.111.254 Pud. 1919 wurde bis zum selben Zeitpunkt 4.420.602 Pud gewonnen, d.h. etwa 6 mal weniger. Auf die einzelnen Gouvernements verteilt sich diese Menge in Vergleich zu 1919 folgendermassen:
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Produzierende Gouvernements.
Bis zum 29.X.20. gewonnen. Bis zum 29.X.19 gewonnen.
Witebsk................... 1 018 000 Pud - Pud
Wladimir............... 949 000 " 1 900 "
Wjatka................. 393 000 " 180 000 "
Woronesh............... 447 000 " -
Homel.................. 668 000 " -
Dongebiet.............. - - " -
Jekaterinburg.......... 888 000 " 6 000 "
Kostroma............... 582 000 " 188 000 "
Kursk.................. 1 512 000 " -
Minsk.................. 11 000 " -
Deutsche Kommune....... 96 000 " -
Nischnij Nowgorod...... 678 000 " -
Orel................. 3 665 000 " -
Pensa.................. 1 201 000 " 708 000 "
Rjasan............... 855 000 " 14 000 "
Samara............... 330 000 " 441 000 "
Saratow.............. 246 000 " 630 000 "
Simbirsk............. 632 000 " 357 000 "
Smolensk............. 1 367 000 " 100 000 "
Tambov............... 2 439 000 " 387 000 "
Tatarisches Volkskommissariat für Verpflegung. 503 000 " 220 000 "
Tula................. 2 823 000 " 225 000 "
Ufa.................. 196 000 " 27 000 "
Jaroslaw............. 1 131 000 " 700 000 "
Schwarz Meer Gouv.... 100 000 " -
Zusammen: 22 730 000 Pud 4 186 900 Pud
Benötigende Gouvernements.
Archangelsk........... 206 000 Pud - Pud
Astrachan............. 8 008 000 " - "
Drjansk............... 29 000 " - "
Wologda.............. 257 000 " - "
Iwanowo-Wosnessensk... 246 000 " 44 000 "
Kaluga............... 123 000 " 161 000 "
Moskau............... 750 000 " 20 000 "
Nowgorod............. 216 000 " -
Olonetz.............. - - "
Orenburg............. - - "
Pleskau.............. - - "
Petersburg.......... 242 000 " - "
Perm............... 44 000 " - "
Pokrowsk............ 156 000 " 8 400 "
Nördddina........... 124 000 " 8 400 "
Twer............... 878 000 " -
Zarizyn.............. - - "
Tscheropowetz....... 16 000 " -
Tscheljabinsk....... 440 000 " -
Ural............... - - "
Zusammen: 3 998 150 Pud 271 800 Pud
Sibirien............. 917 000 " -
Zusammen in Russland: 27 545 150 Pud 4 458 700 Pud
- 6 -
Die Verladung der Kartoffeln begann in den letzten Tagen des Septembers. Bis zum 1. Oktober erhielt das Volkskommissariat nur 126 Wagons Kartoffeln zur Verteilung. Über die Kartoffelverladung vom 1. Oktober an gibt die Zentraltransportabteilung eine Übersicht:
Vom 1. bis 5.X. wurden 404 Waggons verladen 80,6 durchschn.tägl.
" 6. " 10.X. " 676 " " 135,2 "
" 11. " 15.X. " 740 " " 148,0 "
" 16. " 20.X. " 1229 " " 225,0 "
" 21. " 25.X. " 1363 " " 272,6 "
An 26.X. " 302 "
" 27.X. " 348 "
Obige Waggonganzahl bezieht sich auf 14 verschiedene Eisenbahnstrecken und zwar verteilt sich die Anzahl der verladenen Wagons folgendermassen auf die einzelnen Strecken:
Strecken.
Fernreisenbahn……………………………27
Alexanderbahn………………………………21
Westbahnen………………………………..42
Moskau-Kasan………………………………782
Moskau-Kursk………………………………62
Moskau-Kiew……………………………….113
Nikolai bahn………………………………...6
Riga = Orel…………………………………115
Rjasan = Uralok……………………………..-
Nordreisenbahnen…………………………..181
Nordwestbuhnen…………………………….14
Svran = Rjasna……………………………….9
Südostbahnen………………………………367
Windauer Bahn………………………………83
Oktober.
1.bis 15. 16.bis 28.
In ganzen.
83 110
84 105
148 190
908 1690
387 449
278 391
10 16
301 416
359 359
319 500
13 27
201 208
589 956
41 123
Zusammen: 1820 3721 5541
Wiborg den 23. November 1920.
EISENBAHNWESEN IN SOWJETRUSSLAND.
Zum dreijährigen Jahrestag des Bestehens des Sowjetregimes gab die Sowjetregierung eine Übersicht über das Eisenbahnwesen heraus, in der es folgendermassen heisst:
Schon vor dem Beginn des Weltkrieges 1914 konnten die Eisenbahnen Russlands nicht vollständig den wirtschaftlichen Bedarf des Landes decken, trotzdem die Intensivität der Arbeit des Eisenbahnnetzes die normale Norm überstieg und entschieden höher war, als in verschiedenen Ländern Westeuropas.
Die Getreidevorräte an den Strecken der Süd- und Südstrecken des Landes, die beschwerliche Abfuhr von Brennmaterial aus dem Donetzbasin, der Import ausländischer Kohle in die Zentralindustrierayons und noch viele andere Umstände mehr deuteten auf die Ungeeignetheit des Eisenbahnnetzes hin. Die Forderungen, die an die Eisenbahnen gestellt wurden, konnten nicht erfüllt werden.
Aussser einer ungenügenden Anzahl von Eisenbahnstrecken, welche nicht rationell in Lande verteilt waren, und ausserdem nicht besonders gut ausgerüstet war, fehlte es auch an rollendem Material; ein grosser Teil des rollenden Materials war recht alt und daher allmählich baufällig geworden.
Bei einer solchen Lage des Eisenbahnwesens wurde schon in den ersten Tagen des Krieges der Mangel an rollendem Material fühlbar. Dieser Mangel musste durch forcierte Arbeiten der Lokomotiven und Waggons ersetzt werden, auch konnte die Eisenbahnbewegung zum Nutzen des eigenen Landes in wirtschaftlicher Beziehung nicht mehr so fortgeführt werden wie früher. Diese forcierte Arbeit führte aber bald zu einer schnellen Abnutzung des rollenden Materials, welches verstärkte Reparaturen erforderte; die Reparaturen wiederum waren schwierig auszuführen, da ein grosser Teil des Metalls, welches früher für Eisenbahnzwecke reserviert war, jetzt für Kriegszwecke benutzt wurde. 1915 sogar mussten die Eisenbahnwerkstätten Munition herstellen, und da im Anfang des Krieges mehrere wichtige Eisenbahnwerkstätten und Eisenbahndepots verloren gingen, so wurde der Zustand auf den Bahnen allmählich unhaltbar.
Ende 1915 und 16 und im Sommer 1917 wurden in Auslande Bestellungen auf Lokomotiven und Waggons gemacht. Die ersten beiden Bestellungen waren aber recht unbedeutend, es wurden in ganz 775 Lokomotiven und 21000 Waggons bestellt. Die dritte Bestellung 1917 belief sich auf 2000 Lokomotiven und 40000 Waggons. Trotzdem diese Bestellung in Amerika placiert war, wurde doch nur ein kleiner Teil der Bestellung ausgeführt; diese Menge wurde über Wladiwostok nach Sibirien geliefert und blieb auch dann dort.
Die russischen Fabriken stellten aus verschiedenen Gründen von Jahr zu Jahr weniger rollendes Material her. So belief sich die Produktion der Fabriken in Kolomea, Sormowo, Brjansk und des Putilowschen Sawods auf neue Lokomotiven folgendermassen:
1914 stellten diese 4 Fabriken 613 neue Lokomotiven her
1915 " " " 401 "
1916 " " " 178 "
1917 " " " 162 "
1918 " " " 131 "
1919 " " " 80 "
Fast in demselben Prozentsatz verlief der Bau von Wagenwaggons. Da der Krieg weiter fortgeführt wurde, wurde das Eisenbahnwesen ungeheuer überlastet und zwar mehr überlastet, als man es sich früher für den Fall eines Krieges vorgestellt hatte.
- 2 -
Die Leistungen des Eisenbahnwesens sanken langsam aber sicher wobei das Sinken der Leistung besonders scharf im Jahre 1917 zu-
tage tritt. Im Jahre 1917 wurden 24 Milliarden Pud Ware weniger
durch die Eisenbahnen befördert, als 1916; 1918 wurden 1½ Milliar-
den Pud waren weniger befördert als 1917.
Der im Lande ausbrechende Bürgerkrieg brachte in das Eisen-
bahnwesen nicht weniger Unordnung hinein, als der Krieg 1914/17.
Zahllose Evakuations-, ein dauernder Wechsel der Frontlinien, welche
ganze Eisenbahnlinien und Rayons von Sowjetrussland abschnitten
und die dann wieder in zerstörten Zustände erobert wurden, die Mo-
bilisation von Zehntausenden qualifizierter Arbeiter, die Heizma-
terialkrisis infolge des Mangels der Kohle aus den Donzbassin und
der Naphtaquellen = dieses alles zusammengefasst ergab eine unge-
heuer schwierige Lage des Eisenbahnwesens im Jahre 1918.
Rollendes Material, Versorgung mit Metallen.
1913 war der Bestand an Lokomotiven in Russland etwa 20 000,
derjenige an Warenwaggons 487 000. Am 1. November 1917 gab es ge-
nan 20 881 Lokomotiven und 367 328 Wagenwaggons.
Die Anzahl des rollenden Materials gibt jedoch keine Vor-
stellung seines Zustandes, da es wichtig ist, die Zahl der in Be-
wegung befindlichen Lokomotiven und Waggon zu kennen. In dieser
Beziehung ist der Zustand des rollenden Materials am 1. November
1917 im Vergleich zum 1. November 1914 folgendermassen: Der Pro-
zentatz des reparaturbedürftigen rollenden Materials belief sich
bei Lokomotiven 1914 auf 16, 1917 auf 27,4; derjenige der Waggons
war 1914 3 und 1917 6,8. Auf diese "else hat sich der Prozentsatz
bis 1917 etwa verdoppelt, das Steigen der Anzahl der reparaturbe-
dürftigen Lokomotiven und Waggons ging aber weiter von Monat zu
Monat und zwar
% der reparatur- % der reparatur-
bedürftigen Loko- bedürftigen Wag-
motiven. gons.
Januar 1918……………………………31,1 7,5
September 1916…………………………41,5 12,4
Januar 1919………………………………47,7 16,6
September 1919………………………….51,5 17,7
Januar 1920………………………………58,1 19,0
September 1920…………………………..57,1 24,8
Die schwere Lebensmittellage des Landes, welche schon 1917
begann und ebenso der kolossale Mangel an Material und qualifizier-
ten Arbeitskräften, beeinflusste ausserordentlich die Rämonde des
rollenden Materials. So sollten 1919 6173 Lokomotiven repariert
werden, es wurden aber nur 3076 repariert; bei den Waggons waren
diese Zahlen 42 390 und 23 134.
In Jahr 1916 arbeitete ein Arbeiter durchschnittlich 254
Stunden im Monat, 1917 = 235 Stunden, 1918 = 159 Stunden und 1919
= 180 Stunden monatlich.
Infolge der in allgemeinen schlechten Lage erhielt man ein
ganz anderes Bild des Eisenbahnwesens. Auf 100 Werst Eisenbahn-
strecke kommt in den verschiedenen Jahren und Monaten folgende An-
zahl Lokomotiven und Waggons:
1914 bis 1915 ungefähr……30 Lokomotiven und 900 Waggons.
1916 " 1917 " 27 " 800 "
1918 " " 23 " 800 "
1919 " " 11 " 600 "
Januar 1920 " 8 " 395 "
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Februar 1920 ungefähr......7 Lokomotiven und 378 Waggons
März " " 8 " 435 "
April " " 10 " 513 "
Mai " " 12 " 540 "
Juni " " 12 " 590 "
Juli " " 10 " 493 "
August " " 11 " 505 "
Dieser Zustand des rollenden Materials erforderte durchgreifende Massnahmen zur Erhöhung des guten rollenden Materials. Als erster Schritt zur Verbesserung des rollenden Materials wurde ein Plan ausgearbeitet, nach welchem das rollende Material am 1. Januar 1925 wieder normal sein sollte. Jede einzelne Eisenbahnstrecke erhielt eine genau beschriebene Aufgabe und wurde in der Erfüllung dieser Aufgabe scharf beobachtet. Am 1. Juli wurde mit der Ausführung dieses Planes begonnen.
Gleichzeitig arbeitete auch der allrussische Rat der Volkskommissare einen Plan über Neuanfertigung von rollendem Material und Reserveteilen aus, welcher den Eisenbahnfabriken zur Ausführung übergeben wurde. Denn auch in den letzten 3 Monaten nicht alles planmässig ausgeführt worden ist, so ist, nach den eingelaufenen Nachrichten zu urteilen, wenigstens Hoffnung vorhanden, das Eisenbahnen Sowjetrusslands wenigstens einigermassen zu haben.
Heizmaterial.
Ebenso wichtig und schwierig war auch die Heizmaterialfrage in den letzten 3 Jahren, wobei das Jahr 1919 das kritischste Jahr war, als die Eisenbahnen infolge Verlustes des Donezbasins und des kaukasischen Naphtarayons gezwungen waren, auf Holzfeuerung überzugehen. Es ist ersichtlich, dass bei solch einen Übergang kolossale Schwierigkeiten entstehen. Daher waren auf den Eisenbahnen Momente, in denen nicht einmal die operativen Befehle ausgeführt werden konnten (Trappentransporte). Die schwierigsten Monate waren die Wintermonate wegen des Frostes und der Schneestürme, weswegen einzelne Eisenbahnstrecken den Betrieb vollständig einstellen mussten.
Mit dem Übergang zur Holzfeuerung wurden auch mehr Waggons beansprucht, als es bei der Naphtha- und Kohlenfeuerung nötig war; denn eine Systeme mit Naphtha gibt ebensoviel Heizkraft, wie 7 Wagg. Holz, und ein Waggon mit Kohle ist gleich 4 Waggons Holz.
Im Jahr 1914 wurden 15 924 Lokomotiven oder 78,6% mit Kohlen geheizt, 3720 oder 18,9 % mit Naphtha und 635 oder 3,2 mit Holz. Entsprechend diesen Zahlen verteilte sich der Verbrauch an Heizmaterial im Jahr 1914 folgendermassen: es waren 620,5 Millionen Pud Kohle nötig, 99,7 Millionen Pud Naphtha und 1 072 000 Kubikfaden Holz. Im Jahre 1918 waren 54 % des ganzen Heizmaterials der Eisenbahnen Holz, im Jahr 1919 86 %. Hierin ist der Hauptgrund in Sinken des ganzen Eisenbahnverkehrs zu suchen.
Die Wiedervereinigung des Donezbasins und Bakus mit Sowjetrussland und die Herstellung bedeutender Holzmassen als Heizmaterial für die Eisenbahnen verbessert die Lage im allgemeinen. Wenn auch augenscheinlich auf einzelnen Strecken sich ein scharfer Mangel an Heizmaterial bemerkbar macht, so wird dieser Übelstand mit Eröffnung der Schlittenbahn beseitigt werden. Ausserdem wird in kurzer Zeit die Umarbeitung von 2000 Lokomotiven auf Naphtha-Feuerung beendet sein.
Über die Eisenbahnverwaltung wird gesagt, dass mit Ausbruch der Revolution verschiedene Kollegien und Organisationen eingeführt wurden, welche aber, nachdem ihre Unzweckmässigkeit und äusserst geringe Leistung in jeglicher Beziehung eingeschienen wurde, aufgelöst wurden. Darauf wurde die Leitung der gesamten
-4-
Bahnen wieder einer technischen Behörde übergeben, der man die stetige aber langsame Verbesserung zu verdanken hat.
Wassertransport.
Im Jahr 1918 hat die Binnenschifffahrt in Russland wenig den Eisenbahnen geholfen. Die Gesamtzahl der während der Navigation von 1918 transportierten Waren belief sich auf 302,6 Millionen Pud, während sie 1917 1237 Millionen Pud war. (Die beiden letzten Zahlen beziehen sich nur auf die Schifffahrt auf der Wolga.)
Als Gründe für diese unbefriedigende Arbeit wird folgendes angegeben: 1) Unterbrechung der Arbeiten von Ende Mai bis zum Oktober, 2) ungenügende Geeignetheit der Flussflotte für die Navigation infolge einer Reparatur von fast 70 % aller Kähne, 3) das Fehlen eines Verwaltungsapparates für Leitung der gesamten Flusstransporte.
Die Resultate der Navigation von 1919 waren noch weniger zufriedenstellend als diejenigen des Jahres 1918, weil erstens ein bedeutender Teil der Wolga und seiner Nebenflüsse in Gebiet des Kriegsschauplatzes lag, und zweitens weil der Mangel an Heizmaterial außerordentlich die Bewegung der Flotte hinderte. Auf diese Weise mussten die Eisenbahnen auch diejenigen Waren befördern, welche 1918 ausschließlich auf dem Wasserwege transportiert wurden.
Im ganzen wurden während der Navigation von 1919 auf der Wolga 172,2 Millionen Pud befördert, davon 15,6 Millionen Pud Getreide, 16,6 Millionen Pud Salz und 17 Millionen Pud Naphtha-Produkte. Infolge später Beendigung der Reparaturen an den Flusskähnen konnten 13,8 Millionen Pud Waren nicht an die vorher bestimmten Orte transportiert werden, und mussten daher unterwegs überwintern.
Die Navigation von 1920 stellte sich ungleichmässig besser als die vorhergehende Navigation, wenn man von den allgemeinen Übeln, wie Mangel an qualifizierten Kräften, Lebensmitteln u.s.w. absieht. Nach dem im Frühjahr aufgestellten Plan sollten 319 Millionen Pud verschiedener Ware auf den Wasserwegen transportiert werden. Bis zum 25. Oktober ist diese Norm schon überschritten worden und zwar wurden im ganzen 462,7 Millionen Pud verschobener Waren abgesandt, von denen 432,7 Millionen Pud eintrafen. Da die Navigation nicht sofort begonnen wurde, so ist sie nicht vollständig ausgenutzt worden, d.h., es hätte noch mehr transportiert werden können. Dennoch sind die bisher erzielten Resultate zufriedenstellend.
Die Abnutzung der Flusskähne und Flussschiffer und die geringe Anzahl der noch gebrauchsfähigen Schiffe erfordern die Durchführung des für das Jahr 1921 bestimmten Programmes in Bezug auf Schiffsbau. Wenn diese Frage durchgeführt ist, wird das Resultat im kommenden Jahr auch zufriedenstellend sein.
Den 30.November 1920.
AUGENBLICKLICHE LAGE DER HANFZUCHT IN RUSSLAND.
Die Hanfkultur ist eine der ältesten Kulturen Russlands,
welche hauptsächlich von Bauern ausgeübt wird. Die Bauern liefer-
ten 97 % der jährlichen Hanfgewinnung und nur 3 % lieferte der
Grossgrundbesitz.
In den letzten 3 Jahren vor dem Kriege wurden in euro-
päischen Russland 663 500 Dessjatinen mit Hanf besetzt, welche eine
jährliche Ernte von ungefähr 22 bis 23 Millionen Pud Hanfsamen
und etwa 16 bis 18 Millionen Pud Hanffasern ergaben. Vor dem
Kriege wurde auf die Hanfzucht äusserst wenig Wert gelegt, erst
im letzten Jahre vor dem Kriege befasste sich das Landwirtschafts-
ministerium eingehender mit der Hanfzucht und führte verschiedene
Massnahmen ein, welche aber erfolglos blieben. Schon lange aber
vor dem Kriege war eine systematische Verminderung der mit Hanf
besäten Fläche zu bemerken, welche während des Krieges und der
Revolution noch erheblich abnahm. Folgende Tabelle erläutert
dieses:
Jahre. Besatzte Fläche.
1909-1913...........563 464 Dessjatinen
1914..................526 075 "
1915..................484 658 "
1916..................486 163 "
1917..................435 816 "
1918..................422 742 "
1919..................317 056 "
Über die Grösse der in Jahr 1920 mit Hanf besäten
Fläche sind keine genauen Angaben eingetroffen, doch wird letz-
tere auf 238 000 Dessjatinen eingeschätzt. Die Ernte dieser klei-
nen Fläche wird 4 bis 5 Millionen Pud Hanffasern betragen. Diese
minimale Gewinnung hängt nicht nur von der kleinen Fläche ab, man
muss auch in Betracht ziehen, dass es an Arbeitskräften, Werk-
zeugen und besonders an Dungmitteln fehlt.
Von den 16 Millionen Pud Hanffasern, welche jährlich
bis zum Kriege gewonnen wurden, wurden 4 Millionen exportiert,
8 Millionen der Hausindustrie zur Anfertigung von verschiedenen
Waren überlassen und 4 Millionen wurden zu Tauen und Netzen ver-
arbeitet, auch bekamen die Fabriken einen Teil für ihren eigenen
Bedarf. Wenn man in diesen Jahre vollständig vom Export absieht,
werden den Fabriken etwa 8½ Millionen Pud Hanffasern übergeben
werden können. Auf diese Weise bleiben den Bauern nur 1½ Milli-
onen Pud übrig. Diese geringe Verteilung ist umso schwerwiegen-
der, als der Bedarf an Hanf in den letzten Jahren ganz besonders
stark gestiegen ist.
Nach der obigen Darstellung ist die Lage der Hanfzucht
katastrophal. Falls in nächster Zeit nicht durchgreifende Mass-
nahmen erfolgen, ist mit einer vollständigen Einstellung dieser
Zucht zu rechnen.
148 Den 2. Dezember 1920.
Erteilung von Konzessionen an Ausländer in Sowjetrussland.
Der Rat der Volkskommissare hat am 23.November 1920 in Moskau folgende Verfügung über Erteilung von Konzessionen erlassen:
"Vor einen Jahr bereit hat sich der Rat der Volkskommissare die Aufgabe gestellt, technische und materielle Hilfsmittel der ausländischen Industriestaaten heranzuziehen, um einerseits in Russland eine Rohstoffbasis für die gesamte Weltwirtschaft wieder einzurichten und andererseits, um die durch den Krieg geschwächten produktiven Kräfte des Landes zur Entwicklung zu bringen. Trotzdem Sowjetrussland gezwungen wurde, 3 Jahre lang Krieg zu führen, hat es dennoch nennenswerte Resultate auch auf wirtschaftlichen Gebiet erzielt, trotzdem es nur auf sich selbst angewiesen war. Doch kann diese aufbauende Tätigkeit durch Heranziehung ausländischer staatlicher und kommunaler Institutionen, privater Unternehmungen, Aktiengesellschaften, Kooperative und Arbeiterorganisationen zur Gewinnung und Verarbeitung der natürlichen Bodenreichtümer Russlands besser beschleunigt werden. Infolge des in einigen europäischen Staaten, vor allem aber in den Vereinigten Staaten, sich immer mehr fühlbar machenden Mangel an Rohstoffen und infolge des Überschusses an Arbeitern und Kapital, haben sich die ausländischen Kapitalisten gezwungen gesehen, der Sowjetregierung konkrete Vorschläge über Ausnutzung der natürlichen Reichtümer des Landes zu machen.
Der Regierung ist eine ganze Menge von Konzessionsvorschlägen gemacht worden, sowohl für Ausnutzung der Wälder und des Bodens, (z.B. ein Vorschlag über Überlassung von brach liegendem Ackerland, welches mit Traktoren bearbeitet werden soll), als auch für die Organisation einzelner industrieller Unternehmen.
Der Rat der Volkskommissare hat nun beschlossen, folgende allgemeinen wirtschaftlichen und juridischen Konzessionsbedingungen zu veröffentlichen und die Objekte der Konzessionsverträge aufzuzeigen; (die Konzessionsverträge dürfen mit soliden Industriegesellschaften und Organisationen abgeschlossen werden):
1) Dem Konzessionsinhaber wird das Recht zugestanden werden, einen Teil des Produktionsresultats, dessen Höhe im Vertrage bestimmt wird, als Vergütung zu erhalten und diese Produkte ins Ausland zu exportieren.
2) Falls besondere technische Hilfsmittel in grossen Massstabe in Anwendung gebracht werden sollen, werden dem Konzessionsinhaber besondere Handelsprivilegien (Einkaufsvorrechte) gewährt werden, und durch einen Spezialvertrag wird die Herstellung von Maschinen für grosse Warenbestellungen gestattet werden.
3) In Abhängigkeit von den jeweiligen Konzessionsbedingungen werden lange Termine zwecks Schadloshaltung des Konzessionsinhabers für die angewandten technischen Hilfsmittel festgesetzt werden.
4) Die Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik (die Regierung der ......) garantiert dafür, dass das in die Unternehmungen gesteckte Vermögen des Konzessionsinhabers weder der Nationalisierung, noch der Konfiskation, noch der Requisition unterliegen wird.
5) Der Konzessionsinhaber wird das Recht haben, Arbeiter und Angestellte für seine Unternehmen auf dem Territorium der Sowjetrepublik anzustellen, wobei die Bestimmungen des Arbeitskodex oder aber eines Spezialvertrages zu gelten haben, der gewisse Arbeitsbedingungen garantiert, welche Leben und Gesundheit der Arbeitenden schützen.
6) Die Sowjetregierung garantiert dem Konzessionsinhaber die Unzulässigkeit einer einseitigen Änderung der Konzessionsbedingungen vermittelst einer Verfügung oder eines Dekretes der Regierung.
ДИПЛОМАТИЧНИЙ ВІДДІЛ
ПОСОЛЬСТВА УКРАЇНСЬКОЇ НАРОДНОЇ
РЕСПУБЛІКИ В НІМЕЧЧИНІ
№ 113
ВІДОМОСТІ З РАДЯНСЬКОЇ РОСІЇ.
==================================
За листопад прибутко до Росії 530 з різними товарами.З Америки прибуло 3 вагони мила, 5 вагонів чобіт 1 один гальош. З Англії прибувать далі медикаменти. За останні дні прийшли перші транспорти товарів з Франції : кілька вагонів з гальо- шами, черевиками та папером. З Німеччини прийшли медикаменти. Останніми днями прийшло 9 вагонів плугів і 11 вагонів сіялок. Останніми прибули фільми для кіно. З Естонії прибulo 22 вагони паперу. З Данії прийшов транспорт з 6 вагонів з напильниками. Крім того через Ямбург пройшло 13 вагонів з шкурами, 6 вагонів напильників та 2 вагони автомобільних млин.
Рада Української робітничої армії в Харкові постановила вивезти з Севастопольської округи 114 вагонів зерна, а з кубан- ської - 250.000 пуд. зерна для робітників Донецького басейну.
Список розстріляних в Радянській Росії за лютень 1920 р.
| Причина. | Число. | % |
|---|---|---|
| 1. Шпіонаж | 3 | 0,3 |
| 2. Зрада і доноси | 23 | 2,5 |
| 3. Невиконання військових приказів | 51 | 5,4 |
| 4. Повстання і збройний опір | 16 | 1,6 |
| 5. Дезертирство та порушення самих себе | 297 | 31,8 |
| 6. Бандитизм та грабіжництво | 279 | 29,7 |
| 7. Контрреволюційні вчинки | 65 | 7,0 |
| 8. Невидача зброї | 2 | 0,2 |
| 9. Пилетво | 7 | 0,7 |
| 10. Службові провини | 64 | 6,8 |
| 11. Злочинні провини | 131 | 14,0 |
Разом: 938 - 100
- 2.-
"Московек.Извест" оповіщають, що коло Урги генерал Унгерн-Штернберг зорганізував буряцьку армію в кількості біля 12.000 душ.
Російські часописи повідомляють, що в листопаді 1919 р. в Росії був 51 табор полонених з 16.000 полонених. У листопаді 1920 р. було ще 64 табори з 50.000 полонених ; останні переважно були урядовці, старшини, поліцаї, гайдамаки, спекулянти тощо.
На однім комуністичним зібранні в Москві Ленін недавно говорив про ті концепції, які Радянська Росія хоче дати закордонному капіталові. Ленін сказав, що американський соціаліст Спарго та російські ім'яньники запевняють, ніби згодом Радянського Уряду в тих концепції означає банкрутство радянського ладу. Та це не правда. На протязі трьох років сольцевики успішно пособували буржуазії, нині ж Радянський Уряд повинен приступити до господарського відбудування Росії. Поки революція не знищила істнуючого соціального ладу в суркуванні державах, доти Радянська Росія залежить від закордонного капіталу. Закордонні гроші буде важко для позищення господарського стану Росії і рівночасно для зміцнення самого комунізму.
Радянський уряд, нині ж ним, згодився дати одній американській мілардерській фірмі концепції на Камчатці не 10 років. Американці цілком одерто заявляли, що Сполучені Держави мусять мати в Східній Азії базу на випадок війни з Японією. Радянському урядові разом з тим дано було зрозуміти, що Америка визнає радянський лад, як це Камчатку буде продано Америці. Коли ж Росія хоче тільки віддати Камчатку в посесію, то американців це менше вдовольняє, проте Росія і з того нат не велику користь.
Радянський уряд тільки через те згодився на концепції в Камчатці, що він сам не має засобів її експлоатувати. В кожнім разі краще віддати Камчатку вигодно в посесію, ніж її продати і втратити 11 навіки. Умову про Камчатку це не підписано, але через 20
- 3.-
що більшевики згодні дати американцям концесії, загострюються конфлікт між Америкою та Японією, а цього в нас досить.
Окрім цих концесій Радянська Росія віддасть чужоземним у посесії багато мільйонів десятин лісу в Архангельській губ., бо сама Росія не може експлоатувати цієї території. Спекуляція ця буде для Росії тим корисна, що російські робітники перей- суть закордонні методи праці, що матиме величезне значення для господарського життя Росії.
Концесії зовсім не означають захищення миру з капіталом, а являться лише продовження в іншій формі того, що робилося досі. Через концесії Радянська Росія зможе посібляти своє влас- ну продукцію. Звичайно, концесіонери старатимуться ошукати Ра- дянську Росію, але на те ми маємо надзвичайні комісії ("чрезви- чайки"), які гільно стежитимуть за капіталістами. Буржуазія при великих обставинах боротиметься з нами войовничими або мирними засобами. Метод більшевиків є світова революція. Для ослаблення цієї мети можна користуватися різними засобами, бо самим силом зброї всього зробити не можна.
В кінці лютопаду Троцький виголосив велику промову на одній комуністичній конференції в Москві, при чим сказав сліду- юче про успіхи останньої війни :
" Фронти тепер зліквідовано, намого найне безпечнішого во- рога Врангеля розбито. Він оперував проти червоних військ дуже розумно. Ми мали підоталі бойтися обєднання Врангеля з поляками.
Щоб переногти його, потрібна була велика і сильна червона армія, бо тільки чисельною перевагою ми могли його побити. То- му, останні бої були дуже завалті і контували нам багато жертв.
Капуть 1 минуть, ніби ми зруйнували фортеці білих військ у Кри- му страним артилерійським огнем, але це неправда. Жовтні доро- ги, які ведуть до Криму, були в неможливих стані і не дозволяли підвести важких гармат. Залізниці були переобстежені великими транспортами до південно-західного фронту. Через те ми були при- мушені подувати білий опір найбільш виключно ніжними атаками. Був
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навіть випадок, коли один червоний командувач відмовився в критичний момент повести в атаку свого піхоту без підтримання артилерії. Дякуючи добрим успіхам сильних військових частин цей командувач дав себе переконати, виконав наказ і мав сліпучий успіх. Серед досвідчених ми захопили в Криму з німцями 277 гармат, 7 панцирних потягів, 100 локомотивів, 34 кораблі. Разом з цими вільними особами число взятих нами полонених досягає 52.000 душ.
Після того як Брангель було убунево найближчим завданням червоного командування була ліквідація Петлюри. Петлюра мав 15 тисяч душ піхоти і 2000 кінності. З початку червоної бойові сили чисельно були менші від сил Петлюри. Моральний вплив розгрому Брангеля у великій мірі допоміг також розвити Петлюру. 15-го листопаду ми сточили війська Петлюри в різанці битві. Рештки Петлюрівської армії і сам Петлюра втекли через польський кордон, де їх розброєно.
Відділи Балаховича з самого початку мали небагато випадків заподіяти значну шкоду Радянській Росії. Їх швидко знищено.
Наразі нема отже ніяких дійових бойових фронтів. Проте Радянський уряд не має ніякої підстави гадати, що мир тривалий довго. Ми самі не збираємося мати миру, але мусимо колись години бути готовими відбити зовнішніх ворогів, які знов нападуть на Росію.
Міжнародна революція почала іде наперед, далеко повільніше, ніж ми самі сподівались. Доки вона вибудне в цілій Західній Європі пройде ще багато десятиліть. Загалом трудно передбачити, коли пробе остання година світової революції.
До того часу Радянська Росія мусить зберегтися терпінням, поки не готуватимем до нової війни на Кавказі. Коли б англійці залишили Батум, то територія Грузинської Республіки стане збірним пунктом для Брангельських військ. Ми знаємо, що Антанта має певні вигляди на Грузію. Антанта запевнила, що червона армія хоче заняти територію Грузії, а тому Антанта хоче вбити активних заходів для оборони Грузії. Тому Радянська Росія мусить під кожним оглядом бути готовою до війни. В першу чергу ми маємо на меті звільнити 2/3
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персоналу стаєв та запасних військ. Дивізії Червоної Армії сво-
часу було складено занадто поспішно, через що їх підготовка бу-
ла неповною. Тепер з найкращих елементів Червоної Армії буде буде
складено окремі частини і таким способом буде утворено першоряд-
ні основні війська. До найближчого літа Червону Армію буде цілком
реорганізовано, так що вона творитиме дійсно велику військову си-
лу.
"Москов.Извест." сповіщаєтьщо до Москви прибуло недавно
4.000 китайців набраних в Манджурії. З них складеться добірний
полк для обороны Кремля.
"Москов.Извест." пишуть, що Радянська Росія сподівається
конної хвилі нападу японців на Далекому Сході, бо японська полі-
тика за останній час стає все більше ворожою большевикам.
"Петербург.Правда" зповіщає, що Японія заключила таємний
договір з Англією, по якому Японії дається цілковита свобода для
ведення торгвлі в Російській Азії.
Надзвичайна Комісія в Харкові винайшла знову організацію
Михно. Розовні проводирі втекли.
З приватного листа.
……Я в Москві багато натерпівся, снідів нічим в тармі тіль-
ки через те, що хотів іхати до Риги. Без ніякого приводу і доказів
у мене був ТРУЕ, при якому, розуміється, нічого не знайшли, а мене
арештували, не дивлячись на те, що завдяки моїй посаді, мене не мож-
на було арештувати без дозволу моїх начальників, про що багато й
багато раз сповіщалось декретами. Декрети публікуються по дням, всі
з погрозами, але їх ніхто не виконує. Законів різних не істнує, ко-
жен сам собі закон і хто дужчий той має силу. Все руйнується, но-
вого ж нічого не будується. Навкруги - трупний дух. Всі магазини
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зачинені, коні падають знеможені на вулиці. Люде іруть, як муки
і їх тоді, голих, по 10 - 15 душ, перевозять на саних, не тут во-
вель свиней, на кладовище, де їх коли можливо, закопують до спіль-
ної липи, коли ж власно не закопають, то тіла гризуть собаки чи й
коти. Клозети всі переповнені так, що більша частина понешкань букв-
ально заплила срудом, про двері вже й не говоритиму. Вивезти ні-
чого не можна, бо на цілу Москву істнує приблизно 600 бочок, чис-
ло яких постійно зменшується завдяки браку покарму для коней;
до Нового Року не буде певне й ні одної конки. - Я служив при
городській Управі завідуючи чисткою міста і нав під собою приб-
лизно 5000 осіб і 1000 коней. Я діставав платню одну з найвищих -
10.000 руб. місячно, крім того 2 фунти хліба щодня. Удержання тепер
платятьть ось які : Завідувачий - 10.000 місячно ; діловод - 6000
нашність - 6000 ; бухгалтер - 5000 ; конторщики - 3-4000 ;
курери - 3000, робітники - 2800 - 3200 , все місячно. Харчів по
карточкам не видають крім 4 коробок сірників і 1 ф. соли на місяць,
та 1/2 ф. хліба на день. Коли, рікуючи життям, або що найлипнє, під
погрозою турни на рік його й більше, почастиць що не будь купити то
ціни такі : хліб - 500, масло - 6500, муха - 600, сіль - 4500,
миле - 3000, масо - 1300 до 2999, 1500, сало - 4500 цукор -
7000, цукров. півек - 4000, картопля - 200, капуста - 250 і т.д.
все за фунт. Костюм - 200.000 до 500.000, пара черевиків - 100
сни до 300.000, пара підметок - 20.000 до 25.000 руб., звичайний
Савований картуз - 7 - 10.000 руб. Так що життя чесним плаком
цілком не можливе і через те в Росії немає ні одного порядного
чоловіка. Щиць годин ростуть, а платня хоч яка висока - прожити
не можна. Мобілізація переведена до 1894 р. Мобілізованих водуть,
як арентантів на дворець, напихають в вагони і одвозять. Зброд воїн
дістається тільки на фронти. Настрий армії загалом взявши проти уря-
ду, але комуністична політика шандре так проведена, що організація
найже неможлива. Спроби повстання ліквідуються здебільшого лати-
шеними. Справжньої Росії взагалі не істнує ; уряд складається з ми-
дів а озброєна сила в руках у житніх і китаїців. Немає людини, я-
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ка б не побувала в тюрмі ; розстріляно без чиела.Про яку не-
будь свободу не може бути й мови.Разети видається тільки уря-
дом, так що всі вони комуністичні.Свобода слова не існує.Коли ска-
жеш хоч слово проти уряду, навіть і не проти цього, тебе розстрі-
ляють.Що ти голодний - не смієш сказати бо арештувть як контр-
революціонера.Всагалі все є "контрреволюція".До примусових ро-
біт ведуть кожного.Від посади не маєш права відмовитись бо без-
робітного арештувть.Крім нодинної праці мусиш ще для уряду ру-
бати в лісі дрова, грузити вагони і інші такі роботи виконувати
і то без різниці полу.Люде всі хорі, марні, голодні, змучені, обір-
вані і найме боєї.ВІйськові не мають винелей, що найбільше када-
рейки, а замісць чобіт - личаки та й тих скоро не стане.Харчі
можно дістати либа на Сухаревщі і Боже борони того, хто попаде
в облаву, нії часто суваньте.Торговці тільки повидавчи всі свої
товари, купці так само.Коли у кого недудь знайдуть сільни як 5000
руб. то всі гроші одбираються а він дістає за опекунщир 5 або
ні сільше років примусових робот.Харчів стане не дуже як до
Нового Року.Сьогодні голодують сімков а пози, бо немає навіть сіна...
