Перейменування: 05.12.1918 -(1920 р.) Канцелярія Директорії Української Народної Республіки, м. Київ, м. Кам'янець-Подільський, територія Польщі, Чехословаччина.
Анотація
1919 Юридичний відділ; 1919 Керування справами; 1918-1923 Загальний відділ; 1920-1924 Юридичний відділ; 1919-1922 Інформаційний відділ; 1920-1921 Фінансовий відділ; 1921-1923 Фінансово- господарський відділ
Історична довідка
Перейменування: 05.12.1918 -(1920 р.) Канцелярія Директорії Української Народної Республіки, м. Київ, м. Кам'янець-Подільський, територія Польщі, Чехословаччина.
Назва справи
Документи Посольства УНР в Німеччині: політичні та економічні відомості, військові повідомлення, 09.01.1920-28.12.1920, 1036 арк.
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Laut Befehl des Kfz Chefs der Nordwestbahn werden sämtliche Eisenbahngestellte männlichen Geschlechts, die in den Jahren 1903 und 1904 geboren sind, zwecks Registrierung und Absolvierung der Allgemeinen Militärischen Schulung nach dem 12 stündigen Programm mobilisiert.
In einer Nummer der «Mosk. Pravda» veröffentlichte Lenoff kürzlich einen Artikel über die Konzessionsfrage, den ein Bericht des 4. Kongresses der Rote für Volkswirtschaft über die Konzessionsfrage zu Grunde liegt.
Der Bericht beginnt mit dem Hinweis darauf, dass trotz des durch das Dekret hervorgerufenen Bannes in den professionellen Verbänden und Arbeiterkreisen bis Ende Mai keinerlei Konzessionsverträge abgeschlossen worden sind.
«Diese Frage ist im Zusammenhang mit der Ausgrenzung der Sozialistischen Partei von den übrigen kapitalistischen Ländern zuletzt sehr schärfer zu stellen. Selbst für die allergrößten Konzessionen, günstig und kapitalistisch in Standpunkt aus, kann in Russland nicht genügend Propaganda getrieben werden und daher finden sich keine Konzessions- besitzer. Als Vorbildung für die Konzessionen hat das Präsidium des Allrussischen Rates der Volkswirtschaft bestimmt, dass erstens alle Konzessionen im allgemeinen wirtschaftlichen Plan zur Republik allein begründet sein müssen und zweitens, dass infolge der augenblicklichen Heimatmaterialkrise vor allen Dingen Konzessionen auf Gewinnung von Kalk- und Heizmaterial erteilt werden müssen. Im Hinblick hierauf sind 2 Arten von Konzessionen in Aussicht genommen worden, und zwar Konzessionen auf Raphtho in den Regionen Baku und Groeny und auf Kohle in Donetsbasin. Der an das Präsidium des Rates für Volkswirtschaft gerichtete Vorschlag von einer englisch-holländisch-belgischen Kapitalisten-Gruppe auf Exploitation wurde abgelehnt, beantwortet werden, da dieses Gebiet das beste der Sowjet nicht zur Verfügung stehenden Gebiete ist und es daher falsch wäre, dieses zur Exploitation der Ausländer zu übergeben. Mehrere deutsche Firmen und Unternehmen machten Konzessionsvorschläge auf Kohlegewinnung, doch sind auch diese nicht annehmbar für uns. Aus anderen Konzessionsarten hob Lenoff den Konzessionsvorschlag auf Gewinnung von Magneteisenstein in Gouvernement Kursk hervor. Gleichfalls ist eine Abtretung der Arbeitsgebiete in Aussicht genommen, zu deren Untersuchung zur Zeit bereits eine Gruppe von Konzessionsbewerbern in den Urall gefahren ist. Die meisten der vorgeschlagenen Konzessionen beziehen sich auf die Walreichtümer. In diesem Gebiet sind die Konzessionen bereits sehr detailliert ausgearbeitet worden. Das Hauptgebiet für diese Konzessionen ist der Norden. Infolge der Exploitation der Walreichtümer Russlands soll 1. zukünftig die Pourniachol- und Zelluloseproduktion, ebenso auch die chemische Bearbeitung von Holz gefördert werden. Vorschläge auf Konzessionen dieser Art sind bereits von Seiten der größten englischen Firmen gemacht worden. Auf dem Gebiet der Niederlassung der Papier- und Zelluloseindustrie liegt eine Reihe von Vorschlägen von kapitalistischen Gruppen vor, welche mit der früheren Firma Sytin in Verbindung gestanden hat. Diese kapitalistische Gruppe will 1. keine einzelne Fabriken der Papier-und Zelluloseindustrie aufbauen und verlangt dabei das Recht, den ganzen Komplex bis zum Weißen Meer hinauf für eigene Zwecke auszunutzen. Fernerhin ist ein , solches schwedischen Streichholz Trusts vorhanden, welcher eine ganze Reihe von Streichholzfabriken auf dem Konzessionswege ausbauen will. Diese Fabriken liegen in Gouvernement Nowgorod. Das Präsidium des Allrussischen Rates für Volkswirtschaft steht auf dem Standpunkt, dass es die Interessen der in den Konzessionsunternehmen beschäftigten Arbeiter ähren schützen und den Lohn eines Arbeiters soll ähnlich dem Lohn eines europäischen Arbeiters gleichstellen muss.
Zur Schluß bemerkt Lenoff, dass infolge der allgemeinen Beschränkungen zum Westen Hoffnung dafür vorhanden ist, dass einzelne Konzessionen in nächster Zeit tatsächlich erteilt werden.
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Unter der Überschrift "Vergesst die qualifizierten Arbeiter nicht" veröffentlichte die Moskauer Prada einen interessanten Artikel, welcher mit J.J. gezeichnet ist. In diesem Artikel wird gesagt, dass sogar das von der Sowjetregierung eingesandte Wahl- system nicht die Möglichkeit gibt, die Regierungsorgane von "un- erwünschten Elementen" zu befreien, die Stimmung in den Arbeiterkreisen wird immer oppositioneller. Es heisst dort folgendermassen:
"Die Aufmerksamkeit muss auf die Lage und Stimmung der qualifizierten Arbeiter gerichtet werden. Der qualifizierte Arbeiter im allgemeinen und der Metallarbeiter speziell waren immer die Grundstützen der Sowjetmacht. Die qualifizierten Arbeiter waren und bleiben die Hauptreserve der schaffenden Organisationskraft der russischen Sowjetrepublik. Diese Bevölkerungsschicht ist auch, was die Produktion anbetrifft, am meisten geeignet, das Wirtschaftsleben zu leiten. Ihn entnimmt die Sowjetregierung einen grossen Prozentsatz Organisatoren, Administratoren und Fabriksleiter und die kommunistische Partei Arbeiter für ihre Gouvernements- und Kreiskomitees.
Zum X. Parteikongress des Zentralkomitees der russischen Kommunistischen Partei war eine Tabelle der verantwortlichen Arbeiter von 25 Gouvernements aufgestellt worden. Laut dieser Tabelle waren von den verantwortlichen Parteiarbeitern (Mitglieder und Leiter der Abteilung der professionellen Gouvernementsarbeite) 27,4% Arbeiter, davon 51% Metallarbeiter. Von verantwortlichen Sowjetarbeitern (Mitglieder und Leiter der Abteilungen der Gouvernements Executiv Komitees) 35,4% Arbeiter, davon 33% Metallarbeiter. Von verantwortlichen professionellen Arbeitern (Mitglieder des Präsidiums und der Abteilungen der professionellen Gouvernementskomitees) 40,3% Arbeiter, davon 49% Metallarbeiter. Endlich von verantwort- lichen militärischen Arbeitern (Gouvernements Militärkomitees) 27% Arbeiter, davon 58% Metallarbeiter.
Auf einer Reihe von vorberichtenden Wahlvergansungen fiel die ungewöhnliche, unter den qualifizierten Arbeitern herrschende Stimmung auf. In Petersburg, Charkow, Jekaterinoslaw u.s.w. bildeten die Schlosser, Drechsler, sowohl vor als auch nach der Revolution, den Hauptkern der proletarischen Avantgarde. Bei den letzten Wahlen in den Moskauer Sowjets leiten die Metallarbeiter nicht nur seine aktive Rolle sehr, sondern sie applaudierten den Menschewiki zu wiederholten Malen und stimmten für Parteilose. Noch öfter spiel- ten sie eine skeptische Rolle, indem sie meinten, sie würden erst abwarten und zusagen, wie die Kommunisten wirtschaften. Dazwischen kommt es allerdings noch vor, dass sich der alte kommunistische Geist wieder bemerkbar macht. So z.B. waren in einen gewissen Ort ungeheuer viel Parteileute in den Sowjetgewähl worden. Nach 2 Tagen jedoch unterschrieben 400 Arbeiter eine Eingabe an die Wahlkommission, dass sie betrogen worden seien und einen anderen Sowjet for- dern. Die Tatsache bleibt allerdings unbestritten: für die in der Minderzahl befindlichen Parteileute haben in diesen Jahre mehr qualifizierte Arbeiter gestimmt, als in vorigen Jahren.
Die Metallarbeiter sind im allgemeinen gegen die Sowjetmacht, sie haben dabei aber keinen Hass gegen diese. Die Metallarbeiter sind unzufriedener als die Textilarbeiter und Schwarzarbeiter, das beweisen die Resultate der Wahlen deutlich. Die Ursache dieser politischen Stimmung liegt wahrscheinlich wohl im Lohntarif. Die Selbstversorgung der Metallarbeiter ist äusserst schwierig, unvergleichlich schwerer, als diejenige der Textil- und Kohlenarbeiter.
Der Metallarbeiter hängt, wie bekannt, am meisten von der staatlichen Versorgung ab, dabei beträgt die so tiefste maximale Naturprämiention der 1. Gruppe (zu welcher Arbeiter, das technische und Verwaltungspersonal gehören) 17 Pfund 12 Lot Mehl, 4 Pfund 13 Lot Salz und 1 Pfund 28 Lot Fisch. Hierbei sind einige Schwankungen möglich, doch können 1 Pfund 28 Lot Fisch nicht genügen, um die qualifizierten Arbeiter vor den anderen hervorzuheben. Andererseits ist der Unterchied im Gehalt der qualifizierten Arbeiter und der Schwarzarbeiter ganz unbedeutend. In April erhielt z.B. ein Schlosser 1. Kategorie auf einer elektrischen Station 24 bis 32 000 Rubel monatlich, der ihm unterstellte Schlossergehilfe 18 000 Rubel. Der naturlierte Teil des Gehalts beider ist
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derselbe. Die Metallarbeiter und Töpferarbeiter können in der Lebens-
mittelversorgung gleichgestellt werden.
Aus diesem ergibt sich folgender Schluss: In Zusammenhang
mit der Prüfung der Grundlagen, auf denen der Tarif aufgebaut wird,
ist es unumgänglich notwendig, die besondere Aufmerksamkeit auf den
Tarif des qualifizierten Arbeiters zu richten, und zwar speziell
des Metallarbeiters, indem die politische Bedeutung des letzteren
in Betracht gezogen wird.
Versorgung der Arbeiter und Angestellten des Wassertrans-
portes mit Lebensmitteln.
Die Zeitung „Gudok“ teilt mit, dass von verschiedenen Stel-
len beunruhigende Nachrichten über die Lage der Arbeiter und Ange-
stellten des Wassertransportes eingetroffen. Seit dem April ber 1ts
macht sich hierin eine Verschlechterung bemerkbar. Im April war die
Lage folgende:
Wolga-Gebiet. Im Raum Pera hat das Gouvernementslebensmittel-
komitee sich geweigert das Brot auszuteilen, weil nur wenig vorhan-
den ist. Im Raum Rjasan ist die Lage äusserst schwierig, weil 5 000
Pud Brot, welche für den April vorgesehen waren, von Gouvernements-
lebensmittelkomitees nicht ausgeteilt worden sind. In Moskauer Rayon
sind anstatt der vorgesehenen 11 Waggons nur 7 eingetroffen.
Nordgebiet. Im Gouvernement Archangelsk sind 75% der Le-
bensmittel aufgeteilt werden. In Wolgoda 40% und im Raum des Weissen
Meeres nur 20%.
Über Futtermittel wird Folgendes mitgeteilt: Laut Programm
sollte der Wassertransport im April 33 750 Pud Heu erhalten, davon
wurden jedoch nur 0,0118% oder 40 Pud realisiert. Hafer war für den
April überhaupt nicht vorgesehen, für Rechnung der früheren Monate
wurden jedoch 021 Pud ausgeteilt.
Nach Angaben der Weltgeldstricksverwaltung des Wassertranspor-
tes ist die Lage in den Rayons Mischinj Nowgorod, Pera und Astrachan
seit dem 18. Mai katastrophal. Aus Arsenals sollen laut Bestimmung
im Rayon Mischinj Nowgorod 40 Waggons mit Brot eintreffen. Am 18.Mai
waren von der vorgesehenen Norm nur 4 Waggona mit Brot angelangt,
was gerade für einen Tag reichte. Infolge der schlechten Organisatio-
on der Verpflegungsorgane des Wassertransportes ist die Lage in den
übrigen Rayons unbekannt. Die Folge einer solchen Lage ist, dass die
Arbeit in vielen Rayons unmittelbar vor ihren Einstellen steht.
Um aus dieser trostlosen Lage herauszukommen muss der Raum
Mischinj Nowgorod schleunigst die 40 Waggons mit Brot erhalten und
ausserdem müssen wenigstens 100 000 Pud Brot der auf der Kama trans-
portierten Lebensmittel in Mischinj Nowgorod verteilt werden. Falls
die erforderlichen Massnahmen nicht rechtzeitig ergriffen werden,
wird sich dieses im Zusserst unangenehmer Weise in der Raphthaus-
fahr bemerkbar machen. Infolge des Einstellens der Arbeiten würde
das Nephthe nicht entladen werden können und ausserdem würden dann e
die Behälter in Astrachan überfüllt werden. Eine Verzögerung der
Naphtheanfuhr hat wiederum eine äusserst schlechte Einwirkung auf
die russische Industrie und den Eisenbahntransport.
In Petersburg wurde in diesen Tagen auf einer Sitzung des
Rates der Volkswirtschaft die Frage der Einfuhr von Holz aus Finn-
land beraten. Professor Ramin sprach sich gegen die finnische Holz-
einfuhr aus und erklärte, Petersburg liege in einer welsigen Gegend
und könne sich daher selbst Holz schlagen. Das hierfür erforderliche
Geld könnte nutzbegender zu anderen Zwecken verwendet werden.
An diese Sitzung knüpft die Petersburger Zeitung „Sachowik“
Betrachtungen an und ist der Ansicht, dass wenn man alle Naturreich-
tümer Russlands in Betracht ziehen würde, eine Einfuhr jeglicher
Waren aus dem Auslande vollkommen überflüssig wäre. Russland habe
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jetzt die Möglichkeit mit einem friedlichen Wiederaufbau zu begin-
nen, ist trotzdem aber augenblicklich noch von ausländischer Hilfe
abhängig. Im Zusammenhang mit dem Ankauf von Holz in Finnland muss
bemerkt werden, dass zu Friedenszeiten, als man in Petersburg bil-
li englische Steinhäuser kaufen konnte, aus Finnland 150.000
Kubikfaden Holz eingeführt wurden. In der Holzfrage ist Peters-
burg von Finnland abhängig gewesen, daher trennt Petersburg
jetzt gerade viel finnisches Holz.
Petersburg hat die Möglichkeit aus der Ufer ins 170.000 Pud
Brot gegen Geld oder Waren zu erhalten. Die Bevölkerung liegt je-
doch keine Hoffnung, dass das Brot wirklich in Petersburg ein-
treffen wird.
Da in Petersburg mehrere Steinhäuser eingestürzt sind,
herrscht unter der PetersburgerBevölkerung Panik und man fürchtet
sich weiterhin in Steinhäusern zu wohnen. Auch über diese Angele-
genheit schlägt die Petersburger Presse Alarm. Die »Petersburger
Freund« teilt mit, dass in Laufe der letzten 5 Monate 1.500 Mittel-
lungen darüber einlaufen, dass die Kellerräume in bewohnten Häu-
sern überschwemmt sind. Das Wasser bildet eine ernste Gefahr für
die Fundamente dieser Häuser. Auch die Zeitung »Gut« schreibt
darüber: In der letzten Zeit ist es in Petersburg zu mehreren
nicht unbedeutenden Katastrophen gekommen: Mehrere große Steinhäuser
verendeln sich ohne jeden sichtbaren Grund ganz von selbst im
Laufe von 2 bis 3 Stunden in Trümmerhaufen. Besonders auffallend
war der letzte derartige Fall auf der Gontschowaja in der Nähe des
Nikolaihahnhofes, wo die Fassade des Hauses mit den Innenwänden zu-
sammen im Laufe von 2 Stunden einstürzte. Die c Katastrophen sind
selbstverständlich immer mit Menschenopfern verbunden. Dasselbe hat
sich auch in Moskau ereignet. Über die Ursachen derartiger Falls-
trümmern herrschen auserlesene Ansichten. 1) wird angenommen, dass
das Wasser, welches sich allmählich in den Kellerräumen sammelt
und nicht ausgepumpt wird, das Fundament zerstört und den Hertel
aus den Mauern gleichzeitig herausdrückt. Aber reicht auch die
Ursache an, um die verlorenen Wasserleitungsrohre zu erklären.
Der Wasserschaden, welcher aus den gerissenen unterirdischen Rohren
hervorbringt, ist instande, ganze Häuser in Böden zu bilden, die
der Einsturz der Fundamente bedingen. Die Untersuchung der Ursachen
dieser Katastrophen ist äußerst wichtig, da vielleicht auch ande-
ren Häusern Gefahr droht, welche im Augenblick noch vollkommen
unverlässlich aussehen. Infolgedessen hat Professor Timonoff in tech-
nischer Hinsicht des Volkskommissariats vorgeschlagen eine genaue
wissenschaftlich technische Untersuchung der Ursachen dieser Kata-
strophen vorzunehmen.
Am 10. Mai wurden aus Reval 148 Kisten Gold in einem Wert
von 10 Millionen Rubel nach Stockholm geschickt. Zwischen den 14.
und 15. Mai sind noch Stockholn 20 Kisten russischer Gulden ge-
schickt worden. Zwischen dem 15. und 19. Mai trafen aus Russland
über Narva 2 Wagen mit Geld (600 Kisten und 1 Sack) in genau
2.000 Pud ein, ferner wurden am 24.Mai 83 Kisten und am 28.Mai 148
Kisten mit Gold aus Reval nach Stockholm abgesandt.
An der schwedisch-norwegischen Grenze ist der seelschesti-
sche Kurier herz angehalten worden, der von der revaler Handelsdele-
gation nach Christiania geschickt wurde. Bei der Untersuchung des
Gepäcks wurden gegen 4 Pud Apitatioliteratur in norwegischer Spra-
che (Aufgabe des Zentralkomitees der III.International) zusammen
20.000 Geldruble und 30.000 norwegische Kronen gefunden: Der Kurier
wurde unter Begleitung aufgefordert.
ДИПЛОМАТИЧНИЙ ВІДДІЛ
ПОСОЛЬСТВА УКРАЇНЬКОЇ НАРОДНОЇ
РЕСПУБЛІКИ В НІМЕЧЧИНІ.
№ 187
I. PRESSEAUSZUG AUS BOLSCHEWISTISCHEN ZEITUNGEN.
II. BERICHТ LENINS AUF DEM DRITTEN KONGRESS.
„Moskowsk. Iwwest.“ vom 30. Juni 1921.
Die Zeitung schreibt folgendes über die Cholera:
Nach den Angaben des Volkskommissariats für das Gesundheitswesen waren am 25. Juni bereits 8 000 Cholerafälle im Lande registriert. Bereits in Winter und Frühling herrschte die Cholera, es kamen allerdings nur einzelne Fälle vor, und zwar besonders in Kaukasus, im Donegebiet und im Gouvernement Tambow. Mitte Mai nahm die Cholera stark zu und erhöhte sich innerhalb von 8 Wochen von 1 430 auf 4 570 Fälle.
Es sind einzelne grössere Krankheitsgebiete festgestellt worden. Zunächst im Süden die Rayons Kuban, Schwarzseergebiet 703 Fälle, Donegebiet 947 Fälle, Stadt und Gouvernement Woronesh 500 Fälle Gouvernement Orel 285 Fälle, Gouvernement Astrachan 781 Fälle und Gouvernement Saratow 1 600 Fälle. In all diesen Gebieten herrscht die Cholera hauptsächlich in den grossen Städten und ist bisher selten in den Dörfern aufgetreten. So waren z.B. im Donegebiet und in der Stadt Rostow an den am 15. Juni 723 Cholerakranke in den dortigen Krankenhäusern, in den Gouvernementen Astrachan und Saratow dagegen erkrankten Mitte Juni 50 bis 70 Personen täglich, in Woronesh sogar 84 Personen täglich. Die Cholera breitete sich natürlich auch auf die Haithlerayons aus. In der Ukraine, in Charkow, Kiew und Taganrog sind bisher nur einzelne Fälle vorgekommen. Bis zum 8. und 9.Juni gab es in Petersburg 2 Cholerakranke, im Gouvernement Moskau erkrankten bis zum 25.Juni 24 Personen und in der Stadt Moskau selbst 90 Personen. In den letzten Tagen erkrankten täglich 4 bis 6 Personen an ur Cholera in Moskau.
Die Gründe zur schnellen Entwicklung der Cholera liegen auf der Hand. Diese ist einerseits auf den ungeheuerlich frühen und heissen Sommer zurückzuführen, welcher immer den Choleraherd vergrössert, wenn die Krankheit bereits im Lande herrscht; andererseits begann bereits im Mai eine Massenbewegung der Bevölkerung aus den Hungerzonen in Wolgagebiet. Auf der Suche nach Brot und in Gebetretung aller Verbote bewegen sich diese Massen der Stadt-und Landbevölkerung vorwärts, welche hauptsächlich auf den Eisenbahnknotenpunkten steckenbleiben und sich dabei mit allen Nähren, was ihnen in die Hände fällt. Dabei wanderten auch
die in den Hungerayons liebenden Flüchtlinge aus und verstörten
ganze Eisenbahnlilnen. Auch spielt die Demobilisation der Arme
bei der Ausbreitung der Cholera eine grosse Rolle.
Es sind allerlei Massnahmen ergriffen worden, um eine
Verbreitung der Cholera zu verhindern. Die Demobilisation der
Roten Armee gibt die Möglichkeit in grosszügiger Weise die mili-
tärischen sanitären Einrichtungen des Kampfe gegen die Cholera
zur Verfugung zu stellen. Ferner sind überall Kurse eingeführt
worden, in welchen auf die Mittel aufmerksam gemacht wird, wel-
che gegen die Cholera anzuwenden sind.
Moskau. Inwest. vom 30. Juni 1921.
Politisches.
Das Zentralkomitee der russischen kommunistischen
Partei hat folgende Verordnung über die Säuberung der Partei von
missliebigen Elementen erlassen:
1) Um die russische kommunistische Partei wieder zu gesunden
und zu reinigen (laut Anordnung des 10. Parteikongresses) ist
der Personalbestand nach dem allrussischen Massstab zu prüfen.
2) Die Prüfung des Personalbestandes beginnt am 1.August d.J.
und muss bis zum 1. Oktober beendet sein. Mit dem 1.Juni wird die
Aufnahme neuer Mitglieder in die Partei mit folgenden Ausnahmen
eingestellt. Während der Prüfung werden nur Arbeiter und ar-
beitende Bauern, welche keinen fremden Arbeitskräfte ausnutzen,
in Beschichtung spezieller Bedingungen aufgenommen werden, über
welche noch Anordnungen und Instruktionen erlassen werden.
3) Der Prüfung unterliegen alle Mitglieder der Partei. Einer
besonderen Prüfung unterliegen folgende Kategorien: a) frühere
Mitglieder anderer Parteien, welche nach dem Oktober 1917 in die
kommunistische Partei eingetreten sind; b) alle Besatzen, wel-
che im Dienste der alten Regierung gestanden haben; c) Beamte der
Sowjetmacht, welche irgendwelche Privilegien haben; d) Sowjetbe-
amte.
4) Die Prüfung hat durch ein obligatorisches Gekäk Verfugr der
Arbeiter, sowohl der Parteiarbeiter, als auch der Parteiwesen
Arbeiter zu erfolgen und zwar derjenigen Arbeiter, welche das
betreffende Mitglied der russischen kommunistischen Partei in
seiner Arbeit kennen. Empfehlungen sind gleichfalls vorzulegen.
5) Ist besondere Aufmerksamkeit auf die Art der Empfehlung zu
richten. Vor den Empfehlungsausstellern ( über deren Zahl noch
in der Instruktion mitgeteilt wird) ist eine schriftliche Aeus-
serung über die zu empfehlende Person zu fordern (Attest),
wobei in der Zahl der Empfehlungssteller Arbeiter sein müssen.
5) In Bezug auf Arbeiter, welche in irgend welchen Unternehmens
arbeiten, und auf Bauern, (Rote gesonderten) welche ihr eigenes
Land bearbeiten und keine fremden Arbeitskräfte ausnutzen, eine
die Formalitäten der Prüfung auf ein Minimum einzuschränken.
6) Der Parteibestand der Roten Armee wird nach einer besonderer
Instruktion geprüft werden.
7) Aus der Partei müssen folgende Personen entfernt werden:
a) alle Verdächtigen, unzuverlässigen und nicht widerstandsfähi-
gen Mitglieder der russischen kommunistischen Partei. b) Alle
Personen, welche die Parteidisziplin verletzt haben, und durch
ihre Handlungsweise die Autorität der Partei untergraben (Mise-
brauch der Gewalt u.s.w.)
8) Bei dem Zentralkomitee der russischen kommunistischen Partei
wird eine Zentralkommission zur Prüfung des Personalbestandes
der Partei reanisiert, zu welcher 5 Personen hinzutreten,
welche vom Zentralkomitee bestätigt werden. Alle Mitglieder der
örtlichen Prüfungskommissionen werden von der Zentralkommission
bestimmt, mit Ausnahme der Bezirkskommissionen, welche von den
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Gouvernementskommissionen bestimmt und von der Zentralprüfungs-
kommission bestätigt werden. Nicht nur die örtlichen Organisati-
onen und die "örtlichen Kontrollkommissionen", sondern auch die
Mitglieder der Partei mit einem 5 jährigen Parteibestand können
Kandidaten aufstellen.
9) Die Entscheidungen der Kommission zur Prüfung des Per-
sonalbestandes in Bezug auf Konkretes eines Mitgliedes der Par-
tei können von keinerlei anderen Parteiorganisation strittig
gemacht werden, es nur von übergeordneten Prüfungskommissionen
wahin auch/nur Klagen gerichtet werden können.
10) Diejenigen Genossen, welche zu den Zentral- und Gebiets-
kommissionen gehören, müssen nicht weniger als 8x7 Jahre der
Partei angehört haben. Für die Gouvernementskommissionen und die
Vorsitzenden der Bezirks- und Rayonskommissionen genügt eine Par-
teiangehörigkeit von 5 Jahren. Die übrigen zwei Mitglieder der
Bezirks- und Rayonskommissionen müssen nicht später als seit der
Oktoberrevolution zu der kommunistischen Partei gehören. Ausnah-
men für einzelne Genossen werden nur bei einstimmiger Entschei-
dung der Gouvernements "Troika" und mit Bestätigung der Zen-
tralprüfungscommission gemacht. Es wird als wichtig erachtet,
dass die Mehrzahl der Mitglieder dieser Kommissionen zur Prüfung
des Personalbestandes der Partei aus Arbeitern besteht. Genossen,
welche bis zur Oktoberrevolution anderen Parteien angehört haben, können nicht Mitglieder der Prüfungskommission werden.
11) Die frühere Zugehörigkeit zu anderen revolutionären
Parteien wird nicht in Betracht gezogen, mit Ausnahme derjenigen
Personen, welche zur Organisation der russischen sozial-demokra-
tischen revolutionären Partei gehören.
Das Zentralkomitee der russischen kommunistischen Partei.
25. Juni 1921. Der Sekretär des Zentralkomitees der R.K.P
I.W. Molotoff.
Militärisches.
Laut Befehl des Rates der Arbeit und Verteidigung werden
aus allen militärischen Behörden und Unternehmen die Angehörigen
der Roten Armee, welche früher in der russischen Handelsflotte
gedient haben, auf zwei Wochen zur Handelsflotte abkommandiert.
Der Befehl hat auf die Jahrgänge 1898 bis 1901keine Gültigkeit.
Wirtschaftliches.
Auf der Transsakasuseseisenbahn ereigneten sich am 20. Ju-
ni 2 Unglücksfälle. An 2 kleinen Stationen entgleisten 2 Waren-
züge, weil die Spurweite der Strecke sich in 1/2 Zoll verfaultert
schwierig erweitert hatte. Die Strecke von Grosny nach Petrowsk
ist infolgedes sen eingestellt worden.
Moskauer Freunde vom 30. Juni 1921.
Karl Radek wieset in der "Pravda" Max Hölz einen Arti-
kel, In der vorliegenden Nummer liegt nur das Ende des Artikels
v.r. Es wird dort folgender geschrieben:
Die Bourgeoisie unternimmt eine ganz Reihe von Verfol-
gungen und Rechenschaft gegen jeden Vertreter der aufständischen
Masse, vor welcher sie erst kurz vorher gezittert hat. Max Hölz
unternimmt illegale Massnahmen. Er ist zu sehr Soldat, um in
seiner illegalen Lage en revolutionärer Agitation, propagande
und Organisation Genüge zu haben. Er ist in s iches Umfange Sol-
iat, dass er, wenn die Armee nicht mehr kämpfen kann, auf seine
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Kosten einen Partisanenkrieg entfesselt. Nach Meinung von Max Hölz kann die Armee nicht mehr kämpfen.
Um ihn herum sind Proletarier, deren Ahnen bereits bis zur letzten Stufe der Armut gebracht worden sind und die vom Kapital bis auf die Knoche ausgebeutet wurden. Jahrhundertelang nährten sie sich nur von Kartoffeln und suchten nur in religiösen Phantasien Beruhigung. Sie hofften auf die Revolution, wie auf den Retter; sie sind jedoch zu schwach, zu entkräftet, um von einem Tag auf den anderen die Organisation der revolutionären Armee durchzuführen und sie zur Reste vorzubereiten. Daher nehmen Max Hölz und eine kleine Gruppe seiner Anhänger den Kampf auf sich und führen mit Unterstützung der Sympathie der Massen, wo sie Zuflucht finden, den Partisanenkrieg gegen das kapitalistische System. Er bestrebt mit dem Tode die schärfsten Feinde des Proletariats. In den Augen der verarmten Masse ist er ein Held. Diegen unterwirft einen mutigen Überfall nach dem anderen. Wo Max Hölz mit seiner ruhreichen Kaserdrusche mit den Grenaten in der Hand und den Karabinern auf dem Rücken erscheint, flieht die Polizei und Max Hölz ruft überall auf seinen Zuge die Sowjetrepublik aus. Die deutsche Bourgeoisie setzt Prämien auf sein Kopf aus und bemüht sich ihn zu fangen, aber er erscheint selbst in Chemnitz. Hier wird der von einer bedeutenden Polizeiabteilung umstellt, doch verjagt er den Kommandeur dieser Abteilung mit Chrfegen und Fausttritten und befiehlt ruhig: "Gebt Handgrenaten". Und die Polizei flieht, ohne die Prämie von 50 000 Mark zu erhalten.
Nachdem die Sozialdemokraten die riesige Revolution bewegung der Kapp-Tage verraten hatten, flieht Hölz nach Böhmen. Hier wurde er arrestiert, doch später wieder auf freien Fuss gesetzt. Von neuen kehrt er nach Deutschland zurück und arbeitet illegal weiter.
Nach den Kapp-Tagen wurde er aus der kommunistischen Partei ausgeschlossen. Die kommunistische Partei verlangte, dass er ohne ihre Direktiven nichts unternahm. Die Partei wollte ihn der Parteipolitik unterstellen. Hölz sah aber in dieser Politik einen Verrat der Revolution, da für ihn nur die einzige Politik existierte, nämlich der Kampf mit der Waffe in der Hand. Er schloss sich der kommunistischen Arbeiterpartei an, welche nach der terroristischen Politik strebt. Max Hölz organisiert Vergeltungsakte und Sabotageakte gegen die Bourgeoisie, die in der Tat das Verbandsein der Revolution beweisen.
Die mitteldeutsche Bewegung bricht nun aus und Hölz begibt sich nach Mitteldeutschland, wo er den Partisanenkrieg organisiert. Nach den Märztagen gelingt es den Regierungsspitzen ihn gefangen zu nehmen. Vor dem Gericht beweist Hölz, dass er nicht nur an der Spitze bewaffneter Leute bei der Ausübung des Terrors gegenüber der Bourgeoisie in kleinen Städten mitwirkt ist, sondern auch dann, wenn er gekettet als Arrestant und einsam vor dem Angesicht der gesamten bourgeoisen Welt von den Schergen bewaffneter Kräfte steht. Aehnlich wie Max Hölz trat nur Karl Liebknecht in dieser Weise der Bourgeoisie gegenüber. Hölz spuckt dieser Gesellschaft mit der Verachtung eines Revolutionärs in die Augen, obwohl er weiss, dass der Gegner das Beil zur Verfügung hat, welches ihn seines Kopfes berauben kann.
Max Hölz verstand es nicht, in die Reihe der grossen Armeeführer einzutreten; er verstand es nicht, sein ungeduldiges heisses Herz denjenigen Gewalten zur Verfügung zu stellen, welche die Partei und die Masse vorwärts bewegen. Er verstand es nicht, ein Führer der kämpfenden Massen zu werden, wie Liebknecht, er war Partisan. Er verstand aber das, was andere Führer nicht verstanden und zwar, dass man noch der Niederlage den Gerichtssaal zum gerichtsort über die Bourgeoisie machen muss. Es ist die Pflicht eines Revolutionärs nach der Niederlage so aufzutreten, dass aus dem Gerichtssaal Siegeszuversicht, Glauben an die Revolution, Verachtung der Bourgeoisie und Liebe zum Proletariat hinausklingt daher fühlte auch der Kongress der kommunistischen Internationale, dass in Gerichtssaal in Berlin ein wahrer Revolutionssoldat
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steht und kämpft. Daher fühlten auch Hunderttausende von Arbeitern in ganz Deutschland mit ihm. Sie urteilten über ihn nicht nach seinen schlechten Lehren, sondern darüber, dass er keinen Schritt vor der siegreichen Bourgeoisie zurückging, sondern ihr den Fehdehandschuh hinzwarf.
Die Kommunistische Internationale lehrt die Arbeiter als organisierte Masse zu kämpfen, welche ihre eigene Strategie der Bourgeoisie gegenüber stellt. Die Internationale warnt sie vor dem Auseinandergehen, um nicht unnütze Kräfte zu verlieren. Die Internationale lehrt, wie der organisierte Kampf gegen die Bourgeoisie geführt werden muss. Die Internationale kann den Arbeitern alles allein nur dann lehren, wenn ihre Politik in der Weise durchgeführt wird, dass die Arbeitermassen fühlen, dass die kommunistische Internationale nicht nur eine Verbreitung von Lehren ist, sondern auch ein Herz der Revolution. Möge die kommunistische Partei eine solche Politik führen, wie es die kommunistische Internationale führt, damit die Masse in jeder Situation an die Internationale glauben kann. Dann werden solche Anstänzliche wie Max Hölz nicht als Fälschern der Revolution kämpfen, sondern als ihre Soldaten.
Max Hölz und seine Tätigkeit sind ein Symbol der Zersetzung des bürgerlichen Deutschlands, zu gleicher Zeit auch ein Beweis dafür, dass die Politik des Kommunismus in Deutschland noch nicht eine solche ist, um die Möglichkeit zu haben die revolutionären Kräfte des deutschen Volkes zu sammeln und zu vereinigen. Daher muss der Prozess von Hölz den deutschen Kommunisten nicht nur ein Anstoss zur moralischen Solidarität mit Max Hölz geben, sondern auch zur Einsicht dessen wie es möglich war, dass Max Hölz ausserhalb der Reihen der Partei kämpfen musste und dass die Arbeiter für ihn und für keinen anderen demonstrierten.
Wirtschaftliches.
Vorläufige Angaben der Kohlenrayons über die Kohlegewinnung im Mai 1921 (in Tausenden Pud):
Ural. Gewinnung. Verbrauch Abtrans- Rest. Zahl der Arbeiter.
Kreis Kemerowo.. 150... 185....184.....1 075....327....4 384....1 203..
" Tscheljabinsk..2 000...2 440....347.....2 084....154....4 041....528..
" Jekaterinburg..225...200.....87......141.....227....1 085....255
" Bogoslawsk..800...915.....54......816......0.....1 581....221..
" Poltawak.. 15...20.....13......50......806....342.....18...
Zusammen: 4 100...4.787...699.....4 141...1.520...13.233...2.225..
Sibirien.
Ansherka......1 800....1.065..205.......901......0....3.085....557...
Sudshenka.....1 600....1.028..222.......814.....10...2.067....808..
Kemerowo......300.....277...41........201......30...1 496....150...
Koltschugino..1 300.....685..149.......558......24...2 600....889..
Tscheremschoe.3 300....1 788..480.......2 448....115...3 952....1497...
Moskaubasin..3 200.....764..783.......1 915....354...2.264....3504..
Borowitschi..133......68...20........35......43...755.....142...
Donezbasin..32.000...19 437..7.387.......7 785....15.138...18 026...15 080..
Zusammen: 43 633 24 106 9 787 14 687 16 282 32 153 22.414..
- 9 -
"Petrowg. Prawda" vom 30. Juni 1921.
Am 23. Juni lief der deutsche Dampfer "Kien" mit 574 deut-
schen Kriegsgefangenen aus Petersburg aus. Am gleichen Tage traf
der deutsche Dampfer "Herbert Horn" mit 800 russischen Kriegsge-
fangenen ein.
"Woschowiz" vom 30. Juni 1921.
Wirtschaftliches.
Das neue Präsidium des Rats für Volkswirtschaft hat folgen-
durchzusetzen seine Aufgaben formuliert: 1) Ausarbeitung eines allgemei-
nenstaatlichen Planes für die Industrie, 2) Verwaltung der Schwer-
rin-industrie, 3) Leitung der Gebiets- und Gouvernements-Volkswirt-
schaftsräte, 4) Regulierung der Klein-und Hausindustrie, 5) Konzen-
trierung der Rohstoffe, 6) Registrierung aller industriellen Resul-
tate, 7) Verteilung aller industriellen Produkte laut bestätigter
Pläne, 8) Ausarbeitung von technischen Lehrfragen und Organisation
der Produktion, 9) Ausarbeitung eines Projekts über Handels- und
Waldkonzessionen und Klärung der Rechtsfragen. Hierbei will sich der
Rat der Volkswirtschaft mit den professionellen Verbänden und örtli-
chen Volkswirtschaftsräten in Verbindung setzen, denen eine größe-
re Initiative bei dem Wiederaufbau der Industrie zugesprochen wer-
den wird.
"Woskowzk. Prawda" vom 1. Juli 1921.
Wirtschaftliches.
Auf der Sitzung von 13. bis zum 27. Juni 1921, welche die
Kommission unter dem Vorsitz des Genossen Larin abhielt, wurden die
Produktions- und Heizmaterialprogramme der Metallindustrie, der Le-
derindustrie, der Textilindustrie und einiger anderer Industrien
durchgesehen. Als Resultat dieser Sitzung wird Folgendes veröffent-
licht:
Metallindustrie.
1) Die durch die Kommission vorgenommene Umgruppierung der
Brennstoffe ist in erster Linie zur Wiederbelebung der Metall- und
Textilindustrie zu benutzen. Angesichts dessen, dass die Bauwirt-
schaft nicht imstande ist im zweiten Halbjahr von 1921 mehr als
170 Millionen Arachin Stoff mit der Hoffnung herzustellen, dass in
ersten Halbjahr von 1921 die Produktion bis auf über 200 Millio-
nen Arachin Stoff gesteigert wird; angesichts dessen, das eine
weitere Förderung der Rollindustrie im bevorstehenden 2.Halbjahr
von 1921 und besonders im ersten Halbjahr von 1922 wegen Mangels
an Rohstoffen unmöglich ist und schließlich angesichts dessen, das
die Leinindustrie für das augenblicklich in Arbeit befindliche Pr-
gramm mit genügend viel Heizmaterial versorgt ist, ist die Metallin-
dustrie jetzt in erster Linie mit Heizmaterialien zu versorgen.
2) Während des für die gesamte Metallindustrie bestimmte
Heizmaterial im ersten Halbjahr von 1921 nicht 70 Millionen erreicht
te, tatsächlich jedoch nur 30 Millionen betrug, ist es der Kommissi-
on durch Umgruppierung und Bepreisung gelungen, bei einer geringen Ver-
änderung der Brennstoffquellen der Metallindustrie des jetzt
31 Millionen Pud Holz auszustellen, der Urine und den Südosten 32-
Millionen Pud, dem Zentrum 37 Millionen Pud, in genannten 100 Millio-
nen Pud. Hierbei ist nur bemerkt, dass mindestens 85 Millionen Pud ge
liefert werden können, wenn Nicht mehr.
3) Die militärische Metallindustrie (F.A.S.) ist nicht eini
schränken, wie es aber auch im Verhältnis zur ersten Hälfte des
Jahres 1921 nicht zu erweitern, in welcher sie nicht mehr, als 3 Mi-
llionen Pud Brennstoffe verbrauchte und genügend befriedigende Resul
- 7 -
Resultate zur Aufrechterhaltung der Verteidigung des Landes usw.
4). Die Metallindustrie Petersburgs ist in demselben Zustande zu beinassen, in welchem sie 4,3 Millionen Pud Brennstoffe verbrauchte, d.h. welche sie erhalten sollte, die sie aber im ersten Halbjahr von 1922 nicht erhielten. Hierbei wird erwähnt, dass die Hälfte dieser benötigten Brennstoffe aus dem Auslande geliefert werden muss und zur Zustellung der anderen Hälfte aus der Zahl der arbeitenden Fabriken die Waggonbaufabrik in Tser zu streichen ist; ausserdem ist das Programm der Bfjansker Funiik in Besthatak zu reduzieren. Bis für die Industrie notwendige Kohle in genügender Menge eintrifft, hat die Petersburger Metallindustrie nur mit halber Kraft zu arbeiten. Ohne ausländische Kohlen kann die Petersburger Metallindustrie nur dann in vollem Umfange arbeiten, wenn solche Fabriken, wie die Sarnow-Fabrik und andere ihre Arbeit vollkommen einstellen. Dann würde die Arbeit der gesamten Petersburger metallbearbeitenden Fabriken jedoch zwecklos sein.
Es ist weiterhin unmöglich den Eisenbahnverkehr noch mehr einzuschränken, da das Programm der zu durchlaufenden Strecke der Eisenbahnen bereits um 1/8 im Vergleich zu der tatsächlich 1920 durchlaufenen Strecke herabgesetzt ist (von 56 auf 40 Millionen Lokomotivwerst), ausserdem könnte bei einer weiteren Einschränkung des Eisenbahnbetriebes kein Heizmaterial für andere Zwecke nach Petersburg gebracht werden. Nur deswegen, weil kein Krieg stattfindet und deshalb keine grossen Truppenverteilungen notwendig sind, ist es möglich, ohne etwas zu riskieren, den Eisenbahnbetrieb in solchem Masse einzuschränken, wie es bereits der Fall ist.
5) Im Ural ist die Produktion von Gusseisen im zweiten Halbjahr von 1921 von 3 auf 2½ Millionen Pud herabzusetzen (ebenso wie im ersten Halbjahr), die Produktion der "Martenowskije Slikki" ist ebenfalls von 3¼ Millionen Pud herabgesetzt auf 3 Millionen Pud. Dagegen ist aber die Produktion von Eisenbahnschienen von 2½ auf 3,2 Millionen Pud zu erhöhen.
Bei einem solchen Programm bleiben 800.000 Pud Gusseisen übrig, welche in das Zentrum übergeführt werden können. Von gewaltigen Materialien (Eisenbahnschienen) können 90% in das Zentrum übergeführt werden, wobei der Ural und die Hauptmetallabteilung 710.000 Pud breitspurige Eisenbahnschienen zu geben versprechen. Infolge davon, dass das vom Rat der Volkskommissare bestätigte Eisenbahnbauprogramm ohne Anfertigung von neuen Schienen ausgeführt werden kann und dass für Remontearbeiten notwendige Material bereits für 1 Jahr vorraus aus dem Auslande bestellt worden ist (auch Schienen) ist das Walzen von breitspurigen Eisenbahnschienen im zweiten Halbjahr 1921 in allen Sowjetrepubliken unwiderruflich verboten. Der Ural soll stattdessen die Weizen von Sorteneisen und Eisenblech, besondere Dacheisen, sowie von Draht, zur Herstellung von Nägeln im demselben Umfange verstärken. (Es sollen zur Ergänzung nicht weniger als 100.000 Pud Draht für Nägel gewalzt werden, 100.000 Pud Dacheisen, 50.000 Pud Blech und 710.000 Pud Sorteneisen). Die Metallabteilung hat einen Vertreter in den Ural zu senden, um die Möglichkeit dieser Veränderungen dort zu erklären.
3) Die Produktion von Gusseisen in der Ukraine ist im 2. Halbjahr 1921 auf 3 Millionen Pud gesteigert (gegen 400.000 Pud im 1.Halbjahr und 800.000 Pud im zweiten Halbjahr). Konzentrierung der gesamten Gusseisenproduktion auf 2 Eisenhochöfen einer Fabrik (die Fabrik muss von den Ukrainern selbst bezahlt werden). Diese beiden Hochöfen sollen erst im August in Funktion treten, damit Unterbrechungen in der Arbeit infolge Kohlenmangels und unnützer Verbrauch von Heizmaterial vermieden werden. Es ist nur dann mehr Heizmaterial zu liefern, wenn die Metallabteilung dieses besonders anweist.
Bei einem derartigen Programm muss die Ukraine 5½ Millionen Pud "Martenowskije Slikki" herstellen (gegen 2 Millionen Pud im 2.Halbjahr von 1920) und 4 Millionen Pud gewalttes Material (gegen 1.820.000 Pud im zweiten Halbjahr 1920). Davon müssen mindestens 500.000 Pud Röhren sein (davon 150.000 Pud für die Hauptnachthaverwaltung, 5.000 Pud rauchverzehrende Rohre für die Hauptherverwaltung u.s.w.) laut einer besonderen Liste und Loko-
- 8 -
Lokomotivennröhren nur 30 000 Pud) gewalztes Draht nicht weniger als
750 000 Pud, Sortenelisen nicht weniger als 1 075 000 Pud, Eisen-
blech nicht weniger als 750 000 Pud (hauptsächlich dünnes Blech und
Kesselblech). Dagegen nicht weniger als 250 000 Pud und Redreifen
für Eisenbahnen 80 000 Pud.
7) Da es in Laufe der nächsten Jahre absolut unmöglich ist,
mehr als 14 der wichtigsten Fabriken mit vollem Betriebe arbeiten
zu lassen (und zwar die Fabrik in Meriupol, Fabrik Schoduar, Bulin-
skij, in Taganrog, Dūmo, in Lugansk, in Jusowka, in Petrowsk, in
Maksjewkn, Debelszwo, Krumatorsk, Charkov, Nawlij und die Süddnjepr-
fabrik) und es zwecklos ist, andere Fabriken in Gang zu setzen , so-
lange diese 14 Fabriken nicht in vollem Betriebe stehen und auch
deswegen, dass fürs erste nur 2 Hochöfen, d.h. ein Teil dieser 14
Fabriken, in Funktion treten werden,-mx ist für das Jahr 1928 eine
Erhöhung der im Programm vorgesehenen Produktion um nur 50% zu er-
warten. Infolgedessen soll der Metallabteilung vorgeschlagen werden
alle Massnahmen zu einer vollständigen Liquidierung der übrigen in
der angeführten Liste nicht erwähnten ukrainischen Fabriken zu er-
greifen und die unnutzen, jahrelang von den Fabriken versorgten
Arbeiter und Angestellten entlassen mit Ausnahme der erforderlichen
Minimun einer bewaffneten Wache. Andererseits sollen die qualifi-
zierten Arbeiter dieser Fabriken auf andere Fabriken übergeführt
werden, welche ihrer bedürfen. Diese Liquidierung muss im zweiten
Halbjahr 1921 besdigt werden.
8) Aus Heizmaterialrückichten hat die Fabrik in Tser ihren
Betrieb einzustellen, das militärische Programm der Erjener Fabrik
ist nicht auszuführen, gleichfalls auc nicht die Rädereifen in
Sermewo. Die Produktion von Gusseisen wird im Zusammenhang mit der
vorgesehenen Heizmaterialmenge auf 837 000 Pud festgesetzt (gegen
50 000 Pud im 2.Halbjahr 1920,)von gewalztem Material in Sermewo
auf 1,25 Millionen Pud, in Kulabaki auf 1 Million Pud und in Wyksa
auf 350 000 Pud, in ganzen also auf 2 600 000 Pud (gegen 800 000
Pud gewalzten Materials im 2.Halbjahre 1920).
9) Die ausserordentlich schlechte Versorgung der Textil-
industrie, der Getreidensahlindustrie und anderer Industrien für
unmänglich erforderliche Ausrüstungsgegenstände, welche immer in
Russland hergestellt wurden, wird vor allen Dingen dadurch hervor-
gerufen, dass die speziell hierfür arbeitenden Fabriken während der
Kriegszeit für andere Zwecke verwandt wurden und zwar zuerst für
militärische Zwecke, dann für Transportzwecke und schliesslich zur
Ausrüstung von landwirtschaftlichen Aufträgen. Um diesen Uebelstan-
de abzuheilen, hat die Metallabteilung den Auftrag erhalten solche
Fabriken ausfindig zu machen, ihnen die alten Aufträge abzunehmen
und sie in ihrer Spezialität zu beschäftigen.
Die Fabrik früher Dobrow und Nageloz muss speziell die
Getreidensahlindustrie und zum Teil die Textilindustrie bedienen.
Die Fabriken Klimowskij, Kendratowski (Dorf Wätsche), Kaluginski,
und Prjanischnikowski (Kostroma) sind speziell und ausschliesslich
zur Bedienung der Textilindustrie heranzuziehen. Die Metallabtei-
lung soll ausserdem im Verein mit der Hauttextilverwaltung fest-
stellen, ob eine Antrretung dieser 4 Fabriken an die Haupttextil-
verwaltung in Form von Hilfsunternehmen zweckmässig wäre und dem
Präsidium des Allrussischen Rats der Volkswirtschaft hierauf im
Laufe eines Monats ihren Beschluss in Form von 2 Varianten vorlegen.
Die Hauttextilverwaltung hat sich über die spezielle Be-
dienung der Textilindustrie mit Ausrüstungsgegenständen seitens
der Tuleer Gewebrfabrik umzusehen und im Laufe eines Monats des
Präsidium des Rats für Volkswirtschaft einen Beschluss oder 2 Vor-
schläge vorzulegen.
Die Fabrik Boralei muss eine umfangreiche Produktion von
Gewustrockenvorrichtungen organisieren.
10.) Die Verteilung von Heizmaterial in unbedeutenden Men-
gen auf zahlreiche Gouvernementsmetallabteilungen aus eingestellt
werden und stattdessen etwa die Hälfte der für die Gouvernements-
metallabteilungen vorgesehenen 2 Millionen Pud Heizmaterial in den
wichtigsten Zentren der metallischen Kleinindustrie konzentriert
werden (Pawlowo, Murōn, Tula, Nishnij Nowgorod, Iwanowo und Tsche-
- 9 -
Tscherepowetz).