............Нікону не раку їхати до Росії, щоб голодувати та ріс-
кувати життям.
ДИПЛОМАТИЧНИЙ ВІДДІЛ
ПОСОЛЬСТВА УКРАЇНЬКОЇ НАРОДНОЇ
РЕСПУБЛІКИ В НІМЕЧЧИНІ
№ 114
INFORMATIONEN.
Der frühere Generalstabsoberst J e g o r j e w, bisher Chef der Militärabteilung der Sowjetmission in Riga, ist nunmehr der Sowjetdelegation in deutschland attachiert worden. Den Posten in Riga erhält der Kommissar W o r o s h i l i n.
Ein gewisser D. L e b e d k a (Tscheche)-Kommunist, früher tschechischer Legionär, dann politischer Kommissar des 1. internationalen Armeekorps, hat in der Kopp'schen Mission eine Anstellung gefunden und bekleidet hier offenbar einen recht hohen Posten. Vermutlich wird er die Berliner diplomatische Abteilung leiten, da er das diplomatische Archiv übernommen hat.
In Stuttgart wurde das bolschewistische Mitglied der tschechischen Kommission W o r o s a n o w (Luisenstr. 28 Berlin) verhaftet, bald darauf aber wieder freigegeben. M. ist wieder nach Berlin zurückgekehrt. Er hat in Stuttgart in der deutschen Gesellschaft »Ost« einen Vortrag über die Lage in Sowjetrussland gehalten.
Lango (Chef des bolschew. N.D.) ferner, die Agenten S c h w e l o w s k i, V o g e l m a n n und F u h r m a n n sind im Hotel »Odessа« Liniенstr. 142 wohnhaft.
Die Sowjetmission ist eifrig darauf bedacht neue Mittel flüssig zu machen. Das von Gukowski versprochene Geld ist noch nicht eingetroffen und wird vermutlich auch nicht eintreffen. Die Gründe hierfür sind unbekannt. C h o r i n (Mitglied der Einkaufsstelle) hat sich über die Finanzlage so ausgesprochen: man macht und Millionengebote und wir sind nicht einmal imstande, für Hunderttausend zu kaufen. W in der 2. Hälfte Dezember fehlen sogar die Gelder, um die Gehälter auszuzahlen. Nur die kleineren Angestellten konnten das erhalten, was ihnen zukam, während die übrigen nur die Hälfte oder ein Drittel ihres Gehaltes bekamen.
In Sowjetkreisen wird dem italienischen Sozialistenkongress die allergrößste Bedeutung beigemessen. Ausser der Balabanowa, die bereits in Italien eingetroffen ist, wird dort auch Sinowjew erwartet, der angeblich die Einreiseerlaubnis erhalten hat. Krassin soll den Grafen Sforza in London um diese Erlaubnis gebeten haben. Gleichzeitig mit Sono jew werden auch italienische Kommunisten die sich bislang in Russland aufgehalten haben, am Kongress teilnehmen. Auch die Tschechoslowakei, Jugoslawien, die Schweiz, Frankreich und Spanien werden vertreten sein. Es soll eine Unterstelle der 3. Internationale geschaffen werden. Diese Politik wird von den linken Gruppen in Moskau inaguiert werden, die bekanntlich für eine aggressive Taktik eintreten.
Nach russischer Quelle sollen die folgenden Ausführungen wörtlich aus dem Bericht Kopp's an Tschitscherin abgeschrieben worden sein.
.... Unter diesen Bedingungen steht zu erwarten, dass die Linksschwenkung in Moskau im Hinblick auf die Stimmung des deutschen Proletariats nur Negatives zeitigen wird. Augenscheinlich wird die Taktik des Volkskommissariats, im Zusammenhang mit der allgemeinen Lage im Innern, darauf hinarbeiten, den revolutionären Kampf
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Kampf fortzusetzen und zwar unter Verzicht auf jeglichen Kompro-
miss mit kapitalistischen Gruppen.
Die Führer der sozialistischen Gruppe in Deutschland, die sich
der 3 Internationale angeschlossen haben, tragen schon heute schwer
an ihre Abhängigkeit von Moskau und werden vermutlich die Linksschwe-
schankung des zentrums dazu benutzen, um ihre Angängigkeit mög-
lichst aufzuheben, wodurch die allgemeine Frontlinie gestört werden
wird und auf eine Vereinheitlichung der Front war doch bisher so-
viel Mühe und Arbeit verwandt worden.
Besonders schädlich sind dem Fortschreiten des bolschewistischen
Gedankens die deutschen Heimkehrer, deren Erzählungen über die im
Sowjetrussland herrschenden Zustände im Volk gern geglaubt werden.
Das Pretige der Sowjetmacht wird in Deutschland lediglich von den
Spartakisten, die ja bekanntlich eine verschwindend geringe Gruppe
bilden, aufrechterhalten. Die dem Bolschewismus unterstehenden
Parlamentsgruppen bilden eine verschwindende Mehrheit.
In Deutschland lässt sich gegenwärtig etwa wie patriotischer
Marasmus beobachten. Die Stimmung ist niedergedrückt und der radika-
le Umschwung der Politik in Russland wird in der Tat wohl einen
Anstoss geben, doch ob dieser Anstoss zu gunsten der Sowjetregierung
ausfallen wird, lässt sich im Voraus schwer bestimmen, obschon nach
Ansicht erfahrener Politiker ein Umschwung zugunsten Sowjetruss-
lands nicht zu erwarten steht. Die einzige, für Deutschland gebotene
Taktik ist vorsichtige Zurückhaltung und Verzicht auf eine Ein-
mischung in die innere Politik Deutschlands. Nur unter dieser Be-
dingung wäre die Sowjetmission in Berlin in der Lage, ihre Arbeit
in Deutschland fortzusetzen.
Wie aus russischer rechter Quelle verlautet, ist es gelungen, Fühler
zum General P o t a p o w aufzunehmen, der sich in bolschewistische
Dienste begeben hat. Er wird bei Technitscherin arbeiten und zwar
in Angelegenheiten des Fernen Ostens (China,Korea,Mongolei u.a.)
Seine Briefe, die er nach Memel adressieren wird, werden durch Kou-
riere befördert werden, evtl. auch nach Reval direkt aus Moskau.
B i s k u p s k i hat sich dahin ausgesprochen, dass Trelitsch-
Lincoln, der in Prag unter dem Decknamen Lichotzki wohnhaft war,
während er sich in Wien lange nannte, das ganze »Komplott« an
die Franzosen verraten habe. Gegenwärtig wohnt er in Prag unter dem
Decknamen Gouden oder Bodon,- Biskupski und Butenko haben zum
»Goloss Rossij« Fühlung.
Wie aus französischer Seite ermittelt werden konnte, war Diede-
richs französischer Agent in Prag, arbeitet über gleichzeitig an
einer russischen Organisation, aus der er aber nach 2 Monaten Arbeit
wieder entfernt wurde. Infolgedessen konnte er auch über das den
Russen vorliegende Material nicht unterrichtet sein. Das hinderte
Diederichs allerdings nicht daran, den Franzosen meist erschöpftes
Material zu vermitteln. Vor kurzem bestand die Organisation darauf,
dass D. nach Belgrad abgeschoben wurde, nachdem man in Belgrad vor
ihm gewarnt hatte. Es ist nicht ausgeschlossen, dass es D. gelingen
wird, mit französischer Hilfe nach Berlin zu kommen. In Berlin hat
er an Jefimowski einen treuen Freund. Auch letzterer hat in Prag
Fühlung zu den Franzosen und wollte in Berlin, wie er selbst einge-
standen hat, für die Franzosen arbeiten. Hat diesen Plan aber hernach
aufgegeben. Sowohl Diederichs als auch Jefimowski haben enge Fühlung
zum französischen Gibcse, dem Nachrichtenchef in Prag. Wohl durch Die-
derichs resp. die Franzosen ist das russische Material in Sawinkows
Händen gekommen.
Der französische N.D. sucht Meldungen über Friedlieb (er wird dort
für einen bolschewistischen Agenten gehalten), Breitmann, Barlinson,
Nasomow, Schkljaver und Professor Gatschtschenko. Auch die Affaire
Brendt (Patronenankauf) interessiert dort. Ferner werden Ermittlun-
gen über Linde und Stroganow angestellt.
In allgemeinen Fragen ist der französische N.D. dafür interessiert,
zu erfahren, ob die deutsche Armee von 130 000 Mann auf 100 000
herabgesetzt worden ist, welche Massnahmen hierfür getroffen werden,
ferner welche deutschen Nachrichtenstellen in Ostpreussen, insbeson-
dere in Gumbinnen, Allenstein und anderen Ortschaften bestehen,
die Namen und möglichst auch die Photographien der am deutschen
N.D. beschäftigten Offiziere und Agenten.
Die russische Frage (insbesondere der Bolschewismus) wurde in Ber-
lin vom Franzosen de Jonquière bearbeitet, im Baltikum
vom Obersten Archin. Als Kenner der russischen Frage gilt
im französischen Generalstab ein gewisser Ribul, der demnächst
auf einen höheren Posten ernannt werden soll. Es ist nicht ausge-
schlossen, dass Ribul sich nächstens in Kowno oder in Wilna nieder-
lassen wird.
Streng vertraulich wird gemeldet, dass die Franzosen auf eine
militärische Intervention in Sowjetrussland vollkommen verzichtet
haben, doch hat man den Gedanken keineswegs aufgegeben, einen Um-
sturz in Russland selber vorzubereiten, resp. zu unterstützen. Zu
diesem Zweck unterhält man Verbindungen mit antibolschewistischen
Organisationen, beispielsweise bei den sog. "Grünen" die auch fran-
zösischerseits finanziert werden sollen. Für den französischen N.D.
arbeiten in Kowno u.a. Kubliski (?), Petrusche-
witsch, Romischewski (Rissini), Therese,
wohl die Frau Romischewskis, die ihrerseits Fühlung zu einem gewis-
sen Fjedor Fjedorowitsch hat).
Über die bolschewistische Propaganda in Litauen.
Die bolschewistische Mission Exelrods vermehrt ihr Beamtener-
sonal (gegenwärtig arbeiten dort 80 Angestellte). Lebhafter Verkehr
von Kourieren zwischen Deutschland und Lettland und Litauen. Die
Delegation ist scharf an der Arbeit, die gedrückte Stimmung der
litauischen Arbeiterchaft wieder zu heben und die professionellen
Verbände wiederherzustellen. Zu diesem Zweck wird das zentralbüro
der ZKZ prof. Verbände subssidiert. Doch geht die Arbeit nur lang-
sam vonstatten, denn erstens ist die Fabrikarbeitschaft in Litauen
überhaupt wenig zahlreich und zweitens sind die Arbeiter nicht einig
untereinander, drittens aber ist ein neues Gesetz erlassen worden,
wonach es Eisenbahnern und den Arbeitern in Fabriken überall unter-
sagt ist, sich professionellen Verbänden anzuschliessen.
Die litauische Regierung hat die Massnahmen getroffen, die
Gewerkschaftsbewegung in ihre Hand zu bekommen und betreibt in
dieser Richtung eine durchaus zielbewusste Propaganda.
Axelrod hat feste Verbindung zum Vorsitzenden des Zentrums der
Kommunistenpartei in Kowno- auch versieht er diese Partei mit
Instruktionen und reichlichen Mitteln. Alin (Pressescheff der bolsch.
Mission) sorgt für Verbreitung der kommunistischen Blätter »Bjednota«
(Armut) »Istwestja« (Nachrichten) und »Prawda« (Wahrheit).
Es konnte festgestellt werden, dass Axelrod und das Delegations-
mitglied Polonski Vorarbeiten treffen, das Gefängnis in die Luft
zu sprengen, um einen Bolschewik, der dort gefangen gehalten wird,
zur Flucht zu verhelfen. Allein der Versuch misslang.
Die Sowjetmission treibt eifrigste Propaganda in der Organisation
der Schawelsker Schützen und führt namentlich Listen aller Frei-
willigen, die sich dieser Organisation angeschlossen haben. Axelrod
hat die recht ansehnliche Organisation der "Bundisten Kommunisten"
wieder erstehen lassen. Die Arbeit der Organisation erstreckt sich
über ganz Litauen. Es handelt sich um ein rein jüdisches Unternehmen
antistaatlicher aber auch antizionistischer Natur. Gleichzeitig mit
dieser Organisation erstand auch der "Poalci-Zion" und hat sich
dem Bund angeschlossen. In der Wohnung eines gewissen Rom befindet
sich eine Unterabteilung des Generalstabes. Täglich werden dort
Kouriere empfangen, auch verdächtige deutsche finden sich bei Rom ein
die Karten und Dislokationspläne bei sich haben, die dann an Ort
und Stelle copiiert werden, dass aus Sowjetrussland nach Polen keine
Kouriere mehr geschickt werden sollen, vielmehr wird die Arbeit
in Kowno bei Rom und Bobrow konzentriert werden.- Die an der
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die an der litauischen Grenze abgefassten spartakistischen Kouriere
Loewenheim und Banat sind nach Deutschland abgeschoben worden.
Ergänzend wird gemeldet, dass beide aus Eydkuhnen geflohen sind.
Die litauische pegierung erhält aus Deutschland zuverlässige
Nachrichten über sämtliche russische Organisationen, die in West-
europa bestehen. Der erste Bericht dieser Art behandelt die
Tschecho-Slowakei.
Die Vertreter des Spartakistenbundes (Gruppe Ostpreussen, zentrum
Königsberg) Münsterberg und Friebel entsenden
in den nächsten agen einige Kouriere nach Litauen, Lettland Est-
land und Polen und zwar: Peters aus Lettland und J an
Blumberg (aus Alt Autz in Kurland). Die beiden genannten
werden neue Aktionspläne hinüberschaffen, in denen auch übrigens
sämtliche Revolutionstribunale namentlich angeführt sind,- dies
für den Fall, wenn im kommenden Putsch im Januar resp. Februar
die Spartakisten die Oberhand behalten sollen. Der Plan sieht vor,
sämlich Staaten zu einem Kommünistereich zu verschmelzen. Kopp
entsendet aus deutschland seine Agenten nach Litauen und Estland.
Am 1.12 findet in Moskau eine Konferenz der litauischen Kommunisten
statt.
Wie aus russischer Quelle verlautet wird in Deutschland lebhaft
für einen Kommunistenputsch im Januar resp. Februar vorgearbeitet
und zwar je nach der militärischen Lage an der polnischen front.
Aus deutschland werden über Litauen Techniker und Facharbeiter,
besonders aber Flieger nach Sowjetrussland hinüberbefördert. Auch
die Litauer nehmen Flieger gern in ihren Dienst.
Kopp schafft waren aus Hamburg nach Russland auf dem Frachtdampfer
"Subbotnik"
Die Sekretärin Burzew, Frau Gladysch interessiert sich besonders
lebhaft für Bermonds Pläne. In der vorigen Woche gab sie einen
Thee, um Bermond Gelegenheit zu schaffen, zu den Franzosen engere
Fühlung zu nehmen.
Gutschkow entfaltet nach seiner Rückkehr aus Paris
nach Berlin eine recht lebhafte Tätigkeit. Er macht den versuch,
alle in Berlin bestehenden Organisationen (das russische rote
Kreuz) das Komité für Flüchtlingsfürsorge etc.) zu vereinigen
und um das Beilinsonesche Komite zu gruppieren. Aus diesem Anlass
hat am 29.1. eine Konferenz bei Gutschkow stattgefunden. Anwesend
waren u.a. Hessen, Schlippe, Asarewitsch.
Das Ergebnis der Konferenz ist bisher noch nicht bekannt geworden.
sowie ist jedenfalls richtig, dass sich schlippe grundsätzlich
mit Gutschkow einverstanden erklärt hat. Hessen bestand darauf,
alle sogenannten russischen Institutionen in Berlin müssten auf-
gelöst werden.
Das uebergewicht der bolschewistischen Linken verspricht im
Hinblick auf die bolschewistische auswärtige Politik wenig Erfreu-
liches. war doch die bisherige Sowjetpolitik auf Kompromisse ein-
gestellt. Kompliziert gestaltet sich auch die Lage infolge des
Friedensvertrages mit Polen, der ja wohl nicht von pauer sein
dürfte. Sollten die „achrichten über den Sieg der bolschewistischen
Linken“ zutreffen, so steht wohl zu erwarten, dass von den bis-
herigen Sowjetvertretern im Auslande nur Grillerson seine Stellung
ird beibehalten können. Die übrigen werden vermutlich alle
entlassen werden, und dementsprechend dürfte sich die auswärtige
Lage Sowjetrusslands verschlimmern. Bolschewistische Nachrichten
besagen, dass die revolutionäre Bewegung in spanien,Italien,
Portugal und im Balkan fortschreiten.
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Anders stände es in Deutschland,- der enge deutsche Nationalismus und das Festhalten am Traditionellen unterbindet die Arbeit der Sowjetregierung jetagitation. Der Parteitag in „alle und die Spaltung der Unabhängigen haben ein Ergebnis gezeigt dass, obschon der linke Flügel der U.S.P.D. stärker geworden ist, alle Kraft in Parteihaider zersplittert.
Über die allgemeine Frage in Russland meldet ein deutscher Courier, der soeben aus Petersburg in Berlin eingetroffen ist (er war im Kriegsgefangenenaustauschbüro beschäftigt)
Die Stellung der Sowjetmacht ist stark erschüttert.
Lenins Autorität ist ins Wanken geraten. Die bolschewistische«Linke» d.h. Trotzki also als deren Spitzführer wie überhaupt die Juden, beherrscht die Situation. In allerhöchster Zeit stehen wichtige Er- eignisse zu erwarten. Unter der Arbeiterschaft aber auch in der Roten Armee wird dafür agitiert, die Ueberreste der Intelligenz zu vernich- ten. In den Fabriken wird gegen die sogenannten «Spezi» d.h. die Spezialisten agitiert. Der Terror ist stark im Zunehmen. Sonowjew verbreitet – mit Bezugnahme auf seine Reise nach Deutschland– es herrscht hier Hunger und Not und die Deutschen erwarten die Bolsche- wiki mit Sehnsucht.
Weber die Lage in Lettland verlautet aus zuverlässiger Quelle: die bolschewistische Agitation wird lebhafter denn je betrieben, infolge dessen hat auch die kommunistische Bewegung nicht nur unter der Arbeiterschaft sondern auch im Militär stark zugenommen. Die Sowjet- delegation ist mit Arbeit überhäuft; sie setzt sich aus 72 Personen zusammen, die im Hotel Bellevue logieren, Fürstenberg, der Chef der Delegation, kann tun und lassen was er will. Wie der Sekretär der Delegation meint, sind im Verhältnis zur Arbeit zu wenig Beamte angestellt. Aus Moskau treffen immer wieder neue Angestellte ein, auch sachkundige aller Art. Es bestehen direkte Verbindungen nach Moskau hin, eine eigene Funkanlage und eine Reihe von Kourieren.
Obwohl, wie der Besitzer des Hotels versichert, die Zimmer mit Propagandaliteratur vollgepfroft sind, ist die Regierung garnicht imstande etwas dagegen zu unternehmen, muss sie doch fürchten, dass die geringste Reibung hinreicht, um zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu führen. Die Bolschewiki sind sich über die Lage natürlich auch vollkommen im Klaren und agitieren nach Kräften, wobei sie von den sozialistischen Parteien lebhaft unterstützt werden.
Die Disziplin bei der Armee lässt viel zu wünschen übrig, und An- zeichen des Verfalls machen sich bemerkbar. Ueber Mittel verfügt die Regierung nicht, die Schulden hingegen wachsen an. Die Versorgung mit Lebensmitteln ist befriedigend doch ist alles sehr teuer. Gerade hier setzt die bolschewistische Propaganda ein, das Schlagwort «Lett- land habe selbständig zu sein», hat an Popularität verloren. Die Mehrzahl der Bevölkerung (mit Ausnahme der Arbeiterschaft) die für eine Vereinigung mit den Bolschewki agitiert) ist für eine Verbindung mit Russland auf Grund einer weitgehenden Autonomie. Im Stabe sind viele ehemalige russische Offiziere beschäftigt. Die offizielle Sprache ist natürlich die lettische, do facto ist aber die Umgangs- sarge russisch. Die Konzentration der «Roten» an der Grenze beunru- higt die lettischen regierungkreise.
Einer anderen Quelle zufolge trifft die lettische Regierung energi- sches Massnahmen für den bevorstehenden Kampf gegen die Bolschewiki. Täglich finden Haussuchungen und Verhaftungen statt, auch vielfache Ausweisungen. Auch wird von Fällen berichtet, dass überreife Kommunis- ten nach der Verhaftung spurlos verschwanden. Gleichzeitig sorgt die Regierung für eine Registrierung der ehemaligen Bermondtoffiziere.
Die Lebensmittelpreise sind durchschnittlich folgende:
Brot……………………………5 – 6 Rbl pro Pfund
Butter…………………………55 = 60 „ „ „
Fleisch…………………………40 „ „ „
1 Ei………………………………3 Rbl. 50 Kopeken
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Eine Fahrt in der Elektrischen bis 9 Uhr Abends kostet 2 Rubel, nach
9 Uhr 3 Rubel. Unter der Teurung leiden natürlich die unbemittelten
Klassen der Bevölkerung am meisten und erhoffen eine Befreiung durch
die Bolschewiki.
In russischen »reisen werden folgende Nachrichten aus Litauen ver-
breitet:
Dort herrscht Unzufriedenheit im Zusammenhang mit dem Plebiscit in
Wilna. Die Litauer sind fest entschlossen, wenn auch mit Waffengege-
walt, sich Wilna zu erhalten. Sollte die Volksabstimmung zu Gunsten
der Litauer ausfallen, so sind die Litauer gegebenenfalls bereit,
die Bolschewiki gegen die Polen zu unterstützen.- In Litauen werden
energisch militärische Vorbereitungen getroffen; man formiert dort
neue Truppenteile und auch Deutsche werden in die Armee eingereiht.
An Bewaffnung und Munition fehlt es nicht; beides ist zum Teil in
Deutschland gekauft worden, oder stammt anderenteils von der Bernons:
armee. An der polnischen Grenze werden starke Truppenteile konzen-
triert. Vielfach wird von einer russisch-deutschen Freiwilligenarmee
gesprochen, die angeblich von Permondt geführt werden wird. Bermond
hält sich übrigens dauernd in Berlin auf und lebt hier auf grossem
Fuss.
Wie verlautet, ist Kopp von grossen deutschen Firmen ein Kre-
dit von 30 Millionen für den Einkauf von Gummi, Sohlenleder, Chemika-
lien und Medikamenten gewährt worden. Die Sommerwäre angeblich durch
die russischen Geldfonds in Schweden garantiert.
Vertraulich wird mitgeteilt, Moskau habe angelich die sogenannte
Levante-Dampferlinie (Stettin-Levante) aufgekauft. Die diesbezüg-
lichen Verhandlungen wären im Juli von Littwinoff geführt worden.
Das Geschäft sei im November abgeschlossen worden. Die Dampferlinie
vermittelte den Verkehr und Warentransport zwischen Russland und
Deutschland über Reval. Direktor der Linie ist der Jude Adolf
Sliwkin. Erworben wurden die Dampfer »Martha«, »Lina Wöhrmann«
und »Kirbass«.
Zwei bolschewistische Agitatoren namens Goldstein und
Bondarenko sind in Berlin eingetroffen und dem Büro der
russischen K.P.D. zugezählt. Im Oktober des Jahres hat Gold-
stein mit Genehmigung der deutschen Regierung die Kriegsgefangenen-
lager bereits um die Gefangenen über die gegenwärtige Lage in Deutsc
land und Russland aufzuklären. Goldstein hat natürlich für den
Bolschewismus agitiert und hierauf wurde ihm das weitere Bereisen
der Lager untersagt. Inoffiziell setzt G seine Propagandatätigkeit
fort, so war er z.B. im Lager Kottbus und Altendamm. Bondarenko
hta sich bisher dauernd in der Tschechoslowakei aufgehalten im
Lager Jablona. Gegenwärtig soll er nach Stettin abkommandiert werde
Blücherstrasse 3 hat sich eine Lehranstalt für bolschewistische
Propaganda aufgetan. Sie wird von Leo Schapiro geleitet.
Die Angestellten der Berliner bolschewistischen Mission kolpotie-
ren das Gerücht, dass zum 27.1. ein monarchistischer Putsch in
Deutschland geplant werde, der von der »Orgesch« organisiert
würde, desgleichen vom »akademischen Verband«.
Am 14.12 hat in einer Privatwohnung Berlin-Winterfeldtstrasse 7
eine Geheimversammlung kommunistischer Parteigenossen stattgefun-
den an der 18 Personen teilnahmen. Den Vorsitz führte Bern-
stein. Zweck der Versammlung war, die allgemeine Stellungnahme
der kommunistischen partei klarzulegen und Richtlinien im Hinblick
auf die Politik der deutschen regierung aufzustellen. Bernstein
wies in seiner Rede darauf hin, dass die kommunistische Partei
- 7 -
Partei eine Krise durchlebe, undes wäre erforderlich, zunächst zu
Zusammenschlusspolitik mit Sowjetrussland wenigstens zeitweise einzu-
stellen, denn träten die Kommunisten gar zu scharf für eine Vereini-
gung mit Russland ein, so würden die reaktionären Bewegungen in
Deutschland dadurch nur gefördert werden.
Am 14. 12 fand im Restaurant Potsdamerstrasse 68 eine Begegnung
zwischen dem Rittmeister Kowalenski und dem Chef der
bolschewistischen N.D. Lango statt. Kowalenski
hat Lango Material über die Arbeit der antibolschewistischen Organi-
sation in Deutschland übergeben. K. hat enge Fühlung zur Gruppe
Rimski-Korsakow und ist mit dem Fürsten Urossow befreundet.
(Gewährsmann bestätigt ausdrücklich die Richtigkeit der letzten Meldun
dung)
Von polnischer Seite wird die Nachricht verbreitet, dass starke
russische bolschewistische Kräfte im Raume zwischen Mogilew und
Polozk zusammengezogen werden. Man neigt in Polen zu der Ansicht, dass
die Bolschewiki einen Atreich nach dem Muster Zeligowskis vorhaben.
Der Führer, Präsident der litauischen Sowjetrepublik Kapskas könnte
z.B. entgegen den offiziellen Moskauer Weisungen mit Roten Truppen
Wilna nehmen und dort wieder die Sowjetrepublik ausrufen. Moskau
würde so sagen können, dass es den Friedensvertrag nicht verletzt
habe.
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ДИПЛОМАТИЧНИЙ ВІДДІЛ
ПОСОЛЬСТВА УКРАЇНСЬКОЇ НАРОДНОЇ
РЕСПУБЛІКИ В НІМЕЧЧИНІ.
№ 115
POLEN UND RANDSTAATEN.
(Uebersicht über die zeit vom Oktober bis Dezember 1920)
Militärisches.
1.Kampfhandlung n und Kräfteverteilung.
Nach der zweiten Niederlage des russischen Nordflügels in den Gefechten bei paranowitsch und Lida Ende September drangen die Polen zwischen den Pripjatjämpfen und der Bahn Lida-Polotzk schnell vor. Auch weiter südlich, in den Pripjatjsämpfen, in Wolhynien und in der Ukraine, wichen die Russen fest kampflos nach Osten aus.
Am 18. 10 trat der am 22. 10 in Riga abgeschlossene Waffenstillstand in Kraft. Die Polen hatten bis zum 18.10 die allgemeine Linie Mogilew Podolsk-Zmerinka (in diesem Abschnitt Ukrainer unter Pawlenko) -Chmjelni-Östlich Nowograd Wolynsk-Oljewsk halbwegs Pinsk-Mosyr-westlich Minsk-Molodetchno-Dissna (an der Dünä) erreicht. Sie standen also in dem weiten Abschnitt zwischen der Bahn Tarnopol-Odesssa und Molodetschno, namentlich in der Ukraine und Wolhynien, Östlich der im Rigaer Vorfriedensvertrag am 12. 10 festgelegten neuen Grenze gegen Russland (Karte)
Die im Waffenstillstandsvertrag festgesetzte Räumung des von den Polen östlich der Grenze besetzten Gebietes, die am 18.10 begonnen sollte, wurde von den Polen bis Mitte November hinausgezögert. Dadurch verschafften sie den auf ihrem Südfügel eingesetzten Ukrainern, die zu den Verhandlungen in Riga nicht zugezogen worden waren, und den in Polen a s russischen Kriegsgefangenen aufgestellten Verbänden der »Freiwilligen russischen Volksarmee« Zeit und Raum zum Vorgehen in Wolhynien, am Pripjatj und in Gegend Minsk. Die Ukrainer und die freiwillige russische Volksarmee konnten Boden gewinnen, so lange die polnische Armee noch in den von ihr erreichten Stellungen die Flanken der einzelnen, getrennt vorgehen -den antibolschewistischen Abteilungen deckten. Die Lage änderte sich jedoch mit dem Abzug der Polen auf die neue Grenze. Den durch den Waffenstillstand und dann durch das Zurückgehen der Polen entlasteten Bolschewiki gelang es, die Ukrainer und die Freiwillige russische Volksarmee bis Ende November mit schweren Verlusten über die polnisch-russische Grenze zu werfen, wo sie die Polen entwaffnen mussten. Ueber die neue Grenze stiessen die Russen nicht nach. Zur Zeit herrscht an der polnisch-russischen Front Ruhe. Die Polen haben seit dem „Waffenstillstand 8 Inf. Div und eine Kav. Brig. an der Front gegen Russland belassen.Reserven für den Nordabschnitt könnten sie angewiesst der sich in Gegend Witebsk bildenden russischen Kräftegruppe den zur Zeit noch an der Front gegen Litauen eingesetzten Verbänden entnehmen.
Die polnisch-litauischen Kämpfe, die sich im Anstoss über den polnischen-Verstoss Ende September über litauisches Gebiet gegen den russischen Nordflügel bei Grodno im Gebiet von Suvalki entstanden, wurden für dieses gebiet durch einen Waffenstillstand am 2.10. abgeschlossen. Dafür setzten die Polen jedoch die durch den günstigen Verlauf der Operationen gegen den russischen Nordflügel freigewordenen Kräfte zur Wiedergewinnung von Wilna ein. General Zeligowski stiess mit den beiden weißrussische litauischen Divisionen gegen Wilna vor und nahm Wilna fast kampflos am 9.10. Um die polnische pegierung zu entlasten, entrückte general Zeligowski in Kerbundes, Wilna wieder zu räumen, kam Zeligowski nicht nach. Polen unterstützte ihn durch Entscheidung der an der Front gegen Russland freigewordenen Kräfte, so dass bis Ende September 13-15 Divisionen und einige Kavallerie-Brigaden gegen Litauen bereitstanden. Verstärkungen der Litauer im Gebiet westlich Wilna gaben Zeligowski Ende
- 2 -
Ende Oktober den gewünschten Anlass zu Angriffen, die jedoch er-
folglos verliefen. Auch ein am 18. 11. auf Wilkomir wiederholter
Vorstoß scheiterte.
Da die erhoffte Unterstützung der polnischen Angriffe durch
Lettländ ausblieb, Lettland vielmehr die anfänglich polenfreundliche
Haltung aufgab und sich Litauen näherte, wurden die polnischen Vor-
stöße eingestellt, am 30.11. durch Vermittlung des Völkerbundes
ein Waffenstillstand geschlossen. Ueber die Zugehörigkeit des Wilna-
er Gebietes soll durch Volksabstimmung entschieden werden.
Neben den Misserfolgen in den Kämpfen gegen die Litauer und der
veränderten Haltung Lettlands kann die wachsende Bedrohung des
Nordabschnittes der russischen Front durch die Bolschewiki und die
im Hinblick auf die bevorstehende Abstimmung in Oberschlesien
besichtigte Verstärkung der Front gegen Deutschland die Polen zu
einer vorläufigen Einstellung der Feindseligkeiten gegen Litauen
bewogen haben.
An der gesamten Westfront Polen gegen Deutschland (von der
oberschlesischen Grenze bis zur Ostsee) wie an der Grenze Polens
gegenüber Ostrereussens waren bis Anfang Oktober nur Grenzschreiter-
Formationen in geringer Stärke eingesetzt. Reserven waren nicht vor-
handen. In den an die front grenzenden Gebiete lagen nur Ersatz-
truppen. Dieses Gebiet änderte sich jedoch bereits in der ersten
Oktoberhälfte, an der Westgrenze Polens.
An der oberschlesischen Grenze traten irreguläre Formationen
(P.O.W.) auf, die Mitte Oktober eine Stärke von rund 10 000 Mann
erreichten. In der Provinz Polen wurde von der Ostfront 1 Res.
Inf. Brig. zu 3 Re-menter verlegt, eine gleiche Zahl in Posen
selbst aufgestellt. In der zweiten Oktoberhälfte wurden die irregu-
lären Gruppen durch weitere Kräfte, auch durch Marschtruppenteilen,
auf 17 000 Mann verstärkt.
Im November begannen die Antransporte geschlossener Verbände
von der Ostfront und die litauische Front an die oberschlesische
Grenze nach Posen, nach # streuressen und nach dem Westteil Kongress-
polens (s.Karte). An der oberschlesischen Front trafen weitere
Marschtruppen aus Posen und Westpreussen ein. Die in Oberschlesien
gebildete, auf 40 000 Mann zu schätzende P.O.W. wurde durch Stoss-
trupps der polnischen Armee verstärkt.
Die polnische Regierung hat versucht, den Antransport geschlosse-
ner Verbände an ihre Westgrenze durch die beobachtigte Demobilisie-
rung dieser Verbände zu erklären. Diese Erklärung ist nicht richtig.
Es haben sich bisher Entlassungen aus den aktiven Truppen, die
einer Demobilisierung auch nur entfernt gleichkommen, nicht feststellen
lassen. Auffällig ist weiter, dass geschlossene Verbände nur an
die Westgrenze und die anschliessenden Gebiete, nicht aber in den
Ostteil Polens verlegt wurden. Die Truppenverschiebungen in den
Westteil Polen lassen sich also nur mit der Vorbereitung eines
Angriffes auf Deutschland erklären, der bei einer für Polen ungün-
stigen Ausfall der oberschlesischen Anstimmung die Gewinnung dieser
Provinz zum Ziel hat. Hierzu wird sich voraussichtlich die ober-
schlesische P.O.W., unterstützt durch die gesamte polnische P.O.W.
bei einem für Polen nicht günstigen Ausfall der Abstimmung in den
Besitz Oberschlesiens zu setzen versue en. Starke Teile der polni-
schen Armee werden dann so bereit verseu en. Stärke Teile der polni-
schen Armee werden dann so bereit gehalten werden, dass sie die in
Oberschlesien befindliche P.O.W. durch Vergehen auf Oberschlesien
von Osten und Norden her unterstützen können.
----------0000000----------
2. Ersatz-Organisation.
Der Ministerpräsident Wilos erklärte an 23.11. im polnischen
Landtag, dass sieben Jahrgänge entlas en sind. Diese Erklärung
trifft nur in gewisser Hinsicht zu. Entlass n wurden bisher gen z
3
die Jahrgänge 85-89, ferner aus den Ersatztruppenteilen (aber nicht
aus den Fronttruppen) die eingezogenen Mannschaften
der Jahrgänge 90-94 und 01 und 02. Außerdem gelangen von den Frei-
willigen zur Entlassung: neben den Jahrgängen 85-89 die Jahrgänge
01 und 02, ferner die Infanteristen und Artilleristen der Jahrgänge
90-98, sowie die Schüler und Lehrer höherer Lehranstalten und die
Studenten. Da die Jahrgänge 85-89 sich zum größten Teil bis zu
ihrer Entlassung in den Ersatztruppen und nicht in den Fronttruppen
befanden, so werden die Fronttruppen von den Entlassungen nur wenig
berührt.
Die Entlassung einer größeren Anzahl Freiwilliger trifft in
erster Linie die Freiwilligenverbände , deren allmähliche Auflösung
infolge Mangels an Offizieren und infolge ihrer Zusammensetzung
fest durchschlag aus Beamten, höheren Schülern, Studenten u.s.w.,
bereits im September beschlossen war. An Freiwilligentruppen waren
bisher 23 Inf. Rgtr. (Nr. über 200), 9 Kav. Rgtr. (Nr. über 200)
und 2 Feldart. Rgtr. bekannt geworden. Die Infanterie-Regimenter
zählten jedoch im allgemeinen nur 1-2 Bataillone. Zu den Freiwilli-
gentruppen gehören ferner die truppen zum Teil mit Nummern über
150, von denen 24 Inf. Regtr. mit je 1-2 Bataillonen und 2 Kav.
Rgtr. festgestellt wurden. Die Massen dieser Regimenter gehören
wahrscheinlich zu den Reservetruppen, die im allgemeinen auf die
einzelnen höheren Verbände verteilt sind und nur zum geringen Teil
zu Reserveverbänden (Res. I.f. Brigade, bisher 3 bekannt) zusammen-
gefasst werden. Es ist möglich, dass bei weiteren Entlassungen die
Reservetruppen nach und nach aufgelöst werden.
Dass alle gesamten Entlassungen nur als vorübergehend angese-
hen werden müssen, beweist eine Nachricht, nach der die Mannschaften ihre Waffen behalten. Als einen weitere Massnahme zur schnellen
durchführung einer Mobilmachung aller Kräfte in Posen und West-
preussen ist die Beibehaltung und Vervollkommnung der Bürgerwehr
in diesen Gebieten anzusehen. Zur Zeit sind Bestrebungen im Gange,
auch die POW., die Schützenverbände und die Sokolverbände Posens
und Westpreussens enger an die Bürgerwehr anzuschliessen, um gegeben-
enfalls eine gemeinsame Verwendung dieser Organisationen mit der
Bürgerwehr erzielen zu können.
3. Stand der Bewaffnung. Munitionslage.
Die Bewaffnung zeigt noch immer grosse Verschiedenheiten. Ausbau
der z.Zt. 1, allgemeinen nur 6 Batterien in jedem Regiment zählenden
kongresspolnischen Feldartillerie zu 0 Batterien in jedem Feldartl.
Rgt. wird angestrebt. Anfang Oktober trafen über Danzig aus Frankreich Minenwerfer in solchem Umfange ein, dass in jedem Inf. Rgt.
eine M.W.-Kompanie aufgestellt werden konnte. Der Nachschub von
Munition über Danzig hält an. An Munition scheint z.Zt. kein Mengel zu herrschen. Am 20.11. wurde in Warschau die erste grössere
Munitionsfabrik Polens eröffnet. Sie dürfte erst im Frühjahr 1921
voll betriebsfähig werden.
4. Stimmung in der Armee.
Die an den Kämpfen an der litauischen Front beteiligten kongress-
polnischen Gruppen haben sich im allgemeinen schlecht geschlagen.