11) Die Flugzeugindustrie wird auf die Moskauer und Tegan-
roger Fabriken der Hauptflugzeugverwaltung konzentriert werden,
sowie teilweise auf den Fabriken Anitre in Odessa und Simfiroi,
deren Produktionsmöglichkeiten die augenblickliche gesamte Flug-
zeugproduktion bei weitem übertreffen und imstande sind, den Bedarf
des kommenden Jahres vollkommen zu decken; in Laufe des zweiten
Halbjahres 1921 sollen alle übrigen Fabriken der Hauptflugzeugver-
waltung liquidiert werden (besonders die Petersburger Fabriken
Lebedj, Russbalt, Sehtschetinin und die Pensaer Fabrik Lebedj). Jeg-
liche Versuche und vorbereitenden Arbeiten zur Gründung neuer Flug-
zeugfabriken sind zu unterlassen.
12) Die Automobil-fabrik in Pill(?) führt weniger als 2%
der gesamten Automobillreparaturen aller Automobile aus, die Fabrik
Amo (?) nicht einmal 3% der Reparaturen. Beide Fabriken verbrauchen
dabei etwa 4% des gesamten Heizmaterials der 20 Fabriken der Automo-
bilindustrie. Zur Hebung der Automobilindustrie ist daher der Metall-
abteilung vorgeschlagen worden, eins der beiden Fabriken vollständig
zu schliessen, und diesen kein Heizmaterial zur Verfügung zu stellen.
11. Bericht Lenins auf dem III. Kongress.
von Moskau 1. an alle - 8.7.- 7 15 nachm. (russ. Klartext)
(213)
Bericht Lenins auf dem dritten Kongress
Über die innere und äußere Lage Male -
Russlands und die Taktik der K.P.R.
Seinen Bericht beginnt Genosse Lenin mit einer
Charakteristik des Gleichgewichtszustandes, der in-
folge einer ganzen Reihe Bedingungen politischer und
wirtschaftlicher Natur entstand, und dank dem die
internationale Bourgeoisie trotz ihrer Kraft gen-
wärtig nicht die Möglichkeit hat, einen offenen An-
griff gegen Sowjetrussland zu unternehmen. Diese
Atempause beutzen die russischen Kommunisten für
ihren inneren Aufbau, sie lassen aber gleichzeitig
die Notwendigkeit, jeden Augenblick zu offenem Kampf
bereit zu sein, nicht aus den Auge.
Die Weltrevolution und Sowjetrussland.
Als wir unsere Revolution machten, führt Genosse
Lenin aus, rechneten wir damit, dass uns entweder
die Weltrevolution zur Hilfe kommen würde, oder
dass wir im Bewusstsein dessen untergehen würden,
dass wir den folgenden Revolutionen den Weg bereit-
tet haben. Gegenwärtig verhält es sich jedoch so,
dass Sowjetrussland noch existiert und von allen
Seiten von kapitalistischen Staaten umgeben ist.
Das kommt aber daher, dass die Entwicklung des re-
volutionären Bewusstseins der Arbeitermassen der
ganzen Welt, wenn sie auch noch nicht den von uns
erwarteten Umfang angenommen hat, doch der Bour-
geoisie nicht erlaubt, den einzigen Herd der Sowjet-
macht zu überfallen.
Unsere Aufgaben:
Wir alle müssen die Atempause zu einer sorgfälti-
gen Vorbereitung der Revolution in den kapita-
- 10 -
listischen Staaten benutzen. Wir müssen alle konkreten Bedingungen kennen lernen, und je geringer die Entwicklung und Organisation des Proletariats der ersten kapitalistischen Staaten ist, desto sorgfältiger muss die Revolution vorbereitet werden. Wir müssen in Auge behalten, dass die einzige Stütze der Weltbourgeoisie, dank der sie sich bis jetzt noch hält, die Schichten des Proletariats sind, die sich unter dem Namen der 2. und 3. Internationales zusammengeschlossen haben. Auch muss man dies als einen für die Weltr evolution günstigen Faktor betrachten, dass hunderte Millionen Kolonialvölker und Halbkolonien Länder erschöpft sind. Dieser neue Faktor stellt uns neue Aufgaben, um alle auf den Weg der internationalen Revolution zu leiten und diese ungeheuren Massen ungeschützt ihrer kulturellen Rückständigkeit zu erwecken.
Der Klassenkampf in der Sowjetrepublik.
Die Kapitalisten und die Grundbesitzer werden von der russischen sozialen Revolution leicht beseitigt. Die Reste sammeln sich jetzt im Auslande, wo sie mit Unterstützung der internationalen Bourgeoisie, auf Rechnung letzterer sich in den verschiedenen Bänken gegen Sowjetrussland versuchen, aktiv unterstützt durch die Herren Menschewisten und Sozialrevolutionäre. Alle ihre strategischen und taktischen Kombinationen haben zwei- felslos Interessen, nicht nur für die russischen Kommunisten. Genosse Lenin empfiehlt den ausländischen Genossen, die Aufmerksamkeit auf die Koordination dieser guten Gesellschaft zu richten.
Weiter wurde das russische Proletariat vor die Aufgabe gestellt, zu der Bauernschaft Ste lung zu nehmen. Hier konnte die Vertreibung und Enteignung natürlich nicht stattfinden. Ihrem Wesen nach kann die Bauernschaft auf Grund unserer Analyse und vieljährigen Erfahrung entweder unter der Leitung der Bourgeoisie oder unter der Leitung des Proletariats stehen. Anfänglich hatte das Bündnis des Proletariats mit der Bauernschaft einen rein kriegerischen Charakter und in dieser Hinsicht kam die Bauernschaft dem russischen Proletariat gern entgegen, da sie an eigener Leibe die Erfahrung machte, dass hinter den Weißgardisten die Grossgrundbesitzer kämen. Diese einseitige Bündnis hatte eine einigermaßen primitive Grundlage, indem das Proletariat nämlich der Bauernschaft das ganze Land gab und ihr gegen die Grossgrundbesitzer half. Dagegen war der Bauer verpflichtet, Nahrungsmittel zu liefern.
In dieser Beziehung sagten Lenin, machte unsere Politik viele Fehler, denn die Rätemacht war gezwungen, um jeden Preis, einerlei mit welchen Mitteln die Ernährungsfrage zu lösen. Jetzt ist der Bürgerkrieg zu Ende. Die Bauernschaft, durch den siebenjährigen Krieg heruntergekommen, ist unter dem Eindruck der Dürre und Missernte zusammengebrochen, wobei Proletariat eine neue Aufgabe ergeben kann, die Bauernschaft um jeden Preis in der schwierigen Lage zu helfen. Auf diesem Wege fand ein Durchbruch in unserer Wirtschaftspolitik statt, der sich hauptsächlich in der Aufhebung der Nahrungsmittelbelieferung und Einführung der Naturalien-Subsiste.
... durch die proletarische Revolution gewann am wenigsten das Proletariat selbst, denn das Wesen der Revolution erklärt dafür, dass die größten Leiden und Entbehrungen die Klasse durchzumachen hat, die die Revolution macht. Jetzt sehen wir, dass die obersten Schichten des russischen Proletariats, welche 3½ Jahre lang unerhört, noch nie dagewesene Leiden erduldet hat ganz klar erkennen, dass die Sowjetmacht ohne ein Bündnis mit der Bauernschaft nicht existieren kann und deshalb muss das Proletariat Konzessionen machen; dafür wird dieses Bündnis die Diktatur des Proletariats stärken und uns erlauben, das Rätesystem zu erhalten, diesen sicheren Kernzeichen eines sozialistischen Staates. Mit unserer Wirtschaftspolitik hängt auch die Frage der Konzessionen zusammen. Eine objektive Beurteilung zwingt uns, unserer Rückständigkeit Opfer zu bringen. Wir müssen um jeden Preis die Grossindustrie wieder aufbauen, d.h., das Land elektrisieren,
- 11 -
denn ohne das ist an einen Wiederaufbau der Industrie nicht zu
denken und in dieser Hinsicht müssen wir alle Opfer bringen, nur um
den Plan der Elektrifizierung des Landes durchzuführen, der von 200
Spezialisten ausgearbeitet wurde. Dies ist die einzige Möglichkeit,
das Land aus der wirtschaftlichen Krise zu retten, der einige Weg,
die Bauernschaft vor Hunger und Not zu retten. Schon das wenige,
sagt Lenin, das wir in dieser Beziehung tun konnten, zeigte der Bauer
schaft die für sie ganz neue Arbeitswelt - nicht für sich selbst,
sondern für das allgemeine Wohl des Staates zu schaffen.
Schonungsloser Kampf gegen die Menschewisten und Sozialrevolutionäre
Trotz des scheinbaren Fehlens der Kampfhandlungen betrachten
wir uns als noch im Kriegszustand befindlich und handeln daher wie in
Kriege. Die Diktatur des Proletariats ist im Zustande eines ver-
schärften Kampfes, und deshalb können wir keinen Menschen irgendwel-
che Freiheit und Demokratie versprechen, denn unter dem Banner der
reinen Demokratie sammelt sich jetzt alle gegenrevolutionären Elemen-
te, und die ganze Welt steht jetzt vor dem eindeutigen Bilde, dass,
die konstitutionellen Demokraten die Sozialrevolutionäre und Mensche-
wisten bereden, die Lösung aufzustellen: "Rätselacht, aber ohne die
Bolschewisten!" denn die schlaue Bourgeoisie begreift gut, dass die
Mütte mit Sozialrevolutionären und Menschewisten nur ein zeitweiliges
Aushängeschild für die Rückkehr der Herrschaft der Kapitalisten und
Grossgrundbesitzer sein werden. Daher der schonungslose Kampf gegen
Menschewisten und Sozialrevolutionäre.
Der Bauernschaft aber sagen wir, schliesst Lenin unter stürmi-
schem Beifall des ganzen Kongresses, entweder sie geht mit dem Prole-
tariat, welches bereit ist, ihr die grössten Konzessionen zu machen,
um sie nachher auf den Weg des Sozialismus zu führen, oder die
Bauernschaft muss den Weg des offenen Bürgerkrieges wählen.
Nach dem Bericht Lenins fanden lebhafte Debatten statt, an
denen sich eine Reihe russischer und ausländischer Delegierter betei-
ligte. Zum Schluss nahm der Kongress einstimmig folgende Resolution
an:
Der 3. Weltkongress der kommunistischen Internationale sieht
mit Begeisterung auf den fast vierjährigen Kampf des russischen Pro-
letariats für die Eroberung der politischen Macht zurück. Der Kon-
gress begutachtet einstimmig die Politik R.K.P., die es von Anfang
an und unter allen Umständen verstanden hat, die drohenden Gefahren
zu sehen, und in Übereinstimmung mit den Prinzipien des revolution-
ären Marxismus Mittel und Wege zu ihrer Beseitigung findet. Diese
Partei . in ihrer Politik bezüglich der Bauern-
schaft, in der Frage der Konzessionen, in dem Streben nach Wieder-
herstellung der Industrie , diese Partei konzentrierte
alle Kräfte des russischen Proletariats, um seine Diktatur in Russ-
land zu erhalten, bis das Proletariat von Westeuropa seinen Brüdern
zu Hilfe kommt. Der Weltkongress äussert die Überzeugung, dass die
R.K.P. und Sowjetrussland nur dank dieser konsequenten und zweck-
mässigen Politik als erste und wichtigste Grundlage der Weltrevolu-
tion zu zählen sind. Gleichzeitig verurteilt der Kongress das ver-
rätherische Vorgehen der menschewistischen Parteien, die durch ihren
Feldzug gegen Russland und die R.K.P. die kapitalistische Reaktion
gegen Russland in allen Staaten verstärken und sich beziehen, die
soziale Revolution in der ganzen Welt hinauszuschieben.
Der Weltkongress fordert das Proletariat aller Länder auf,
sich einmütig auf die Seite der russischen Arbeiter und Bauern zu
stellen, und die Oktobertage in der ganzen Welt durchzuführen.
Es lebe der Kampf für die Diktatur des Proletariats!
Es lebe die soziale Weltrevolution!
Unter donnerndem Beifall und dem Gesang der Internationale
wird diese bedeutungsvolle Sitzung, die alle Kongressmitglieder zu
einer Familie zusammengeschweisst hat, geschlossen.
ДИПЛОМАТИЧНИЙ ВІДДІЛ
ПОСОЛЬСТВА УКРАЇНЬКОЇ НАРОДНОЇ
РЕСПУБЛІКИ В НІМЕЧЧИНІ.
№ 188
Голіца
POLEN.
I. OBER SCHLESIEIN.
II. POLEN UND TSCHECHEN.
I. Oberschlesien.
Beurteilung der Lage an der O/S.-Front.
(Abgeschlossen an 9.7. 21.)
I. Kräfteverteilung:
a) Südpolnener Front:
14. Div. ( J.R. 55,56,57,58) hatte ihren Aufenthalt im Warthelager mehrfach verlängert. De jetzt J.R. 55 in Krotoschin, J.R. 70 abgelöst hat, scheint die Division das Lager verlassen zu haben. Wie die übrigen Regimenter augenblicklich verteilt sind, steht noch nicht fest.
15. und 16. Div.: unverändert.
17. Div.: ( J.R. 07,68,69,70) ist, da J.R. 07 noch in Rawitsch be- stimmt ist, anscheinend nicht zur Ablösung der 14.Div., im Warthelager vereinigt. Der Verbleib des J.R.70 (bisher Krotoschin) bleibt zu klären. Das Rgt. dürfte sich in Posen befinden. Im August oder Sept. sollen Manöver der 17. Div. im Raume Rawitsch-Gostyn-Krotoschin-Ostrowo und anschliessend Manöver der 14. und 17. Division im Raume Ostrowo -Schrimm und Gnesen stattfinden.
23. Div.: unverändert.
Zoll-Battl. 14,17,18 unverändert in Front.
b) Oberschlesische Front:
9. Div.: (Stab Krakau)
J.R. 12: Wadowice oder Krakau } Die Rgtr. sind in ihren
" 16: Tarnow } Garnisonen anzusehen.
" 17: Rzeszow } J.R.20 ist in Krakau
" 20: Krakau ( bestätigt worden.
- 2 -
7. Div.: Stab: Czernstechau ) Die Regtr. sind in ihren
J.R.11: Bendzin ( Garnisonen anzunehmen.J.R27,
" 25: Kiechow ( das in O./S.ein gesetzt war,
" 26: Noweradomsk ( befindet sich wahrscheinlich
" 27: Czernstechau ) wieder in Czernstechau.
J.R.28. ist mehrfach auch
in Sosnovice gemeldet. Be-
stätigung aber noch erfor-
derlich.
21.Div: Keine Nachrichten ( Vielleicht afgelöst ? )
Gebirgs- Div.: Stab Bielitz:
Podh. Sch.Rgt. 1: Neu Sandec ) Die Regtr. sind
2: Senok ( in ihren Garni-
3: Saybusch ( sonen anzuneh-
4: Teschen ( men.
Von der angeblich an die O./S.-Front verschobenen 11. Div.
und 3. Kev. Brig. (Ul.Rgt. E,3 und 11) liegen noch keine Nachrichten vor. Unmittelbar längs der Grenze sind von Agenten in allen
kleinen Ortschaften teils reguläre, teils freiwillige Verbände fest-
gestellt worden. Die regulären Truppenteile trugen Nummern der ver-
schiedensten Regtr. Soweit es sich um geschlossene Inf.-Rgtr. und
Batailne handelte, sind die Nachrichten sehr unglaubwürdig. Als be-
stätigt kann nur gelten, dass sich unter den ober schles. Insurgen-
tenformationen Angehörige der verschiedenen Regtr. des polnischen
Heeres befanden, vielleicht auch geschlossene Komp. und Batterien.
Der Verbleib dieser Verbände ist weiter zu klären. Die Posen-
ner Truppen befinden sich auf dem Rücktransport in ihre Heimat. Bei
den kongresspolnischen Verbänden steht dies noch nicht fest. Frei-
willige, die nicht regulären Truppenteilen angehören, werden wahr-
scheinlich im oberschles. Grenzgebiet als Landesräfter beschäftigt
werden.
II. Militärische Lage:
1. Liquidation des Aufstandes:
Das Hauptquartier der Aufständischen ist von Schoppli-
nitz nach Sosnovice verlegt worden. Nach Pressenachricht weigert
sich aber Korfenty Schop. inits zu verlassen, da er seine Armee
nur auf oberschles. Boden auflösen könne. Nach Sosnovice ist auch
lent pein. Geheimbefehl der Kommandeur des Abschnitts Mitte kom-
mandiert. Nach einem anderen Befehl soll die eigentliche Aufstands-
armee am 7./7. O/S. geräumt haben. Von diesem Tage ab dürfen keine
Requisitionen mehr vorgenommen werden. Die letzten Lebensmitteltrans-
porte aus Polen sind am 4./7. im Aufstandesgebiet eingetroffen.
Die Polen ziehen aber augenscheinlich ihr ihre regulä-
ren und kongresspoln. Freiwilligenverbände über die Grenze zurück.
Die oberschles. Insurgenten und die sogen. Helfersoldaten bleiben
im Lande und gehen in den Ortswohnen auf, oder setzen als besaff-
nete Banden ihr Räuberdasein fort. Nur so englische Truppen in den
Ortschaften liegen, sind die Deutschen ihres Lebens sicher, sonst
herrscht in O/S. die gleiche Unsicherheit wie bisher. Die riesigen
Waldgebiete erleichtern den Insurgenten sich und ihre Waffen zu
verstecken und Nacht für Nacht die deutschen Ortschaften mordend
und plündernd heimzusuchen.
Auch die Divisions- und Regimentsstäbe der Insurgenten
armee sind wahrscheinlich nicht aufgelöst worden. Für diese wurden
Abwicklungsstellen eingerichtet . Der Hauptstab und 8 Kreisstäbe
bestehen in O/S. weiter. Noch in letzter Zeit wurde gemeldet, dass
in Lodz grosse Anwerbungen für Freiwillige stattfinden und dass
in Verschau, Lodz,Krakau,Posen und Krotoschin aus aktiven Unterof-
fizieren Feligendernstiebelitagen für O/S. gebildet werden,von
denen täglich Transporte von 100 - 150 Mann nach O./S. abgehen.
- 3 -
Die Stärke der Insurgentenarmee war in einem Bericht auf
90 000 Mann geschätzt. Davon angeblich 10 Mann reguläre poln.Sol-
daten und 12000 Freiwill. aus Posen und Westpreussen. Zählt man die-
se 22 000 Mann ab, so bleiben noch rund 70 000 Insurgenten in O/S.,
die das Signal zum nächsten Aufstand erwarten und dazu waffen und
Ammunition bereit haben. Die Stärke der Ententetruppen in O/S. ist zu
beziffern auf 15 000 Franzosen, 4 500 Engländer und 3 000 Italiener.
Diese 25 500 Mann würden den Insurgenten leicht gewachsen sein, wenn
sie einheitlich gegen sie vorgehen wollten. Zusammen mit den auf
etwa 30 000 Kämpfer geschätzten deutschen Selbstschutz wäre der Auf-
stand in wenigen Tagen niederzuwerfen gewesen.
2.) Die reguläre poln. Armee:
Die Regierung in Warschau hat es vermieden, verschiedene regu-
läre Divisionen gegen O/S. einzusetzen. Der Gedanke eines Angriffs
der 23. Div. aus der Gegend von Kempen in Richtung Kreuzburg ist
von den Polen sicher erwogen, aber nicht ausgeführt worden. Deutsche
Pressenachrichten, die von einer Aufmarsch polnischer Divisionen an
den deutschen Grenzen sprechen,(Kreuzzeitung vom 2. und 14. 7.21)
waren unrichtig. Selbst die an der O/S.-Front liegenden Divisionen,
(6.und 7. Grenzdiv.) sind dort nie auf engem Raum versammelt, son-
dern in allgemeinen in ihren friedensgarnisonen zurückgehalten worden.
Die in genannten Presseberichten erwähnten Divisionen (5,12,13
und 18.) haben sich nirgends feststellen lassen. Sie sind viel eher an
der Ostfront , bezw. an der ostpreußischen Grenze einzusetzen. Der
Stand der Demobilisierung ist regulären Heere ist wenig verändert. Die
Jahrgänge 00 bis 01 befinden sich unter den Waffen, Jahrgang 02 ist
teilweise eingestellt. In Funknachrichten und Zeitungsberichten spre-
chen die Polen immer von der im Juli bevölkernden Entlassung des
Jahrganges 1897, als ob der Jahrgänge 03 schon entlassen wäre. Das
dies nicht der Fall ist, geht aus der Nachricht hervor, dass in Kem-
pen -also bei der 23. Div. Mannschaften der Jahrgänge 06 und 07 jetzt
freilich entlassen werden. Dem steht über eine Überläuferangabe ent-
gegen, dass die Jahrgänge 00 bis 08 noch bis zur endgültigen Ent-
schuldung über O/S. unter den Waffen bleiben. Das ist auch mehr
wahrscheinlich. Nach Warschauer Funkspruch werden jetzt auch die
Freiwilligen entlassen, die 1918 eingetreten sind, also seit 5 Jahre
Dienst tun.
Nur bei den Zollbatinen., also keiner aktiven Truppe, hat man
sich zur Entlassung der Jahrgänge 1895 -1898 entschlossen und führt
diese nach bestimmten Nachrichten jetzt auch durch.
In diesem Zusammenhang ist die Nachricht interessant, dass di
Polen nur diejenigen Mannschaften entlassen, die nach des französi-
schen Exerzierreglement ausgebildet sind. Durch Verzögerung dieser
Ausbildung können sie also jede Entlassung beliebig aufschieben.
3). Absichten der Polen:
Aus dem unter 1) Gesagten geht hervor, dass die Polen planmässig
den nächsten Aufstand vorbereiten. Wirkliche Ruhe ist in O/S.
überhaupt noch nicht eingetreten. Wo französ. Truppen das poln.
Bandenwesen begünstigen, hat die deutsche Bevölkerung unter schwer-
stem Terror zu leiden. Sie wird von den Polen planmässig zum Ver-
lassen des Landes genötigt und dieses dadurch auf radikalem Wege
polonisiert.
Nachrichten von poln. Stellungsabau bei Lublinitz - Freis-
Kretscham-Tarnowitz und Gstl. Ratibor lassen darauf schliessen, dass
sich die Polen eine Linie geschaffen haben, hinter der sie sich bei
einem neuen Aufstand sammeln wollen. Sie rechnen also mit stärkerem
deutschen Widerstand, scheinen sich auch auf das eigentliche Insu-
triegebiet beschränken zu wollen, weil sie einsehen, dass ihnen
die Landkreise doch verloren sind.
Korfanty lässt also den Mut nicht sinken. Er ist der Hilfe sei-
ner französischen Freunde sicher. Sein Einreis kennt keine Grenzen.
Es gibt für ihn und die polnische Regierung in O/S. keine andere
Entscheidung als die, : Das ganze Industriegebiet zu Polen. Erfüllt
der Schiedsspruch des Obersten Rates diese Bedingung nicht oder
schlecht er die Entwöhnung auf, so ist mit neuen schweren Kämpfen
- 4 -
zu rechnen. Das Deutschtum in O/S. kann aber so empörender Behandlung die bisher nicht weiter ausgesetzt worden, die überschreiten. In-
dustrie kann so schwere Belastung nicht weiter ertragen. Es wird
also für uns nur die Wahl bleiben, auf O/S. freiwillig zu verzich-
ten oder unsere Machtmittel so rechtzeitig und an entscheidender
Stelle einzusetzen, dass wir und nicht die Polen in O/S. Herren der
Lage sind.
III. Entente-truppen in O/S.
Franzosen: 40. J.R. (Gleiwitz), mit 01. Inf.Brig. (Beuthen)
und 02.Inf.Brig. (Oppeln), sowie einer gemischten
Brigade in Kattowitz.
01.Inf. Brig.: Jäger 6 : Gross-Strehlitz
" 23: Gleiwitz
" 27: Gleiwitz
02. " "
" 7: Hindenburg
" 13: Oppeln
" 24: Beuthen
Gen. Brigade:
" 10: im Reume Königshütte, Kattowitz
" 15: Pleiss und Umgegend Nikolai
" 20: im Reume Gleiwitz-Rybnik
Hug. Beat. 12: 2.Esk. Oppeln, 1 Esk. Pleiss, 1 Esk. Nikolai
F.A.R.318 3 Batttr. Gleiwitz, 2 Batttr. Op ein, 2 Batttr.
Beuthen
Komb. Pionier-Batl. 3 Sektionen Gleiwitz, 1 Seht. Oppeln
Panzervagen:
n 1 " Oppeln, 2 " Gleiwitz
Radfahrabtig.
1 Abtlg. Oppeln.
Engländer:
Div.- Stabs-Quartier in Tarnowitz.
1. Brig. Slawentzit
2. " Turawa
mit folgenden Bataillone:
Leicester: Tarnowitz
Blackwatch: Beuthen
Middlesex: Gr. Strehlitz-Tost
Koyl-Jrish: Lechnit- Ujest-Freikretscham
Connaught-Rangers: Ratibor-Reuden-Leslau (dieses an-
scheinend in Ausdehnung nach Osten begriffen)
Durham: Beuthen.
Tarnabtig.: Hindenburg.
F.A.R. Gr. Strehlitz und Tarnowitz
Italiener:
Stab - Cosel.
I. und III./135 Ratibor
II./135 um Cosel
IV./135 Gleiwitz
I./31 Kreuzburg und Rosenberg
I/ 32 Oppeln und 1.M.G.w. Cosel
2. " Ratibor
1. " Gleiwitz
F.A.R. 8: 3.Batttr. Ratibor, 1 Batttr. Cosel
Autobetr.: Ratibor.
Die Verschiebungen bei Engländern, Franzosen und Ita-
lienern sind noch nicht abgeschlossen.
Es geht aus der Verteilung der Ententekräfte hervor,
dass sich die Franzosen wieder im Industriegebiet gesichert haben.
- 5 -
Sie behalten damit den entscheidenden militärischen Einfluss in O/S.
Die Engländer, die früher nur den nördlichen Grenzabschnitt von
Beuthen bis Kreuzburg besetzt hielten, haben sich diesmal auch den
Südabschnitt dazu genommen, umschliessen also von Norden und Süden
die Franzosen. Sie haben augenscheinlich die Absicht, für strengere
Absperrung der polnischen Grenze zu sorgen und haben zu diesem
Zwecke das Itali. Batt. I/31 nach Kreuzburg und Rosenberg verlegt.
Solange aber die Franzosen in Kettwitz massgebend sind, wird ein
wirksamer Abschluss der polnischen Grenze nicht möglich sein.
B) Politische Lage.
Die in der vorigen Beurteilung hier vertretene Ansicht, dass
es in O/S. zu einen gemeinsamen Vorgehen der Engländer mit dem
deutschen Selbstschutz gegen die Insurgenten kommen könnte, war lei-
der nicht zutreffend. Die Hoffnung auf die Engländer hat enttäuscht.
General Henniker war von den Entschlüssen Le Rondes abhängig; damit
war ein Eingreifen im deutschen Sinne von vornherein ausgeschlos-
sen. Trotzdem hat er nützlich gewirkt, weil er mit dem Führer des
deutschen Selbstschutzes als mit einem Gleichberechtigten verhandel-
te und auf dessen Vorschläge in kameradschaftlicher Weise einging.
Mehr war von ihm billigerweise nicht zu verlangen. Die deutsche
Bewölkerung in O/S. begrüsst deshalb die Engländer, obgleich sie
gegen die Insurgenten mit Waffen nicht vorgingen, als ihre Befreier.
Tatsächlich sind alle Massnahmen der englischen Offiziere von Ver-
ständnis für die deutsche Auffassung diktiert. Zwischen englischen
Truppen und der deutschen Bevölkerung herrscht herzliches Einverneh-
men. Man kann dies vom nationalen Standpunkt bedauern - denn England
bleibt unser Todfeind- im Interesse der von den Franzosen vergewal-
tigten und von den Polen misshandelten deutschen Bevölkerung in
O/S. ist es zu begrüssen.
Zweifellos wird aber dieses militärische Einvernehmen keine
politischen Folgen haben. Keine Anzeichen sprechen dafür, dass sich
der pro-deutsche englische Einfluss in Oberes Riet bei der Ent-
scheidung über das künftige Schicksal Oberschlesiens durchsetzen
wird. Diese Entscheidung soll unmittelbar bevorstehen. Briendewar-
tet am 11.Juli aus Oppeln neue Vorschläge über die Teilung von O/S.
und will sich dann noch in dieser Woche v der Kamera darüber äus-
sern. Wahrscheinlich wird er aber getreu seiner bisherigen Politik
die Taktik der Verschleppung fortsetzen. Der Tod des Majors de
Montelègre, die den Franzosen nicht genügende Urteile des Reichsge-
richts u.a. werden ihm dann die Unterlagen liefern. Auch die Art
der Auflösung des deutschen Selbstschutzes wird sich Briend als
Propagandamittel nicht entgehen lassen.
Nach den klaren Bestimmungen des Friedensvertrages müsste die
Entscheidung über O/S. längst gefallen sein und zwar in deutschen
Sinne. Es fragt sich, ob sich die Franzosen über die Bestimmungen
von Versailles, an denen sie sonst peinlich festhalten , in der
O/b.-Frage gekärgt hinwegsetzen können. Eine Setzung des In-
dustriegebietes durch die Entente auf 15 Jahre - eine Nachricht,
die von der Presse und auch sonst gebracht wurde - würde ein kürzer
Bruch des Friedensvertrages sein. Es ist aber anzunehmen, dass Eng-
land dieser Lösung zustimmt, nur um das Kohlengebiet nicht in pol-
nische Hand fallen zu lassen. Darum ist sie möglich und wahrschein-
lich.
Jede Art der Teilung des Industriegebietes bedeutet einen
neuen Aufstand der Polen, die es ungeteilt für sich beanspruchen.
Greift dann der Selbstschutz früher und schneller zur Wehr, als das
letzte Mal, so kann sich daraus ein Konflikt mit Polen entwickeln,
dessen Tragweite der nicht abzusehen ist. Die polnische Regierung
rechnet mit diesem Konflikt, sonst würde sie nicht ständig 6 Jahr-
gänge unter den Waffen halten, also ein Heer von rund 500 000 Mann.
Polen hat sich durch Abschluss des Vertrages mit Rumänien
eine Rückendeckung gegen Russland geschaffen. Der neue Aussenmini-
ster Skirzun t zeigt sich der Tschechoslowakei gegenüber
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nachgiebig und stellt die Lösung der Tschechener Frage vorläufig zurück. Polens Beitritt zur Kleinen Entente ist dadurch vorbereitet. Nach hier vorliegenden Nachrichten war das polnisch-tschechische Einvernehmen schon vor dem Mai-Aufstand so weit gediehen, daß Pilсудski in Paris Beneš über den geplanten Putsch unterrichtete. Die tschechischen Truppenverschiebungen nach der polnischen Grenze waren danach eine leere Demonstration.
Diese Tatsachen sind insofern nicht überraschend, als bei einem Gelingen der polnischen Absichten auf O/S. und einer Billigung der so geschaffenen Lage durch die Entente steht auch mit tschechischen Übergriffen auf deutsches Gebiet gerechnet wurde und weiter gerechnet werden muss.
Der Aufstand hat erneut bewiesen, dass Polen an der Einverleibung Oberschlesiens für Polen besonders interessiert ist. Die militärische Leitung des Putsches lag vorwiegend in der Hand polnisch-polnischer Offiziere. Trotz des gemeinsamen Kampfes von Posener Freiwilligen mit kongresspolnischen Soldaten auf oberschlesischem Gebiet scheint die Spannung zwischen beiden im Zunehmen zu sein. Der auch von England gutgeheiß eine Gedanke eines Pufferstaates zwischen Deutschland und Russland, gebildet nach dem erwarteten Sturz der Republik Polen aus den ehemaligen deutschen Gebieten Pomerellen, Posener Freiwilligen energisch verfolgt.
Aus diesem Gegensatz Polens gegenüber Deutschland einerseits und Warschau andererseits erklären sich auch die widerspruchsvollen Demonstrationen der polnischen Bevölkerung, die sich bald gegen Deutsche und Juden richteten und in großen Ausschreitungen gegen beide äußern, bald offenkundige Aeusserungen des Hasses gegen Kongresspolen und der Sympathie für Deutschland. So leitet eine merkwürdige Meldung: "Die Industriearbeiter in der Provinz Posener haben den Generalstreik erläutert. Sie durchziehen mit roten Fahnen unter Hochrufen auf Deutschland die Strassen".
Die Frage, wie weit der Aufstand in O/S. kommunistischer Natur war, ist zweifelhaft. Russisches Geld mag mitgespielt haben. Eine systematische bolschewistische Bewegung lag aber nicht vor.
Die Motive sind national-polnisch; die ausführenden Organe aber, die Insurgenten, waren aus Mangel an Geld und aus eigenem Antriebe auf Plünderungen angewiesen. Die Leitung steuerte in übrigen den Ausschreitungen gegen die Deutschen nicht, weil es im polnischen Interesse liegt, das Deutschland in O/S. durch Terror möglichst schnell zum Verlassen des Landes zu veranlassen und dieses noch vor der Entscheidung durch die Entente zu polonisieren.
Das deutsche Element in O/S. hat bedauerlich wenig Widerstandskraft bewiesen. An den wenigen eigenen Orten, wo sich unter schärftem polnischen Druck deutscher Selbstschutz bildete, gewann sofort die Oberhand und setzte sich den Franzosen gegenüber auch durch. In Uebrigen beschränkte sich die Deutschen darauf, auf die Regierung zu schimpfen und auf Hilfe von Aussen zu warten. Bezeichnend ist vielleicht für dieses Verhalten, dass ein unterer Justizbeamter aus Tarnowitz, der sich mir gegenüber als Mehrheitssozialist bekannte und der in Breslau nach wochenlanger Fessel wieder die "Volkswoche" und die "Schlesische Arbeiterzeitung" gelesen hatte, die undeutliche Haltung dieser Blätter gar nicht fassen konnte und fast weinte vor Wut und Enttäuschung, dass das deutsche Proletariat für Oberschlesien nur schöne Worte, aber keine Taten übrig hatte.
Diese passive Haltung der deutschen Massen kann in einem deutsch-polnischen Konflikt für uns leicht in eine verhängnisvolle Aktivität im antideutschen Sinne umschlagen. Darin scheint mir die eigentliche Gefahr für die Lösung der oberschlesischen Frage zu liegen.
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II. Polen und Tschechien.
Breslau, den 7. Juli 31.
Offizielle und inoffizielle Abschickungen
tschechische Beurteilung der Lage in O/S.
poln. Truppenkonzentrationen an der tschech. Grenze
Gegenmassnahmen der tschechischen Heeresleitung.
Übereinstimmung der poln. und tschech. Regierung, wenn es ums
Grosse-Grenze geht.
Nachdem die Besetzung von O/S. durch poln. Banden und irre-
guläre truppen ernsteren Charakter annahm, wurden von der tschech.
Heeresleitung Verbindungssoffiziere in alle grösseren Grenzorte an
der poln. Grenze gesandt, welche die Grenze zu überwachen und sonst
über die Vorgänge zu berichten hatten. Von einem dieser Verbindungs-
offiziere, der an einem besonders günstigen Orte sass, (nachträgl.
Mitteilung: Mähr. Ostrau), stammt nachfolgender Bericht.
Bericht.
( Ans. V.-Mann Frag: Dieser ist zusammengestellt von Briefen frü-
heren und neueren Datums, sowie auf Grund einer persönlichen Zusam-
menkunft mit Pr.) Die Besetzung von O/S. durch die poln. Banden
konnte für die massgebenden und regierenden Stellen der Tschechos-
lovakie keine Überraschung sein, da erwiesenermassen Aussenseminister
Beneš schon in Februar d.J. durch Pilsudsky bei der Zusammenkunft
in Paris davon in Kenntnis gesetzt wurde, was Anfang Mai in O/S.
durch Polen beabsichtigt ist. Es ist heute kein Geheimnis mehr, und
sogar erwiesen, dass das Aussenseministerium, das Präsidium, sowie die
Stitzen der Heeresverwaltung durch Dr. Beneš von dem Vorhaben
Polens verständigt wurden. Dass hierauf, als die Besetzung des ober-
schles. Gebietes durch poln. Banden begann, die tschech.Heeresleitung
vor allen Gegenmassnahmen in Form von Grenztruppenzusammenziehungen
an den poln. Grenzen unternahm, sollte nach den Mitteilungen, welche
Minister Beneš in vertraulichen Sitzungen den Spitzen der Regie-
rung machte, ein passives Gepräge gegeben werden. Vor allem ist zu
bemerken, dass diese sogenannten Gegenmassnahmen keinen "ernsten
Charakter" hatten, was aus dem Umstande hervorgeht, dass die Zusam-
menziehung von Truppen und deren Forcierung in Verbindung nicht erfolg-
te. Es erfolgten lediglich nur Verschiebungen von Unterabteilungen
der Infanterie und Kavallerie, grösstenteils ohne Arti., von denen
heute der Grossteil wieder in ihren Garnisonen ist.- Politische Stel-
len, die von den konvenden Vorgängen keine Kenntnis hatten, appellier-
ten im Parlamente und in den Tagesblättern, die Regierung lachte sich
dabei eine ins Fälschliche. Schliesslich entschloss man sich zu einer
offiziellen Kundgebung und sprach darin die Missbilligung des Vor-
gehens der poln. Banden in O/S. aus, wodurch die erregten Gemüter
sich für kurze Zeit beruhigten. Es erfolgten poln. Truppenzusammen-
ziehungen an der Tschechener Grenze, an der Zipser und Arveer Grenze.
Abermals verlangten die unwissenden Stellen in der Tschechoslovakie
über diese Massnahmen entweder der Polen Aufklärung. Es sei bemerkt,
dass hierüber auch unsere offiziellen Stellen sich im Unklaren waren,
ob nicht etwa Minister Beneš auf den Leis geführt worden wäre und
evtl. polnischerseits eine Grenzkorrektur geplant sei. Alles verfüg-
bare tschechische Militär rückte an die Grenze Tschech-Zips-Arva
ab und suchte hier Übungen. Inzwischen erreichte ein kurzer Frag zu
Warschau und brachte Aufklärung: Umgruppierung an der oberschles.
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Front, die angekommenen Formationen an den tschechischen Grenzen sind Verstärkungen und Austauschmannschaften, die Deutschland Selbst-
schutzorganisationen in o/S. ins Feld stellt. "Die Lage war dem-
nach, der Kurier Glaubens achöntend, wieder klar, unsere Heereslei-
tung begann mit dem Abtrennen der an die Grenzen geworfenen Ab-
teilungen, ein Beweis, dass den Mitteilungen aus Warschau Glauben
geschenkt wurde. Die offiziellen Aussagen zwischen Prag und
Warschau bestanden darin, dass Dr. Beneš nach Warschau die Ver-
sicherung gab, sich vollkommen passiv und neutral in der ober-
sischen Angelegenheit in Bezug auf Polen zu halten. Die inoffiziel-
len Besprechungen waren das Inhaltes, dass Dr. Beneš nicht im
Bilde gehalten wurde, was seitens Polen in der oberschlesischen
Frage geplant ist, gleich ob Deutschland zu den Ententeultimatum
per 1. Mai abhörend oder zuzugend sich verhalten werden, dies aus
dem Grunde, damit evtl. taktische Gegenaussagen grösseren Umfan-
ges seitens der Tschechoslowakei an den "bedrohten Grenzen" unter-
bleiben konnten, sich daher die Zusammenziehung von Militär polni-
scherseits an den tschechisch-polnischen Grenzen nicht gegen Tsche-
chien richtete. Verteidigungsminister H u a m K., welcher sich ganz optimi-
stisch gegenüber Polen verhielt, ordnete dessen ungesichtet Mass-
nahmen an, und zwar in Form von Verstärkung der polnischen Grenzen durch
etwa im ganzen einer Divisions-Trupp entstärke, die Grenzgarnisonen
wurden in Bereitschaft gestellt. Sonst geschah offiziell nichts. Ein
Reservatbericht Huska bestimmte, dass polnisch bewaffnete Banden,
reguläre oder irreguläre Truppen, welche sich der tschechoslowaki-
schen Grenze nähern sollten, dahin zu belehren wären, sich von der
Grenze zu entfernen, da sie wenn bei einem Überschreiten dieser
entwaffnet und interniert würden. Bewaffnete Deutsche, sowie Ange-
hörige der Selbstschutzorganisationen sollten beim Überschreiten
der tschechoslowakischen Grenzen entwaffnet und in den Lagern Lelp-
nik und Pardubitz interniert werden. Als grösserer Verband, der an
die polnische Grenze in den Raum Teschen-Oderberg verlegt wurde, ist
das 2. Kavallerieregiment aus Ol-Sitz zu nennen, welches inzwischen
wieder nach Ol-Sitz zurückverlegt wurde. Die Verlegung tschechischer
Streitkräfte an die polnische Grenze löste bei Polen politischen
Stillen Entrüstung aus und gab zu allerhand Gerüchten, sowie Be-
richten in den Tagesblättern über geheime Vorbereitungen der tsche-
choslowakischen Heeresleitung gegen Polen Anlass, waren naturgemäß
kein wahres Wort ist. Die sogenannten Vorbereitungen waren keines-
falls geheim und dienten nur dem Schutze der Grenzen. Die ausser-
politische Lage zwischen Prag und Warschau ist dahin zu beurteilen,
dass das offizielle Verhältnis noch immer kein aufrichtiges ist,
obzwar man in Prag zu den Nachbarschaften von Polen in o/S. noch
kein ernstes Wort gesagt hat. Man wünscht in Prag dringend eine
Verständigung zwischen Prag und Warschau, zieht dabei aber immer
noch in Betracht, dass bei einer etwaigen Zustandekommen einer Ver-
ständigung politischerseits ein Überfall auf Tschechen doch nicht
für ausgeschlossen erscheint, zumal des Öfteren darauf hingewiesen
wurde, dass für Polen die ungelöste tschechische Frage einen
Rasus bedeuten kann. Ernste Besorgnisse bestehen in dieser
Hinsicht in Prag nicht und man hofft zuversichtlich, dass sich
diese Streitfrage im Laufe der Zeit von selbst lösen wird.
ДИПЛОМАТИЧНИЙ ВІДДІЛ
ПОСОЛЬСТВА УКРАЇНЬКОЇ НАРОДНОЇ
РЕСПУБЛІКИ В НІМЕЧЧИНІ
№ 188
POLEN.
I. OBER SCHLESIE N.
II. POLEN UND TSCH E CHEN.
I. Oberschlesien.
Beurteilung der Lage an der O/S.-Front.
(Abgeschlossen am 9.7.21.)
I. Kräfteverteilung:
a) Südpolnener Front:
14. Div.( J.R. 55,56,57,58) hatte ihren Aufenthalt im Werthe-
lager mehrfach verlängert. Da jetzt J.R. 55 in Krotoschin,
J.R. 70 abgezogen hat, scheint die Division das Lager verlassen
zu haben. Wie die übrigen Regimenter augenblicklich verteilt
sind, steht noch nicht fest.
15. und 16. Div.: unverändert.
17. Div.: (J.R. 67,68,69,70) ist, da J.R. 67 noch in Rawitsch be-
stellt ist, anscheinend nicht zur Ablösung der 14.Div., im
Wartehelager verbleibt. Das Verbleib des J.R.70 (bisher Krotos-
chin) bleibt zu klären. Das Rgt. dürfte sich in Posen befinden.
Im August oder Sept. sollen Manöver der 17. Div. im Range
Rawitsch-Gostyn-Krotoschin-Ostrowo und anschliessend Manöver
der 14. und 17. Division im Range Ostrowo -Schrimm und Gnesen
stattfinden.
23. Div.: unverändert.
Zell-Battl. 14,17,18 unverändert in Front.
b) Oberschlesische Front:
O. DIV. Stab Krakau
J.R. 12: Wadowice oder Krakau } Die Rptr. sind in ihren
" 13: Tarnow } Garnisonen anzusehen.
" 17: Bzegozw } J.R.20 ist in Krakau
" 20: Krakau } bestätigt worden.
- 2 -
7. Div.: Stab: Czernstochau ) Die Regtr. sind in ihren
J.R.11: Bendzin ( Garnison anzunehmen..R27,
" 25: Miechow ( das in O./S.eingesetzt war,
" 20: Noworodomsk ( befindet sich wahrscheinlich
" 27: Czernstochau ( wieder in Czernstochau.
J.R.28. ist mehrfach auch
in Sosnovice gemeldet. Be-
stätigung aber noch erfor-
derlich.
21.Div: Keine Nachrichten, ( Vielleicht aufgelöst ? )
Gebirgs-Div.: Stab Bielitz
Podh. Sch.Rgt. 1:Neu Sandec ) Die Regtr. sind
2:Sanok ( in ihren Garni-
3.Saybusch ) sonen anzuneh-
4: Taschen ( men.
Von der angeblich an die O./S.-Front verschobenen 11. Div.
und 3. Kav. Brig. (Ul, Rgt. 5,3 und 11) liegen noch keine Nachrichten vor. Unmittelbar längs der Grenze sind von Agenten in allen
kleinen Ortschaften teils reguläre, teils Freiwillige Verbände fest-
gestellt worden. Die regulären Truppenteile trugen Nummern der ver-
schiedensten Regtr. Soweit es sich um geschlossene Inf.-Rgtr. und
Batailn. handelte, sind die Nachrichten sehr ungläubwürdig. Als be-
stätigt kann nur gelten, dass sich unter den obschles. Insurgen-
tenformationen Angehörige der verschiedensten Regtr. des polnischen
Heeres befanden, vielleicht auch geschlossene Komp. und Batterien.
Der Verbleib dieser Verbände ist weiter zu klären. Die Posse-
ner Truppen befinden sich auf dem Rücktransport in ihre Heimat. Bei
den kongresspolnischen Verbänden sieht dies noch nicht fest. Frei-
willige, die nicht regulären Truppenteilen angehören, werden wahr-
scheinlich im oberschles. Grenzgebiet als Landarbeiter beschäftigt
werden.
II. Militärische Lage:
1. Liquidation des Aufstandes:
Das Hauptquartier der Aufständischen ist von Schoppli-
nitz nach Sosnovice verlegt worden. Nach Pressenschrift selgert
sich aber Korfenty Schopflinitz zu verlassen, da er seine Armee
nur auf oberschles. Boden auffassen könne. Nach Sosnovice ist auch
laut poln. Geheimbefehl der Kommandeur des Abschnitts Mitte kom-
mandiert. Nach einem anderen Befehl soll die eigentliche Aufstands-
armee am 7.7. O/S. geräumt haben. Von diesem Tage ab dürfen keine
Requisitionen mehr vorgenommen werden. Die letzten Lebensmitteltrans-
porte aus Polen sind am 4.7. in Aufstandsgelände eingetroffen.
Die Polen ziehen aber augenscheinlich nur ihre regul-
ren und kongresspoln. Freiwilligenverbände über die Grenze zurück.
Die oberschles. Insurgenten und die sogen. Hellersoldaten bleiben
im Lande und gehen in den Ortscharen auf, oder setzen als bewaff-
nete Banden ihr Räuberdasein fort. Nur wo englische Truppen in den
Ortschaften liegen, sind die Deutschen ihres Lebens sicher, sonst
herrscht in O/S. die gleiche Unsicherheit wie bisher. Die riesigen
Waldgebiete erleichtern den Insurgenten sich und ihre Waffen zu
verstecken und Nacht für Nacht die deutschen Ortschaften werdend
und plündernd heimzusuchen.
Auch die Divisions- und Regimentsstäbe der Insurgenten
arme sind wahrscheinlich nicht aufgelöst worden. Für diese wurden
Abweichungsstellen eingerichtet.. Der Hauptstab und 8 Kreisstäbe
bestehen in O/S. weiter. Noch in letzter Zeit wurde gemeldet, dass
in Lodz grosse Anwerbungen für Freiwillige stattfinden und dass
in Verschan, Lodz,Krakau,Posen und Krotoschin aus aktiven Unterof-
fizieren Feldgendarmerieabteilungen für O/S. gebildet werden,von
denen täglich Transporte von 100 - 150 Mann nach O./S. abgehen.
- 5 -
Die Stärke der Insurgentenarmee war in einem Bericht auf
20.000 Mann geschätzt. Davon angeblich 10 Mann reguläre polnische
daten und 12000 Freiwill. aus Posen und Westpreussen. Zieht man die-
se 22 000 Mann ab, so bleiben noch rund 70.000 Insurgenten in O/S.,
die das Signal zum nächsten Aufstand erwarten und dazu waffen und
Munition bereit haben. Die Stärke der Intendestruuppen in /S. ist zu
beziffern auf 15 000 Franzosen, 4 500 Engländer und 6 000 Italiener.
Diese 25 500 Mann würden den Insurgenten leicht gewachsen sein, wenn
sie einheitlich gegen sie vorgehen wollten. Zusammen mit den auf
etwa 30.000 Kämpfer geschätzten deutschen Selbstschutz wäre der Auf-
stand in wenigen Tagen niederzuwerfen gewesen.
2.) Die reguläre poln. Armee:
Die Regierung in Warschau hat es vermieden, geschlossene regu-
läre Divisionen gegen O/S. einzusetzen. Der Gedanke eines Angriffs
der 23. Div. aus der Gegend von Kempten in Richtung Kreuzburg ist
von den Polen sicher erworben, aber nicht ausgeführt worden. Deutsche
Pressemachrichten, die von einem Aufmarsch polnischer Divisionen an
den deutschen Grenzen sprechen,(Kreuzerzahl von 2. und 14.7.21)
waren unrichtig. Selbst die an der O/S.-Front liegenden Divisionen,
(6.und 7. Grenzdiv.) sind dort nie auf einen Rausch versammelt, son-
dern im allgemeinen in ihren Friedensgarnisonen zurückgehalten worden.
Die in genannten Presseberichten erwähnten Divisionen (5.12.,13. und
13.) haben sich nirgends feststellen lassen. Sie sind vielmehr an
der Ostfront, bezw. an der ostpreußischen Grenze einzuschlagen. Der
Stand der Desbibilisierung im regulären Heere ist wenig verändert. Die
Jahrgänge 06 bis 01 befinden sich unter den Waffen, Jahrgang 02 ist
teilweise eingestellt. In Funkstürchen und Zeitungsnachrichten spre-
chen die Polen immer von der im Juli bevärstehenden Entlassung des
Jahrganges 1897, als ob der Jahrgänge 06 schon entlassen wäre. Das
dies nicht der Fall ist, geht aus der Nachricht hervor, dass in Kem-
pen - also bei der 23. Div. Mannschaften der Jahrgänge 00 und 07 jetzt
fristlos entlassen werden. Dem steht aber eine Überläuferangabe ent-
gegen, dass die Jahrgänge 06 bis 08 noch bis zur endgültigen Ent-
scheidung über O/S. unter den Waffen bleiben. Das ist auch sehr
wahrscheinlich. Nach Warschauer Funknachrichten werden jetzt auch die
Freiwilligen entlassen, die 1918 eingetreten sind, also seit 3 Jahren
Dienst tun.
Nur bei den Zellbataillonen, also keiner aktiven Truppe, hat man
sich zur Entlassung der Jahrgänge 1895 -1898 entschlossen und führt
diese nach bestimmten Nachrichten jetzt auch durch.
In diesem Zusammenhange ist die Nachricht interessant, dass die
Polen nur diejenigen Mannschaften entlassen, die nach dem französi-
schen Exerzierreglement ausgebildet sind. Durch Verzögerung dieser
Ausbildung können sie also jede Entlassung beliebig aufschieben.
3.) Absichten der Polen:
Aus dem unter 1) Gesagten geht hervor, dass die Polen planmä-
sig den nächsten Aufstand vorbereiten. Wirkliche Ruhe ist in O/S.
überhaupt noch nicht eingetroffen. Wo französische Truppen das poln.
Bandenwesen begünstigen, hat die deutsche Bevölkerung unter schwer-
stem Terror zu leiden. Sie wird von den Polen planmässig zum Ver-
lassen des Landes genötigt und dieses dadurch auf radikale Wege
polonisiert.
Nachrichten von poln. Stellungsbau bei Lublinitz - Freis-
frettscham-Tarnowitz und 6stl. Ratibor lassen darauf schliessen, dass
sich die Polen eine Linie geschaffen haben, hinter der sie sich bei
einem neuen Aufstand sammeln wollen. Sie rechnen also mit stärkeres
deutschen Widerstand, scheinen sich auch auf das eigentliche Indu-
striegebiet beschränken zu wollen, weil sie einsehen, dass ihnen
die Landkreise doch verloren sind.
Korfanty lässt also den Mut nicht sinken. Er ist der Hilfe sei-
ner französischen Freunde sicher. Sein Erregei kennt keine Grenzen.
Es gibt für ihn und die polnische Regierung in /S. keine andere
Entscheidung, als die: Das ganze Industriegebiet zu Polen. Erfüllt
der Schiedsspruch des Obersten Rates diese Bedingung nicht oder
schlecht er die Entscheidung auf, so ist mit neuen schweren Kämpfen
- 4 -
zu rechnen. Das Deutsche in O/S. kann aber so empörender Rechentung sie bisher nicht weiter eingesetzt werden, die Überschläge. Industrie kann so schwere Belastung nicht weiter ertragen. Es wird also für uns nur die Wahl bleiben, auf O/S. freiwillig zu verzichten oder unsere Machtmittel so rechtzeitig und an entscheidender Stelle einzusetzen, dass wir und nicht die Polen in O/S. Herren der Lage sind.
III. Ententekräfte in O/S.
Franzosen: 40. J.R. (Gleiwitz), mit 91. Inf.Brig. (Beuthen) und 92.Inf.Brig. (Oppeln), sowie einer gesicherten Brigade in Kattowitz.
91. Inf. Brig.: Jäger G : Gross-Strehlitz
" 23: Gleiwitz
" 27: Gleiwitz
92. " " " 7: Hindenburg
" 13: Oppeln
" 24: Beuthen
Gem. Brigade: " 10: im Raum Königshütte, Kattowitz
" 15: Pless und Umgegend Nikolai
" 20: im Räume Gleiwitz-Rybnik
Mas. Regt. 12: 2 Esk. Oppeln, 1 Esk. Pless, 1 Esk. Nikolai
F.A.R. 218 3 Bettr. Gleiwitz, 2 Bettr. Oppln., 2 Bettr.
Komb. Pionier-Batl. 3 Sektionen Gleiwitz, 1 Sektl. Oppeln
Panzerwagen: u 1 " Oppeln, 2 " Gleiwitz
Radfahrabtig. 1 Abtlg. Oppeln.
Engländer:
Div.-Stabs-Quartier in Tarnowitz.
1. Brig. Slawentzit
2. " Turawe
mit folgenden Bataillone:
Leicester: Tarnowitz
Blackwatch: Beuthen
Middlesex: Gr.-Strehlitz-Tosz
Royl-Jrish: Leschütz-Ujest-Freikretscham
Connaught-Rangers: Retiber-Reden-Lesleu (dieses anscheinend in Ausdehnung nach Osten begriffen)
Durham: Beuthen.
Tankabtlg.: Hindenburg.
F.A.R. Gr. Strehlitz und Tarnowitz
Italiener:
Stab - Cossel.
I. und III. /135 Ratiber
II./135 um Cosel
IV./135 Gleiwitz
I/34 Kreuzburg und Rosenberg
I/ 32 Oppeln und 1.M.G.v. Cosel
2. " Ratiber
1. " Gleiwitz
F.A.R. 8: 3.Bettr. Ratiber, 1 Bettr. Cosel
Autobattr.: Ratiber.
Die Verschiebungen bei Engländern, Franzosen und Italienern sind noch nicht abgeschlossen.
Es geht aus der Verteilung der Ententekräfte hervor,
dass sich die Franzosen wieder ins Industriegebiet gesichert haben.
- 5 -
Sie behalten damit den entscheidenden militärischen Einfluss in O/S.
Die Engländer, die früher nur den nördlichen Grenzabschnitt von
Beuthen bis Kreuzburg besetzt hielten, haben sich diesmal auch den
Südabschnitt dazu genommen, unschliessen also von Norden und Süden
die Franzosen. Sie haben augenscheinlich die Absicht, für strengere
Absperrung der polnischen Grenze zu sorgen und haben zu diesem
Zwecke das ital. Btl. I/31 nach Kreuzburg und Rosenberg verlegt.
Solange aber die Franzosen in Kettwitz massgebend sind, wird ein
wirksamer Abschluss der polnischen Grenze nicht möglich sein.
B) Politische Lage.
Die in der vorigen Beurteilung hier vertretene Ansicht, dass
es in O/S. zu einem gemeinsamen Vorgehen der Engländer mit dem
deutschen Selbstschutz gegen die Insurgenten kommen könnte, war lei-
der nicht zutreffend. Die Hoffnung auf die Engländert hat enttäuscht.
General Henniker war von den Entscheidungen der Runde abhängig; damit
war sein Eingreifen im deutschen Sinne von vornherein ausgeschlos-
sen. Trotzdem hat er nützlich gewirkt, weil er mit dem Führer des
deutschen Selbstschutzes als in einem Gleichberechtigten verhandelte und auf dessen Vorschläge in kameradschaftlicher Weise einging.
Wieweit von ihm völlige Weise nicht zu verlangen. Die deutsche
Bevölkerung in O/S. begrüsst deshalb die Engländer, obgleich sie
gegen die Insurgenten mit Waffen nicht vorgingen, als ihre Befreier.
Tatsächlich sind alle Massnahmen der englischen Offiziere von Ver-
ständnis für die deutsche Auffassung diktiert. Zwischen englischen
Truppen und der deutschen Bevölkerung herrscht herzliches Einverneh-
men. Man kann dies vom nationalen Standpunkt bedauern - denn England
bleibt unser Todfeind- im Interesse der von den Franzosen vergewal-
tigten und von den Polen misshandelten deutschen Bevölkerung in
O/S. ist es zu begrüssen.
Zweifellos wird aber dieses militärische Einvernehmen keine
politischen Folgen haben. Keine Anzeichen sprechen dafür, dass sich
der pro-deutsche enllische Einfluss im Obersten Rat bei der Ent-
scheidung über das künftige Schicksal Oberschlesiens durchsetzen
würde. Diese Entscheidung soll unmittelbar bevorstehen. Friedenwer-
tet am 11.Juli aus Oppeln neue Vorschläge über die Teilung von O/S.
und will sich dann noch in dieser Woche vor der Kammer darüber äus-
sern. Wahrscheinlich wird er aber getreu seiner bisherigen Politik
die Taktik der Verschleppung fortsetzen. Der Tod des Majors de
Montalégro, die den Franzosen nicht genügende Urteil des Reichsge-
richts u.a. werden ihm dazu die Unterlagen liefern. Auch die Art
der Anfängung des deutschen Selbstschutzes wird sich Eriand als
Propagandamittel nicht entgehen lassen.
Nach den klaren Bestimmungen des Friedensvertrages müsste die
Entscheidung über O/S. längst gefallen sein und zwar im deutschen
Sinne. Es fragt sich, ob sich die Franzosen über die Bestimmungen
von Versailles, an denen sie sonst peinlich festhalten , in der
O/S.-Frage geknickt hinwegsetzen können. Eine Besetzung des In-
dustriegebietes durch die Entente auf 15 Jahre - eine Nachricht,
die von der Presse und auch sonst gebracht wurde - würde ein klarer
Bruch des Friedensvertrages sein. Es ist aber anzunehmen, dass Eng-
land dieser Lösung zustimmt, nur um das Kohlegebiet nicht in pol-
nische Hand fallen zu lassen. Darum ist sie möglich und wahrschein-
lich.
Jede Art der Teilung des Industriegebietes bedeutet einen
neuen Aufstand der Polen, die es ungeteilt für sich beanspruchen.
Greift dann der Selbstschutz früher und schneller zur Wehr, als das
letzte Mal, so kann sich daraus ein Konflikt mit Polen entwickeln,
dessen Tragweite wir nicht abzusehen ist. Die polnische Regierung
rechnet mit diesem Konflikt, soweit würde die nicht ständig 3 Jahr-
gänge unter den Waffen halten, also ein Heer von rund 500 000 Mann.
Polen hat sich durch Abschluss des Vertrages mit Rumänien
eine Rückendeckung gegen Russland geschaffen. Der neue Ausseminis-
ter Skirmunt zeigt sich der Tschechoslowakei gegenüber
- 8 -
nachgiebig und stellt die Lösung der Teschener Frage vorläufig
zurück. Polens Beitritt zur kleinen Entente ist dadurch vorbe-
reitet. Nach hier vorliegenden Nachrichten war das polnisch-tsche-
chische Einvernehmen schon vor dem Mai-Aufstand so weit gediehen,
das Pilgudski in Paris Bemess über den geplanten Futsch unterrich-
tete. Die tschechischen Truppenverschiebungen nach der polnischen
Grenze waren danach eine leere Demonstration.
Diese Tatsachen sind insofern nicht überraschend, als auf
einem Gelingen der polnischen Absichten auf O/S. und einer Billi-
gung der so geschaffenen Lage durch die Entente stets auch mit
tschechischen Uebergriffen auf deutsches Gebiet gerechnet werden muss.
Der Aufstand hat erneut bewiesen, dass Posen an der Einver-
leibung Oberschlesiens für Polen besonders interessiert ist. Die
militärische Leitung des Futschs lag vorwiegend in der Hand posen-
polnischer Offiziere. Trotz des gemeinsamen Kampfes von Posener
Freiwilligen mit kongresspolnischen Soldaten auf oberschlesischen
Gebiet scheint die Spannung zwischen beiden im Zunehmen zu sein.
Der auch von England gutgeheissene Gedenke eines Pufferstaates zwi-
schen Deutschland und Russland, gebildet nach dem erwarteten
Sturz der Republik Polen aus den ehemaligen deutschen Gebieten Pom-
merellen, Posen und Oberschlesien wird sicher in den leitenden
Posener energisch verfolgt.
Aus diesem Gegensatz Posens gegenüber Deutschland einer-
seits und Warschau andererseits erklären sich auch die wider-
spruchsvollen Demonstrationen der posenschen Bevölkerung, die sich
bald gegen Deutsche und Juden richteten und in großen Ausschreitun-
gen gegen beide äussern, bald offenkundige Aeusserungen des Hasses
gegen Kongresspolen und der Sympathie für Deutschland. So lautet
eine merkwürdige Meldung: »Die Industriearbeiter in der Provinz
Posen haben den Generalstreik erklärt. Sie durchziehen mit roten
Fahnen unter Hochrufen auf Deutschland die Strassen«.
Die Frage, wie weit der Aufstand in O/S. kommunistischer
Natur war, ist zweifelhaft. Russisches Geld mag mitgespielt haben.
Eine systematische bolschewistische Bewegung lag aber nicht vor.
Die Motive sind national -polnisch; die ausführenden Organe aber,
die Innurgenten, waren aus Mangel an Geld und aus eigenem Antriebe
auf Plünderungen angewiesen. Die Leitung steuerte im übrigen den
Ausschreitungen gegen die Deutschen nicht, weil es im polnischen
Interesse liegt, das Deutschtum in O/S. durch Terror möglichst
schnell zum Verlassen des Landes zu veranlassen und dieses noch
vor der Entscheidung durch die Entente zu polenisieren.
Das deutsche Element in O/S. hat bedauerlich wenig Wider-
standskraft bewiesen. An den wenigen Eckenorten, wo sich unter
schärfstem polnischen Druck deutscher Selbstschutz bildete, gewann
es sofort die Oberhand und setzte sich den Franzosen gegenüber auch
durch. Im Übrigen beschränkte sich die Deutschen darauf, auf die
Regierung zu schimpfen und auf Hilfe von Aussen zu warten. Bezeich-
nend ist vielleicht für dieses Verhalten, dass ein unterer Justiz-
beamter aus Tarnowitz, der sich mir gegenüber als Mehrheitssozia-
list bekannte und der in Breslau nach wechselanger Pause wieder die
»Volkswacht« und die »Schlesische Arbeiterzeitung« gelesen hatte,
die undeutsche Haltung dieser Blätter gernicht fassen konnte und
fast weinte vor Wut und Enttäuschung, dass das deutsche Proletari-
at für Oberschlesien nur schöne Worte, aber keine Taten übrig hatte.
Diese passive Haltung der deutschen Massen kann in einem
deutsch-polnischen Konflikt für uns leicht in eine verhängnisvol-
le Aktivität im antideutschen Sinne umschlagen. Darin scheint mir
die eigentliche Gefahr für die Lösung der oberschlesischen Frage
zu liegen.
- 7 -
II. Polen und Tschechen.
Breslau, den 7. Juli 21.
Offizielle und inoffizielle Abmachungen
tschechische Beurteilung der Lage in O/S.
poln. Truppenkonzentrationen an der tschech. Grenze
Gegenmassnahmen der tschechischen Heeresleitung.
Übereinstimmung der poln. und tschech. Regierung, wenn es um
Grosse-Grenze geht.
Nachdem die Besetzung von O/S. durch poln. Banden und irreguläre Truppen ernsteren Charakter annahm, wurden von der tschechischen Heeresleitung Verbindungsoffiziere in alle grösseren Grenzorte an der poln. Grenze gesandt, welche die Grenze zu überwachen und sonst über die Vorgänge zu berichten hatten. Von einem dieser Verbindungs- offiziere, der an einen besonders günstigen Orte sass, (nachträgl. Mitteilung: Mähr. Ostrau), stammt nachfolgender Bericht.
Bericht.
( Anm. V.-Mann Frag: Dieser ist zusammengestellt von Briefen früheren und neueren Datums, sowie auf Grund einer persönlichen Zusammenkunft mit Fr.) Die Besetzung von O/S. durch die poln. Banden konnte für die massgebenden und regierenden Stellen der Tschechos- lovekei keine Ueberrechung sein, da erwiesenermassen Aussenseminister Beneš im Februar d.J. durch Pilsudsky bei der Zusammenkunft in Paris davon in Kenntnis gesetzt wurde, was Anfang Mai 15 O/S. durch Polen beabsichtigt ist. Es ist heute kein Geheimnis mehr, und sogar erwiesen, dass das Aussenseministerium, das Präsidium, sowie die Spitzen der Heeresverwaltung durch Dr. Beneš von den Vorhaben Polens verständigt wurden. Dass hierauf, als die Besetzung des ober- schles. Gebietes durch poln. Banden begann, die tschechische Heeresleitung vor allem Gegenmassnahmen in Form von Grenztruppenzusammenziehungen an den poln. Grenzen unternahm, sollte nach den Mitteilungen, welche Minister Beneš in vertraulichen Sitzungen den Spitzen der Regie- rung machte, ein passives Gepräge gegeben werden. Vor allem ist zu bemerken, dass diese sogenannten Gegenmassnahmen keinen "ernsten Charakter" hatten, was aus dem Umstande hervorgeht, dass die Zusammenziehung von Truppen und deren Forcierung in Verände nicht erfolgte. Es erfolgten lediglich nur Verschiebungen von Unterabteilungen der Infanterie und Kavallerie, grösstenteils ohne Art., von denen heute der Grossteil wieder in ihren Garnisonen ist.- Politische Stellen, die von den kommenden Vorgängen keine Kenntnis hatten, appeller- ten im Parlamente und in den Tagesblättern, die Regierung leichte sich dabei ein ins Flüchten. Schliesslich entschloss man sich zu einer offiziellen Kundgebung und strach darin die Missbilligung des Vor- gehens der poln. Banden in O/S. aus, wodurch die erregten Gemüter sich für kurze Zeit beruhigten. Es erfolgten poln. Truppenzusammenziehungen an der Tschechener Grenze, an der Zipser und Arvaer Grenze. Abermals verlangten die unwissenden Stellen in der Tschechoslowakei über diese Massnahmen seitens der Polen Aufklärung. Es sei bemerkt, dass hierüber auch unsere offiziellen Stellen sich im Unklaren waren, ob nicht etwa Minister Beneš auf den Leim geführt worden wäre und evil. polnischerseits eine Grenzkorrektur geplant sei. Alles verfügbare tschechische Militär rückte an die Grenze Teschen-Zips-Arva ab und suchte hier Ubungen. Inzwischen erreichte ein kurier Frag aus Warschau und brachte Aufklärung: Umgruppierung an der oberschles.
- 8 -
Front, die angekommenen Formationen an den tschechischen Grenzen sind Versicherungen und Austauschmannschaften, da Deutschland Selbst-
schutzorganisationen in O/S. ins Feld stellt. - Die Lage war dem-
nach, dem Kurier Gieben schenkend, wieder klar, unsere Heereslei-
tung begann mit den Abtrünnigen der an die Grenzen geworfenen Ab-
teilungen, ein Beweis, dass den Mitteilungen aus Warschau Gläuben
geschenkt wurde. Die offiziellen Absagen zwischen Prag und
Warschau bestanden darin, dass Dr. Beneš nach Warschau die Ver-
sicherung gab, sich vollkommen passiv und neutral in der oberschle-
sischen Angelegenheit in Bezug auf Polen zu halten. Die Inoffiziellen
Besprechungen waren des Inhaltes, dass Dr. Beneš ziemlich im
Bilde gehalten wurde, was seitens Polen in der oberschlesischen
Frage getan ist, gleich ob Deutschland zu dem Ententestimatum
per 1.Bei stichend oder zuzagend sich verhalten werden, dies aus
dem Grunde, damit evtl. taktische Gegenaussagen grösseren Umfan-
ges seitens der Tschechoslowakei an den "bedrohten Grenzen" unter-
bleiben konnten, sich daher die Aussenseitigung von Militär polni-
scherseits an den tschechisch-polnischen Grenzen nicht gegen Tsche-
chien richtete. Verteidigungsminister H a s e k., welcher sich ganz optimi-
stisch gegenüber Polen verhielt, ordnete dessen ungeachtet Maas-
nahmen an, und zwar in Form von Verstärkung der poln. Grenzen durch
etwa im ganzen einer Divisions-Truppenstärke, die Grenzverhältnisse
wurden in Bereitschaft gestellt. Sonst geschehen offiziell nichts. Ein
Reservatbefehl Busska bestimmte, dass poln. bewaffnete Banden,
reguläre oder irreguläre Truppen, welche sich der tschechoslowaki-
schen Grenze nähern sollten, dahin zu belahren wären, sich von der
Grenze zu entfernen, da sie zwar bei einem Überschreiten dieser
entwaffnet und interniert würden. Bewaffnete Deutsche, sowie Ange-
hörige der Selbstschutzorganisationen sollten beim Überschreiten
der tschechoslowakischen Grenzen entwaffnet und in den Lagern Leip-
nik und Pardubitz interniert werden. Als grösserer Verband, der an
die poln. Grenze in den Raum Tetschen-Oderberg verlegt wurde, ist
das 2. Kavallerieregiment aus Olütz zu nennen, welches ins östlichen
Wester nach Olszt zurückverlegt wurde. Die Verlegung tschechischer
Streitkräfte an die poln. Grenzen löste beiZ poln. politischen
Stellen Entrüstung aus und gab zu allerhand Gerüchten, sowie Be-
richten in den Tagesblättern über geheime Vorbereitungen der tsche-
choslowakischen Heeresleitung gegen Polen Anlass, worin naturgemäss
kein wahres Wort ist. Die sogenannten Vorbereitungen waren keines-
falls geheim und dienten nur dem Schutze der Grenzen. Die aussen-
politische Lage zwischen Prag und Warschau u ist dahin zu beurteilen,
dass das offizielle Verhältnis noch immer kein aufrichtiges ist,
obwohl man in Prag zu den Nachbarschaften der Polen in O/S. noch
kein ernstes Wort gesagt hat. Man wünscht in Prag dringend eine
Verständigung zwischen Prag und Warschau, zieht dabei aber immer
noch in Betracht, dass bei einem ständigen Zustandekommen einer Ver-
ständigung politischerseits ein Überfall auf Tschechen doch nicht
für ausgeschlossen erscheint, zumal des Öfteren darauf hingewiesen
wurde, dass für Polen die ungelöste Tschechener Frage einen
casus belli bedeuten kann. Ernste Besorgnisse bestehen in dieser
Hinsicht in Prag nicht und man hofft zuversichtlich, dass sich
diese Streitfrage im Laufe der Zeit von selbst lösen wird.
746
До
п.Голови Директорії і Головного
Отамана Військ У.Н.Р.
Тарнавський
Канцелярія Директорії
ОДЕРЖАНО
23 квітня 1921 р.
Вх. ч. 812
Дипломатичний Відділ Посольства
У.Н.Р. у Німеччині має за честь переслати до Вашого розпорядження приложені до цього слідуючі нові інформаційні матеріали:
1) №146. Інформації (нім).
2) №147. Російські політичні партії і групи(нім).
✓ 3) №148. Інформації (укр).
✓ 4) №149. Українські інформації (укр).
5) №150. Бездротові повідомлення (нім).
До цього додається 1 примірник німецької брошури д-ра С.Гольдельмана "Жиди та Українці."
ПОВІРЕНИЙ У СПРАВАХ У.Н.Р. У НІМЕЧЧИНІ
посол
Канцелярія Директорії
ОДЕРЖАНО
Львов 19 дня 192 р.
Вч. Ч. 522
ІНФОРМАЦІЯ.
Дурье, Давид Лазаревич (Берлін, Ліхтенштайналле 2) яскрава постать універсального спекулянта, нагадує відомого Д.Л.
Рубинштейна. Батько Дурье мав на Україні крамницю посуди й готував сина на робіна, але той мав більше накиду до комерції, подався
до Петербургу й став там займатись досить темними справами, за що
його через Сито по Фізіономії. Коли почалась війна, він, мавши кілька десятків тисяч рублів, виграних на биржі, запізнався в данцями
й добув од них гроші на фабрику кулететів у м. Коврові, на Володимирщині. На цій справі Дурье добре заробив, бо зумів набрати за-
мовлень для фабрики й одержав консілі коло 500 тисяч шведських
корон.
Після революції Дурье вихав до Німеччини, але тут Йому не
дозволили жити, бо він і тут робив якісь темні справи. Тоді він ви-
їхав до Данціг, де порозумівся з большевицькими представниками й
прийняв замовлення на військове приладдя. Нарешті він одержав і боль-
шевиків, забравши в них 500 тис. шведських корон. Большевики написа-
ли про це в місцевих лівих часописах, після чого російне переста-
ли говорити з Дурье й подавати Йому руку. Справа розглядалась у
російським посольстві в Стокгольмі, причим було постановлено, що
Дурье має віддати одержані від большевиків гроші на російський
фонд, але гроші відлати він категорично відмовився.
Зараз Дурье живе дуже широко в Берліні й підтримує най-
тісніші зносини з Д.Рубинштейном. Не заважаючи на свою липку славу,
Дурье все-таки одержав візу до Франції й недавно туди вихав.
Д.Л.Рубинштейн, зв'язки дружним відносинам з артисткою
М.Орейкою ввійшов в довіру до 11 чоловіка банкіра Елейхередера в
котрим заснував Банк в Данцігу і збирається заснувати російське
торговельне товариство і російську газету дуже правого напряму,
для пропаганди монархії в Росії, що не заважає Йому вести торго-
- 2 -
вельні зносини з бальшевиками.Рубінгейм заєнував Банк у Відні,
щоб бути першим на Балканах і закопити всї торговлю в одні руки
коли Сольшевики впадуть.
Іодідія служив головою в одній Чрезв.Ком.в Сов.
Росії і відзначався великою жорстокістю.Тепер він живе в Берліні
під призвіщем Шлевича (чи Ганевича),має добре місце в якомусь ан-
глійському банку (наче англійського Ллоїда),читає лекції,пише
статті і книги проти бальшевизму.
Питання про пропаганду закордоном докладно розглядався
на останньому з'їзді III Інтернаціоналу в Москві.З докладом висту-
пав Керенцев,котрий показав на туже енергійну працю на Сході,
особливо в Індії,головною метою котрої є натиснути на Англія.
Стрункін зробив детальний доклад про газети,котрі дістають субс-
дії в Росії.Він обвинувачував німців в тому,що вони майже всі
громі видають на періодичні журнали.На підставі того докладу по-
становлено заєнувати окремі газети,по всїх містах,де живе хоч би
10 комуністів.По цьому питанню виступали Альнерович,Ема Гольдман,
Балабанова,Фросар.
На пропозицію Роне було постановлено видавати таємно
газети на Угорщині а також ввозити їх контрабандою з Чехословакії
та Югославії.На це видана велика сума грошей і призначені органи-
затори.
Причинчиков зробив доклад про пропагандні бори в Аме-
риці,Німеччині,Угорщині,Австрії,Швейцарії та Чехословаччини.
В Нь-Йорку пропаганду веде між венгерцями Лодовик Торлай,при до-
помозі газети "Елоре".Кожде бюро з Росії дістає крупні суми гром
шей.
Лавай,в своїмому докладі про Венгрію,сказав що комунізм
там не мав успіху через те,що його одурили соціял-демократи.На
пропозицію Роне нарада ухвалила слідуюче: 1) видавати великі суми
на підтримання нелегального бальшевицького руху на Угорщині,2) ор-
ганізувати комуністичні групи по всїх містах,3) організувати таєм
ну пресу,4) викликати ненависть проти угорців,5) підбурювати насе-
- 5 -
лення Єгославії проти Угорщів, б) утворити таємні організації на окупованій території.
Корделевський (Польща) запропонував за-
снувати також по всіх країнах центральні організації, котрі бу-
ли б усі в зв'язку з Москвою. На пропозицію Гуго Зоненштейн-були вибрані члени цих організацій.
На пропозицію Ал. Леру в Москві буде організована шко-
ла пропаганди, де навчатимуть агітаційній практиці.
На пропозицію Камера (Австрія) було постановлено знайти спосіб для втягнення у війну Франції та Англії. Постанов-
лено організувати для цієї мети пропаганду серед дрібної буржу-
азії через особливий комітет, котрому в Москві постаначитимуть громі 1 матеріал для пропаганди.
На пропозицію Менсберга (Німеччина) постановлено утворити особливу організацію для боротьби з анти-комуністични-
ми зновами, а також комітет в Америці для збільшення і полек-
нення еміграції чужоземних "товаришів" до Росії для праці на заводах.
Др. Заль і проф. Різе (Гуттенштрассе 16) підтримували більше року зв'язок з Сов. Урядом. Головним чином вони були зва-
зані з Всерос. Ч. К., куди давали відомості про російських полі-
тичних діячів, а також і про тих німців, котрі підтримували зва-
зок з російськими не большевицькими колами, і діяльність котрих була направлена проти совітського уряду. Позаяк ці особи осо-
би обертались у вищому німецькому товаристві, то їх діяльність в Росії чомусь були незадоволені і Різе був викликаний для осо-
бистих переговорів до Ревеля (це було по приладі ЕЙдука).
По повороті з Ревеля Різе був усунений від виконан-
ня своїх обов'язків, а замість нього, по відізді ЕЙдука призначи-
ли Адельфа Слівкіна і Кожкіна (адр. пос. Люцовштр. 31) (Слівкін жив перше у Кожкіна, а тепер переїхав до Лео Адлера, Шарлотерб.)
Співробітники Слівкіна: Глюман, Смірнов, Смотрицька,
др Кац (Шілерштр. 717) В. Штанче (Винтерфельдштр. 17) Вутке був
прапорщик, латиш, друг Петерса з бувших військово-полонених.
- 4 -
Ці головні агенти утворюють т.зв.закордонний відділ В.Н.Ч. крім них ще є комплект агентів по всіх великих містах Німеччини.
Слівкін користується послугами бар.Унгерн-Штернберга, котрий має звязок з англійцями.Останній був в армії Денікіна,звідки його було командировано до Парижу та Льондону,але згодом за щось усунено.По приїзді до Берліну він познайомився з акимов Каменским, а останній рекомендував його Слівкіну.
Барон Корф (молодий,невеликий,брунет), приятель б.Унгерн-Штернберга.
В.Унгерн-Штернберг дістає від закордонного відділу пропаганди 15.000 мар.місячно.
По реєстратурі у комуністів (Нмід,Клюстерштр.72) агентами по Берліну суть: Ценман і Е.Ласт.Інші вони в командировці в Бремені,Лейпцигу та Гамбурзі.
В кустарному відділі Російського Черв.Хреста (Потсдамерштр.27 В.IV.Гоф) в числі служачих є розмістр кн.Дзугаєв, котрий служить у большиків.Дзугаєв оповідає,що він був у вла- сному,Його Император.Величності,конвою чого в дійсности не було.
По останнім відноситим за останні часи дуже розвинулась большиківська пропаганда в т.зв.прифронтовій полосі,головним чином по двох напрямах: Білоруському та Українсько-галіцькому.Особливо помітна діяльність Міцкевича, котрий еформував вже пять червоних білоруських дивізій.Формування провадиться в районі Мінську, там-же знаходиться уряд совітської Білорусії. В своїх відозвах Міцкевич заявляє, що польсько-совітський мир для Білорусії не є обов'язковим,обов'язком червоних Білорусів є взяти на себе визволення свого рідного краю, а совітська Росія вже поможе.До розпорядження білоруського уряду передані дуже значні запаси військового матеріалу (зі валтої в Криму здобичі) цілу низку офіцерів ген.штабу переведено на білоруську службу.
- 15 -
Праця ведеться не лише в районах заняттях червоних,
але і поза демаркаційною лінією. Пропаганда ведеться незалежно
від загальної праці бойовиків в Польщі. Центр пропаганди не
в Варшаві, а в Мінську. За останні часи пропаганда обкопила чис-
то польські райони Сідлецької, Люблинської і Ломжинської губ.
Окре мі пропагандисти доходять навіть до концентраційних табо-
рів, в котрих розміщені останки армії Перемикіна за Балаховича.
Совітський польський уряд в Польщі енергійно формує червоні
польські частини.
Все це показує на намір совітського уряду розвинути
сильну партизанську війну проти поляків. В протилежність цьому
істнує намір розвинути анти-совітську партизанщину. Приймаючи
на себе керування над цілою білоруською та північно-українсь-
кою білою партизанщиною, Балахович розпочинає діяльність також
і з Сілого соку. Демаркаційна лінія уявляє в себе ідеальну офе-
ру для великої партизанщини. Настрій населення видиче на боці бі-
лих, нім червоних. На маль, червоні мають піддержку з боку сов.
уряду, тоді як білі не мають жадних засобів і відношення польсь-
кої влади до них більше ніж неприхильне.
В таборі Вінедорф ведуть бойовиків пропаганду два
прапорщики з салатів: Линник і Чеський, а також старші унт.-
офіцери Валиков і Вистрановський. Всі вони комуністи і мають
охоронні грамоти від Копа.
В Берліні заснувався: "Русский Коммунистический Коми-
тет в Берлине", він дістає директиви з Москви, а всі проживачі
в Берліні комуністи мусять бути його членами. Завдання комитету
- догляд за російськими сім'ями.
Начальником особливого відділу при російській секції
К.П.Д. названо Іогана Дуже, - латиш, був головою Ч.К. в Двінську.
Нині його призначено на місце Снирнова, котрий виїхав до Москви
- 6 -
Повідомляють, що Копп користується радіо в Наукен на під-
ставі приятельських відносин.
7-го марта прибув до Берліну з Ревеля, через Рігу-Ште-
тін, секретар місії Літвінова А.Креслінг. Негайно по приїзді він
передав Копові спішний пакет від Літвінова. Креслінг привіз неофі-
ціальні листи з Ріги на імя Рейха, Любової та Смірнова.
Конверт.
Дуже спішно.
Представнику В.С.Ф.С.Р.- Коппу
Берлін.
Перевірено 6.3. Курьерський Контроль 4.2.
Pira 4 марта.
Дорогий Колега,
Саме передав Вам по радіо відомості. З огляду на
неможливість передати по телеграфу повний текст розпо-
ряджень Народн. Комисаріата Іностр. Ділъ (Наркоміда), по-
силаю курьера. Становище ускладнилося до неможливості.
Перших відомостей про розмір і хід подій не маю. Москва
нічого серйозного по радіо дати не бажає, а прямий звя-
зок перервано. Гузвин тільки що повернувся з Польщку.
Нічого певного сказати не міг, позалк війська ідуть з
фронту і звязок порушено.
Інструкція Наркоміда, як Ви самі побачите, при ни-
нішніх умовах не може бути виконана. Прийміть 11 до ві-
дома 1 до можливого виконання. Приготуйтесь до найгір-
шого, бо можна всього сподіватись. Щоб не трапилось в
Росії, наша праця не повинна припинятись. Виладжаю до
Ревеля. Ганецький дістав вказівки що до звязку і зро-
бить все що можливо щоб тримати Вас в курсі подій, але
найте на увазі, що треба рахуватись з неможливістю цілко-
витого порушення звязку.
Цілком апробую Ваші заходи, про котрі повідомляє-
те в докладі 1-го березня. Не припиняйте праці. На випа-
док дальшого невилічення становища гальмуйте хід бігу-
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чих справ.
Нам дуже необхідно удержати положення в Ні-
меччині при істнувщих умовах. Я бачу кольосальні
труднощі, з котрими Вам доводиться боротись 1 осо-
бливо тішуєл тим, що Вам досі удалося удержати ста-
новище. Напружте всі сили, позалк нам це більш ніж
необхідно.
Додав до цього орігінал інструкції Н.К.П.Д.
з 27 лютого.
З комуністичним привітом
Орігінал підписав:
ЛИТВИНОВ.
Лист до секретаря Совітської Місії в Берліні - тов.
Стомунку.
Ріга, 4. березня 1921.
Поважаний Товаришу,
Тільки що довідався від Альберда що він спіш-
но іде до Берліну. Спішу поділитись з Вами в кіль-
кох словах. Уявляю собі як Ви обурені на нас за
повчанку, але річ в тім, що ни самі майже нічого не
знаємо. Тут розходиться о велике неорганізоване се-
линське повстання, котре швидко розростається і не
піддається жадній льокалізації і цілком зруйнував
уселку накливість залеку.
Організоване на Французько-англійські гроші
білогвардійське повстання в Кронштадті є це наймен-
шим з усіх недач, його легко можна було б звіль-
дувати, як би становище не ускладнялось повсемістн
ми: повстаннями невидомого селянства.
Тут панує цілковита дезорганізація і паника
з огляду на катастрофічні відомості про нові пов-
стання, котрі надходять що хвилини окружними шляха-
ми. Виявляється картина цілковитого розгрому, котри
до кінця нищить здібність до спокійної і корисної
праці.
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Дипломати нічого не знають, почував ть по праця їх рух починає давати наслідки і зовсім погубили голови. Іоффе хоче робити вигляд наче нічого не сталося, але ніхто, а головно він сам собі не вірить. Є навіть такі зрадники, котрі сил- куться підробитися під соціал-зрадників і як ми в Вами давно передбачали, це все майже робіт- ники Наркомнада останньої формациї. Коли б не виявилося, що Ваш Копп такий, що щоб не погубив ці- лої нашої праці в Німеччині, котра саме тепер є важніше, ніж коли б то не було.
Як не тяжко, а приходиться передбачати, готу- ватись до зради навіть серед відповідальних пар- тійних робітників. Зрада Коппа може зруйнувати всю працю не лише в Німеччині, але й на заході.
Майте це на увазі. Зробить все, щоб установи- ти контакт з Гілерсоном, на нього у великім випад- ку можна рахувати. Нехай Александровський негай- но іде до нього і установити загальний план бо- ротьби з провокаторами.
Коли події будуть розгортатись в такому са- мому напрямі, то/ всі прийдемо до Вас і зробимо все можливе, щоб уратувати становище. Литвинов сам розуміє, що не на всіх можна покладатись, але його подвійна гра та накид до компромісів тревали за- надто довго і він сам став жертвою власних поми- лок. Чи виконала Лобова моє прохання і чи все у Вас готово? Буду щодня підтримувати зв'язок з Вами і робити все що можу, щоб Вас правильно ін- формувати та помагати Вам.
На жаль, ми можемо тут зробити дуже мало. Вся надія на Вас та на наслідки Вашої праці. Коли справи в Москві повернуться зле, то товариші мо- жуть рахувати тільки на Вас і тільки Ви маєте змогу підтримати їх.
З комуністичним привітом
Оригінал підписав: БАЛОК.
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Лист від мінки Михоншина-Преображенської.
Пишу до Вас під свіжим враженням останніх днів січня та лютого. Ви писали, щоб я обов'язково довідалась у Ліліної та Нар-ком-здраві про Ваші доклади. Я це зробила, але нічого добитись не можна, ні я, ні Яковлєва, не дивлячись на всерця рішучість та упертість. Бюрократизм так захопив наш канцелярії, що навіть у нас в Реввоенсовіті і то виходить "забой і перебой" котрий одкриває новий внутрішній фронт. Але я веренемось до об'єкту мого листа, де я по пунктам постараюсь відповісти на всі питання, які Вас цікавлять. Яка шкода, що, за-місць Криворучко, не приїхали Ви самі, а проте, може бути це краще, хоч одна людина лишилася з своїми головою, а то ми через велику суперечку нашого генералітету зовсім загубили голову.
Отже починаю: Ваш недоладок Копп, на котрого не знаю чому ви всі так повстали, нарешті приїхав до Москви. Наскільки я могла зрозуміти Померсько-го, йому попало від Чичеріна і Карахана, а від Ком-Зап-Ропа він і сам чекав для себе лютого кари. З ним приїхав лютій німець, котрого ніхто не бачив (розуміється з нас, простих смертних), про особу котрого ходять легенди що це мало не сам Еберт чи Людендорф (увага: в дійсності сув дипломатичного корпусу ф.Рентинг), приїхав щоб підписати щось. Розпишувала Карахана що воно за чудо сміється, жартує, проте Ви повинні знати хто то ведено.
Так от приїздив Ваш Копп з німецем і раптом його почали обвинувачувати в спекуляціях, в недбалості та інших якостях, в котрих він напевне повинен ні тільки, ні душев. Потім приїхав Крас з Гуковським, потім цілком несподівано і аустрійцем Літвінова і Радека, котрі повинні бути прика
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ині на тисячу верстов один від одного. Це робить
враження зієду наших високих дипломатів, зіаду
тим більш цікавого, позаяк ми нічого не знали.
Говорили про остаточне підписання договору в Ан-
глією та Німеччиною, про свої події та переміни,
оприлюдні для нас, в урядових колах Західної Європи. Одини словом були плани і проекти без кінця.
Красин скаржився 1 докоряв, Литвинов радив, Радець
загрожував 1 сердився, Копп мовчав і покривав ст
кулянці нимца - словом все було як треба.
Наскільки я могла виходити від певних людей,
є справи в тому, що Чичерін повстав на боро про-
паганди III Інтернаціоналу, а почasti на всіх
і мобілізував всіх і вся для того, щоб добить
втратившого грунт Ц.И.Н. III.Інтернаціоналу. Зі
свого боку 1 ми зробили заходи позаяк торгові
говори - торговими договорами, а партія - партією,
а коли через бюрократичну рутину постраждає па-
тія, то стара гвардія зуміє льокалізувати бажання
дипломатичних бюрократів, де що нам удалось
довідатись про натякання Чичерина і нам допомогли матеріали послані Вами.
Завержка зналася найбільше через Бременфельд
і Ваших особливих відділів, котрі нікому з Наркомида не дають спокою. Як все-таки мінляться люди.
Там же, крім спеців, все більшість наші старі, але
тепер їх пізнати не можна. Тон дають наші генера-
чуки та іхні мінки, дивлячись на них мимоволі зг
дуеш Мол'єра.
Сказати по тут нудно, не можна, ми бавились
більше ніж працюємо. Вчора з Київа приїхала Мане
котра вирвалась з рук повстанців. Вона приїхала
останнім поїздом з Курську, бо залишенні спинили
за браком палива. Вона оповідає страшні речі про
становище демобілізованих червоноармейців, котрі
гинуть сотнями на станціях та на шляхах. Маси із
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ідуть пішки від села до села і у владу навіть
сили їх спинити. Одним словом становище весе-
леньке.
У нас в Москві поки тихо, хоч учора я чула,
що під Вереею ідуть ссі з санітами, а Верей -
це всього 50 верстов від Москви. Почування себе
наче на бочці з порохом, і для того щоб заспо-
коїти себе, бажимося. Ми дуже добре розуміємо, що
наша гра програна і що все гине, не від страху
знаєте, а просто від утоми.
Листи краще передавати своїми, а то курьер-
ські пакети контролюютьься, а К.П.маркувати не
любить. Пишіть, не забувайте старих другів.
Ваша Преображенська.
Лист від Міхоновина до Кривоносова.
(Феваненцтр.4).
Товаришу, у відповідь на Вашого листа по-
відомляю Вам, що Сагато перемінилось з того ча-
су як ми бачились. З листа Анн я думав, Ви зрозу-
мили наші переживання, зрозуміли безнадійно сум
не почути очікуваних, котре є лейтмотівом наших
настроїв. Але до справи: від січня полеження в
Раді Партії і в Центр. Ком. загострились до оста-
нього ступня.
В результаті конфлікту виключили з партії
товариш Криленко, Бонч-Бруевича, Дубова, Блюменталь т.
інших. Це було основним жестом веселляхихся пар-
тійних божків. За слово сказане проти ММІ Имича,
Крєстинского або Зиновьева, навіть не публічно, загрожує остракизм. В провінції це гірше. Со
сатрапії Гука (Антонова) просто усувають не ті-
ки чужих, але й нашого брата, що посивів у парті
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Октябристи весь час посилають свої родини закор-
дон, головним чином до Прибалтики та Німеччини.
Будьте ласка! вести найдетальніший підрахунок
прибуваючих та їх коштів.
Потім, по постанові Воєнвідділу Партії, пропо-
нує Вам вийняти з банків всі вклади, які стоять у
Вашому розпорядженню і помістити у вірні руки. Ун-
кайте також сейфів. Одну третину залишного фонду
перевезіть до Навайцарії і передайте Ботокому. Реш-
та нехай лишиться в Німеччині на великий випадок.
Помалу перетворюйте цінності на долари, а ще кра-
ще в південно-американську валюту. Паспортний від
діл треба покищо закрити і дати відпочити людям
з тим, щоб переправити їх до Аксельрода.
Транспорти йдуть регулярно, але по останнім
рішенням Олімпу посилки будуть приходити не до
Вас, а до дипломатів. Ви все ж будете спокійні, ми
подбаємо щоб Вам, по снарошу, постачали переводи
через Григорьева.
Тут переконані, що коло Вас крутяться прово-
катори, зміцнить внутрішній догляд до максимума,
показав білі щось багато починати знати. В підста
ви болтись за Берлінське бюро, бо вонс переповне
військово-полоненими, а це народ безналійний.
Надалі ведіть працю по тій самій лінії що і
досі. З нашим Олімпом ми самі дамо раду і поверне
мо все по старому. Ильич слабіє, Зиновьев закирів.
Преображенський теж. Один Троцький все лишається
признаним Наполеоном, хоч і він еволюціонує. Ваші
берлінські дипломати ведуть безглузду гру слов
та обіцянками, але на них погляд вони цілювіті
банкроти. Райх просто обурює: він завше був наха
ним, але тепер став настільки важним, що в ньому
ком не видко тов. Кузі минулих літ.
Чічерін думає призначити до Берліну Оболен
кого, котрому ніхто не довіряє і ми боїмось, що к
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через упертість Чичеріна це пройде, нам доведеть-
ся робити проти нього свої заходи. Політика пред-
ставництва складатиметься з цілком легальної ро-
боти дипломатичної частин і цілковитого розриву
представництва з партією. Громі хочить передати
представникам. Ми цього не допустимо, бо це поста-
вить всіх Вас в залежність від ловців з Наркоми-
ду.
Прискорте виїзд з Німеччини решти воєнопе-
ців, вони тут необхідні. Може скоро прийшло до Вас
своє мінку, подбайте, щоб обставити 11 полуденьому
До побачення, етикетом Вашу руку
Ваш
А.МІХОНІН.
В початку 1921 р. сталася цілковита згода між Керен-
ським та Медвідевим у Владивостоку. Останній, за підмогою парижс-
ких банкирів, 1 далі дає Керенському дуже великі суми грошей на
працю.
До групи банкирів, які допомагають Керенському, належать
Ізраїль Вабушин (Німеччина), Дмитрій Рубінштейн (Відень), Його
представник в Німеччині - Лурье (Берлін), Іовель Геннер (Італія)
Гарі, Ашкелазі, Путілов (Франція). Бюджет с.р. на січень та лютий
1921 р. по 2,000.000 чеськ. кор. (в французькій валюті - 400.000
франків). Громі цієї згідно з відомостями у Франції Міністер Внутр
Справ, яке виплачені згаданими банкирами.
За грудень згаданими банкирами було затверджено вида-
ки с.р. на:
Друкування відозви 1 устну пропаганду- 500.000
видавання "Боли Россіи" 380.000
субсидії окремим особам 720.000
1,600.000
Велику роль в роздобуванні грошей, грає один інженер
Семеновський, який має зв'язки з американськими російськими бан-
ками.
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В Берліні проживає Жид Ерончик, секретний бойовець-
кий шпиг для правих російських кол. Відомості він дістає від Ге-
оргія Шебеко, котрий продає документи не лише одному Ерончику,
але всім хто платить. Разом з тим Ерончик фабрикує в делегації
Копа Фальшиві документи, котрі через Шебеко продає рікним роз-
відкам, щоб увести їх в блуд. Шебеко про себе говорить, що він
працював в організації Пліппе 1 у гр. Мусин-Пушкіной. Зустріча-
ється він з Ерончиком в панзіоні Бенц на Доротеенштр.34.
З ним у зв'язку Лев Губинський, Жид, 25 р., худий, біли-
вий, голений. Два тижні тому Губинський поїхав від Райха секрет-
ним кур'єром до Амстердаму.
З совітських джерел є відомості, що Ілля Райх платить
1 далі значні суми майору Меншу та секретарю Його Марш за сек-
ретну працю.
ВІДОМОСТІ ПРО ВОЛЬНЕВИЦЬКУ ПРОПАГАНДУ
I АГІТАЦІЯ ЗАКОРДОННОМ.
На чолі агітації і пропаганди в Скандинавських зем-
лях (Швеція, Норвегія та Данія), а також в Фінляндії, Естонії та
Латвії, стоїть Літвінов, котрий живе постійно в Ревелю. Безпосе-
реднім його помічником є БКДук, висланий в цей час з Берліну.
Справами в Швеції заряджає Штремх.
Швеція. Красін при поїзді через Стокгольм до Ро-
сії, добився у міністра закордонних справ Швеції Еранґеля, дозво-
лу Керженцеву на проїзд до Стокгольму 1 на надання йому де-яких
дипломатичних привілеїв.
Офіціально Керженцев приїздить як голова торговельно-
делегації, але в дійсності головним завданням його буде агітація
закордоном. Керженцев дістав освіту закордоном і скінчив універ-
ситет в Росії, доктор філософії і дуже освічена людина. Один з
найстаріших діячів "Роста". Читав лекції в комуністичному уні-
верситеті Свердлова, а останній час був начальником пропаганди
Комісаріата чужоземних справ. З ним разом приїздить біля 15 ду-
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серед них: Авербах, Гордин, Ісаак Леонид Зако, Кладинський, Наймарк,
Ошніяновський, Травин. Частина по торговельним справам, частина по
агітації.
В найближчим часі сподівається приїзду до Швеції ве-
ликої партії агентів для інших країв головним чином в Англію,
Францію, Америку. Центральний пункт для призначення є в Голандії
на німецькому кордоні і ним заряджає Иванкович. Він має агентів
в більшості портових місць, головним чином з поміж членів міжна-
родної організації матросів та грузчиків.
Норвегія. Центр діяльності большевиків є у
Варде. Через цей порт пересилається агітаційна література, грош-
ві кошти та агітатори. Широкі діяльності большевиків тут сприяє
те, що Варде є центральним пунктом для перегрузки закордонних
товарів на Курманськ та Архангельськ. Сюди приходять большевиць-
кі пароплави і тихими дожидатись інших пароплавів з грузом собі.
Це дає достаточний привід щоб мати у Варде великий штат служа-
чих, серед котрих є люди що займаються агітацією та пропагандою.
Крім того, завдяки цьому, вони мають змогу входити в зносини з ро-
бітниками, серед котрих вони вже зуміли зорганізувати надійні
кадри. Найбільш організованим є товариство розгрузчиків, яке скла-
дається з 180 комуністів. В цю артіль приймаються тільки комуніс-
ти і члени її навіть носять особливі значки - серп і молот.
У Варде є велике большевицьке торговельне агентство
офіційно визнане норвежською владою. На чолі агенства стоїть
інженер Е.Л. Більгу, помічником у нього його брат Семен Леонтіє-
вич. Обидва дуже обережні. До агентства прикомандировано Н.Н.Боч-
ковського; він моряк комерційної флоти, котрий має спеціальне
доручення добитись повороту російських пароплавів котрі стоять
у Норвегії.
Агітацію і пропагандою наче б то відає Бочковський.
Найбільшими його співробітниками є найвидатніші місцеві комуніс-
ти. Серед них особливо діяльні лідер місцевих большевиків, шкіль-
ний учитель, молодий семінарист Леон Андро. В літі минулого року
він їздив до Москви на III. Інтернаціонал. Другий його співробіт-
ник Кругве-Ньгорт є членом редакції місцевої большевицької га-
зети, добре говорить по російськи і займається перекладами у Ві-
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льгуса.
Місцева газета Фінкаржен стоїть до цілковитого розпо-
радження Вільгуєа і редактор ii,Ріхард Боден,клопець 19-20р.без
перечно виконує всі прикази.В літі він тем був у Петербурзі як
представник норвежських большевиків.
Перевозков почит і взагалі всякої контрабанди з Росії
і до Росії займається рибалка Анти,Фін з походження,котрий не
рах сидів в тюрмі за шахрайства.
В містах Киркенесі,Тромзе,Троньель,Берген і Христія-
нія тем є агентства пропаганди і агітації.Організація їх одна-
кова.Під видом торговельних агентів там сидять агенти ч.к.у кот-
рих секретарями і найблизшими помічниками є місцеві большевики.
У кожного агента до розпорядження мається місцеві большевицькі
газети,котрі ними сусвідуються.
Берлін. З визилкою Ейдука з Берліну брльшевикам
бракує розвідочного центру в Німеччині,в чому обвинувачують Ко-
па,котрий з ним не помирився і не тільки не оборонив його,але
навпаки нічого не мав проти його висилки.
В і день. Совітський представник у Відні - Варшав-
ський-Бронстейн улаштував нову фірму пропаганди - клаби.Голов-
ний склад членів - військово полонені.В кадрах ведеться енергій
на большевицька пропаганда і совітський уряд очевидно дуже за-
доволений діяльністю Варшавського.
Італія. В Італії командировано Куройдова.Йому
дані детальні інструкції по агітації і по розвідці.Його кінка
вже давно живе в Італії.
Японія. З цілком певних японських джерел пові-
домляють,що большевики вже давно хотять улаштувати на Далекому
Сході "Раду Акції і Пропаганди" на взірець улаштованого в Баку
по зізді "Народів Сходу"(в серпні минулого року).Бакинська "Ра-
да Акції і пропаганди" складається з депутатів революційних ор-
ганізацій Сходу і фактично нею керують Павлович і Стаосова.Вони
мають право "вето" на всі рішення членів ради.
Тепер большевики хотять улаштувати зізд комуністів з
Далекого Сходу в одному з міст Сібіру і потім утворити "Раду
Акції і Пропаганди" на Далеким Сході.Можливо,що зівд буде в Ша
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хал, куди саме тепер зібрались комуністи індує, хінці, корейці
і японці.
ВІДОМОСТІ ПРО ТОРГОВЕЛЬНІ ЗНОСИНИ
З БОЛЬШЕВИКАМИ.