Die Bewegung der Freiwilligen bei der Entlassung hat die Kriegs-
und Dienstmüdigkeit eines Teils der eingezogenen Mannschaften
gesteigert. Infolge der immer schlechter werdenden Verpflegung
und der zunehmenden Trennung herrscht in einem Teil der Truppe Miss-
stimmung. Ihr wird durch eine Propaganda entgegengearbeitet, die
eine Verbesserung der schlechten wirtschaftlichen Lage Polens
durch den Erwerb Oberschlesiens verspricht. Ein Erfolg dieser
Propaganda ist zunächst in der Entsendung von Stoßtruppen nach
Oberschlesien selbst und von Formationen zur Verstärkung der
P.O.W. an der Grenze Oberschlesiens zu erblicken. Die Propaganda
kann sich kurz vor der Abstimmung zur einer Kriegshetze gegen
Deutschland steigern, die ihre Wirkung namentlich bei den ehemals
deutschen Polen nicht verfehlen dürfte.
5. Offizierskorps.
Eine Anzahl Generäle und der ehemals russischen und österreichi-
schen Armee, sowie zahlreiche Stabsoffiziere sollen zwecks Verjün-
gung der höheren Offiziere demnächst verabschiedet werden. Die
Notwendigkeit einer Vereinheitlichung und besseren Durchbildung des
zusammengewürfelten Offizierskorps ist erkannt worden. Massnahmen
hierzu wurden aber bisher nicht ergriffen.
-4-
VERHAELTNIS POLENS ZU DEUTSCHLAND. DIE OBER SCHLESISCHE FRAGE.
Die beworsten Abstimmung in Oberschlesien hat eine lebhafte Agitation in Polen ausgelöst. Polen sieht in dem Erwerb Oberschlesiens die letzte Rettung vor dem drohenden wirtschaftlichen Zusammenbruch. Die polnische Organisation in Oberschlesien werden verstärkt, Truppen bereitgestellt, alle Vorbereitungen getroffen.
Polen rechnet offensichtlich mit einer für Polen ungünstigen Abstimmung, da die polnische Presse die zeitlich getrennte Abstimmung der in den ausserhalb Schlesien wohnenden Abstimmungsberichtigten fordert. Die Polen führen offen von dem Zustrom deutscher Abstimmungsberechtigter nach Oberschlesien zu einer gleichzeitigen Abstimmung die Stärkung und damit den Sieg des deutschen Elements in Oberschlesien. Über die Abstimmungszeit und die Abstimmungsorte stehen noch Verhandlungen bevor, die durch die Entennote von 30.11 mit dem Vorschlage über ge rennte Abstimmung hervorgerufen wurden.
Die Hetze, die Polen mit der oberschlesischen Agitation gegen Deutschland treibt, die Schwierigkeiten, die es immer wieder dem Durchgangsverkehr durch den westpreussischen Korridor macht, stehen im schärfsten Gegensatz zu den wiederholten Versuchen der Polen, durch ein Wirtschaftsabkommen mit Deutschland die deutsche Wirtschaftssperre gegen Polen zu beseitigen. Diese polnischen Annäherungsversuche an Deutschland sind durch den mangel Polens an Industrieprodukten diktiert zeigen damit das Mittel, das dem durch den Versailler Vertrag geknebelten Deutschland allein übrig geblieben ist, um seinerseits einen Druck auf Polen ausüben zu können.
Der nach den Bestimmungen des Versailler Friedens abzuschliessende polnisch-Danziger Vertrag wurde am 9.11. von Vertretern Polens und Danzigs unterzeichnet, Danzig an 15.11. zur Freistadt erklärt. Danzi bleibt militärisch und wirtschaftlich von der polnischen Herrschaft befreit. Jedoch ist der Polen von Völkerbund ein Kontrollrecht über sämtliche Verkehrswege und das Anrecht auf den militärischen Schutz der Freistadt bei einer Bedrohung der Über Danzig nach Polen laufen- den militärischen Zufuhr zugesanden worden. Die letztere Bestimmung könnte Polen später den gewünschten Anlass zu einer längeren Besetzung Danzigs geben. Die am 6.12. gewählte Regierung Danzigs wurde aus den deutschen Rechtsparteien gebildet. Die Polen und die Linksparteien haben sich an der Wahl nicht beteiligt.
DIE POLNISCH-RUMÄNISCHEN UND POLNISCH-UNGARISCHEN VERHANDLUNGEN.
Durch Take Jonescu, den rumänischen Ministerpräsidenten, wurden Anfang November in Warschau mit Polen Verhandlungen über eine Konvention zwischen Polen und Rumänen geführt. Hinter diesen Verhandlungen stand Frankreich. Durch eine polnisch-rumänische Verbindung, die denn durch den Anschluss Lettlands, Estlands und Finnlands an den polnisch-rumänischen Bund vergrössert werden sollte, wollte Frankreich den alten Plan der Abschürung Russlands durch einen russland-feindlichen Staatenbund von der Ostsee bis zum Schwarzen Meere verwirklichen. Der Plan misslang jedoch. Die Sonderinteressen Polens in Nordwesten einerseits, die Sonderinteressen Rumäniens in Mitteleuropa, namentlich Tschechien gegenüber, andererseits liess die Verhandlungen ergebnislos verlaufen. Polen hat damit vorläufig auf eine Verbindung mit Rumänien verzichtet. Es scheint dafür in letzter Zeit eine Annäherung an Ungarn zu suchen. Ende November fanden zunächst in Warschau Veranstaltungen wirtschaftlicher Art mit einer ungarischen Delegation statt. Die Vermutung liegt nahe, dass bei dem Gegensatz Ungarns und Polens zu Tschechin die jetzt angeknüpften Verbindungen zwischen Ungarn und Polen auch in militärischer Hinsicht befestigt werden.
INNENPOLITIK.
Nach der Beseitigung der russischen Gefahr lebten die Parteikämpfe wieder auf und verzögerten wie bisher die Arbeiten des Landtages, der trotz zweijährigen Bestehens des polnischen Staates immer noch nicht dem Lande eine Verfassung gegeben hat. Nach langen Kämpfen wurde im Oktober die Gründung eines Oberhauses (Senats) beschlossen, dass nach der Abstimmung der Regierung infolge seiner
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seiner Zusammensetzung aus ernannten und erwählten Mitgliedern
der Müsseren und namentlich der inneren Politik die bisher fehlen-
den Stetigkeit geben soll.
Der Senat wird von den linken Parteien heftig bekämpft. Sie ver-
langen seine Zusammensetzung aus nur gewählten Mitgliedern, wodurch
der Senat nur dem zerspaltenen Landtag nachgebildet würde. Die
Form der Zusammensetzung ist noch nicht entschieden. Hierüber soll
erst im Januar beraten werden.
Der Angriff der linken Parteien gegen die rechten in der Senats-
frage wurde mit denen verquickt, die auf Grund der schlechten
Finanz und Verkehrslage gegen die hierfür verantwortlichen Minister
der rechts stehenden Nationaldemokratie geführt wurden. Die Natio-
naldemokratie zog darauf ihre Minister aus der Regierung zurück
und trat damit aus dem Regierungsblock aus. Zur Zeit stützt sich
die Regierung nur auf die Linksparteien. Sie verfügt daher nur
über eine ganz schwache Mehrheit. Weitere „Eibungen und Regierungs-
umbildungen sind namentlich im Hinblick auf die gesperrte Aussere
Lage jederzeit möglich.
Die Unterdrückung der deutschen nimmt ihre Fortsetzung. Die
Mehrzahl der deutschen Schulen wurde geschlossen. Von den deutschen
Zeitungen dürfen nur die den Polen genehmen erscheinen. Den deut-
schen Besitzern und Angestellten droht bei einer Option für Deutsch-
land die Gefahr, von Grund und Boden vertrieben zu werden. Mit
ähnlichen Mitteln wie bisher gegen die Deutschen werden die Polen
gegen die Nichtpolen aus den Jüngst im Osten erworbenen Gebieten
vorgehen. Anspielungen polnischer Soldaten als Befestigung des
Polentums im Osten sind im grösseren Umfange vorgesehen.
WIRTSCHAFTSLEBEN.
Tiefstand der polnischen Mark, Verpflegung mangel und Darnieder-
liegen der Industrie und des Handels, nicht nur in den vom Welt-
kriege berührten Gebieten, beweisen, welche grossen inneren Schä-
den der polnische Imperialismus neben dem schlechten Arbeiten des
Beamtenapparates verschuldet. Von 60 % der deutschen Mark im Frühjahr
1920 ist die polnische Mark trotz des Rieger Friedens auf fast
11 % der deutschen Mark gesunken. Eine Verbesserung der Valuta
scheint ausgeschlossen zu sein, da Polen nicht nur die Zufuhr von
Ausland-Industrieartikeln, sondern auch auf Verpflegungsartikel -
einfuhr angewiesen bleibt. Die Ernte war schlecht. Grosse Bestände
sind im Osten Polens durch die Russen vernichtet worden. Polen muss
infolgedessen mit hohen Unkosten Getreide in Rumänien und Amerika
einkaufen. Bei der schlechten Finanzlage des Staates muss ein
grosser Teil der Kosten auf die Verbraucher abgewälzt werden, die
Preise werden daher steigen. Auch die bisher noch leidliche Fett-
und Fleischversorgung muss sich verschlechtern und verteuern, da
grosse Viehbestände durch Seuchen verloren gingen. Die schlechte
Verpflegungslage und die damit verbundene Vertuerung des Lebens-
unterhaltes führte vielfach zu Lohnforderungen, die in ihrer Höhe
sich allmählich den in Russland üblichen Löhnen anpassen. Streiks
bei Versagen der Forderungen waren die Folgen der wirtschaftlichen
Verfahrenheit. Es liegt auf der Hand dass die Entlassungen aus der
Armee die wirtschaftliche Lage noch verschlechtern und die Zahl
der Arbeitslosen vermehren müssen.
Die schlechte, wirtschaftliche Lage Polens wird sich die Pro-
paganda der Bolschewiki zunutzen zu machen versuchen. Ob sie Er-
folg haben wird, steht indes dahin. Vorläufig lenkt die polnische
Presse und die polnische Propaganda das Volk noch mit Erfolg von den
verzweifelten Zuständen im Innern Polens ab durch die Verheissung,
das mit der Einverleibung Oberschlesiens Polen gesunden müsse.
POLITISCHES - AUSSEN POLITIK.
Die polnisch-russischen Verhandlungen.
Unter dem Druck der zweiten Niederlage des Nordflügels der Front
gegen Polen und der Beruhung des Donjez-Gebietes durch Wrangel/
gaben die Russen in Riga den Polen nach. Die Russen verzichteten
auf ihre Forderung nach einer Beschränkung Polens im Osten auf die
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die Sprachgrenze und erklärte sich mit einer russisch-polnischen
Grenze einverstanden, die durch den Korridor nach der Dünne Russlands
von Litauen und damit von Westen Europas abschneidet, die ferner
weite weissrussische und ukrainische Gebiete von Russland abtrennt.
Am 12.10 wurde der Waffenstillstands-und Vorfriedensvertrag in Riga
unterzeichnet. Der Waffenstillstand trat am 18.10 in Kraft; die
Retifikationsurkunden des Vorfriedensvertrages wurden am 2.11 in
Libau ausgetauscht. Die Niederlage, die die Russen mit dem Rigeer
Vorfrieden erlitten, waren jedoch nur eine scheinbare und vorüber-
gehende. Der Rigaer Vorfrieden war nur ein Schachzug der Russen ihrer
Gegnern gegenüber. Sie schalteten Polen aus, um sich mit aller Kraft
auf Wrangel, als den gefährlichsten Feind, stürzen zu können. Mit
der Vernichtung Wrangels änderte sich die Haltung der Russen auf
der am 14.11 in Riga begonnenen endgültigen Friedenskonferenz. Die
Russen suchten nach Gründen, die eine Revision des Vorfriedens ermög-
lichen. Ihre Armee wird so gequält, dass sie gegebenenfalls eine
Revision des Vorfriedens erzwingen kann.
Um für die neuen Rüstungen gegen Polen zeit zu gewinnen,
scherten die Russen die Verhandlungen hin. Die Verhandlungen über
Gefangenen austausch und Entschädigung leisten dieser russischen
Taktik Vorschub. Das Vorgehen der bald von den Russen beseligten
Freiwilligen russischen Volksarmee und der Ukrainer aus polnischem
Gebiet gab Anlass, Polen den Bruch des Vorfriedens vorwerfen zu
können.
Die Polen haben die ihnen erneut von Russland drohende Gefahr
erkannt. Am 15.11. verlangte der polnische Aussenminister in einer
Note von Russland die Festsetzung des Zeitpunktes für den endgülti-
gen Friedensschluss und baldige Abrüstung. Die Russen antworteten
ablehnend und gingen ihrerseits diplomatisch zur Offensive über.
Sie machen die Polen für alle Kegreiffe an der russisch-piknischen
Front, auch für alle weiteren Uebergriffe Zeligowkis verantwortlich
und lassen keinen zweifel darüber, dass sie erneute Zwischenfälle
mit einem Abbruch der Verhandlungen beantorten würden. Dass einem
Abbruch der Verhandlungen jetzt aber die Wiederaufnahme der Feind-
seligkeiten folgen kann, ist anzunehmen.
VERHALTNIS POLENS ZU LITAUEN UND LETTLAND.
Dem Vorstoss des Generals Zeligowski auf Wilna am 9.10
schien ein allgemeiner Angriff der Polen auf Litauen in Verbindung
mit einem lettischen Angriff von Norden her folgen zu sollen. Die
Lage änderte sich jedoch, als Lettland in der Erkenntnis, dass Polen
nach der Niederlage Litauens an die Erwerbung des Libauer Hafens
und Lettgullens, über Gebiete um Dünauburg, dachte, von Polen abrückte.
Die Aenderung der lettischen Politik führte dann zu einer Annäherung
Lettlands zu Litauen. Alle Versuche Polens und Zeligowskis, Lettland
wiederzugewinnen, scheiterten. Lettland liess Polen wissen, dass
es bei einem Vorstoss auf Kowno Lettland an der Seite Litauens
finden würde.
Die politischen und militärischen Misserfolge gegenüber Litauen
und die beginnende Verlegung des militärischen Schwergewichts an die
deutsche Front veranlassten Polen zur Einstellung der Feindseligkei-
ten gegen Litauen. Am 30.11. trat ein Waffenstillstand in Kraft
der bisher von den Polen gehalten wurde. Ueber die Zugehörigkeit
des zwischen Polen und Litauen stitigen Gebietes in Wilna soll
eine Volksabstimmung entscheiden. Ueber die Form der Abstimmung
und die Grenze des Abstimmungsgebietes wurde vor dem Völkerbund
und wird jetzt noch in Verschau verhandelt. Die Polen werden bei
der Abtiszung in Mittelland mit ähnlichen Mitteln arbeiten,
wie in Oberschlesien. Das Auftreten von P.O.W.-Formationen im Wilna-
er Gebiet weist am besten darauf hin.
RAN D S T A AT E N .
Die Anträge Estlands, Lettlands und Litauens um Aufnahme in den
Völkerbund wurden von der Völkerbundskenferenz abgelehnt.
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1. Finnland.
Am 14. Oktober 1920 wurde der Friede zwischen Finnland und Russland unterzeichnet, er ist russischerseits am 23. 10., finnische seitens am 12.12 ratifiziert worden. Danach ist das Petschenga-Gebiet Finnland zugesprochen worden, die Bezirke von Repola und Peräjärvi sollen unter Anenu des nationalen Selbstbestimmungsrechtes Ostkarelien einverleibt werden. Finnland und Russland verpflichten sich, die Neutralisierung des finnischen Meeresens und der Ostsee zu unterstützen. Daneben enthält der Vertrag eine Anzahl Bestimmungen über den Seeverkehr, Neutralisierung der Inseln u. dergl. In der Galandfrage hat die juristische Kommission des Völkerbundes erklärt, dass die Frage der souveränen Zusammengehörigkeit internationales Gepräge habe. Die Auffassung ist vom Völkerbund gebilligt worden.
Der finnischere Reichstag hat am 19.11. das Sprachgesetz angenommen. Darnach ist in den schwedisch-finnischen Gemeinden die Amtssprache zweisprachig, in den übrigen Gemeinden nur dann, wenn 10% Bewohner einem anderen Sprachstamm angehören.
Das finnische Budget für 1920 sieht Ausgaben von 2.332 205 37 finnische Mark vor.
Ein Teil des Hafens von Helsingfors ist als Freihafen für den Durchgangsverkehr nach Russland erklärt worden.
Die deutschfreundlichkeit Finnlands hat sich trotz englischen und französischen Einflusses weiter gestärkt.
2. Estland.
A. Militärisches.
Die Stelle des Oberbefehlshabers wurde abgeschafft. Die Entsprechenden Befugnisse sind an den Minister des Innern übergegangen. Ein Antrag auf weitere Verringerung des Heeres (z.Zt. noch 3 Inf. Div. und 1 Panzerzug-Div) wurde von der Regierung angenommen.
B. Innere Politik.
Infolge der beabsichtigten Zuteilung von Gütern an besonders bewährte Militärpersonen demissionierte das Kabinett Tönnissen. An seiner Stelle trat unter Vorsitz des Ministerpräsidenten Piip ein nur aus der Arbeitspartei gebildetes Kabinett von 8 Ministern.
I. Äussere Politik.
In der äusseren Politik macht sich in der letzten Zeit der englische Einfluss besonders geltend. England vertritt in Zukunft Estland in allen denjenigen Staaten, in denen Estland keine eigenen Vertretung hat; die englische Sprache wurde auf den estnischen Schulen als erste Fremdsprache eingeführt.
Polen beschloss am 1. Dezember Estland de jure anzuerkennen.
3. Lettland.
A. Militärisches.
Die Demobilisierung der lettischen Armee wurde infolge des Vormarsches Zeligowskis gegen Litauen eingestellt; es befinden sich z.Zt. die Jahrgänge ab 1895 unter den Waffen. Die Hauptkräfte der lettischen Armee sind in der Gegend Dünaburg versammelt.
Über den Stand der Organisation der 5. Div. liegen nähere Nachrichten nicht vor.
B. Innere Politik.
Die Gerüchte von dem Sturz der Regierung Ulmanis haben sich nicht bestätigt.
Mit Amerika wurde ein Handelsabkommen auf Lieferung einer grösseren Anzahl von Lokomotiven, Eisenbahnwaggons und sonstigen Eisenbahnmateriel im Gesamtwert von 25 000 000 Dollar abgeschlossen.
C. Äussere Politik.
Durch das Verhalten Polens bei der Besetzung Wilnas durch Zeligowski sah sich Lettland gezwungen, in der äusseren Politik
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von Polen einzurücken. Lettland erblickte in dem Vormarsch
Zeligowskis eine Gefahr für Lettgallen und schloss daher am 27.11.
ein militärisches Bündnis mit Litauen. Vertreter Zeligowskis,
die zur lettischen regierung entsandt waren, wurden von dieser abge-
wiesen.
4. Litauen.
A. Militärisches.
Am 9. 10 wurde Wilna nach Rückzugskämpfen durch Zeligowski besetzt.
Infolge der Gefahr weiteren Vordringens Zeligowskis wurde die
Mobilisation angeordnet, die jedoch nicht einheitlich durchgeführt
worden ist.
Von der in Aufstellung befindlichen 4 Div. sind die Infanterie-
Regtr. 10 und 9 formiert., die Bildung des Inf. Rgtw. 12 ist noch
nicht vollendet, ebenso ist ein neues Kav. Rgt. in Aufstellung
(Reiter Rgt. 2) Ob es sich hierbei nur um Neuaufstellungen infolge
der Mobilisation handelt oder ob diese Formationen auch für das
Friedensheer beibehalten werden sollen, lässt sich noch nicht
erkennen.
Die gesamte Artillerie, deren grösster Teil in die Hände der
Polen gefallen war, wird neu organisiert. Über Stärke, beabsichti-
gte Gliederung und dergl. ist nichts bekannt geworden. Augenblicklich
dürfte die litauische Armee über 5-6 leichte Kanonen und 1. Hau-
bitzenbatterie verfügen.
An Neuaufstellungen voraussichtlich nur für die Dauer der Mobi-
lisation, sind bisher bekannt geworden: Freiw. Inf. Rgt."Eiserner
Wolf" (1 Battl. formiert, 2 Battl. in Aufstellung), Freiw. Reiter
Rgt. "Wolf" "Stärke nicht bekannt), "Weissruthenisches Batl."
(2Komp.formiert, 2 Komp. in Aufstellung), eine Anzahl Partisanen-
Abteilungen (Stärke und Gliederung nicht bekannt)
Gebildete Ostwehren wurden in "Schützenbund" zusammengefasst,
der weiteren Wehren organisiert.
B. Innere Politik.
Zur Vereinheitlichung der Regierungsgeschäfte trat an die Stelle
der bisherigen Regierung ein Direktorium unter dem Vorsitz des
Aussenministers Puryckl. Dieses Direktorium siedelte nach Kowno
über.
C. Aeusserere Politik.
Durch Intervention der Entente im polnisch-litauischen Konflikt
soll in dem stittigen Gebiet von Wilna eine Volksabstimmung stim-
mung stattfinden. Um hierbei Wilna den Litauern möglichst zu erhal-
ten, ist das litauische Direktorium mit weissrussischen Kreisen in
enge Beziehungen getreten. Mit einem weissrussischen Komitee wurde
ein Abkommen getroffen, wonach dieses sich verpflichtete, dafür
zu sorgen, dass die weissrussen im Abstimmungsgebiet für Litauen
stimmen. Dafür erhielt das weissrussische Komitee die Genehmigung,
seinen Sitz in Litauen zu nehmen. Litauen verpflichtet sich, die
Bestrebungen der Weissrussen nach Kräften zu unterstützen. Der
Bei den Verhandlungen des Völkerbundes über die Abstimmung
versuchte Litauen neuerdings, die Stadt Wilna von der Volksabstim-
mung auszuschliessen.- für Raischow ein.
Die Handelsbeziehungen zwischen Sowjetrussland und Deutschland
kommen in Gang. Da Sowjetrussland keinen credit gewährt wird, so
leistet die russische Regierung jeweils eine Anzahlung in Höhe
von 60 % und der Rest nach Ablieferung der Ware,- und zwar in deut-
scher Valuta, die von bolschewistischen Agenten in Schweden gegen
Sauzig
1½ Div.
Freuget. Reiter Kgl. 3. Freygt. Reiter Hg.Kursante
X Helena
4 Konnivance 3 Kirt.
Bergbäken
2 bei 4
X Hassilam
Div-
8 Div.
2 Kar.Brig
Demböhen
Posten
2½ Klr.
2 Res. Brig.
1 Flar. Brig.
Kreuzerchau
4-5
Div.
Tubelitz
darny X
15-16 Div.
X Hr. Fronn
Helm.
waggonst
Holz.
14-15
Div.
ДИПЛОМАТИЧНИЙ ВІДДІЛ
ПОСОЛЬСТВА УКРАЇНЬКОЇ НАРОДНОЇ
РЕСПУБЛІКИ В НІМЕЧЧИНІ.
№ 116
INFORMATIONEN.
Sowjethandelsagent in Hamburg ist der ehemalige deutsche Kapitän Gernzer; er hat den Einkauf von Medikamenten, Verba material und anderem medizinischem Zubehör für Sowjetrussland zu besorgen.
Nachrichten, die noch nicht nachgeprüft werden konnten, zufolge hat A w a l c w - B e r m o n d t neuerdings zu Burschinsk i Fühlung aufgenommen. Vermittelt wurde die Bekanntschaft durch E n g e l h a r d t, der dem Stabe der Nord-West-Armee angehörte.
In Berlin hat sich der Führer der russischen Sozialrevolutionäre Tschernow aufgehalten. Es haben verschiedene Zusammenkünfte stattgefunden, an denen auch u.a. Dr. Golubew vom Ukrainer Roten Kreuz teilgenommen hat. Er sprach über diese Zusammenkünfte streng vertraulich.
Wie aus zuverlässiger Quelle verlautet (Weissman, Schwarz), haben kürzlich Vertreter einer französischen Kapitalistengruppe(Lespinasse und ein anderer, dessen Mane nicht festgestellt werden konnte, wohnhaft im Adlon) bedeutende Verhandlungen mit Kopp geführt. Französischerseits kommt ein Kapital von 200 Mil. Francs infrage. Die Verhandlungen wurden auf Grund der Tatsache geführt, dass die Engländer private Handelsbeziehungen bereits angeknüpft haben.
Nach wie vor ist starker Zustrom von Bolschewiki nach Deutschland, insbesondere nach Berlin, zu registrieren. Sie nehmen an sämtlich russischen öffentlichen Veranstaltungen teil, wohnen in den teuersten Hotels und Pensionen (so pflegt der bolsch. Kourier Alfred Sliwkin im Elite abzustiegen). Im Grunewald-Sanatorium der Mme. Meyer wohnt vermutlich auch heute noch der Ingenieur Rushitschka nebst Frau.
In Stettin wird die Zollrevision des Gepäcks der aus Sowjetrussland eintreffenden Passagiere so nachlässig als möglich gehandhabt. Bolschewistische Literatur wird frei eingeführt. Hierüber berichtet eine Persönlichkeit, die Ende Dezember in Stettin eintraf.
Gutschkow inträguiert gegen Baron Wrangel vom Roten Kreuz. Er arbeitet darauf hin, alle sogenannten russischen offiziellen Institutionen zusammenzufassen und sich selber an die Spitze zu stellen. Zusammen mit Hessen N2 und Nabokow bekennt er sich zu folgenden Grundsätzen: 1. Fühlung mit Paris, 2. Einberufung der Konstituante und 3. Ballotierung.- Gegen Gutschkow arbeitet in Berlin eine geschlossene Gruppe, die für selbstständige Arbeiten eintritt. Nabokow tritt für Gutschkow ein.
Die Handelsbeziehungen zwischen Sowjetrussland und Deutschland kommen in Gang. Da Sowjetrussland keinen Kredit gewährt wird, so leistet die russische Regierung jeweilig eine Anzahlung in Höhe von 50 % und den Rest nach Ablieferung der Ware,- und zwar in deutscher Valuta, die von bolschewistischen Agenten in Schweden gegen
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gegen russisches Gold gekauft wird. Auf diesem Wege hat Kopp im De-
zember 32 Millionen Mark erhalten und für diese Summe via Stettin-
Reval verschiedene technische Apparate, Medikamente und
medizinische Artikel- im ganzen 13 Eisenbahnwagen nach Russland ex-
pediert. Wie aus deutschen Handelskreisen verlautet, soll Russland
über einen Goldfond von 135 Millionen Veffügen, was etwa 3,5
Milliarden deutscher mark gleichkäme.Hauptsächlich werden elektrisch
Maschinen und Einrichtungen für elektrische Anlagen bestellt. Auch
wurde der Versuch gemacht, Bestellungen auf Waffen und Munition
aufzugeben- durch Vermittlung von neutralen Staaten; die deutschen
Firmen haben Bestellungen dieser Art glattweg abgelehnt.
Eine Moskauer amtliche Nachricht besagt über die Lage der Erz-
gewinnung:
Heizmaterial und Metalle waren immer die Grundlage jeder Industrie.
Unser Hauptgebiet für die Gewinnung von Eisen erze war Kriwoj-Rog,
welches vor dem kriege 3/4 des ganzen Eisenerzes lieferte, im vo-
rigen Jahre aber garnichts. Die Kupferbergwerke förderten auch nixh
nichts Nennenswertes. An Bleigewinnung schwankt zwischen 13 und
25 %. An Eisen erz wurde im Jahre 1920 1/10 dessen gewonnen, was
in Aussicht genommen war. Im Jahre 1921 sollen 50 Millionen Pud
Eisenerz gewonnen werden.
Die Erzgruben müssen mit Arbeitskraft versorgt werden.
Im Ural sind statt der nötigen 27 000 Arbeiter nur 9 000 vorhanden.
Die Arbeiter sind mit Nahrungsmitteln schlecht versorgt. Das Fütte
für die Pferde ist unzureichend .
Die polnischen zeitungen verbreiten Gerüchte bezüglich der Aende-
rung diplomatischer Posten. Die polnischen Minister Lubomirski
aus Washington, Szebeko aus Berlin und Skirmutt aus Rom würden
zurückberufen werden. Der Minister Strzyński aus Madrid käme nach
Rom zum Vatikan, Minister Jodko aus Konstantinopel würde zum Bat
in Moskau ernannt werden, Baranowski zum Minister in Konstantinopel
Minister Zeleski aus Athen käme nach Tokio, Exminister Patek käme
nach Prag zurück und Prinz Sapiiea käme nach London. Auch Exbot-
schafter Tarnowski ist für London vorgesehen.
General G u r k o steht nach wie vor ganz unter dem Einfluss
der Mme. Tra r i e u, die -nebst ihrer Tochter- zur griechisch-
katholischen Kirche konvertiert hat. Mme. Xxriex Trarieu war
nach Kopenhagen gereist, um, wenn möglich, zur Zarin Mutter
Führung zu nehmen, die aber erkrankte, sodass es zu keiner Zusammen
kunft kam. Mme. Trarieu wollte von der Zarin erfahren, wo sich
der Zar, an dessen gewaltsames Ende sie nicht glaubt, zur Zeit
aufhielte. Es kann als feststehend gelten, dass Mme. Trarieu
Führung zu Freimaurern gehabt hat; so hat sie beispielsweise
die Freimaurerloge in Christiania aufgesucht. Als man ihr dieses
vorhielt, sagte sie: » il y a naçons et naçons.-«
Vor etwa einem halben Jahr siedelte sich in Berlin ein ehemaliger
Offizier namens P f e i l an und zwar als Vertreter der reich-
ten russischen Südorganisationen, mit dem Zweck einer Vereinigung
der Berliner rechten Kreise mit dem Süden herbeizuführen und das
Centrum der Organisation möglichst nach hier zu verlegen. An der
Spitze der Organisation im Süden steht ein Professor (dessen Name
nicht ermittelt werden konnte), der die Organisation straff zusam-
menzuhalten weiss. Die Berliner russischen rechten südlichen
Centrums nach Hier verhandelt, doch ist das Ergebnis der Beratung
bisher unbekannt. Unter anderem teilt Pfeil mit, General P o -
t o z k i (Früher Chef der Berliner Militärmission) wäre von
Wrangel nach Belgrad ernannt worden und habe dort sofort sämt-
liche Angestellte der Mission unter dem Vorwande entlassen, sie
alle wären deutsche Agenten; er selbst nahm alsbald enge Führung
mit den Franzosen auf. Dem bekannten D u r n o z o verweigerte
Potozki das Durchreisevisum in die Krim, falls er nicht den Fran-
zosen
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Franzosen sein Material über Deutschland gäbe. Durnowo verzeichnete unter solchen Umständen natürlich auf die Weiterreise und blieb in Belgrad. Pfeil erklärte des weiteren Orlow habe dauernd in Fühlung zu den Franzosen gestanden, auch seinerzeit, als er der ausserordentlichen Kommission in Sowjetrussland angehörte. Orlow habe überhaupt grundsätzlich doppeltes Spiel getrieben und die eine Partei an die andere und umgekehrt verraten. In Odessa, Wo einer der besten Agenten Orlovs namens Kirpitschnikow getötet wurde, wurde eine Organisation von der Société Sioniste finanziert. Pfeil hatte Gelegenheit, Orlows Berliner berichte zu lesen: sie enthielten vorwiegend Klatsh und nur wenig ernsthaft zu verwertendes Material.
Die Sowjetregierung verbreitete folgende Mitteilung:
Der englische Gesandte in Bukarest teilte Avarësvu mit, die englische Regierung würde die friedlichen diplomatischen Beziehungen Rumäniens zu Räterussland bedingungslos unterstützen. Avarësvutellt dem König mit, dass er an alle rumänischen Gesandten in Europa die Mitteilung über den Beginn der Friedensverhandlungen mit Russland, die in Bukarest stattfinden werden, geschickt hätte.
Ende Dezember 1920 hatte Gewährsmann in Kowno Gelegenheit, einen der Führer der polnischen Organisation in Litauen, den Grafen Ch r an p o w i t z k y kennen zu lernen. Im Laufe des Gespräches äusserte sich Graf Ch. folgendermassen: In den leitenden Kreisen Warschaus bestände die Absicht mit Hilfe Deutschlands (er sprach hier sogar von einem evtl. Bündnis), Litauen und Kurland an sich zu reissen, für welche Dienste peutschland den Korridor und einen Teil Posens zurückerhalten soll. Auch Danzig wäre Polen bereit wieder abzugeben. Es wären auch bereits Führer in dieser Richtung nach Berlin ausgestreckt worden. Die Entente, mir Ausnahme Englands, dass natürlich in Kurland seine Privatinteressen verfolge, stände dem Plan wohlwollend gegenüber, da sie auf diese Weise ein Bollwerk gegen den Bolschewismus erstehen sieht. Der Graf, der in Deutschland studiert hat und seine Deutschfreundlichkeit betonte, geriet zum Schluss in einen heftigen Zorn gegen Litauen, besonders deshalb, weil in den letzten Tagen 48 oder 48 Mitglieder der polnischen Militärorganisation (P.O.W.) zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt worden sind.
Konstantinopel 10.1.
Das Zentral- Exekutivkomitee der Ukraine hst das Gouvernement Cherson in Gouvernement Nikolajew amgenannt mit dem Sitzß der Zentralgouvernementsverwaltung in Nikolajew.
Konstantinopel, 4.1.21.
Aus Nikolajwe trifft nach amtlicher ukrainischer Quelle die Nachricht ein, dass in der ganzen Ukraine die sanitäre Lage äusserst bedenklich sei. In der Stadt Cherson allein erkranken täglich bis zu 300 Personen an Flecktyphus. Für alle Kranken sind nur 2 beschränkte Quarantänestationen vorhanden. Die Erkrankungen unter dem medizinischen Personal übersteigen 60 %. Die Regierung ergriff ausserordentliche Massnahmen zur Bekämpfung der Epidemien.
Warschau 4.1. 21.
Zeitungen melden aus Lemberg, dass 2000 Aufständische unter Führung des Generals Schiera, des früheren Kommandanten einer der ukrainischen Truppenteile, die Stadt Perejaslawl im Poltawagebiet eingenommen haben. Perejaslawl ist jetzt der Sammelpunkt früherer ukrainischer Soldaten, die eine Armee gegen Sowjetrussland bilden. Diese Armee wächst immer mehr an.
Ebenso melden die Zeitungen aus Staro-Konstantinowo, dass in den Gebieten von Ljublez und Zwiachel in Wolhynien ein Bauernaufstand ausgebrochen ist, welchen der bekannte Aufständische Olejnik führt.
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In Wilmersdorf, Zähringerstr. 19 wohnt ein gew. Wladimir N a s i-
m o w, der früher bei Joffe arbeitete und gegenwärtig enge Fühlung
zu Kopp hat. N. schreibt unter dem Pseudonym "Kai" für die Leitung
"Wremja". Er soll - allerdings ohne Vorwissen der leitenden Beamten
auch zum A.A. Zutritt haben, wo er damit beschäftigt ist, Studien
über den Vertrag von Brest-Litowsk anzustellen. Nasimow ist Jude
und soll eigentlich Löwensohn heissen.
Kantstr. 137IV. soll Zusammenkunftsort der Mitglieder des verei-
nigten Revolutionstribunals, dem sowohl russische als deutsche
Kommunisten angehören, sein. Zusammenkünfte sollen dort täglich
stattfinden. Die Meldung wird nachgeprüft werden und wird vorbe-
haltlich weitergegeben.
In diesen Tagen ist aus Moskau in Berlin das Mitglied der Moskauer
Auserordentlichen Kommission S m i r n o w eingetroffen; er hat
die rote Akademie absolviert und soll an Eiduks Stelle rücken.
Ein Oberst S s o l o d o w n i k o w ist in Prag Adlatus Gillersons
Eine Zeit lang was S bolschewistischer Agent und Kouvernier für
die Linie Stettlin-Narwa. Im Auftrage Gillersons überbrachte er
seiner Zeit wichtige Dokumente an Sinowjew nach Stettin.
Der bekannte G a i hält sich gegenwärtig in Reval auf. Er ist
dort Mitglied der bolschew. Handelskommission.
In Berlin werden 2 Kommissare der Auserordtl. Kommission H e n -
g e r o w und T s c h a s s o w erwartet. Sie werden in der Folge
in Litauen und Ostpreussen arbeiten.
Russischer Gewährsmann, welcher früher für den Ataman Semjonoff
in Berlin arbeitete und von diesem Mittel für seine Organisation
durch japanische Vermittlung erhielt, berichtet folgendes:
Vom 1.1. 21 ab weigerten sich die Japaner, weitere Mittel für
Semjonoff auszuzahlen, versuchten aber die russische Organisation
in ihren eigenen Dienst zu ziehen. Besonders im Hinblick auf die
guten Beziehungen, die der Gewährsmann zu deutschen Kreisen hat.
Die Einwendung des Gewährsmannes, dass es für Russen unmöglich sei,
als Gäste Deutschlands gegen dieses Land für Japan zu arbeiten,
versuchte der japanische Offizier dadurch zu wiederlegen, dass er
Meldungen anderer Russen an die Japaner vorlegte. Es steht bestimmt
fest, dass der bekannte Rittmeister PETROW, alias V.BOHL und ein
gewisser GOLOWIN, für die Japaner abriet. Die Fragen, welche der
japanische Nachrichten-Offizier vorlegte, bezogen sich auf Sicher-
heitswehr, Einwohnerwehren, heimliche Waffendepots, Munitionsfabri-
ken u. ähnliches.
Am 28.12 hat im russischen Klub eine Vorlesung des Fürsten
N i k o l a i O b e l e n s k i ssn. stattgefunden (früher Ge-
hilfe des Oberpräkureus am Synod; O. arbeitete gegenwärtig zu-
sammen mit Baron Taube an der Organisation einer weissen Interna-
tionale). Thema der Vorlesung war: "Das Wesen des russischen Natio-
nalismus". Vom Referenten oponierte der Privatdozent B a w y d o w
(ein Jude, der kürzlich - unbekannt war - aus Paris in ein-
getroffen ist). Auch S c h e l k m i n und S s o l e w j o w
(aus Warschau) meldet sich zum Wort. Die Vorlesung liess durchaus
unbefriedigt. Die Argumentation war schwach, unter anderem meinte
der Vortragende, die ganze Macht in Russland wäre in Händen der
Juden, und man müsse sie alle aufhängen u.w.w. Anwesend waren u.a.
J e f i m o w s k i j und B a c h a n o w i t s c h letzterer
gilt für eine prominente Persönlichkeit und wird gewissermassen
als Ehrengast behandelt. Bachanowitsch erklärte einem der Anwe-
senden, er wäre die Seele des neu zu gründenden "allrussischen
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"allrussischen nationalen Centrums", er reiste demnächst für et-
liche Tage nach Prag, dann aber würde seine Arbeit scharf ein-
setzen. Bachanowitsch bezeichnete Jefimowski als seinen Gehilfen.