В квітні минулого року для торговельних зносин з
большевиками в Швеції утворився консорціум під керуванням фінан-
систа Гунор Андерсон. Останній вже давно (це під час перебування
Воровського в Швеції) мав справи з большевиками. 1918 р. Воров-
ський фінансував Андерсона по справі будування заводу для виро-
бу кос. З огляду на це Красін, по приїзді до Швеції в квітні
1920 р. звернувся до Андерсона через адвоката Хельберга, який
тепер є офіціальним агентом при Штремі для переговорів про
відновлення торговельних зносин. Тоді й було організовано кон-
сорціум. Виконавчий центр консорціума "Ярнбруксоміден А.Б." введ
ське товариство для виробу хліборобського знаряддя. В це това-
риство були вкладені гроші ще Воровським. Крім цього товариства
в консорціум входять:
Мункельс А.Б. - вироб льокомобілів, пресів, культивато-
рів.
Свенска Мотор Плуг - вироб парових
плугів.
Вероніус А. Б. - вироб пил.
Юрдбруксмаскінес А.Б. - вироб різних механічних при-
ладів для експлуатації лісу.
Торнблом А.В. з Еккільстини - ножі, ножиці,
різні леза.
Нітквіст і Голи А.Б.-будова локомотивів
Майже всі заводи консорціума в руках Шведів, більшість
жел акцій заводу Нітквіст скуплені большевиками. Таким чином
найбільший паровозний завод в Швеції фактично належить больше-
викам. Акції цього заводу большевики скуповували через фінансіс
та Атберга.
Коли утворився консорціум, делкі промисловці постави-
лись до цього дуже негативно, але нарешті Брантинг, б. премер-мі-
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ністр згодився на це, позаяк фірмам загрожував крах через важке фінансове положення. Між представниками большихвиків і цим консорцієм було підписано контракт, згідно з яким Шведи зобов'язалися дати матеріали (сільсько-господарські машини різного роду, дрібні металеві товари, паровози), на загальну суму 100 міл. к. В уплату за товар большихвик зобов'язалися внести 25 міл. кор. золотом в "Нордік Гандельс Банк", що виписано, решта 75 міл. повинні бути виплачені сирівцем на протязі п'ятого року. З огляду на те, що консорцієм не має завадів по всім галузям матеріалів потрібних большихвикам (мотори, електрична арматура, телефони і т.д.) то большихвики вимовили собі право робити замовлення на інших заводах, причому консорцієм видає гарантії цим заводам оплати за виріб. (Гарантує 75 міл. сирівців які має дістати, але ще не дістав).
З Росії за 1920 р. було вислано 1000 вагонів сирівців більша частина котрого фанера, конфіскована в свій час англій- цями.
Тимчасом консорцієм зобов'язався видавати гарантії за- водам не входячим в його склад.
Між Консорцієм і большихвикською делегацією утворив- ся конфлікт - Шведи вимагають сирівців, большихвики кажуть, че- кайте п'ятого року. З цього приводу Гунар Андерсон їздив у Лон- дон до Красина. Результат поїздки - консорцієм дістав це 10 міл. кор. золотом завдатку; позаяк має вже 35 міл. кор. завдатку, повинен дістати ще 65 міл. сирівцями. Гарантії ренті заводів консор- цієм видає й далі. Все не тяглося до осени. Коли до Швеції при- хав Ломоносов, консорцієм звернувся до нього з проханням оплати- ти гарантії видані іншим заводам. Ломоносов зі свого боку вима- гає, щоб йому також були дані гарантії, що золото, яке дежить на його рахунок (35 міл. внесені в Нордиска Хандельсбанк) не буде за- коплено на випадок недоставки решти 65 міл. належних консорціє- му. Шведи на це згодились. Питання про те, чи будуть оплачені боль- шевиками гарантії чужим заводам, саме обговорюється.
Таким чином консорцієм нині має 35 міл. кор. завдатку, але не має гарантій.
Консорцієм послав до Росії товарів на суму коло 40 міл
- 19 -
корон.Слідуючі заводи працюють на бельговиків і не входять в склад консорціума:
А.В.Балтік -метал.зав.Було замовлено льокомобілів 1 моторів на суму 6 млн.кор.Замовлення зда- но,гроні заплачено.
Атлас Дізель - замова.10 моторів.Замовлення зда- но.Тепер бельговики замовляють Дізель-мотори тільки в Німеччині
Скаглундс Електро - механічна фабрика.Замовлено електричної арматури на 450000 кор.
Металево-механічні майстерні - металеві речі,кількість невідома.
Панірова спілка - замовлено 1500 тон паперу по 450 кор.за тону і цеїлози 4000 тон.
Замсвлення здано(замовлення дав Аuerбах).
Еріксон - телефони для городських станцій Москви і Петрограду в приладдям до них.Замовлення здано ще в червні.Очевидно одержано це велике замовлення на полеві телефони.
Скандинавська кулагер - кульчаті підшипники.Має дуже великі замовлення.Має пропозиції на великі концесії в Росії.
Свенека-Бент-Маргарин.Замовлено 5000 тон маргарину.Замовлення здано.
Прогрес. Замовлено на 6 млн.кор.книжок.
Центром бельгевицької пропаганди в Італії є Рим,де працює Водовозов.В Дубровниках є російська бельгевицька організація,на чолі стоїть пані Бонна.Боротьба з бельгевиками в руках Потоцького,Яому допомагає Попов.
За бельгевиками в Сербії слідкують агенти союзних міст.Серед Французів є Вженшунц,масон 1 кид,був в Ставці Кол- чака і Денікіна.Французи хотять втягти сербів у війну з бель- гевиками; прихов Франце д Еспере чекають приїзду Й Фона.
- 20 -
Російське посольство в Сербії ставиться до монархістів
вороже. Штрандан стоїть під впливом Парижу, в сербських
колах мало популярний. Педехин , радник звязку з Чесноко-
вим. Клемм - секретаръ, член теософичної ложі Великого Сходу
в Александрії. Адамов - консул; Потоцький, Базаревич - військові
агенти; морський агент Апрілев. Панеолог - чиновник управління
державного уповноваженого.
ДИПЛОМАТИЧНИЙ ВІДДІЛ
ПОСОЛЬСТВА УКРАЇНЬКОЇ НАРОДНОЇ
РЕСПУБЛІКИ В НІМЕЧЧИНІ.
№ 149
УКРАЇНСЬКІ ІНФОРМАЦІЇ.
Кубань.
За браком транспорту погнили величезні запаси збіжжя, приготова-
ні до відсилки на північ. Проте, особлива продовольча комісія пра-
цює й далі для використування кубанських запасів. "Екатеринос-
лавській Извѣстія" широко признавається, що в ній працює 11.000 чол.,
фунт реквірованого хліба, котрий гине на складах, коштує державі
800-1000 руб. Заходи котрі большевики роблять для поліпшення
транспорту, надзвичайно примитивні і зведені до погроз розстрілю-
вати всіх, починаючи з інженерів, а кінчаючи останніми робітника-
ми. Не потрібно й говорити, що це не дає ніяких наслідків.
Терек. На Тереку неспокійно. Від ст. Беслан на Вла-
дикавказ та Грозний поїзди ходять з/ конвоєм. Нафтові підприємст-
ва в Грозному цілком зруйновано. У вересні там сталась пожежа, як-
зніщила взірцево поставлені підприємства. Директори товариства
бельгійці, котрі поїхали до Москви, щоб протестувати проти вчинків
комісара Руднева (в минулому близького друга відомого Гикало), бу-
ли там арештовані і доля їх невідома.
На Україні (17 січня 1921.) Ливобережна і правобереж-
на обхопленні повстаннями. Повстання почались по жнивах. На Полта-
цині група повстанців з якоюсь Марусею на чолі зайняли Миронов-
ку і Ртищево. По лінії Кременчук-Полтава з брільшевиками б'ється
отаман Живосов. Харьківщини рештки банд Махна зайняли Ізго-
На Чернигівщині повстанці оперуть по лінії Вахмач-Київ під ве-
руванням українського офіцера Романка. На правим березі повстан-
ня ще більш значні; на Херсонщині організувався загон Заболот-
ного. На північ від Єлисаветграда Коханенко зайняв Умань; на
Київщині сконцентровані значні загони повстанців Струка і Коло
- 2 -
сова, до 10.000 кокен і складаються з селян і салдатів. На Кате-
ринославщині отаман Ільченко зіпсуває багато переправ через
Днipro.
З Кісінгена прибув до Берліну полковник Л.И. Волинсько-
го полку Петрушевський, котрий стояв на чолі запасного батальо-
ну названого полку, коли він виступив проти Імператорського уря-
ду. Згодом Петрушевський звертає на себе увагу своєю діяльніс-
тю на Україні, де він служив при всіх українських урядах в мо-
білізаційному відділі Українського Головного Штабу. Він стаєть
в звязку з відомим "українофілом" Омеляновичем-Павленком. Обид-
ва працюють для Гетьмана Скоропадського. Петрушевський стоїть
в постійному звязку з Гладиш, роти Кістером, кап. Веденяєвим (слу-
жить у Антанти), полк. Чихачевим, Сільським і збирається викли-
кати сюди з Сербії ген. майора Кушакевича.
( З листа Карахана до Латвійського Представника ).
6/3 ц.р. прийшли доповнені відомості з України. Наш
комуністичний одобивають натиск отамана Струка на Київ, а 3-го
цього місяця, за місто Київ іде завзятий бій. Ціла магистралі
між Києвом та Одесою в руках українських бандитів, котрих підт-
римують білогвардійці Петлюра та Павленко, а також різна інча
українська наволоч. Міста: Балта, Ананів, Умань, Ольвіополь, Звени-
городка, Тараща, Переяслав, Прилуки, Ромни, Лебедин переходять з
рук до рук. Частинам, розквартированим на Україні, доводиться тіл-
ки брати під охорону Ісполкоми та Губкомисари. На місцеві кара-
ульни батальйони, котрі стоять до розпорядження губ.та пов. Коми-
сарів, немає ніякої надії: всі такі частини при першій зустріч
з ворогом, або розбігаються або переходять на його бік. На Чер-
гівщині іде уперта боротьба з повстанцями Ромашка, котрі були
зайняли Чернігів, Козелець, Конотоп, Борзну, але, завдяки енергії
лівобережного штабу для боротьби з повстанцями, були вибиті з
них. Завдяки праці українського "кулачества" по селах ведеться
білогвардійська пропаганда, котра пустила глибокі коріння серед
населення України і породила масові повстання, з котрими тепер
- 3 -
дуже тяжко боротись, через становище яке тут утворилося в цент-
рі Росії.
-1-------------------
Серби не визнають Українців. Особам з українськими
паспортами одмовляють у великій допомозі чи визнанню. Е підстав-
ний український рух землевласників - Григоренко, Пеликан і Мал-
ко.- Монархічна платформа - праве крило хліборобів. До Скоро-
падського відношення негативне. Тимчасове гетьманство не визна-
ється.
-
До
Посольства У.Н.Р. в Німеччині.
загальний
вересня 41
Постоя
З розпорядження пана Керуючого Справам
вами ДИРЕКТОРІЇ,Канцелярія має за честь по-
відомити цим Посольство,що інформаційні мате
ріяли:ч.189 Близький Схід,190 звідомлення в
Совітської Росії,191 різні інформації,ч.192
Совітська російська армія,193 огляд стано-
вища в СОВІТСЬКІЙ РОСІЇ-одержано й ПАНОВІ
ГОЛОВІ ДИРЕКТОРІЇ доповіджено.
ПОСОЛЬСТВО
УКРАЇНСЬКОЇ НАРОДНОЇ РЕСПУБЛІКИ
В НІМЕЧЧИНІ
№ 2280..
Берлін ....дня 26 серпня ...
До
п.Голови Директорії і
кульового Отамана Військ
У.Н.Р.
Тарнів .
Канцелярія Директорії
ОДЕРЖАНО
26.8.1930 р.
ВХ. № 2227
Дипломатичний Відділ Посольства У.Н.Р.
у Німеччині має за честь переслати до Вашого
розпорядження приложені до цього слідуючі
нові інформаційні матеріали:
1) №189. Близький Схід (укр.)
2) №190. Звідомлення з Советської Росії (нім.)
3) №191. Ріжні інформації (укр.)
4) №192. Совітська російська Армія (укр.)
5) №193. Огляд становища в Сов.Росії (укр.)
В.o.Повіреного у справах У.Н.Р.у Німеччині
СЕКРЕТАР ПОСОЛЬСТВА:
[письмовий підпис]
ДИПЛОМАТИЧНИЙ ВІДДІЛ
ПОСОЛЬСТВА УКРАЇНСЬКОЇ НАРОДНОЇ
РЕСПУБЛІКИ В ПРИЧОРНОМУ
№ 189
СТАНОВИЩЕ НА БЛИЗЬКОМУ СХОДІ.
(Звіт походить з совітських джерел і особлива увага звернена на деякі зміни в політичних напрямах діяльності Національного Зібрання в Ангорі).
Угода в Льондоні, котра, як здавалося усунула всі непорозуміння між константинопольським урядом та Ангорою з одного боку, та антантськими урядами з другого боку, повинна була закінчити в деякій мірі, східну політику Франції та Англії тим, що угода, здавалось, забезпечила переведення в життя Сєврського мирового договору, хоч і не в тій мірі, як можна було перше думати. Льояльність, з якою представники ангорського уряду тримались, зробила на західно-європейських дипломатів дуже добре враження. Розумна тактика ангорської делегації здавалось була найкращою за порукою для консеквентного переведення постанов льондонського договору відносно Турції. Турки зуміли зробити собі, так би сказати, переднішу і їм тим забезпечили собі можливість розмовляти тепер з дипломатичним корпусом Антанти, цілком інакшою мовою ніж перед двома місяцями. Більшість пропозицій для ослаблення компромісу, зроблених Англією, були прийняті делегацією з чого слідує, що переможці зменшили свої вимоги. Турецька делегація переслідувала цим одну мету - ще більше заплутати протилежні інтереси Англії та Франції, Франції та Італії, Італії та Англії, і таким чином причинитися до прискорення загрожуючого розвалу великої Антанти. Нає солідном розв'язанні Антанти мусить бути обвлення всіх примуробних договорів неважними і неістнуючими. Ще в лютому ц.р. стало ясним, що якраз ехідна політика приведе Антанту до кризи.
Під впливом правого крила Ангорської конституанти, відносини Ангорського уряду до Сов. Росії значно зіпсувались, а в березні ц.р. стали майже ворожими. Наразі становище в Турції представляється так: непорозумінь між Ангорою та царгородським урядом більше не існує, обидва уряди зрозуміли, що вороженча між ними ітиме на користь Антанти. Отже вороженча між обома вищезгаданими урядами є лише фіктивна, щоб під її покровом ховати спільність інтересів. Константинополь є наразі нічим іншим як лише форпостом ангорського уряду і коли армія Кемаль Паші не займає Констан-
- 2 -
тинополю то лише з тактичних міркувань.
Голова фракції ангорської конституанти, котра стоїть за співробіт-
ництво з Москвою, Кемаль Паша є поніркований соціял-демократ і має бли-
боке зрозуміння для того, щоб утворити об'єднаний фронт для забезпечення
робітничої класи від грабіжницьких замахів західної Європи. Його ім'я і
та більшість, котру він веде за собою, гаранують нам дружні відносини і
певний вплив на хід подій в Малій Азії та Східній Африці. Не можна сум-
ніватись в тому, що зусилля ангорського уряду та національних комітетів
в магометанських країнах на сході, уявляють собою загрозу Антанти. У вся-
ким разі уряди Антанти мусять рахуватись з цими течіями і вгамувати
свої хижакські наміри на сході. Тепер справи стоять все так, що на цілу
територію від Гангу на схід і від Нілю на захід можна дивитись як на
єдиний фронт поневолених націй, котрі боротимуться за свою національну
культуру та свободу. Адміністративний та духовий центр цього руху, до ко-
трого прилучилися сотки міліонів магометан, є в Ангорі і має свої відді-
ли в Каїро та Самарканді. Революційний дух населення зміцнюється релі-
гійними переконаннями мас, котрі дістають імпульс також з Ангори. Можна
сказати, що без відома ангорського центру на цім великім просторі, не
може статись жадна більш менш важлива подія. Ми підкреслюємо, що цей
центр зі свого боку працює в цілковитому порозумінні з нами. Не може бу-
ти сумніву в тім, що східні кордони Європи є Ахілевою п'ятою Антанти.
Можна в тим рахуватись, що вже в найближчих днях тут стануться події, ко-
трі значитимуть початок кінця капіталістичного панування і поведуть до
звільнення пролетаріату. Всі військові сили, котрими розпоряджаються Англія,
Франція та Італія, повинні бути сконцентровані на Сході, увага антантської
дипломатії буде відтягнена евентуальними подіями на російсько-поль-
ським кордоні. До торкається розвитку подій на азійському сході, то по-
зицію Афганістану досі можна було назвати що найменше загадковою;
Афганський уряд давав налякати донесеннями англійських агентів, а також
оповіданнями хивинської та бухарської буржуазії, котра повтікала до Ка-
булу, але стоїть також під впливом вимог населення, котре це хитається;
чи пристати до Ангори чи ні. Поворотним пунктом політики Афганського
еміра був договір з ангорським урядом 25 квітня ц. р. Коли простудінвати
окремі точки згаданого договору, то можна прийти до переконання, що наст-
рій в Афганістані не різниться від настрою турецьких націоналістів;
цим досягається приєднання одного з найбільших народів магометанського
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сходу Афганістан, Хива і Бухара дістала від Турції визнання незалежності; в пункті 3 передбачено визнання Афганістаном, Хивою та Бухарою безумовної зверхності Турції і політичної гегемонії в захисті інтересів магометанського населення, а також у виріванні деяких релігійних конфліктів. В пункті 4 указується на офензивний союз обох сторін на випадок, коли імперіалістична держава зробить спробу наступати на схід, кожна із сторін, яка заключила договір, зобов'язується ставитись до імперіалістичної офензиви, направленої проти одної з названих держав так, наче б то вона загрожувала власній країні, а згідно пункту 8 Турція зобов'язується не дуже до безпосередньої військової допомоги, але також після інструктів до Афганістану, котрі реформують афганську армію. Цей договір є обов'язуючим для Афганістану, про які не будь зміни в зовнішній політиці Афганістану не може бути й мови. Все чого Англійці досягли в Афганістані цим договором анульється, а це загрожує англійській гегемонії в Індії. Коли рахуватись з тим, що Египет серед усіх колоній Англії досяг наразі найбільшої революційної зрілості, то не є виключене, що Англія сама, сама може того не хотіти, дасть привід до революції у своїй колонії. Таке саме становище і у французьких колоніях. Що торкається італійського Тріполі, то загострення подій залежить там безпосередньо від становища в Египті, що італійські дипломати здається дуже добре розуміють.
Єдина держава, яка до сих не має сталого контакту до Ангори, є Персія хоч останні звідомлення звідти дають підставу надіятись, що нашому представництву там так само як і Турецькому Національному Зібранню вдасться утворити загальне політичне становище, котре у своїх загальних рисах відповідатиме нашим завданням.
Сов. представництво в Царгороді стоїть у тісному контакті з турецькими урядовими колами і добре поінформоване про хід подій.
Знову звертаємо увагу на те, що головна вага політичних подій найближчого часу паде без сумніву на магометанські колонії держав Антанти. Негайно отже буде вислана спеціальна місія від Народнього Комісаріату, щоб освітлено установити наші відносини до султанського уряду в Константинополі. Також будуть вестися переговори про проливи та зачеплено буде питання торгової політики Сов. Росії в західній Європі та у новоутворених кавказьких сов. республіках.
Підписано головою Східної Колегії при Народньому Комісаріаті.
КАРАХАН.
ДИПЛОМАТИЧНИЙ ВІДДІЛ
ПОСОЛЬСТВА УКРАЇНЬКОЇ НАРОДНОЇ
РЕСПУБЛІКИ С НІМЕЧЧИНІ.
№ 190
NACHRICHTEN AUS SOWJETRUSSLAND.
Die in Moskau erscheinende Zeitung "Bednota", das Organ des Zentralkomitees der russischen kommunistischen Partei, bringt folgende Nachrichten über die Ausdehnung des Hungergebiets in Südostrussland:
"Mit vollständiger Klarheit hat sich die starke Missernte im Süden erwiesen. Am meisten hat das Gouvernement Samara unter der Dürre gelitten. Vom Gouvernement Samara aus zieht sich das Hungergebiet nach Süden und nach Norden.
Im Süden sind die Gouvernements Saratow, das Gebiet der Deutschen im Fowlshje, Zarizyn, der östliche Teil des Donebiets, Astrachan und der nordöstliche Teil des Kuban-Terek Rayons von der Missernte betroffen worden.
Im Norden sind die Gouvernements Simbirsk, ein Teil des Gouvernements Pensa, das Gouvernement Kasan, Ufa, Tschweschengebiet und die südöstlichen Teile der Gouvernements Wjatka und Perm gleichfalls von der Missernte betroffen.
Im Gouvernement Samara wird man nicht mehr als 7 bis 8 Pud Getreide pro Dessjatine ernten können, im Gouvernement Saratow etwa 10 Pud und im Gouvernement Simbirsk von 10 bis 30 Pud.
Nur allein für 7 Millionen Einwohner der Gouvernements Samara und Saratow sind 154 Million Pud Brotgetreide notwendig (Brotgetreideportion und Saaten). Die Ernte von 3 Millionen Dessjatinen ergibt aber nur 30 Millionen Pud."
Die Zeitung veröffentlicht weiterhin einige Briefe von Bauern aus dem Hungergebiet.
Der Bauer Maslow aus dem Gouvernement Saratow schreibt:
"Die zur Frühjahrsbestellung bestimmten Felder sind fast alle nicht besät worden. Roggen und andere Getreidesorten sind vernichtet, die Bevölkerung nährt sich von Eicheln, Gras, verschiedenem Abfall und sieht bleich und elend aus. Wenn der Staat keine Unterstützung gibt, wird das Dorf Posselki mit 2500 Menschen aussterben müssen".
Der Bauer Jelissejeff aus dem Gouvernement Samara, Bezirk Stawropol, schreibt:
"Im Bezirk Stawropol hungert die Bevölkerung in entsetzlicher Weise. Als Nahrungsmittel dienen verschiedene Gräser, auch Zieselmause. Die Wintersaaten sind infolge der Dürre vollständig vernichtet worden. Die Frühjahrsaaten gehen, ausser der Dürre auch noch durch schadhafte Insekten ein."
Der Bauer Smurugoff schreibt aus dem Gouvernement Pensa, Bezirk Saransk:
- 2 -
"Die Mehrzahl der Bauern im Bezirk Saransk hat kein Brot mehr. Wer noch eine Kuh besitzt, nährt sich von Gras und Milch, wer keine Kuh hat, nährt sich allein von Gras. Am meisten ist man Sauerampfer. Damit muss man wochenlang auskommen. Die Leute sind vollständig erschöpft, Einige können nicht mehr 20 Schritt weit gehen und werden vom Winde umgeworfen. Einzelne Bauern haben noch etwas Hafer, welchen sie als Bezahlung für die Anfuhr von Holz an die Eisenbahnen erhalten haben. Dieser Hafer wird mit der Hülse verzehrt."
Der Bauer Titioff, der aus der Roten Armee entlassen worden ist, und nach Hause zurückkehrt, schreibt über seine ersten Eindrücke:
"Das erste, was mir bei der Rückkehr aus der Roten Armee in der Heimat in die Augen fällt, sind die erschöpften und hungernden Bauern. Ich treffe Bekannte und kann sie nicht erkennen, die Leute sind wie die Schatten.
Im ganzen Bezirk Saransk des Gouvernements Pensa ist man was einem gerade in die Hände fällt. Wenn man auch nur eine Hand voll Mehl erhält, mengt man dazu allerlei Hülsen, Baumrinde, Sägespäne, Moos, Spreu, um satt zu werden."
Der aus der Roten Armee entlassene Iwanoff berichtet Folgendes aus dem Gouvernement Ufa, Bezirk Menselinsk:
"Die gesamte Bevölkerung unseres Bezirks, 14 000 Menschen hungern und nähren sich nur von Lindenblättern, von Wurzeln der Ulmen und von Sauerampfer.
Auf die Wintersaaten hat man keinerlei Hoffnung mehr. Die mit Nden Frühjahrsaaten bestellten Felder sind ungenügend bestellt worden, ⅔ der Saaten ist nur aufgegangen. Falls der Staat zur Herbstbestellung keine Unterstützungen schickt, werden die Felder nicht ungepflügt werden können, weil die Pferde absolut erschöpft sind und nichts zu fressen haben."
Die Sowjetregierung hat zur Unterstützung der hungernden Bauern 200 Millionen Rubel assiginiert.
Die Zeitung "Bednota" vom 6. Juli bringt einen Artikel über die Hungerepidemien von Borissow:
"Das Südostgebiet, also die Gouvernements Samara, Saratow und die an sie angrenzenden Bezirke der Nachbargouvernements, wird schon seit langer Zeit als der Lebensnerv Russlands gerechnet. Es genügt zu sagen, dass beide Gouvernements vor dem Kriege jährlich 125 Millionen Pud Weizen und Roggen ausführten, d.h. ⅔ des russischen Getreideexports ins Ausland. In glücklichen Erntejahren betrug die Ernte dieses Südostgebiets etwa die Hälfte der gesamten Getreidemenge, welche nach Westeuropa exportiert wurde.
In diesem Jahre steht dieses Gebiet im Zeichen des Hungers. Die Wintersaaten haben stark unter der Dürre gelitten und die Frühlingsaaten sind fast vollständig ausgedorrt. Nach den letzten Nachrichten sind dort allerdings vor kurzer Zeit Niederschläge gewesen. Dieses tut jedoch nichts zur Sache, da die hauptsächlichste Hoffnung dieses Landstrichs, der Sommerweizen, bereits vollständig vernichtet ist. Obwohl es merkwürdig ist, muss dieses Jahr unsere Lebensader hungern. Viele sind dazu geneigt, diese Erscheinung der augenblicklichen Zerrüttung im Lande zuzuschreiben. Das würde aber eine vollständige Unkenntnis der Geschichte dieses Gebiets bedeuten.
Unser Lebensnerv im Südosten ist nicht nur durch seine Fruchtbarkeit, sondern auch durch seine Hungerperioden bekannt. Diese treten dort auf, seitdem der russische Bauer zum ersten Mal die schwarze Erde aufgepflügt hat.
- 3 -
Nach der Statistik der zaristischen Zeit der letzten
20 Jahre (von 1891 bis 1911) waren im Südostgebiet in drei Jahren
Missernten, 13 ausgesprochen schlechte Ernte und nur 5 Jahre gute
Ernte. Folgende ist die Statistik:
1891 ...................... Hunger,
1892 ...................... schlechte Ernte,
1893 ...................... " "
1894 ...................... gute Ernte,
1895 ...................... schlechte Ernte,
1896 ...................... gute Ernte,
1897 ...................... schlechte Ernte,
1898 ...................... " "
1899 ...................... gute Ernte,
1900 ...................... schlechte Ernte,
te
1901 ...................... schlechte Ernt
1902 ...................... " "
1903 ...................... " "
1904 ...................... gute
1905 ...................... schlechte"
1906 ...................... Hunger,
1907 ...................... schlechte "
1908 ...................... " "
1909 ...................... gute
1910 ...................... schlechte"
1911 ...................... Hunger
Besonders schlecht war das berühmte Jahr 1891, welches
dem Jahre 1830 mit einer schlechten Ernte folgte. Schon Anfang des
Sommers 1891 hatte man keinerlei Hoffnung mehr, auf irgendeine Ernte
und floh ohne zu wissen wohin. Aber dadurch wurde sie nicht geret-
tet. Die schlechte Ernte erstreckte sich damals auf das gesamte
Zentral- und Südrußland. 25 Gouvernements blieben damals ohne Brot.
Ganze Dörfer starben infolge Skorbut und Hungertyphus aus. Im Gou-
vernement Samara kamen allein über 100 000 Menschen um. Im Gouver
Das Unglück wurde dadurch noch größer, daß die staat-
liche Hilfe äußerst gering war. Die zarische Regierung fürchtete
sich, daß sich an den gemeinsamen Tischen in den Dörfern auch anti-
zaristische Agitatoren einfinden würden. Daher verbreiteten die
zaristischen Beamten, es herrsche gar kein Hunger, sondern im Gebiet
sei nur eine schlechte Ernte.
Dasselbe Bild wiederholte sich im Jahre 1908. Hier fiel
der Hunger mit den revolutionären Bewegungen der Bauernschaft zusam-
men. Die hungernden Bauern wurden mit der Nagaika genährt und viele
mußten ihr Leben durch die Kugeln der Kosaken lassen.
Nach einer kleinen Atempause war im Jahre 1911 wieder
eine unglückliche Missernte. Wiederum herrschten Skorbut und Hunger-
typhus. Nachdem die Bauern ihr gesamtes Vieh verkauft hatten, began-
nen sie ihre Kinder zu verkaufen. Es erschienen unerwartete Händ-
ler, welche gern für ein Mädchen ein Pud Mehl zahlten. Die "Ware"
wurde natürlich an die "Bürshuis" weiterverkauft, welche sich auf
Kosten des Bauernelends amüsierten.
So war es zur Zarenzeit. So darf es aber nicht in der Re-
publik der Arbeiter sein. Daher muss ganz Sowjetrußland wie ein
Mann gegen den Hunger auftreten."
Die "Bednote" vom 7. Juli schreibt noch folgendes über
das Hungergebiet:
Die schlechte Ernte in den Gouvernements Samara und Sara-
tow zwingt dazu, diese Tatsachen nicht ohne zu denken vorüberziehen
zu lassen. Es handelt sich nicht nur um die leidende Bevölkerung
von 7 Millionen, sondern um das grosse wirtschaftliche Minus, wel-
ches sich für ganz Rußland daraus ergibt. Dieses Minus hat riesige
Dimensionen angenommen. Denn in normalen Jahren exportierte dieses
Gebiet 125 Millionen Pud Brotgetreide, in besonders guten Jahren
noch mehr. In diesem Jahr müssen wir im Gegenteil 120 Millionen Pud
Brotgetreide in dieses Gebiet einführen, damit die hungernde Bevöl-
kerung irgendwie den Winter überstehen kann. Infolgedessen verliert
die Republik im ganzen die schwindelnde Zahl von 240 Mill. Pud, d.h.
genau so viel, wie in diesem Jahr durch die Naturalsteuer einkommen
soll. Daher ist das Schicksal des Südostgebiets das Schicksal Ruß-
lands.
In erster Linie muss natürlich dem Hungergebiet Hilfe er-
wiesen werden. Der Staat und die Bevölkerung reicherer Gebiete
müssen alle ihre Kräfte mobilisieren. Jeder einzelne, welcher auch
nur die kleinste Möglichkeit hat, muss freiwillig opfern, um die
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hungern den Bauern in den Gouvernements Samara und Saratow vor dem Tode zu retten. Dieses darf man nicht nur aus Mitleid tun, denn wenn die Hilfe nicht rechtzeitig kommt, wird das Gebiet entvölkert und im nächsten Jahre wird dort kein Mensch säen und ernten. Denn augenblicklich schon laufen die Leute in alle vier Richtungen auseinander, um dem Hunger zu entgehen, das Vieh wird verkauft und das glückliche Dasein des Bauern wird zerstört.
Der Führer der finnischen Delegation, Direktor Forsa, welcher neulich aus Russland zurückgekehrt ist, hat sich folgendermassen über die wirtschaftliche Lage Russlands, speziell über die Papierindustrie ausgesprochen.
Noch während des letzten Viertels von 1920 arbeiteten die meisten Papierfabriken einigermassen zufriedenstellend. Mit einem Male hörte jedoch jegliche Zufuhr auf. Diejenigen Papierfabriken, welche auch eine Zellulosefabrik hatten, lösten die Heizmaterialfrage dadurch, dass der Holzvorrat zwischen dem Kesselhaus und der Zellulosefabrik verteilt wurde, wodurch also der ganze Holzvorrat (auch das zum Papier notwendige Holz) mit grösster Schnelligkeit verbraucht wurde. Im Dezember 1920 waren sämtliche Vorräte zu Ende. Die Okulowfabrik, welche halbwegs zwischen Petersburg und Moskau liegt, hat die eigenen, ihr zur Verfügung stehenden Wälder vollständig abgeholzt und hat den Betrieb eingestellt seitdem von anderer Seite kein Heizmaterial mehr herangeschafft wird. Die Papierfabrik Petschatkin in Zarskoje Sselo erhielt anstatt Holz Torf, dadurch wurde die Kesselanlage vollständig zerstört. Die Fabriken Dubrowka und Golodai sind die einzigen Papierfabriken im Petersburger Rayon, in denen noch einige Maschinen arbeiten, aber der Mangel an Treibriemen, Filtern, Winden und vor allen Dingen an Zellulose und Holzmasse nimmt von Tag zu Tag zu. Die Lager des Petersburger Archive und der alten Verlagsfirmen (Journale, alte Bücher usw.) werden mit Turkestaner Rohbaumwolle vermischt und wieder zu Papier fabriziert. Im Rayon Moskau arbeiten die Fabriken Howard und Kuwschinow nicht. Die Fabrik Sokol arbeitet nur wenig und liefert ihre Zellulose an die Petersburger Fabriken. Ferner ist noch eine kleine Holzschleiferei in Jamburg in Gang.
Genauere Ziffern über die Produktivität der Arbeit konnten nicht festgestellt werden. Direktor Forsa erfuhr jedoch, dass die Fabrik Golodai, die noch am besten ausgerüstete russische Fabrik, monatlich etwa 200 Tonnen oder jährlich 2400 Tonnen verfertigt. Die augenblicklich in Russland noch arbeitenden 5 Papierfabriken produzieren monatlich etwa 800 Tonnen, was eine gesamte Jahresproduktion von 9800 Tonnen ausmacht.
Die Sowjetmacht hat alle vorgefundenen Papierlager beschlagnahmt. Die Papierpartien, welche im freien Markt aufgebracht werden können, sind äusserst gering. Wenn irgendwo 50 Pud Papier aufgekauft werden können, findet man dieses eine kolossale Menge.
Von Preisen existieren zwei verschiedene Arten: 1) Der feste Preis, der von der Regierung festgesetzt ist, und 2) der Preis im freien Handel. Der feste Preis auf Zeitungspapier in Bogen ist 130 bis 140 Rubel per Pfund, im freien Handel 800 Rubel per Pfund, während sich der Preis von gewöhnlichem Druckpapier bis zu 1000 Rubel per Pfund beläuft. Als Kuriosität wird angeführt, dass in Moskau 12 Briefbogen für 1000 Rubel und 12 kleine Briefumschläge für 1500 Rubel auf der Strasse verkauft werden. Alte Kopierbücher sind Raritäten, 5 Bögen aus einem solchen alten Kopierbuch kosten 500 Rubel und werden als Zigarettenpapier verkauft.
Der Bedarf an Papier ist äusserst schwer zu normieren. Privatpersonen erhalten überhaupt kein Papier. Die Theater, Opern und andere Vergnügungseinrichtungen verwenden alte Blankette und Formulare als Billette. Die Sowjetbehörden haben alles zugängliche Papier in ihren Händen. Wird es als richtig befunden, dass viele Zeitungen gedruckt werden, da kommt es auf die auszugebende Papier-
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masse nicht an, wenn auch der Vorrat an Papier gering ist. Propa-
gandabücher werden in erster Linie gedruckt und zwar meistens
50 000 Exemplare von jedem Buch. Der Gebrauch an Propagandalitera-
tur ist dermassen gross, dass keinerlei Papier zum Drucken von
Lehrbüchern übrig bleibt. In den Schulen ist für 10 bis 15 Schüler
nur ein Lehrbuch vorhanden.
In Petersburg erscheinen folgende Zeitungen: Krasnaja
Gazeta, Petrogradskaja Prawda, Machowik, Derenwenskaja Bednota
und Krassny Putj. Die ersten drei Zeitungen erscheinen täglich in
verschiedenen Auflagen, die beiden letzteren nur dann, wenn genü-
gend Papier vorhanden ist. Privatzeitungen sind natürlich nicht
vorhanden.
In Moskau erscheinen die Zeitungen: Móskowskija Iswestija,
Moskowskaja Prawda, Kommunistischeski Trud, Ekonomitscheskaja
Shisn und Trud.
Das einzige, was in Russland nicht nationalisiert ist,
sind die Verlagsfirmen, diese kämpfen jedoch mit kolossalen
Schwierigkeiten. In den meisten Fällen müssen die Setzarbeiten im
Auslande ausgeführt werden, während der Verlag nur das Material
aussucht und des Manuskript ordnet. Infolge des Papiermangels ist
man auf diesen Ausweg gekommen. Die Kosten für solche Arbeiten sind
natürlicherweise ausserordentlich hoch wegen des schlechten Stan-
des der roten Valuta. Kleinere Druckarbeiten werden natürlicher-
weise in Russland ausgeführt, jedoch sind dazwischen 5 Wochen not-
wendig, um eine Seite zu setzen; dann fehlt es an Elektrizität,
dann an Brennstoffen, dann fehlt es an irgend etwas anderem wieder
Die verlagsfirmen halten keinerlei Papier vom staatlichen Verlag
und sind daher angewiesen, im freien Handel sich Papier zu be-
schaffen.
Wenn ein Buch fertig gedruckt ist, wird die ganze Auflage
dem Zentropetschat (Zentralverwaltung der Druckerei) übergeben,
welcher die Verteilung in den Händen hat. Danach wird der Selbst-
kostenpreis nach dem festen Preise festgestellt.
In Petersburg gibt es 10 verschiedene Verlagsfirmen, deren
prösste von Maxim Gorkij kontrolliert wird. Die einzige Privatdruck-
kerei, welche in Betrieb steht, ist die "Druckerei Kopeika", welche
einen gewissen Grashein gehört. In Moskau arbeiten 4 bis 5 ver-
schiedene Verlagsstellen.
Folgendes ist bemerkenswert: die privaten Verlagsstellen
haben das Recht erhalten, sich zu einer Kooperativgenossenschaft
zu vereinigen. Diese hat nun die Absicht, auf die Druckerei "Ko-
peika" und voraussichtlich auf die Papierfabrik Dubrowka, wo noch
eine Maschine in Betrieb ist, eine Konzession zu erhalten. Ferner
beabsichtigt diese Kooperativvereinigung nur gute Literatur als
Gegensatz zur Propagandaliteratur zu drucken.
Bevor Direktor Forsa Moskau besuchte, waren die Deutschen
und Esten bereits eingeführt in den Papiermarkt. Im Zollschuppen
in Moskau lagerten/gewaltige Partien von deutschen Rotations- und
Mundstückspapier und verschiedenes anderes Papier in Bogen.Ueberall
in den Behörden sah man Papier mit deutschen Wasserzeichen. Mit
der Erfüllung der Lieferungen von Seiten der Deutschen war man
äusserst zufrieden, es scheint auch, dass der Preis ein annehmbe-
rer gewesen ist. Der Agent der Sowjetregierung Awerbach ist seit
längerem in Berlin und hat dort grösste Bestellungen auf Papier
gemacht.
Im Handel mit Westeuropa hat das russische Gold bisher
eine bedeutende Rolle gespielt. Selbstverständlich vermindert sich
der Goldvorrat dauernd und eine weitere Gewinnung von Gold ist
äusserst minimal. Nach Angaben der "Iswestija" sollen die Goldgru-
ben im Ural in diesem Jahre 270 Pud oder 4 423 kg Gold liefern.
Bisher haben die Bolschewiki jedoch meistens falsch kalkuliert in
Bezug auf ihre eigene Arbeit, so dass diese Menge erheblich redu-
ziert werden wird. Wenn auch diese Goldsumme den Bolschewiki zur
Verfügung stehen wird, hat sie doch keinen bedeutenden Einfluss
auf die Finanzen der Bolschewiki, denn es scheint so, dass der
russische Goldvorrat höchstens noch ein halbes Jahr reichen wird.
Ausserdem hat die Sowjetregierung eine Masse Bestellungen im Aus-
lande in letzter Zeit annuliert. Wenn man also auch jetzt einen
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Abschluss wegen Gold zu stande bringen würde, kann man damit doch nicht für die Zukunft rechnen.
Auch erscheint es ziemlich ausgeschlossen, den Handel mit Russland irgendwie zu ordnen. Die Volkskommissare bieten die nationalisierten Fabriken als Konzessionen an. Engländer und Deutsche besichtigen bereits die ausgebotenen Fabriken. Die Schweden sind äußerst tätig gewesen und die Norweger arbeiten energisch, um die Fabrik Dubrowka in ihre Hände zu bekommen.
Bericht über die Lage in Sowjetrussland von einem zuverlässigen und mit den örtlichen Verhältnissen besonders gut vertrauten Gewährsmann,
Sowjetrussland, den 29. 6. 21.
Gegenüber den Nachrichten, die jetzt vereinzelt auftauchen, dass die Sowjetregierung einen Angriff auf Polen plane, kann ich berichten, dass bisher an der nördlichen Grenze gegenüber Estland und Lettland keinerlei Truppenzusammenziehungs festzustellen sind. Nur in der Gegend von Wielikie Lukki, an der Bahn Petersburg-Witebsk sind Neuformationen, die drei Divisionen nicht überschreiten dürften, aufgetaucht. Dafür sollen aber andere Truppen abgezogen werden. Südlich in der Gegend Witebsk-Smolensk-Mohilew bilden sich nach dem Muster der litauischen Parteienorganisationen-Benden in den einzelnen Bauerndörfern, die jedoch im Gegensatz zu den litauischen Parteienorganisationen nicht mit bolschewistischen Keimzellen durchsetzt sein sollen, sondern einen tatsächlichen Selbstschutz der Bauern gegen jedes aus der Stadt eindringende Element darstellen.
Diese Bandenbildung scheint durch die Ereignisse in der Ukraine hervorgerufen worden zu sein. In der Ukraine dürften jetzt die Bauern auf dem platten Lande die Herrschaft vollkommen in der Hand haben. Es handelt sich aber keineswegs um eine zentrale zusammengefasste Gewalt, vielmehr haben sich die einzelnen Dörfer und Gemeinden unter Bauernführer zusammengeschlossen. Dieser Zusammenschluss ermöglicht es ihnen sich selbst gegen stärkere Requisitionskommandos der städtischen bolschewistischen Komitees zu halten und ihnen erfolgreich Widerstand entgegenzusetzen.
Nur um diese Bandenbildung zu bekämpfen, scheint auch der jetzt beobachtete Truppentransport auf den Strecken Moskau-Kaluga-Brjansk und Moskau - Orel-Kursk nach der Ukraine eingesetzt zu haben. Die auf diesem Wege in das Kiewer Gebiet georderten Truppen sollen die anscheinend sehr brüchige Stellung der Sowjetregierung in der Ukraine stützen, bilden aber auch eine Verstärkung der immer noch längs des ganzen Dnjepr einquartierten bolschewistischen Truppen.
Nach der Verteilung der bolschewistischen Streitkräfte kann unmöglich angenommen werden, dass diese auf dem nördlichen Teil der langen polnischen Front anzutreffen beabsichtigen. Sollte der Fall vorliegen, dass die polnischen Streitkräfte sehr stark an anderer Stelle gebunden sind, so wäre eher anzunehmen, dass die Bolschewisten die Unstimmigkeiten zwischen Polen und Ukrainern ausnutzen, um im Namen der Ukraine gegen Polen vorzugehen. Es berechtigt nichts zu der Erwartung, dass Sowjetrussland an Polen den Krieg erklären könnte. Wenn kriegerische Handlungen vorkommen, so dürften diese nur seitens Sowjetukraine aufgenommen werden. Auch wenn Wilna bezw. ein Vorgehen Polens gegenüber Litauen in Frage käme, ist nicht anzunehmen, dass sich Sowjetrussland sofort zu einem Einschreiten veranlasst sieht. Es wird zwar die Partei Litauens nehmen, keinesfalls aber kriegerische Verwicklungen herbeiführen.
Die Entwicklung in Russland nimmt jetzt allmählich einen ruhigen Verlauf. Es ist kaum anzunehmen, dass der Westen Europas noch einmal durch kriegerischen Angriff Sowjetrusslands bedroht werden könnte. Vielmehr haben die Bolschewiki der Trotzkischen Richtung in Hauptaugenmerk darauf gelegt, die Propaganda in den westeuropäischen Staaten zu verstärken, durch Streiks und innere Unruhen eine Beruhigung hintanzuhalten, um im Westen bei Auftauchen einer Kriegsmöglichkeit diese im revolutionierenden Sinne auszunutzen.
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Damit ist nicht gesagt, dass Russland nicht bereit ist,
jeden Kriegszug im Westen evtl. auch aktiv auszunutzen. Der Zeit-
punkt für Handeln in Polen scheint aber auch der Trotzkischen
Richtung noch nicht gekommen zu sein. Diese scheint vielmehr ihr
Hauptaugenmerk immer noch auf die Propaganda gelegt zu haben, und
eine weitere Bearbeitung des polnischen Volkes im bolschewistischer
Sinne für durchaus notwendig zu halten. Polen ist Sowjetrussland
nicht mehr unbedingt ein Object von Kriegshandlungen, sondern
fällt den Sowjetrussen vermutlich als reife Frucht von selbst in
nicht zu ferner Zeit in den Schoss.
Ich mache hierbei auf die Streiks aufmerksam, die jetzt
allmählich in ganz Europa aufflammen. sie sind all durchweg auf
die bolschewistische Propaganda zurückzuführen und bezwecken, ei-
ne Beruhigung Europas zu verhindern. Die Trotzkische Richtung hat
den Gedanken, Europa zu revolutionieren, noch nicht ganz aufgege-
ben, hat aber mit der Leninschen Richtung nicht gebrochen, sondern
ein Kompromis geschlossen.
Verfehlt ist anzunehmen, als wenn es zwischen den Bol-
schewisten der Trotzkischen und Leninschen Richtung zu einem
Bruch gekommen wäre. Beide Richtungen sind aufeinander angewiesen.
Einer braucht den anderen, um sich in Moskau herrschend zu erhal-
ten. In der Anwendung der Mittel aber, um sich am Ruder zu halten,
haben beide Richtungen freie Hand bekommen. Die Trotzkische Rich-
tung, man kann sie auch die unentwegten Propaganda nennen,
sieht ihr Heil darin, die Arbeiter Westeuropas immer wieder in
Streiks, angezettelte Unruhen usw. zu stürzen, um die Machtbil-
dung in den Staaten Westeuropas -vor allem in Deutschland- nicht
ruhig sich vollziehen zu lassen. Die Leninsche Richtung dagegen,
ist ausschliesslich mit dem asiatischen Problem beschäftigt. Sie
propagiert die bolschewistische Weltrevolution im Kaukasus und in
Kleinasiens sowie Mittelasien, hat aber nicht mittels der Propagan-
da, sondern nur durch die dorthin entsandten Truppen Erfolge er-
zielt. Es steht fest, dass die mittel- und kleinasiatischen Völker
die Macht der Sowjetregierung nur für ihre eigenen nationalen
Zwecke benutzen. Es ist dies Lenin auch durchaus bekannt. Bekannt
ist ihm auch, dass die bolschewistischen Truppen in den asiati-
schen Strichen durchweg gesündere Ideen davontragen. Doch aber
soll die Propaganda dies aufhehlten und weiter der nationale Wi-
derstand der asiatischen Völkerschaften gegen England ausgenutzt
werden. Damit hofft Lenin, England so stark zu binden, dass es dem
Bolschewismus in späterer Zeit in Europa selbst keinen Widerstand
entgegen zu setzen vermag.
Die Richtung Lenin - Trotzki haben als nur verteiltes
Arbeitsfeld, dagegen ein gemeinsames Spiel.- Wenn man von ihrer
angeblichen Verstimmung bezw. von ihrem Gegensatz spricht, so
ist dieser Gegenstand durchaus konstruiert. Durch diesen Gegen-
satz, der offen von der ganzen Sowjetpresse behandelt wird, und
auf dem Kongress wieder offenbar werden dürfte, soll nur verschlei-
ert werden, dass das Ziel "die Weltrevolution", nach wie vor von
beiden; Lenin wie Trotzki/ abrecht erhalten wird, dass Trotzki
das westeuropäische Arbeitsfeld zugefallen ist, Lenin dagegen das
asiatische. Für das letzte eignetLenin sich als Russie auch ganz
besonders. Des weiteren wirkt verwirrend, dass Trotzki, Bucharin,
Tschitscherin immer wieder als mit asiatischen Plänen oder Reisen
beschäftigt hingestellt werden. Das ist auch nur eine taktische
Massregel, die bezweckt, Trotzki als in Moskau nicht mehr einwir-
kend hinzu stellen. Wahr ist dagegen, dass die ganzen europäischen
Departements der Sowjetkommission in engster Fühlung mit Trotzki
und den genannten stehen. Im übrigen wird mir immer wieder bestä-
tigt, dass Radek nach Westeuropa gegangen ist, al erdings soll die:
mit den norwegischen Generalstreiks zusammenhängen. Dies bestätigt
doch wiederum, dass der westeuropäischen Revolutionierung immer
noch das grösste Augenmerk gewidmet wird.
Presseauszug.
Krasnaja Gaseta vom 30. Juni 1921. Auf der Konferenz der russi
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schon kommunistischen Partei in Moskau sprach sich der Genosse Chalatoff, Mitglied des Kollegiums der Volkskommissare für Verpflegungsangelegenheiten, folgendermassen über die kommende Ernte und die Lebensmittelverteilung aus: "Wir hoffen in diesem Jahre auf 240 Millionen Pud Getreide. Diese Menge wird jedoch nicht vollständig die Bedürfnisse des Verpflegungsjahres decken, daher müssen verschiedene Änderungen des Verpflegungsprogrammes vorgenommen werden. Einer der ungünstigsten Gründe, weswegen wir nicht genügend viel Lebensmittel erhalten werden, ist die Missernte, welche eine Anzahl von Gouvernements betroffen hat.
Eine andere Quelle ist der Tauschhandel. Es ist nicht daran zu hoffen, dass der Staat 250 Millionen Pud Brotgetreide wird erhalten können, die durch den Tauschhandel vorgesehen sind. Man muss darauf rechnen, dass etwa nur die Hälfte dieser Menge einkommen wird.
Im Zusammenhang damit müssen wir auch unsere Politik ändern und zwar zunächst die Lebensmittelportionen anders verteilen.
Wenn wir ein Jahr oder ein halbes Jahr vorher gesagt haben, wir müssen die gesamte arbeitende Bevölkerung versorgen, müssen wir jetzt daran denken, die früher bestimmte Lebensmitteleportion einzuschränken. Wir können es nicht auf uns nehmen, die gesamte arbeitende Bevölkerung zu ernähren, wir müssen noch einmal die Zahl derjenigen Arbeiter durchsehen, welche in Zukunft vom Staate aus werden verpflegt werden können. Wir sind dazu gezwungen, in Zukunft eine sog. feste staatliche Verordnung einzuführen und eine Gruppe von Arbeitern zu bestimmen, die ausschliesslich vom Staat verpflegt werden.
In erster Linie wird diejenige Bevölkerungsgruppe vom Staat aus verpflegt werden, welche die wichtigste Aufgabe des Staates hat, und zwar die Rote Armee, welche in erster Linie alles erhält. Dann folgt die Schwerindustrie und dann die Sowjetbehörden.
Es ist durchaus notwendig, einen 3 monatlichen Verpflegungsfond anzulegen. Es erscheint zwar merkwürdig, von einem 3monatlichen Fond zu reden, wenn nicht einmal ein Lebensmittelvorrat für 1 bis 2 Wochen vorhanden ist. Die Sache liegt aber darin, dass nur deswegen die Arbeit nicht fortschreitet, weil wir keine Lebensmittelfonds haben. Man muss also etwa von 1.Dezember an solche Lebensmittelfonds anlegen und je nach der Ergänzung die Verteilung vornehmen. Wenn dieses nicht gemacht wird, so wird man nach meiner Meinung von keiner rationalen und ununterbrochenen Arbeit unserer Industrie sprechen können. Dieses ist eine der Grundaufgaben, mit denen man beginnen muss.
Diejenige Arbeitermenge, welche vom Staat aus verpflegt wird, muss 2 mal mehr erhalten, wie sie bisher erhalten hat. Nach Angaben von Spezialisten muss jeder Arbeiter täglich 3000 Kalorien erhalten. Die darnach bestimmte Lebensmittelportion wird aber nur dann den Arbeitern ausgebeilt werden, wenn sie tatsächlich produktive Arbeit geleistet haben und nicht nur zur Arbeit erschienen sind.
Ein weiteres Mittel zur Erhöhung der Produktivität der Arbeit ist die sogen. Naturräumierung. Darauf muss besondere Aufmerksamkeit gerichtet werden.
Wenn wir augenblicklich in Moskau 1450000 Verpflegungsbedürftige haben, ergibt die Erfahrung, dass nicht mehr als 1100000 vorhanden sind. In Zukunft müssen wir diese Zahl auf 7 bis 800000 herabsetzen."
In den letzten Tagen trafen in Jamburg 23 Waggons mit Karbid ein, in jedem Waggon waren 150 Tonnen mit Karbid. Die Ladung traf aus Norwegen ein und geht weiter nach Moskau.
* Machowik * vom 2.Juli 1921.
Die Zeitung bringt die Mitteilung, dass in letzter Zeit viele deutsche und englische Vertreter verschiedener Firmen in
Petersburg eingetroffen sind, um sich mit der Wirtschaftslage bekannt zu machen und evtl. über Konzessionen zu verhandeln. Sie wurden alle nach Moskau weitergeschickt, da Konzessionen nur vom Rat der Arbeit und Verteidigung erteilt werden können.
Die vor kurzer Zeit in Petersburg eingetroffenen norwegischen Vertreter einiger norwegischer Firmen haben Verhandlungen über Konzessionserteilungen auf die Dubrowka Papierfabrik geführt. Seinerzeit hat diese Fabrik einer norwegischen Firma gehört. Zur Zeit arbeitet auf der Fabrik nur eine einzige Maschine. Die Norweger beabsichtigen jetzt auch die zweite auf der Fabrik befindliche Maschine in Gang zu setzen. Gegen Bezahlung einer Pacht und des Rohstoffes wollen die Norweger fertiges Fabrikat-Papier liefern. Außerdem wollen die Norweger Holzmaterial zur Anfertigung von Papier ausführen. Auf diese Weise gehört zu der Konzession der Dubrowka Papierfabrik auch noch eine grosse andere Konzession auf Ausbeutung der Waldreichtümer im Nordegebiet. Die Kommission ist vor einigen Tagen nach Moskau gefahren, um über diese Frage im Höchsten Rat der Volks- perwirtschaft zu verhandeln.
Відько залежний певне і дисципліноване. На- стрілійських офіцерів. Відько залежний певне і дисципліноване. На- стрілійських офіцерів.
qii: In Petersburg wird für die Nordwestbahn eine Wachbrigade formiert. Demobilisierte Rotarmeesoldaten und auch Angehörige des Kommandobestandes werden aufgefordert in den Dienst der Brigade ein- zutreten. Die Brigade erhält die Benennung "1. Wachbrigade". polje - 600 judu; 1 technichni batalyon do kotorogo nalezhat artileriesti, pioneri, aviktori i t.d. = 720 judu; 2 merki baterii - 150 judu, 4 pois- di - 120 judu.
"Krasnaja Gaseta" vom 2. Juli 1921.
Wirtschaftliches.
Man beabsichtigt in der zweiten Hälfte von 1921 die Arbeit der Petersburger Textilfabriken erheblich zu erhöhen, da Ihre Arbeit eine grosse Bedeutung für den Warenaustausch mit dem Dorf hat. Die 1. Zwirnfabrik und die Wiborger Zwirnfabrik sollen mit 37 000 Spindeln 178 000 Gross Zwin verfertigen.
Auf 100 000 Webstühlen sollen 50 Pud Baumwollgarn fabriziert werden. Dieses Garn wird dann auf 2 600 Webstühlen der Petrowsker Webfabrik in 3½ Millionen Arschin Baumwollstoff umgearbeitet.
Die Fabrik "Scherst" wir 3 500 Pud Wollgarn verfertigen. Dazu sind 3 000 Pud Baumwolllampen und 2 000 Pud Wolle nötig. Auf den Fabriken "Gutujewsk" und "Nevskij" (früher Tornion) werden 150 Webstühle arbeiten und aus der oben genannten Menge 180 000 Arschin Tuch und 18 000 Tücher angefertigt werden.
Nach dem Programm sollen weiterhin 66 000 Pud Taue und 12 000 Pud Teerhede ausgearbeitet werden. Es fehlt jedoch an 27 000 Lud Flachsfaser. Die obengenannte Menge soll in der Jutefabrik und Tufabrik verfertigt werden. Außerdem soll die Fabrik früher Kersten, mit 450 Tricotagemaschinen folgende Gegenstände herstellen: 98 000 Princotstöffe, 38 000 Sweaters, 32 000 Paar Socken, 7 000 Paar Handschuhe, 7 200 Dutzend Tricotwäsche.
Die Fabriken "Wolchmow" und "Jamsk" sollen 7 800 Pud Halbfabrikate und 12 000 Pud Watte ferner noch 3 000 Paar Filzstiefel herstellen. Um die obengenannten Waren herstellen zu können, sind 10 000 Arbeiter notwendig. Zur Verfügung stehen jedoch nur 6 200 Arbeiter. Man hofft, dass die fehlende Arbeitermenge noch beschafft werden kann.
Mit Rohstoffen sind die Fabriken in genügender Menge versorgt. Mit Heizmaterial sind die Fabriken nur zur Erfüllung der Hälfte des Programms versorgt.
ДИПЛОМАТИЧНИЙ ВІДДІЛ
ПОСОЛЬСТВА УКРАЇНЬКОЇ НАРОДНОЇ
РЕСПУБЛІКИ В НІМЕЧЧИНІ.
№ 191.
РІЖНІ ІНФОРМАЦІЇ.
I. Рештки російських військ у Польщі.
Високий російський військовий, котрий прибув з Варшави, подав слідуючі відомості про рештки російських військових частин на польській території:
1. Так звана "Селянська бригада" отамана Іскри (генерал Лохвицький) переміщена з людьми 1 Дивізії Булака-Балаховича в таборі Каліш. Багато гвардійських офіцерів. Військо надзвичайно певне і дисципліноване. На- стрій взагалі монархічний і проти Савинкова. Істнують слідуючі організації: Волод. Волинськ.піхот.полк - 1000 люду; Ковельська стрідкова бри- гада - 1000 люду; Київський кавалерійськ.полк - 940 люду; 1 Запасний полк - 600 люду; 1 технічний батальон до котрого належать артилеристи, піонери, авіатори і т.д. - 720 люду; 2 легкі батерії - 150 люду, 4 поїз- ди - 120 люду, всього 6.000.
2. Частини 3-ої дивізії Булака-Балаховича котрі від нього відмови- лись і так само настроєні як війська під 1. Також в таборі Каліш. При- стали до Отамана Іскри. Разом коло 4.500 л. Істнуючі організації: схріл- ковий кіний полк, Путілов і отаман Іскра.
3. Друга дивізія і частини 3-ої дивізії Булак-Балаховича. Разом ко- ло 7.000 люду, інтерновані в таборі 7 кілом. від Кракова. Ці люди більше в руках Савинкова, і бідьш доступні демократичній а власне большевиць- кій пропаганді.
4. Рештки військ Перемикіна в Тарновському таборі: 700 офіцерів і 3000 люда. Настрій військ, не дивлячись на те що істнують спеціально офіцерські частини, не дуже добрий. Проте тут мається і добрі елементи, особливо гвардійські офіцери що були командантами у Врангеля. Крім то- го в Тарнові є ще великий український табор і табор з большевицькими полоненими. Неминучий контакт цих трьох елементів не має доброго впли- ву на жаден з них.
5. Одна бригада Терських та Кубанських козаків. В таборі (Повонськ?) недалеко від Варшави. 1400 люда. Втоять в тісному звязку з отаманом Іскр- роп, сформували для нього спеціальну сотню. Здається дуже певні і цілком
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праві.
VI. В таборі в Торні інтерновано всіх мевійськових. Там є різного роду ремісничі команди, там інтерновані також родини офіцерів.
Одежа і харчі, які дає Польща для цих ростійських частин дуже не-
достаточна. Коло 50% людей не мають цілком ніякого взуття; багато мають
лише штани без мундурів, інші не мають білизни. Харчі дуже кепські, так
що є багато слабих. Настрій офіцерів та солдатів через те дуже проти
Польщі і взагалі проти Антанти надзвичайно ворожий. Вони всі зальбки
перейшли б до Німеччини. Настрій взагалі до Німеччини дуже прихильний.
Ні в якім разі не має бажання приймати участь в евентуальному російсь-
ко-польському конфлікті, щоб боронити Польщу проти большевиків; в цьо-
му випадку інтерновані війська швидче покинуть Польщу і будуть шукати
порозуміння з червоною армією.
Х Х Х
II. Українські інформації.
Для ерцгерцога Вільгельма, претендента на український Гетьманат,
працюють в Берліні полж Кейхель, Полтавець та Бутенкр, які підтримують
звязок з Французами. Бувший адютант начальника штабу Скоропадського,
Шаргін перебуває наразі у Франції.
Як повідомляє Кейхель, на ціле товариство, а між ними і Біскупсько-
го, що стояв з ними у звязку, кинув тінь Бармаш. Цей останній був у ерц-
герцоганіби то закордонним міністром, а пізніше виявилося що він боль-
шевик і провокатор (ці відомості походять з російських джерел і до
них треба ставитись обережно).
Російський священник Сергій, бувший архимандрит та посольський
священник в Атенах оповідає про переговори, котрі веде одна німецька
група, очевидно в Баварії, з Українцями. Відповідно цьому має бути висад-
ка війська в Південній Росії, яке має заняти територію України в тих
межах, які тримав Скоропадський, там з допомогою Німців сформуватись
і йти далі до Росії.
З німецького боку була поставлена вимога, щоб відновлено на Украї-
ні гетьманат на чолі з гетьманом апробованим Німеччиною та котрий має
присягти на вірність російському цареві.
Отець Сергій знає про три політичні групи, котрі працюють на Укра-
їні:
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1. Група Моркотуна (французька орієнтація).
2. Скоропадський.
3. Ерцгерцог Вільгельм.
Різні інформації.
З російських джерел йдуть відомості про жаву працю для обєднання козаків перебуваючих у Німеччині. В центрі цього руху стоїть ген. Краснов та його співробітник полк. Карташов. Цікаво завважити, що до цієї праці не притягають Німеччину, позаяк вона при істнуючих обставинах примушена стати в зв'язок з бойовиками. Істнує план перевезти всіх козаків на Угорщину, де буде приступлено до їх формування. Полк. Карцов жаво листується з угорськими політиками. Він інспектував також табор полонених де інтерновано козаків. Каращов не дуже доброї думки про ген. Глаземана ні про правих взагалі, ні також про Бельгарда. З другого боку треба завва- жити, що репутація Каращова не особливо добра.
З правих російських кол відомо, що цими днями має вийти права російська газета, де буде опублікований матеріал про працю на монархистичному зізді в Рейхенгалло. З другого боку запевняють, що ведуться наради про видання нової правої російської газети, між Марковим, Ефимовским, Біскупским та якимось Медведєвим (бувш. адвокат в Петербурзі). Він нібито заступає Празьку групу. Кости дають німецькі банки.
Для більш успішної агітації, а також для догляду за антибольшевицькими елементами, бойовики притягають до праці, серед служачих Нім- ців у великих промислових підприємствах, конторах та бюро в Берліні. Тих хто виє по російськи, здебільшого бувших у полоні в Росії. Вони їм платять 4-5 тисяч марок на місяць.
Російське питання у французькому освітленні (Із сов. джерел).
З Парижу повідомляють: З причин залежних від внутрішньої ситуації, провідники французької політики ведуть в російському питанню так би сказати політику самогубства. Ненависть до Сов. Республіки стала політичною догмою. Великі маси так задурені систематичними неправдивими звідомленнями в щоденній пресі, що неможливо, принаймні доки Ленін стоїть у владі, і думати про поворот публічної опині або французько-російсь-
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кої політиці. Проте твердо установлено, що приблизно 25-30 мільярдів франків французького капіталу інвестовано в Росії і буде остаточно втерано, во- ли французький уряд буде надалі таким упертим. Не лише Пуанкарісти ста- вляться за всякую ціну ворожо до сов. уряду, але також і на півніміркова- ні, як Бріян та його прихильники.
Урядові органи Бріяна рав- ураз звертаються до французьких торгово- великих та індустріяльних кол з енергійними закликами стриматись ціл- ком з мотивів патріотичних, від навязання торговельних зносин з Росією.
Хоч тяжко притягти когось до відповідальності за навязання торго- великих зносин, але французькі торговельні та промислові кола, чи зі страху перед урядом, чи з короткозорості, не вступають у відносини, які могли б не сподобатись урядові.
Сам уряд згоден краще трохи заощадити на російському фонді і вте- ряти через те багато мільярдів.
З цього приводу впливові кола, а що дивніше, ціла французька преса додержують цілковитої мовчанки. Втрати в кінці мінців несе терпеливий, всепереносящий дрібний французький рантьер, який багато на собі вже спокутував при пониженню ріжних можливих французьких рент (залізнич- них акцій і т.д.) і котрий тепер з дивною рівновагою переносить тяжкі втрати і труднощі, які накладають на нього дорожнеча життя та відсут- ність джерел прибутку.
Замісць того щоб притягти до відповідальності винуватих провідни- ків - красномовні докази подані Кайо в "Прогресівк" зробили враження лише на невелику кількість - вони лягть далі проклятих "бошів" та М- "большевицьких бандитів", котрі зрадили їх в Бресті-Литовському.
Провідники французької політики з свого боку хотять, за всякую ці- ну підтримувати штучно цей настрій.
Що торкається французьких соціялістів, то урядові кола ними не турбуються: безконечні партійні суперечки та розколи роблять їх безсил- ними. Урядові кола лякаються лише можливості безпосередньої акції з бо- ку Росіян, шляхом активної піддержки III французького Інтернаціоналу. До останнього належать комуністи напряму "Уманіте", котрі перше були меншостю серед соціялістів, а тепер стали більшістю.
У всякім разі ледви чи можливо, щоб російські агенти отверто осе- лились в Парижу. Навіть Кайо, досягши влади, не міг би дозволити в Па- рижі отверту російську пропаганду, як в Берліні з Коппом та сов.кон- сультством.
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Взагалі в Парижі мають перед бойовиками якийсь нерозумний страх.
Поки сов.уряд керує російською державою,Франція стоятиме вороже осто-
ронь.Хоч Франція і дивиться косим оком на німецьку експансію в Росії
але нічогісінько не робить,щоб боротись проти німецької конкуренції.
ПОСОЛЬСТВО
УКРАЇНСЬКОЇ НАРОДНОЇ РЕСПУБЛІКИ
В НІМЕЧЧИНІ
№ 2361.
Берлін дня 10 Вересня 1921.
До
Пана Голови Директорії У.Н.Р.
Канцелярія Директора
СДЕРЖАНО
Вересень 14, 1921 р.
вх. № 1346
Дипломатичний Відділ Посольства У.Н.Р.
у Німеччині має за честь переслати приложені
до цього слідуючі нові інформаційні матеріали
до Вашого розпорядження:
1) №194.Червона Армія (укр).
2) №195.Доклад на конференції у Варні (рос).
3) №196.Український Національний Комітет (укр).
4) №197.Південно-східні європ.Держави (нім).
5) №198.Політичний огляд (нім).
Повіреній у справах У.Н.Р. у Німеччині
Посол:
1) Mgr Mary Albrecht
2) Sist & george m johner P.M.
3) Mgr clary D. Wh
4) William to Au. Crompton
Mist Keith, 8p O McJones
Ogee
7.9038
ДИПЛОМАТИЧНИЙ ВІДДІЛ
ПОСОЛЬСТВА УКРАЇНЬКОЇ НАРОДНОЇ
РЕСПУБЛІКИ В НІМЕЧЧИНІ.
№ 195
ДОКЛАД ЧИТАНИЙ У ВАРНІ НА КОНФЕРЕНЦІЇ ВІЛИХ ОРГАНІЗАЦІЙ.
Матеріали.
Германія і Український вопрос.
Ведується в настоячий момент з особливою інтенсивністю борьба германського правительства з опозицією яконо германських правих політических груп, основана главним образом на діаметрально протилежних точках зрения в вопросах вошной политики – в частности воположных точках зрения в вопросах мошной политики – в частности вопросах к русскому и большевистскому вопросам. Правительства Вирта, унасладовавшее и с усердием продолжающее дело сближения с Москвой, сейчас, несмотря на очевидную слабость советского правительства с упорством достойным лучшаго применения, верит в то, что большевики не признающие Версальського договора, помогут Германии ликвидировать навязанныя ей невыполнимия обязательства путем активнаго вмешательства в дела западной Европы. Сознавая в то же время всю Фемерность большевистской власти, правительство не может не подготавливать возстановления нормальной жизни России – конечно, под желательными для него гарантиями. Поэтому ток же Гуго Стинес – фактический хозяин германских правительственных финансов, а пожалуй и руководитель всей настоящей политики правительства, которое ведет се торговия сношения Германии с большевиками, в то же время поддерживает и разрабатывает вопрос возсоздания не большевистской России. Исходя из мысли, что возстановление ея должно естественно начаться с ига, как с более богатой природными ценностями и менее посирадавшей от экспериментов коммунизма части государства, а также основываясь на ведущихся с англичанами переговорах, о разделе сфер влияния в будущей России, по которым Англия, интересующаяся главным образом лесом и льном получает влияние на севере – Стинес взял в разработку вопрос устроєн-
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ва германского вопроса влияния, а именно независимой от России ве-
ликой Украины с гетманом во главе новообразованного государства.
Верная своей исконной традиции работать лишь всецело с нахо-
дящимися под их влиянием безхарактерными подставными лицами, немцы
не забили своего старого протеже гетмана Павло Скоропадского, а свя-
зи, ловкость и упорство его сторонников, группирующихся вокруг извест-
ного, как первого вдохновителя идеи самостийной (немецкой) Украины-
гауптмана Альвенслебена, совершенно затушевали полную непопулярность
и даже форменный провал личности бывшаго гетмана в широких слоях
украинского населения. Терпеливо выжидавшие подходящей конъюнктуры
гетманцы решили, что теперь настал момент заявить вновь о правах П.
Скоропадского на бунчук и удачно провели его в реальные претенден-
ти на главу Украины в создаваемся Стинесом плане. Эта работа ему
удалась при помощи не безызвестного агента Стинеса по русским вопро-
сам г. Фермана. Довольно любопытно, что финансирование предваритель-
ных организационных расходов потаванторе гетмана состоялось в фор-
ме содействия ему в продаже большевикам большой партии газетной бу-
маги, при чем на этой спекуляции гетману удалось заработать до двух
миллионов марок, пошедших на поддержку его политического предприятия. Его ближайшими сотрудниками и помощниками с русской стороны
являются полковник Зеленецкий и называющий себя инженером бывший
жандармский офицер Крыга (Кригин). Насколько прочно чувствует себя
сейчас эта группа явствует из того, что ее мобилизована значительная
часть бывших сотрудников гетмана, которые в свою очередь собира-
ют своих друзей и распределяют между ними будущие роли. Недавний
приезд в Берлин метрополита Киевского и Галицкаго Антония, как из-
вестно благословлявшего гетмана в момент "избрания" его в Киеве
18 года и являющегося большим личным другом П. Скоропадского взволновал его приспешников, так как митрополит Антоний участвующий в
Рейхенгальском съезде монархистов сделал неосторожную попытку со-
действовать объединению с гетманом, так называемой Марковской Группы
которая понятно совершенно непо душе субсидирующим дело германским
кругам международно еврейского типа. Попытка эта была произведена
через одного из сотрудников гетмана полковника Сахно-Устимовича, не
сумевшаго оценить закулисной стороны дела и выразилась в том, что
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на основании легкомысленных заверений Сахно-Устимовича, митрополит Антоний дал рекомендательное спроводительное письмо избранной Марковым 2 депутации, состоявшей из полковника Бориса Потоцкаго, лейтенанта Крижановскаго, А.Н.Павлова и др. Депутация эта была просто непринята гетманом без объяснения каких бы то ни было причин.
Одно германская - главным образом Баварские круги, объединившиеся с русскими монархистами крайнего праваго толка (группа Маркова 2) всецело стоят на той же точке зрения, что собирание земли русской начнется с игра, занимать однако совершенно другую платформу в вопросе взаимоотношений между Украиной и Россией, а именно полную федерацию этих двух государств. Состоя с одной стороны из лиц, принадлежащих к монархическим партиям, Баварская группа конечно предпочитает видеть главой Украины коронованное лицо - т.е. лицо императорской крови - базируясь же с другой стороны на католицизме и находясь от него в зависимости при разрешении всех других вопросов политики группы, желали бы видеть главой Украины лицо тесно связанное с Папским престолом. Исходя из исторических традиций Баварская группа не встречает возражений против кандидатуры эрцгерцога Вильгельма Габсбургского весьма подходящего для данного дела человека, как проведшаго свою жизнь в Восточной Галиции, знакомого с Украинской культурой говорящего по украински и в тоже время отприска славной древней династии. Будучи молодым человеком с довольно посредственными способностями эрцгерцог Вильгельм вряд ли мог при нормальных обстоятельствах мечтать о крупной политической роли, не говоря уже о роли президента на Украинскую корону. Его кандидатура обязана в очень большей степени деятельности отдела пропаганды при Св. престоле, ведущего сейчас крестовый поход на православие - за объединение церквей. Главнейшими деятелями этого религиозно-политического движения являются католические архиепископы фон дер Рооб, и князь Шептицкий, поделившие между собой работу по окатоличению западной окраины России - первый в районе Литвы и Белоруссии, второй - в Украине и Галиции. Обладая значительной поддержкой Папской казны оба архиепископа пытаются хотя бы путем компромисса - а именно сохранения за православными всех прежних их церковных догматов при одном непременном условии признания главенства Папы - получить такое влияние
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на народные массы которые обеспечило бы и закрепило бы затем в их
руках всю политику указанных окраин. Для них Бильгельм Габсбургский
самым подходящим человеком, так как он сделался настоящим украинцем
т.е. переменил свое имя на скромное имя Василия Вишванного, вошел в
состав галицкой армии, бился с нер против Петляры в 1920 году и носит
звание полковника Украинских Сечевых Стрельцов. Прельщенный внезап-
но открывшимся перед ним сезамом он конечно не ограничился пассив-
ной ролью теоретического предидента на престол в чужой авантюре, а
поспешил повести активную политику т.е. завел собственную политичес-
кую канцелярию, дипломатических агентов, курьеров и проч. атрибуты но-
вых политических авантюрников. Любопытную его характеристику сделал
министр иностранных дел Петлюровского правительства барон Василько
в своем письме на имя берлинского посла Петляры Смаля-Стоцкаго. В
этом письме он ставит посла в известность, что в виду получения им
сведений о том что Вышиваный отправил в Берлин своими представите-
лями бившаго генерального писаря при гетмане полковника Полтавца-
Остраницу и г.Вармаша ом, Василько не мог удержаться от того, чтобы
сообщить В.Вышиваному, что участие означенных лиц, как пользующихся
самой темной репутацией вонец компрометирует украинское национально-
дело с какой бы точки его не рассматривать.В ответ на это предупре-
ждение, как пишет барон Василько, он получил ответ от В.Вышиванного
"в обычных тонах австрийскаго лейтенанта", в котором последний пишет
что прежде всего он ничего предосудительного о Полтавце и Вармаше не
слышал и не имеет никаких оснований им не доверять, что кроме того о-
он им видал удостоверение только на месячный срок и поэтому буде они
не оправдают его доверия он не возобновит полномочий и они лишаться
таким образом автоматически своего права на представительство В.Вы-
шиванного и наконец-в очень резких выражениях просит барона Василько
не вмешиваться в чужие дела его ни с которой стороны не касающиеся.
Письмо это, от 17 июня сего года, подтверждает связь и взаимный пере-
плет обеих комбинаций Вышиваного и Полтавца. Дело в том, что послед-
ний несомненно более или менее вел самостоятельное дело и мечтой
его было стать самому Украинским гетманом. Правда немцы смотрели на
него лишь как на организатора возстаній Украинских атаманов против
Польши, но и эту сравнительно скромную по своим целям задачу он не
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сумел провести, чем в изрядной степени разочаровал немцев и ниже
вшел в тираж. Разработанный в свое время при участии бывшаго герман-
ского представителя при Врангелевской армій г-на Хомейера, ныне явля-
щагося полномочным представителем в Германии генерала Слацева, агента
Баварских групп д-ра Шейбнер-Рихтера, не безизвестнаго генерала
Вискупскаго/оба образовали для прикрытия своей политической деятель-
ности в Мюнхене коммерческое предприятие под фирмой "Ауффау", якобы
ставящее себе целью содействие экономическому сближению германской и
русской промышленности/ и наконец Бармаш, как представителя Пол-
тавца и украинских широких масс. План заключался в том, что в
известный момент-второго возстания поляков в Верхней Силезии-должны
были восстать Украинские атаманы, а затем произойти и переворот в Кон-
стантинополе при участии Кемаль-Пашы, Зольшевиков и Слацева со своим
войском. Связь между Кемаль-Пашей и Слацевым организовал лично Хоме-
йер в битность своя в Константинополе, а с большевистской стороной
представителем явился тов. Ельский бывший в свое время уже в Констан-
тинополе, уехавший затем в Москву и затем в экстренном порядке просле-
довавший с помощью Хомейера из Москвы через Берлин в Константинополь
к моменту предполагавшегося выступления. Когда началось возстание в
Верхней Силезии и немцами был отдан приказ Полтавцу начать выступле-
ние Украинских атаманов, то оказалось, что у Болтавца ничего не было
сделано, деньги оказались израсходованными не по прямому назначению
и возстание атаманов не произошло. В довершение несчастья англичане
разгромили в Константинополе большевиков и изолировали Слацевский
войска, а русская красная армия, должностовавшая на основании прямых
переговоров германского правительства с Коппом открыть наступление
на Польшу не сдвинулось с места. Объяснение этим неудачам было найдено
в более чем близких сношениях Бармаша с большевиками и сыграной им в
этом деле крупной провокационной роли. В виду всего этого потерпевшие
под ряд столько крупных политических неудач отошли на заранее приго-
товленная позиции и научения горьким опытом решили впредь вести де-
ло только с абсолютно надежными лицами, как Вильгельм Габсбургский.
Как выше было уже сказано были предприняты вероятно под влиянием и
советами германского министерства иностранных дел шаги по сближению
групп между собою, однако оно не достигло даже формы предварительных
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переговоров. Любопытно то, что во всех этих комбинациях ни разу не встречается какое либо участие представителей так называемой Западно-Украинской Народной Республики, правительство которой, находящееся в данный момент в Вене казалось бы является единственной действительно опиравшейся на широкие народные слои правда не всего Украинского народа, то во всяком случае ближайшаго своего брата Галицкого народа политической группы. Известное объяснение этому можно найти в том что все вышеуказанныя комбинации имели целью Великую Украину, а не самостоятельную Восточную Галицию, которую отстаивает это правительство с д-ром Петрушевичем во главе, далее в том, что это правительство стоит как известно на строго демократической платформе менее неподходящей для монархических кругов и паконец в том, что оно вероломно не намерено и не нуждается искать поддержку своим планам в Германии. Между тем очевидно ставя базой образование Великой Украины другими словами делая первый шаг к разрешению всего русского вопроса, немцы несомненно делают крупнейший политический промах стратегического значения, ибо преследуя в сущности свою главную цель - разгром Польши, они в тоже время дают ей крупный козырь в руки, так как русский вопрос сейчас ни коим образом разрешен быть не может. Разрешение же вопроса самостоятельной Галиции является делом от сего совершенно особым, почти что внутренним вопросом Польши тем не менее могло бы принести немцам крупный стратегический выигрыш. Однако как указано выше Галицкое правительство очевидно не склонно вступать с немцами в какую либо политическую комбинацию, опираясь на заверения Антанты и решение Лиги Наций о признании независимой Западно-Украинской Республики.
Размышляя все выше изложенное нужно сказать, что проявляемый со всех сторон крупнейший интерес к разрешению Украинского вопроса, несомненно доказывает глубокую его жизненность, но что выполнение его теми средствами, кои до сих пор применяются, в достаточной степени безнадежны. Не подлежит сомнению, что судьба В. Галиции не может представляться безразличной для государственного мыслящих элементов русской эмиграции за границей, ибо для будущей России регулирование ее западной границы явится делом первостепенной важности. По гео-
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графическому своему положению В.Галиция есть тот естественный коридор, который ведет в промышленную Чехо-Словакию и через нее далее связывает Россию и с остальными промышленными центрами Западной Европы.Нельзя при этом забывать, что каждому русскому Чехо-Словакия представляется естественным другом, если не союзником будущей России, между тем отношения наши с иными ближайшими нашими западными соседями ныне точно учтены. Тем более следовательно важно, чтобы коридор этот был бы действительно для постоянных сношений между двумя государствами и не мог быть заперт в любую минуту недружелюбной рукой.
Положения эти не могут встретить возражений и среди самих разномыслящих слов русской интеллигенции в В.Галицком вопросе по существу должно было бы царить полное единомыслие.
Однако, под влиянием польской агитации, да и просто желания свалить с себя ответственность, в среде некоторых политических деятелей западных держав раздались голоса о желательности разрешить В. Галицкий вопрос лишь совместно и одновременно с русским вопросом в его целом, якобы для лучшаго охранения в этом случае интересов будущей России. Такое утверждение огромному большинству русских людей представляется глубоко ошибочным. Прежде всего необходимо с точностью установить что в противоположность вопросу самостоятельности В.Галиции, разрешаемому одним постановлением Верховного Совета, русский вопрос никоем мавне "разрешен" быть не может. Русский вопрос может быть решен лишь самими населяющими Россию народностями, как мы теперь видим, путём длительной и страдальческой эволюции , причем как внутреннее положение России, так и взаимоотношения народностей этих будут проходить через самня разнообразия фаз прежде, чем достигнутъ равновесия.
Несомненно при этом лишь одно: из периода коммунистической диктатуры Россия выйдет настолько ослабленной, что восстановить свой прежний вес в Европейской политике, а следовательно и урегулировать отношения свои с ближайшими соседями с запада, ей представляется весьма затруднительным.
В таком ее положении ей явится крайняя нужда в том, чтобы Га-
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ликий корридор в промышленную Европу был уже заранее открыт
чтобы ей не приходилось экономически задыхаться в оружающем ее
кольце и выдерживать непосильную для нее борьбу за "окно в Евро-
пу". По множеству спорных вопросов, возникающих между Россией и
Польшей, едва ли можно надеяться. Чтобы первоначально между обои-
ми соседями установились вполне дружественные отношения. Почти в
том же положении находится Россия и в отношении Румынии. А по-
тому для русского дела и важно, чтобы В. Галиция не находилась
к этому времени в польском обладании, но успела уже окрепнуть в
своей самостоятельности и наладить у себя внутри правильную
экономическую жизнь.
Говоря в сем случае "Россия" мы имеем в виду территориаль-
ное понятие, обнимающее всю область, занимавшую ранее Россий-
скую Империю. Име касался разграничения Белокоросли и Украины.
Действительно для государственно-насильных русских людей не воз-
никает сомнений в том, что взаимоотношения между двумя ветвями
Восточных Славян урегулируются в желательном для обеих сторон
смысле и что едва ли возможно возникновение на эконо-
мически тесно связанной между собой территории двух враждующих
государств.
Итак говоря о необходимости иметь для будущей России Галиц-
кий корридор заранее открытым, мы исходим из той точки зрения
что выгодное для Украины окажется в этом случае благом и для
Белокоросли и наоборот.
К тому В. Галиция и Украинский вопрос далеко не связаны
неразрывно между собой ни по существу, ни по времени разрешения.
Считал себя принадлежащим к Украинскому народу, ни правительство
З.У.И.Р., ни население В. Галиции не принимают к крайним украин-
ским русофобам, но стягаются к России вполне примирительно и ви-
дят на востоке главную опору будущему своему политическому су-
ществованию. В тоже время они вполне отдают себе отчет , что
если Украинский вопрос действительно является неотделимой час-
тью обще-русского, то вопрос освобождения их из под власти Поль-
ши стоит вполне самостоятельно и не терпит отлагательства в
своем разрешении во избежании окончательной полонизации края и
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исчезновения самой В.Галицкой национальности. К тому же часть
В.Галиции и не мала, признает себя не украинацами, а русскими
и сближение между этими двумя течениями происходит именно на
национально-галицкой, а не украинской платформе. Исходя из указ-
занной точки зрения правительством З.У.Н.Р. и даны были рус-
ским кругам заверения в нейзаменно дружественном его отношении
к некомунистической России.
Таким образом в полном контакте со взглядами правительства
З.У.Н.Р. русские круги за границей рассматривают В.Галицию,
как вполне самостоятельное государство и не пытаются опреде-
лить его взаимоотношений к будущему русскому государству бли-
же, желая иметь лишь уверенность в полном содействии Галицко-
го народа тем сложениям, которая на его территории будут проис-
ходить между Россией и Чехо-Словакией. Заранее устанавливать
эти взаимоотношения с русской точки зрения представлялось бы
и не желательным и крайне ответственным. Неизвестно, действитель-
но, будет ли введен принцип Федерации в устройство будущей Рос-
сии. С другой стороны возможно предположить, что при указанной
слабости вначале будущей России, для нея гораздо более выгод-
ным окажется иметь в соседстве с собой самостоятельное госу-
дарство, с гарантированным Антантой статусом, нежели свою про-
винцию, либо Федеративный штат, отогаивать который явится затруд
нительным.
Но значение самостоятельности В.Галиции не исчерпывается
для русских соображениями о политической будущности России.
Есть все основания полагать, что независимость ея сыграет важ-
ную роль для самой возможности для России выйти из современ-
ного ее катастрофического положения.
Существование рядом с истощенными, изголодавшимися и изстра
давшимися в анархии областями ига России родственной по духу и
крови, но свободной, благодетельствуемой, демократической В.Галиции
послужит едва ли не лучшим средством наглядной пропаганды. И,
если Россия суждено освобождается от большевизма по отдельным
районам, то несомненно район, примыкающий к В.Галиции будет один
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из первых в этом отношении. Нельзя закрывать глаза на то обстоятельство, что неприязнь и страх перед поляками служит одной из побудительнейших причин устойчивости советской власти в правобережной Украине. К тому же на восточной границе Галиции несомненно разовется торговля с населением прилегающих областей советской России через голову советской власти и такая торговля также служит одним из лучших средств возбуждения в населении частной инициативы и чувства собственности, подавляемых большевиками. В железном кольце окружающих Россию и враждебно к ней настроенных государств откроется дверь, через которую сможет проникать дружеское безкорыстное воздействие. Нельзя забывать при этом, что для смежных с Россией областей влияние пропаганды сможет распространяться лишь с запада на восток, но не обратно. В областях этих, как мы повсюду видим, отрицательные примеры советского хозяйства настолько близки и наглядны, что не может быть речи о том, чтобы население их прельстилось обещаниями коммунистического рая.
Разрешение Галицкого вопроса после изложенных соображений может явиться толчком к внедрению России и поэтому, по мнению русских кругов, разрешение этого вопроса и должно предшествовать разрешению вопроса русского, а не следовать за ним.
Но в случае оставления В. Галиции во власти поляков изложенные положения могут привести к совершенно обратным результатам. Как уже указано население В. Галиции поголовно настроено пока антибольшевистски. Но если перед ними встанет вопрос выбора между чужеземным насилием или присоединение к бедствующей в анархии, но родственной стране - нельзя поручиться, что это население не предпочтет разорительного, но переходящего большевизма окончательной полонизации и бесповоротной потери национального своего лица. Эти путем влияние большевизма распространялось бы далее на запад и могло бы привести к новым потрясениям и вспышкам в Чехословакии, Румынии и Венгрии, т.е. искусственно подкрепить утаскивую советскую власть. Русские эмигранты имеют все основания опасаться, что если освобождение В. Галиции не будет выполнено западными державами, то роль их в этом отношении могут принять на се-
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ся большевики.
По приведенным выше соображениям государственно мыслящие русские элементы за-границей считают немедленное освобождение В.Галиции от польской оккупации делом величайшей важности для русских интересов и не могут классифицировать все попытки от-
тянуть разрешение этого вопроса путем искусственного связывания его с вопросами о будущих русско-украинских взаимоотношениях, либо будущем государственном устройстве России, иначе, как стремлением,
прикрываясь псевдо-заботливостью о России, сыграть в руку тепе-
решним властителям В.Галиции. И если ныне безсильна помощь брат-
ям галичанам русская эмиграция, если слаба будет в первые часы
ее оздоровления будущая Россия, то тем с большей надеждой взгля-
ди русских людей обращаются в этом деле в сторону другого заин-
тересованного славянского брата-Чехо-Словаками.
Русские люди полагают, что в В.Галицком вопросе интересы Рос-
сии и Чехо-Словакии вполне идентичны.
Действительно, по мнению Чехо-Словакии столь же необходим
экономически Галицкий коридор для установления теснейших торго-
вых связей с будущей Россией, как необходим он и последней. Едва
ли возможно сомневаться к тому же, что оба славянских государства
будут, кроме экономических, связи и многочисленными общими ин-
тересами. Также , как и для России, для Чехо-Словакии важно, чтобы
коридор этот был открыт теперь же под егидой Антанты, а не послу-
жил поводом немедленного, по свержению большевизма, раздора между
Россией и Польшей, раздора в котором Чехо-Словакии пришлось бы
занять определенную позицию. Выгодно Чехо-Словакии и скорейшее
оздоровление смежных с В.Галицией областей русской территории
и возможность немедленного обита населения изделий промышленности.
К тому же сама В.Галиция, по отделении от Польши обречена на
промышленный и финансовый голод, естественно уже по силе антипатии
к полякам, явится не маловажным рынком для чешских фабрикатов и
широким полем применения чешского капитала и технических сил.
Наконец, застрахование сёл от возможностей смуты на своей
восточной границе, могущей закончиться призванием на помощь боль-
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шевиков и угрозой Прикарпатской Руси и Словакам, путем созда-
ния барьера из свободного В.Галицкаго народа представляется,
казалось бы для Чехо-Словакии делом государственной нежходи-
мости.
Конечно для Чехо-Словакии насущно важно, чтобы все изло-
женныя виголы были подтверждены реальными гарантиями и не оста-
лись лишь в сфере логических построений.
На этом пути переговоров некоторых русских лиц с ответ-
ственными деятелями правительства З.У.Н.Р. дает возможность
предположить, что правительство не воспротивилось бы более точ-
ному формулированию взаимоотношений между В.Галицией и Чехо-
Словацкой республикой
Быть может явилось бы возможным наметить основныя положе-
ния будущаго торгового договора, обеспечивающие интересы рес-
публики, определить участие в возстановлении В.Галиции чешских
финансовых групп и т.п.
Одновременно с экономическими правительством З.У.Н.Р. бы-
ли рассмотрены и соответственные политические гарантии в
отношении Прикарпатской Руси и иных интересов Чехо-Словацкой
республики не ея восточной границе. Само собой разумеется, что
ни русские ни галицкие круги не могут рассчитывать на какие
либо сепаратные, идущие в разрез с желаниями великих держав
Антанты, выступления Чехо-Словакии. Надежды их в этом отношении
ограничиваются лишь обеспечением благожелательного отношения
Чехо-Словацки при обсуждении вопроса державами Антанты и бла-
гожелательного нейтралитета в случае каких либо вооруженных
вступлений отдельных польских групп после признания Верхов-
ным Советом независимости В.Галиции.
Надобно при этом принять во внимание, что на территории
республики находятся остатки В.Галицийских вооруженных сил,
представляющихся кадрами для будущей Галицкой армии и симво-
лизующих независимость В.Галицкаго народа.
В настоящей краткой заметке совершенно исключен был эле-
мент моральныйя .
В жизни народов он играет однако немаловажную роль. В гла-
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зах русских, определяя свое отношение к В. Галицкому вопросу Чехо-
Словакия тем самым высказывается и по вопросу взаимоотношений
своих с будущей Россией. Помощь, оказанная ею Галицкому народу уч-
тена будет как помощь части многострадального населения России.
И быть может Галицкий коридор явится не только экономичес-
кии и политическим путем связи между двумя государствами,
но первым звеном тесного сближения и дружбы виднейших братьев
великой славянской семьи.
Прага, 20 июля 1921 года.
Лев Бармаш.
Лев Бармаш учился в Киевском Политехническом Институте и во время войны, чтобы избавиться от военной службы поступил в один из отрядов Земского Созна, работавших на Юго-Западном фронте. В начале 18 года его отряд был переведен на Западный фронт и вследствии демобилизован в Москве. В Москве Бармаш примкнул к молодому тогда течению анархистов-индивидуалистов возглавляемых Мамонтом -Дольским, кн. Ухтомским и журналистом Вольским. Среди анархистов Бармаш виделился своими недюжими способностями оратора и организатора. По поручению партии Бармаш в течении всего 18 года не раз ездил в Киев, где вел переговоры с Украинскими анархистическими группами. Между прочим в битность в Киеве миссии Раковского и Мануильского Бармаш выполнял, по поручению Мануильского и военного эксперта Сттина некоторые агентурные поручения. С этого момента приблизительно начинается связь Бармаша с советскими дипломатическими деятелями. В начале 19 года он был командирован Московским анархистами в Стокгольм на конференцию анархистов. Эта конференция не состоялась и Бармаш застрял в Стокгольме, поступив в распоряжение советского представителя Воровского, при котором исполнял секретные поручения дипломатического характера. Когда Воровский и вообще все официальное советское представительство вынуждено было возвратится в Советскую Россию, будучи выслано по требованию Антанты, Бармаш, в качестве секретного агента остался в Стокгольме и поступил в распоряжение только что сформированного тогда Западно-Европейского Секретариата пропаганды в составе Варшавского-Воровского, Шумахера, Александровского, Ботоцкого и Рейха. По требованию бюро Бармаш обязан был перебраться в Берлин для работы в помощь представляющего секретариат в Берлине, Рейхе. Чтобы попасть в Берлин Бармаш пристроился к Украинскому посольству в Стокгольме и предложил последнему переехать на Украину для получения информации с мест. Получив дипломатический паспорт Бармаш приехал в Берлин, где и остался, поступил в распоряжение Александровского и Рейха. Из Берлина Бармаш не раз был командирован в Прагу, Будапешт и Вену. В Будапеште он свел знакомство с неким Фенарри бывшим немецким шпионом в Румынии, но во время великой
-2-
войлу.Через него он получил явки на некоторых офицеров герман-
ского штаба в Берлине, которыми и предложил свои услуги в качестве
референта по русским делам.С прекращением деятельности герман-
ского генерального штаба.Вармаш одно время пытался работать в
германской прессе преимущественно правой. В средине 20 года Вар-
маш получил новое распоряжение от официального советского пред-
ставительства, а также и от брата Агитотдела Секретариата про-
паганды, производить разведку правых германских кругов и в тоже
самое время всеми мерами стараться спутать взаимоотношения раз-
личных германских групп на почве Украинского вопроса.Познакомив-
шись с графом Ревентловым Вармаш стал у него авторитетнейшим
референдом по Украинскому вопросу и вообще по вопросам русско-
германской политики.Попутно Вармаш поддерживал связь с Фенарри
при помощи которого ему удалось достать секретный франко-чеш-
ский договор, проданный им советскому правительству за 220.000
марок.В тоже самое время Вармаш занялся разведывательной ра-
ботой в Украинских кругах, а его помощники проводили его зада-
ния в Будапеште в тоже самое время освещая ему тамошнее положе-
ние.В конце 20 и начале 21 года Вармаш считался самым влиятельны
и компетентным агентом у большевиков в делах немецких пра-
вых групп и абсолютным авторитетом в Украинском вопросе.В Праге
Вармаш имел явку непосредственно к Гелерсону, от которого он по-
лучил поручение достать во что бы то ни стало копию секретного
румыно-польского соглашения, каковая им и была получена от воен-
наго румынского агента в Берлине.
В Украинском вопросе Вармаш сыграл в последние месяцы вы-
дающуюся роль, сумев перессорить все правые украинские течения
и создать непримиримое отношение между ними и немецкими и рус-
скими правыми группами.От большевиков им была получена задача
не допустить соглашния между правыми Украинскими партиями,нем-
цами и русскими, которое бы создало единый фронт против больше-
витской Украины.В дальнейшем он должен был в отдельности ском-
прометировать каждую из Украинских партий, доказать их несостоя-
тельность и поставить германских промышленников перед неизбеж-
-3-
постъ вести торговля сношения с советской Украиной. Граф Реве-
идлов на сезде в Рейхенгалле явился ничем иным, как послушным
орудием в руках Бармаша, который и до настоящаго времени продол-
жает влиять на Ревендлова, главным образом теми легендарными
данными и сведениями, которыя он дает графу о мировом заговоре
масонов. К партии коммунистов Бармаш не принадлежит. Его отношения
с Полтавцем-Остраницей, Румянцевым и др. исключительно официаль-
ны. Насколько известно ни тот ни другой никаких средств от Бар-
маша не получали.
ДИПЛОМАТИЧНИЙ ВІДДІЛ
ПОСОЛЬСТВА УКРАЇНИ БЮН НАРОДНОЇ
РЕСПУБЛІКИ В НІМЕЧЧИНІ.
№ 196
УКРАЇНСЬКИЙ НАЦІОНАЛЬНИЙ КОМІТЕТ .
/з російської агентури в Константинополі. 5.9.21./
Прийшли відомості про те, що коло тих же тому назад до Кон-
стантинополя з Парижу повернувся голова Константинопольського
Відділу Українського Національного Комітету Б.Л.Данковський.
Бін пробув у Парижі три з половиною місяці прониварчи у поєм-
канні Центрального Українського комітету С.К.Моркотуня.За ни-
нулий дік С.К.Моркотун, людина дуже енергійна, талановита і ось-
вічена, часто їздив до Англії та Швецарії і вагали розвинув
велику акцію наслідком якої сталося те, що Моркотуна примато
до Ліги Націй як єдиного представника інтересів українського на-
роду і що значення У.Н.К. дуже виросло в очах провідників євро-
пейської політики.
Починаючи з минулої зими між Моркотуном і петлюрівцями, в
особі петлюрівського Міністра Закордонних Справ Василька, єдино-
го адібного з петлюрівських діячів, почалась завзята боротьба
через претензії на "український фонд" 450.000.000 золотих марок.
Ці гроші між дістали і внесли в один із німецьких банків
агідно з Берестейським договором. Гроші помінально призначались
для відшкодування українського уряду за дві війни, російсько-
німецьку та російську цивільну. Ратифікацією Берестейського дого-
вору Берестейський мир було анульовано і ці гроші, згідно пункто-
ві про відшкодування, були осьвестровані Францією до розв'язання
українського питання. Спір між У.Н.К. та петлюрівцями був на рі-
шеннях Ліги Націй і завдяки енергії Моркотуна, котрий спирається
на впливові фрацузькі кола, дістав фактичне рішення на користь
-2-
У.Н.К. Франція володіє і надалі цим фондом, тимчасово, до відбу-
дування Української Республіки, але з означених сум зроблено
значені асигновки У.Н.К. 1 в першу чергу комітетам в Парижі, в
Америці та Царгороді на потреби українських утікачів. С.К.Мор-
котун все дістав значні суми , котрі дозволяють його головним
співробітникам Н.М.Могилянському та ЦитовиЧу розвинуть свою
працю на велику скало та жити дуже вигідно в Парижі. До Констан-
тинополя сподівається в недовзі грошей, а поки що Комітет під-
шукує на Пері помешкання, замість старого на Панхальді.
Для правильної характеристики політичного напрямку україн-
ських націоналістів перш за все треба завважити що напри цей
цілком залежить особистими поглядами та волею С.К.Моркотуна
власноквителя та провідника цілого українського національного
руху. По своїм поглядам Моркотун є сторонник української феде-
рації на підставі найгісніших зв'язків із загально російською
політикою. Його симпатії на стороні консервативних груп населення України та крупної буржуазії, але, одначе, він має за від-
повідним завденням моменту маскувати буржуазну політику широ-
ко ліберальною, навіть демократичною програмою , котра не від-
деляних соціальних реформ. В загальніх рисах программа Моркотуна
дуже близька до програми українських соціалістів-федералістів
котрі грали ролю державної партії при Гетьмані і тепер найже
цілком злилися з партією українських націоналістів. Праве крило
Ц.У.Н.К. в Могилянським на чолі досі ще держиться ідеї Геть-
манства, але сам Моркотун ставиться до неї негативно і піступає
сторонником української республіки з усталеним капіталістичним
устроєм та ліберальним робітничим законодавством. Самий вибір
Моркотуном своїх співробітників/Могилянський -антисеміт, Цито-
вич -монархіст/ не залишають жадного сумніву в тому що Морко-
тун дуже негативно ставиться до ролі жидів на Україні, але за-
лежність від держав Антанти примушує його уважно уникать вдо-///
фобської політики на котру, під впливом пануючих на Україні насе-
народних мастроїв, нерідко збиваються українські політи
/4//
-5-
ки.
Ц.У.Н.К. стоїть у одверто ворожих відносинах з Польщею, на
котрій цілком базується нерозвинута петлюрівців Василько, по поход-
женню австрійський поляк. Також саме негативне відношення у
Ц.У.Н.К. до групи Савицьова -Філософова. За останні часи україн-
ські націоналісти зблизились з галичанами і галицький міністр
закордонних справ Панейко/русофіл/ увійшов до У.Н.К.
Успіх Моркотуна з одного боку, та відсутність матеріальних за-
собів з другого, зробили розкол в рядах петлюрівців. Крупні влас-
ники -самостійники що були перше завзятими прихильниками Петлю-
ри тепер шукать контакту з Моркотуном і недалеко той день, коли
біля Петлюри лишиться тільки селянська спілка та низькі технічні еле-
менти котріх притягає Совітська Україна.
Великою дипломатичною перемогою Моркотуна слід вважати
право видавати дипломатичні паспорти, яке дістав Ц.У.Н.К. Один
з таких паспортів Данковський привіз до Царьгороду.
З російськими громадськими колами в Парижі Моркотун уста-
новив добрі відносини, але під цими групами треба розуміти всіх
крім правих, контактну з якими Моркотун очевидно уникає. Характерні
те, що і Могиланський , котрий в царські часи належав до крайніх
правих організацій і був найближчим співробітником Кистяковсько-
го в бутність його міністром внутрішніх справ за часів Гетьмана
тепер перемінив фронт і співробітничає в "Последних Новостях"
хоч містить статті виключно по питанням штуки та естетики. З Кі-
стяковським і Моркотун і Могиланський зустрічаються й далі в
Парижі, але лише на грунті особистих відносин.
Згідно з відомостями в Ц.У.Н.К. перед півтора місяцями в
кабінеті Бріяна і у всіх впливових парламентських колах розгля-
далося питання про відновлення інтервенції при допомозі Росій-
ської армії котру малося направити в Румунію або в Польщу, але
проєкт цей було покинуто з огляду на категоричну відмову з бо-
ку румунського та польського урядів.
Перед своїм від'їздом з Парижу Данковський був у Бріяна. При-
їхавши до царьгороду Данковський почав частити місцевий комітет
-4-
Він одразу усунув Адієвича, Шкловського, а також цілий склад се-
кретної агентури інформаційного відділу комітету. Головною причи-
ною усунення цих людей було те що Адієвич , без згоди Ц.У.Н.К.