Wie einem Brief des Obersten Bjeljaew aus Warschau zu entnehmen,
war dieser im Stabe Balachowitschs beschäftigt, ist erklärter Geg-
ner der Bolschewiki und arbeitet mit jedem, der gegen die Bolsche-
wiki vorgeht. Bjeljaew kennt Bachanowitsch seit lange und sagt, Bachanowitsch habe ihn ent-
täuscht, ja, er hält ihn für einen Hochstapler und hat selbst dazu
beigetragen, dass Bachanowitsch vor nicht gar zu langer Zeit
verhaftet wurde(vermutlich in Krakau); übrigens waren nicht poli-
tische Treibereien Grund zu dieser Verhaftung. Ueber Bachanowitschs
Vergangenheit konnte folgendes ermittelt werden: Er hat das Gymnasium
in Grodno absolviert, war dann Infanterieoffizier in Grodno. Ende
der 90ziger Jahre oder um 1900 hatte er irgend eine dunkle Sache
in Grodno, nicht ausgeschlossen, dass es sich um einen Mord handelt.
Er musste sein Regiment verlassen und nach Sibirien gehen. Nach
verhältnismässig längerem Aufenthalt in einer sibirischen Garnison
kehrte Bachanowitsch als Ingenieur zurück, ein Titel, den er frei
erfunden hatte. Unter Kerenskis Regierung kam er hoch: Er wurde
zum Chef-Ingenieur der 3 Armee ernannt,- ein Amt, auf das er nicht
das geringste Anrecht besass,- dann verstand er es, sich zum Hotel-
direktor des Luxushotels "Astoria" in Petersburg wählen zu lassen.,
hielt sich dort auch während des bolschewistischen Regimes auf.
Hierauf ging er nach Kiew, von dort nach Grodno, wo er sich für
einen Weissrussen ausgab. In Grodno verstand er es, den Hotelbesitzer
vom "Metropol" (früher Gepäckträger), einen gewissen Grisjuk, ge-
hörig zu exploittieren,- er schöpfte ihn um 8000 Rubel und stahl
ihm schliesslich ein Paar Stief-el aus dem Koffer. Dann verriet
Bachanowitsch den Grisjuk (als Weissrussen) an die Polen und wurde
von den Polen verhaftet. Bachanowitsch gelang es nach Warschau zu
entkommen, von dort nach Prag, wo er einen jugo-slavischen Handels-
verband gründete. Aus Prag ging er dann nach Berlin in Gesellschaft
einer Frau (blond ca 28 Jahre alt, anmutige Erscheinung) und stieg
im Centralhotel ab.In Berlin suchte er vor allem, Fühlung zu den
rechten greisen zu nehmen.Er hat bei Baron Wrangel von Roten Kreuz
Geld geliehen, bei welcher Gelegenheit er eine Anweisung über eine
beträchtliche Summe aus Prag vorwies. Dieses Geld stammt aller Wahrscheinlichkeit nach von Gillerson und Bachanowitsch ist ein
bolschewistischer Lockspitzel, oder - was auch nicht von der Hand
zu weisen ist- französischer Agent. Im allgemeinen kann gesagt werden
dass Bachanowitschein skrupelloser Charakter ist, der zwar über
gute Begabung verfügt, aber Grob bis zum Cynismus ist.
Mit einem deutschen kriegsgefangenentransport traf über Stettin
in Deutschland der ehemalig ausserordentliche Kommissar für An-
gelegenheiten des nahen Ostens Eliawa ein. Er ist Georgier
und seit 1911 Kommunist, also überzeugter Bolschewik.Er gehörte einer
politischen Richtung nach der Gruppe Brucharin an. Im August 1920
war er in den Kaukasus abkommandiert worden, um dort mit den Kema-
listen zu verhandeln, und zwar mit Chiasin-Karabekir-Pascha und
Achmet Muchtar ( Auswärtiger Kommissar der Angora-Regierung). Später
nach der Konferenz in Baku verlangte Eliawa, dass Badek nach Siwas
und Trapezond käme, der dann auch im Auftrage der Sowjetregierung
die Verträge betreffs zu koordinierender militärischer Aktionen der
Roten und der nationalen Armee unterzeichnete, ferner auch die Richt-
linien für die künftigen beziehungen zwischen der Sowjetregierung
und Angora in den zu besetzenden Gebieten festlegte. Der erste
vertrag basierte auf den Vertragsbestimmungen von Baku und wurde am
27.10.20 unterschrieben. Seitens der Sowjetregierung unterzeichneten:
Badek,Woljski, Eliawa,Kutschukchan und der Mustrapha Kiasim Karabekir
Pani Matschabelli (Bevollmächtigter der Lasen) und Subko-Chan(Be-
vollmächtigter der Kurden). Um einiges später(Anfang November 1920)
wurden in Moskau besondere Instruktionen für die Feldkolonne des
Proletkulte, für die Sonderabteilungen,für die Revolutionskomités
der zweiten und dritten Kategorie ausgearbeitet, die sämtlich dem
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dem politischen Komité der nahen Asienfront unterstellt waren.
Die Instruktion wurde vom Chef der Instruktionsabteilung Lagowis von Ter-Jarmyschanz, Ramataran-Rana und Midshabekow(Mitglieder des Propagandakollegiums) unterzeichnet.
Zweck der Reise Eliawas nach Deutschland war, an einer streng geheim gehaltenen Konferenz der Vertreter sämtlicher Propaganda- und Agitationscentren teilzunehmen. Bolschewistischerseits wurde den Entscheidungsschluss der Konferenz grosse Bedeutung beigemessen.
Die Konferenz tagte vom 26.-29 Dezember in der Nähe von Bremen.
Es waren folgende Vertreter anwesend: für Frankreich -Antonowski für England Müller, für die Tschechoslowakei-Gottmann, für Spanien und Portugal-Rudau, für Oesterreich-Alexandrowski,für Dänemark-Holland -- Horenberg, und Eliawa nahm unter dem Deck- namen Schuhmann an der Konferenz teil. Ausserdem war auch der Armenische Kommunist Bogramjanz anwesend.
Von den einzelnen Vertretern wurden Berichte über die Propaganda vorgelegt und über die Stimmung der Volksmassen in den einzelnen Ländern. Besonders aufmerksam folgte man den Ausführungen über Frankreich und England. Dm Ausführungen über Frankreich war zu entnehmen, dass dieses Land an Revolutionsreife(so wenigstens ergab sich im Verlauf des Kongresses in Tours) an zweiter Stelle in Europa rangiere,- das erklärte sich als Folgeerscheinung der reaktionären französischen Regierungspolitik, auch wäre die französische Propaganda ganz besonders gut organisiert; ferner wäre das französische Proletariat viel enger mit seinen Führern und Leadern der links-radikalen Parteien verbunden, als das in den anderen Ländern der Fall ist. Die Agitation ist in Frank- reich folgendermassen organisiert: Frankreich wurde in drei weile geteilt, 1. bis zur Linie Bordeaux-Grenoble 2. bis zur Linie Paris und 3. das ganze Gebiet im Osten und Norden bis zum Kanal.
In der ersten Zone wurden 106 000 Kommunisten registriert, in der zweiten - 206 000 , in der dritten 200 000, doch wurden hier auch jene Elemente mitgezählt, die nur dem Kommunismus zuneigen.
Paris hat seine Sonderorganisation. Die ganze Organisation wird materiell nicht nur vom Proletariat sondern auch von einigen jüdischen Grosskapitalisten finanziert.So erhielten gelegentlich der letzten Streiks in Lyon die Kommunistenführer eine halbe Million Francs und zwar sofort auf ihre Bitte hin und gegen ihre Unterschrift. In England liegen die Dinge viel günstiger. Der englische Volkscharakter, der seit Jahrhundert in bürgerlichen Traditionen erzogen neigt kommunistischen Idealen nicht zu; zudem hat das wenig geschickte Verhalten der Sowjetagenten in England und Irland sehr geschadet.Die Sinfeiner zu unterstützen ist zu kostspielig, und Moskau will zu diesem Zweck keinen Kredit eröffnen. Das kommunistische Budget für England balanciert gegenwärtig mit 23 750 Pfund Sterling, während 50 000 Pfund erforderlich wären, um die Arbeit mit gehörigem Nachdruck betreiben zu können. Eine Erhöhung des Budget ist schon darum erwünscht, weil Krassins Tage in England gezählt sind. Das kommunistische Hauptcentrum in England ist in Südwales zu suchen, in Cardiff und Plymouth befinden sich sämtlich die eigentlichen technischen Organisationspunkte. Die Propaganda hat hauptsächlich gegen die Kompromissler unter den Arbeitern anzukämpfen, d.h. gegen die Trad-Unionisten. Ein aktives Vorgehen seitens der englischen Arbeiterschaft steht nicht zu erwarten; eine Wandlung könnte nur dann eintreten, wenn die Revolutionswelle aus Frankreich nach England hinüberschlägt.
====00000000====
DIPLOMATYCHNII VÍDIL
POSOBLYSTVA UNI AIN BXSZ MERO Z'BYO!
REPUBLIKI S VI...UCHNHI.
№ 130
POLLEN MITTE FEBRUAR.
10.2.21.
Oberschlesische Front.
Die 8.Div. wurde bestätigt, jedoch sollen sich
I.R. 10 und 17 nicht in ihren Heimatsorganisationen Ternow
(I.R.10) und Rzeszow (I.R.17), sondern in Ranna Bielitz-
Wadowice befinden. I.R. 12 wird erneut mit Teilen bei
Auschwitz gemeldet.
Teile der 21. Div.(Telle I.R. 87 und 89) sollen
von Olkusz nach Krakau verschoben worden sein. Von der frag-
lichen, früher mit No. 23 bezeichneten Div. wurde I.R.01
(angeblich nur Oberschlesier) in Saybusch gemeldet. Ul.R.11
liegt angeblich in Chrzanow und Auschwitz. In Auschwitz und
Bielitz sollen sich Insurgenten in Stärke von über 3000 Mann
befinden. Erneute Nachrichten von Auftreten von Teilen der
10.Div. (I.R.31) in Krakau und der 4.Div.(I.R.10) in Teschen.
Wahrscheinlich handelt es sich um Abgaben dieser Regimenter.
Für die Verlegung geschlossener Truppenteile der 4.und 10.
Div. an die oberschlesische Front fehlen bisher einwandfreie
Anzeichen. Nachrichten über Verlegung der 18.Div. nach Kra-
kau und Umgebung bedürfen der Bestätigung. Die Div. wurde
zuletzt am 25.1. an der Ostfront festgestellt.
Für die Werbung Oberschlesier zum Eintritt in die
polnische Armee liegen Meldungen vor. Wahrscheinlich sollen
aus ihnen besondere Stossstrupps gebildet werden.
Posen.
Keine Veränderungen i: der Unterbringung der 14.
und 17. Div. sowie der 7.Res.Bríg.(23.Div.) I.R.59 (18.Div.)
soll von Hohenzalza nach Krotoschin verschoben werden. Tenks
wurden in Posen(Lager) bestätigt. In Hohenzalza wird angeb-
lich eine Panzerautoabteilung für die oberschlesische Front
zusammengestellt.
Westpreussen.
Im Westabschnitt sind z.Zt. eingesetzt:
Von der Küste bis südöstlich Lauenburg: Et.Forma-
tionen (Et.Wachbattl. 3/VIII u. noch Teile der Warschauer Et
Batt.) (Ablösung durch Telle I.R.63 steht angeblich bevor.)
Anschl. bis südöstl.Bütow :III./I.R. 03.
" " Sattl. Flatow: I. und III./I.R.08.
" " Fliehne:Et.Wachbattl. 2/VII.
" " südöstl. Driesen noch Teile eines Et.Wachbattl.VI
Sturmbatt.(IV.)/I.R.63 soll in Berent, II./I.R.08 und I.und
II. I.R.35 noch in Thorn liegen. I.R.04 der 18.Div. befinde
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sich in Graudenz . Von der sib. Brig. wird I.R.1 in Newe. I.R.2
in und um Pr.Stargard gemeldet. Das bisher nicht bekannte
Artl. Rgt. der Brig. liegt in und um Karthaus.
Ostpreussen .
Im Abschnitt Soldau- nordöstl. Graudenz wurde
I.R.35 bestätigt:
Truppen im Westteil Kongresspolens.
I.R. 21 der 8.Div. wird erneut in Warschau (Heimat-
garnison) gemeldet (W.U.54) Feststellung, ob auch die übrigen
Truppen der 8.Division in die Heimatstandorte verlegt wurden,
ist erwünscht.
Die 11. Div. wird mit den I.R.29 und 31 in Lodz, mit
I.R.29 in Tomaszow gemeldet. Nachprüfung erforderlich.
Die 1.Leg. Div. wurde durch Leg. I.R.1 . und Leg.I.R.
5 in Warschau bestätigt. Auch Leg. I.R.2 der 2.Leg. Div. soll
sich in Warschau befinden.
Nach einer bisher noch vereinzelten Nachricht scheinen
Teile der 5.Div. in Lemberg zu liegen. Die Div. war seit einiger
Zeit fraglich. Nachprüfung obiger Nachricht ist erwünscht.
Organisation .
Das Artillerie Rgt. der Sibirischen Brigade zählt an-
geblich 3 Abteilungen zu je 4 (franz.) Feldkanonen und einer
schweren Batterie. Mannschafts -und Pferdebestand der Batterien
sind vollzählig.
Ulanenregt. 14 gehört zur 6.Kav. Brigade, (F.P.25)
Ulanenregt. 21 der 3. Kav.Brigade (F.P.41); 9.Kav,Brig. hat den
F.P.33.
F.A.R.18 (10 Div.) soll z.Zt. 6,S:A.R. 10 (13 Div.)
nur 2 Batterien stark sein.
Das Ermländisch- Masur. Freiw. Regt. so wie die Freiwill-
lige I.R.263 und 383 wurden angeblich aufgelöst bis auf Stämme
der letzten beiden Regimenter, die beim I.R.35 bestehen blieben.
Die Masse der im Sommer 1920 aufgestellten Res. und Freiw.R.
und F.A.R. scheint aufgelöst zu sein. Ueber die Verwendung der
Freiw. Kav. Regt. herrscht noch keine Klarheit.
Die Umbildung der Inf.Btl. zu 3 Inf. und 1 M.G.K. ist
bei der 14. und 17. Div. durchgeführt.
Die Posener 7.Res. Brig. ist zu einer Div. (Ns 23,F.
P.40) ausgebaut.
Stärken, Ersatz .
a) Die Komp.Stärken beim I.R.33 betragen durchschnitt-
lich 100 - 120 , beim I.R.36 150 - 180 Mann. Die Inf. Komp.
der sib. Brig. sollen z.Zt. nur 25 - 30 Mann zählen. Es ist
möglich, dass die bisher in den Regimentern zahlreich vertrete-
nen Kongresspolen beurlaubt oder abgegeben wurden und dafür
später Westpreussen oder Mannschaften aus Polen eingeteilt
werden. Eine Auflösung der sib. Inf.Regimenter ist wenig wahr-
scheinlich, da das Artl. Regt. der sib. Brig. auf Kriegstätke
geblichen ist.
b) Ministerpräsident Wites erklärte am 27.1. in Land-
tag, dass die Beendigung der Kriegshandlungen die Einleitung der
Demobilmachung auf breiter Grundlage erlaubt. Das Demobilmachung
programm gehe bis zum Frühjahr 1921 durch, bis zu welcher Zeit
zur endgültigen Festsetzung des Friedensstandes geschritten
werden könne. Die Demobilmachung werde 60% der Soldaten, von
denen der grösste Teil bereits entlassen sei, umfassen. Die Of-
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Offiziere würden um 25% verringert werden. 50 000 Pferde würden an die Landwirtschaft abgegeben werden. Von der Demobilisierung seien ausgeschlossen:
Die für Grenzbesetzung notwendige Kavallerie, die Pioniere, die techn. Truppen, die Kraftfahrtruppen und die Gendarmerie.
Hierzu ist zu bemerken:
Z.Zt. stehen noch die Jahrgänge 06 - 09 und Teile des Jahrganges 95 unter den Fahnen.
Ihre Mannschaftszahl genügt, um die aktive Armee in ihren bisherigen Bestände kriegstark zu erhalten. Die Masse der »demobilisierten« Mannschaften ist nicht entlassen, sondern nur fristlos beurlaubt worden, zudem lassen mehrfache Nachrichten auf die geplante Wiedereinziehung beurlaubter Mannschaften und Einstellung ungedienter Mannschaften schliessen.
Auffällig ist ferner, dass die technischen Truppen, deren Ersatz sich vermutlich aus dem ganzen Gebiet Polens rekrutiert und deren schnelle Ergänzung demnach schwierig ist, sowie die Kavallerie nicht demobilisiert werden.
Ein umfangreicher Verkauf von Pferden und Fahrzeugen, der bei einer Demobilisierung erfolgen müsste, hat sich noch nicht feststellen lassen. Eine in der Presse am 30.1. veröffentlichte Verfügung des K.M. erlaubt nur eine Verleihung von entbehrlichen Truppenpferden an Landwirte, die jedoch nicht über 40 km vom Standort des Truppenteils entfernt gehen dürfen.
Die Pferde können also in kurzer Zeit wieder zur Truppe herangezogen werden.
Eine Entlassung oder fristlose Beurlaubung von Offizieren hat bisher noch nicht stattgefunden, Ein Funk-bericht vom 3.2. aus Warschau besagt zwar, dass die fristlose Beurlaubung der nicht aktiven Offiziere angeordnet sei, dieser Funkbericht steht aber im Gegensatz zu der Mitte Januar veröffentlichten Verfügung, nach der die nicht im Dienst befindlichen Offiziere der Jahrgangsklassen 79 -88 in Kongresspolen und Galizien, der Jahrgangsklassen 83 - 95 in Posen und Westpreussen zum Heeresdienst einberufen werden.
Die von den Polen angegebene Absicht einer Demobilisierung der Armee ist durch die bisherigen Massnahmen noch nicht verwirklicht worden. Hierzu müsste eine weitgehende Verminderung der Armee bis auf die gesetzlichen 2 aktiven Jahrgänge stattfinden.
Die Beurlaubung weiterer Jahrgangsklassen (03,07,88) soll zwar geplant sein, der Beginn der Beurlaubungen ist jedoch noch nicht bekannt gegeben worden. Sicher erscheint dagegen die Pressenachricht zu sein, nach der im März der Jahrgang 1901 wieder eingezogen werden soll. Dieser Jahrgang bildet ab 1.1.21 mit dem Jahrgang 1900 die aktiven Jahrgänge der Armee. Auch diejenigen Mannschaften der Jahrgangsklassen 08 - 95, die noch nicht volle 2 Jahre gedient haben, rechnen solange als aktiv, bis sie ihrer Dienstpflicht genügt haben. Der bis 31.12.20 als aktiv geltende Jahrgang 09 ist zur Reserve übergetreten, verbleibt aber mit den Reservejahrgängen 08,07,86 noch weiter unter den Fahnen. Die Neueinteilung der Jahrgangsklassen hat mit dem Gang der Beurlaubungen nichts zu tun. Sie ist nur mit Rücksicht auf die Anrechnung der Gesamtdienstzeit auf spätere Übungen usw. getroffen worden.
Die 14.1. und 9.Division wurden mit dem Orden viri militari ausgezeichnet.
Personalien.
Als Kommandeur der sibirischen Brigade wird General Silmann genannt.
Flugplätze.
Fristlos beurlaubten Fliegern ist nach Verfügung des K.M. vom 30.1. erlaubt, sich auf den Flugplätzen in Warschau, Krakau, Lemberg, Posen, Bromberg und Granzden weiter zu bilden.
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Deutsche Front.
Oberschlesien: 6.Div. I.R. 12 in Sosnowice gemeldet. Nach-
richten über Antransport weiterer Truppen liegen vor. Genannt
werden: 5.10.4.7. und 13. Div. Bestätigung ist abzuwarten.
1 Batl. Russen traf in Sosnowice ein, 1 Eskadron Russen in
Bendzin.
Posen. Grenzwachreiter 4,5,7 bisher in Lissa wurden nach
Hohensalza abbefördert. Dafür kamen Ulnen 215 (18.Div.?) nach
Lissa. Weitere Truppen der 15.Div. werden in Lissa erwartet.
I.R.32 wurde von Bromberg nach Bojanowo verlegt. Also Zusammen-
ziehung der 15.Div. an der posenschen Grenze Südgrenze. Dorthin
sollen auch Teile der 17.Div. aus Posen Stadt in Lager gehen.
Stärkere Belegung in Kempen festgestellt. Abschnitt Kempen-
Lissa wichtig. 23.Div. aus 7.Res.Brig. gebildet. Div.Stab und
Telegraphen Komp. 7 in Schwensenz. I.R. 159 Bromberg, I.R.155
Samter. I.R. 167 Wollstein. Art. Bromberg, Sanitäts-Komp. u.
Kolonnen in Buk u. Gretz. Die Inf. Regt. sind durch Mannschaf-
ten des aufgelösten I.R.302 aufgefüllt worden.
Freiwill. Feld-Art. Regt. 214 wird aufgelöst, steht im Raum
Samter-Obornik.
I.R. 58 soll von Samter nach Wreschen verlegt sein.
Westpreussen. I.R. 63 u. 66 der 18.Div. im Grenzschutz betätigt.
Gerüchte über Eintreffen von Ul. Rgt. 18 in Konitz noch unbe-
stätigt. In Thorn sollen 3.000 Mann der ehemaligen Wrangel-
Armee angekommen sein? Wozu?
Ostpreussen. Weichsel-Bischofswerder I.R. 64 im Grenzschutz.
2) Kongresspolen: I.R. 101 der 22. Div. in Warschau bestätigt.
3) russ. und lit. Front: Nichts Neues.
4) Ersatz: a) Nach Presse können Offiziere, die nicht weiter die-
nen wollen, fristlos beurlaubt werden.
b) Nachrichten über Beurlaubung 96, 97,08 bis Ende März. Ein-
stellung Oi soll im März erfolgen. Klärung nötig.
c) Urlaub für Frühjahrsbestellung soll in besonders dringenden
Fällen in der Zeit vom 1.3. bis 20.4. bewilligt werden.
Ausbildung: In Cule eine neue Führerschule für Offiziere u. Fähn-
riche in französischen Vorschriften. Dort auch M.G. u.M.W.Kurse
Polen.
a) gegen Deutschland.
Oberschles. Front. Die Grenzwachen(Grenzdivision?) werden
durch besonders gute Mannschaften verstärkt u. eines besonderen
Inspekteur mit den Befugnissen eines Brigadekommandeurs unter-
stellt. Die Verlegung eines höheren Kavallerie-Verbandes in
Gegend Krakau wird erneut gemeldet. Weitere Nachrichten vom Ein-
treffen von Verstärkungen von der Ostfront (5.7.12.13.18 Div.?)
und einer Russen-Formation in Stärke eines Bataillons in Sosno-
wice werden gemeldet.
Posen. Stärkere Belegung des Raumes um Kempen bestätigt. Jedenfalls
23.Div. die Mitte Februar dort eintraf. I.R.155 Kempen. I.Batl.
im Grenzschutz. JR.167 in und bei Ostrowo. Fle. J.R. 159 in
Schildberg. Artillerie nordwestl. Kempen. Von der 15.Div. wurde
J.R. 50 (von Hohensalza kommend) in Krotoschin festgestellt.
Demnach sind von der 15.Div. 2 Rgtr., deren Garnisonen Bromberg
und Hohensalza sind, an die Posener Südfront verlegt worden.
Es scheinen auch noch weitere Truppenzusammenziehungen dort
stattzufinden.
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Westpreussen: Die bisher östl. Lauenburg eingesetzten Teile War-
schauer Et. Battl. werden durch II./ J.R. 83 abgelöst. Sonst
unverändert.
Grenzabschnitt Weichsel-Seldau durch J.R. 04 und
J.R. 85 besetzt.
b.) Kongresspolen Die 10.Div. ist sicher in ihren Helmatbe-
zirk Lodz verlegt.
c) Litauische Front. Umgruppierungen innerhalb 19. u. 20. Div.
Ameriffabsichten sind unbestätigt. 2.Leg. Div. um Grodno.
Mittellit. Kav. Brig.-Ulanen 214, 215, 218 soll durch 2
Kavallerie Regimenter (Hus.I Jazda taterka) verstärkt worden
sein und nordwestl. Wilna stehen.
Die 8. Kav. Brig. gehört zu Feldpost 13 aber zur Gruppe
Zaligiwsky.
d) Russische Front. 7.Div. soll in Gegend Seiny stehen, Ge-
rüchte sagen, dass sie Mitte März an Oberschles. Front gehen
soll.
Organisation: a) In franz.-poln. Abkommen vom 10.2.: Reorganisation
der Poln. Armee und Erweiterung der Rechte der franz. Mil.-
Mission bestimmt.
b) Ausser 1. Kav. Div. besteht eine 2.Kav. Div. (Ende Januar
um Wladimir Wolhyn . Gliederung unbekannt.)
c) Anfang Februar treffen über Danzig etwa 00 Flugzeuge, mehrere
Lastautos und viel Munition ein.
d) In Lodz sollen demnächst Pferde gegen Bezahlung abgegeben
werden, aber nur an Landwirte, die in unmittelbarer Nähe
wohnen und keine Pferde haben.
Personalien: Generalleutnant Rzondkowski, bisher Kommandeur 19.
Div. wurde Kdr. Lodzer General. Oberstleutnant Fierkucki,
bisher Kdt. von Posen wurde Kdr. der Bürgerwehr des Be-
zirks Posen.
Ersatz: a) Die entlassenen und beurlaubten Leute der Jahre 1885 -
1902 müssen sich zwecks Neueintragungen und Umtausch der
bisherigen Papiere sofort auf den Bezirkskommandos melden.
Beurlaubte Mannschaften, die arbeitslos sind, können bei
den zuständigen Truppenteilen wieder eintreten. Ist mit
erstgenannter Massregel die Einziehung beurlaubter Leute
vorbereitet? Die 2. Massregel wird wohl aus innerpolitischen
Gründen getroffen sein.
b) Beurlaubung der Jahrgänge 03,67 und 08 ist bisher noch nicht
befohlen worden.
До Військово-Похідної Канцелярії
ГОЛОВНОГО ОТАМАНА
Канцелярія ДИРЕКТОРІЇ надсилає при цьому
переклад /з німецької/ звіту Посольства УНР в
Німеччині: "Польща в половині лютого-пічні повідо-
мляє, що НАЙ ГОЛОВНИЙ ОТАМАН наказав, щоб звіт
цей було надруковано в 4 примірниках і відправено
йому для розсилки, по його вказівках.
Начальник Канцелярії
Начальник Відділу
Людина, яка виїхала 12 грудня з Петербургу, переказує: становище населення, власне інтелігенції покращало. Зима була, що до можливості опалу 1 харчів, лекше торішньої. Совітська влада притягала всіма силами інтелігенцію на службу. Терор відносно буржуїв майже припинився; щоб попасти до Чека треба було бути дійсно в чому небудь замішаним. В кінці 20-го мобілізували прис- тів і розмістили на посадах в Чека; тих хто ухилявся пересліду- вали. Коли в Чека зявились юристи, справи прийняли інший вигляд - заявились признаки законності. Взагалі інтелігенція починає звич- кати до нових порядків. Гроші обезцінені і платять натурою, ча- сом 8-9 пайків на людину. Особливим декретом введено принцип власності на ромешання та умебльовання. Інтелігенція широко використовує декрет, розпродує меблі з порожніх помешкань і на ці гроші улаштовує нові. Моральність, взагалі, упала до останньо- го ступня. Дуже зле приходиться селянам та робітникам. Всі тор- ми переповнені с-рами та меншевиками. Губернії Сімбірська, Пен- зенська та Тамбовська, з огляду на недорід, залишені самим собою і з розпорядження уряду хліба їм не підвозять. Розпорядження мотивовано неможливістю для совітської влади нагодувати 7-8 мі- ліонів населення згаданих губерній, а спроба зробити це повела до того, що селяне не були б ситі і решта Росії, особливо міста, нусіли б голодувати. Повстання з середини цілком неможливі: люд починать звикати до нової влади та складом життя.
Центральне бюро III-го Інтернаціоналу знаходиться на Рейхенберґерштрасе 118. Завідує Анцимович; члени - Ростернок- Залік (Австрія) і Зимович (німецький Лид), вони ж і кур'єри званого бюро між Берліном та Парижем. Бюро стоїть в зв'язку з головними центрами Європи і в своїй діяльності підладно так зва
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ному "Европа пропаганди для західної Європи". Крім згаданого є
ще в Берліні відділ III Інтернаціоналу на Дрезденерштрассе 116
заснований Лозовським і затверджений Зінов'євим; в комітет що-
дить слідуючі особи: Леон Гірт, Берлах, Гедвич, Мехман, Еріх, Імнх-
ман, Альфред Ліхтенштейн, Герман Гейм. Відділ має два підвідділа
Копенгагенерштрассе 74 у Гліше і на Майпуштрассе р; в підвідділах
Сагато пропагандної літератури.
Військов.агент совітськ. влади Григорев живе на Фаун-
штрассе 4 у дра Кіршенера. У Григорева до розпорядження слідуючі
люде: інжинери Тонін, Николаєв, офіцери Тонсон, Брусиловський і
значний комісар Желубовський. Григорев зобов'язаний бути в курсі
справ організації тут червоної армії, для чого він мусить: 1) по-
ліпшити взаємовідносини і помирити керовників німців; 2) поліп-
шити по змозі апробацію червоної армії; 3) вербувати офіцерів
з німців підвищених з солдатів, а також з числа дуже незаможних.
Ці офіцери при бажанні направляються до Російської Червоної Ар-
мії куди ідуть як військово полонені. Крім того Григорев має у-
лаштувати військову контррозвідку для обслідування, головн. чином,
діяльності військових правих кол німецьких та російських, а також
місії Антанти. Мета розвідки - попередити різні спроби до орга-
нізації білих армій на території Німеччини. Вся праця розвідки
по цьому питанню буде направлена до лівої преси, а члени лівих
партій будуть, через своїх представників вносити, на підставі цьо-
го матеріалу, явищні інтерпелляцію до Рейхстагу. Григорев рахує
підготувати німецьку червону армію до моменту неминучого весня-
наступу російської червоної армії на Польщу та Румунію. На по-
чатку лютого мав бути в Гамбурзі або Штутгарті з'їзд проводирів
німецької червоної армії при участі російських представників.
Красін вів в Берліні ділові переговори з представником
значних німецьких промисловців (товариства Рейн-Ельба-Туккерф)
якимось Геруом. На всі питання Красін обіцяв відповісти коли вер-
неться.
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Дікерн (уповноважений) веде неофіційно вербовку до Червоної армії німців та росіян, котрих тоді одправляє через Латвію до Росії. Агенти Дікерна для вербовки ось які: 1) Шлема Гольдберг - Альбрехтштрассе 1 у Кольке; 2) Пелизанов; 3) Дуванський Бодде; 4) Врукус; 5) Равшин, 6) Курганський. Останні шість не мають постійних адрес. При Дікерні ще є Роберт Биккерт який з свого боку стоїть в зв'язку з Ман Манусом англійським комуністом.
Викликання Коппа до Москви було для нього несподіванкою. По відомостям від большевиків визов ще не означає його знищення, говорити про звільнення Коппа ще передчасно. Собітський Уряд рахується з в'язками Коппа в Берліні, особливо в торговельних колах, отже коли він був би відкликаний від політичних справ, то залишувся представником в торговельних справах. Заступити Коппа може Гілерсон. Тутешня совітська місія збільшує склад службових. Одних стенографисток та машиністок буде 110 (тепер є 62). Збільшує число канцелярських службових для його викликає з таблиць "певних" людей. На минулому тижні з Ревада до розпорядження місії переведено 80 мільйонів марок.
В російській секції Н.П.Д. починає висловуватись др. Шлейфштейн, з огляду на особливе довір'я до нього вищих комуністичних кол російських та німецьких. З огляду на висилку Бедоровського сподіваються що його справа буде доручена Шлейфштейну.
Літвінов призначається совітським послом до Ревада. Гуковський стане на чолі всіх торгово-закупочних представництв Совдеплі в західній Європі. По даним інших джерел, з огляду на відкрити у Гуковського в Ревада значні зловживання - він буде цілком усунений від справ і не вернеться до Росії. Його помічники будуть віддані під суд.
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Петерс давно вже живе в Німеччині але цілком в сторо-
ні від справ. Він живе в Дрездені і малює. До від'їзду з Росиї
Його примусив Дзеринський з котрим у Петерса були постійні не-
порозуміння. Петерс не мав "своїх" людей в совітських вищих ко-
лах і через те Дзєринський його подухав. Спершу Петерс був в ко-
мандировці 1 котів вертатися в грудні до Росиї але лишився за
порадою якогось Смірнова, котрий попередив що його чекають в Ро-
сиї великі непремності. Від місцевої совітської місії Петерс ді-
стає пенсію в розмірі 9000 м.місячно.
На Фаванештрассе 48II опинився приїхавший з Росиї бель
шевицький агент Калинов і вже приймав участь на зібраннях кому-
ністів як оратор.
Приїжджачі з Литви оповідають, що там настрій епошійний
Аксельрад працює але і Уряд теж робить заходи. Населення турбу-
ється концентрацією Червоної Армії на кордоні і боїться на вес-
ну війни. В зв'язку г цим збільшується еміграція до Америки, куди
виїздять не тільки люди але і тубольне населення. Харчі можна
легко дістати і вони дешевші ніж в Німеччині. Литовської армії
до 30 тисяч але цілком кадерних є тільки 10 тисяч. Командний
склад лихий, кадрових офіцерів майже немає, найбільший % військо-
вого часу і добровольці, все то / військово зовсім не освічені
люде.
По даним розвідки підозріло характеризується інженер
Семеновський, його бажання проміряти в різні російські та німець-
кі організації - цілком ляно.
Кримов, що ввійшов в "Голос Росиї" з гріши, не Жид. Він
управляв справами газети "Новое Время" і приймав участь у видан-
ню журналу "Столица и Уездоба". Тепер саме Кримов поїхав до Лон-
дону за гріши.
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Фрідліб безумовно веде торгові справи з большевиками.
Він обіцяв улаштувати побачення з Старковим причім той сказав,
що мусить спитати дозволу у начальства. Фрідліб думає, що в пра-
вих колах буде грати велику роль ген. Біскупський.
Припинились всі чутки про вихід в Берліні нових газет.
Камуть тільки, що ведуться переговори про купівлю газети "Время"
Колишко в компанії з Еймовським. Власниця газети, англійка яка
ще під час війни володіла тією газетою, хоче дістати 200 тисяч
марок.
Цими днями передаючи в "Голос Росии" для друковання
облаву про нову російську книгарню на Фридрихштрассе, один з спів-
робітників заявив, що слід надрукувати як найшвидше бо це є про-
хання одного з большевицьких генералів.
Дуже важко (але під сумнівом). Поданим агентури в спра-
ві перевезення з Німеччини до Польщі амуніції та зброї від Фран-
цуза працювала і тепер працює спеціальна організація з росіян.
Вони перевозять на грузових автомобілях позаяк німці уважно слі-
дують за залізницями. Серед учасників називають Азаревича, близь
кого до Гучкова, і Вертоґрадова, представника означеної організа-
ції в Варшаві. Відомі три пункти концентрації засобів для пере-
везення, на одному 7 грузових і 2 особових автів, на другому 4
грузових і 1 особовий і нарешті на третьому число машин не ві-
домо, але єдить 8 поферів. Перевезення робиться під виглядом
приватного руху. До цієї справи притягнена (шляхом підкупу чи
ошукання) німецька інженерна (саперна) рота в Тільзіті. Де зна-
ходяться пункти перевезення матеріалів через кордон польський
- не відомо. Тепер Азаркевич пробує налагодити звязок на
Ковно та Рігу, куди посилав якогось Стирко, Фахового інженера-
механіка. Про Азаркевича особисто - видно, що він служить якійс
інформації (можливо Орлов-Гучков) бо пробує скрізь влізти.(Шпін-
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пe, де служить, офіцерський соза, спроби грати ролю серед морських
офіцерів і т.д.)
Група німецьких правих увійшла в звязок з лкимось
полковником Вучинським. Йому було запропоновано, а огляду на
могливий в кінці лютого, в початку марта, правий "Пуч", прийняти
участь і виленши чим можуть помогти співчувавчі росіяне. В епра-
ві приймати участь Трейн (полковник, був у Бермондта, працює на
Кайзерале 80) та Чесноков (був начальник військово-походної
канцелярії Бермондта). Далі виленено, що Вучинський і Чесноков бу-
ли 24-го у якогось Німця, який має безпосереднє відношення до
групи "національ-большевістен". План засновано на виступі кому-
ністів котрі мають на меті не захоплення влади, а просто грабів-
ництва. Цим хотять скористуватись праві. На те мається організа-
ція студентів "Ейнвоер Вер". Наради робились з метою організу-
вати співчувавчих росіян, щоб забезпечити собі їх допомогу на ви-
падок перевороту. Тепер саме уважно студіють повстання останніх
часів в Росії (в Ярославлі, Лівих с.р. в Москві і т.д.). Німці з
цієї організації хотять використати план Бермондта а власне, улаш-
тувати місцеві повстання в Естонії, центром їх памічено місто
Древ (Дорпад). Сподіваються на організацію тут дорпадських студен-
тів, котру хотять перенести потроху до Естонії, а рівно і в на решт-
ки Ландесверу та Дворянський Валтійський полк. Російські студен-
ти повинні будуть приєднатись позаяк їхніх батьків (на зразок
большевиків) візьмуть заложниками. В результаті планується захват
міста Древа, знищення естонської влади; звідти будуть розсілані
"всі" телеграми про здійснений переворот, (не рішено, ще як написати)
брільшевицький чи 'монархичний'). Мається на думці захопити ра-
діо-станцію та арсенал, з найпром організувати тоді військовий
відділ для акції в Гдовському повіті головним чином щоб виклика-
ти розрухи. Не виключається можливість спільної акції з штабом чер-
воної Армії.
Громі дистануть по проекту Бермондта соб то ввій-
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дуть в згоду з Рейхсбанком (?) для випуску охідного рубля, ко-
трі тут повинні бути знищені, а в Естонії дійсні (в книжки су-
ми будуть занесені як знищені, а в дійсності послані до Естонії.
За Пфейлем тут слідують французи, марчи його за ні-
мецького агента. Крім того Пфейля, по його словам, чекають непри-
ємності як він повернеться до Сербії. У військовій місії в Біл-
городі Пфейль керував паспортним відділом. З приїздом Потоць-
кого – Пфейля замістив бувший канцелярський ротмістр Попов,
який до того веде це негласну розвідку; крім того, він служить
у французів з якими, по чуткам, також тісно зв'язаний Потоцький.
Найближчим помічником Попова є якийсь др. Мішель (з Київ), уста-
новлений агент провокатор французів. Мішель стоїть також близь-
ко до Потоцького і буває в російських емігрантських колах не
дивлячись на те, що всі його знать за французького шпига. Коли
хто Попову особисто не подобається, він сповіщає про такого Сер-
бам, посилаючись на відомості з штабу Ерангеля, а в штаб пише,
що дістав відомості від Сербів; в результаті останні садять
також до тюрми.