приймав гроші від англійців і повернув інформаційний відділ Ком-
стантинопольського комітету по суті у діло англійської контр-роз-
відки. Крім того Данковський застався дуже незадоволеним тим, що
Адієвич закликає до секретної агентури дуже підозрілих людей
як наприклад Пегунін, Мільо, Переплетенко і т.д., котрих ніймали на
шахрайствах, шантажах та інших негарних вчинках, які могли б скомпро-
мітувати У.Н.К.
На разі Данковський має на меті зформувати новий інформацій-
ний відділ головною метою якого буде організація повстанчої акції
та слідкування за бойовецькими організаціями в Царьгороді та
інших місцях.
ПОЛІТИЧНІ ІНФОРМАЦІЇ.
==================================
I. Нова франко-польська угода.
II. Становище в Сов. Росії.
III. Українські інформації.
I. Нова франко-польська угода.
Між Францією та Польщею заключено нову угоду. Ця угода підписана 20 липня 1921 р. генералами Ніселеєм та Сікорським у Варшаві. Згідно з цією угодою Франція зобов'язується посилати до Польщі війська через Гданськ на випадок конфлікту Польщі з Росією та Литвою. Число військ, муніції, а також число офіцерів головного штабу, інженерів та авіаторів буде установлено кожного разу спеціальною конференцією між обома го- ловними штабами польським та французьким. Набой технічний матеріал висилатимуться за заплату, котра передаватиметься отвертий контом Поль- щі на Банк Франції і буде компенсована концесіями на нафту і сіль в Галичині на 99 років. Литовське питання буде підперте Францією в на- прямі баланом для Польщі і Паризький і Нідерландський Банк дістане концесії на експлоатацію лісу на цілій Литовській території. На випа- док, коли Сов. Уряд нападе на Польщу, Франція зобов'язується вступити пе- ред всіма союзними державами з метою спільної експедиції, щоб поклас- ти кінець большевицькому режимові. Для цієї цілі всі російські війсь- кові частини на еміграції будуть концентровані в Румунії. Зі свого бо- ку Польща зобов'язується "розвинути акцію, котра дасть змогу заняття ін- дустриальну територію Горішнього Шлеску до границь під назвою лінія Корфанти і зобов'язується дати перевагу французькому капіталові перед іншими в експлоатації цілої індустрії, котра була дося у німецьких руках і котра спеціальними декретами, шляхом легальної експропріації попала в руки польських або французьких капіталістів". Для досягти ціє- лети Франція допоможе польському урядові, шляхом своєї політичної ак- ції, так само, як і "в 1 дн по в 1 дн и ми" військовими заходами, до- сягти здійснення своїх прав на Горішний Шлеск.
II. У тіснім звязку з цією угодою, напрям і головні риси котрої тут викладенося були подорож маршала Фока та шефа генерального штабу генерала Вейганда до Польщі та Праги в кінці серпня або у першій поло- вині вересня. Крім пропаганди та "престижу", подорож маршала Фока має спеціальну мету: вживавши цілий свій престиж, він має доручення оста- точно зблизити Чехословаччину з Польщею та ввести Польщу в бльок Ма- лої Антанти. На місце польсько-ромунської конвенції, таємні точки кот- рої видносились до оборони від Чехословаччини, Болгарії та Угорщини, бу- де заключено загальний офензивний та дефензивний договір між Польщею, Румунією, Югославією та Чехословаччиною з подвійною метою: служити рів- новагої Франції в її антинемецькій політиці та підпирати французькі інтереси у війні з Москвою, котра намічується не далі, як на будучий рік. Фок повинен вити цілий свій престиж і свої особисті позиції, щоб вплинути на обидва уряди в Празі та у Варшаві, щоб вирівняти істнуючі перешкоди і привести до полагодження всіх питань для заключення офен- зивного та дефензивного договору. Масарик і Бенеш, передбачаючи трудно- мі роблять досі повну опозицію, заявляючи, що парламент не піде за ни- ми, з огляду на те, що авантюрний дух який панує в Польщі, утруднює со- вз Чехії з Польщами.
На разі французький посол та Еразм Пільц підготовлюють грунт і згідно іншим докладам подорож Фока буде можливою з початку осені. За- ключення цієї конвенції гаряче підтримується румунським урядом, котрий може уникнути конвої можливості польсько-чеського конфлікту, щоб мати вільні руки на випадок війни з Росією та виконати нові зобов'язання відносно Угорщини (нова конвенція румунсько-сербська вид 5 днів): обявлення війни Угорщині, на випадок коли екс-король Карл вернувся б у знова до Будапешту).
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II. Становище в Советській Росії.
З джерела, котре через дипломатичні зносини стоїть в постійному з Москвою, передають слідуючі відомості про становище в Советській Росії:
1) С ов і т с ь к а Р о с і я т а З а к о р д о н .
Тактика Сов. Уряду відносно закордону стала за останні часи менш активною та вихидячою. Чичерин дав нові директиви своїм представникам за кордоном, приблизно такого змісту: "неадатність до життя європейської коаліції" цілком доведена і в Європі умислено на зустріч новій війні. Капіталістичні уряди довели свою нездатність, але ми мусимо дочекатись поки різниця між ними стануть не більш, ми не можемо почекатись перед тим, щоб так завести європейських дипломатів по фальшивому сліду, щоб між ними виникли по змозі найбільші непорозуміння. Нам то нічого не варто, коли закордоном нас бояться і наші сили западто перечиняють. Всі непорозуміння між нами і закордоном повинні бути забуті. Кожному треба обіцяти те що він хоче. Як мо ніщо хотять мати моральну піддержку, то ми її даємо. Ми обіцяємо їм респектувати ехідні кордони. Як що французи прийнято думати по ми ім заплатимо проценти, то мусимо ім це обіцяти. Як по англійці хотять нас використати, то ми повинні дати їм таку можливість. Також повинна бути наша та-тика до заходу. На вході справи стоять інакше, там грунт надається далеко більше для активної праці. Йетор комбінацій між Ангорою, Персією та Афганістаном мусять бути наше просунення наперед ні Східні. Що торкається Польщі, то там треба буде так або сил поклес-ти кінець, бо між Советською Росією та Польщею стоять не перепоможні перешкоди.
Один високий урядовець народного комісаріату закордонних справ казав одверто, що завданням Советської Росії є втягти Польщу в якийсь озброєний конфлікт з закордоном а ик вона буде до-сить ослаблена, то Росія використає момент покласти їй кінець. В Сібіру на разі сила Советського Уряду не вистачає проти Семенова і тому японці посовуються наперед і готуються до дальших операцій проти Москви.
2) Внутрішнє політичне становище.
А) Адміністрація
В російській комуністичній партії стався глибокий поділ, котрий все побільшується вд часу конгресу професіональних союзів в травні цього року. Ленін прочитав там доклад про спільну працю надзвичайної комісії з професіональними союзами. Його тоді дуже гостро скритисував Рязанов, кажучи, що Ленін не має жадного зрозуміння для праці професіональних союзів, а вони не можуть працювати аби як з спеціальними комісіями. Тоді Рязанова і його однодушиць було виключено на рік з комуністичної партії, але бо-ротьба між Леніном та професіональними організаціями їде далі. В колах комуністичних провідників планується нова система управління, а власне Директорія з Диктатором на чолі. На пост цього диктатора кандидатом є здається Дзержинський престиж дійсно росте.
В) Економичне становище.
Большевики перекривають господарчу кризу, якої досі ще не бувало. По карточці А (найбільший пайок) видається трохи хліба та овочей, на карточку Б-ничого сеньшо. Вільна торгова нічого не допомогла: спочатку ціни на харчі трохи впали, але тепер знов піднеслись дуже високо. Фунт хліба коштує по найменше 4000 руб. Преса досить помиряє звістки про голод. На золото закордоном було закуплено багато технічних продуктів, котрі тепер здебільшого непотрібні.
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Вінанськ.
До квітня 1921 р. в Совітскій Росії оберталось 1186 міліардів папірових рублів. Перед початком війни цілий золотий оборот досягав 1 1/2 міліона, а початком большовицького панування було 22 міліарди паперу. Срібний рубель, котрий почали вже чеканити, повинен замінити 13000 паперових рублів.
2) ПОВСТАННЯ.
Крім розрухів на території голоду, про котрі ще немає ніяких відомостей, великі повстання були на Україні, на Волзі та в Сібіру. Причинною цих повстань мусить певно бути економична криза, всі вони мають місцевий анархистичний характер. Позаяк вони не мають спеціяльних політичної мети і не мають жадного зв'язку, отже протикарт без жадної небезпеки для большовицької влади. Часом вони збільшують навіть престиж Совітського уряду, завдяки легкості, якою ліквідуються. Проти Антонова ще й до- сі стоїть велика армія. Махно здається скінчив свої доля.
УКРАЇНСЬКІ ІНФОРМАЦІЇ
Вездротові звідомлення. З Москви до всіх.
Головно-командуючий українськими військовими силами в Криму в розмові сказав між іншим: бандитизм на Україні цілком зникав. Найбільші банди єже знайдено. Від Петлюровців та махновців зосталися самі недобитки. На правому березі Дніпра проти попереднього числа десяти тисяч бандитів залишилось на разі тільки з 1000, котрі ховаються по лісах. Найбільша частина бандитів на правому березі суттє не українського походження. Бандити, котрі зформувались на польському та румунському теренах, переходить на Україну, а Румунія і Польща допускають це. На лівому березі розбиті банди Махна перетворились 6 розбійничих банд, його найближчих помічників, як Сабука, Кураленка убито, інших як Дуса, Хону Казина тяжко поранено. У Махновців одбите поїзд та кулемети. Банди тепер дуже нечисленні, найбільше кількадесят чоловік. Бандитизм на Україні поніс великі втрати.
З Миколаєва до всіх.
Головний Комісар України Полонцькій, зробивши облаз польсько-українського кордону, сказав, що контрабанда торговля прийняла необмежений розмір. Закордон нелегальними шляхами ввозиться з Поділля та Волині збіжжя, худоба і тити, а за це дістається порох, перфуми, галантерейний крам та нікому непотрібні ликсусові речі. На разі роблять проекти про призначення високих нагород за відкриту контрабанду. На польському кордоні будуть засновані контори обміну, контрабанда тоді значно зменшиться твс.
З Варшави до всіх.
4 Серпня в Москві підписано міровий договір між Латвією та Україною.
Повстанчий рух на Україні розростається. Совітська влада хоче переставити засоби для допомоги військовим силам, щоб забрати сили всіх збіжжя. Населення працює зараз з повстанцями. Військовий диктатор України Бухарев-неве видав наказ надзвичайно суворих кар для всіх тих, хто стояти в зв'язку з повстанцями.
З Миколаєва до всіх.
24 Серпня у Миколаїві зіхались Голова Ради Народніх Комісарів України Раковський вейс військових сил на Україні і в Криму Фрунзе і відбули військову нараду. Під час наради Раковський і Фрунзе звернулись до військ та до примусного тисячного натовпу робітників та населення з промовом, в котрій вказували на догмий шлях в боротьбі який робітники все мають за собою. Перекони та поразки закріпили нам дух, казав Фрунзе. Тепер пролетаріат і селянство мусять з залізної волею перевести допомогу голодуючим. Треба думати, що коли ми напружено свої силито переможемо голод так само, як ми перемогли контрреволюціонерів. Раковський у своїй промові згадує часи, коли цей прох за кропом виборували воля від всього. Він описує сучасний стан торговельних переговорів і сказав, що ми неможе покладатися лише самі на себе. Раковський закликає до допомоги голодаючим ни Волзі і запевняє, що ми будемо переможцями, бо пролетаріат нусить перемогти. Під час інтерв'ю з епівробітником преси про міжнародне положення Республіки Раковський сказав, що без відома Англії Совітський Уряд заключив вже два нових торговельних договори з Німеччиною та Італією. Франція і Америка, які довго не хотіли нічого про нас знати, починають тепер робитись ввійлями. Ми не боїмося жадної війни, на Україні немає бандитів, а мали банди ми знайшли. Все це разом дає нам можливість відбудовувати економічний життя і перемогти руйну.
ДИПЛОМАТИЧНИЙ ВІДДІЛ
ПОСОЛЬСТВА УКРАЇНЬКОЇ НАРОДНОЇ
РЕСПУБЛІКИ В НІМЕЧЧИНІ.
№ 197
DIE
SUEDOSTEUROPAEISCHEN STAATEN
1. April - 30. Juni 1921.
INHALT.
Seite.
1. Allgemeiner Ueberblick ................... 1
2. Tschechoslowakei ......................... 3
3. Oesterreich.............................. 6
4. Ungarn................................... 8
5. Rumänien............................... 10
6. Südslavien............................. 11
7. Bulgarien.............................. 12
8. Griechenland............................ 14
ALLGEMEINER ÜBERBLICK.
Die Kleine Entente erwies die erste Probe ihrer Festigkeit und Wirksamkeit gelegentlich des Staatsstreiches des früheren Königs Karl in Ungarn. Das sofortige gemeinsame diplomatische Vorgehen der Kleinen Entente, unterstützt durch militärische Drohungen der Tschechoslowakei und Südslaviens, genügte, die ungarische Regierung von der Undurchführbarkeit der Pläne des Königs Karl zu überzeugen. Die ablehnende diplomatische Aktion der Grossen Entente erfolgte erst später. Die Einigkeit der Westmächte in dieser Frage mag durch das feste und geschlossene Vorgehen der Kleinen Entente veranlasst worden sein, das die Lage rasch klärte.
Die Kleine Entente erfuhr auch eine weitere Festigung durch den Abschluss formeller Bündnisverträge zwischen Tschechoslowakei und Rumänien, sowie zwischen Rumänien und Südslavien. Über das Bündnisverhältnis der Staaten der Kleinen Entente ist nunmehr folgendes bekannt:
Jeder der beteiligten Staaten hat mit jedem der anderen Staaten ein Bündnis geschlossen.
Der Inhalt der Bündnisverträge zwischen den einzelnen Staaten ist im allgemeinen der gleiche:
Gegenseitige Bürgschaft für Durchführung der Friedensverträge, also Sicherung des Landgewinnes aus dem Weltkrieg.
Verhinderung der Wiedererrichtung einer habsburgischen Herrschaft in irgend einer Form in Ungarn oder durch Zusammenschluss Ungarns mit anderen Ländern.
Gegenseitige Waffenhilfe bei einem Angriff seitens Ungarns.
Wirtschaftliche Kollektbegünstigungsverträge laufen neben den militärpolitischen Vereinbarungen her.
Das Defensivbündnis Tschechoslowakei - Südslavien wurde in Prag am 5. Februar 1920 unterzeichnet.
Die Dauer dieses Bündnisses ist zunächst 5 Jahre.
Das Defensivbündnis Tschechoslowakei-Rumänien wurde am 23. April 1921 in Bukarest, das Defensivbündnis Rumänien-Südslavien am 7. Juni 1921 in Belgrad unterzeichnet.
Die Dauer der beiden letztgenannten Bündnisse ist zunächst 2 Jahre.
Durch einen im November 1920 mit Südslavien und einen im Februar 1921 mit der Tschechoslowakei abgeschlossenen Vertrag verpflichtete sich auch Italien, im Einvernehmen mit der Kleinen Entente für Aufrechterhaltung der Friedensverträge und gegen Rückkehr der Habsburger einzutreten.
Zwischen Polen und Rumänien wurde am 3. März 1921 ein Defensivbündnis gegen Russland geschlossen, das in jeder Beziehung unabhängig von der Kleinen Entente ist. Von französischer Seite jedoch wird der Anschluss Polens an die Kleine Entente sehr rage betrieben.
Österreich ist möglicherweise an den tschechisch-südslavischen Bündnis insoweit beteiligt, als es des Durchmarschrechts und die Benutzung von Eisenbahnen für gewisse Fälle zugestand.
Das Streben Bulgariens, über Südslavien Anschluss an die Kleine Entente zu gewinnen, tritt in der letzten Zeit merkbar in Erscheinung. Frankreich begünstigt eine Annäherung Bulgariens an Südslavien in der Erwartung, dadurch zu einer endgültigen und friedlichen Regelung der mazedonischen Streitigkeiten zu gelangen.
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Zwischen dem tschechischen und ungarischen Aussenminister fand Ende Juni eine Zusammenkunft in Merienbad statt, die eine gewisse Entspannung zwischen den beiden Staaten brachte.
In der Frage der Sanktionen gegen Deutschland nach dem Abbruch der Londoner Konferenz standen die Südoststaaten auf Seite Frankreichs.
Ein militärisches Zusammenwirken mit Frankreich und Polen kam zunächst nur für die Tschechoslowakei in Frage. Vorbereitungen in dieser Hinsicht scheinen getroffen worden zu sein. Wirtschaftliche Zwangsmassnahmen wurden durch Südslawien, Rumänien und Griechenland gegen Deutschland verhängt. In vielen Einzelheiten waren sie aus wirtschaftlichen Interessen gemildert und wurden z.T. nach kurzer Zeit wieder aufgehoben.
Die Kleine Entente muss als Hinterin der Friedensverträge in der Frage des Anschlusses an Österreich an Deutschland jetzt noch eine ablehnende Haltung einnehmen. Umso bemerkenswerter sind Aussagen der tschechischen und südslavischen Presse, die den Anschluss Oesterreichs als einzigen möglichen Ausweg aus der Notlage dieses Staates bezeichnen. Diese Aussagen mögen in Zusammenhang stehen mit Reformideen des Ministers Benes für den Völkerbund. Demnach soll der Völkerbund, der bisher nicht den Frieden verbürgen kann, auf regionalen Interessengruppen von Staaten sich aufbauen, und der Völkerbund selbst soll zur Bildung solcher Staatsgruppierungen den Anstoss geben. Das Recht, das Benes für die Kleine Entente beansprucht, will er anscheinend auch Deutschland und Österreich zugestehen, wenn die Gefahr einer Aenderung der Friedensverträge beseitigt ist. Der Hauptwiderstand gegen den Anschluss liegt bei Frankreich.
Der von Besufragten des Völkerbundes auf Veranlassung der Westmächte entworfene Plan für den wirtschaftlichen Aufbau Oesterreichs soll politisch ein Gegengewicht gegen die Anschlussbestrebungen bilden und durch Steigerung der wirtschaftlichen Abhängigkeit Österreichs den Westmächten ein Zwangsmittel gegen Oesterreich in die Hand geben.
Mit der Liquidation der Österreichisch-ungarischen Monarchie in wirtschaftlicher Beziehung befasste sich die Konferenz von Rom, die unter Vorsitz Italiens von allen Nachfolgestaaten: Tschechoslowakei, Oesterreich, Ungarn, Rumänien, Südslawien, Polen, Italien beschickt war. Die seit 20. Mai andauernden Beratungen wurden am 16.Juni vorläufig abgeschlossen und auf Oktober vertagt.
Zur Regelung der zukünftigen wirtschaftlichen Beziehungen der Nachfolgestaaten unter Teilnahme Amerikas, Englands und Frankreichs war Anfang Juli eine Konferenz in Portorosa in Aussicht genommen. Die Konferenz wurde auf unbestimmte Zeit vertagt, da unter den beteiligten Grossmächten wahrscheinlich infolge Rücktritts der italienischen Regierung Giolitti z.Zt. keine Einigkeit über die in Südwesten Europas zu verfolgende Politik besteht.
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TSCHECHOSLOWAKEI.
MILITAERISCHES.
Ueberplaenmaessige Formationen.
Ueber die gesetzlich festgelegte Friedensstaerke (150 000 Mann,) bestehen ueberplaenmaessige Formationen in Staerke von
40 Bataillonen,
40 leichten und Gebirgs-Batterien,
63 schweren Batterien.
Diese Verbuende sind nur Reihenformationen mit geringer Frontstaerke; ihre Organisation entspricht der frueheren k.und k. Landwehr; sie sollen die Moebilmachung erleichtern.
Infanterie - Bataillon 250 Mann,
Batterie 2 Geschuetze.
Der dauernde Bestand dieser Formationen ist noch unge- wiss.
Teilnahme an militaerischen Sanktionen.
Nach Abbruch der Londoner Konferenz scheint ein mili- taerisches Zusammenwirken mit Frankreich durch den Generalstab und besonders entsandte franzoesische Generalstabsoffiziere vor- bereitet worden zu sein.
80 000 Mann sollen fuer diesen Zweck in Aussicht genom- men gewesen sein. Die beabsichtigten militaerischen Massnahmen kamen nach Annahme des Ultimatums durch Deutschland nicht zur Ausfuehrung.
Ruestungskredite.
Eine Forderung der Regierung von 332 Millionen fuer Be- kleidung und Ausruestung wurde Ende April dem Parlament vorge- legt.
Fuer 82 Millionen wurden Auftraege an Kriegsmaterial an die Skoda-Werke vergeben.
Legionaere.
Eine einheitliche "Legionaergemeinde" wurde durch den Zusammenschluss der bisher bestehenden drei Legionaerorganisati- onen geschaffen. Die neue Organisation umfasst alle noch im Heer dienenden und schon entlassenen Legionaere. Das politische Programm des Verbandes ist ein gaessigtssozialdemokratisches.
Der Zusammenschluss der Legionaere bedeutet eine weitere Stärkung ihrer bisher schon bevorzugten Stellung im Staate. Die Wahl der seinerzeit den russischen Legionaeren zugebilligten 4 Abgeordneten zur Nationalversammlung wurde durch Aufstellung einer Liste von 4 Kandidaten der Legionaergemeinde, gegen die andere Bewerber nicht auftraten, erledigt. Diese Wahl von Legi- onaerabgeordneten ist als einmaliges politisches Zugeständnis zu betrachten.
Ehtpolitisierung des Heeres.
Die Regierung brachte einen Gesetzesantrag ein, durch den
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das Wahlrecht bei den Gemeindewahlen den aktiven Soldaten entzo-
gen werden soll. Damit ist, wie anzunehmen, die Frage der grundsätzlichen Aufhebung des Wahlrechts für das Heer in Fluss gebracht
Luftwesen.
Das Luftwesen untersteht dem Kommando der Luftfahrtruppen.
Die Gliederung in 3 Regimenter hat sich bestätigt.
Die Regimenter sind in je 2 Gruppen zu je 3 Kompanien
untergeteilt.
Regiment 1 liegt mit Gruppe I in Prag (Kbel),
" " II " Eger und Pardubitz,
Regiment 2 liegt mit Gruppe I in Olmütz,
" " II " Brünn, Troppau und Mährisch-Ostrau,
Regiment 3 liegt mit Gruppe I in Neutra,
" " II " Pressburg und Kecseh.
In Olmütz befindet sich ein Hauptflugpark.
Als Flugzeugbestand wird angegeben:
etwa 540 zu sofortiger Verwendung,
" 600 zur Ergänzung.
Darunter ein Geschenk Englands und Frankreichs von je
20 Flugzeugen.
Der Flugplatz Kbel wird mit einem Aufwand von 2,5
Millionen Kronen zum internationalen Flughafen ausgebaut.
POLITISCHES.
INNERE POLITIK.
Umbildung der Regierung.
Die Umbildung des Beamtenministeriums Cerny, das seit
fast einem Jahr die Regierungsgewalt ausübt, in ein parlamentari-
sches Ministerium ist beabsichtigt. Das Ministerium Cerny hat
bemerkenswerte Festigkeit besonders bei Niederwerfung des kommunistischen Aufstandes im Dezember 1920 gezeigt. Der Grund für
Umbildung des Ministeriums ist in dem Wunsch zu suchen, die Regierung verfassungsmässig nach parlamentarischen Grundsatz zu gestalten.
Nationalitätenfrage.
Die von der Regierung und dem Präsidenten Masaryk ausgehenden Versuche, die deutschen Parteien zum Verlassen der Opposition zu bewegen und zum parlamentarischen Zusammenarbeiten mit den Tschechen zu veranlassen, dauern an.
Eine vom Äussersten rechten Flügel der deutschen Parteien ausgehende Bewegung für eine Volksabstimmung der Sudetendeutschen nach dem Vorbild der Österreichischen Länder fand nur geringe Aufnahme.
Die Stimmung für ein politisches und wirtschaftliches Zusammenarbeiten mit den Tschechen scheint allmählich an Stärke zuzunehmen.
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AEUSSERE POLITIK.
Sanktionen gegen Deutschland.
Die Regierung war nach Abbruch der Londoner Konferenz zu militärischen und wirtschaftlichen Sanktionen gegen Deutschland entschlossen.
Wirtschaftliche Sachverständige erwarteten von der Einführung von Wirtschaftssanktionen eine Krise für Industrie und Handel. Denn mehr als die Hälfte des gesamten Wirtschaftsverkehrs geht von und nach Deutschland.
Das Parlament behandelte die Frage nur nach politischen, nicht wirtschaftlichen Gesichtspunkten, und war sich einschließlich der Sozialdemokraten über die Annahme einig.
Die Regierung, vor die Wahl gestellt, durch Ablehnung der Sanktionen die Gunst Frankreichs zu verlieren, oder durch Annahme der Sanktionen das eigene Wirtschaftsleben zu schädigen, entschied sich aus rein politischen Erwägungen für Frankreich.
Der Presse war zu entnehmen, dass die Regierung Besorgnis vor inneren Unruhen bei Durchführung militärischer Sanktionen hatte, dass aber der französische Einfluss in militärischen Fragen jetzt noch entscheidend ist.
Ein militärisches Eingreifen im Zusammenwirken mit Franzosen, und wahrscheinlich Polen, war anscheinend nur für den Fall geplant, dass die Franzosen bei Besetzung des Ruhrreviers auf militärischen Widerstand stiessen, oder der Vertrag von Versailles durch Deutschland als nicht mehr zu Recht bestehend erklärt wurde.
Ein Handelsvertrag mit Österreich wurde abgeschlossen. Vorbesprechungen für einen Handelsvertrag mit England fanden durch Minister Benes Anfang Juni in London statt.
Eine Handelsdelegation aus Moskau traf im Juni in Prag ein: zur Vorbereitung eines Vertrages mit Sowjetrussland.
WIRTSCHAFTSLEBEN .
Staatsfinanzen.
Der Metallbestand des Staates beträgt 10 022 Mill. Kr.
15 Mill. Goldkronen wurden aus dem Goldschatz der liquidierten österreichisch-ungarischen Bank in Wien nach Prag überführt.
In den letzten Monaten ist der Umlauf von Banknoten im Abnehmer, die Notenpresse eingestellt.
Der Schifffahrtsweg Budweis-Hamburg wurde eröffnet.
Der Übergang zur freien Lebensmittelwirtschaft wurde beschlossen. Die staatlichen Zusendungen zur Ernährung sollen von wöchentlich 28 Mill. Kr. auf 16 Mill. herabgesetzt werden.
Kohlenlage.
Überfluss an Kohle wird in den letzten Monaten gemeldet.
Ab 1.5. trat eine erhebliche Preismässigung auf Kohle und Koks ein. Die stufenweise Einführung der freien Kohlenwirtschaft ist geplant.
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OESTERREICH.
MILITAERISCHES.
Durchführung des Friedensvertrages.
a) Der Antrag auf Belassung von 600 schweren Geschützen zur Bestückung der Donaubrückenköpfe von Wien, Tulln, Krems wurde von der Entente abgelehnt.
b) Die Frage der Übernahme der überzähligen Gendarmerie und Polizei auf den Stand der Wehrmacht ist noch offen.
Der Wehrmacht fehlen an dem nach dem Friedensvertrag zulässigen Stand von 30 000 Mann 8 000 Mann.
Es sind überzählig:
bei der Gendarmerie 7 000 Mann,
bei der Polizei 4 000 Mann,
gegenüber 1913.
Die Frage erhielt dadurch politischen Charakter, dass die christlich - soziale Partei für Uebernahme der Gendarmerie und Polizei sich einsetzte, um den bisher überwiegenden sozialdemokratischen Einfluss im Heer zu schwächen.
Trennung des Ministeriums des Innern vom Ministerium
für Heereswesen.
Das Ministerium für Heereswesen war mit dem Ministerium des Innern unter dem Kabinett Mayr verbunden worden. Nach Rücktritt des bisherigen Ministers des Innern Dr. Glanz, wurde das Ministerium für Heereswesen wieder selbständig gemacht, und zum Minister für Heereswesen der christlich-soziale Abgeordnete Vangöin ernannt; der diesen Posten auch im Kabinett Schober beibehielt.
INNERE POLITIK.
Finanzaktion des Völkerbundes zum Wiederaufbau Oesterreichs.
Die Westmächte beauftragten in Ausführung der Beschlüsse der Londoner Konferenz, die Finanzkommission des Völkerbundes, einen Plan für den wirtschaftlichen Wiederaufbau Oesterreichs zu entwerfen.
Drei grosse Richtlinien sind in diesem Plan zu erkennen:
Hilfe für Oesterreich aus sich selbst heraus, Hilfe durch auswärtiges Privatkapital, Internationale Finanzkontrolle.
Die Hilfe aus dem Land soll bestehen in Erhöhung der Steuern, Abbau der Löhne, der staatlichen Zuschüsse zur Ernährung, Verringerung der Beamtenzahl und Aufbringung einer inneren Anleihe.
Das ausländische Kapital soll gesichert werden durch Verpfändung von Staatseinkünften (Tabakmonopol, Zölle, Forsten, Vorzugsrecht der auswärtigen Gläubiger auf öffentlichen Grundbesitz.)
Die internationale Finanzkontrolle soll den Schein einer Beschränkung der Staatshoheit Oesterreichs vermeiden.
Der Plan soll in einem Zeitraum von 2 Jahren durchgeführt werden.
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Nicht nur die Regierung, sondern auch die drei großen
Parteien des Parlaments mussten sich für die Durchführung verbür-
gen. Dann erst fand der Plan die Genehmigung der Weltmächte.
Der Verzicht der Siegerstaaten auf alle Rechte aus Repara-
tionsforderungen auf die Dauer von 20 Jahren wurde von der Völ-
kerbundkommission gefordert, von England, Frankreich und Japan
zugestanden, von den übrigen Staaten ist er zu erwarten. Nur
Italien macht noch gewisse Vorbehalte.
Die "Sanierungsaktion" wird in Oesterreich pessimistisch
beurteilt. Eine wirksame Hilfe ist bisher tatsächlich nicht ein-
getreten. Man erwartet keine durchgreifende Aenderung, sondern
ein weiteres Fortfristen des staatlichen Lebens.
Die Entente erreichte durch die Sanierungsaktion vor der
Welt den Anschein der Hilfe für Oesterreich, durch Verquickung
der Kreditfrage mit der Anschlussfrage ein politisches Zwangsmit-
tel gegen Oesterreich.
Anschlussbewegung.
Volksabstimmungen in Tirol am 24.4., in Salzburg am 29.5.
brachten überwältigende Mehrheiten für den Anschluss.
Die Bundesregierung in Wien nahm eine ablehnende Haltung
gegen die Anschlussbewegung ein, um die Gefährdung der Kredithil-
fe durch die Westmächte nicht zu gefährden.
Die Weigerung Steiermarks auf die Volksabstimmung zu ver-
zichten, andererseits der Druck der Grossen und Kleinen Entente
auf die Bundesregierung, der Anschlussbewegung entgegenzutreten,
führten Mitte Mai zum Rücktritt des bisherigen christlich-sozia-
len Kabinetts Mayr.
Nach wochenlangen Verhandlungen gelang es, Steiermark im
Hinblick auf die für Oesterreich dringend notwendige Kredithilfe
zum Verzicht auf die Abstimmung zu bringen und dadurch XXXXX die
Regierungskrise zu lösen. Ende Juni wurde unter dem bisherigen
Polizeipräsidenten von Wien Dr. Schober ein Beamtenministerium
gebildet, an dem ein christlich -sozialer und ein grossdeutscher
Abgeordneter teilnahmen.
Werden die Erwartungen nicht erfüllt, die Oesterreich an
die Kredit hilfe knüpft, so kann mit Sicherheit vorausgesagt werden
dass dann die Anschlussbewegung mit doppelter Kraft wieder auf-
leben wird.
WIRTSCHAFTSLEBEN.
Staatshaushalt.
Der Staatshaushalt für das Rechnungsjahr vom 1.7.20-31.8.
21 ergab einen Fehlbetrag von 50 Milliarden Kr. Der Haushalt
für das kommende Halbjahr (bis 31.12.1921) rechnet mit einem
Fehlbetrag von 25 Milliarden.
Gesamtschulden.
Nach dem Entwurf des Bundesfinanzgesetzes beträgt der Ge-
samtschuldenstand rund 170 Milliarden Kr. Hiervon entfallen
53 Milliarden auf den Anteil an den staatsschulden Altöster-
reichs. Den Schulden stehen als Aktiven gegenüber das Anlage-
kapital der Monopole und Bundesbetriebe (auf 80 Milliarden ge-
schätzt), sowie das bewegliche und unbewegliche Bundesvermögen,
für dessen Schätzung noch keine Grundlagen vorliegen.
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Goldschatz der Österreich-ungarischen Bank.
Der Goldschatz der aufgelösten Österreich-ungarischen
Bank in Wien wurde durch die Reparations-Kommission in folgen-
der Weise verteilt:
Tschechoslowakei 15,5 Millionen Goldkronen,
Südslavien 7,0 " "
Polen ( )
Rumänien 25,0 " "
Italien ( )
Oesterreich 1,75 " "
Ungarn 1,75 " "
————
51,00 Millionen.
UNGARN.
Militärisches.
Abrüstung auf Grund des Vertrages von Trianon.
Nach Aeusserungen des Honvedministers im Wehrausschuss der
Nationalversammlung ist die Durchführung der militärischen Be-
stimmungen des Vertrages von Trianon in folgender Weise geplant:
a) Trennung der Armee von den Organen der öffentlichen Sicher-
heit. Die bisherigen Reserve-Gendarmerie-Formationen nach
Organisation und Ausbildung Infanterie-Verbände und organi-
sche Bestandteile der Armee, werden aufgelöst.
b) Stärke des Friedensheeres: 35 000 Mann,
( einschl. 1 750 Offiziere,
2 334 Unteroffiziere).
c) Organisation des Friedensheeres:
1. 7 gemischte Brigaden zu je 2 Inf. Rgtrn. zu je 3 Batl.
Bei jeder Brigade:
1 selbständiges Bataillon,
1 Kav. Rgt.,
1 Artl. Abtlg. zu 3 Batterien und Sondertruppen,
2. selbständige Formationen.
4 Hus. Rgt.,
1 Artl. Abtl.,
1 Kanonen - M.G.-Abteilung mit Kraftzug,
3 Genic-Batl.
d) Die Versorgung der überzähligen Offiziere und Unteroffizie-
re wird gesetzlich geregelt werden. Sie sollen im Verwal-
tungsdienst, in der Staatspolizei, im Zolldienst unterge-
bracht werden. Der Übergang in bürgerliche Berufe soll
durch besondere Massnahmen erleichtert werden.
Die Regierung versucht Widerstand gegen die Einführung des
Söldnersystems, dem die überwiegend bäuerliche Bevölkerung ableh-
nend gegenüber steht. Möglicherweise duldet Frankreich,solange die
bolschewistische Gefahr im Osten Europas nicht beseitigt ist,
in diesem Punkt gewisse Abweichungen.
POLITISCHES.
INNERE POLITIK.
Nach dem Staatsstreich des früheren Königs Karl trat das
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Ministerium Telecki zurück. An seine Stelle trat das Kabinett des Grafen Bethlen, das sich mehr auf die kleinen Landwirte, die Partei der freien Königswahl , stützt. Ein politischer Systemwechsel erfolgte nicht.
Finanzminister Hegedüs, der den wirtschaftlichen Aufbau des Staates erfolgreichstehend eingeleitet hatte, wurde in das neue Kabinett übernommen.
Die Königsfrage soll aus der Politik ausgeschaltet werden.
AEUSSERE POLITIK.
Ratifikation des Vertrages von Trianon.
Der Vertrag von Trianon ist bereits von England, Italien und Japan ratifiziert und wird Anfang Juli auch in Frankreich ratifiziert werden. Er wird also in Kürze in Kraft treten. Die Erwartung Ungarns auf Milderung der territorialen Bestimmungen wurde nicht erfüllt.
Mit der Ratifikation des Vertrages wird aussenpolitisch die Uebergabe von Deutsch-Westunarn an Oesterreich, und die Räumung des noch von den Serben besetzten Komitates Baranya (Pünfkirchen) fällig. In Pecz (Pünfkirchen) bildete sich unter Duldung der belgrader Regierung aus linksradikalen Elementen, die Ungarn verlassen hatten, eine dem Kommunismus nahestehende, der gegenwärtigen politischen Richtung in Ungarn feindliche Herrschaft die sich auf das Komitat Baranya beschränkte.
Verhandlungen mit der Tschechoslowakei.
Die im März d.J. begonnenen wirtschaftlichen und politischen Verhandlungen mit der Tschechoslowakei, die durch den Staatsstreichversuch in Ungarn unterbrochen worden waren, wurden Anfang Juni wieder aufgenommen.
Die Tatsache ist als ein Anzeichen dafür anzunehmen, dass Ungarn unter dem Druck der Einkreisung durch die Kleine Entente auf äussere Machtpolitik zunächst verzichtet, und politisch den Schwerpunkt auf innere und wirtschaftliche Festigung des Staates verlegt.
Personalunion Ungarn - Rumänien.
Der Gedenke einer Personalunion zwischen Ungarn und Rumänien tauchte schon während der Besetzung Ungarns nach der kommunistischer Herrschaft im Frühjahr 1919 auf. Er wurde gelegentlich der Unterzeichnung des rumänisch-südslavischen Defensivbündnisses in der Presse neuerdings erwähnt.
Der Vorteil läge wohl auf Seite Ungarns: Die Umklammerung durch die Kleine Entente wäre nach der rumänischen Seite gesprengt, die Masse des magyarischen Volkes in Rumfungsarm und Siebenbürgen wäre wieder vereinigt. Die Magyaren erhielten in Grossrumänien das Übergewicht, der politische Schwerpunkt würde von Bukarest nach Budapest verlegt.
Aussichten auf Verwirklichung dieser politischen Möglichkeit bestehen in der nächsten Zukunft nicht.-
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RUMAENIEN.
Militärisches.
Der in der Thronrede zur Eröffnung des Parlaments in De-
zember 1919 angekündigte Gesetzentwurf über Organisation und Er-
satz des Heeres wurde bisher nicht vorgelegt.
Die seinerzeit in Aussicht genommene Einführung der allgemei-
nen Arbeitsdienstpflicht und einer Arbeitsarmee kam über papierne
Entwürfe nicht hinaus. Es mag sich bei Erörterung dieser Reformge-
dan ken um ein Entgegenkommen gegen politische Strömungen gehandelt
haben.
AEUSSERE POLITIK.
Die seit langem eingeleiteten und immer wieder hinausgezoge-
nen Verhandlungen zwischen Sowjetrussland und Rumänien sollen nun-
mehr in Warschau beginnen.
Die wiederholten Meldungen über russische Truppenzusammenzie-
hungen bei Kiew und am Dnjepr erwiesen sich als unrichtig. Angriff
absichten der Russen gegen Rumänien bestehen zur Zeit nicht.
Ein rumänisch-tschechischer Handelsvertrag wurde am 26.4. in
Dukarest unterzeichnet. Der Vertrag ist ein Bestandteil des tsche-
chisch-rumänischen Defensivbündnisvertrages.
Ferner wurde ein polnisch-rumänischer Handelsvertrag Mitte
Juni unterzeichnet.
WIRTSCHAFTSLEBEN.
Verkehrsleage.
Betriebslänge: 12 200 km. Nach Friedensschluss: 500 fahrbereite Lokomotiven, gegenwärtig 1200 fahrbereite Lokomotiven. Wagenpark soll für den außergewöhnlichen Betrieb ausreichen.
Auf Hauptlinien kann täglich 1 Schnell-und 1 Personenzug ver-
kehren.
Getreidewirtschaft.
Anbaufläche 1914: 5 130 803 ha,
" 1921: 10 297 200 "
Ertrag 1914: 604 235 Wagons (zu 10 000 kg)
" 1921: 1 101 905 "
Ausfuhrüberschuss: 600 000-700 000 Wagons.
Kohlenförderung.
Altrumänien 1914: 253 038 t,
Grossrumänien1919: 1400 000 "
Zu erwarteten Steigerung auf 2 500 000 t jährlich.
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SÜDSLAVIEN.
MILITÄRISCHES.
Räumung des Gebietes von Fünfkirchen durch die Südslaven.
Seit dem Waffenstillstand im Herbst 1918 halten die Süd-
slaven noch das nach dem Friedensvertrage von Trianon bei Ungarn
verbleibende Komitat Baranya (Fünfkirchen) besetzt. Bei den in
Kürze zu erwartenden Inkrafttreten dieses Vertrages müssen die
Südslaven dieses Gebiet räumen.
Entlassungen, Einberufungen.
Mannschaften der Jahrgänge 05 - 07, die bereits längere
Zeit in der alten Österreichisch-ungarischen Armee gedient und
seit Herbst 1918 in der südslavischen Armee dienen, werden entlas-
sen.
Der Jahrgang 1901 wurde Ende April d.J. gemustert. Einstel-
lung erfolgt voraussichtlich im Herbst. Als aktive Dienstzeit sind
18 Monate für diesen Jahrgang vorgesehen.
Offizierbedarf.
Die südslavische Armee hat Mangel an Offizieren der unteren
Dienstgrade. Zur Behebung dieser Lücken wurden Reserve-Offiziere
zum Üebertritt zu den aktiven Offizieren aufgefordert.
Bildung von Grenztruppen.
An vielen Stellen der Grenze sind die aktiven Truppenteile
durch die neugebildete Grenztruppe abgelöst worden. Bis Anfang
d.J. waren 40 Grenztrupp-Kompagnien bereits aufgestellt.
POLITISCHES.
INNERE POLITIK.
Nach sechswöchentlicher Verhandlung wurde die Verfassung
in der Konstituante am 27.6. angenommen. Die Verfassung sieht für
Südslavien eine Zentralregierung mit ganz geringen Zugeständnissen
an die Selbstverwaltung der bisherigen Länder vor. Die slowenischen
und kroatischen Abgeordneten, soweit sie an den Parlaments-Verhand-
lungen in Belgrad teilnahmen, stimmten gegen die Verfassung.
Die Autonomiebestrebungen in Kroatien verstärken sich mehr
und mehr. 2 aller in Kroatien gewählten Abgeordneten halten sich
von den Verhandlungen der Konstituante in Belgrad fern. Die kroa-
tische Bauernpartei unter Radio verhandelte in Agram in 5 Lesungen
die Verfassung einer selbständigen kroatischen Republik.
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Dem Attentat auf den Prinzregenten am 28.3. in Belgrad scheinen keine innerpolitischen Motive zu Grunde zu liegen.
Die Disziplin und Ausbildung des Heeres sind als gut zu bezeichnen.
WIRTSCHAFTSLEBEN.
Nach Voranschlägen der einzelnen Ministerien hatte sich der Gesamtstaatshaushalt im kommenden Finanzjahr auf rund 8 Milliarden Dinar beziffert. Infolge der Finanzlage des Staates setzte der Finanzminister eine Verminderung des Gesamtstaatshaushaltes auf rund 4½ Milliarden Dinar durch. Der Haushalt des Heeres wurde von 2¾ Milliarden Dinar auf rund 1¼ Milliarden Dinar herabgesetzt.
POLITISCHES.
INNENPOLITIK.
Ende Juni BULGARIEN: sein Kabinett ist eine Anordnung in der Politik. In Bulgarien wurde ein neuer Ministerpräsident ernannt, um die Regierung zu stabilisieren und andere politische Parteien wieder gewogene Führer noch sie notwendige Gefolgschaft, um in der Lage zu sein, die Regierung übernehmen zu können.
MILITÄRISCHES.
Einstellung von Freiwilligen in die Armee.
Die Bemühungen der bulgarischen Regierung, eine genügende Anzahl von Freiwilligen für das Heer zu gewinnen, sind erneut erfolglos geblieben. Um den Eintritt in das Heer auch für die meist landbesitzende Agrarbevölkerung begehrenswert zu machen, hatte die Regierung weitgehende finanzielle Zugeständnisse gemacht, z.B. Teuerungszulagen, Familienzulagen, Pensionsansprüche und Aussicht auf Anstellung im Zivildienst. Die hierdurch notwendigen Mehrausgaben gegenüber der allgemeinen Wehrpflicht betrugen rund 250 Mill. Lwew beim Gesamthaushalt für das Heer in laufendem Finanzjahr von 538,1 Mill. Lwew. Außerdem hatte die Regierung im April die Sobraje für etwa 14 Tage mit der Weisung in die Ferien geschickt, die Abgeordneten möchten in ihren Wahlbezirken Propaganda für den Eintritt in das Heer machen. Bis Anfang Mai – von der Entente war als letzter Termin zur Einführung des Freiwilligensystems der 13.5. gestellt worden – hatten sich nach Zeitungsmachrichten nur 100 Freiwillige gemeldet.
Arbeitsdienstpflicht.
Auf Einspruch der alliierten Mächte finden die Einberufungen zur Arbeitsdienstpflicht nicht wie im Gesetz vorgesehen, auf 12 Monate für die männliche und 8 Monate für die weibliche Jugend statt, sondern verlängert nur für Zeitschnitte von 10 bis 14 Tagen. Süd-Slaviens Bemühungen, die Arbeitsdienstpflicht wegen ihres militärischen Charakters ganz zur Aufhebung zu bringen, hatten keinen Erfolg.
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WERT des HEERES.
Die Disziplin und Ausbildung des Heeres sind als gut zu bezeichnen.
Anklage gegen ehemalige Heerführer aus dem Weltkriege.
General Bojadjieff, der Führer der 1. bulgarischen Armee im Weltkriege, ist als Mitschuldiger an dem unglücklichen Ausgang des Krieges unter Anklage gestellt worden.
POLITISCHES.
INNENPOLITIK.
Ende Juni bildete Stambulinski sein Kabinett um. Eine Änderung in der Politik tritt hierdurch jedoch nicht ein. Ausser der Bauernpartei besitzt z.Zt. in Bulgarien keine andere politische Partei weder geeignete Führer noch die notwendige Gefolgschaft, um in absehbarer Zeit die Regierung übernehmen zu können.
AUSSEN POLITIK.
Zwischen Bulgarien und der Angora-Regierung werden nach Zeitungsnachrichten rege Beziehungen unterhalten.
WIRTSCHAFTSLEBEN.
Die interalliierte Finanzkontrollkommission verlangte erhebliche Kürzungen der Staatsausgaben im kommenden Finanzjahr. Es gelang dem bulgarischen Finanzminister Turlakow, von belgisch-französischen Banken eine Anleihe von 100 Mill. Franken für Eisenbahnbauten unter der Bedingung zu erlangen, dass Materialbestellungen für diese Bahnbauten nur in England, Frankreich oder Belgien erfolgen dürfen.
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GRIECHENLAND.
MILITÄRISCHES.
Lage in Kleinasien.
(Siehe Anl. Griechenland Bericht 31. 3.21.)
Die am 31.3. im Nordabschnitt einsetzende türkische Gegen-
offensive warf die Griechen auf ihre Ausgangsstellungen bei Brussa
zurück. Im Südabschnitt hielten die Griechen zunächst ihren Gelände-
gewinn gegen schwächere türkische Angriffe. Am 12.4. erzielten sie
sogar bei Abwehr eines stärkeren türkischen Angriffs nördlich von
Afiun Karahissar einen erheblichen Erfolg. Die missliche Lage im
Brussa-Abschnitt und weitere türkische Angriffe im Abschnitt Afiun
Karahissar zwangen die Griechen Mitte April nach gründlicher Zerstö-
rung der anatolischen Bahn, diese Stadt zu räumen und ebenfalls auf
ihre Ausgangsstellungen bei Ushak zurückzugehen. Ein am 24.4. ein-
geleiteter türkischer Angriff nördlich Ushak gefährdete die Verbin-
dung zwischen der griechischen Nord-und Südgruppe. Erst nach länge-
rer Zeit gelang es den Griechen, die zwischen Nord-und Südgruppe
vorgekommenen türkischen Kräfte zurückzudrängen. Nach offizieller
griechischer Verlustmeldung büßten die Griechen bei den beiden
Offensiven im Januar und März d.J. 600 Tote und 3 400 Verwundete ein.
Am 30.3. verhängten die Griechen die Blockade über die tür-
kischen Küsten und führten sie trotz mancher Zwischenfälle mit frem-
den Mächten durch. Anfang Mai wurden von der Entente Konstantinopel,
der Bosporus und die Dardanellen für neutral erklärt. Die Versorgung
der Ismid-und Brussa-Front musste infolgedessen über Rodosto (Nord-
küste des Marmara-Meeres) geleitet werden, was eine nicht unerheb-
liche Erschwerung darstellte.
Im Mai begannen die Griechen anscheinend im Südabschnitt
eine neue Offensive vorzubereiten. Die Truppen in Kleinasien wurden
auf 160 - 180 000 Mann verstärkt. Aus politischen Gründen wurde der
Beginn der Offensive mehrmals verschoben. Ende Juni griffen aber
die Türken den Ismid-Abschnitt an und zwangen am 27.6. die Griechen
zur Räumung von Ismid.
Am 11.6. begab sich König Konstantin nach Smyrna und von
dort Ende Juni an die Front.
Einberufungen, Stärke des Heeres.
Ende April wurden der Jahrgang 1912 und die noch nicht ein-
gezogenen Teile des Jahrgangs 1913, sowie Teile der Jahrgänge 1903
und 1904 einberufen. Z.Zt. sind unter den Fahnen die Jahrgänge
1912 - 21 in voller Stärke und Teile der Jahrgänge 1903-1911. Die
Gesamtstärke der griechischen Armee beträgt 280 bis 300 000 Mann.
Wiedereinrichtung des Grossen Generalstabes.
Z.Zt. von Venizelos hatte der damalige Oberkommandierende
in Kleinasien, General Paraskwopulos, den Grossen Generalstab zu
sich hinübergezogen. Bei Rückkehr des Königs Konstantin war eine
seiner ersten Massnahmen die Wiedereinrichtung des Grossen General-
stabes in Athen unter General Guwélis. Dieser verstand es jedoch
nicht, den dem Grossen Generalstab zukommenden Einfluss auf den Gang
- 15 -
der Operationen in Kleinasien auszuüben. Infolgedessen wurde er
Mitte April durch General Dusmanis, dem letzten Generalstabschef
Konstantins vor seiner Verbannung, ersetzt. Mit ihm kehrten eine
große Anzahl seiner früheren Mitarbeiter, wie z.B. General Stratigos
in den Grossen Generalstab zurück. General Dusmanis war im Sommer
wegen Uebergabe des Forts Rupel an die Bulgaren zu lebenslänglichen
Zuchthaus verurteilt worden.
Stimmung unter den höheren Offizieren.
Viele höhere Offiziere liessen sich in letzter Zeit Ver-
stösse gegen die Disziplin zu Schulden kommen. Der gewesene General-
stabschef, General Guwelis, hielt bei Abschiednahme von den Offizie-
ren des Grossen Generalstabes eine stark aufreizende Rede. In Zeitun-
gen griff er seinen Nachfolger heftig an, drohte mit Enthüllungen
und überreichte der Nationalversammlung zwei Denkschriften über die
Ursachen der Misserfolge in Kleinasien. Eine weitere Spannung wurde
in das Offizierkorps durch Wiederanstellen venezalistisch gesinnter
höherer Offiziere hineingetragen.
Verwendung in der Etappe, Befreiung der Muselmanen von
Heeresdienst.
Gem. kriegsministerieller Verfügung werden Söhne von Fami-
lien, die ausser einem alle übrigen Söhne verloren haben, in der
Etappe verwendet.
Ein Gesetz, dass die Befreiung der Muselmanen von Heeres-
dienst vorsieht, ist in Vorbereitung.
Wert des Heeres.
Die Disziplin im Heer hat sich infolge der militärischen
Misserfolge weiter verschlechtert. Meuterelen von Truppenteilen fand
den an mehreren Stellen statt.
POLITISCHES.
INNENPOLITIK.
Anfang April wurde der Ministerpräsident Kelogeropulos durch
Gunarlis ersetzt. Gunaris ist der eigentliche Führer der königstreuen
Parteien. Da er in Frankreich sehr unbeliebt ist, hatte ihn der König
nicht gleich bei seiner Rückkehr zum Ministerpräsidenten gemacht.
Die Stimmung in Griechenland hat unter den militärischen
Misserfolgen der letzten Zeit stark gelitten. In vielen Fällen ver-
suchte die Bevölkerung den Abtransport von Truppen nach Kleinasien
zu hindern. Um der Gärung Herr zu werden, verhängte die Regierung
im Mai, nach Genehmigung durch die Nationalversammlung, den Ausnahme-
zustand. Konstantins Verehrung beim Volk hat durch die militärischen
Misserfolge nicht nennenswert gelitten. Gerüchte über bevorstehende
Abdankung des Königs wurden durch Venezilisten verbreitet. Venizelos
- 16 -
nehm im Mai und Juni Fühlung mit der Londoner und Pariser Regierun-
g auf.
AUSSEN POLITIK.
England, Frankreich und Italien boten Mitte Juni in Athen
ihre Vermittlung in dem griechisch-türkischen Konflikt an. Griechen-
land lehnte die Vermittlung ab. Frankreich und Italien sind unbe-
dingt Gegner der griechischen Orientpolitik. England versuchte
Eusserlich eine neutrale Haltung gegenüber Griechenland einzunehmen.
Es ist jedoch damit zu rechnen, dass Griechenland bei Durchführung
weiterer Pläne im Orient in erster Linie als Beauftragter Englands
handeln wird.
Seit Mitte Mai besteht eine nicht unbeträchtliche Spannung
zwischen Griechenland und Albanien. Griechenland und Südslavien
verständigen sich, gemeinsam ihre albanischen Gebietsforderungen
bei den Alliierten durchzusetzen. In allen sonstigen Fragen steht
Griechenland bis jetzt völlig isoliert der Kleinen Entente gegen-
über.
WIRTSCHAFTSLEBEN
Die Finanzlage Griechenlands verschlechterte sich erheblich
Mitte Mai betrugen die Staatsschulden 6 Milliarden Drachmen und der
Banknotenumlauf stieg auf 2,5 Milliarden Drachmen gegenüber 1,8
Milliarden Drachmen beim Fortgang Venizelos' und 0,25 Milliarden
Drachmen im Jahre 1914. Die Staatseinnahmen reichen nicht dazu aus,
auch nur die militärischen Ausgaben zu decken.
Im Jahr 1920 betrug
die Ausfuhr 682 817 554 Drachmen,
die Einfuhr 2 134 784 246 Drachmen.
Reichswehrministerium
Heeresleitung
Allgemeines Truppenamt
Statistische Abteilung.
Br. B.=Nr. 2517.21. T 3 II.
Berlin, den 10.Juli 1921.
ДИПЛОМАТИЧНИЙ ВІДДІЛ
ПОСОЛЬСТВА УКРАЇНЬКОЇ НАРОДНОЇ
РЕСПУБЛІКИ В НІМЕЧЧИНІ.
№ 198
BRITISCHES REICH
Übersicht über die Zeit vom April bis Juni 1921.
Politisches.
Die Wirtschaftskrise, unter der England seit dem Herbst
1920 leidet, hat durch den am 1.4.21 begonnenen Streik der
Kohlenarbeiter eine außerordentliche Verschärfung
erfahren. Zwar blieben die Benützungen der Bergleute, auch die bei-
den andern Teilhaber des "Arbeiter-Dreibundes", die Eisenbahner
und Transportarbeiter, mit in den Streik zu ziehen und diesen da-
durch zum Generalstreik auszudehnen, erfolglos. das gesamte wirt-
schaftliche Leben hat aber durch die über 3 Monate andauernde Still-
legung der Kohlenindustrie schwersten Schaden gelitten. Von engli-
scher Seite wird der Gesamtschaden mit einer Summe angegeben, die
höher ist als die Kosten des Burenkrieges. Ende Juni hat die Ver-
mittlungsaktion der Regierung, nachdem sie vorher wiederholt fehl-
geschlagen war, zum Erfolg geführt. Man einigte sich auf einen
Normallohnssatz und eine weitgehende Beteiligung der Arbeiter am
Reingewinn. Am 4.7. wurde die Arbeit wieder aufgenommen. Eine gro-
ße Zahl von Gruben ist jedoch, da beim Beginn des Streiks keine
Notstandsarbeiten verrichtet wurden, ersoffen.
Die irische Frage harrt nach wie vor der Lösung. Ende
Mai und Anfang Juni fanden die Wahlen zu den auf Grund des iri-
schen Home Rule-Gesetzes in Nordirland (Ulster) und Südirland zu
bildenden beiden Parlamenten statt. Das Ulster-Parlament in Bel-
fast erhielt, wie nicht anders zu erwarten, eine starke unionisti-
sche Mehrheit, d.h. es setzt sich zum überwiegenden Teile aus pro-
testantischen Engländern zusammen, die jeder Trennung Irlands von
England feindlich gegenüberstehen. Dieses Parlament ist inzwischen
gesetzmäßig zusammengetreten und am 21.6. durch den englischen
König feierlich eröffnet worden. Einer Lösung der irischen Frage
ist damit aber um keinen Schritt näher gekommen. Zwar wurden
die Wahlen auch in Südirland abgehalten, hier jedoch nicht zu dem
Zwecke, um den Home-Rule-Gesetz Genüge zu tun, sondern lediglich,
um erneut den Beweis zu erbringen, dass ganz Südirland für die un-
eingeschränkte Selbständigkeit der irischen Insel (mit Einschluß
von Ulster) eintritt. Da Südirland durchaus von den Nationalisten
extremster Richtung, den Sinn-Feinern, beherrscht wird, so wurden
natürlich fast ausschliesslich Anhänger dieser Richtung gewählt.
An einem Zusammentritt des Südparlamentes und eine Zusammenarbeit
mit dem Nordparlament im Sinne des Home Rule-Gesetzes denken die
Sinn-Feiner nicht; sie sind nach wie vor entschlossen, den Kampf
bis zur Erlangung der völligen Unabhängigkeit weiterzuführen. Von
einem Nachlassen des Bürgerkrieges ist daher nichts zu verspüren.
Die englische Regierung ist bereit, den Iren ein Maß von Selbstän-
digkeit zu gewähren, das erheblich über das durch das Home Rule-
Gesetz ihnen zugebilligte hinausgeht, vorausgesetzt, dass zunächst
eine Einigung zwischen Nord- und Südirland stattfindet. Da es sich
- 2 -
als aussichtslos erwiesen hat, eine solche durch unmittelbare Be-
sprechungen zwischen den Nord-und Südliren herbeizuführen, hat die
Regierung nunmehr den Versuch gemacht, die Einigungsverhandlungen
selbst in die Hand zu nehmen. Lloyd George hat den Ulsterführer
Craig und den Führer der Sinnfeiner, de Valera, nach London einge-
laden. Ob Letzterer der Einladung Folge leisten und ob die Ver-
handlungen wenn sie zustande kommen, zu einem Ergebnis führen wer-
den, ist sehr zweifelhaft. Immerhin bedeutet der Entschluss der
englischen Regierung einen Schritt in der Richtung, in der schließ-
lich einmal die Lösung der irischen Frage gefunden werden muss.
Am 20.6. hat in London die "R o i c h s k o n f e r e n z
d.h. die Tagung der Premierminister der englischen Dominions (Aus-
tralien, Kanada, Neuseeland, Südafrika) unter Vorsitz des engli-
schen Premierninisters begonnen. Die Tatsache, dass auch Vertreter
Indiens an den Verhandlungen teilnehmen, kennzeichnet die durch
den Krieg von Grund auf veränderte Stellung dieses Landes inner-
halb des britischen Weltreiches: Obwohl Indien auf dem Wege zur
Selbstverwaltung erst den ersten Schritt gemacht hat, wird es doch
bei der Konferenz als den selbständigen Dominions gleichberechtigt
behandelt. Folgende Fragen sollen in erster Linie von der Konfe-
renz behandelt werden:
Die Frage der Erneuerung des englisch-japanischen Bünd-
nisses.
Die Verteidigung des britischen Weltreiches zur See, zu
Lande und in der Luft.
Massnahmen, um die auswärtige Politik aller Reichsteile
in Übereinstimmung zu bringen, und
Vorbereitungen für die für 1922 geplante "Reichsver-
fassungs-Konferenz", bei der das Verhältnis zwischen dem Mutter-
lande und den Dominions unter Berücksichtigung der durch den Krieg
veränderten Lage festgelegt werden soll.
Die Frage des englisch-japanischen Bündnisses führte zu
umfangreichen Erörterungen, die meist hinter verschlossenen Türen
geführt wurden. Erkennbar ist, dass der kanadische Premierminister
sich einer Erneuerung des Vertrages widersetzte, die Vertreter der
übrigen Dominions ihr nur unter Vorbehalt zustimmen wollen. Kanada,
der unmittelbare Nachbar der Vereinigten Staaten, will seine Hand
nicht zu einem Vertrage bieten, der dort auch bei noch so versich-
tiger Formulierung stets als Spitze aufgefasst werden wird, und
auch Australien und Neuseeland wollen unter allen Umständen ver-
meiden, dass das Bündnis ihr Verhältnis zu den Vereinigten Staaten
trübt, in denen sie gegenüber den japanischen Expansionsdrang im
Stillen Ozean ihren natürlichen Verbündeten sehen. Die englische
Regierung andererseits legt auf die Erneuerung des Bündnisses
offenbar grossen Wert, will den japanischen Bundesgenossen für die
immerhin mögliche spätere Auseinandersetzung mit den Vereinigten
Staaten nicht verlieren und scheint nunmehr den Versuch machen zu
wollen, die Streitpunkte zwischen Amerika und Japan soweit auszu-
gleichen, dass ersteres gegen den Fortbestand des Bündnisses kei-
nen Einspruch mehr erhebt oder ihn sogar in irgend einer gemilder-
ten Form beiträgt. - Bei der Frage der Reichsverteidigung handelt
es sich in der Hauptsache darum, die Dominions und Indien zu be-
stimmen, sich eigen Land-, See- und Luftstreitkräfte zu schaffen
und damit einen Teil der Lasten für die Reichsverteidigung zu über-
nehmen, die bisher von England nahezu allein getragen werden. - Mit
der Frage der einheitlichen Reichspolitik wird die Frage der ver-
fassungsmässigen Stellung der Dominions zum Mutterlande angeschnit-
ten, die jedoch endgültig erst auf der für 1922 geplanten Verfas-
sungskonferenz gelöst werden soll. Bis zum Kriege lag die Führung
der auswärtigen Politik der Dominions in Händen des englischen
Kabinetts. Dieser Zustand ist bei der durch den Krieg veranlassten
Änderung des Verhältnisses der Dominions zum Mutterlande nicht mehr
haltbar. England hat die Dominions formell als in jeder Hinsicht
-3-
selbständige Staaten anerkannt. Diese verlangen daher Handlungsfreiheit in ihren auswärtigen Beziehungen und wollen bei allen Fragen, die die Politik des ganzen Reiches betreffen, vorher gehört werden. Die Schwierigkeiten, die sich hierbei ergeben, gehen aus Erörterung über die Erneuerung des englisch-japanischen Blindnisses klar hervor.
Englands Haltung zu den Fragen der europäischen Politik, namentlich zu der Frage der deutschen Reparationen und Entwaffnung, wurde, wie bisher, stark von der nach neuen Gewaltmassnahmen gegen Deutschland drängenden französischen Politik beeinflusst. Nur mit Mühe gelang es Lloyd George, die von Frankreich für den 1.0. beabsichtigte Besetzung des Ruhrgebietes zu verhindern und durchzusetzen, daß vorher ein Ultimatum an Deutschland gerichtet wurde. Die Annahme des Ultimatums seitens Deutschlands überhob England der Notwendigkeit, einer Massnahme zuzustimmen, und der es erneut ebenso wie in der Besetzung der Rheinhäfen und der Errichtung der Rhein-Zollgrenze - eine schwere Schädigung seiner eigenen Interessen erblickte. - In scharfer Form trat der Gegensatz zwischen der englischen und französischen Politik in der oberschlesischen Frage hervor. Am 13.5. hielt Lloyd George im Unterhause eine vielbesprochene Rede, in der er den unter französischer Beihilfe ins Werk gesetzten Aufstand korfuntys in scharfsten Worten missbilligte und in feierlicher Form "fair play" für Deutschland forderte. Um dem englischen Standpunkt schärfere Geltung zu verschaffen, wurde eine gemischte englische Brigade nach Oberschlesien verlegt und der bisherige englische Kommissar bei der J.A.K. in Oberschlesien, Percival, der sich gegenüber dem französischen General Le Rond zu nachgiebig gezeigt hatte, durch Sir Harold Stuart ersetzt. Lloyd George drängte in Paris auf schnellige Entscheidung der oberschlesischen Frage durch den Obersten Rat und verlangte uneingeschränkte Wiederherstellung der Autorität der J.A.K. gegenüber den polnischen Rebellen. Beiden Forderungen setzten die Franzosen hartnäckigsten Widerstand entgegen; die Tagung des Obersten Rates ist daher bis heute nicht zustande gekommen und die Autorität der J.A.K. nur scheinbar wiederhergestellt. Was aber in Oberschlesien erreicht ist, ist zweifellos dem Druck Englands zu verdanken, dass hier nicht etwa deutsches, sondern ein genstes Interesse vertritt. England braucht ein wieder kauffähiges Deutschland und hat keine Neigung, die Konkurrenz, die ihm schon jetzt aus den deutschen Kohlenlieferungen an Frankreich erwächst, noch dadurch zu verschärfen, dass das oberschlesische Kohlenbecken ganz in polnisch-französische Hände gerät. Wie weit England bei seiner derzeitigen militärischen Schwäche und seiner Belastung mit zahlreichen anderen Problemen der inneren und äusseren Politik in der Lage sein wird, seinen Standpunkt Frankreich gegenüber schliesslich zur Geltung zu bringen, bleibt allerdings zunächst eine offene Frage.
Unter den ungelösten Problemen der ausereuropäischen Politik steht das Orientproblem an erster Stelle. Weder die Orientkonferenz in London vom März dieses Jahres noch die Junk-Besprechung Lord Curzons und Briands in Paris haben die für England immer schwieriger und dringlicher werdende Orientfrage geklärt. Den Alliierten fehlen die Einigkeit und die Macht, im Orient die Lage zu schaffen, die sie wünschen. Die türkischen Nationalisten können durch die Entente oder ihre Söldner ebensowenig aus dem Sattel gehoben werden, wie seinerzeit die Bolschewisten. Darin liegt die grosse moralische Bedeutung der Vorgänge in Anatolien, deren Rückwirkung auf Klein- asien, den Kaukasus, Zentralasien, Afghanistan, Persien und Indien deutlich erkennbar ist. Die Augen der mohammedanischen Welt und Moskaus sind heute nach Angora gerichtet. England hat die Beziehungen zwischen Moskau und Angora lange unterschätzt: dieses allmählich unheimlich werdende Bündnis der beiden an sich ganz verschiedenen Welten, der sozialistisch-marxistischen der Bolschewisten und der türkisch-islamitischen der Freiheitskämpfer, die heute geeint sind durch den gemeinsamen Hass gegen England. Beide wollen aus eigener Kraft das Orientkriegsziel Englands zunichte machen. Die Meereingen- und Schwarze Meer-Frage sollen endgültig gelöst; die englische Land-
- 3 -
brücke von Aegypten über den Persischen Golf nach Indien soll zer-
schlagen werden. Kemal Pascha ist es -gestützt auf Moskau- gelun-
gen, sich und seine Armee zu einem äusserst unbequemen Hindernis
im Triebwerk der englischen Weltpolitik zu machen, wobei er kaum
noch verhüllt von Frankreich und Italien unterstützt wird.
Die unmittelbar nach der Londoner Orientkonferenz von den
Griechen aufgenommene Operation in Anatolien endete mit der sieg-
reichen Gegenoffensive der Kemalisten, in welcher die griechische
Armee auf ihre Ausgangsstellungen von Uschak und Brussa zurückge-
worfen wurde. Mustapha Kemals Stellung wurde dadurch stark befest-
igt. Die Beschlüsse der Londoner Orientkonferenz und das seitens
des ehemaligen National-türkischen Aussenministers, Bekir Sami Bey,
mit den Franzosen getroffene Abkommen über Cilicien wurde von der
Nationalversammlung in Angora verworfen. Das politische Programm
der Kemalisten wurde in einem Nationalvertrag erneut niedergelegt.
Räumung Smyrnas durch die Griechen; Thrazien muss über sein Schick-
sal durch Volksabstimmung selbst bestimmen; Konstantinopel und das
Marmarameer müssen gegen jeden Angriff gesichert sein; die Meer-
engen sollen für den Welthandel und den internationalen Verkehr
freigegeben werden; jede juristische oder finanzielle Einschrän-
kung der Türkei, die deren freie Entwicklung hindern könnte, muss
unterbleiben.
Italien verstand es, die türkischen Gefühle zu schonen:
Es verhandelte mit Angora über wirtschaftliche Fragen, verlangte
keine politischen Vorteile und begann seine Truppen aus Anatolien
zurückzuziehen.
Frankreich trat seinerseits in neue Unterhandlungen mit
über Cilicien, um die im Rahmen der französischen Orientpolitik er-
wünschte Verständigung zu erzielen. Das französische Interesse er-
fordert, dass die Türkei lebensfähig bleibt, damit das englische
Uebergewicht in Vorderasien nicht zu erdrückend wird. Die türkischen
Nationalisten wünschen baldige Räumung Ciliciens von französischen
Truppen, den Hafen von Alexandrette und türkische Oberhoheit über
die dort zu belassende Gendarmerie. Bekir Sami, der im Auftrage
Angoras zur Zeit in Paris weilt, soll das neue Abkommen über Cili-
cien herbeiführen, dem ein Übereinkommen in Finanz- und Wirtschafts-
fragen folgen soll.
Völlig verschieden von der Stellung Frankreichs und Ita-
liens ist das Verhältnis Englands zur Türkei. Solange diese lebt,
bleibt sie der Mittelpunkt aller panislamitischen Bestrebungen und
damit die grosse Gefahr für die englische Stellung in Asien. Deshalb
muss Griechenland, der Söldner Englands, gegen die Türken unter-
stützt und müssen die Alliierten unter Konzessionen veranlasst wer-
den, wenn nicht im Sinne, so doch wenigstens nicht gegen die bri-
tische Politik im Orient zu arbeiten.
Unter diesen Gesichtspunkten ist das Ergebnis der letzten
Pariser Besprechung über das Orientproblem aufzufassen, dass den
Griechen die Vermittlung der Entente zur Beilegung des Streites mit
der Türkei anbot und das Aufschieben der geplanten neuen Offensive
empfahl. Griechenland lehnte den Vorschlag ab mit der Begründung,
dass es nicht nur Verpflichtungen gegen sich selbst, sondern auch
die Mission übernommen habe, die gemeinsamen Entschlüsse der Ente-
nte den Türken aufzuzwingen. Zur Zeit könnten nur militärische Inte-
ressen die Entscheidung der griechischen Regierung bestimmen. Es
kann kein Zweifel sein, dass hinter dieser Sprache England steht,
für das der Besitz der Meerengen, um den es mit eigenen Truppen
nicht kämpfen kann, der wesentliche Gesichtspunkt in dem griechisch-
türkischen Konflikt bildet. England spielt hier sein altes Doppel-
spiel. Auf der einen Seite Beitritt zum Beschlüsse der Alliierten,
offizielle Neutralitätserklärung und Fühlungnahme mit den Kema-
listen, auf der anderen Seite weitgehende Unterstützung Griechen
lands. An der Smyrna-Front will Griechenland die Entscheidung mit
den Waffen suchen. Mustapha Kemal sieht vertrauensvoll der Entwick-
lung entgegen. Die Vertreibung der Griechen aus Ismid am 27.6.,
-5-
wodurch die Nationalisten das Marmara-Meer erreicht haben und in
bedrohlicher Nähe von Konstantinopel stehen, ist zum mindesten ein
grosser moralischer Erfolg für die Freiheitskämpfer und kein guter
Auftakt für das von König Konstantin gesuchte zweifelhafte Glück
der Waffen in Anatolien. England hat durch Entscheidung eines Gene-
rals nach Ismid sich beil, den Kemalisten die Zusicherung zu ge-
ben, dass die alliierten Mächte an ihrer strengen Neutralität fest-
halten: ein deutliches Zeichen der Schwäche. Eine Kriegserklärung
Londons an Angora wäre ein gefährliches Spiel mit den eigenen In-
teressen in Mittelasien und Indien. Hinter Mustapha Kemal stehen
Sowjet-Russland und die Millionen Mohammedaner des britischen Welt-
reichs.
Moskau hat die im obengenannten Nationalvertrag nie-
dergelegten Ansprüche der kemalistischen Regierung anerkannt. Über
einen neuen Bündnisvertrag zwischen Angora und Moskau in Ergänzung
des im März abgeschlossenen Freundschaftsvertrages wird verhandelt.
Mustapha Kemal erhält Waffen, Munition und Geldunterstützung von
Sowjet-Russland. Unter der Führung Moskaus schliesst Angora mit
Afghanistan und Persien wirksame Schutz- und Trutzbündnisse gegen
England.
Afganistan hat nach Abschluss seines Bündnisses
mit Russland ein Abkommen mit den Kemalisten getroffen. Angora er-
kennt die Unabhängigkeit Afghanistans an, jede Partei betrachtet
den seitens eines imperialistischen Staates gegen den andern ge-
richteten Angriff als gegen sich selbst gerichtet. Angora verspricht
Afghanistan seine militärische Hilfe. Eine Militärmission unter
dem früheren türkischen Marineminister und Oberbefehlshaber Djenal
Pascha reorganisiert die afghanische Armee. Gegenüber England führt
Afghanistan eine selbstbewusste Sprache. Die seit langer Zeit
schwebenden Verhandlungen zwecks englisch-afghanischer Verständigung
mit der Mission des Sir Henry Doobs haben wenig Aussicht auf be-
friedigenden Abschluss. Afghanistan verlangt das Recht, einen in-
dischen Hafen als Freihafen für den Aussenhandel zu benutzen, über
indische Bahnen Waffen nach Afghanistan einzuführen, die Zurück-
erstattung der Provinz Wasiristan und die Zurückziehung des Ein-
spruches gegen die russischen Konsulate an der indischen Grenze.
Ausserdem besteht heftigste Opposition gegen den britischen Plan
eines Eisenbahnbaues im afghanisch-indischen Grenzgebiet (Chaiber-
Bahn). Auf britischer Seite wird die militärische Kraft der Afgha-
nen und der unter ihrem Einfluss stehenden Grenzzüme hoch einge-
schätzt. Die englondische Presse ist daher reichlich beunruhigt
über die möglichen Einwirkungen, die das Rivalenständnis zwischen
Russen und Türken auf Afghanistan ausüben kann.
Auch in Persien haben die Engländer an Einfluss ver-
loren. Anflich ist englischerseits die Räumung Persiens von eng-
lischen Truppen gemeldet. Nach Moskauer Nachrichten sollen sich in-
dessen noch englische Truppenkontingente in Teheran und Hamadan
befinden. Das unter englischer Begünstigung eingesetzte Kabinett
Zia-Ed-Din hat die Hoffnungen der Engländer nicht erfüllt. Die
Engländer erwarteten seinerzeit, in Zia-Ed-Din ein Werkzeug zur
Ratifikation des englisch-persischen und zur Ablehnung des persisch-
russischen Vertrages erlangt zu haben. Das Kabinett verwarf indes-
sen nicht nur den Vertrag mit England, sondern es weigerte sich
auch, die Forderung der Engländer auf Übertragung der Heeresorga-
nisation auf englische Offiziere zu erfüllen und kündigte die Kon-
zession der Lynch-Gesellschaft. Durch diese Iirme, welche die
Strasse von Teheran nach Isfahan und den Handelsvertrag von Persi-
schen Golf durch das Bachtfären-Gebiet nach Isfahan kontrollierte,
hatte England grossen wirtschaftlichen Einfluss auf Persien.
England bedeutet diese Kündigung einen empfindlichen Schlag. Es
sieht darin eine Machenschaft der Sowjets. Zia-Ed-Din trat zurück,
um sich den zu erwartenden englischen Intrigen zu entziehen. An
seine Stelle trat Ghawam es Saltaneh. Einer der interessantesten
-6-
Punkte seines Regierungsprogramms ist die beabsichtigte Einrichtung der nach dem russisch-persischen Begitz übergegangenen russischen Discount-Bank als persische Nationalbank. Die neue Regierung hat former eine Delegation nach Angora entsandt, die über ein Bündnis zwischen Türken, Afghanen und Persern unter Leitung Moskaus verhandeln soll.
In Indien sollen die Montagu-Chelmsfordschen Verfassungsreformen bringen sollen, sowohl in den Augen der Anglo-Indier wie der indischen Nationalisten bessere Erfolge erzielt haben, als man erwartete. Der Gedanke der Boykottierung öffentlicher Einrichtungen englischer Waren, Steuerverweigerung als Protest gegen die englische Herrschaft (die "Non-Cooperation"-Bewegung des Nationalisten Ghani und der Mohammedaner-Führer Mohamed Ali und Schaukat Ali) wurde in gewissen Umfange von den Nationalisten in die Tat umgesetzt. Zu einer grosszügigen und allgemeinen Aktion in dieser Richtung kam es bisher aber nicht. Die nationalistische Propaganda scheint in letzter Zeit an Stoßkraft verloren zu haben. Lord Readings, des neuen Vizekönigs, Geschick zu vermitteln, scheint fruchte zu tragen. Er hat mit Ghani mehrfach über die politische Lage verhandelt und seine Wünsche gehört. Er hat ferner mit Delegationen der über die Kalifatsfrage erregten Mohammedaner beruhigende Besprechungen geführt. Die britische Regierung scheint sich gegenwärtig in Indien stärker zu fühlen als früher, wenn auch Unruhen und Streiks noch an der Tagesordnung sind.
Im Interesse der Sparsamkeit wurde Anfang Mai im englischen Oberhaus ein Antrag auf Verringerung der indischen Armee eingebracht. Der Unterstaatssekretär für Indien hat daraufhin erklärt, dass seinerzeit einer gewissen Verminderung zuzustimmen möglich gewesen sei mit Rücksicht auf die bessere Bewaffnung und Ausrüstung der Armee (statt 39 indische Kavallerie-Regimenter sollen nur noch 21 erhalten bleiben. 132 Infanterie-Bataillone indessen wie vor dem Kriege). Noch weiter abzurüsten sei unmöglich. Die Sicherheit des Staates müsse den Finanzen vorangehen.
Am 14. Juni führte Churchill gelegentlich der Einbringung eines Ergänzungskredits von 27 Millionen Pfund für den mittleren Osten aus, Grossbritannien habe feierlich die Stellung einer Mandatarmacht für Mesopotamien und Palästina und die damit verbundenen Verpflichtungen übernommen. Mosoptanien sei das Bollwerk für Indien. Er betonte aber gleichzeitig, dass eine Verringerung der Truppenstärken und Einschränkung der Ausgaben erforderlich sei, die in laufenden Jahre noch 35 Millionen Pfund Sterling betrugen. Bis 13. Juli soll eine Verringerung von 33 auf 23 Bataillone, später ein Stand von 12 Bataillonen erreicht werden. Als Regierungsform für Mesopotamien sei eine arabische Regierung unter einem arabischen Oberhaupt beschlossen worden. Emir Feissal soll von der britischen Regierung unterstützt werden, wenn er dem mesopotamischen Volke als Fürst genommen sei. Feissal trai am 24.6. in Basra ein und begab sich nach Bagdad, wohin eine allgemeine Versammlung zur Herrscherwahl einberufen ist. Sir Percy Cox, der englische Oberkommissar für Mesopotamien, wird durch geschickte Bearbeitung der Massen für eine erfolgreiche Wahl Sorge tragen.
Unter Richtung der französischen Einspruche setzt England somit die beiden Söhne des Königs von Hedschas, ausgesprochene Feinde Frankreichs, in Mesopotamien (Emir Feissal) und im Transjordanland (Emir Abdullah) ein. Hedchas und Yemen, Transjordanien, Mesopotamien, diese Araberstaaten sollen an den Grenzen des englischen Asienbesitzes wachsen und letzten Endes die Franzosen und jede andere Macht aus Syrien und dem mittleren Osten verdrängen.
Indessen ist dieses System von Araberstaaten heute noch ein recht fragwürdiges Gebilde. Der Araber, aufgeklärt über die britische imperialistischen Ziele, wird bald nicht mehr in dem Maße gegen die Feinde Englands ausgespielt werden können, wie das skrupellos im Weltkriege geschah. Die Araberkönige von Englands Gnaden werden keinen leichten Stand haben. Auch hierfür werden
Reichswehrministerium
Berlin den 15.7.21.
Meeresleitung - 7 -
Angora und Moskau Sorge tragen.
Das Bestreben der britischen Regierung, den Zionisten in Palästina eine nationale Heimstätte zu schaffen, die Durchführung der zionistischen Ideale ohne Befragen der dortigen Bevölkerung hat sich zu einem verwickelten Problem gestaltet. 500 000 Mohammedaner und 65 000 Christen stehen der jüdischen Einwanderung ablehnend gegenüber. Schwere Zusammenstöße zwischen einheimischen und Zionisten in Jaffa waren die Folge. Die britische militärische Besatzung im Heiligen Lande (5000 Mann) kann zunächst nicht herabgesetzt werden. Trotz der Bemühungen des englischen Oberkommissars, Sir Herbert Samuel, versöhnend zwischen den Nationalitäten zu wirken, insbesondere die Araber zu beruhigen, wird es noch lange dauern, ehe das Land zur Ruhe kommt. England sieht sich hier vor eine gleich schwierige Aufgabe gestellt wie in Ägypten.
Auch in Ägypten ist die Lage nach wie vor ernst: Anfang Juni fanden grosse Unruhen in Kairo und Alexandria statt. Sie sind darauf zurückzuführen, dass der das allgemeine Vertrauen geniessende Nationalist ZaghluI Pascha von der Leitung der Mission, die in London erneut über die ägyptische Unabhängigkeitfrage verhandeln soll, verdrängt worden ist. An seine Stelle soll der von den Engländern gewonnene Grosswesir Adly Pascha Yegghen nach London gehen. Die Engländer haben die erwähnten Unruhen dazu benutzt, um die Notwendigkeit der Belassung englischer Streitkräfte in Ägypten zu begründen. Einer der Hauptpunkte der bevorstehenden Verhandlungen, Befreiung Ägyptens von der englischen Besatzung, wird also von vornherein ausgeschaltet. ZaghluI's Voraussage, dass von den Verhandlungen nichts anderes zu erwarten sei, als eine verschleierte Fortsetzung des britischen Protektorats über das Nilland, scheint wahr zu werden. Damit aber bleibt auch Ägypten ein Herd der Unruhe und aufnahmefähig für die Propaganda vom Osten.
Weder in Ägypten noch in Palästina, Persien und der Türkei ist es den Engländern somit bisher gelungen, die nationalistische Bewegung in das von ihnen gewünschte Fahrwasser zu leiten. Wenn nicht alles trügt, sind die Folgen schon heute zu erkennen: Schwindender Einfluss und schwächerwerdende moralische Stellung Gross-Britanniens im Orient gegenüber einer im Entstehen begriffenen islamitisch-russischen Machtkombination.
Verteilt nach Verteilungsplan A.
Reichswehrministerium
Berlin, den 15.7.21.
Heeresleitung
Allgemeines Truppenamt
Statistische
Abteilung
Br. B.-Nr. 2539/21 T 3 I.
FRANKREICH
Übersicht über die Zeit vom April bis Juni 1921.
Politisches.
Die allgemeine innerpolitische Lage in Frankreich hat
in den letzten Monaten keine wesentliche Änderung erfahren. Nach
wie vor steht das Ministerium Briand unter scharfem Druck der nati-
onalistischen Kammer-Mehrheit. Eine starke Gruppe um Poincaré ist
dauernd am Werke, jede Schwäche-Anwandlung des leitenden Staats-
mannes in seiner Politik gegenüber Deutschland im K o i m e zu
ersticken und für ihre eigenen Zwecke auszubeuten. Die Anstreng-
ungen der 100 000 eingeschriebenen Kommunisten, mehr Einfluss im
Staate zu gewinnen, sind bisher ohne Erfolg geblieben. Ihren anti-
militaristischen Untrieben wurde tatkräftig entgegengetreten. Ein
neues Gesetz sieht für derartige Vergehen ganz erheblich verschärft-
te Strafen vor. Die Regierung ist im Inneren vollkommen Herrin der
Lage und hat bei Führung der auswärtigen Politik nur dann ernst-
haften Widerstand zu gewärtigen, wenn sie diese im Sinne der Natio-
nalisten nicht kraftvoll genug führt.
In seinen auf Schwächung und Zertrümmerung Deutschlands
gerichteten Zielen hatte Frankreich im März ein wichtiges Ergebnis
erreicht: das auf der Londoner Konferenz gegebene Einverständnis
der Alliierten zur Besetzung der Rheinhäfen Düsseldorf, Duisburg,
Ruhrlort und zur Errichtung einer Zollschranke an der Ostgrenze des
besetzten Gebietes gewonnen. Damit war das Sprungbrett für die Besetzung des
deutschen Reparationspflichten, in Aussicht genommen war und auf
die Frankreich nun mit allen Mitteln hinarbeitet. In scharfer Form
hielt Briand in immer wiederholten Reden der Welt Deutschlands
Sündenregister vor, und die extremen Nationalisten forderten,
daß Frankreich nötigenfalls auf eigene Faust handeln solle. Bei den
interalliierten Verhandlungen in London, Anfang Mai, drang jedoch
der französische Standpunkt, dass das Ruhrgebiet sofort besetzt und
wirtschaftlich ausgebeutet werden solle, nicht durch. England setz-
te es durch, dass an Deutschland zunächst ein Ultimatum gerichtet
und die Ruhrbesetzung nur für den Fall der Ablehnung ins Auge ge-
faßt wurde. Frankreich erhielt die Genehmigung, alle Vorbereitungen
für die Besetzung zu treffen (s. unter Militärisches, Ziffer 2). Die
Annahme des Ultimatums durch Deutschland machte die französischen
Einmarschpläne zunichte. Trotz heftigster Angriffe von rechtsradi-
kaler Seite gelang es der grossen parlamentarischen Geschicklich-
keit Briands, sich zu behaupten.
Während in der Frage der deutschen Reparationen und
Entwaffnung die Einigkeit der Alliierten, durch Zurückschrauben
der französischen Pläne, gewahrt blieb, kamen in der oberschlesis-
chen Frage die Interessentengegensätze zwischen Frankreich und
England wieder scharf zum Ausdruck. Während Frankreich das gesamte
Industriegebiet unter Vergewaltigung des Abstimmungsergebnisses an
Polen geben und Deutschland eines Landes berauben will, das -ebenso
wie das Ruhrgebiet- eine Rüstkammer für den gefürchteten Revanche-
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krieg werden könnte, hat England keine Neigung, ein neues Kohlen-
gebiet in französisch-polnische Hände zu bringen, und die Aufnahme-
fähigkeit des mitteleuropäischen Marktes erneut zu schwächen. Eng-
land widersetzte sich daher energisch der Ansicht, daß der unter
französischer Willigung und Beihilfe erregte Aufruhr Korfantys ein
fait accompli geschaffen habe, auf Grund dessen nun der grösste
Teil Oberschlesiens polnisch werden müsse, und verlangte Wieder-
herstellung der Autorität der oberschlesischen interalliierten
Kommission und baldigste endgültige Regelung der gesamten Frage
durch den Obersten Rat. Der französische Politik ist es bisher
gelungen, die englischen Absichten im wesentlichen zu durchkreuzen.
die Autorität der J.A.K. ist nur scheinbar wiederhergestellt, da
die Banden Korfantys nicht entwaffnet und jederzeit zu neuen Auf-
stände bereit sind. Wann aber der Oberste Rat seine endgültigen
Beschlüsse fassen wird, ist noch immer unbestimmt. Frankreich setzt
den englischen Drängen in dieser Richtung noch immer hartnäckigen
Widerstand entgegen, um Zeit zu gewinnen, den italienischen und
belgischen Bundesgenossen in dieser Frage auf seine Seite zu brin-
gen und in der Hoffnung auf einen Zwischenfall, durch den Deutsch-
land sich Polen gegenüber ins Unrecht setzen könnte.
In die Zeit, in der sich die französisch-englischen
Gegensätze bezüglich Oberschlesiens fast zu einem latenten Konflikt
ausgewachsen hatten, fiel merkwürdigerweise die lebhafte Erörte-
rung des Gedankens eines festen Bündnisses zwischen Frankreich und
England. Das scheinbare Ergebnis war, das Frankreich zur Zeit ein
solches Bündnis nicht wünscht, bevor nicht der in fast allen Fra-
gen der europäischen und aussereuropäischen Politik mit England
bestehende Interessen-Widerstreit und die Gefahr besiegelt ist,
daß mit dem Bündnis die französische Politik in Widerspruch zu
der der Vereinigten Staaten von Amerika geraten könnte. In Wirk-
lichkeit dürfte jedoch der Hauptgrund für die französische Ableh-
nung derjenige sein, daß England nicht bereit ist, den von Frank-
reich für das Bündnis geforderten Preis zu zahlen, den einzigen
Preis, auf den es für Frankreich ankommt: freie Hand in Europa.
In Südosteuropa wacht die französische Politik öfter
süchtig darüber, ihren Einfluß auf die Staaten der "Kleinen Enten-
te" nicht zu verlieren. In der Lage des Anschlusses Österreichs
an Deutschland wird dauernd ein starker Druck auf die österreichi-
schen Nachbarstaaten ausgeübt.
Das Ziel Frankreichs, in Osteuropa einen zugleich gegen
Russland und Deutschland gerichteten Zusammenschluß aller russi-
schen Randstaaten von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer unter der
Führung Polens zu erreichen, wurde weiter verfolgt. Bisher jedoch
nicht mit vollem Erfolg. Estland, Lettland und Litauen zeigen
sich dem von Frankreich erstrebten Bündnis mit Polen durchaus ab-
geneigt und verhandeln vielmehr über einen gegen Polen gerichteten
Zusammenschluß untereinander. Rumänien aber, der Südpfeiler der
Bündnisgruppe, hat sich durch festen Vertrag der "Kleinen Entente"
verpflichtet. Es wendet damit sein Gesicht ebenfalls von Polen ab
und kehrt es einer Mächtegruppe zu, die wenn sie auch zur Zeit
noch keine antifranzösische Politik treiben kann und will, so doch
schon jetzt eine gewisse Unabhängigkeit von der übermächtigen fran-
zösischen Einfluß anstrebt.
Frankreichs Verhalten Russland gegenüber ist insofern
unverändert, als nach wie vor eine Anerkennung der Sowjet-Regierung
abgelehnt wird. Anscheinend wird die gegen die Bolschewistenherr-
schaft in Ostasien gerichtete japanische Politik von Frankreich
unterstützt. Neuerdings eingeleitete Versuche, Handelsbeziehungen
zwischen Frankreich und Russland herzustellen, gehen in erster Li-
nie von Russland aus.
Im Orient sehen sich infolge des im März in London mit
den Kemalisten geschlossenen Abkommens die Lage zunächst günstig
für Frankreich zu gestalten. Wieder Erwarten lehnte jedoch die Ango-
ra-Regierung, deren Selbstbewusstsein durch die militärischen Erfol-
ge über die Griechen inzwischen eine wesentliche Stärkung erfahren
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hatte, das von ihren Abgesandten in London geschlossene Abkommen
ab und stellte weitgehende Gegenforderungen. Frankreich will unter
allen Umständen eine Wiederaufnahme des Kriegszustandes mit der
Türkei vermeiden und ist daher zu Verhandlungen und weiteren Kon-
zessionen bereit. Die französische Regierung widersetzte sich fer-
ner auf das entschiedenste allen englischen Versuchen, in dem
griechisch-türkischen Kriege eine Parteinahme Frankreichs gegen die
Türken zu erreichen. Der Gegensatz der politischen Ziele Frankreich
und Englands im Orient tritt immer schärfer zutage: Frankreich will
eine Änderung des Friedensvertrages von Sevres im Sinne einer Stär-
kung der Türkei auf Kosten Griechenlandes und hat kein Interesse da-
ran, England bei seinem Streben nach dauernder Beherrschung der
Meerengen zu unterstützen. Für England hingegen ist der Besitz der
Meerengen einer der wichtigsten Kriegsgewinne, zu dessen Behauptung
das militärisch schwache und mit zahlreichen andern Aufgaben in
der ganzen Welt belastete England die Hilfe der Griechen nicht ent-
behren kann. Griechenlands Stellung in Vorderasien muss daher nach
Möglichkeit gestärkt, die Türkei dagegen, der Herd der den engli-
schen Asienbesitz bedrohenden panislamitischen Bewegung, muss auf
jede erdenkliche Weise geschwächt werden. Scheinbar ist England zur
Zeit dadurch, dass es sich mit einer vorläufigen Verschiebung des
griechischen Angriffs gegen die Kemalisten und zu Verständigungs-
versuchen mit diesen bereit erklärt hat, in die Linie der französischen
Politik eingelenkt. Der wahre Grund hierfür dürfte jedoch weit we-
niger der Wunsch sein, Frankreich entgegenzukommen, als die Unzu-
länglichkeit der griechischen Armee für jede grosse Angriffsunter-
nehmung und das Gefühl der eigenen Schwäche angesichts der sich
Konstantinopel immer mehr nähernden Kemalisten.- Wie in der anato-
lischen Frage, so bestehen auch in der arabischen, französisch-eng-
lische Gegensätze. Namentlich die von England beabsichtigte Ein-
setzung zweier Söhne des Königs von Hedjas, der Emire Abdullah und
Feissal, als Könige im Ostjordan-Land und in Mesopotamien, stösst
in Frankreich auf Widerstand, da beide genannten Araberfürsten er-
klärte Gegner des französischen Protektorats über Syrien sind.
Die französisch-englischen Gegensätze betreffend Ober-
schlesien, den Orient und die Frage der Aufhebung der "Sanktionen"
sollen auf der für Ende Juli oder Anfang August in Aussicht genom-
menen Tagung des Obersten Rates beseitigt werden.
Reichswehrministerium
Berlin, den 20.Juli 1921
Heeresleitung
Allgemeines Truppenamt
Statistische Abteilung
Br. B.-Nr.2615/21, T 3 VIII.
I T A L I E N.
Übersicht über die Zeit vom April bis Juni 1921.
Politisches.
Innere Politik.
Die im Mai stattgefundenen Wahlen brachten der Re-
gierung Giolitti nicht den gewünschten Sieg des liberal-demokrati-
schen Blocks. Die Sozialisten gingen wider Erwarten mit nur gerin-
gem Stimmenverlust aus den Wahlen hervor, die in erster Linie die
Kommunisten trugen. Giolitti war deshalb genötigt, mit seiner bis-
herigen Koalition (Liberal-Demokraten, Radikale, Reformsozialisten
und katholische Volkspartei) weiter zu regieren. Um die bisher
nicht ganz zuverlässige katholische Volkspartei fester an die Re-
gierung zu ketten, betrieb Giolitti mit Erfolg eine Verständigung
zwischen Quirinal und Vatikan. Ein Mitte Juni ausbrechender Beam-
tenstreik scheiterte an der festen Haltung der Regierung. Infolge
der scharfen Missbilligung, die die Aussenpolitik des Grafen Sfor-
za in der Kammer erfuhr, trat das Ministerium Giolitti Ende Juni
zurück. Die Innenpolitik fand dagegen bei allen bürgerlichen Par-
teien vollste Billigung.
Aussere Politik.
Als Giolitti im Juni v.J. die Regierung übernahm,
wurde ihm von England und Frankreich starkes Misstrauen entgegen-
gebracht, da er sich s. Zt. gegen den Eintritt Italiens in den
Krieg ausgesprochen hatte. Bei Übernahme der Regierungsgeschäfte
war Giolittis Leitsatz, in der äusseren sowohl wie der inneren Po-
litik zunächst einmal alle bestehenden Spannungen zu beseitigen.
In der Aussenpolitik war die wichtigste Frage die Lösung des Adria-
problems. Diese war ohne Zustimmung der Alliierten nicht möglich.
Es scheint, als ob Giolitti, um diese Frage zur Lösung zu bringen,
als Entgelt für die freie Hand gegenüber Südslavien, sich England
und insbesondere Frankreich gegenüber zur Aufrechterhaltung des
bisherigen Verhältnisses verpflichtet hat. Giolittis Aussenminis-
ter, Graf Sforza, führte infolgedessen anfänglich eine Politik,
die sichtlich bemüht war, jede Reibung unter den Alliierten zu
vermeiden. Im Laufe der Zeit glitt diese Politik jedoch mehr und
mehr in das französische Fahrwasser. Infolge dieser ständigen Ab-
hängigkeit von fremden Mächten wurden des Öfteren nationale und
wirtschaftliche Interessen des Landes verletzt. Besonders deutlich
trat dies in der oberschlesischen Frage zu Tage. Die öffentliche
Meinung forderte dringend Genugtuung für die infolge des polni-
schen Aufstandes erlittenen Verluste. Sforza erklärt in der Kammer,
dass er nicht Polen für die Verluste verantwortlich machen könne.
Sämtliche Wirtschaftsverbände Italiens warnten vor einer Angliede-
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rung Oberschlesiens an Polen. Sforza setzt sich dafür ein, dass
große Teile des oberschlesischen Industriegebietes an Polen
fallen.
Das Verhältnis Italiens zu Südslavien wurde in den letzten
Monaten des öfteren durch Unstimmigkeiten getrübt, die sich aus
dem Vertrage von Rapallo ergaben, trotzdem Graf Sforza insbesonde-
re in der Frage des Hafens Baros (bei Fiume) den Südslaven nachgab
Zur Angora-Regierung unterhält Italien sehr innige Bezieh-
ungen.
Nachdem die Wahlen in Italien einen starken Rückgang der
Kommunisten gezeigt hatten, trat die italienische Regierung der
diplomatischen Sowjet-Abordnung in Rom weniger rücksichtsvoll als
bisher entgegen, so dass es beinahe zur Abreise der Sowjet-Abord-
nung aus Rom gekommen wäre.
Verteilt nach Verteilungsplan A.
ДИПЛОМАТИЧНИЙ ВІДДІЛ
ПОСОЛЬСТВА УКРАЇНЬКОЇ НАРОДНОЇ
РЕСПУБЛІКИ В НІМЕЧЧИНІ.
№ 192
СОВІТСЬКА РОСІЙСЬКА АРМІЯ.
Дільокація в кінці липня.
1,) Західний фронт.
Західний фронт обіймає участки залізниці Великі Луки до річки Припеті. Штаб лежить в Смоленську. Відсутній коман- дир Тухачевський, заступлений Захаровим. Начальник штабу Шульц, вій- ськовий комісар армії Мойсеєв, командант артилерії Армії Траузель.
До західного фронту належить:
а) 16.армія та інші формациі приналежні до західного фронту,
б) їх 1. надзвичайна сторожева бригада західного фронту в Смоленску
в) 2. надзвич. Сторожева бригада в Рославлі,
г) 2. надзв. арт. див. захід. фронту, штаб у Вітебську,
д) 2. важка арт. див. західн. фронту в Старобихові,
е) 3. панцерних поїздів № 1 (перед тим № 31) 2 панцирних вагонів, 1 ло- комотива з 4 гарматами і 12 кулеметів. 2 поїзд "Чорноморець" має
6 гармат і 8 кулеметів. № 1 стоїть у Вітебську, № 2 в Жлобині, крім того один панцерний поїзд в Гомелю.
На західному фронти було за останній час ще 2 диві- зії, після того як 3. дивізія (2.6.48) вже у липні відступила. Недавно поїчена була 53 піх. див.
До а) 16. армія: штаб армії стоїть у Могилеві і пере- формовується. Різні частини розв'язані. Наразі з найкращих частин ар- мії особливо політично певних формується спеціальні частини для догляду західного кордону, які приділені до загальноросійської "через- вичайної" комісії, згідо з наказом найвищої ради військової № 2637/525. Ці частини називаються: спеціальні відділи всеросійської чрез- вичайної комісії для догляду кордону республіки.
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При 16. армії були помічені:
1) 4. стрілкова дивізія, котра стоїть тепер між Мінськом і Сміловичі. Штаб правдоподібно стоїть в Мінску. Командант називається Фолдовський. Дов. див. належать піх. бриг. 10, 11, 12 разом з полками 28-36. Командант 10 бриг. Бувший полк Танцюв. Комісари 11 і 12 бриг. Озоль і Груодіс. До див. належить 4 кінний полк і 4 важка арт. частина з 3 бат. по 4 гармати. Командант відділу Юлін.
2) 5 стрілкова див. між Вітебском-Полоцком, штаб у Вітебску. 13. бриг. складається з полків 37, 38, 39. Полк 37 стоїть в Улі, 14. бриг. штаб в Белой, складається з полків 20, 41, 42, які наразі стоять на латвійсько-естонській границі. 15. бриг. з полків 43, 44, 45 стоїть у Вітебську, штаб кінного полку 5 в Севешові, ескадрони стоять на латвійській границі. Арт. відділ див. складається з 20 гармат.
3) 8. стрілкова див. штаб в Бобруйську. Командант див. Мордвінов, військовий комісар Орехов. До див. належать 22, 23, 24 бриги: 8. кінний полк, арт. відділ і 8. піонерський батал. Дивізія має польову пошту № 13.
4) 17. стрілкова див. стоїть між Гомел-Врагіно. До див. належать 49, 50, 51 бригади з полками 145 - 153. Крім того 3 легкі відділи полевої артилерії, 17. важкий арт. відділ, 17. гавбічний відд. і 17. кінний полк. Перехід дивізії до Нижнього Новгороду і приготування до від'їзду розпомались
5) 53. стрілкова див. переведена до Невеля в кінці червня, перше стояла в Ярославлі. Див. командант Ришов.
6) 38. див. також для внутрішньої охорони.
7) 10. кінна див. зі штабом в Смолевичах.
II. Петербурзька військова округа.
Окружний штаб в Петербурзі, командант Єгоров, начальник штабу Ендєн. До округа належать:
1) 11. стрілкова див., штаб в Петербурзі, частини див. стоять на фінській границі. До див. приділені: панцирний поїзд 84 який стоїть в Гатчині.
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2) 43.стрілкова див.штаб в Петербурзі. Війська стоїть на естонській границі. До 127.бригади цієї див.приділено панцирний поїзд 27,котрий стоїть в Званці.
3) 56.піхот.див.штаб в Старій-Русі.
На див.буде розміщено правильність переписання нижче формування.
З вищеназваних дивізій мають номера бригад і полків після нового правильного поділу. До 56.див. належать також бригади 166,167,168 і полки 498-504. Важні арт.відділи 56.див.стоїть також у Старій-Русі. До цієї дивізії приділено 3 панцирні поїзди,№ 9 у Пскові, № 33 в Новосокольниках, № 20 в Вологому.
4) 30.див.є рівночасно в Петербурзі для внутрішньої оборони.Див.Командант Гончаров. Війська дивізії пильнують задізнічні лінії на вколо Петербурга.
5) 1.бриг.15.див.стоїть на Фінській границі.
До див.належить 3 легкі арт.відділи, 16.артилерія
III. Московська військова округа.
Окружний штаб в Москві,до округи належить:
1) 2.піх.див. Тула-Калуга.
2) 34.стрілкова див. Штаб в Москві,начальник штабу Віденський.
Війська цієї див.охороняють залізниці коло Москви. Склад дивізії невідомий. Узброєння є погане, кожний полк має лише 1-2 кулеметів.