Місцеві офіцерські совзи обеднались; на чолі хотять
поставити ген. Арсенєва. З ним конкурує полк. Евальд, котрий
знов почав грати роль в монархічній групі.
Дуже недобрі чутки про становище справ на Кайзерале
льє 80. Зібрання має цілком характер "Нахтлокали". Римський-Кор-
саков має вигляд "старого буфетчика". Елементи бувають самі різ-
нородні: говорити серезно, як в солідному клубі – не можна. Бра-
жиння від організації тутешніх правих і іншої праці дуже дале
від позитивних. Ім, правда, удалося переконати Німців що вони
центр будучої Росії і мають тепер зв'язок з нер і закордонними
і з закордонними центрами. Що торкається закордону твердий звя-
зок правих з Будапештом, Білгородом, але не з Заходом, не з Англі-
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ер та Франція; зв'язків же серйозних з Росією немає; відомос-
ти беруться випадково від приїжджаючих звідти.Перше був зва-
зок ,особливо крім тих міст,де сиділи агенти Маркова.Центр і
тоді був слабий.Головною метою правих - добути гроші.Одначе
німці,вже научені гірким досвідом,мало реагують на аргументи
для дистанція грошей.Стінес,напр.з його групою цілком не відпо-
відає на всі подібні прохання.Через це в правих колах його
мартъ за "лида".
Цо до матеріального становища Пфейля то воно не бли-
скуче.В Сербії він,як сіменець дістає 400 динарів місячно,ту
саму суму маєть його кінка і мати.Живе в наетку на повному
пансионі,дістав тут представництво від одної з німецьких фірм.
Активним діячем в правих організаціях є Клумов.Про
нього згадувалось в зв'язку з Армією Добровольців Денікіна.По-
їхавши на південь з Потоцьким він повернувся сюди з його дору-
чення і з 60-ма тисячами на справу розвідки.У Клумова дуже ве-
ликі звязки в значних фінансових та промислових предпринемст-
вах Німеччини.
Агентура потверджує що на Кайзеральбе в числі слу-
жащих е агент большевиків бувъ. солдат Гопко (був вістовим у
ротмистра Периского котрий служив у Бермондта).
По відомостям від групи близької до Віскупельского,
останній працює з центром російських правих, і сам про це гово-
ритъ.Крім того він веде своя особисту акція; наміри його:1)ді-
стати гроші,2)стати на чолі анти-большевицького руху,причому
він готов працювати і з білими і з сірими і з червоними,але
більш блідого відтінку хто його покличе або піде за ним.Зва-
зок з Угорщиной ютнує;Віскупельский дав Пфейлеві листи до пред-
ставників угорських правих кол.
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По відомостям Пфейля великий князь Димитрій Павлович вступив в Масонську ложу "Гранд Орієнт". Історія така: коли він з Персії, куди був засланий за убивство Распутіна, переїхав до Індії, англійці приставили до нього якусь "леді" (призвіще невідоме) яка цілком забрала його в руки. З ним, у великому масштабі, повторилася історія Дурново. Завданням "леді" було експромтувати Димитрія Павловича чим і можна полонити його присутність в Єгипті, куди він переїхав з Індії, на англійському балі, швидко потому, як прийшли звістики про смерть царя, не дивлячись на те, що російський дипломатичний представник мало не на вколіщках, відмовляв Димитрія Павловича від цього. Під впливом тої самої англійки, разом з якою Димитрій Павлович жив напів отверто в Льондоні і в Парижі, він і вступив до ложі. Англійці зробили це наче б то тому, що в будучому на престолі їм далеко зручніше мати великого князя Михайла Олександровича. Відомості ці більш менш відомі бо документи в цій справі наче б то привіз лейт. Свістунов, а він дістав їх від офіцера, котрого масони скинули в Босфор. Краще всього перевірити цю історія через Каралі, Белерину Московського Великого Театру.
В місцевих совзі адвокатів забалоторували Фрідліса, з огляду на те, що члени совзу пам'ятають, що в 1914 р. Фрідланд був за різні брудні справи, виключений з стану адвокатів. Він бреше що скінчив в Германії університет.
В Америці (Аргентина, Бразилія) іде інтензивна боротьба з большевизмом. Асигнується величезні суми на удержання розвідки. Крім того власти паралізують можливість утворення кадрів незадоволених: знаходять працю безробітним, жертвують величезні гроші на поліпшення умов життя.
Голова большевиків на Далекому Сході, Краснощоков, в дійсності є Кид Табельсон у Владивостоці содержав публічний дім.
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По відомостям Совітської місії в Москві в центрі влади стався розкол, який може мати великі наслідки. Група Бухаріна, Лєсовській, Шляпников, Креченський, Веселіч, Вольський та інші; стоячи на неприйманий точці погляду в питанні здійснення світової революції шляхом активної політики в совітській Росії, розпочали інтенсивну агітацію серед комуністичної партії і при дбали симпатій більшої частини партійних працьовників. Крім того ліві комуністи впливають на школи червоних офіцерів і на ко місії політкомів. Гасло Бухаріна "геть з мобілізацією і пере ход до загальної міліції" користується популярністю і серед командного складу червоної армії. Троцький веде подвійну гру, але більше схильеться до лівих ніж до групи Леніна, "електрифікаторів - реформистів". Непорозуміння в центрі але відбиваються на цілій партії і на популярності їх клітин на місцях. Становище, яке утворилось, заставило Централ Виконавч Комітет улашту вати партійні "двоєзнеевики" в надії зміцнити партію. Нині становище дуже серйозне, бо партія почала розкладатись з середини і загрожує крахом, як що не станеться чогось надзвичайного. На весну дивляться як на рішучий момент не тільки для Росії, але й для Заходу.
Начальником особливого відділу при російській секції К.П.Д. призначено Жана Дуче, латиш-бувшого головою че-ка в Двинську. Дуче попав на місце Смирнова, котрий виїхав до Риги.
З совітських джерел дійшли відомості, що російський уряд через своїх дипломатичних представників має намір вступити в переговори з низкою осіб, котрі перше служиди в Росії, щоб намовити їх іхати до Совдепіл з цільковитою гарантією недоторканості. Особливо хотять вербувати: військових спеціалістів і інженерів, а також людей з адміністративним етажем з бувших урядовців державних та громадських установ.
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Серед урядовців совітської місії уперто говорять про умову, яка ніби то сталася між урядами Німеччини і Совдепії. Ви- роблена координація акцій на час найбутнього плебісциту в Горіш- нім Плеску. Як що Польки, при мовчазній згоді Антанти, робитимуть насильство над німецьким населенням, то, по умові, тає вибухне повстання, котре піде далі на захід. Одночасно Совдепія посуне свої війська до східних кордонів Польщі і на південь, де Польща межує з Румунією.
Означені виступи будуть поленені мотом Чичеріна, як захистом трудящихся має Плеску від імперіалістичної політики Антанти в персоні її "прихвостня" Польщі. Німеччина за це зобо- вязується 1) визнати совітський уряд, 2) силом влади припинити на своїй території працю всіх антисовітських російських груп та організацій.
З приводу арештів паперів у проводирів червоної армії яка комплектувалася в Німеччині, в колах близьких до "русской секції" говорять з великою осторогою. Коли захоплені лиш старі архіви, то нічого, коли ж зникли нові документи, то низці значних працьовників з секції і з партії К.П.Д. доведеться зникнути в підпілля.
Думають, що відомості про німецьку червоно армію прий- шли з Сербії, де, під час ліквідації центру в Білгороді, до рук вла- ди попали листування, що бри 1 адреси Сільності центрів Європи. Крім того, думають, що була також зрада в центрі, де про все мали відомості; в Берліні повинні будуть зникнути Навроцький і др Плафштейн.
Цими днями йдуть неофіційного приїзду в Берлін з Пра- ги Гілерсона.
Цілком точно установлено, що на Розенталерштрассе 38 в
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Торговельній Контрол "Вулкан" є партійне бюро К.П.Д. на чолі котрого стоять Тєер і Пмідт; останній мав до цього часу контро- ру на Клостерштрассе 92 де була рада безробітних комуністів.Ни- ні рада, під той самов назвою перенесена до 36 Брейтерштрассе в дворі, двері 6.
В контрол "Вулкан" записуються в члени комуністичної партії і прийняття обставлено дуже суворо.Хто бажає записатись, мусить представити докази про зроблені ним для партії прислу- ги, а також рекомендувати не менш 3-ох партійних товаришів. Росіян приймають лише маючих бойовечийць! папери посвідчені ор- ганізацією Коппа. Що до вербовки до партії - велику роль грає книгарня "Роте Фане" (Анненштрассе 1).Там часто буває др Неві- ровський, котрий замовляє багато бойовечийцької літератури на рос- сийській мові.Книгарня переповнена цією літературою.Крім того установлено секретаріят К.П.Д. Мюнштрассе 24 III; чимале помеш- кання де працює багато народу, в кожній кімнаті єдить по двое. З загального числа установлені: Гершке, Нейман, Пфейфер (головний по приняттю до партії), Валлат, Фриснет, Шиндлер, Гебель, Навроцький.
По даним бойовечийць для переведення агітаційно-по- літичної діяльності Німеччину буде поділено на три райони:
1) Східна Пруссія - Аксельрод, 2) Південна Німеччина і Баварія - Гіллерсон, 3) Центральна Німеччина - сов.Місія в Берліні.Від других осіб з бойовечийцьких кол передається що навпаки з Моск- ви є розпорядження ослабити тимчасово агітаційну діяльність в Німеччині з огляду на балання
ii упаду зробити згоду з Росій- ським урядом.
З Росії до Штетину приїхало два бойовечийцьких агенти: Волков і Ник.Самохвалов. Обидва скінчили в Москві школу курсан- тів і призначені совітською місією інструкторами в табори поло- нених.
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Агентура вказує на причастність до большевицької мі-
сії прапорщика Руге, його жінки та поручина Попова. Жінка Руге
служила ніби то один час гувернанткою в родині французького
адмірала, члена антантської місії, і викрадала у нього таємні
документи котрі потім продавалися большевикам. Нині вони всі
служать в Кустарному відділі гр. Мусиної-Пушкіної.
За останній час збільшилася поворотна хвиля російсь-
ких військових полонених вивезених з Німеччини. Багато з них про
сіль приймати їх в німецьке підданство.
До Берліну з Ріги приїхав якийсь Вакланов, служив
перше офіцером для зв'язку в армії князя Лівена. Тепер він на
службі у большевиків, зустрічається з Ваклановим, Потаповим а та-
ком бував в большевицькій місії.
Цими днями юдуть до Берліну Бурцева.
Прибувший недавно з Росії інженер технолог оповідає
свої враження від електріфікації: З Прохоровської фабрики в Мо-
скві, яка припинила працю, були вивезені в найближче село (16 дво-
рів) всі парові казани. По великих зусиллях удалося пристосува-
ти їх для того щоб село діставало електричний ток. Але це було
тільки три дні, на четвертий діяльність казанів припинилася че-
рез відсутність палива, котре мужики відмовились привозити. Тим
часом довелося залишити, а коли большевикам знов спало на думку
розпочати електризацію, то виявилося, що всі проводи та інші
дрібні частини були розкрадені мужиками на різні господарські
потреби.
В Берліні істнує організація з бувших членів армії
Зермонта. На чолі стоїть полковник Дрелінг з двома синами, крім
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них два брати Гершельмани, поруч. Бучкович, ротм. Розенберг і полк.
Крузенштерн. Зі слів Кап. Непоротивого організація озвітлює ді-
яння яльність бойовиків і взагалі політичну діяльність всіх
тутешніх організацій. З числа учасників відоми це: Вас. Вас. Кист-
нер, Володимир Бон (Джельдорфштрассе 46).
Права група (Кайзеральле) цілком розійшлася з п-ні
Вейдеман. Найближчим приводом було їхня нова вимога дати з зіб-
раних грошей на добродійну мету, 60 тисяч на політичні справи.
В результаті п-ні Вейдеман скликала загальні збори де заявила,
що, по совєсти, не має права дати гроші тим більше що праві менш
займаються політикою ніж півністю та задоволенням своїх осо-
бистих бажань. Тут п-ні Вейдеман наговорила непремних речей на
адресу Римек.-Корзакова. Дім МБО (клуб) купив Баранський (Соко-
лов) очевидно з сум Маркова, а може й на свої - казали що на-
крав багато грошей.
Антібольшевицька ліга є такою компанія бар. Уколириа
обвинувачують деякі німецькі групи в тому, що вони таємно працю-
ють з бойовиками. Пробували з Коппом, але він оказався "чесним"
не захтів, тоді звернулись до Аквельрода та Гілерсона. Називати
майора Лізера, про нього кажуть, що йому б тільки вести розвідку,
він це любить.
До Військово-Ліквідаційної Комісії У.Н.Р.
в Річл Посполитій Польській.
З роспорядження Пана Керуючого Справами ДИРЕКТОРІЇ У.Н.Р., Канцелярія ДИРЕКТОРІЇ має за
честь надіслати при цьому витяг з інформацій По-
сольства У.Н.Р. в Німеччині ч.134 для доповіді
Панові Начальникові Комісії.
Миримський
Начальник Канцелярії
Крипак
Начальник Відділу
Світру-мл. Від. Чистарак
До Члена Вищої Військової Ради
Пана Генерала Дельвіга.
Маю за честь послати до Вашого відому прикла-
дення до цього зитаг з інформацією Посольства УНР в
Німеччині ч.134.
Керуючи Справами
Начальник Канцелярії
Світлана Вікторовна
ДИПЛОМАТИЧНИЙ ВІДЛІ ПОСОЛЬСТВА
У.Н.Р.
в Німеччині.
ч.119.
СХІДНА ПОЛІТИКА БОЛЬШЕВИКІВ.
1. Умова в турецькими націоналістами
2. Східні клуби.
3. Інструкція для пропаганди на Азіятсь- кому фронті.
4. Доклад Міністра Еліави.
I. Умова з турецькими націоналістами.
З уповноваження Ради Народних Комісарів Радянської Російської фе- деративної республіки особливо уповноваженого по справам близького сходу - Радок і з уповноваження Уряду Турецького великого національ- ного зібрання в Ангорі, народний комісар закордонних справ Ахмет Мухтар зобов'язався:
1/ Взаємно координувати кроки червоної армії та армії Турецького Національного Зібрання в посту на південний Схід від кордонів був- ної Російської та Турецької імперій.
2/ Сферою суверенного впливу кожної з Республік, які заключають умову, буде колишній кордон Росії та Турції з корективами зробленими угодовою комісією по призначення Верховного Командуючого червоної та Турецької національних армій.
3/ на випадок конфлікту між частинами армій Турецького Національ- ного Зібрання та Персидської Червоної армії обидві сторони звертають ся до посередництва резолюційного Комітету Червоної Армії.
4/ Цивільна адміністрація по обидва боки передбаченого параграфо- 2 кордону належить виключно центральній владі кожної з республік, які ввійшли в згоду. Конфлікти релігійного характеру погоджуються на при- ціпі взаємності.
5/ В місцевостях зайнятих наново військами обох республік уста- новляється адміністрація, передбачена постановою Конференції Східних Народів в Баку парагр.16,17,18,31,32,39.
6/ Органом Цивільного Уряду, до вибрання місцевих рад, буде коле- гія комісарів призначена Ревкомом Червоної Армії та Національному Ра- ді Турецької Армії в рівній кількості з головою, призначенням Іспол- комом Національної Ради Східних Народів.
УВАГА. В сильських аулеях та хутірських комісаріятах колегія складається з трьох чоловік /один- черв.арм., один - турец.нац.арм., один - по призначення Ісполкома Ради Східних Народів/: в вілаетах - з пяти - два черв.арм., два- тур.нац.арм., один - по призначенню Іспол- кома; в округах з семи-десяти /три черв.арм., три - турец.нац.арм., один - три по призначення Ісполкома/.
7/ Військова адміністрація місцевостей, зайнятих арміями обох ре- спублік складається з російсько-турецьких етапних комендатур по приз- наченню штабів обох армій.
8/ Ревкізіції, реалізація обозної повинності, апробізація армії паливом та водою переводиться інтенданством турецької національної армії переважно.
9/ Апробізація армії амуницією, знаменням та військовими запаса- ми /розрахунок на пять армейських корпусів по тридцять дві тисячі кожний/ переводиться штабом червоної армії східного фронту з записів по перепису до І грудня 1920 року.
10/ Хаєджа Апробізація технічним реманентом /самокатами, самоле- тами, та..частинами до них/, а також горючими оліями /бензин,бензол, горючі сумішки, нафта/, та змазочними оліями з одного боку, кінським складом, вьючними транспортами, верблюдами, мулями, волами,обозним транспортом /раби, мажари/ з другого, переводиться на принципах вза- ємності згідно постанові цинувальної комісії та інтенданств обох армій.
Уповноважений Совнаркома
Р.С.Ф.Р.
РАДК
ВОЛЬСЬКИЙ.
Політком Еліава.
КУЧУК-ХАН, Політком СІМІН.
По уповноваженню Тур.Вел.Нац.
Зібр.в Ангорі Ахмет Мухтар, На-
родний Комісар закордонних спра-
Мустафа Міазин Карбекир Паша Ма
чабері уповноважений лазів,Суб-
ко-Хан уповноважений курдів.
Трапезунт-С
иваш, 2
II. СХІДНІ КЛУБИ.
Маючи на меті об'єднання емігрантів, з народів близького і середньо- го Сходу, на ґрунті національного відродження та оборони культури та незалежності, патріотами співчуваючими ідеї панславізму, головним чи- ном чином турецькими націоналістами, було спроектовано утворення сіти клубів по всім європейським центрам, в тій надії, що своїм впливом та зв'язками ці клуби сприятимуть реалізації та переведенню в життя ідей проголошених Великим Національним Зібранням в Ангорі.
Важання, через об'єднання та організацію проживаючих на Заході Тур- ків, Єгиптян, Індійців та інших східних народів, утворити сильний апа- рат для боротьби з авторами Сєврського миру, павно істнувало у турець- ких націоналістів. Офіційні та неофіційні представники радянсь- кої Республіки обрахували це бажання і зробили всі заходи, щоб викор- стати цей, зовсім чужий им по ідеї, рух в потрібному для них напрямі.
В жовтні минулого року питання це побутувалося в Ісполкомі Східних На- родів, вибраному на з'їзді в Баку. В зв'язку з цим в Зпхідну Европу бу- ло командіровано управляючого східним відділом комісаріату закордон- них справ Вознесенський. Єму було доручено об'їхати Берлін, Вільнь, Ве- неція, Рим і по можливості Париж та Лондон. Метою його подорожі було установити потрібний контакт з видатними представниками східної еміг- рації, дати їм можливу піддержку для організації сіти Східних Клубів поставити ці клуби з повний контакт з офіційними та неофіційними радянськими представниками і перевести реалізацію плану таким чином, щоб радянський уряд мав можливість використати Східні Клуби в своїх власних цілях.
В даний момент здійснення цього плану можна рахувати закінченим. У всіх європейських центрах, в котрих е східна еміграція істнує та- кі клуби. В Берліні його заснували: турок Чекіб-Арелан-Паша, професор Таунгла - єгиптянин - та д-р Пиллай - індієць. Членами клубу входять Есур-Бей, бувший адъютант Енвера Паша і Сауд-Мирза-Хан. З цього списку видно, що завдяки посередництву совітських представників удалось об'єд- нати представників еміграції трьох головних народів близького і середньо- го Сходу.
Другими словами те, що на місці до того часу не було досягнено і було головною перешкодою для розвитку пан-ісламітського руху, тепер вже переведено в життя в цих клубах і завдяки цьому організація їх е великий кроком наперед.
В об'єднанню емігрантів ці клуби вкладають грають також дуже важну роль. Центр їх у Венеції ім на чолі цілої організації стоїть доктор Алі-Елай, який проживає там по пашпорту Ефрама Калі-Сарахана. Дей Алі- Елай є видатною постать в відродженні Сходу. З походження індієць, док- тор Оксфордського університету він виявив себе видатним провидиром під час повстань сімнадцятого року в Індії.
На скільки можна судити по Берлінському Східному клубові, то від- носно контактів з совітськими представниками нічого кращого не можна бажати. Зробивши в свій час моральну та матеріальну піддержку органі- зації клубів совітські представники мають уже тепер дуже добре на- слідки. Не торкаючись вищегаданого видавання, яким керувались при ут- воренні клубів, треба заважити, що тепер совітський уряд має змогу підтримувати зв'язок з східними країнами, які лежать в сфері впливу держав Антанти; не тільки прямим шляхом через Кавказ та район заняттяй Камалістами, але також окремним шляхом через Західну Європу. Через за- хідно-єврейські сідні клуби іде неперервний зв'язок і піддержка дія- чам, які співчувають большовицьким намірам на сході, чи то в Єгипті, чи в Турції, чи в Індії. За останній час в цім напрямі іде інтенсивна праця. Беручи на увагу, що в цій праці східні клуби суть не основою, а передаточною інстанцією і як що постановити цю інтенсивну активність в зв'язок з недавно заключеним договором між совітською республікою та турецькими націоналістами, то можно мати серйозні причини сподіватись дуже активних виступів большевиків на Сходу в найближчому будучому.
III. ІНСТРУКЦІЯ ПОЛЬОВИМ ОТРАДАМ ПРОЛЕТКУЛЬТУ ТА ОСОБЛИВИМ ВІДДІЛАМ РЕВКОМУ ДРУГОЇ ТА ТРЕТЬОЇ КАТЕГОРІЇ, ЯКИЙ ЗНА- ХОДИТЬСЯ В РОСПОРЯЖЕННЮ ПОЛІТКОМУ БЛИЗЬКО-АЗІЯТСЬКОГО ФРОНТУ.
I/ Вся агітаційна праця концентрується виключно в руках проводив політик ої пропаганди кожного бойового участку фронту не менше дивізії Всі під владні органи повинні точно і без залеречення виконувати роспо- рядження вищих інстанцій, пам'ятаючи, що тільки координація спільних ви- виступів може дати позитивний результат.
2/ При організації життя інструктор повинен притягнути до актив- ної праці представників місцевого духовенства, не рахуючись з рангою
останнього і всіма засобами підтримувати в нім революційний ентузіязм
з тим, що центр духовного життя - мечет одночасно була й центром і
революційної пропаганди.
3/ Суворо приписується ставитись з повною повагою до релігійних
обрядів та ритуалу, як магометан, так і персів, магометан-суннітів,
браманитів, ламаїтів та інших сект та вірувань племен південної Азії.
4/ При зносинах з кочовими племенами Малої Азії та Персії вжива-
ти всіх заходів, щоб увійти в тісний контакт з особами та родами /бли-
зькими до голови племен або роду, з тим, щоб клітина утворена в цент-
рі і центрі агітаційний та адміністраційний совпадали. Приписується
безумовна повага до звичаїв кожного племені, як би вони не суперечили
поглядам комуніста, принаймні до моменту цілковитого зрекволюціо-
нізовання або центру або периферії.
5/ При зближенню до кордонів Індії уникати зносин з групами та
клітинами індійського сектору, головним чином пірськими індійцями, а
огляду на надзвичайну племенну та кастову ворожнечу, яка істнує між ін-
дійцями та прикордонними курдськими та перськими племенами.
6/ Паралельно з організацією партійних клітин, максимум уваги ін-
структоров ввертається на утворення переходних груп чисто націоналі-
стичного характеру, куди необхідно притягнути найбільш інтелігентних
але по своїй клясовій приналежності глухих до соціальних питань, пред-
ставників окремих впливових родів та родин. При належній увазі ці орга-
нізації будуть найкращим осередком пропаганди.
7/ Найбільша обережність приписується при зносинах з європейцями,
особливо англійського походження, хоч би навіть не було сумнівів в їх
безумовно комуністичному світогляді, а також лазами, вірменами , та
айсорами.
8/ Кожний з відповідних агітаторів, не задовольняючись курсовою мі-
підготовкою, повинен насамперед цілком точно ознайомитись з усіма осо-
бливостями периферії, в котрій буде розвиватись клітина. Найменша поми-
ка з його боку буде безумовно зарахована і може відразити периферію,
яка складається з уважних, недовірливих, хитрих та вороже до всього єв-
ропейського настроєних елементів.
9/ Неточність виконання даної інструкції веде до відповідальності
по революційним закрам військового часу.
Москва. 9 листопаду 1920р.
Завідувачий Інструкторським відділом ЛАГОРІО.
Члени Колегії пропагандистов:
Тер-Армішані.
Раматаран-Рана
Міджабеков.
IV. ДОКЛАД КОМІСАРА В СПРАВАХ ФЕДЕРАТИВНИХ РАДЯНСЬКИХ РЕСПУБЛІК
Завакваза, Малої Азії й Туркестану, члена центрального комі-
тету партії комуністів і члена Ісполкома московської Ради ро-
бітничих та селянських депутатів тов. Еліява, відчитаний Бре-
менському зізволі Західно-Європейського Секретаріату 28 грудня
1920 року.
Товариші. Я тішуся тим, що можу привітати вас саме нині, коли за-
кичується наша тяжка праця. Я прохаю дозволу відчитати доклад піда
чергою, бо завтра я мушу бути в Ротерламі, але відомості про наслід-
ки праці, я якими я вас познайомлю, відшкодують тов. Гутмана за відсту-
плену чергу. Я почну з першого дня по моїм призіз з доручення Совнар-
кома до наших володінь в Малій Азії, власне з серпня 1919р. Коли мені
разом з товаришами Броїде, Боклем, Куплгтовим та Сараровим було доруче-
но розпочати творчу працю в Туркестані та Фергані, тільки що відбитих
від наступаючих банз білогвардійців з півночі та англійських наємни-
ків з півдня. Не криюсь, що прибувши на місце, ми впали в розпушку, бо
побачили надзвичайний багатий край, багацтвом різних річей та Індії,
доведений непреривною війною до останнього ступня руйни, побачили на-
слення настроєне вороже, не лише до незрозумілого йому комунізму, але
й до всього російського, повнайомились з чисто муульманським рухом,
відомим під назвою "басмачества", який обхопив цілий феранський оазис.
Момент нашого приїзду стався мало не разом з моментом головного пов-
стання муульман, доведених нездібними керовниками соцісткої політи-
ки до цілковитої рослуки. Правда, були оправдуючи обставини, два ро-
ки велась неприривна війна на фронтах Асхабадському та Оренбургскому
з рівночі і Памірському за Ферганському з півдня, два роки край був
ті сплідь
відрізаний від політичного центру - Москви і був під керуванням вик-
лючно місцевих робітників без потрібних директивів від Совнаркома,
котрі повели радянську політику занадто прямолінійно не рахуючись з
виключністю місцевих умовин і характером людності, яка стоїть цілком
під впливом фанатичного духовенства й вихована єдва строго в догмі Ша-
ріату і Агату. Надмірна ретельність місцевих радянських робітників по-
вела до переходу на китайську територію цілих кіргизьких, а на персь-
ку туркменських племен. Ні з одним осередком сусідніх держав звязку
не було, навіть у Бухарі й Хиві не було наших представників, а пра-
цювали далі консульські представники дореволюційного часу. Все треба
було будувати наново, а насамперед труда було утворити обставини, в
яких була б можлива праця в місцевої людності, яка в Туркестані склада-
96%. Для цього нам би довелося прикласти випробований вже спосіб склад
промісу і, використавши час, утворити клітини, які дали б швидко радя-
ський владі контингент відданих, переконаних і дільних комуністів в
Сиртської, Туркменської та Текинської молоди. Це стало неоцінною по-
мічю в творчій праці нашої комісії. Найтяжчими були, розуміється, пе-
решкоди продовольчі та транспортні. Брак зерна, дров, вугілля, зруйно-
ваний водопровід, недостача технічного персоналу, робила завдання май-
же неможливим до виконання. Справа ускладнялася ще нальотами банд Ір-
гаш-бел, Мадажин бека, та інших басмачів, котрі верховодили по степах
далеко від міст та більших сел. Транспорт майже не функціонував і на-
селення, котре при нормальнім засів, жило і перше виключно привозним
хлібом, буквально голодало. Але дружнім зусиллям червоних військових
частин та з допомогою де-яких впливових кіргизьких родів, почастило лік
відувати басмачів і сяк-так налагодити підвоз. Агітаційна праця посо-
вувалася паралельно. Розуміється, ні Москва, ні ми, - Турко-комсія
не вірили іллюзіям, що Туркестанські мусульмани готові до прийняття со-
ціалізму, але проте виріди і знали, що ті самі мусульмане, на випадок
їхнього, хоча б тільки зверхнього прилучення до большевизму, можуть ві
діграти для большовиків ролю мосту до сусідніх східних країв і таким
чином утворити політичні труднощі Антанти, а в першу чергу Англії. На
ша агітаційна сіть розвинулась і галузі її вже далеко пройшли в Афга-
ністан а звідті до пізничної Індії. На перший червоний Зізд в Самаркан
ді, в лютім 1920р. прибули делегати не тільки з Памиру, Афганістану, Ги-
малайських племен, але з глибини Індії, з Мадрасу, Делі, Мадагора, Каль
кути. Бомбей і навіть Пейлону. Там вперше я побачив, яким міцним це-
лентом може бути ненависть до гнобителів,як рази осагнення великої ме
ти визволення, забувається вікова племена та релігійна ворожнеча, забу
вається кастова різниця. До 1500 делегатів здавалося були злити в одно
тіло, думали спільну думку, захоплювались одною ідеєю - були національ
но вльними, вирвавшись з тенет політичного та соціального рабства, в
якому їх тримали в Туркестані - Царська Росія, в Індії - ненавистна
міщанська Англія. І завважте, товариші, що ніхто не агітував в Індії і
навіть не сповіщав про майбутній зізд і тим цінніше те, що лише по чут
кам, 1000 пригноблених/ негликані, шукаючи соціяльної правди, прислали
до нас своїх представників, котрі з безоглядною відвагою добрались че-
рез подвійну сторожу англійців, через непроходимі гори, часто пішви, по
нової Мекки мусульманського сходу - до Самарканда. День зізду був уро-
чистим днем, днем нашої перемоги.
Залишаю на боці деталі зізду, з ним ви ж знайомі з справоздавання.
Тактичний зізд в Самарканді дав несчислими вигоди: ми дістали живий звя
зок з цілою Індією із Південною Персією, а звідти змогу безпосереднє
звестись з Турцією, Аравією та Египтом. Національне Зібрання в Ангорі
відіграло рішаючу роль в ділі об'єднання мусульманської частини зізд у
послужило підвальною для утворення тут же на зізду "Союзу визволення
Сходу", організації, в руках якої нині знаходиться Туркестан і через
котру Москва керує працею цілого складного агітаційного апарату в Серед-
ній і в Південній Азії. Емісари "Союзу", розіслані зіздом по всім оази-
сах Туркестану, Монголії, до магометанського Китаю, Гималай, Пенджабу
та Індії: з проповіддю визволення Сходу, скрізь зустрічали велику симпа-
тію, піддержку місцевих організацій та реальну допомогу. Їхнім завдан-
ням було об'єднати численні місцеві партії, братства та організації, в
едине братство Третього Інтернаціоналу, під пропором священної війни
пригноблених з гнобителем. Наслідки їх праці виявились в найближчому
дні: Першою знала цітаделя мусульманського абсолютизму - Хива. Хае му-
сив втікати в Кобул, а в Хиві утворився перший совіт, який заключив
договір союзний з Р.С.Ф.Р., котрий яскраво підкреслює свідомість хибин-
ських товаришів та їх відданість клмунізму. Щ З Хиви комунистичний рух
пид прапором пан-ісламізму прийшов до Афганстану. Всі спроби еміра при
пинити його розповсюдження не привели ні до чого, а відновлення на грун
ті спільк
ті спільної боротьби, дружніх зв'язків відносин до Англії відштовхну-
ли придворні кола від двору. Це було тільки на користь нам. На-
шою силою було мусульманське духовенство, яке користується необме-
женим впливом на маси і фанатично віддане ідеї відродження Сходу.
Ще в літку офіційне представництво Туркестанської федерації не
могло легально проїхати через Афганський кордон, а в осені, в Кобулі
уже установлюється радянська радіостанція. Емір, правда нижком,
приймає совітську делегацію і дозволяє таджикам переходити Афгансь-
кий кордон. Тоді, як таджики зв'язуються самураями комунізму в Тур-
кестані і їхні табори остануть осередками нашої пропаганди.
Ці зовнішні "дипломатичні" успіхи були наслідком політичних ус-
піхів на внутрішньому туркестанському фронті."Союз" відродження Схо-
ду виділив організацію "Сомольвостока"/соціялістична молодь сходу/.
Цей союз, проповідую священної війни притяг в ради червоної армії
племена каракиргизів, таджаків, текінців, туркмен і, розуміється,
Сартів. Зведени в бойові частини ці добровольці дали 60.000 найкра-
щої в світі кінноти, і ці війська цілком знищили "басмачство". Тран-
спорт почав налагоджуватись, розпочалась експлоатація красноводсь-
кої нафти, олагоджено водопровід і поїзда ходять без ковбоїв. Адмі-
ністративний центр знов переведено до Ташкенту. Самарканд лишився
партійним та агітаційним центром, звідки слова нового руху, зрозу-
мілого всім трудящимся, розносяться по цілому мусульманському сході
та Індії.
Тут же працює найкраща школа пропагандистів, куди організація Ін-
дії посилають своїх членів. При трьохмісячному курсі з березня
1920р. з школи випущено біля 3.500 цілком підготованих інструкторів
з них: 930 індійців,416 таджиків, 158 кара-киргизів і туркмен,1270
сартів, текінців та афганців, 41 кавк.мусульман,270 хиванців та бу-
харців і дві-три сотні монголів,тиберців,персів,курдів та инш.Голови
ну увагу зверталось на представників Індії і тули посилалось цілком
закінчених соціялістів. Курси в Самарканді мають відділи не тільки
в Туркестані, але й на цілій території південної Азії до Хиви. Най-
більше цінними суть курси в Делі та в Бенаресі; насновані недавно,
вони блискуче працюють мало не на очах у англійців. Осьде справоздан-
ня Делійської організації, заснована в липні 1920р.коло 15 листопа-
ду нараховувала 9І тисячу дійсних членів, які платять членські вклад
ки. Грошами зібрано 120.000 фунтів, регулярний місячний прибуток -
приблизно 15.000 фунтів. Великі жертви були внесені від низки цехів
які пристали до комунізму. Каса була і е в блискучому стані. Ці за-
соби дозволили роспочати цілком самостійну пропаганду серед насе-
лення середньої Індії і навіть перекинути сіть до Індохини і на ос-
трови малайського архипелагу. Велику допомогу інструкторам монасти-
рі та духовенство дає по роспорядження "Союзу Відродження Сходу" всі
свої впливи і зв'язки. В англійських володіннях ми обезпеченні; там
зрвсім не довело дбати про утворення скелету організації, налагоджу-
віння техничного звязкового апарату - все це було готове на місцях.
Наші емісари входили в зв'язок з центрами індійських національних ор-
ганізації, передавали мандат, обмірковували деталі згоди і не було
випадку, щоб їхні кроки зустрічали спір. Навіть такі групи, як "Союз
великого об'єднання", який гуртує чисто буржуазні, націоналістичних
групи тубольного суспільства і той ввійшов в контакт з нашими еміса-
рами в Калкутті і веде переговори про координацію акції. Наші сили
в Індії ми показуємо, але коли прийде час, у нас будуть не сот
ні тисяч, а міліони бордів і незичерпані засоби. Джон Буль це знає і
вже нині складить безсильну зуби, дивлячись на узлекчу, якою ми вагну
здаемо його в Індії. Тяжка праця була на Кавказі: 1/ тут цілий час
не можна було налагодити транспорт через непрервні повстання та пар-
тизанську війну; 2/ кулаки-козаки і селяне північного Кавказу,зіпсо-
вані агітацією білих, та соціялістів угодовців особливо, весь час са
ботували всі реформи радянської влади.
Вузький націоналізм окремих кавказьких племен, якими керують мен
шовики та соціялісти революціонери, розколол маси на непримиримі гру
пи, про обєднання яких не можна було й думати. Героїчні зусилля на-
ших пропагандистів не давали ніяких наслідків; розрубати Гордіїв
узел Кавказького питання лишалось тільки червоної армії. Найкращим
з кавказьких державних утворів був Азербейджан, заселений турко-тата-
рами досить загітованими і турецькою агентурою та й нашими інструк-
торами. Нашими козирями тут, крім, розуміється, пан-ісламійського пи
тання, була в провінції - армяно-татарська вороженча, а в містах, го
довне в Баку, нестримана нахабне поводження англійців, котрі змінили
турецький гарнізон.
В Баку, столиці Азербейджану, вороженча до чужинців обєднала всі
нації за винятком армян, котрі стояли під особистою протекцією англійців. В лютому, бакінська комуністична партія організація звязалась з гірськими групами, церськими партизанами і мала глибокі галузі в провинції. Момент для військового наступу з метою похитати у туболь- ців престих непобідимої антанти був вибраний влучно. Рейс нашою ескад- рою в Енгелі, десант в Реті з наступом далі на південь, прихидили в Персію; десанта операция в Дербенті та Петровську і одночасний рух - із червоної кавалерії ялоби до цих пунктів і далі на південь, приходили при ентузіазмі цілого пролетарського населення та свідомої турецької інтелігенції. Були права конфлікти, але лише з окремими бандами гір- ських князів або з дезертирами добровольчої армії, але вони кінчали- ся завзе щасливо для нас. З огляду на цілковите співчувтя до нас з боку місцевого населення. Утворення совітів в Баку було наслідком цієї дової операції. Отже на Кавказі зявилась червона база: почалась підго- товка до візду народів Сходу, котрий повинен був би закінчити справу, розпочату віздом в Самарканді і цілковито обєднати увесь ближній схід. Головним завданням цього візду було обєднати народи закавказь- кі на грунті загальних пролетарських інтересів і досягти цілковитої згоди з турецьким національним урядом в Ангорі. Мені випала честь бу- ти посланням Совнаркомом до Ангори для передачі запрошення на візд, прелімінарного розроблення питань, які мають бути розглянені на віз- ді та передачі подарунку Пролеткульту турецьким комуністам.
Очевидна спільність інтересів наших і турецького національного уряду, свідоме відношення турецьких політиків до завдань і мети со- вітського уряду на сході, звели підготовчу працю до мінімума і на візди довелося тільки редагувати договір, який забезпечує повну аго- ду двох сусідніх республік по питанням ближнього сходу.
Головним опірним пунктом було питання ря про Арменію, але і воно не було розвязано в бажанім для нас напрямі. Дашнакцакани, які взяли були відносно нас напрям непримиримої політики повинні були пійти на компроміс. Правда, це було лише ліве крило, але воно настільки збіль- шилось, що, як що не кількість, то активність, було центром всіх полі- тичних стремлінь Арменії і могло з певністю говорити від імені робіт- ничої та селянської периферії, яка інстиктово стоїть на грунті тре- тього інтернаціоналу.
Конференція в Баку була найважнішим етапом революційних досягнень на сході. Вона зафіксувала нашу моральну перемогу і з цього моменту Р.С.Ф.Р. цілковито стала в очах народів сходу обронцем від грабіж- ницького імперіалізму антанти. Між личим, оприч нашої внєрні не мен- ше нам допомогали політичні помилки наших противників, головними- ном Англії, яка пустила греків в серце турецької Анатолії і постави- ла національний турецький уряд, який згуртовав навкруг себе всі енер- гійні, революційні і дієздатні елементи турецької інтелігенції,у без виходне становище, з котрого був тільки один вихід: шукати тіснішого контакту з нами. Ми знали і знаємо, що турецькі політики ідуть в на- ми лише з тактичних міркувань, викликаних реальною необідністю,тая трудно було сподіватись єволодці до комунізму від султанських генера- лів вихованих на „квасному" патріотизмі, які наскрізь пройшли міліта- ристичними традиціями німецьких та французьких військових шкіл, але ми знаємо, що діставши дозвіл вести свою партійну працю,нам інстру- тори та пропагандисти зуміють зробити переріз на стільки свідомою, що рано, чи пізно, вона продиктує своїм націоналістичним проводирям вимоги відповідні третьому інтернаціоналові. Конференція в Баку пройшла при величезному піднесенню всіх присутніх. Згода між турецьким урядом і урядом Сов. Респ. була підписана. Для остаточного деталізування договору Радек, Вольський і я були командировані Совнаркомом до Сивасу і до Ангори, де підписали згоду, яка остаточно усуває м ожливість яких-небудь конфліктів між обома дружними республіками.
В осені 1920р. політична мапа Закавказького краю була суцільно червоною, з незначними оазисами жовтого коліру - Арменії та Грузії - але ми знали, що це питання тільки кількох місяців, коли карта буде цілком одною червоною даром. Як ви знаєте уже здалася Арменія, охопле на червоною Азербайджанською армією. Уряд, зневирившись в допомозі Ан- танти,тех здався і його заступив Радянський уряд. Конфлікт в турками був полагоджений арбітражом Совіт.ураду і, таким чином, бут була отри- мана перемога, не тільки формально політична, алей моральна, бо сов. уряд своєю інтервенцією урядовав населення від війни і відновило пре- стих Росії в очах армянського населення, зневіреного в чию-небудь до помогу. Я дивлюсь на Радянську Арменію, як на найважніший/, в неда- лекому будучому, політичний фактор, котрий гратиме домінуючу роль в справі розвитку на сході соціяльного руху. Боротьба з дашнакцаканами не робитиме труднощів, бо вони, як с.-р. в Росії занадто скомпроміто- вані в очах мас.
-ти місця тоді охоплюють мін у цього Ідтоля, який є монтажником в Гільдії локомотивної різьблення. Але вони звичайно були іншою кісточкою умогола в Східній Европі.
Центром афону все є пізнається мої рідна Грузія, правда лише -алеування, бо мабуть всі оголошувались від своїх політичних проводи- телів у перебороних. І вірно, що весна 1907 р. було весною соціяль- ного відновлення і мого рідного краю, і тоді цілий скін об'єдна- ний III (Інтернаціоналом), розбивши надання вікової неволі відома, залізничному рухові допомоги увільнитись своєму припиненому братові- Задкінному пролетаріатові.
ФІЛ Імперської кімнатою в тим епох, майже нос рідний цукр і півсвятини -ніжня нова ера , яка їй по-собою виконувався в одні зв'язки хліба в сен од потрібно оточений ан умало б, он від святого в зас ро -отців дозволив : якщо своєю долею їхали, як етто . Іншого іон , щоби нтикривають усі пенькові кистки , умало відповідали удари од сьют -вінчання засну вправного оточення і дивляться на моїй художньо- історичний титулом і афону, які жахають кожен химикати Ітіяєт он їм -то краєн винне пев . ісольні в модерну миваноїки минаєдокт в моть -віс ан апопотеся іглазом над кистю од монохромної химікою ит -віс ан іненктацій науку атома ів , який підголоється оточений глибокий . мотоїчному минаєдокт умалогося химікою Ірвессон в їх -оточенняй олоджують і килян підсвятки атоїатично діяльно- -оо крем і анадеа од війни після ланцюг умемонній емпірію удму -ен і риммінім ов один урахований носи , щодо як удару ополостя -оть уважа виринувся лей , цілого отравлення химії копелога інгес -цюхо олованню пам'ятки он жіночного хіміково-доси уд мляє як . перекидання . Кривий оприй нотиву умало кимовому -ен ітіні в цю інкаон патілоп іомпомислен мешає он оновляв туду -тілов киматової онь еле , отцяй сан змик одру од . якийся -інел або востини оприй стоявки от атохідів ан оч як . олоджит -тіосо днома пе ктисової стоївани в онтон і лінема фільмство химика -вет інучя ми тісто овотивані ели , Іссе незен южерево ст. борн . хімойкості оприй -тілесної химікового понате мінімум виконав умалу уважа в рідному сон -утеном столи в і уточнен унарном умил апоксування якод . Інко ел -жор д мія не подобо удого відоски харо є кито отвоякід .. О.Ч -нем інкори ювий рідо , умалу тим ктетиви умаліседі і отомпин -промислового , айя вітсон ликан митмон ірктиліон неземонов мор еш -мартон і Кісточа . Інкаєдоку оприй з дивот ближчул як . Піття мої -свої роб овог турнями аевотуду пьки , де у минають кимиконодин ек -всо у . іншоцістні рознесут кімекко інтедеяй і глижологої . Інід оточеніт нтают : дохна відо пилкіс яку опотоя е , шкально бодохна -вн є атуду мажикон хімікою умалеє в інняв ми . хевен в усталоном -ел. отолідіхо ан сопляс химиканя , дивуючий ланцюгат в землі ми -осоїн химокотно , як удмінути ов ірпової допомого оду ондухт -філім кимко н айсоден їж . інвиктоїдн " доновся , ен химікови віт -ця , мія хавають ім химизуднаєр бт химізмір кимпідат химикотно -сомодів линкіто ан сіор . Інен втбобе стояму итовдретанов вт кор -радуковано мониторизаційного мою аутяпдоп енок , онвін мр . оне он -соду умл в кімосекон . ісого-інновості умалетт індиканція ютоме -кимають хім астол . ки лунопн ясо синевендій умоєронтвий чор ели -насукілова стодротьово від , оворадан втудох . вої мовку і подар -мко и звяру опотарос їж , удоя цк онгдін од , ясона он і уореню -мимілійської кімічної робо хім атампілон дувер-хим атоя -он поможливої інвосудинов пус в і мизокод , залгд уротод яе -організ . груб сюа отохелеряво етм венатійс . о.СІ ниссо в -ілару ат лінема - удоли ополос мирувого імперизон в , тоновсер -відуч ридом , пінгсім ходжик княкіе кимачи ен ор . няєн ми сіс -спокохо . кінської коледже єму осьне на я . лорд іолоса в іонв могил -на Ізомопод в дотеканійено , даю , свінок доладжк ибобовА сонсасер ен -килькут а тийпної . цму ризьковару кимосоє орор і корджа ет хняв -вото втю тує , юли міжут , і уарду тівої мохводісія фінекаскоплоп вус -аер об . санкесон рог , линатикон орнадос княгіт ен , отомеен епам -вдн скленоджі і мія дія нингсеви ахдоу су мілновості сасао десу -грен в . инкімпельно в ля . ойнема чавон деї ги фоленв , уноксп -е спос урочувальнод емльчо кимор , цотяв імртатікон , уморуддо умоюл -пменоявлени в . азеловог . уху слонакатнос ідоло як ютнавсв іерною отимодлико оглене піоси д . е.-о яр , лнов об , вімонкут емльчоа ен
ДИПЛОМАТИЧНИЙ ВІДДІЛ
ПОСОЛЬСТВА УКРАЇНСЬКОЇ НАРОДНОЇ
РЕСПУБЛІКИ В НІМЕЧЧИНІ.
№ 138
Канцелярія Директора
ОДЕРЖАНО
Хілінг 12 липня 192 р.
Вх. Ч 610
DIE LAGE IN SIBIRIEN .
Tokio, den 10.November 1920.
In Sibirien machen engenblich die Bolschewisten wieder wesentliche Fortschritte, und die Lage des Atamans Semionov ist erneut gefährdet. Infolgedessen sind die Aussichten, Handelsbeziehungen nach Ostsibirien wieder zu öffnen, wieder auf unabschreibare Zeit verschlechtert. Andererseits beginnt die japanische Regierung den grossen Fehler einzusehen, den sie durch ihren Rückzug aus Ostsibirien und die Preisgabe Semionovs in Transbaikalien begangen hat. Es scheint daher, als ob sie in erneuter Schwankung wieder zur Stärkung der Stellung Semionovs übergehen wolle. Auch das Interesse Amerikaner an der Zurückdämmung des Bolschewismus in Ostsibirien scheint erneut in Wachsen, umso mehr als manche erhaltenen Konzessionen durch die augenblickliche Entwicklung in ihrer Ausnutzungsmöglichkeit bedroht sind.
Der Fehler der bisherigen Anti-Bolschewisten, die ihre Aufgabe vornehmlich in einer militärischen Bekämpfung sahen, ohne gleichzeitig an eine aufbauende Verwaltungs- und Finanz-Regorganisation zu denken, macht sich in der heutigen Lage geltend, und man bemüht sich in letzter Stunde diese Unterlassungen durch Proklamationen demokratischer und auf die Bauernwünsche eingestellter Verfassungen auszugleichen.
Unter den mir bekannten zahlreichen nicht-bolschewistischen Russen habe ich indessen erst eine einzige Persönlichkeit getroffen, die wirklich grosszügige und andererseits positive Gedanken über die politische Neugestaltung Rus lands besitzt. Auch zur Lösung der finanziellen Frage habe ich nur von dieser Stelle greifbare Vorschläge gehört. Diese Persönlichkeit ist ein Oberst Zavolco, Kosak aus dem südlichen Russland und bisher deutscher Teilnäher Pan-Slavist, jetzt aber bereit, ebenso wie die grosse Masse nicht-bolschewistischer Russen, mit Deutschland eine Ver- nunfte einzugehen. Oberst-Zavolco ist schon vor den Kriege politisch vielfältig hervorgetreten, aber als staatsfeindlich behandelt worden, weil er stets den Gedanken in den Vordergrund gestellt hat, dass eine Dezentralisation der russischen Verwaltung und eine Entwicklung von territorialen Selbstverwaltungen nach Art der Organisation der Vereinigten Staaten Platz greifen müsse, wenn eine Belebung des russischen Volkslebens und eine Befriedigung der politisch unzufriedenen erreicht werden solle. Er hat später auch die Koltschak-Regierung und den General Kornilov in diesem Sinne zu beeinflussen versucht, aber ohne Erfolg; hat dann lange in Amerika sich aufgehalten und durch enge Berührung mit P.J. Morgan und dessen Kreisen sich die amerikanische Bereitschaft für finanzielle Unterstützung Sibiriens gesichert. Er weilt heute in Yokohama und hat, ohne zu Semionov in direkten Gegensatz zu treten, begonnen, seine Ideen unmittelbar auch der
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japanischen Regierung und durch gedruckte Flugblätter der sibiri-
schen Bauernbevölkerung verständlich zu machen.
Es wird daher auch dort von Interesse sein von einer Einga-
be Kenntnis zu nehmen, die er unlängst dem japanischen Minister
des Auswärtigen im Anschluss an eine persönliche Unterhaltung
eingereicht hat.
Abgesehen von dem allgemeinen Bilde, dass er auf Grund sehr
genauer Kenntnisse von den russischen Augenblicksverhältnissen
gibt, ist besonders darauf hinzuweisen, dass er den Schwerpunkt
nicht bloss der Wiedergeburt, sondern auch des künftigen Russlands
vom Westen nach dem Osten zu verlegen trachtet, und daher sowohl
Amerika wie Japan zur Mitarbeit für erforderlich hält; dass
Deutschland weder direkt noch indirekt bei seinen Betrachtungen
eine Rolle spielt.
Die Übersetzung dieser Eingabe, die mir nur auf besonderem
Wege zugänglich geworden ist, bitte ich in der Presse nicht unmit-
telbar zu verwerfen.
Über die finanziellen Pläne des Oberst Z. ist mir das
Folgende bekannt.
Zu gleichen Teilen soll japanisches und amerikanisches Kapi-
tal eine tatsächliche Goldreserve von Millionen Dollar für eine im
Wladiwostok zunächst zu begründende russische Staatsbank liefern.
Auf Grund dieser tatsächlichen Unterlage sollen dann neue russi-
sche Banknoten, in ihren Einheiten auf Dollar-Gegenwerte zuge-
schnitten, herausgegeben werden, um zunächst in Ostsibirien die
Wiederbelebung des Wirtschaftslebens durch Herstellung eines voll-
zahlungsfähigen Geldes zu ermöglichen. Dieser Betriebsfonds soll
erweitert werden durch einen Kredit von 30 Millionen Dollar, für
den die Ussuri-Bahn und eventuell andere Konzessionen auf etwa
35 Jahre verpfändet werden sollen. Dieser Betriebsfonds soll zu
je ein Drittel von Amerikanern und Japanern, das letzte Drittel
von beiden und Russen zusammen übernommen werden, mit der Tendenz
dieses Drittels mit steigender Wirtschaftskraft allmählich russi-
scherseits ganz zu erwerben. Das Geld soll dazu dienen, Neuansl-
gen auf industriellen Gebiete in Ostsibirien vorzunehmen, und auch
hierdurch das wirtschaftliche Leben und die Möglichkeit neuer
Kapitalbildung unter den Russen zu entwickeln. Das Projekt steht
also im Ganzen die Bereitstellung von vollwertigen Staatszahlungs-
mitteln wie von Industriekapital vor.
Ob sich diese Pläne verwirklichen lassen, ist im Augenblick
natürlich noch fraglich, einmal, weil die Voraussetzung einer ver-
antwortlichen, einheitlichen und anerkannten ostsibirischen Regie-
rung noch nicht vorhanden ist, und andererseits, weil der politi-
sche Gegensatz zwischen Japan und Amerika die Möglichkeit ihrer
loyalen Ko-Operation in Ostsibirien fraglich macht. Russischer-
seits würde man an sich auch mit den Amerikanern allein das Einver-
nehmen herstellen. Hält aber die Ko-Operation für das Erwünschte,
um durch politische Gegensätze der genannten Staaten untereinander
den Wiederaufbau Sibiriens nicht zu komplizieren.
Eingabe des Oberst Zavolco an den
Japanischen Minister des Auswärtigen Oktober 1920.
Euer Exzellenz!
Zufolge Ihres Wunsches habe ich die Ehre, Ihnen in
schriftlicher Form meine Ansichten betreffs aer politischen Lage
im speziellen in russisch-externen Orten, sowie im Allgemeinen in
Sowjetrussland und die sich daraus ergebenden gegenseitigen Bezie-
hungen der beiden Völker darzulegen, die nach meiner Ueberzeugung
die einzig richtigen und nötigen Konditionen enthalten, die zur
Festigung der gegenwärtigen nachbarlichen guten Beziehungen für
die Zukunft nötig wären.
Euer Exzellenz geruhten zu äussern, dass Ihrer Ueberzeu-
gung nach kein Zweifel existierte, dass Russland als mächtiger
und starker Staat wiedererstehen würde, der als gleichberechtigt-
tes Glied in der Familie der Völker, die auf das Schicksal der
ganzen Menschheit in Zukunft Einfluss haben werden, seinen Platz
finden wird und dass für Sie persönlich die einzige Frage darin
bestände, sei es auch nur annähernd, die Zeit zu bestimmen, wenn
Russland wiederum neugestellt sein wird.
Indes ich war den ersten Teil Ihrer geäussernten Voraus-
setzungen anbelangt, vollkommen mit Ihnen einverstanden bin, er-
laube ich mir, meine tiefste Ueberzeugung auszudrücken, dass der
kritische und Wendepunkt der russischen Revolution jetzt schon
überstanden ist, und dass das ganze Land anfängt, sich zu erhöhen
und zu organisieren, mit dem Frühling 1921 anfängend.
Schwer und unhaltbar wird die Lage der Staaten sein, die
die pseudo-temporären Verwaltungen als wirkliche, nationale Regie-
rungen betrachten, welche des weiteren glauben, dass das 100 Milli-
onen starke russische Volk auf lange Jahre hinaus unter der Aegi-
de einer ihm im Geiste und Blute fremden eingewanderten Nationä-
lität bleiben könne, und die mit den Vertretern dieser Nationali-
tät irgendwelche scheinbar ernsten Unterhandlungen pflegen.
Es existiert und kann nicht existieren eine Gegenwart,
die nicht in der Zukunft ihre Nachklänge haben wird, und die Folge-
gen dürften umso schwerer sein, als der jetzige Moment den natio-
nalen Geist und die Selbsterkenntnis in seinen teuersten Seiten an-
schlägt.
Ich konstatiere, dass die Tage des bolschewistischen
Regimes in Russland gezählt sind.
Meine Erfahrungen in der vierjährigen Zeit meiner Anwe-
senheit im Lande, meine Begegnungen mit vielen Häuptern und tätige
gen Mitgliedern der nun in Russland herrschenden kommunistischen
Partei, das Durchlesen der Mehrzahl der russischen täglichen
wöchentlichen und monatlichen Zeitschriften, anfangend von 1. Janu-
ar bis zum 25.August 1920, das Studium von unzähligen statisti-
schen Daten über den Stand der Industrie, des Ackerbaues und der
Finanzen, die lediglich von der bolschewistischen Regierung ausge-
hen, überzeugen mich unwiderruflich und endgültig, dass sich die
Macht der Bolschewisten in Russland nicht länger als bis zum Früh-
jahr 1921 wird halten können.
Viele meiner Landsleute, die Kenntnis der Sachlage und
Erfahrung besitzen, behaupten, dass das bolschewistische Regime
sich nicht bis zum Winter wird halten können, und dass dasselbe
im November oder Dezember dieses Jahres wird fallen müssen. Ich
meinerseits aus den Wunsch äussern, dass sich dieses Regime in
Russland bis zum nächsten Frühling halten möge, denn in diesem
Falle würde die ganze Verantwortlichkeit für die Schrecken, für
das Unglück und die Sterbefälle durch die heranrückende Hungers-
not und Frostgefahr auf die Köpfe der Bolschewisten fallen,d.h.
auf die Köpfe derjenigen, die de facto verantwortlich sind für
alle bevorstehenden Vorkommnisse.
Die Führer des Bolschewismus, Lenin, Trotzky, Bucharin
und Sinwjeff glauben, dass ihre Herrschaft in Russland noch ca.
zehn Monate währen könne, d.h. bis zum Juli oder August 1921, und
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indem sie sich ein klares Bild über die Zukunft machen, schreiben
sie ihrer Partei, an Kommunisten vor, die noch bleibende Zeit dazu
auszunutzen, um in jeglicher Weise in Lande eine reaktionäre Strö-
mung einzubringen, denn nach ihrer Meinung ist nur eine reaktionäre
Strömung imstande, die Ideale des Kommunismus in Zukunft nochmals
ins Leben zu rufen.
Meine Zusammenkunft mit einem der verantwortlichsten Mit-
glieder der Kommunisten in Werchne-Udinsk und ein offenes Gespräch
mit ihm, welches sich indirekt und durch meine persönlichen Beob-
achtungen bestätigt, gestatten mir zu behaupten, dass sogar in den
Reihen der Bolschewisten keiner mehr existiert, der an ein längeres
Dauern ihrer Herrschaft glaubt. Ich glaube, dass Gesagtes genügt,
um Eure Exzellenz zu überzeugen, von der Unvermeidlichkeit eines
Sturzes des Bolschewismus in allerkürzester Zeit.
Der auszeichnende besondere Zug eines Staatsmannes besteht
in seiner Tätigkeit, die Zukunft vorzubereiten; eine Person, die
diese Fähigkeit nicht besitzt, ist kein Staatsmann; sie ist nicht
imstande, ihre Regierung und ihr Volk zu führen, schon deshalb,
weil sie selbst nicht weiss, wohin sie geht. Hieraus ergibt sich
die einzige Schlussfolgerung: die Gegenwart in Betracht zu ziehen,
um sodann in der genauen Kenntnis Erkenntnis und der Voraussetzung
dieser Zukunft die Politik seines Landes so zu dirigieren, dass Sie
zu bestimmten Resultaten führt.
Zur gegebenen Zeit existiert auf dem Gebiet des ganzen
Fernen Ostens keine Regierung, die zur Reihe der Regierungen ge-
zählt werden könnte, die wirklich national und volkstümlich wäre
und die ihre Wurzeln in der Menge des Volkes hätte.
Die Regierungen des Amurgebietegebund von Werchne-Udinsk be-
finden sich im offenen Kampfe mit der ganzen Bevölkerung der Terri-
torien, die sich quasi unter ihrer Macht befinden; die Regierung
des Primorgebietes, richtiger gesagt, der Stadt Wladiwostok, hält
sich am Ruder nur infolge des Wohlwollens der japanischen Regie-
rung; die Regierung von West-Transbaikalien oder des Atamans
Semjonew, hat sich in letzter Zeit erst abgesagt von ihrem speziel-
len kriegerischen Charakter und ist, wie es den Anschein hat, auf
den Weg des wirklichen Staatsbaues herausgegangen. Diese letzte
Regierung hat momentan mehr Grund als die anderen am Ruder zu blei-
ben, da sie es mehr als die anderen verstanden hat, den jetzigen
Wendepunkt in den Massen der Landbevölkerung zu erfassen. Die Zu-
kunft dieser Regierung hängt ganz davon ab, wieweit sie sich in der
Gestalt ihrer Anführer dazu verstehen wird, die Ende August dieses
Jahres proklamierten Prinzipien der Selbstverwaltung und der Hinzu-
ziehung der grossen Massen der Landbevölkerung zur Verwaltung,
systematisch und nach und nach ins Leben zu rufen. Die Symptome des
Gemeindecharakters, die volle Aufmerksamkeit beanspruchen und einen
absoluten Einfluss auf die Schicksale des russischen Fernen Ostens
haben, sind Selbstorganisation der grossen Massen der Landbevöl-
kerung einerlei, ob die Bauern oder Kosakenbevölkerung. Diese Selbst
organisation hat zur gegebenen Zeit zweifellos einen kriegerischen
Charakter, sie erscheint aber auch nicht als kriegführende. Diese
Selbstorganisation wird in der nächsten Zukunft zweifelsohne jeder
Gattung von Regierung, ob Lokal- oder Allgemein-Regierung entgegen-
treten, die ihr nicht genehm ist und die momentan mit offenbarer
Schärfe die Wege einschlägt, auf denen eine Wiederherstellung des
Reiches getan werden muss.
Es muss also eine Wiederherstellung des Reiches von
unten nach oben herauf gehen, von Dorf zur Stadt auf der Basis ei-
ner seitmöglichsten Selbstverwaltung; zuerst wird das Dorf organi-
siert, darauf die Colost, der Kreis und darauf das Gebiet,d.h. das
Reich wird auf demokratischen und föderativen Prinzipien wieder
aufgebaut.
Ohne sich ein richtiges Bild von den Vorgängen zu ma-
chen, hatte die japanische Regierung unlängst den richtigen Weg
eines föderativen Aufbaues eingeschlagen, indem sie die Schaffung
eines Pufferstaates protegierte, doch hat die japanische Regierung
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selbst ihre vollkommen richtigen Anfänge zugrunde gerichtet dadurch,
daß sie sich selbst viel zu viele Aufgaben stellte, die der Masse
der Bevölkerung unverständlich waren und darum Misstrauen hervor-
riefen. Die japanische Regierung hatte aber nicht in Betracht ge-
zogen den antinationalen Bestand aller Regierungen des Fernen
Ostens, sie hatte nicht ihr Augenmerk darauf gerichtet, dass alle
diese Regierungen nichts anderes sind als krankhafte Geschwüre der
unnormalen, seitens des Landes durchgezeichneten schweren Zeit, des
weiteren nicht damit gerechnet, dass die Begründung ihrer Berech-
tigungen und die Mitarbeiterchaft mit diesen Regierungen unmöglich
ist, dass des weiteren über früh oder spät alle diese Regierungen
zu Fall kommen müssen, denn keine von denselben hat wirklich in den
Massen des Volkes Wurzeln geschlagen.
In jedem Falle hat die japanische Regierung durch ihre
Bemühungen, alle diese Verwaltungen zu vereinigen, dem russischen
Volk einen grossen Dienst geleistet, indem sie dadurch die Schärfe
des Bürgerkrieges milderte andererseits hat sie dadurch zweifellos
den Prozess der allgemeinen Gesundung des Landes auf natürlichem
Wege in die Länge gezogen.
Zur gegebenen Zeit ist die Voraussetzung nicht am
Platze, dass der Ferne Osten in normale Lebensverhältniss durch
die Gewalt der Geschütze oder durch Überredung und Ueberzeugung
durch Propaganda in irgendeiner Form zurückversetzt werden könnte.
Der Ökonomische und finanzielle Krach aller Regierungen und deren
Fall als Resultat dieses Kraches, ist eine unvermeidliche Erschei-
nung der nahen Zukunft, während andererseits der Wiederaufbau des
ökonomischen und finanziellen Lebens des Landes die notwendigen
Bedingungen zur Herstellung von Ordnung in demselben bilden.
In Veranlassung dieser unvermeidlichen Zukunft habe ich
im Verlauf der letzten drei Jahre meine zielbewusste Arbeit ge-
führt. Ich hatte ein Projekt der finanziellen und ökonomischen Wie-
dergeburt Russlands ausgearbeitet, in welchem ich als Ausgangs -
punkt dieser Wiedergeburt den Russischen Fernen Osten annahm. Die-
ses Projekt habe ich s.Zt. J.P.Morgan in New York vorgelegt und
fand seitens desselben die allergünstigste Aufnahme. Weitere Vor-
arbeiten in dieser Richtung machte ich im vorigen Jahre in Japan
durch Veralltung der Herrn Mori.
Jetzt ist die Zeit zur Verwirklichung dieses Projektes
gekommen. Als Grundbedingung zur Neubegründung des normalen Lebens
im russischen Fernen Osten bedarf es demselben normaler ökonomi-
scher und finanzieller gegenseitiger Beziehungen. Die Herstellung
der normalen, ökonomischen und finanziellen Lebensbedingungen kann
indes ohne Hilfe und Unterstützung der naheliegenden Staaten nicht
hergestellt werden. In der Wiederherstellung des Ökonomischen Le-
bens ist es durchaus anäitz über weite Grenzen des Territoriums
hinauszugehen, in welchen diese Wiederherstellung stattfinden soll,
denn zwifellos würde eine solche, selbst auf der kleinsten Fläche
dieses Territoriums eingeführt, als derjenige Anfangsknüppel zur
allgemeinen Wiederherstellung des Reiches funktionieren, auf dem
immer neue und weitere nahe Territorien aufgewickelt werden könnten.
Es ist aus diesem Grunde für die erste Zeit vollkommen
genügend, den Rayon der Tätigkeit, sei es auch nur auf die Grenzen
des Primurgebietes zu beschränken und es wäre nötig, als Anfang
dieser Tätigkeit, die Regierung dieses Gebietes auf ganz bestimmte
Konditionen zu stellen. Diese Konditionen sind meinerseits zur-
zeit ausführlich ausgearbeitet worden und werden jetzt in Form ei-
nes Projektes als "Grundgesetze des Primurgebietes" gedruckt zur
Verbreitung unter die Bevölkerung des Gebietes.
Die "Grundgesetze" oder "Konstitution" des Primurgebie-
tes ist die Organisation des Landes auf föderativen und demokrati-
schen Anfängen, d.h. die Verwirklichung der bis dahin noch unklaren
Begriffe über die neuen Formen der Staatsorganisation, die vorbe-
reitend in den grossen Mengen des Volkes existiert.
Die Verwirklichung beider Projekte über die "finanziell-
le und ökonomische Hilfe für Russland" und über die Organisation
des Landes gemäss den "Grundgesetzen des Primurgebietes" werden die
unvermeidliche Wiederherstellung Russlands von den Ufern des Stil-
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len Oceans anfangend, d.h. von der Grenze des Fernen Ostens, zur
Folge haben. Russland könnte jetzt wiederhergestellt werden entweder
vom Fernen Osten aus beginnend oder anfangend von den europäischen
Grenzen des Reiches.
Die Herstellung Russlands, anfangend vom Fernen Osten,
maximexx bedingt, in zukünftigen Staate den vorzüglichen Einfluss
Japans und Amerikas, da die e Länder dazu berufen sind, Russland
Unterstützung und Mithilfe zu erweisen, für den Fall, dass Russ-
land anfangen sollte, sich von den Ufern des Stillen Oceans aus zu
erheben.
Die Herstellung Russlands, anfangend aus dem europäi -
schen Gebiet, bedeutet im zukünftigen Staate den vorzüglichen Ein-
fluss Frankreichs und Englands, denn in diesem Fall müssten diese
beiden Staaten Russland die nötige Unterstützung und Hilfe erweisen.
Euer Excellenz glaubten sich bestimmt über die zukünfti -
ge Lage und Bedeutung des wiederhergestellten Russlands in inter -
nationaler Beziehung auszudrücken. Aus dem Obengesagten sollte es
für Sie vollkommen klar sein, dass die Wiederherstellung Russlands
von den europäischen Grenzen anfangend gleichbedeutend wäre mit dem
Verbleiben des Zentrums der internationalen Politik in den Grenzen
des alten Europas, während dagegen die Wiederherstellung Russlands
von den Ufern des Stillen Oceans anfangend den Übergang dieses
Zentrums auf die Ufer des Stillen Oceans zur Folge haben würde.
Ueber das, was Europa der Menschheit gab, schreibt die
Geschichte. Über das, was der Menschheit der Übergang des Zen-
trums des ganzen internationalen Lebens auf andere Ufer geben kann,
wird die Zukunft sagen. Es ist indes zweifellos, dass nicht in den
alten Wegen die Rettung und der Ausgang aus der Sackgasse liegt, in
welcher sich jetzt alle Völker befinden.
Alle geschilderten Umstände geben wir die Freiheit, Euer
Excellenz zu erklären, dass nach meiner tiefsten Überzeugung die
Menschheit in ihrem Ganzen an dem Wendepunkt ihrer Geschichte ange-
langt ist und von uns, die wir diesen grossen Moment miterleben,
hängt es in vielem ab, den Lauf der Geschichte auf diesen oder je -
nen Weg zu lenken.
Zum Schluss habe ich noch einige Worte hinzuzufügen.
Die Ausführung der grossen Aufgabe der ökonomischen und
finanziellen Unterstützung und Hilfe dem sich erhebenden Russland
in den nötigen Massen, ist nach einer ganzen Reihe von Gründen, die
unnötig sind anzuführen, nicht in der Kraft Japans.
Das von mir ausgearbeitete Projekt der Russland zu lei-
stenden finanziellen und ökonomischen Hilfe, welches ich J.P.Morgan
hinterlies, sieht eine volle und gleichberechtigte Beteiligung
Japans und Amerikas in dieser Angelegenheit vor. Ich muss konstatie-
ren, dass das Verhalten seitens der Amerikaner zu diesem Projekt
das denkbar günstigste und vollkommenste ist. Die finanziellen
Perspektiven und ökonomischen Vorteile, die sich durch dieses Pro-
jekt für beide Länder eröffnen, sind unendlich gross.
Indem ich die besonderen politischen Folgen der Erfül -
lung dieses Projektes in Betracht ziehe, erscheint es mir vollkom-
men natürlich, wenn Euer Excellenz auf alles Gesagte die nötige
Aufmerksamkeit verwenden und es möglich machen wollten, sich in
dieser Frage in direkte Unterhandlungen mit der Regierung der Nord-
Amerikanischen Vereinigten Staaten zu setzen.
Yokohama , Oktober 1920. für die Übersetzung
gez. Knorr.
»Deutscher Ueberseedienst«.
AUSZUG AUS BOLSCHEWISTISCHEN ZEITUNGEN.
den 11. März 1921.
»Ekonomitscheskaja Shisn« vom 1.Februar.
Trotzki veröffentlicht ein Dekret an alle politischen Abteilungen der roten Armee und Flotte, an alle Gouvernementskomitees und Bezirksbüros mit folgendem Inhalt:
Die in letzter Zeit vor sich gehende Entlassung von Mannschaften aus der Armee mit unbeschränktem Urlaub geschieht hauptsächlich zu dem Zwecke, die Qualität der Armee zu verbessern, dabei aber die Stärke der Armee herabzusetzen. Daher ist die Entlassung nicht auf Kommunisten und politische Arbeiter ausgedehnt worden, welche durch Partei- und professionelle Mobilisationen einberufen würden.
Um den augenblicklichen Stillstand an den Fronten auszunutzen hat das Zentralkomitee der russischen kommunistischen Partei befohlen eine Reihe von Arbeitern aus der Armee zu ver-schiedenen wirtschaftlichen Arbeiten abzukommandieren. Viele dieser abkommandierten Kommunisten sind aber von ihrem Kommando nicht zurückgekehrt und bleiben dort über die befohlene Zeit hinaus. Auf diese Weise wird der allgemeine Plan der Verteilung von Partei-kräften umgestossen, und es ist schwierig eine neue Verteilung der Kräfte vorzunehmen.
Weiterhin wird ersucht sofort alle noch nicht zu ihren Truppenteilen zurückgekehrte Kommunisten unverzüglich zu denselben in Marsch zu setzen.
»Petr. Prawda« vom 22.2.21.
Am 21.Februar fand in Petersburg eine Sitzung der militärischen Sektion des Petersburger Rats unter Beisein der Kommandeure und Kommissare der Roten Armee und Flotte statt. Zu-nächst wurde darüber Vortrag gehalten, dass die Rote Armee schlecht ernährt werde, weil nicht genügend Lebensmittel eingetrof-fen seien. Das Präsidium der Militärischen Sektion beschloss dar-auf Militärpersonen auf die Knotenpunkte der Eisenbahnen zu ent-senden, um die für die Rote Armee bestimmten Marschroutenzüge mit Verpflegung in Empfang zu nehmen und schneller an die Bestimmungs-orte weiterzuschicken.
Fernerhin wurde über den Mangel an Heizmaterial bei den Truppenteilen der Roten Armee geklagt, In den nächsten Tagen sollte aber Holz von der Irinowka Eisenbahnlinie, ebenso von den Stationen Mga und Pergolowo eintreffen.
Das Petersburger Zentralkomitee hielt am 21.Februar eine Sitzung ab, auf welcher die Lage der Eisenbahnlinien erörtert
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wurde. Am besten funktionieren noch 2 Eisenbahnen und zwar die Linie Petersburg-Murmansk und Moskau-Kasen. Die übrigen Eisenbahnen existieren von dem wenigen Holz, welches an den Eisenbahnstationen abgeliefert wird. So sind viele Züge nur auf einige Stunden mit Brennstoff versorgt.
Besonders schlimm ist die Lage auf der Linie Moskau-Kursk, deren Lokomotiven mit Naphta geheizt werden. Ferner sind die Linien des Donetzbaus eins äußerst schlecht daran. Dort verkehren täglich nur 1 bis 2 Züge auf jeder Strecke. Weiterhin leiden alle Süd-, Südwest- und Nikolai-Bahnen an Heizmaterialmangel. Letztere forderte am 20.Februar unverzüglich 30 Wagons Holz, sonst müsste sie ihren Betrieb einstellen.
Die Verladung von Nachtzeitheizmaterial geht äußerst langsam von statten, 40% der Anforderungen werden etwa geliefert. In Petrowsk und Nishnij sind keine Zisternen mehr vorhanden, daher droht die Zufuhr von dort vollständig ins Stocken zu geraten.
Im Gouvernement Tomsk laufen beunruhigende Nachrichten ein, dort haben viele Eisenbahnen ihren Betrieb wegen Banditenunwesens eingestellt.
Wegen Heizmaterialmangel hat der Eisenbahnbetrieb auf einer Strecke von 4.500 Werst eingestellt werden müssen.
Während des Januars trafen in Peterburg anstatt 14.747 Wagons Heizmaterial nur 7.382 Waggons ein.
In Murmansk traf 9 norwegische Schiffe mit 20 000 Tons amerikanischer Kohle ein. 3 Schiffe haben schon ihre Ladung ge- löst, davon sind 2 wieder abgefahren. Das dritte Schiff wird mit 900 Standard Holz beladen, das für England bestimmt ist. Im ganzen trafen in Murmansk 8 norwegische Dampfer mit Kohle ein. Im Laufe von 8 Tagen wurden in Murmansk 200 Wagons mit Kohle beladen und nach Petersburg abgesandt.
Auf einer Sitzung der Leiter von Agitationsabteilungen und am 21.Februar wurde über die Heizmaterialfrage gesprochen. Dabei erklärte der Genosse Rudakoff, dass di Petersburger Industrie mit Holzbrennstoffen nicht auskäme und daher 18 Millionen Pud Steinkohle im Auslande bestellt wären.
Petersburg erwartet im Februar 300 000 Pud amerikanische Kohle, welche aus Murmansk abtransportiert werden soll.
Am 20.Februar trafen in Petersburg 2 Marschroutenzüge mit Naphta aus Grodnij ein. Die Züge führten 47 Zisternen Naphta mit sich.
Die norwegische Aktiengesellschaft E.Ganewik ist an das Kommissariat für Volkswirtschaft herangetreten und wünscht Konzessionen auf den Bau des Grossen Nördlichen Weges und auf die Exploration der anliegenden grossen Waldgebiete zu haben. Diese Aktiengesellschaft ist extra zu diesem Zwecke gegründet worden; mit der Gesellschaft zusammen arbeitet ein gewisser Borisow. Die Gesellschaft schlägt den Bau einer Eisenbahnlinie von Flussa Ob in Richtung auf Kotlas bis zur Station Sgoroka vor, eine Strecke von Kot-
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las bis Swanka oder Petersburg; die nördliche Eisenbahnlinie (Peterburg - Perm) mit Zweigen nach Nadeschdinsk, nach Welikij Ustjug und nach Troizk -Petschersk über Tscherdynj bis zur Station Ssolewaria soll weiter ausgebaut werden. Alle anliegenden Waldgebiete sollen durch die Gesellschaft exploitiert und das Holz abtransportiert werden. Schon im Jahre 1917 wandte sich diese Gesellschaft an die damalige zarische Regierung, welche diesen Vorschlag billigte. Der Rat der Volkskommissare hat nun eine Kommission gebildet zu welcher die Genossen Kras in, Fomin, Golfabr und Lomoff gehören. Es soll beraten werden, ob die Konzessionen in dieser Weise gegeben werden können und welche Garantien die Konzessionsäre stellen können
- Petr. Prawda - 23.2.21.
Der 23.Februar ist der dritte Jahrestag des Bestehens der Roten Armee. Die Zeitung bringt lange Artikel über die Tätigkeit der Roten Armee innerhalb der drei letzten Jahre und über den Mut und die Standhaftigkeit der Mannschaften. In den Theatern waren Extravorstellungen für Rotarmeesoldaten.
Die Lage auf den Nordwesteisenbahnen hat sich in den letzten Tagen erheblich gebessert. Täglich trafen in den Lagern dieser Bahnen in Petersburg bis 1 000 Kubikmeter Holz ein.
Von 1.Bis 20.Februar trafen in Petersburg 81 Waggons amerikanischer Kohle aus Murmansk ein. 41 Waggons davon erhielt die Petersburger Industrie, 20 Waggons die Flotte.
Am 18.Februar traf in Moskau Ali-Fuat-Pascha als Gesandter der türkischen Nationalversammlung ein. Er hatte eine Anzahl Abgeordnete der Nationalversammlung mit. Denselben Tag traf eine Delegation der armenischen und Aserbeidhanschen Sowjetregierung ein.
Der Chef der Importabteilung Sowjetrusslands sprach sich folgendermassen über den Aussenhandel Russlands aus:
Die Handelsverbindungen Russlands wurden 1918 unterbrochen. Die erste Handelsmöglichkeit trat nach dem Friedensschluss mit Estland ein. Nach diesem Frieden hatten wir die Möglichkeit, mit Kaufleuten aller Länder in Beziehungen zu treten. Nach der Handelsblockade trat jetzt jedoch schwer die Blockade des russischen Goldes ein. Denn es ist äusserst schwer, das russische Gold in andere Valutas einzutauschen, da die grossen Banken Westeuropas das russische Geld und Gold boykottieren. Daher muss man sich oft an Privatpersonen wenden, wobei das Gold aber nicht so gut bezahlt wird, wie auf den Banken. Die günstigsten Einkäufe wurden in Deutschland gemacht. Die Deutschen Waren wurden um 40% billiger als die englischen und um 70% billiger als die schwedischen Waren eingekauft.
Wir haben dauernde Verbindungen mit den Firmen Schwedens, Dänemarks, Englands und Tschecho-Slowakiens. Trotzdem Frankreich so sehr gegen uns ist, so konnte es sich doch nicht enthalten, mit uns Handelsbeziehungen anzuknüpfen. Die französische en Firmen machten uns mehrere Male durch drei Personen Vorschläge über Ankauf verschiedener Waren, sogar von Kriegsmaterial. Frankreich hat uns bis jetzt eine grosse Menge Tuch und Hülsenpapier geliefert. In kürzester Zeit hoffen wir die freie Tonnage Italiens zum Abtransport von Waren des Ostens zu benutzen. Bei Wladiwostok sind grosse Warenmengen angehäuft, Heeresausrüstungen, Maschinen u.s.w. Ein Teil da-
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von wurde allerdings von Koltschak, Semenoff und Chorwat verkauft.
Der Rest ist jedoch noch recht gross. Die Wladimostoker Regierung
stellte wegen des Abtransports dieser Waren keine Hindernisse in
den Weg; kürzlich wurde eine grosse Menge Thee und Stecheldraht un-
ter Tschecho-slowakischer Flagge nach Triest gebracht und dort ver-
kauft.
Bisher wurden die Waren eigentlich nur zufällig gekauft und
sehr durch Spekulanten verschiedener Länder. Jetzt sind wir so weit,
dass das Volkskommissariat des Innenhandels die Einkäufe nach einem
Plan regelt. Uns sind die Märkte Englands und Amerikas wichtig, da
diese Länder uns Maschinen und alles Nötige für elektrische Aus-
rüstung geben können.
Auf einer Sitzung des Naphtakomitees sprach sich der Chef
der Rjasan-Ural Eisenbahn folgendermassen über den Naphtaabtransport
aus Brsanj aus:
Die Hauptschwierigkeit zum regelmässigen Naphtatransport
liegt in dem Mangel an Lokomotiven und Zisternen. Grosnij allein
braucht 20 Lokomotiven zum Abtransport der Zisternen, hat jedoch
nur 9 zur Verfügung. Auf die Weise haben sich in Grosnij allmäh-
lich 500 Zisternen angesammelt, die nicht weggebracht werden können.
Das Exekutivkomitee des Petersburger Sowjets debattierte
über die Holzmaterialfrage. Genosse Rudekoff berichtete, dass im
Jahre 1920 1½ mal mehr Holzmaterial in Petersburg eingetroffen ist,
als 1919 und zwar trafen 1920 54 030 000 Pud Kohle ein. Im Jahre
1921 soll Petersburg auf dem Wasserwege 180 000 Kubikfaden Holz er-
halten, und zwar ist diese Menge um 95 000 Kubikfaden weniger als
1920. Per Eisenbahn sollen 155 000 Kubiksassen Holz eintreffen,
ausserdem 3 Millionen Pud Torf und 4½ Millionen Pud Kohle. Durch
Niederreissen von Häusern und Verbrauch alter Holzbaracken rechnet
man auf weitere 15 000 Kubiksassen Brennholz. Der Naphtatransport
soll bis auf 2¼Millionen Pud gesteigert werden.
"Petr. Prawda" v. 24.2.21.
Murmansk, 22.Februar. Die 5 norwegischen Dampfer haben ihre
Ladung in Höhe von 20 000 Tonne amerikanischer Kohle gelöscht.Trotz
heftiger Stürme und grosser Kälte ging die Lösung schnell von stat-
ten.
Am 22.Februar trafen in Jenburg 13 Waggons mit englischen
Tuch, 13 Waggons mit landwirtschaftlichen Maschinen aus Deutschland,
5 Waggons mit 4 431 Pud Kastoröl aus Belgien, 4 Waggons mit 3 400
Pud Papier aus Oskerhem und 540 Pud verschiedener Waren aus Schwe-
den ein.
In Noworossijsk traf der Dampfer "Lucie" unter französischer
und estnischer Flagge mit verschiedenen Waren ein.
"Petr. Prawda" v. 25.2.21.
Über den Handel Sowjetrusslands mit Italien schreibt die
Zeitung folgendes:
Vor kurzer ist eine Kommission zusammengetreten, welche die
Möglichkeit eines Warenaustausches zwischen Russland und Italien er-
örterte. Vor dem Kriege führte Russland hauptsächlich Weizen und
Holz nach Italien aus, importierte dagegen aus Italien Rohseide,
Textilwaren, Früchte, Automobile und elektrische Ausrüstungen. Jetzt
würde Italien auch noch landwirtschaftliche Maschinen und elektri-
sche Artikel zur Elektrofizierung der russischen Bahnen liefern kön-
nen, da Italien in Bezug auf Elektrofizierung des Eisenbahnwesens
an erster Stelle steht. Weiterhin könnte Italien noch chemische und
pharmazeutische Produkte liefern, an Lebensmitteln Reis, Pflanzenbut-
ter, Konserven, Kaffee u.s.w. Die Kommission kam zu dem Beschluss,
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das die Wiedereinrichtung der Handelsbeziehungen mit Italien von grösster Wichtigkeit sei und dass in beiden Ländern die Voraus-
setzungen dazu vorhanden seien (was Russland jetzt liefern kann,
ist allerdings nicht erwähnt.) Bisher spielte Deutschland die Ver-
mittlerrolle zwischen Russland und Italien. Deutschland versorgte
Russland mit italienischen Waren, welche es als seine eigenen
Waren ausgab. Diese Vermittlerschaft war aber weder für Russland
noch für Italien nutzbringend.
Die Zeitung veröffentlicht den Befehl des Verteidigungs-
rats über Vernichtung des Kreiszzustandes über den Petersburger
befestigten Rayon. Jeglicher Verkehr nach 11 Uhr abends ist ver-
boten. Meetings, Ansammlungen und Versammlungen sowohl unter frei-
em Himmel, als in geschlossenen Lokalen sind ohne die zuständige
Erlaubnis gleichfalls verboten.
"Krasnaja Gazeta" vom 25.2.21.
Im Januar und in den ersten 7 Tagen des Februars 1921 wur-
den durch Luftpostverbindungen zwischen Charkow, Cherson, Kiew und
Simfiropol 1000 Pakete befördert. Es wurden im Ganzen 16 Flüge
unternommen. Ausserdem sind die militärischen Flieger zu den en
Flügen hinzugezogen worden und haben bisher auf diese Weise 15 000
Telegramme und Pakete befördert.
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Ekonomitscheskaja Shisn vom 22.1.21, 30.1. und 1.2. 21.
Lage der Benindustrie in Sowjetrussland.
Die Zementindustrie hat am wenigsten von allen Industrien gelitten. Bis zum Kriege machte sich schon die Tendenz bemerkbar, alle Zementunternehmungen zu einem mächtigen Trust zusammenzuschließen. Die Zementfabriken waren besonders gut mit technischen Mitteln ausgerüstet. Die Maschinen der Fabriken haben in den drei letzten Jahren keinen Schaden gelitten, die qualifizierten Arbeiter jedoch haben sich allmählich verstreut. Erst im Mai des Jahres 1920 begann nur eine Fabrik wieder mit der Herstellung von Zement und zwar wurden in ganzen nur 90.000 Tonnen Zement 1920 hergestellt, das sind 0,5 % der Produktion vor dem Kriege. Vor dem Kriege wurden jährlich 18 Millionen Tonnen Zement hergestellt. Russland braucht z.Z. 5 Millionen Tonnen Zement, hat jedoch noch augenblicklich eine alte Reserve von 600.000 Tonnen. Das Produktionsprogramm für 1921 sieht 1.835.000 Tonnen vor, wenn 21 Fabriken in Betrieb gesetzt werden. Die Inbetriebsetzung dieser Fabriken hängt jedoch natürlich nur davon ab, wieviel Heizmaterial die Fabriken erhalten werden.
Schlechter bestellt ist es mit den feuerfesten Materialien und zwar in erster Linie mit feuerfesten Ziegelsteinen. Um die allernotwendigsten Bedürfnisse zu befriedigen sind 30 Millionen Ziegelsteine sofort notwendig (ausser der Ukraine, dem Ural und Sibirien). Die Vorräte früherer Produktionen sind vollständig aufgebraucht worden und das Land lebt von den wenigen Fabriken, die im Rayon Borowitschi Ziegelsteine herstellen. Wenn der Raum Borowitschi in voller Kraft arbeitet, kann er jährlich 21 Millionen feuerfester Ziegelsteine liefern. Das Produktionsprogramm für 1921 sieht im ganzen 18 Millionen feuerfester Ziegelsteine vor, von denen 12 Millionen von der Gruppe Borowitschi produziert werden sollen. Die Ausführung des Programms hängt von einer genügenden Gestellung von Arbeitern ab. Wenn die Fabriken im allgemeinen mit Arbeitskräften und Heizmaterial einigermassen genügend ausgerüstet werden können, kann die Ziegelteilproduktion monatlich auf 1 Million Stück steigen. Augenblicklich werden neuerlich 300 bis 350.000 Ziegelsteine produziert.
Mit der Produktion von feuerfestem Dachmaterial ist es ebenfalls schlecht bestellt. In diesem Industriezweige arbeiten 3 Schieferfabriken, 6 Steinpappe- und Teerfabriken, und 1 Fabrik, welche Karton aus Steinpappe herstellt. Die Fabriken, die Dachmaterialien herstellen, fingen erst im September des vorigen Jahres an zu arbeiten und stellten bis zum Januar d.J. 192.000 Schieferplatten, 27.000 Stück Steinpappe und 2.000 Fässer mit Teermasse her. Laut Produktionsprogramm sollen im Jahre 1921 4 Millionen Schieferplatten, angefertigt werden, 210.000 Stück Steinpappe und 20.000 Fässer Teermasse. Falls diese Menge überhaupt wird hergestellt werden können, so befriedigt sie noch lange nicht die Bedürfnisse des Landes.
Die Ausführung des Programms in Bezug auf Steinpappe und Teermasse hängt in hohem Grade von der Zustellung von Steinkohlenteer und Naphtateer ab. Russland braucht jährlich 800 Millionen Schieferplatten. Hierfür ist es durchaus notwendig, dass 32 Schieferfabriken mit einer jährlichen Produktion von 25 Millionen Platten gebaut werden. Augenblicklich ist es natürlich schwer, eine so grosse Anzahl Fabriken zu bauen, doch muss jedenfalls mit dem Bau einer Fabrik angefangen werden, sonst fällt das ganze Bau-Programm zusammen und können nicht einmal die nötigen Häuserreparaturen vorgenommen werden. Im Jahre 1920 wurde in Batraki in Omosnaten eine kleine Schieferfabrik mit einer jährlichen Produktion von 1 Million Schieferplatten gebaut. Die Ausrüstung der Fabrik, Maschinen und so weiter, wurde in Russland hergestellt. Die Produktion von Bauziegeln war in Russland niemals auf grosse mechanische
- γ -
sche Betriebe konzentriert. Die kleinen Hausziegeleien hörten bald
nach der Revolution auf zu arbeiten und wurden in großer Zahl ver-
nichtet. Vor dem Kriege wurden 2 ¼ Milliarden Bauziegel angefertigt,
dieses geschah nur auf eine ganz primitive Weise, daher ist es nötig,
die Ziegelfabrikation gut eingerichteten Fabriken zu übergeben, für
welche die notwendigen Maschinen aus dem Auslande importiert werden
müssen. 1920 wurden 80 Millionen Bauziegel angefertigt, in diesem
Jahr soll die Produktion auf 350 Millionen Stück gesteigert werden.
Der Bedarf an Bauziegeln ist ein ganz enormer. Nur ein einziges Volks-
kommissariat hat den Bedarf von 24 Milliarden Bauziegel angemeldet.
Im allgemeinen wird erklärt, dass von irgend welchen gros-
sen Bauplänen im Jahre 1921 abgesehen wird, und nur die allernotwen-
digsten Reparaturen vorgenommen werden sollen. Das systemlose Auf-
bauen während der letzten drei Jahre hat dazu geführt, dass die vor-
handenen Baumstoffe auf ganz unnütze Weise verstreut und teilweise ver
nichtet wurden. Und jetzt versucht man sogar Schlösser, Sanatorien
u.s.w. zu bauen, was selbstverständlich ganz ausgeschlossen ist.
Zum Wiederaufbau des Donezbassins, zur Elektrofizierung
Rußlands und für einige notwendige Bauten in Moskau hat der Allrus-
sische Rat für Volkswirtschaft große Materialmengen bei Seite ge-
stellt, so dass für diese Arbeiten Material vorhanden ist.
Die Versorgung der Ziegeleien mit Brennstoffen ist äus-
serst schwach. Es ist angegeben worden, dass ein Vorrat von 60 000
Kubikmetern vorhanden wäre, doch steht dieses nur auf dem Papier.
Ueberhaupt können die wenigen Bauten auch nur dann durchgeführt wer-
den, wenn die notwendige Brennstoffmenge herangeschafft werden kann.
Eisenbahnen.
Folgende Tabelle gibt die Zahl der Eisenbahnwaggons an,
welche in den einzelnen Monaten 1920 in Sowjetrußland mit Kohle be-
laden wurden:
Monate: Norm: Tatsächlich verladen: % der Norm.
Januar
Februar =
März 10.956........... 11.701.................. 81.1
April 21.110........... 10.027.................. 50
Mai 25.724........... 10.231.................. 75
Juni 27.840........... 24.037.................. 75.5
Juli 34.470........... 21.681.................. 82.9
August 51.780........... 13.280.................. 46
September 43.800........... 13.361.................. 30.5
Oktober 43.740........... 10.270.................. 23.6
November 40.800........... 15.152.................. 37.1
Dezember 37.403........... 21.272.................. 56.9
335.753 165.031 50
Die Einladung von Kohlen ging also dauernd zurück und er-
reichte im Oktober nur 23,6%; vom November an verstärkte sich die
Arbeit, war aber jedoch nicht irgendwie ausschlaggebend für den Be-
trieb der Eisenbahnen.
Während der einzelnen Monate des Jahres 1920 wurde fol-
gende Waggonzahl mit Holz auf allen Wegen des russischen Eisenbahn-
netzes beladen:
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Morate: Norm: Tatsächlich verladen. % der Norm.
Januar 125.574........... 94.085...............75
Februar 114.536......... 91.200...............79,6
März 112.575.......... 108.371...............93,2
April 94.140........... 80.820...............85,8
Mai 109.261........... 75.001...............68,6
Juni 112.080.......... 91.877...............81,8
Juli 103.200.......... 88.548...............84,5
August 115.020......... 70.240...............61
September 119.480....... 87.545...............73,3
Oktober 120.600......... 91.778...............73
November 131.300........ 103.520...............78,8
Dezember 139.430....... 125.745...............90,2
1.300.410.. 1.078.827 .. 77
Die Höchstleistung erfolgte in März, sonst schwankte die
Ausführung des Programms zwischen 60 und 88,2%.
Da sich die Brennstoffkrise weiter ausgedehnt hat, wurden
Ende Januar folgende 12 Eisenbahnstrecken geschlossen:
1. Morosowskaja - Zarizyn,
2. Lubny-Kiew,
3. Welulki-Kastornaja -Jelez,
4. Sjabkowipy-Rumennaja-Winnizy,
5. Kalinowska-Cholonewska- Berdit-schew mit einem Zweige
nach Szemka,
6. Popelnaja - Skwira,
7. Kolosowka - Wedopoi,
8. Ochotschewka - Kolpnij,
9. Rumennaja - Kalinowska,
10. Kupjansk - Rubeshnaja und Charkow-Kubjanski- Lisski,
11. Mordowo - Ertil,
12. Syaren -Rjashek.
Bei der Beurteilung der Versorgung mit Brennstoffen der
Bahnen der Moskauer Eisenbahnverwaltung erwies es sich, dass die
Zustellung von Brennholz zu den Stationen vollständig hoffnungslos
sei. So war die Bahn Moskau- Suchinitschi der Eisenbahnstrecke
Moskau-Kursk nur auf wenige Stunden mit Holz versorgt. Das Holz,
welches en ale Station geführt wurde, wurde sofort den wartenden
Lokomotiven übergeben, so dass absolut kein Vorrat aufgestapelt
werden konnte. Nach dem Dezemberplan sollten die nördlichen Eisen-
bahnstrecken 37.000 Kubiksachen Brennholz erhalten, es trafen jedoch
nur 27.000 Kubiksachen auf den Stationen ein, so dass der Verbrauch
grösser war, als Holz angeführt werden konnte. Im April wird also
die Lage so sein, dass diese Eisenbahnstrecke ihren Betrieb aufgeben
muss, weil bis zum April der Bedarf für die Sommer- und Herbst-
monate ausgefüllt sein muss. Ebenso ist die Lage auf der Kasaner
Eisenbahn. Ebenso ist die Eisenbahnlinie Moskau-Nishnij Nowgorod
in trostlosem Zustande, da dort auch nicht genügend Naphta einge-
troffen ist. Es wurden 9 Lokomotiven nach Petrowsk geschickt, um
dort befindlichen Marschrountenzüge mit Naphta abzuholen, jedoch
traf weder Naphta ein, noch die Lokomotiven.
Heizmaterial.
Der Februarplan zur Beladung der Eisenbahnwaggons mit
Brennholz sieht täglich eine Beladung von 4.843 Waggons vor (im
Januar 4.800), ferner sollen 305 Zisternen mit Naphta verladen
werden (Januar 387), Steinkohle 1.037 Waggons(Januar 1.163) und
383 Waggons mit anderen Brennstoffen, wie Torf, Tannzapfen u.s.w.
Januar 231). Die Verteilung der einzelnen Brennstoffe soll in
folgender Weise geschehen:
- 9 -
In Waggons:
Moskau. Stadt. Bahn. Peterburg. Provinzen. Zusammen.
Brennstoff: Holz..............2.725.....500.......250.......1.338.......4.843
Naphtha..........202......70.........20.........214.........605
Donezkohle......., 253......20.........18.........204.........504
Sibirische Kohle..151...........-.......-.7.......52..........203
Ural Kohle........80.......-.....-...11.........40..........148
Borowitschi u. Lju-
botin Kohle......-.........-.........6.........-............9
Moskauer Kohle..35.......30.........4..........82..........151
Amerikanische Kohle-. 4.......18.........-..........-...........22
Sonstiges Heizmaterial. .120......15.........-..........228.........363
Waggonanzahl: 3.538 761 354 2.197 6.848
Im Vergleich zum Januarplan ist die tägliche Anzahl der zu verladenden Waggons in folgender Weise herabgesetzt worden:
47 Waggon Holz, 82 Zisternen Naphtha, 120 Waggon Steinkohle und
102 Waggons sonstiges Material werden täglich weniger verladen.
Im Donezk Kohlenbassin werden täglich 534 Waggons beladen
und zwar 210 Waggon Kohle, 15 Waggons Koks und 270 Waggons Anthra-
zit.
Auf der Wolga, Oka und Kama werden täglich 310 Zisternen
Naphtaprodukte verladen und zwar 23 Zisternen Naphtha, 180 Masut,
6 dickflüssiges Naphtha, 81 Petroleum, 12 Oel und 2 Benzín. Im Kau-
kasus und Turkestan werden täglich 201 Zisternen mit Naphtaproduk-
ten verladen und zwar 13 mit Naphtha, 220 mit Masut, 8 mit dick-
flüssigem Naphtha, 26 mit Petroleum, 2 mit Oel und 16 mit Benzín.
Nach Angaben der Haupt Heizmaterialverwaltung war die
Beladung von Eisenbahnwaggons mit Holz auf dem gesamten russischen
Eisenbahnetz in der ersten Hälfte des Januar folgende:
Es wurden 62.980 Waggons mit Heizmaterial beladen (in der
ersten Hälfe des Dezember dagegen 57.748 Waggons). Die tägliche
Durchschnittsleistung war 4.020 Waggons.
In derselben Periode trafen in Moskau 5.672 Waggons mit
Holz ein und in der ersten Hälfte des Dezember dagegen 5.803 Wag-
gons. Laut Plan sollten 7.470 Waggons in Moskau eintreffen, somit
wurden also 78% des Planes ausgeführt.
In Petersburg trafen in der ersten Hälfte des Januars
3.697 Waggons mit Holz ein (in der ersten Hälfte des Dezembers
1.150). Laut Programm sollten 3.750 Waggons mit Holz in Peters-
burg eintreffen.
Der Vorrat an Naphtha und Naphtaprodukten auf den Statio-
nen der Wolga (besser Astrachan) und ihren Nebenflüssen, in Moskau
und Petersburg betrug am 1. Januar 1921 - 37.521.000 Pud (am 1.De-
zember war der Vorrat 38.346.000 Pud). Von dieser Gesamtmenge lie-
gen in Buzanij 7.152.000 Pud, in Saarara 3.052.000 Pud, in Moskau
1.427.000 Pud, in Nishnij Nowgorod 1.578.000 Pud, in Perz 1.259.000
Pud, in Saratow 1.033.000 Pud.
An Petroleum befinden sich in Nishnij Nowgorod 2.259.000
Pud, in Zarizyn 2.275.000 Pud, in Saratow 1.778.000 Pud und in
Samara 1.218.000 Pud.
Ausnutzung und Verteilung von Petroleum.
Ende Dezember des Jahres 1920 war der Petrolevorrat der
russischen Sowjetrepublik 21.000.000 Pud, von welchen Vorrat
10.783.000 Pud in Baku und 1.900.000 Pud im Rayon Grosnij gewon-
nen wurde.Während der vorjährigen Navigation wurden 17.000.000 Pud
nach Astrachan ausgeführt, so dass ungefähr 2 Millionen Pud Petro-
leum noch in Baku zurückbleiben.
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In der Periode vom 1.Mai 1920 bis zum 1.Mai 1921 soll die Ver-
teilung des Petroleum folgendermassen geschehen:
Die Bevölkerung des Europäischen Rußlands erhält 3,5 Millio-
nen Pud, diejenige Sibiriens 1 Million Pud, das Volkskommissariat
für Verkehrswesen 1,4 Millionen Pud, die Zentral Automobilsektion
1.150 000 Pud, das landwirtschaftliche Kommissariat 850 000 Pud,
die Hauptheizmaterial 3.100 000 Pud, die Hauptnaptaverwaltung
80 000 Pud, die Hautkohlenverwaltung 200 000 Pud u.s.w. Im ganzen
sind 15 400 000 Pud zur Verteilung für Gebraucher vorgesehen.
Außerdem ist ein Prämienfond von 2,4 Millionen Pud vorgese-
hen worden, für Naturalprämien für Arbeiter 2,1 Millionen Pud, ein
Reservefond von 1.350 000 Pud und 500 000 Pud Petroleum zum Ex-
port nach China, Buchara und Persien. Auf diese Weise ist im ganzen
über 21. 000. 000 Pud Petroleum verfügt worden.
Lage der Seidenzucht im Turkestan.
Im Jahre 1920 wurden im Turkestan 30 000 Pud frische Kokons
gesammelt, was 10 000 Pud trockene Kokons ausmacht. Aus dieser
Anzahl hofft man 2.250 Pud Seide zu gewinnen, wenn man 9 Pfund
Seide aus 1 Pud Kokons erzielt. Der Aufkauf der fertigen Seide und
Rohstoffe konnte deswegen nicht erfolgen, weil die festen Preise
viel niedriger waren als die Bazarpreise. Der feste Preis auf
1 Pud Seide war auf 770 000 Rubel festgesetzt worden, während der
Preis im Freihandel 1.250 000 Rubel pro Pud betrug. Infolgedessen
wurde die gesamte Seide von der Hausindustrie aufgekauft. Eine
Abteilung der Seiden-Hausindustrie hat verschiedene Massnahmen zur
Hebung der Seidenzucht im Turkestan vorgesehen, z.B. sind einzelne
Unterabteilungen schon eingerichtet worden, um die Seide in den
entfernten Orten Turkestans aufzukaufen; ferner sind Instruktor-
kurse zur Beliehrung der einheimischen Bevölkerung über Seidenzucht
eingerichtet worden.
Das Produktionsprogramm von 1921 basiert darauf, dass 35 000
Schachteln Seidenwurmeier im Gewicht von 6 Solotnik pro Kasten ge-
sammelt werden sollen. Wenn man durchschnittlich ein Pud frische
Kokons auf einen Katen rechnet, so müssen etwa 35 000 Pud frische
Kokons gesammelt werden. Das Produktionsprogramm für 1921 ist im
Vergleich zu 1920 nicht heraufgesetzt worden, trotzdem einzelne
Verbesserungen in der Seidenzucht vorgenommen sind. Dieses erklärt
sich aber dadurch, dass im wichtigsten Zentrum der Seidenzucht
Turkestans, i. Gebiet Fergana, bisher immer noch nicht des Banden-
wesen liquidiert ist.
Neue elektrische Station bei Kaschira.
Die elektrische Station liegt 5 Werst von der Station Kaschira
entfernt und 100 Werst von Moskau. Mit dem Bau der Station wurde
in der zweiten Hälfte des Jahres 1918 begonnen, also zu der Zeit,
als die Sowjetrepublik schon ausserordentlich an Materialmangel litt.
Trotzdem ist der Bau der Station gut fortgeschritten und man hofft,
dass sie im Sommer 1921 in Gang gebracht werden kann. Die elektri-
sche Station bei Kaschira ist die erste und einzige von den in Bau
befindlichen Stationen, welche in diesem Jahr ihren Betrieb eröff-
nen wird, falls die betreffenden Maschinen eintreffen.
Die Lage dieser Station ist ausserordentlich günstig, da vor
einer Seite von Wenewa, von der anderen Seite von Skopin Kohle
aus dem Moskauer Kohlenrayon enttransportiert werden kann. Die Sta-
tion liegt 70 Werst von diesen beiden Punkten und kann mit den Ab-
fällen des Kohlengebietes geheizt werden, welche dort in genügen-
der Menge vorhanden sind. Ausserdem befinden sich in naher Entfer-
nung von der Station die Torfzümpfe von Kolomna, welche im Notfälle
auch ausgebeutet werden können. Auf diese Weise ist die Heizmateri-
alage der Station sichergestellt.
Die Stärke der Station wird auf 12 000 Kilowatt angegeben,
was etwa 30 % des Moskauer Energiebedarfs entspricht. Ausserdem
können die drei benachbarten Dörfer, die Maschinenfabrik in Kolomna
und die zwischen der Station und Moskau liegenden Dörfer mit elek-
trischem Strom gespeist werden.
- 11 -
" Machowil " 6.3.21.
Die Petersburger Kursanten veröffentlichen einen Aufruf an die Bevölkerung Petersburgs, in welchen gesagt wird, die Bevölkerung möchte sich wieder beruhigen und den weißgardistischen Spionen und Agitatoren nicht glauben schenken. Sie erklären, die rote Armee hätte es ebenso schwer wie die Bevölkerung, und bitten daher sich ruhig zu verhalten, da sonst unschuldiges Blut vergossen werden müsse.
Die Arbeiter des Petersburger Arsenals hielten eine Sitzung ab, auf welcher folgende Forderungen gestellt wurden:
1. Gleiche Beköstigung aller Arbeiter, Spezialisten und verantwortlichen Arbeiter.
2. Einräumung des Rechts für das Arbeiterkomité des Arsenals mit allen Fabriken Petersburgs in Verbindung zu treten und die Revision und Kontrolle aller staatlichen wirtschaftlichen Verwaltungen zu übernehmen.
3. Freiheit des Wortes in der Arbeiterpresse, um dadurch das Arbeiterelend mehr beleuchten zu können und Schädigungen der Arbeiter an Leib und Seele zu verhüten.
4. Einstellung jeglicher Bevorzugung unter den Arbeitern und Erweiterung des Wahlrechts unter der arbeitenden Bevölkerung.
5. Vernichtung des Bürokratismus, des Anwachsens der Behörden und Bezirkschaft, um dadurch die freiwerdenden Kräfte in mehr produktiver Arbeit anstellen zu können. Dadurch soll das Aufwachsen der Sowjetbourgeoisie verhindert werden.
6. Aufhebung jeglichen Zwangs, den Arbeiter bei einer bestimmten Fabrik und bei einer bestimmten Arbeit zu beschäftigen. Rücksichtnahme auf die Spezialität der Arbeitsleistung des Arbeiters, Anstellung des Arbeiters dort, wo er tatsächlich notwendig ist,
7. Einstellung jeglicher Einteilung der Arbeiter in Kategorien. Bewertung der einzelnen Arbeitskraft und damit Rücksichtnahme auf die Persönlichkeit des Arbeiters.
8. Einräumung des Rechts für Arbeiterorganisationen Lebensmittel und notwendige Bedarfartikel ohne staatliche Einschaltung frei aufzukaufen.
9. Verbot an die Wachabteilungen den vom Urlaub zurückkommenden Arbeitern und Familien die auf dem Lande aufgekauften Lebensmittel wegzunehmen.
10. Das den Arbeitern zugeteilte Land soll den Arbeitern nicht weggenommen werden, damit die Arbeiter die notwendigsten Lebensmittel selbst produzieren können. (Diese Beschlüsse zeigen, dass die Arbeiter endlich so weit sind, solche Beschlüsse überhaupt öffentlich zu fassen.)
Auf anderen Fabriken wurden ähnliche Beschlüsse gefasst, es kam hauptsächlich darauf an, der Regierung klar zu machen, dass die Wachabteilungen, welche den Arbeitern die Lebensmittel abnehmen, nur dem Staate selbst schaden.
Es handelt sich aber bei der Bewegung der Petersburger Arbeiter nicht um eine "Gegenrevolution", sondern um den Anarchismus.
Das in Noworossijsk eingetroffene französische Schiff "Lucie" hat eine Ladung von 1000 xxxxx Pud Kohle und 100 000 österreichischen Sensen.
In der Nähe der Stenniza Weebaiskaja Krasnodar sind neue Kohlenlager entdeckt worden. Das Lager wird auf 4 Milliarden Pud Kohlen geschätzt.
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Die Taffel Fabrik "Hoth" ist in jeder Beziehung gut ausgerüstet.
Es gelang ihr sich auf 8 Monate mit Heizmaterial zu versorgen, wel-
cher Vorrat bis zum Mai reichen wird. Am 1.Januar war der Bestand
an Heizmaterial 495 Kubiksachen Holz. Während des Sommers hofft die
Fabrik weitere 1.200 Kubiksachen Holz zu erhalten.
Der Verbrauch an Teer und sonstigen Materialien ist ebenso
sparsam gewesen. Am 1.Januar betrug der Vorrat an Teer 3.000 Pud,
welcher auf 3 Monate reicht. Weitere 2.000 Pud Teer sollen aus
Archangelsk eintreffen.
Die normale Durchschnittsarbeit im Monat beträgt 10.000 Pf
Tae. Im November 1920 wurden 10.432 und in Dezember sogar 11 178
Pud Tae hergestellt.
Der Vorrat an Flachs betrug am 1.Januar 15.003 Pud.
"Kressnaja Gazeta" vom 27.2.21.
Sinowjeff richtet an die Bevölkerung einen Aufruf, indem er
die Bevölkerung auffordert den Sozialrevolutionären und weissgardi-
stischen Spionen nicht zu trauen. Zunächst wird die schwere wirt-
schaftliche Lage Russlands dargelegt. Dann sagt Sinowjeff, dass die
Regierung 18 Millionen Pud Kohle gegen Gold gekauft hat. Alle aus
dem Dorf mobilisierten Arbeiter wären entlassen, da sie sich in
einer besonders schwierigen Lage befinden. Den Wachabteilungen ist
befohlen keine Lebensmittel mehr den von Lendeeintreffenden Perso-
nen abzunehmen. Die Regierung hätte Verfügungen getroffen, damit ein
regelmässigerer Eisenbahnverkehr aus Petersburg stattfinden könne,
Der Belagerungszustand sei verhängt worden, um das Volk vor den Auf-
ständischen zu schützen.
Am 28.Februar fand eine Sitzung des Petersburger Sowjets
statt. Der Genosse Laschewitz schilderte die Lage als ungefährlich
und betonte in kurzer Zeit würden sich die Arbeiter wieder beruhigen
Darauf sprach Sinowjeff über die Verpflegungslage. Im Jahre
1910 seien im ganzen 120 Millionen Pud Getreide an die Bevölkerung
ausgeteilt worden, davon 60 Millionen in der ersten Hälfte und 30
Millionen in der zweiten Hälfe. 1920 hätte die Lage sich so weit
gebessert, dass die Bevölkerung 240 Million Pud Getreide erhielt.
Die Verteilung von 240 Millionen Pud sei aber ein Fehler gewesen,
weil man nicht damit gerechnet habe, dass im Frühling vor der neuen
Ernte weniger Getreide gesammelt werden könnte und daher ein Brot-
mangel eintritt. Dieser Brotmangel würde aber ausgeglichen werden.
Über die Moskauer Ereignisse sprach Sinowjeff weiterhin
und berichtete, dass sie auf ähnliche Weise verlaufen seien, wie
die Petersburger. Kämpfe haben nicht stattgefunden.
Die Engländer haben an Russland 18 Millionen Pud Kohle ver-
kauft. Von allen Seiten werden Russland Brennstoffe, Sensen, Si -
cheln, Lokomotiven angeboten, trotzdem alle Welt weiss, dass nichts
so sehr die Sowjetgewalt stärkt, als gerade die Belieferung mit
Materialien. Die anderen Staaten sind aber gezwungen an uns Waren
zu verkaufen, weil sie einsehen, dass die Krisis bei uns nur eine
oberflächliche ist und sie sich selbst in einen so tiefen Nieder-
gang befinden, dass sie aus ihm nicht mehr herauskommen.
In Sibirien ist eine Eisenfabrik im Gouvernement Jenniseisk
in Betrieb gesetzt worden, die Fabrik stellt täglich eine grosse An-
zahl von Nägeln her. Im Gouvernement Altai arbeiten 31 Unternehmen
in der chemischen Holzbearbeitungsindustrie. Im Jahre 1921 werden
noch 111 Syrupfabriken in Betrieb gesetzt.
Im Gouvernement Archangelsk sind 50 000 Pud Dorsche gefan-
gen worden. Die Fische sollen nach Petersburg gebracht werden.
ПОСОЛЬСТВО
УКРАЇНСЬКОЇ НАРОДНОЇ РЕСПУБЛІКИ
В НІМЕЧЧИНІ
№ 1085.
Берлін …… 1. квітня ……… 1921.
До
Пана Міністра Внішніх Справ
Н.Р.
Андрія НІКОВСЬКОГО,
Тарнів.
(Копія п.Головному Отаманові і
Прем'єр-Міністрові).
Остання кур'єрська пошта відійшла до Вас на Тарнів 16.березня с.р. а тепер маю за честь доложити слідуючі справи:
1) Кронштадт. Цілий розвиток подій пішов тим шляхом як це очікували Німці.У всіх моїх розмовах у Міністерстві Закордонних Справ вираз но мені заявляли, що всі ці вистки дуже прибільшені. Большевицька влада сильна, з кольосальною експансією працює на Сході і примір Грузії показує її незломному енергія.
Факт є, що торговельні взаємо-відносини між Німцями а большевиками зростають до величезних сум. Одних льокомотивів замовлено на 20 міліардів і з того 25 % покрито задаток золотом у чужих банках.
Минулого тижня мав я трохи дивний припадок. Генеральний консул Фонфе повідомив мене, що перед кількома днями підписала Німеччина дуже далеко йдучий договір з большевиками, який предвиджував майже мілітарний, політичний і економічний союз. На другий день представив він мені фотографічну копію цілого договору писаного машинною на трьох великих квартоових сторонах і сигновани міністром Закордонних Справ Німеччини та большевицьким послом Коппом. Цілий договір ду-
- 2 -
же розумно складений і взагалі робив би правдопо-
дібне враження, коли би не підписи. Тому, що я підпи-
си Симонса й Коппа знаю, я відразу пізнав, що вони
фальшовані.
Коли би договір був правдивий, то я би
негайно був поробив кроки перед відповідними Посоль-
ствами. Але тому, що він фальшивий, то треба було ме-
ні хотій використати його, як джерело нагоду, щоб
Німці побачили наші мірі відносини. Я тому негайно
поїхав із документом до Міністерства Закордонних
Справ і Радник Блюхер повів мене до Барона Мальцане
де вони дуже обурувалися на фальсифікат. Вони зая-
вили, що ті договори фабрикує чесько-польська розвід-
ка, щоби натягати антантські посольства.
2) П. Посол Порш одержав свій демісійний
лист від п. Міністра Закордонних Справ. Лист є так
знаменито складений, що може взагалі бути взірцем
як ставляти пристіж держави у такій неприємній си-
туації. П. Посол Порш був листом дуже задоволений
і на днях хоче вже опустити Посольство.
3) П. Посол Порш поінформував мене на під-
ставі розмови з п. Антоновичем про слідуюче: Шульгин
мав би то попасти у Парижі в трудну ситуацію через
інтриги Галіпа та Шумицького. Шульгин був принятий
референтом Росії й оповів про свою розмову Галіпові
і сказав, що Франція годиться підпирати Петлюру, ко-
ли він буде на своїй території. Галіп змобілізував
зараз Франклін Буйона і других депутатів, котрі всі
разом почали інтерпелювати того референта. Цей від-
мавлявся, що він таке заявив і мав би дуже неприхиль-
ну реляцію дати Бріянові. З другої сторони Шумиць-
кий все робив, щоби скомпромітувати Шульгина між
старими зв'язками Тишкевича.
Що на цім правда, не знаю, а тільки док-
-3-
ладаю Вам ради точності.
4) Гетьман. Стверджено, що гетьман був перед кількома тижнями на зв'язку великого підприємця німецького Стінеса. Він продав йому ліса родини Дурново у Костромській губернії, 43 тисячі десятин і дістав 5 мільонів марок завдатку. У цій справі грав роль посередника майор Гассе, який в Києві був при штабі Айнгорна.
5) Супрун. Супрун, здається, таки попаде до тюрми. Редактор його часописі "Дойч-Україніше Цайтунг" звернувся до мене телефонічно й попрохав розмови. Я йому дав нагоду перебалакати і він почав їй із заявою, що він переконався, що Супрун має нечисті руки. Від нього довідався я про слідуючі нові подвиги Супруна.
а) Разом з князем Тумановим продав він табак, який прибув до Амстердаму із Грузії за 7 мільонів марок гамбурзьким купцям, котрі перепродали його й заробітком півтора міліона табачним фабрикам. Тепер показалося, що той табак продано 6 покупцям, котрі всі разом зголосилися до корабельного маклера Гамбурзькі купці передали справу судові і адвокат Марвіц, який вів процес у.Н.Р. Супруна, веде тепер знов цю справу проти нього.
б) Денікінська фільма. На підставі яких деникінських знімок про звірства большевиків, хотів Супрун тут дати зробити фільми. Матеріали тієї фільми пропонував він різночасно трьом сторонам: французькому правительству, німецьким банкам і російським большевикам. Справа розбилася.
в) Банк. Супрун хотів разом із великими підприємцями закласти банк і виступав всерди, як представник України. Купці, які звернулися про інформації дістали такі грунтовні пояснення і деталі його діяльності, що справа не вигоріла.
6) Долинський. Долинський оказався жуліком. Всі його обіцянки помочі для козаків інтернованих у Польщі оказалися дотепер безпідставними, бо ті суми кілька мільонів царських рублів, які він хотів передати, дотепер не передав і зник. Шкоди не наніс він ніякої, бо його тримано завше на дистанс, окрім того, що пожичив 4.000 марок для себе у свого адвантажа за рахунок Міністерства Закордонних Справ. Я сподівся але,
-4-
що у Відні Долинського не зловлять і присилують його до звороту цієї суми.
7) Комуністи. Українські комуністи очікують тут галичанина Миколу Левицького із 100 мільонами ко рок для закупна українських книжок. Зі своєї сторони лагодять вони транспорт книжок до Литвінова на Ревал Всі вони мають вже комуністичні партійні книжочки і ними чваняться де треба й не треба.
8) Собочинський. Міністерству Закордонних Справ є відома справа Собочинського,цієї жертви Ко зія. Собочинський дав своїй справі такий зворот, що міг для нас скінчитися малим скандалом. Собочинський передав ціле діло бувшому райхсканцлерові Гельферіху який тепер є послом парламенту. Гельферіх звернувся до Міністерства Закордонних Справ і в моїм поперед ним звіті докладав я моя розмову із референтом Мінис терства.
За згодою п. Посла Василька справу покін чено в слідуючий спосіб: Собочинський зрeзиґнував на всі свої претензії до У.Н.Р. та акцепти Козія на 150 тисяч марок, з котрих ні одних ні других Посольство не признало і дістав 1.000 нім.марок, і 50.000 кар бованців (канарейок по 50 карбованців), які находили ся в касі Посольства, Справу провів прис-консул По сольства Зборовський, так що матимем раз на завше спо кий.
9) Білизна. Білизна стає чираз більше тра гікомічним об'єктом. Сім місяців сидить спеціальний делегат Фєменка Чопівського п. Інжинер Борисів і не міг нічого добитися! Тепер справа передана Соковичу і Шадлуну, які справу повели в порозумінню зі мною сл дучо:
а) написали до тих купців, що білизну Поршу продали, як американську або англійську, що жадаємо до 8 днів звороту гроша або
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грозимо судом.
б) Представили Поршу цілий ряд запитань,
щоби мати від нього письменну підставу
цілої трансакції.
Купці відповіли адвокатові, що вони Пор-
шові не продавали її як американську або англійську,
а Порш мє й до сьогодня (два тижні) відповіди на за-
питання Соковичові не дав.
Я взагалі стояв на тім становищі, що як
довго не дістану від Міністерства Закордонних Вправ
виразного приказу за справу взятися, то занімаюсь неп-
тільки з дорадчим голосом. Бо для мене є ясним, що би-
лизна є німецька і що купці посла Порша під-
вели. А йому не-приємно до цього признатися.
10) Громі. Арештоване конто, як і арештова-
ні карбованці мали бути на днях зареєстровані фінан-
совим відділом Ліги Націй. Таким чином отже ще одна
перепона більше для їх освободження.
11) Жиди. Посольство далі веде працю над
невтралізацією жидів відносно української справи. По_
роблені наново слідуючі кроки:
а) Брошура Гольдельмана роздана на соція-
лістичному конгресі у Відні при
припо-
ручения Посольства у 200 екземплярах.
б) У Німеччині розсилається брошура пляно-
во пресі, партіям і ділчам.
в) Найновійший заклик Петлюри переведений
на німецьку мову і так само розісланий
всім важнішим політичним діячам.
До чого але дійшла жидівська ненависть
до українства найліпше видко із відповіди одної із
головних часописів жидів "Вінер Моргенцайтунг", котра
написала відповідь на заклик Петлюри п.з. "Глум Пет-
люри над жидами!"
12) Червоний Хрест. З Червоним Хрестом
зорганізованим у Берліні для допомоги полененим і
інтернованим Посольство заключило договір, якого ори-
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гінали вислано спеціальним докладом Міністерству.
Із докладів ясно видно, що Червоний Хрест цілком поставлена на службу Української Народньої Республіки й це стверджено підписом Скорописа-Йолтуховського. Тільки, здається, він собі несвідомий, що він підписав. Посольство переконане, що тим шляхом вдасться справді багацько осягнути для української справи взагалі.
13) Накладні. В моїх попередніх докладах описував я вже катастрофальний стан українських видавництв у Німеччині. Тепер повідомляю, що вже пороблені де-які кроки для санадці так важних підприємств для нашої культури.
а) Оренштайн. Із субвенцією на подорож від Уряду У.Н.Р. поїхав Оренштайн тими днями до Америки. Таким чином є надія, що він уратується.
б) Катеринославське Видавництво (Вировий). Це видавництво, яке також дуже багацько книжок надрукувало, опинилось у дуже скрутному фінансовому стані і вдалось з проханням до Посольства, щоб допомогло йому. Посольство поробить на днях всі кроки, щоби вистаратися о кредит цьому Т-ву.
в) Соціялістична бібліотека. Свого часу був міністер Мартос 200.000 марок виплатив ес-декам для надрукування книжок. Справор за-відував комітет, який складався із Порша, Гуцайла, Бардаха, Дідушка. Видруковано 6 книг: досить цінних в околі 40.000 екземплярах. Між тим більшість комітету а іменно: Дідущо, Гуцайло Бардах поробились комуністами і хотіли бібліотеку загарбати та переправити у Совітську Росію.
Уповноважений ес-деків був: міністр Шадлун звернувся до Посольства о поміч і праду і Повіренний у справах поробив всі кроки, якими бібліотеку вирвано комуністам з рук і унеможливлено її відтранспортування.
14) Офіціяльні відвідини і приняття: Посольство зробили офіціяльні візити:
а) румунський посол Нану із своїм корпусом,
б) чехословацький посол Тузар із своїм корпусом.
Повіренний у справах був запрошений
а) на чай до польського посла Висоцького. На цим час звернувся японський посол з багац
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кома запитаннями про положення на Сході.
Окрім того балакав я дайже зі всіма посла-
ми.
б) Чай в Австрійців.
в) Приняття для п.Ненцького предст. вника Ве-
ликої англійської Фірми, на котрім були
присутні п.Посол Василько і Марголін.
15) Останні тижні були заповнені Великодними
Святами і дипломатичному і політичному світі тому
затишя, бо все порозіадилось. Час весь використував
я для полагодження цілого ряду технічних справ По-
сольства.
Із політичних питань хотів би я звернути
головно на одну справу увагу п.Міністре. Із чим раз
більшою певністю кружляють тутка, що большевики в
короткім часі поставлять ультімативне жадання до
польського уряду в справі ліквідації Уряду У.Н.Р.
у Польщі та його установ за кордоном.
Я прохав би мати це на увазі і прислати
на всякий випадок відповідні інструкції.
Прохар приняти вираз глибокого поважання.
ПОВІРЕНИЙ У СПРАВАХ У.Н.Р. В КИЄЧЧИНІ:
До Міністерства Закордонних Справ.
З наказу ПАНА РОЛОВИ ДИРЕКТОРІЇ Канцелярія
ДИРЕКТОРІЇ має за честь просити Міністерство на-
діслати копії інформацій Посольства УНР в Німеч-
чині в І січня ц.р. н.121. п.п. Послам Сікеви-
чу, Олавінському та Кульгину.
Загальний.
Квітня 15
650
Тарнів.
Рец. 231
Начальник канцелярії
Письмо
Начальник Відділу
До Пана Начальника Генерального Штабу.
Квітня 15 24 I Подаючи до Вашого відома копію інформацій Посольства УНР в Німеччині ч.ІЗІ, маю за честь по- відомити, що ПАН ГОЛОВА ДИРЕКТОРІЇ висловив поба- жання, щоб Ви, Пане Генерале, надіслали копії за- значених інформацій Генералу Зелінському і Генера- лу Дельвігу, при чому звернули їх увагу на необхід- ність пильно стежити за облами бойовизму в країнах, де вони акредитовані.
Миколаєв
Керуючий Справами
Приємнішев
Нар-к Кому.
КЕРУЮЧИЙ
СПРАВАМИ ДИРЕКТОРІЇ
УКРАЇНСЬКОЇ
НАРОДНОЇ РЕСПУБЛІКИ.
Квітня ………… дні 192 Ір.
ч. ……………
м. Тарнів………
До Пана Міністра Ісповідань.
У відповідь на листа Вашого, Пане Міністре,
До Пана Військового Міністра.
Квітня 15 241
651 Тарнів.
з наказу ПАНА ГОЛОВИ ДИРЕКТОРІЇ маю за честь
подати до Вашого відому, Цане Міністре, прикладе-
ну до цього копію інформацій Посольства УНР в Ні-
меччині. ч.ІЗІ.
Миронов
Керуючий Справи
Брехман
Начальник Канцелярії
Слідку-ка. Взір. Мик
ГОЛОВА ДИРЕКТОРІЇ
Головний Отаман Військ У. Н. Р.
Дефолюція 1921 р.
Послуги Конії сформовані:
1) М-т. Чупур, Ордат
2) Постовий і
3) Нар. Течер-Шагає - ограчні лови нех
желайко подори в Конії а/в Змінському
5) Ген-Долевій - звернути їх увагу на
необхідність пилно солця та об'євати
большевизм в крінах, де вони знаходяться,
де, новіж в організаціях небольшо-
вистих, проводитись левка праця на
большовських війках.
9) Послан Акимову і Славинському да
Мушку.
ДИПЛОМАТИЧНИЙ ВІДДІЛ
ПОСОЛЬСТВА УКРАЇНЬКОЇ НАРОДНЬОЇ
РЕСПУБЛІКИ В НІМЕЧЧИНІ.
№ 181
РУКОПИСНИЙ РОСІЙСЬКИЙ ОРИГІНАЛ ПЕРЕВЕДЕНОГО
ЗВІТУ ПОХОДИТЬ З АНГЛО-РОСІЙСЬКОЇ АГЕНТУРИ В БЕР-
ЛІНІ, ДЕ ВІН УДАЛАЄТЬСЯ ЦІЛЬКИМ АТЕНТИЧНИМ.
20.1.1921.
Вигляд з реферату мейа пропаганди та інформації в Че-
хословаччині, Гутяна (члена большевицького західно-
європейського секретаріату), проголошеного 31.12.20.,
з нагоди конференції в Бремені.
Референт робить огляд загального становища посільки во-
но залежить від позиції західної Малою Антантою.Александровський,
каке він, справедливо покликався на те, що не випадало би оцінювати
становище Австрії виключно з погляду того, як виглядає в самій кра-
їні. Це саме треба сказати також і про Чехословакію. У всьому разі
потрібно сказати, що в Че-11 та Австрії большевизм пустив ніцні корі-
ні, тоді як в Угорщині підготовча праця успішно розпочата. Також
в Брюсселлі та Румунії большевицький рук в данім випадку міг би бу-
ти добре використаний.
Не треба думати, що праця чеських комуністів не дала спо-
діваних наслідків, навпаки. Дійсний центр ваги большевицької праці
лежить в Чехословакії; все те одне, що там працювали такі видатні
осіб як Бенеш, Рунір, Петрілін, говорить за те, що ця праця не може
бути переоцінена. Все у вересні було цілком ясно, що потрібне лише
невеличкого зусилля, щоб викликати потребну активну дозвільність
чеського пролетаріату, - робітничі маси чекали лих гасла, щоб ак-
тивно виступити. З тактичних мотивів треба затримати дальший ре-
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величійний розвиток чеського пролетаріату, що в ніяким разі не ана-
літь, що треба відмовитись від плодів положеної там праці.
Гутман, так само як Гілерсон ясно бачили, що дійсні пере-
шкоди лежать не від внутрішньої, але від зовнішньої політики. Прага
могла б бути провідним центром, не тільки для Чехословаччини, але й
цілої низки інших держав.
Зрештою, очевидно, що праця, обмежена на саму Чехословачину,
без огляду на розв'язання закордонних завдань, як наприклад галиць-
ко-українське, українсько-бесарабське, угорське питання, а найсампе-
ред практичної оцінки і використання внутрішніх опірних питань Ма-
лої Антанти, була б зовсім невдячною.
Найсамперед малося до діла з українським питанням. На че-
хословачкій території зібралось багато тисяч українських біженців
Тут розходитись не о розпоротені окремі особи, але о компактні вій-
ськові частини. В таборі в Яблоннім, в округі Ужгород, та вздовж че-
хопольського кордону утрималися рентки численних українських форма-
цій, які під націоком польської офензиви перейшли суди на чеську
територію.
Першим завданням євідокої большевицької праці було вико-
ристати, по немовлястості в большевицькому напрямі, внутрішній дур укра-
їнського руху. Крім того праця товаришів Сидоренка, Шмолика і Багро-
ва в Ужгороді давала дуже добри наслідки в цілій Угорській Руси. Зав-
дання праці веденої на протязі минулого півроку стало не тільки мо-
жливим зібрати ті українські елементи, які природно мають нажит до
большевизму, але також охилити до большевизму буржуазні партії, як
н.пр. групу Петрушевича, яка виступає за самостійну Галичину.
Нам удалося, не міняючи політичного складу керуючих кол,
закопити в свої руки цілий апарат, а саме через зведення налійних
большевицьких сил.
Кур'єри, які робили звазок між окремими групами, злученими
з галицьким комітетом, та їздили в Прагу до Лондону, до місії д-ра
Левицького та в інші місця, були большевики. Завдяки тим обставинам,
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що представлення др.Петрушевича був також в Спа, було неможливо також там, нати своїх людей. Льойд Джордж, який, з огляду на непорозуміння з Францією, протегував Галичан, і не думав, що він тут має до діла з большевиками. Історія колись зумів оцінити той факт, що нам, завдяки цим обставинам, удалося значно змінити своє становище в Англії. В такий спосіб ми і з Праги могли впливуватись в європейську політику.
З другого боку наша праця була головним чином направлена на підтримування Винниченка та групи, які до нього прилучаються. Значні успіхи можна рахувати численні утечі з лагеря в Туллі, та з інших політичних лагерів. Пропагандна література ("Нова Доба"), доставлена в свій час Верховським з Відня, обрала великий вплив на інтерновані українські військові частини. У Січовиків, які в свій час перейшли від Петлюри та Деніміна до большевиків, а від них до Польщі, грунт був добре підготований. Завдяки большевицькому впливу на коло Петрушевича, удалось почати озеленити склад комітету, почати пристосовувати його до сольвейцького напряму. На разі на чеський території істнує значна червона українська армія, яка в даний момент може виступити активно. З допомогою приєднаних з Берліна товаришів української секції, Тарануки, Вариводи, Іванова, Бондаренка, Тишука, Петренка, Літвіцького та інших удалося з Угородя розвинути назву пропаганди діяльності в Галичині та в Вуковині. Завдяки гаслові: "хоч большевицьке, але таки самостійна Україна" удалося змовити також найбільш типичніших українців. Як що армія Павленка та Петлюринський рух могли так легко бути зліквідованими, то це завдяки веденій там пропаганді.
Наскільки нам удалось запрати буржуазні партії лево-видно з того, що ні, через посередництво товариша Бардаха, який ізлив в повідомленнях журналіста Берлінської пропагандної місії, могли мати зв'язок з Ревалем та Рігор 1 звідти діставати гроші.
На Угорщині справа стоїть не так добре. Через сілий терор та переслідування угорських комуністів було цілком неможливо утримати організації, які там існували; наша праця була так головним чином направлена на те, щоб зорганізувати угорських втікачів 1 дати їм змогу повернутись до Угорщини. Праця в Пресбурзі мала завданням
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згуртувати рештки комуністичних організацій, але все таки не удалося утворити в периферіях. Зізналася лише організація Руднянського, але й вона не так здатна до праці, як можна було б бажати. Центром праці в Угорщині є наразі Клодно. Комітет III. Інтернаціоналу, який об'єднував Чехословакію, Австрію та Угорщину, є нині центром, а провідники праці на Угорщині — товариші Вірани, Кекачі, Ігельт уявляють собою останнє приблизне угурської комуністичної партії. Чехословакію заступають Перонек, Тумеско (Пунейко), Петрілка-авалат; нашим уповноваженим є Зопенкетейн, який в дійсності веде цілу працю. Не можна закривати очі на те, що становище комуністів на Угорщині є тяжке; але ми найкже переконані в тому, що помилки наших ворогів та переміна становища в суспільних державах дозволять почати знову нашу активну політику на Угорщині, щоб бути озброєними в рідучий момент. Без сумніву закордонне становище Угорщини скоро доведе до того, а поки по треба чекати.
З огляду на обставини, ми мусимо хотілось нам того чи не хочилось, втручатись в європейську політику. Центральне положення Праги примушувало нас думати про те, щоб мати контакт з цілою низкою інших держав, могти розвинути квазу дипломатичну діяльність і використати в нашім напрямі конунітуру утворену непорозуміннями серед малих Антант. Ворожнеча між Чехословакією та Угорщиною, між Болгарією та Австрією, нарешті між Болгарією та Італією, створяє широке поле діяльності. Мала Антанта, яка в дійсності звагалі нічого не об'єднує, нам не тільки користна, але прямо потрібна. Ми воїма силами двох про зважання малої Антанти і тепер наша праця обмежується тим, щоб удержати її на височині, на якій вона стоїть. Через постійний контакт з Віднем, Грацом та Загребом, ми могли впливати наші формості як до Адріанополя, В Болгарії наша праця іде дуже добре наперед. Ми маємо постійне і виднє сполучення з товаришами Дречнем та Варером. Треба згадати ли нам багато допомогла активна праця д'Алунцію в Бірме. Через нього ми мали змогу легко пересилати гроші до Болгарії. Я того погляду що то Водовозов дуже добре зробив коли власно підтримав д'Алунцію. Після того ми тепер покинувано.
Загалом можна сказати, що закордонне становище, наскільки це можливо при даних обставинах, лежить в наших руках, а внутрішнє на -
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нани в достаточній степені опрацьовується. Я ні на хвилину не сумніваюсь, що Чехословаччина в потрібний момент перебере доб-
ре свою роль Форпоста світової революції.
В кінці треба сказати, що наша праця проходить при
найкращих обставинах які тільки можливо собі уявити. Наші гро-
шові потреби завжди і цілком задовольняються. Крім 7 ящиків
золота, які нам удалося перевезти в обсип через Ітетин, товариш
Бодолобов пропонував кілька разів перевезти конну банану суму
в італійський валюті. Праця нашого офіціального представника
в Празі, Рілерсона, стоїть вище всякої похвали.
До Пана Військового Міністра.
Квітня 15
1937
Тарнів.
Маю за честь подати до Вашого відома, пане Мі-
ністре, прикладену до цього коню інформації По-
сольства УНР в Німеччині ч.119.
О.Мирек
Керуючий Справами
Юр'єв
Начальник Канцелярії
Спірь-Лас Віз Мик
6-П 244 Копія
До Пана Військового Міністра.
Квітня 22 241.
69/
Тарнів.
З наказу ПАНА ГОЛОВИ ДИРЕКТОРІЇ маю за
честь подати до Вашого, Пане Міністре, відо-
ма витяг з інформацій Посольства У.Н.Р. в Ні-
меччині ч.139.
Милостивий
Керуючий Справами
Світру-Хав. Від. Уряд
Приханченко
Начальник Канцелярії
6-П
Копія 242
До Генерального Штабу.
Загальний.
Квітня 21 24.
692
Тарлів.
З наказу ПАНА ГОЛОВИ ДИРЕКТОРІЇ при цьому над-
силається до відома Генерального Штабу витяг з
інформацій Посольства УНР в Німеччині за ч.139.
Крижанчевський
Начальник Канцелярії
Олещаковський
Начальник Відділу
6-5 243 Років
До Міністерства Преси і Пропаганди.
Заказний.
Квитка 21 24.
693
Тарнів.
З наказу ПАНА ГОЛОВИ ДИРЕКТОРІЇ надсилається
при цьому до відома Міністерства витяг з інфор-
мацій Посольства У.Н.Р. в Німеччині за ч.139.
Прикладовський
Начальник Канцелярії
Олександрович
Начальник Відділу
6-І 244 Ролія
До Політичного Департаменту Міністерства Внутрішніх Справ.
З наказу ПАНА ГОЛОВИ ДИРЕКТОРІЇ при цьому надсилається витят з інформацій Посольства УНР в Німеччині за ч.139.
загальний.
Квітня 21 24
694
Тарнів.
Кримчевський
Начальник Канцелярії
Черкасський
Начальник Відділу
ПОСОЛЬСТВО
УКРАЇНСЬКОЇ НАРОДНОЇ РЕСПУБЛІКИ
В НІМЕЧЧИНІ
№ 1074.
Берлін ....... 1 квітня ............ 1921.
До
п. Голови Директорії й Головного
Отамана Військ Укр. Нар. Респ.
Т а р н і в
Канцелярія Директорії
ОДЕРЖАНО
Квітня 9 дня '92 р.
РХ. Ч. 593
Дипломатичний Відділ Посольства У.Н.Р.
у Німеччині має за честь переслати до Вашого роз-
порядження приложені до сього слідуючі нові інфор-
маційні матеріали:
1) № 138: Становище в Сібиру (нім.).
2) № 139: Політичні інформації (укр.).
3) № 140: Витяги з большевицьких часо-
писів (нім.).
ПОВІРЕНИЙ У СПРАВАХ У.Н.Р.У НІМЕЧЧИНІ:
9/IV 1921.
Уважно прийняли
сир. Тарновський
ДИПЛОМАТИЧНИЙ ВІДДІЛ
ПОСОЛЬСТВА УКРАЇНІ БЮ НАРОДНОЇ
РЕСПУБЛІКИ З НІМЕЧЧИНІ.
№ 139
ПОЛІТИЧНІ ІНФОРМАЦІЇ.
З випадкового джерела - в Латвії відношення до ро-
сили стало магчим; разом з тим погляди звертаються на Німеччи-
ну а вплив союзників помітно слабшає. З англійцями сяк так ра-
хується, з Французами цілком ні. Большевиків, що до можливості
наступу весною, - не бояться. Латвія дуже потерпіла матеріаль-
но в ліснім ділі. Заготовано було багато матеріалів, але на ду-
же дорозі ціни. Нинілежить не проданий.
Также становище в Псковській губернії. Хліба до но-
вого врожаю ніяк не стане, вже весною можливий голод.
За останні часи при Римскому-Корсакові значну роль
грає Баранський. Серед різних безпладних суперечок про монар-
хизм і т.д. опинились на думці заснувати торговельне предпри-
емство на кшталт комісійної контори. Мета його - здобути гро-
ші і досягти, коли можливо, обєднання правих. Тепер саме турбу-
вться довгою відсутністю Тальберга, бояться, що на півдні він
улаштує власний центр і відокремиться від тутешніх правих. Хо-
тять зробити все, щоб викликати Тальберга назад.
Серед польських впливових торговельних кол помічаєть-
ся тенденція до зближення з Німеччиною. З самою Францією, як
прийшли до висновку, залишиться також.
Азаревич іде до Парижу наче б то на постійне життя;
очевидно його викликав Бурцев, котрий тепер, з приїздом Бахмате-
ва грає там значну роль. В місці черв. Хреста Йдуть чутки що
через особисті відносини з бар. Ерангелем, Гучков добеться щоб
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Йому не дали грошевих засобів.
Серед росіян все більш і більш помічається настрій примирення з большевиками. Агітація Станкевича дала результати. Наприклад новий співвидавець і фактичний редактор газети "Голос Росні" Кримов, заявив що: 1) необхідно признавати совітську владу тим більш, що хоч коли й предст авники жулики, то не кращі к і пра ві; 2) треба бути з жидами; крім того очевидна увага Кримова до Станкевича і навіть Його секретаря Гуля, співробітника газети "Голос Росні".
В газетах була замітка, що Шліппе не дістале допомоги асигновання на біженців, це поляється перешкодою з боку Фран- дузів, котрі висловлюються проти приличних умов російських біжен- ців в Німеччинн.
По даним освідомлення Кримов має звязок з Англійцями.
Приїзки з Роси помічають там: силу влади, через що внутрішній переворот не можливий; апатія, а також здібність у на- селення до пристосовання до нового порядку, релігійне почуття, дальші пролви терору, надзвичайно розвинений догляд за всіма, вклю чарчи чужинців, упадання за представниками "інтернаціоналу" який в суті є мотлохом Європи та дальші стремління до знищення всякої праці, хоч би дрібно кустарної. Антисемитизм ніби то зменшився під впливом зненависти до Поляків та Латишів, котрих є багато на ріжних посадах.. В процентному відношенню Латишів в Чека 50%, у військовому відомстві - 30%; Жидів в Чека - 2%, у війську- 20%; 3-4%, за те в торговельних та господарських совітських установах їх не менше 50%.
Підряди та дрібні торговельні справи приватних осіб
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дуже розвинені. В цій області в Москві значною фігурою є Фін-
кельштейн. Армія, в суті, змішані банди, білих, червоних та ніяких
(включаючи бувш. добровольців). Засоби для піддержання боєздат-
ності армії виключно жорстокі, особливо в цим напрямі виявив се-
бе перший помічник Троцького катеринославський жид Розенгольц,
котрий завідує воєнревтрибуналами та політкомами. Його ненави-
дять за виключно нелюдську жорстокість навіть у власній родині.
Політично побіда залишилася за лівими комуністами.
С т о к о з силується влізти в коло журналістів та
артистів. У Дроздова пропонував дістати грошей на видання газе-
ти, – артистці Потоцькій, допомогу грішми для улаштування теат-
ру. Його мають за дуже негативну особу.
Польавець-Острянниця котрий повернувся недавно до Бер-
ліну, переказував що був у Лейпцігу, Мюнхені зустрічався з гене-
ралом Людендорфом; казав що слід працювати з правими і що з Мюн-
хена іде монархія.
Помічається очевидна перевага яку роблять тутешні офі-
ціальні большевики (значні урядовці) російським монархистам в
порівнянню з с.р. та с.д. Особливо охоче приймаються щирі по пе-
реконанням офіцери котрі "з голоду" проситься до червоної армії.
С.р. особливо ненавидять; так висловлювали злобу на те, що спів-
робітнику "Воли Росії" дозволили обіхати табори інтернованих,
а він зайнявся пропагандою с.р. ідей.
У Фрідліба є значні зв'язки з тутешніми російськими ко-
муністами. Цими днями у нього обідав ком. Маковський.
Один з значних совітських урядовців (Файнштейн) вислов-
лював свою думку з приводу бажання російських емігрантів верта-
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тись додому. Він заявив, що всім будуть давати волю жити в Росії, але не пустять ні "графів, ні князів", котрі своїм бажанням дістати назад свої маєтки, внесуть замішання в новий склад російського життя. Росія обійдеться без приватної торгівлі, тепер трудно боротись з селянством, але можливо. Військові — всі боль шевики — включарчи і армію Врангеля. Також буде заборонено поворот до Росії середньої інтелігенції себ то очевидно с.р.та с.д. переконань. Незадоволення німцями за їх віднесення до інтернованих триває далі.
Приїжджачі з Польщі дуже сумно відзивавться про Польщу. Відомі націоналісти висловлюються іронично, що готові вмерти за рідний край, готові віддати за нього останню сорочку, але не жити там, бо немає ніякого порядку і Польща цілком не робить враження державного організму.
Одначе большевики незадоволені результатами своєї пропаганди в Польщі; не зважаючи на успіх агітації серед залишничиків вони не бачуть проте загальних результатів.
Становище в Совдеппі, особливо в Петрограді та його околицях стає безнадійним. Тимчасове поліпшення минулося. Нині — майже цілковите припинення залізничного руху, Петербург відрізаний від світу, не знає що робиться навіть в Царському, в Кронштадті та Петергофі. Все що може рухатися — біжить або на село, або під страхом смерти, пробує втекти за кордон. Терор, по недовгим ослабленню, знов зміцнився.
Командировані до Чека присти за послаблення "ворогам революції" почasti загинули, почasti переміщені до спеціальних відділів для боротьби з карними злочинствами. Петербург знов у владі чужоземних чекистів, Китайців, Латишів та інш.
Агентурі відомо, що до всіх закордонних відділів і представництв большевиків розіслано нижченаведений наказ за під
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писом голови В.Ч.К. Дзержинського: "для ліквідації в коріні повстань та змов, роблених чужосторонніми агентами на території Сов.Росії пропонується: 1) реєстрація цілого "білого" елементу, окремо на районах для збільшення кількості заложників з числа їх рідні; 2) особливо слідкувати за тими, хто займає відповідальні місця в Сов.Росії, втік закордон і зрадив совіт.владі. Ця категорія безумовно підлежить знущенню при першій змозі; 3) терористичні акти над найбільш видатними антибольшевицькими діячами за кордоном; 4) улаштування бойових відділів; 5) організація фіктивних білогвардійських груп з метою вияснення їх агентури на території Роси.
Рейх був екстренно викликаний до Москви і вже поїхав.
По відомостям німецьких промислових кол, Копп до Берліну не вернеться. Називати заступником його брата Красіна, хоть йому стоїть на перешкоді незнання німецької мови. З других відомостей Коппа заступить бувший полковник російської служби.
Служачий в місці Коппа Луре веде широке життя, видає великі суми; в нічних локалях і серед мінок які туди ходять він вербує агентів котрим доручає або ведення большевицької агітації, або пропонує їм входити в звязок з представниками та членами білих організацій в Німеччині, німецьких та російських. Особливим завданням їх - освітлювання Місії Антанти.
Генерал Краснов іде на кілька тижнів до Баварії.
Бувший офіцер Ізмайлівського полку Ал.Хомутов служить в англійській розвідці у Вартіга; думають, що одночасно Хомутов дає відомості німцям про англійців.
По самим точним відомостям і наперекір даним з га-
зет, армія Врангеля в коріні деморалізована; як що у неї ще є
самання битись, то у великім разі не з большевиками а з Француза-
ми, котрих вона ненавидить. Французи цілком роздігли армію, за-
срали навіть білянну, бо ціла обмундіровка була французька.
Разом з Коптом єдуть представника Радянської України
- Мануйльського.
Від російської секції на Штутгартський з'їзд були ко-
мандировані: Смірнов, Рабинович, Каган, Носков і Раукер. Радянсь-
кими українцями відмовили під предлогом, що з них немає достаточ-
ної кількості членів переговори з цього приводу від особисто
Вардах.
Видавництво "Скифія" спеціально залучає емігрантів
інтелігентів на бік большевиків. До розпорядження Федоровсь-
кого спеціально асигновані значні суми (мало не 30 мільйонів ма-
рок). Починається з запрошення перекладати книжки, потому пропо-
нуєть готові месця в Солдеппі. Багато вже пішло на цю принаду
і об'явили себе "напівкомуністами." Тепер саме звернена особли-
ва увага на офіцерів з табора Віндорфа та Еленгорета. Серед
вербовщиків відомі: Лунберг, Тахт, Кречман. Серед журналістів
працюють Йогони (чоловік та жінка). В "Скифах" найбільш віддані:
Йорицин, Крамаренко, Березнев, Ходутев та Кривенко.
В Станції на Нейконігштрассе 21 спеціальними агента-
ми вербуються російські офіцери до Литовської Армії. Пропону-
ються вигодні умови служби.
Гросман (Кайзералле 192) був співробітник "Голосу
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Роси" нині поступив до бойовийкої місії і працює кореспондентом в "Московських Известиях"; брат його членом російської секції їздить по Німеччині і контролює і керує пропагандою.
В жидівських берлінських колах цілком певно говориться про майбутній швидкий кінець большевицького режиму в Росії. Одною з признак є втікання звідти родин комісарів, котрому наче б то сприяє совітський уряд.
Орлов увійшов в тісніший звязок з полковником Кру-зенштерном, збирається разом з ним видавати політичні бюлетені. Необхідні матеріали він діставатиме переважно від Голмстена; найближчим співробітником Орлова є поручник Петров бувший член Місії ген. Никифорова.
В таборах серед офіцерів росте бажання повернутись до Росії. Люде цілком зневірились в можливості зміни, умови їх життя дуже тяжкі. Скаржуться на військові делегації та Червоний Хрест, котрі нічого для таборів не роблять.
24.II.21. Копія даних з розвідки генерала Голмстена:
"з авторитетних джерел в Берліні є відомості що совітська влада розробила детальний план наступу на Індію. Операції будуть ведені в двох напрямах: 1) з Туркестану через Афганістан на Белуджистан і 2) через Персія з Тегерану по старим перським військовим шляху також до кордонів Белуджистану звідки будуть відкриті шляхи на Індію. Комбінована акція двох армій вдасться, певне, відрізати британські війська в Белуджистані від їх-навих ньої сухопутної бази та від моря. Як би з політичних міркувань цей наступ був би визнаним потрібним - для його здійснення буде досить тих військ які тепер стоять в кількості 400 (???) тисяч в Туркестані, бо місцеве муєулманське населення ставиться безумовно прихильно до росіян. Треба лише забезпечити його збро-
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en та апровізацією."
Помічається тісний зв'язок між розвідкою ген. Голи-
стена та редакцією газети "Руль".
Три слідуючі документи були на розгляданні:
I.з Москви на імя"вербованого відділу російської секції".Ре-
комендується: 1)посилати в Совдепію людей свідомих, 2)шлях по-
винен йти через Литву, 3)необхідно довести комплет червоних
німецьких військ в Росії з 8-40 тисяч, 4)слід посилати певні
елементи з самої Німеччини,щоб вони відповідно тенно малюва-
ли положення в Німеччині. Замісць інтернаціональних груп,по-
чалося формування національних,з 2-гої половини листопаду
1920 р. В німецькі кадри ввійшли: колоністи з інших військо-
вих частин, бувші полонені, комуністи що приїздять з Німеччини.
Аксельроду вдалося налагодити шляхи одправки через Литву.
II.Про торговельні операції закордонних совітських
представників. В записці говориться що сум бувших в розпоря-
дженню цих агентів на пропаганду не ставало. Величезні на
погляд суми (7 льонків золота Гілеретид, 50 міліонів крон Коп-
пу) - ніщо в порівнанні з видатками. Так напр. Гілерсону
прийшлося підтримувати масу організацій не лише в Чехії, але
і в Австрії, а також українські. В червні 20 р. Копп доводив
необхідність спеціальної асігновки для німецьких організацій,
а також скандинавських, державах не сприяючи до ідей мирової
революції; але з Москви порадили розшукувати місцеві джерела.
Так почалася торговельна діяльність представників. Перший по-
чаток дав Красин,котрий запродав англійцям ліс та льон. В Ні-
меччині не вдалися більш менш значні операції, але Коппові по-
щастilo продати запаси дрібних фірм, різні товари до запасів
шампану Абрау-Дюрсо. В Італії Водовозов був повстав перше про-
ти визискування російського народу, але скінчив тим, що запро-
дав бавовну та ліс. Зато стало можливим асігновати, на бажан-
ня Временського зіазду, на комуністичну пропаганду в Льондоні
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24 тис. фунтів місячно. Рим постачає гроші на Чехію, Австрію і навіть Югославію. Обійшлося без грошей з Москви.
Такі самі контори утворилися: в Ревелі - Литвінов та Гуковський, в Ризі - Ганецький, в Ковні - Аксельрод. Совіт- ський уряд санкціонує своїм агентам право вивозу. Записка про- водить думку про незгоду між сов-нар-ком-ами та Ц.П.К.III ін- тернаціоналу, самостійної організації яка працює поза межами совітської влади. Рекомендується асигновання безпосередньо Ц.П. К. певних засобів. Звертається увага на істнування зловживань ми під час вищезгаданої торгівлі, напр. Ганецький продав англій- ській конторі Кинена на 6 1/2 міл. латвійських рублів, а дав латвійським організаціям тільки 5 міл. Крім того крадуть курь- ери на просторі Нарва-Берлін і тикають з грішми; офіційна статистика злодіїв, на 10 душ - 9.
Доглядом на кордоні Чехословаччини установлено пе- реїзд з Праги на Берлін князя Мадатова з мінком. Звернена ува- га на тотожність цих осіб з бувшим Французьким офіцером теж з жінкою, інструктором в Польщі Петросинуем. Князь Мадатов їхав до Берліну по італійському паспорту, а потім на Угорщину в ро- сійські організації, і знов до Берліну в армію добровольців.
Взагалі більшість їздить на паспорти окраїнних дер- жав. Південно-російські Жиди їздять на перські паспорти. З про- їхавших: С.М і н о р - Париж вія Берлін з наради кооперативів у Еремені (?) ; Шкурка Давид (Відень-Прага-Берлін) совітсь- кий курьер, на кордоні всі папери були розглінені але звернені. Чернов по естонському паспорті на ім'я Сергієва.
По німецьким даним безумовними агентами большевиків на Кайзералле 80 рахуються: генер. Григорев, ротмистр Петров, про останнього непровірені відомості що він у Київ був в шта-