3) 37.див. штаб в Тулі. Командант Штайгавзен, військовий комісар Ефімов.
4) Спартакус-бригада стоїть в найближчих околицях Мос- кви.
IV. Орловська військова округа.
Окружний штаб в Орлі. До округи належить:
1) 6.піх.див.в Орлі . ту. До див.належить бригада 141, 142,143, арт.
2) 10.піх.див.в Воронежі. До Див.належить група військ нижчої Волги,складається з бригад 30,31,32.
У Біломорська військова округа.
З наказу вищої військової ради республіки № 991/176
від 10.5.1921 р. ця військова округа неутворена.
4) 1.сніперська кав.дивізія.
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6) Приуральська військова округа.
До округи належать:
1) 23.стрілкова див.штаб у Вятці,з бригадами 67,68,69.
Ця див.буде розвязана і правдоподібно переведене лише формуваання.
2) 57.стрілкова див., яка також буде розвязана.
VII. Приволжська військова округа.
Окружний штаб в Казані,командант Сіньов. До окру-
ги належать:
1) 16.піх.див.штаб в Казані,командант Медведовський,
комісар Єгоров. Див.переведена до Казані західного фронту. 46.бриг.
з полками 136,137,138,командант полковник Подлесов. 47 бригада ко-
мандант Богомолов. До див.належить 3 легкі арт.відділи,16.важкий
арт.відділ і 16 гавбічний відділ. Див.належить до групи армії Ниж-
ньої Волги.
2) 27 піх.див.штаб в Саратові,командант Путна. До див.
належать бригади 79,80,81 з полками 237 - 245. Командири бригади
називаються Кошаняк,Сок і Стефанов. Арт.і кавалерія див. а також
піонірський сатал.як звичайно. Ця дивізія також належить до нижне-
вольської армії.
3) 40.піх.див.в Симбірську.
4) 1.робітнича армія,штаб в Казані,яка працює в обся-
гу Казань-Алатир-Сарапуль.
VIII. Заволжська військова округа.
Окружний штаб в Самарі,до округи належать:
1) 48.піх.див.,штаб в Самарі,командант Баранович.Див.
переведена сюди з західного фронту. До див.належать бригади 141,
142,143,арт.кав.і піонери як звичайно. Крім того 1.сібірський арт
відділ,командант Нанчін. Ця дивізія також належить до Нижне-волжс
кої армії.
2) 56.стрілкова дивізія в Оренбурзі.
3) 31.див. в Самарі,командант Блажов.Дивізія
працює на залізницях.
4) 1.сібірська кав.дивізія.
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УКРАЇНА.
Головний штаб узброєних сил на Україні в Харкові,
командант Фрунце.
IX. Київська військова округа.
Окружний штаб в Києві, начальник штабу Павка. До окру-
ги належать:
1) 9.піх.див. в Києві,
2) 12.піх.див. Гассем-Брацлав-Ямполь, штаб в Гайсені.
Див.в травні і червні понесла тяжкі втрати в боротьбі з повстанцями
3) 13.піх.див. в Білій Церкві.
4) 19.піх.див. в Житомирі.
5) 21.піх.див. на румунському кордоні.
6) 24.піх.див. в Винниці.
7) 25.піх.див. на румунському кордоні.
8) 36.піх.див. на румунському кордоні.
9) 41 піх.див. в Кам'янці.
10) 44.піх.див. в Житомирі, до неї належать бригади
130,131,132. 130 бригада, командант Дубовий, стоїть з полками 389,
389,390 в Новоград Волинському. Ця бригада називається також Ва-
гонською. Командант 131 бригади зветься Квятек, бригада зветься та-
кож Тарашанською. 132 бригада є пластунська (піші козаки).
11) 58.піх.бриг., штаб в Корсуні.
12) 60.піх.див.штаб в Проскурові.
13) 61.піх.бриг., штаб в Барі.
Здається, що всі тут перечислені дивізії переформовані
відповідно новій системі по 3 бригади і 9 полків, нумерація Йде
за порядком. Також приділення технічних частин скірь рівномірне.
Про українську дивізію та тарашанську дивізію, які належали перше
до київської військової округи межиння немає нових відомостей.
Ці дивізії, здається, розвезані. Крім перечислених військ, до київсь
військо округи ще належать!
14) 1.киїнна див. в Балті, переведена сюди в червні з
Кавказу.
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15) 8. кав.див.на румунському кордоні.
16) 17.кав.див.на румунському кордоні.
8 і 17.кав.див.творять (згідно одної латвійської
відомості) 1.кав.корпус.
X. Харківська військова округа.
Окружний штаб в Харкові, командант Гайдеманн. До ок-
руги належать:
1) 7.піх.див.в Полтаві,командант Наместников.Військовий
комісар Каспарія. До див.належить 19,20,21 бригада з полками від
58-66. Бригади стоять в Золотоноші,Пирятині і Кобилках.
2) 1.піх.див.в Харкові,командант Патравський.
3) 55.самостійна бригада в Полтаві.
4) т.зв.заволжьска бригада в Кушеньську,Ця бригада скла-
дається з одного піхотного і 2 кінних полків.
5) 5.кав.див. Таганрог-Маріополь.
6) 7.кав.див. в тім самім місці.
7) 9.кав.див.в Бахмуті. 5,7 і 9 кав.див.творять разом
кав.корпус Кашіро.
Крім того в Харковській військовій окрузі стоїть
українська робітнича армія, яка працює головно в Донецькій окрузі.
Штаб стоїть в Харькові,командант зветься Харламов.
XI. Одеська військова округа.
До округи належать:
1) 1.сібірська див.в Перекопі.
2) 4.сібірська див. в Одесі,
3) Гофська кав.див. коло Миколаєва,
4) самостійна кав.див.
5) 1.штурмова бригада.
Про всі ці частини з початку травня немає дальших
відомостей,отже з певністю не можна сказати,чи вони ще існують
в цій формі.
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Незалежно від вищенаведе их військових округ здається істинують ще слідуючі армії й фронти:
4. Армія, 14 травня 21 р., штаб армії стояв в Севастополі, армія стояла в Криму-Мелітополь-Бердянськ. Правдоподібно вона була переведена до Катеринослава. До армії належали:
1) 30. іркутська стрілкова див., штаб в Мелітополі, з бригадами 88, 89, 90 та різними іншими належними частинами.
2) 46. стрілкова дивізія штаб в Евпаторії.
3) 54. стрілкова див., штаб в Бердянську.
6. Армія, штаб 8. армії 18 травня був ще в Херсоні.
Командант Сологуб. До армії належать:
1) 15 піх. див. в Алешках, командант Равдяк (от рий офіцер).
2) 51 піх. дивізія в Одесі, мала в червні перейти до Миколаєва.
3) 52 піх. див., штаб в Миколаєві, командант Германович.
Дивізія мала бути переформована ще в середині травня і мала 154, 155 156 бригади з полками 460-468. Бригадний штаб стояв в Миколаєві, 2 в Елізаветгороді. До див. належали всі штатні допомогові частини Арт. командант зветься Петунін.
КАВКАЗ
Кавказький фронт розв'язано наказом головної військової ради № 924/163 30.4.21 р. 11 армія переформована на звичайну кавказьку армію. Командо 11. армії мусило виставити для Грузії й Азербайджану 2 корпскоманди, котрі стали 1 і 2 кавказькими корпусами.
До котрого корпуса приділені перечислені частини і чи вони взагал належать до кавказької армії не можна з певністю сказати, бо останні відомості походять по частин з кінця травня. Згідно цим відомостям на Кавказі стоять:
1) 14 стрілкова див., штаб в червні в Грозному.
2) 20 стрілкова дивізія, штаб в Акстафі. Див. мала бути переведена в червні до приуральської військової округи.
3) 22 стрілкова див. на Кубані.
4) 28 стрілкова дивізія на перській границі.
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5) 30 і 31 стріл.дів. в Тіфлісі.
6) 32 стріл.дів. на перській границі.15 червня ця дивізія повинна була перейти до заволжької військової округи.
7) 33 стріл.дів. в Горах.Ця дивізія повинна була перейти в чер- вні до приволжської військ.округи.
Про низче перечислені військові частини від давнього часу немає ніяких відомостей:
8) 1 Донська піх.дів.Ростов на Дону.
9) 2 Донська піх.дів.Новоросійськ.
10) 33 піх.дів.Ейськ.
11) Уральська піх.бригада Ростов на Дону.
I.Кінна армія.В травні ця армія стояла ще на Кубані,штаб її був в Новоросійську.Командант Буденний,його заступник Маслаков,начальник штабу Дубов,військовий комісар Белуков.До цієї армії належать:
1) 4 Кінна дів.з кінними полками 19,20,21,22,23,24,командант Ти- мошенко.В травні в цій дивізії було повстання і 1 бригада перейшла до повстанних козаків.
2) 6 кінна дів.з кінними полками 31-36,командант Гаранавіков.
3) 11 кінна дів.з кінними полками 61-66.
4) 14 кінна дів.з полками 81-86.
5) 19 кінна дів.же формується.
6) 1 надзвичайна кінна кавалерійська бригада.Ціла армія або її окремі частини тимчасом були переведені до Закавказзя.
II.Кінна армія.Ця армія була здається вже в кінці травня переве- дена до Грузії,командант Миронов.До армії належать 2,16,20 і 21 кін- ні дивізії,крім того 18 кінна дів.і московська кінна дивізія,котрі є стояли в квітні в Елісаветполі,але про які дальших відомостей немає.
Сибір.
Всі військові частини Сибіру підлягають одному спільному штабо- ві в Омську.Командант сибірських військ Сорін.
XIII.Західно-сібірська військова округа.
Штаб в Омську,до округи належать 26 піх.дів.,в котрій було пов- стання і частина її перейшла до повстанців.
XIV.Східно-сібірська військова округа.
Штаб в Іркутську,командант Катесевич,був перше командантом
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пільної армії 1 військової округи здається ідентичної з 5 армією.Начальник штабу Любимов. До округи належать:
1) 29 сібірська стріл. див. Про неї немає відомостей від 21 березня.
2) 35 стріл. див., 1 квітня с. р. була в Іркутську.
3) 22 дивіз. 1 квітня була в Красноярську. Ця дивізія здається також переформована, бо вже в травні складалась з бригад 64, 65, 66, котрі стояли в Мінусинську, Красноярську та Іркутську.
4) 25 стріл. див.
5) 13 кінна див. в травні столла в Семипалатинську.
XV. Туркестанський Фронт.
Командант Лазаревич, начальник штабу Сафонович, командант військ на фінській границі Сокольников. До туркестанського фронту належать:
1) Туркестанська стріл. див. на першій границі, штаб в Асхабаді. До дивізії належать 1, 2, 3 бригади з поками 1-9. Ці бригади стоять в Мерві, Хиві та Бухарі.
2) 2 туркестанська стріл. див. у Вірному в 4 пільною і 6 бригадою і полками 10-12.
3) 3 туркестанська стріл. див. в Коканді, з 7, 8, 9 бригади і полками 19-27.
4) 1 туркестанська кавалерійська див. в Андижані.
5) 3 туркестанська кав. див. в Хиві та Бухарі.
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Совітська російська армія (3 литовських джерел).
Різні відомості з кінця червня до середини липня.
Петербург. 11 піх. див.(перше належала до 15 армії)з бригадами 31,32,33 та 11 кінних полком.31 бригада складається з полків 91,92,93 і 31 артилерійський відділ, інші бригади так само.Крім того у Петербурзі стоїть 6 дивізія і 10 сторожевий полк.В Царському Селі стоїть артилерійський відділ з 4 частин яка служить кадровою.Відділи називаються: Е,Слово,Д,М, кожен відділ має 3 батерії по 2 гармати.Крім того в Царському Селі стоїть 2 телеграфний відділ.
Янбург. Тут стоїть 146 Вутирський полк.Перше тут стояв т.зв. Московський піх.полк, котрий потім переведено до Старої Руші.Коло Лябургу стоїть 6 піх.див.
Польськ .15 див. і втаб 14 бригади.
Гомель. Штаб 17 див. до якої належать 49,150 бригади,49 бриг. складається з полків 245-148. До 50 бриг. належить 150 полк.145 полк стоїть в Петрікові та в Мінській Губернії.В Гомелі крім того стоїть 27 піх дивізія.
Могилев. Штаб 16 армії, до якої належать 15,16,17-і 18 піх. див. і 11 кінна див.Штаб 16 піх.див. стоїть в Клімовичах, до дивізії належать 46,47,48 бригади, командант див. зветься Медведовський.
Жлобин. Штаб 10 бриг., яка належить до 4 піх.див.Крім того сюди належать бриг.11 і 12 і полки 28-36.
Винниця. Штаб 24.стріл.див., котра зветься також Самарською. До дів. належить з бриг. по 3 полки і 4 артилер. відділів, по 3 батерії, кожна по 4 гармати.Нумери і назви полків невияснені.Перше полки називались Сімбірський, Московський, Візебський, Пензенський, Ленінський і т.д. Тепер 1 бриг. здається зветься 7, полки дістали нумери 214,215,216, котрий в будний Ленінький полк. До дів. належать полки 208,209 і 210. Ці війська стоїть на румунській границі і змінили там 60 див., штаб котрої стоїть в Імеринці. В Гайсені стоїть 8 кінна див., яка також зветься Червоном Козацькою Дівізієм.В Умані стоїть 45 піх.див. до котрої належить 134 бригада.
Миколаїв. Штаб 52 Екатеринбурзької піх.див., до якої належать бригади 154,155,156, остання складається з полків 166,167,168 піонірської компанії та одного арт. відділу. 52 піх. див. зформована стигнен-
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ним старої 52,15 та одної Латвійської див.Піх.полк 462 (52 піх.див.) складається з 2 батал.по 3 компанії кожен по 80-100 мужа і стоїть в Но-
водесі,40 вестов від Миколаєва.
Херсон .Штаб 6 армії.
Одеса.Одеський сторожевий полк має лих 1 батальон ледви 550
мужа.Крім того в Одесі стоїть 5 надзвичайних комуністичних запасних
відділів,один т.зв.13 сторожевий полк з 300 мужа.29 піх.див. переведе-
на з Одеси правдоподібно до Вознесенська.Крім того в Одесі стоїть 51
Московська див.з бриг.151,152,153 та надзвичайною штурмовою бригадою,
а також 52 Московський кінний полк.151 бриг.складається з полків 451,45
452,453,котрі перше мали нумери 21,22,23.Останній полк чисто магонетан-
ський.152 бриг.має 2 полки 455,456.Останній зварся аерде 61 Рибінський
полк.До 153 бриг.належить 9 кінний Московський та 16 Петербурьский полк
51 див.була переформована в Тменр з 51 Уральської стріл.див.та деяких
самостійних відділів.7
С і м ф е р о п о л ь . Штаб 4 армії,командант полковник Щербачов
До армії належать 32 донська див.,9 піх.див. і 16 кінна див. В Сімферо-
полі стоють дві радіостанції. Одна служить для зносин з кавказьким
фронтом. Іншыя станції стоють в Севастополі та Мелітополі. Станція
в Сімферополі може зноситися з Парижом,Берліном,Константинополем,Мос-
квою,Астрахань,Саратовом,Тамбовтом і Катеринобургою,Томском,Петербургом
та Вологдою. Велика радіостанція стоїть також в Могилеві. Менші стан-
ції в Царицині та Владикавказі.
Т і р а с п о л ь . Катерський кінний полк,командант Каторський,
бувший каторник.
Т а н б о в . Штаб Тухачевського,21 сторожевий полк і одна бригада
панцирного поїзда.
ДИПЛОМАТИЧНИЙ ВІДДІЛ
ПОСОЛЬСТВА УКРАЇНЬКОЇ НАРОДНОЇ
РЕСПУБЛІКИ В НІМЕЧЧИНІ
№ 198
ОГЛЯД СТАНОВИЩА В СОВЄТСЬКІЙ РОСІЇ.
Військові справи.
Поскільки згадане далі перегрупування дозволило зробити загальний огляд головні сили сов.армії поділено між південним заходом, півднем та Кавказьким фронтом. Розрухи на Україні, можливість кращого прохарчування на укр.території були причиною дієлокаций. До цього прилучилася політична ситуація відносно Румунії та становище в Малій Азії. На фінському, естонському, латвійському та почасті на польському кордонах сповій за- безпечує збільшена погранична сторона. Постійні відомості про формування польських, білоруських та інших "Армій" повне відносяться до невели- ких селянських загонів.
Ніде на території європейської Росії немає більших військових час- тин сов.армії, котрі могли б мати на меті якусь офензиву. Сучасний стан сов.армії, коли вона саме перегруповується, не дозволяє вживати її до більших військових операцій. Поскільки відомості про посилення більших вій- ськових частин на далекий схід відповідають дійсності не можливо пере- вірити. До Малої Азії також не можна післати більших військових частин. з багатьох заходів сов.уряду видно його бажання утворити собі добре ор- ганізовану і легку до вживання мирну армію. Така організація потребує багато часу, так що можливість вжити незадовго червоної армії в якомусь певному напрямі не передбачається.
Демобілізація, постановлена в кінці 1920 р., саме тепер переводиться. З двох одержаних відомостей роки 85 до 91 відпущено 1/IV. До середини літа 31р. буде демобілізовано роки 92-95, що саме тепер переводиться. Роки 96-97 повинні бути переформовані в робітничі совзи та допомогові військові частини, котрі потім будуть відпущені. Демобіліза- ція чи то відпуск без речення років 85-97 переводиться також в сібірсь- ких військах і вже закінчується. Що сов.урядові розходилось о те, щоб прискорити відсилку призначених років, це видно з того, що частини склад- дені з резервістів з місцевостей лежачих не далі як на 150 км. послано додому пішки, а також з того, що демобілізація переводиться в Сібіру не
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дивлячись на розрухи. Отже треба допустити що настрій в армії та постій-
не дезертирство були причиною негайної демобілізації. Командний склад,
учні військових шкіл, штабовий персонал не буде так швидко демобілізова-
но; з останніх відомостей видно, що ця категорія також має бути демобілі-
зована. Разом з демобілізацією зв'язано відпущення частин мобілізованих
для військових робіт; роки 86-88 будуть з певністю відпущені, а члени ко-
муністичної партії переведені на невійськові посади. Досі затримано тіль-
ки частини заняті при перевезенні топлива та полагодженню транспортної
крізі, а також деякі частини мінності. Число демобілізованих не можна з
певністю подати, позаяк переведення демобілізації відбувається різно в
залежності від місцевих обставин. З огляду на те, що етапні частини армії
на численно багато переважали фронтовиків, число демобілізованих доходить
до 1 1/2 мільйона. Відомостей про мобілізацію нових частин на місце відпу-
щених не немає.
ОРГАНІЗАЦІЯ. В зв'язку з демобілізацією йде планомірна реорганізація
армії з метою поліпшити її якість і тим утримати її силу не дивлячись
на зменшення чисельності. Разом із тим іде розв'язання утворених на час
війни вищих командних інстанцій та штабів і передання військ під владу
військових округ.
Як далеко зайшла реорганізація в поодиноких випадках це не відомо.
З розпоряджень, котрі відносяться до переходу армії до мирного стану та
будучого її вигляду можна подати слідуючі:
I. Демобілізація армій західного фронту: 3,7,15,16 здається цілком
демобілізовано. Відомості про демобілізацію інших фронтів та армій треба
це перевірити. Вона саме тепер переводиться. З певністю можна рахуватись
лише з істнуванням кавказького та туркестанського фронтів, причому перший
перенесено в Ростову на Доні до Тіфлісу. Події у Владивостоці дають при-
чину думати, що в Сібіру також істнує активний фронт.
II. 12 та 14 армій з військовими округами Київ та Харків підлягають
начальнику всіх військ на Україні, котрому також підвладні морські сили
на Чорному морі з оперативної точки погляду. Начальник призначається най-
вищою військовою інстанцією російської республіки і затверджується укра-
їнською сов.республікою. Його командні уповноваження вказують на те, що
укр.республіці дається певна самостійність також і у військових справах.
III. Частини штабу 10-ої кінної армії повернення на формування шта-
бу новоутвореної військової круги на північному Кавказі в Ростові на Дону, командантом призначено Ворошилова. Командантові 1-ої кінної армії Буденному з ретками його штабу залишена лише оперативна діяльність та навчання нових частин і щила його армія в справах напр. адміністративно-технічних підлягає північно-кавказькій військовій окрузі.
IV. Досі установлено істнування слідуючих військових округ: Певербург, Москва, Волга, Заволжя, Орел, Київ, Харків, Північний Кавказ, Урал, і За- хідна округа; в останньому випадку може також розходитись о західний фронт, котрий обіймає військові частини від естонського кордону до При- пети.
V. Видано наказ про об'єднання головного штабу з пільним штабом армії та про зменшення штабів взагалі.
Початком мирної діяльності можна рахувати переведення різних ді- візій до внутрішніх губерній під владу локальних військових округ.
Крім стрілкових дивізій із складом 18.500 людей, формується це спеціальн- ні стрілкові бригади числом до 6000 людьв. Установлено розв'язання різних дивізій та зменшення їх до бригад. Поруч з дивізіями формується також кадрові частини. Крім того є намір формувати кадрові військові частини для міліції та підготовання рекрутів для поповнення армії. Думка комун- істичних теоретиків про можливість здійснення міліційної армії в життя не переводиться.
КОМАНДИ. "Вістник Червоної Армії" (офіційально редагована газета рос.сов.армії) подає статтю про виховання командного складу Червоної Армії, котра дуже гостро виступає проти їх недостаточної освіти.
На 100 офіцерів піхоти приходиться: а) офіцери з вихованими військово- вого (1914-17) часу скорочених курсів військових шкіл ....... 46, б) офіцери з унтерофіцерів, котрі перейшли повний курс полкових шкіл (до 1915) ......24, в) бувші унтерофіцери, котрі перейшли повний курс полкових шкіл (1915-1917) ....... 12, г) бувші унтерофіцери без освіти по- вичеви за віданку хоробрості...... 10, д) бувші офіцери з військовою освітою до 1914р..... 1, е) офіцери що дістали червоноармейську військову освіту.......7.
Отже 1% червоноармейських офіцерів мають основну військову освіту. Головна маса під а) складається з учителів, студентів та інтелігентної молоди, котра має найбільшу військову освіту і є особливо цінною. Вони мають достаточну підготовку щоб могти орієнтуватись в нескладних вій-
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ськових ситуаціях. Не дивлячись на те, що класу включно ігнорують і роб-
лять відповідально за гріхи старих російських активних офіцерів, так
що цих офіцерів коли не переслідувать то тільки ледви терплять.
Групу б) що до військової підготовки майже можна рівняти до групи
а) але й тут потрібно поширення та уgruntовування військової освіти спе-
ціальними курсами. Група в) з огляду на військову якість уважається слаб-
кою, обидві останні групи - отже також і ті що скінчили червоноармейські
військові курси - уважаються дуже слабими. Засновані у грудні 1920р.
військові курси при полках та дивізіях не можуть нікому нічого дати.
98-99% червоноармейських офіцерів повинні перейти через дальші
військові курси. Військові школи - з 6-місячним що найменше курсом - му-
сять мати кращі учительські сили, програма не чумить бути перетяжена
військовими та цивільно-державними фахами. Для пильних учнів мається бу-
ти якеось заохочування.
Критика ця не відноситься до низьких офіцерів, а також до тих, хто
скінчив червоноармейські курси, особливо варта уваги, позаяк основною ме-
тою обявленої в грудні 1920р. демобілізації було піднесення якості офі-
церського складу.
Щоб запомогти згаданим перешкодам мається на увазі повторний курс
обовязковий для всіх офіцерів черв. армії. На протязі 2 місяців, всі офі-
цери, починаючи від найнизьких, повинні перейти через тактичну освіту.
Але чи ці раптові заходи піднесуть рівень офіцерського складу, треба
сумніватись.
Стаття в "Извѣстиях" офіціальному органі сов. уряду, мале надзви-
чайно також значимими матеріальне становище офіцерів, котре може бути
небезпечним для армії і вимагає збільшення платні не загально, але від-
повідно праці кожного окремого офіцера.
При сучасному скороченню армії прикладається сувера мірка до офі-
церів, котрі залишаються в армії. Поруч з відповідним політичним напрямом
від офіцера особливо вимагається посвідчення про бездоганне поводження
на фронти підчас горожанської війни. Також переводитель відмолоджуван-
ня цілого складу офіцерів: всі старші 50 р. мають виступити.
ПОЛІТИЧНІ ВІДОМОСТІ. Внутрішня політика.
В кінці серпня, декретом народних комісарів обовязок віддавати
частину сільськогосподарських продуктів замінюється "натуральним подат
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ком", селянин отже не потрібує віддавати всіх своїх продуктів. Те що зменшиться після "натурального податку" стоїть до вільного розпоряджен- ня власника. Декрет цей видано було з причини постійного зменшення засі- вної площі та опору мужиків проти віддавання урядові зайвих продуктів, а також катастрофального продовольчого стану населення по містах. Цей дек- рет був прискорений думкою, що пасивному опорозі селянства може проти- діляти лише далекодужче відновлення уряду від комуністичних принципів що до приватної власності. Отже цей декрет стає "крайугольним камнем" нової господарчої політики Сов. Росії. "Нам треба хліба та заспокоєного селянства, а то ми пропали". Ці слова Бухарина характеризують причини ко- трі викликали реформу. Забезпечення прав приватної власності одній час- тині населення, селянам, примушує дати такі самі права решті населення, а це веде за собою зниження цілої комуністичної системи господарства. ХХІ І дійсно, за останні місяці буде скасовано багато законів відносних- ся до переведення господарчої реформи в комуністичному напрямі.
Вільна торгова, що недавно заборонена найтяжчими карами, знову до- пущена; планується безпосередній вимін промислових продуктів на сільсь- когосподарські, незалежно гроші цілком обезцінені. В загальних рисах цей об- мін має переводитись кооперативами, котрі досі терпіли утиски, ім має бу- ти передано запаси товарів і у них мати бути сконцентровані сільсько- господарські продукти. Чи цей примітивний вимін може бути переведений при модерних умовах господарчого життя, в тому можна сумніватись, бо по- ворот до грошової системи в торговлі є неминучим. Маєток, зведення якого роду банків та намір чеканити срібну монету у дальній стадії відбудови буржуазного господарчого порядку.
Поруч з господарчими перемінами, йшли концесії Мійському робітництву та підприємцям. Допущення праці по згоді, винагородження робітників продуктами власної праці, полежшення досі забороненого переводу робітни- ків з одного підприємства до другого, демобілізація промислового поклика- них на роботи, от найбільш важні з останніх постанов. Промисловостям, що стоять під державним контролем, дано більшу свободу в іншій діяльності. Проекти віддання в аренду фабрик та промисловостей бувши власникам та дозвіл їм більшої самостійності саме тепер розглядаються. Державна допо- мога хатній та дрібній промисловості повинна піднятися це останню та під- готувати її до державного капіталізму та соціалізації. Не зважаючи на всі промови провідників проти Леніна, поборника цієї реформи не можна
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вже заперечити несподіваного швидкого повороту до буржуазно-капіталістичних принципів господарства. Необхідність його викликано господарською катастрофою. Треба визнати енергії, з якою новий курс, не дивлячись на сильну соротьбу у власному таборі, був переведений. Короткий час відволік переміна в господарчій політиці сталася, не дозволяє зробити остаточно- го висновку, чи удасться поліпшити господарське становище, але видже по ліпшення людей чи може скоро наступити. Відсталість країни в політичному та економічному відношенню, війна, бльомада, горожанська війна, повинні бу- ти взятими на увагу при оцінці комуністичного господарства. Один з най- адібніших людей російського уряду, шукає причини невдач в недостачі пра- права приватної власності, як стимула до продукції. Виключення цього сти- мулу є здається основною і глибокою причиною невдач при переведенні комуністичного господарства. Найбільший економічний експеримент, який знає історія випав невдачно.
Економічна катастрофа, неможливість в такій великій країні переве- дення централізації, привело в дальшому до численних повстань, особливо на Україні та західні. Сібиру; подавться імена провідників цих місцевих розрухів, які в Сібіру зайшли так далеко, перервано було всі сполучення з Росією. Навіть там, де ці повстання перейшли за межі звичайного бандит- ства, ім не можна надавати великого значення. Не дивлячись на допомогу зза кордону всім цим рухам бракує організації, спільних гасел та провід- ництво. Розрухи ці роблять сов. урядові постійні турбети, та збільшують труднощі на довгий час, котрі можуть привести до великої небезпеки су- часній владі.
Внутрішнє політичне життя підтримувалось цілим рядом конгресів, котрі почали займатись новою господарською політикою Росії, як наприклад кон- грес Рад народногосподарчих та продовольчої конференцій. Вони були дуже зручно використані для нової господарської політики та урядової пропаганди. Інші конгреси повинні були служити розповсюджуванню та закріпленню комуністичних ідей по цілому світу, як от Комуністичний Мінчий Конгрес Конгрес Комуністичної Молоді, Конгрес Червоного дрібнопромислового Інтер- націоналу. На всіх конгресах провідною нотою було: "Світової революції ще не можна так швидко сподіватись, як можна було думати, підготовка має готовість до боротьби, але жадної надії на близьку перемогу."
17.6 одкрився III. Конгрес III. Інтернаціоналу в Москві, як і торік
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військового наради. Запрошення були послані комуністичним та пролетарським
до комунізму партіям цілого світу; представників повинно було звитись
коло 1000. З широкої програми слідуючі точки мали бути розглядені:
Світова економічна криза, тактика комуністичного Інтернаціоналу,
боротьба проти рукомесл, східне питання, повстання в Німеччині в берез-
ні, господарча політика сов. Росії. Дотеперішні переговори указують на ба-
кання втримати партії від хитань праворуч чи ліворуч, вимагається без-
умовне додержання програму виробленого другим конгресом. Вимога до пі-
менької комуністичної робітничої партії прилучитись до об'єднаної кому-
ністичної партії Німеччини, мала ультимативний характер. Дискусії про
акцію в Німеччині в березні складались з апробації розпочатої акції та
осудження зроблених помилок. Хоч для противників озброєної акції не було
місця на III Інтернаціоналі, все ж теорія озброєного нападу за вся-
ку ціну була засуджена.
Конгрес також мусів визнати, чи мМосква, відступивши від господар-
чих принципів комунізму, зможе і надалі бути фортецею III. Інтернаціона-
лу. Признання що світової революції не можна так швидко сподіватись, не-
можливість викликати її насильним шляхом, та необхідність йти на еконо-
мічні компроміси перемогли в російській партії. В одному із останніх за-
сідань конгрес одноголосно апробував що політику і міри, незалежне лише
цим шляхом диктатура пролетаріяту може бути здійснена і підтримана в
Росії, поки західно європейський пролетаріят зможе прийти на поміч ро-
сійським братам.
Коло 300 російських емігрантів представників одного колись із
найбільших російських господарчих підприємств, як нац. конгрес, всі зде-
більшого кадетського напряму відбули засідання.
В Райхенгалі відбулось засідання конгресу правих російських емі-
грантів. Всім їм була спільна свідомість, що про насильний переворот із
зовні для переміни сучасної форми правління не може бути мови. Політич-
них та господарчих цілей та методів для боротьби з сучасним урядом
Росії, то вони здебільшого розійшлися. У великій мірі можна було помити-
ти розуміння сучасного положення в Росії. Характерно взагалі для еміг-
рантських рухів, що їх ніколи не удається об'єднати для одного спільного
плану акцій. Точки зовнішньої політики також дуже хитаються і стоять під
впливом країни, гостинностю яких користуються емігранти. Часто можна
заважити, що значні цих дорадчих переговорів багато перецінюється.
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Винесені ними резолюції та теоретичні міркування про будучу форму
уряду в Росії можуть мати ціну постільки, поскільки за ними стоїть
реальна сила в тій чи іншій формі. Такої сили у більшості представ-
ників немає. Думки одних окремих осіб про долю будучої Росії зус-
трічають противоріччя навіть у власнім таборі.
Зовнішня політика.
Відносини Совітської Росії до окраїних та до західних держав.
Головною рисою у відносинах Росії до чужоземних держав є бажан-
ня війти з ними всіма в переговори про економічні відносини, котрі
врешті привели б до визнання в тій чи іншій формі совітської влади.
Бажання інших держав взяти участь в евентуальному економічному роз-
витку Росії було дуже спритно використано совітською владою. Трудно-
щі збуту та економічні кризи закордоном давали цим бажанням сприяю-
чий ґрунт. Вони давали змогу використати інтереси закордонних дер-
жав призваблені незайманими багацтвами держави, що простяглась від
Балтійського моря до Тихого Океану. Хага підприємства капіталістич-
них держав повинна була повести до економічного відродження комуніс-
тичної держави, а через нього утворити матеріальні підстави для роз-
повсюдження революційних думок по цілому світу. Бажанню увійти з
усіма в переговори не могли пошкодити непорозуміння, які виникли з
позиції провідників російського комуністичного уряду, як керовників
ІІІ Інтернаціоналу. Обміну верояжими номами з різними чужоземними
державами не можна тому надавати великої ваги. З тієї точки погля-
ду треба розглядати агрозу Латвії перервати дипломатичні зносини
через гострі виступи проти латвійських комуністів.
На вимогу Росії усунути рештки ворожої армії Балаховича та Пе-
ремикіна з польської території, Польща виставила заяву, що Росія під-
тримує агрігаційну діяльність своїх органів з Польщі проти польського
уряду. Одночасно вказується з обох сторін на необхідність взаємних
торговельних зносин.
Розпочалися переговори з Румунією про конфлікти на кордоні,
переговори певне приведуть до мирного полагодження непорозумінь на
кордоні, котрі дійшли до озброєних конфліктів.
Англія має намір надати практичну ціну заключеному торговельному
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договорові. Останній підкріплено постовим договором, призначено
Торговельну Комісію для Росії, в Льондоні має бути засновано рос-
сійський банк. Льондонський найвищий суд виніс вирок, котрий має
далекодуче значення, у справі скарги бувшої російської торговель-
ної фірми на продаж належних їй і націоналізованих совітським урядом в Рослі товарів. Суд постановив, що визнанням совітського уряду
з боку Англії треба уважати, що суверенитет його істнував і до того
визнання, отже тому право совітського уряду над власністю підданих
мусить бути йому визнано. Націоналізація російським урядом приват-
ного майна отже апробована Англією і остання перешкода, котру рос-
сійський уряд мав для вивоза своїх товарів до Англії тепер усунена
Постанова ця не відповідає почуттю права багатьох і згідно з низ-
киими пресовим звідомленням Франція має виступити з протестом.
Чи Англія, йдучи в такий спосіб на зустріч російського уряду,
спинить комуністичну пропаганду на близькому Сході та Індії, адає
еться мало правдоподібним. В програму III Конгресу, III Інтернаціо-
налу одним із головних пунктів стоїть практичне переведення схід-
ного питання.
Різні спроби совітської влади увійти в дипломатичні зносини
з Францією дося не мали ніякого успіху. Питання виведення Вранге-
лівських військ з Константинополя, вимога утворення совітської ко-
місії для перевезення російських громадян з Франції, були вжиті со-
вітським урядом тільки як причилки для навязання переговорів. Від-
мовившись від спроби досягти переміни в Росії шляхом активного
втручання, Франція, здається, хоче досягти цієї мети допомагаючи
внутрішнім розрухам в Росії, особливо фінансовою допомогою соціа-
ліст.революц. Совітська Україна виступила з протестом проти цієї
піддержки і заявила претензію против бажання Франції у свої руки
дістати українські громади законодоном і вжити їх на антибольшевик-
кі цілі. Поскільки Франція брала участь в підтриманню Владивостоц
кого перевороту, як це запевняється в Росії, точно не можна сказати
Про активну піддержку у великих розмірах переведення військ Вран-
геля на Далекий Схід не може бути й мови. Погодження Французів з
тією останньою антибольшевицькою армією викликало гострий осуд
навіть в антантофільських колах російської еміграції. Частина ар-
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мії переведено почasti до Росії, на Балкан та до Бразилії. Також проти вступу їх до легіону чужинців Франція нічого не могла заявити. Припиненням видачі коштів на утримання опірна сила Врангеля остаточно була зломана.
Торговельні кола Франції, здається, не дають себе спиняти негативним відношенням всього уряду, проти навязання торговельних зносин з Росією. Згідно пресовим звідомленням Французькі торговельні представники прибули до Москви; приватні торговельні зносини через Чорне Море саме налагоджуються.
Таку саму тенденцію можна бачити у відносинах Америки до СРСР: різкий опір офіційних кол проти совєтської системи та її представників, якві приватні переговори і активна участь в російській торгвлі.
Німеччина заключивши торговельний договір з сов.Росією надала сталі форми неписаним досі законам про торговельні зносини. В договору торговельна делегація визнається єдиним заступництвом сов.Росії. Поскільки договір матиме торговельні наслідки і чи він дасть вільну руку боротись проти офіційно незалежної від російського уряду пропаганди комуністичного інтернаціоналу, то покаже переведення його в життя. Він є кроком наперед в російсько-німецьких відносинах, можливість поширення приватної ініціативи під державною охороною. Як далеко ця можливість може зайти, залежить від того, що Росія може дати при цих змінених економічних обставинах. Участь Німеччини в торгвлі царської Росії, бувше становище німецьких промисловців, інженерів та спеціалістів в російському економічному житті, запевняє Німеччини й тепер місце у відбудуванні Росії незалежно від істнуючої там форми уряду.
Східне питання. Кавказ та Центральна Азія.
Помічається бажання відновити дуже ушкоджені під час революції економічний й політичний зв'язок кавказьких республік, котрі перше були складовими частинами Росії. Арменія, Грузія, та Азербайджан постановили утворити спільну адміністрацію залізниць; згідно з пресовими звідомленнями має бути заключений торговельний договір цих республік, котрий, здається, має поширитися до совзу. Можна, не помиляючись, сказати, що за цими течіями видко намір сов.республіки
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прибрати міцнішe кавказькi республіки до рук і в якій незадь тій
чи ивьшій формі прилучити їх знов до великої Росії.
Декретом загально-російського центрального Виконавчого Ко-
мітету станивще туркестанської сов.Республіки до сов.республіки
виясняється. Згідно з декретом Москва є найвищою інстанцією у спра-
вах зовнішньої політики,зовнішнього торгy та справ військових. Транс-
порт та фінанси провадитимуться в обордному порозумінню обох цент-
ральних влад совітських московської та туркенстанської. Забезпе-
чучи Федеративний характер і всі огляди на своєрідність края,Мос-
ква застерігає собі право рішення головніших адміністративних га-
лузей.
Цілком ясно виявляється бажання Москви здобути в Центральн
Азіатських державах союзників проти спільного ворога.Комуністичнi
принципи відходять тут на другий план, а спритно використовується
резігійні та національні мотиви, щоб привабити союзників для бороть
би з імперіялістичними державами. Договори Росії з Кемалістичним
урядом,Персією та Афганістаном ішан слідом за договорами цих держ-
мик собою.
Ангорський уряд дістає піддержку матеріалом і навіть неве-
личкими військовими частинами для ведення війни. Коли пресовi зві-
домлення і перецінить чисельну силу останніх морально значіння
піддержки не можна не перецінювати. Хоча Росія торговельному дого-
ворі з Англією офіційно відмовилась від ведення пропаганди проти
Англії серед азійських народiв. Її союзна політика з пограничними
державами Індii і слова поставлені в програмі комуністичної партії
"без революціонізації Азii немає світової революції" показують їх
правдивi наміри.
в) Далекий Схiд.
В квітнi заключено договір з "дружньою республікою Далекого
Сходу" і установлено кордони між обоєма державами. Кордони,адається,
це не зовсім яснi, певно лише, що Росія дістане частини приморської
Області,Північний Сибір та Камчатку і тим забезпечує собі прямий
вихiд до Тихого Океану.
Після відходу Колчака та Семенова в осени 1920 р.в Чити
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склався тимчасовий уряд республіки Далекого Сходу в котрий увійшли комуністичні елементи під впливом Москви. Уряд обіймав території на схід від Байкальського озера. Рівночасно утворилося у Владивостоці буржуазно настроєне Національне Зібрання, яке безумовно стояло під японським впливом; територія впливу цього уряду межи заходила за межі окупованих Японією залізничних участків. Переговори про об'єднання цих обох урядів мали місце але не прийшли до рішучої фази. Японія під претекстом охорони своїх підданих в Сибіру не здійснила свого наміру вивести з Сибіру своє військо. Головні магістралі залишилися окуповані японськими військами. Переговори Японії з республікою Далекого Сходу під час яких Японія вимагала господарчих концесій для себе а також впливу на внутрішні політичні відносини, не привели до жодних вислідів. В сов.пресі постійно указувалося на небезпеку цих претензій Японії в тім переконанні, що Японія не зварачи на ріжні спростоввання має, намір постійно закріпитися на азійському матерiku. Так цю політичний переворот в початку травня у Владивостоці та інших містах не був для Росії несподіваним.
Чичерін протестував у гострій ноті проти цього нового нападу російської контр-революції з допомогою Франції та Японії. Відносини у Владивостоці ще не виявилися. Піддержка Японією антибольшевицького руху йтиме до певних меж, а власне, посвільки вимагатимуть її власні інтереси в цім напрямі, а вони покищо ледви йдуть далеко в глибину Сибіру. З другого боку Росія, здається, не допустить утворення нового "Підприємства Брангеля". Майтесь відомості про посилку військової піддержки для "республіки Далекого Сходу". Щоб ці частини були направлені також проти Японії, здається мало імовірним
Нова влада у Владивостоці, здається, не може рахувати на якісь значні сили, це здебільшого останки буржих беменовських військ, по-зиція котрих ще не ясна. Провідники нового уряду, здається, не покладають на них великих надій. Без піддержки Японії розеднаність цих антибольшевицьких течій зробила б зайвим озброєний напад з бо-ку сов.Уряду.
Антiboldьшевицькі військові частини Унтерн - Штернберга в Монголії, котрі стоять у зв'язку з провідниками перевороту, були розбиті по московським звідомленням.
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Економічні відомості.
На внутрішньому господарчому житті відбились переміни господар-
чої системи, дозвіл вільної торгівлі та продовольча криза. Розпочав-
ся широкий обмін товарів різними речами щоденного вжитку між селян
нами та робітниками з фабрик. Безпосередня мета здобуття схованих
харчів - була відразу досягнена. Наступило тимчасове полегшення за-
гостреного продовольчого стану по містах. Але постійного поліпшення
не можна сподіватися, бо ботреби столиць та великих міст цієї аграр-
ної держави мусять здебільшого бути задоволені з закордону. Дедовірка
мужиків, що збільшення площі засіву поведе за собою збільшення рек-
візиції, не буде так швидко заспокоєне, не дивлячись на всі привабли-
ві вигляди намальовані в зв'язку з натуральними податками. Зменшена
продукція в минулому році та неврожай останнього року повели за со-
бор голод в багатьох областях, і допомога при широких обшарах та
зруйнованні транспорту здається неможливою. Економічне становище Ро-
сії раз-у-раз бувало зв'язано з тим, який був урожай. Вигляди на уро-
жай 1921 р. відповідно офіційній статистиці, означені як низьче се-
редні. Про пекуче питання для індустрії, паливо, бмілга, комісар народ
нього господарства, висловився в слідуючий спосіб:
Донецький Базейн: по коротким поліпшенням в маю знов погіршало через
те, що можна було видавати лише 60 % харчів; в червні з тої самої
причини сталися нові перерви в праці, в дипин становище стало катас-
трофальним - найважніша в републіці вугольна територія є в смертель-
ній небезпеці.
Сучасні вигляди на фтових джерел можуть бути ехаракте-
ризовані в слідуючих словах: Баку переживає агонію, в міцному орга-
нізації Грозного помічається дезорганізація; становище нафтової ін-
дустрії, це сором Росії.
Дерево, головне паливо для домашнього вжитку, населення му-
сить само собі здобувати, бо держава не буде в стані задовольнити
потреби наступаючої зими.
Хоч імпорт до Росії і побільшився і за перші 5 місяців 1921 р.
переважив імпорт цілого року 1920, але в порівнянні з мирними часами
він все ще є не значним. Численні іскрові звідомлення кажуть на
зваву діяльність російських торговельних представників за кордоном.
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Але тут дається у знаки брак можливостей заплати, що є арбітражним при малому вивозі. Постійне збільшення привозу полегшується тим, що майже у всіх країнах відчувається надпродукція товарів і через те конкуренція о російський ринок.
Концесії на природні російські багатства дані капіталістичним державам, електрифікація Росії, оце засоби на Вогрих влада Росії буде свої надії на її відбудування. Капіталістично-буржуазній системі удасться з певністю комуністичні руїни російського господарства, але чи відбудова так швидко піде, як дехто сподівається, є дуж сумнівно.
Berlin den 31. März 1921.
Канцелярія Директорії
ОДЕРЖАНО
Марта 4 дня 192 р.
Вх. ч. 786
ДИПЛОМАТИЧНИЙ ВІДДІЛ
ПОСОЛЬСТВА УКРАЇНЬКОЇ НАРОДНЬОЇ
РЕСПУБЛІКИ В НІМЕЧЧИНІ.
№ 158
Die südosteuropäischen Staaten
Januar - März 1921.
Inhalt.
Allgemeiner Ueberblick . 1
Tschechoslowakei . 3
Oesterreich . 12
Ungarn. 15
Rumänien. 18
Südslavien. 20
Bulgarien. 22
Griechenland. 24
Allgemeiner Ueberblick.
Die Entwicklung der letzten Monate zeigt ein Steigen des französischen Einflusses im Südosten Europas. Die gegen Frankreich gerichteten Spitzen der Kleinen Entente wurden abgebogen. Frankreichs Absicht war ursprünglich, durch einen Donaubund, dessen Kern Ungarn und Österreich unter Habsburg bilden sollten, ein Gegengewicht gegen Deutschland zu schaffen, um die auseinanderstrebenden Kräfte der südosteuropäischen Völker in der Richtung gegen Deutschland zu vereinigen. Der Donaubund, französisches Interessengebiet, sollte auch die Ausdehnung des wirtschaftlichen Einflusses Italiens im Südosten einschränken. Diese Absicht war aber nicht zu verwirklichen. Tschechen, Serben und Italiener lehnten die Wiedererrichtung einer habsburgischen Monarchie in irgendeiner Form ab, auch in Österreich und sogar Ungarn sind starke Strömungen gegen Habsburg wirksam. Die Notwendigkeit, die Vielgestaltigkeit des politischen und wirtschaftlichen Lebens im Südosten Europas irgendwie zusammenzufassen, war aber auch in den neuen südosteuropäischen Staaten erkannt worden. Diese Einsicht hatte zur Bildung der Kleinen Entente geführt. Die Kleine Entente, ein Bündnis der beteiligten Staaten zur Sicherung der Beute aus dem Krieg, ist in ihren Zielen eingestellt auf selbständige Politik der Südoststaaten, gegen Errichtung eines Habsburgerreiches, gegen den Donaubund und letzten Endes auch gegen Frankreich. Frankreich erkannte rechtzeitig die Bedrohung seines politischen Einflusses. Die französische Politik verzichtet daher vorläufig auf Donaubund und Habsburg, kam so dem Nationalbewusstsein der jungen Südoststaaten entgegen, und lenkte sie soweit wieder in die Bahnen französischer Politik zurück, dass die wirtschaftlichen Interessen, die nach Deutschland weisen, zunächst nicht die Oberhand gewinnen können. Die Richtlinien französischer Politik lassen sich auch in politischen Gruppierungen erkennen, die in engerem oder loserem Zusammenhang um die Kleine Entente sich bilden.
Frankreich will zwischen Deutschland und Russland eine Sperre legen. Verhandlungen zwischen Polen und Rumänien, die auf ein militärisches Abkommen beider Staaten schliessen lassen, wurden Ende Februar bekannt. Dieses Abkommen bedeutet für Polen eine wirksame Unterstützung gegen Russland, Rückendeckung für den Fall eines Krieges gegen Deutschland. Da auch die baltischen Randstaaten mit Polen sich verbünden sollen ist der Ring um Russland geschlossen.
Frankreich erstrebt aber auch die militärische Einkreisung Deutschlands im Osten und Südosten. Zu dem Zweck wurden Polen und Tschechen einander nähergebracht, und die durch den Streit um Tescheneru-fene Spannung gemildert. Polen änderte jedoch seine selbständige Stellung gegenüber der Kleinen Entente nicht. Es ist zu fest und einseitig auf die französische Politik festgelegt.
Das Bestehen eines französisch-tschechischen Geheimvertrages wurde von Prag aus in Abrede gestellt. Es scheint aber, dass bestimmte Vereinbarungen für den Fall getroffen sind, dass der Versailler Vertrag hinfällig würde, und dass dann das tschechische Heer ebenso wie das polnische den Franzosen zur Verfügung steht und sogar unter französischen Oberbefehl tritt.
Von Bedeutung ist der Eintritt Italiens in das System der Kleinen Entente, eine Folge des Vertrages von Rapallo. Die Gemeinsamkeit der politischen Interessen Italiens und der Kleinen Entente beruht auf der Ablehnung des Donaubundes und einer habsburgischen Monarchie. Wirtschaftlich will Italien nach vorläufiger Lösung der Adriafrage und nach dem Ausgleich mit Jugoslawien ein erweitertes Feld der Betätigung im Südosten Europas sich sichern. Die Anlehnung an die Kleine Entente bedeutet für Italien Sicherung der Adriaflanke und Stärkung der Stellung gegenüber Frankreich. Der Anschluss an eine Grossmacht verleiht andererseits der Kleinen Entente erhöhtes Gewicht im Rahmen der gesamteuropäischen Politik.
Frankreichs Stellungnahme gegenüber Österreich wird nur von einem Gesichtspunkt beherrscht: Verhinderung des Anschlusses Österreichs an Deutschland. Auch das Interesse, das Frankreich der wirtschaftlichen Annäherung der Nachfolgestaaten an Österreich entgegenbringt, ist hieraus zu beurteilen. Österreich soll in das System
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der südosteuropäischen Staaten eingefügt und von Deutschland abge-
zogen werden.
Ungarn, geführt und unterstützt von Frankreich, stellte
seine Politik auf innere Festigung und Besserung der Beziehungen zu
den Nachbarstaaten ein. Der Ausgleich mit der Tschechoslowakei wur-
de angebahnt. Die Zusammenkunft des ungarischen Ministerpräsidenten
mit dem tschechischen Minister des Äusseren in Bruck a.d.Leitha be-
deutet eine Wendung der Politik Ungarns.
Der während der Ostertage durch den früheren Kaiser Karl un-
ternommene Versuch eines Staatsstreiches in Ungarn scheiterte in
wenigen Tagen. Er beruhte auf Verkennung der gegenwärtigen inner- und
aussenpolitischen Verhältnisse Ungarns. Für die Kleine Entente war
der grundlegende Bündnisfall gegeben. Sie zeigte sich geschlossen in
der Ablehnung und drohte mit Krieg, wirksam unterstützt durch Ita-
lien. Frankreich, dem England folgte, versagte seine Unterstützung,
nachdem ein einheitlicher Volkswille in Ungarn sich nicht zeigte.
Der Staatsstreich brachte auch Klärung darüber, wie wenig kraftvoll
gegenwärtig die Bewegung für Habsburg in Ungarn und Oesterreich ist.
Frankreichs politische Arbeit in Ungarn ist zielbewusst. Die
Festsetzung in Ungarn verleiht Frankreich wirtschaftlich eine beherr-
schende Stellung im Südosten. Dadurch, dass Frankreich sowohl Un-
garn wie dessen Nachbarstaaten zum Ausgleich drängt, und zwar bisher
mit Erfolg, beseitigt es den Herd der Unruhe im Südosten Europas,
schafft sich erhöhte politische Geltung und Zuneigung in Ungarn wie
in den Staaten der Kleinen Entente.
Bulgariens Versuche, bessere Beziehungen zu den Nach-
barstaaten zu erreichen, blieben ohne wesentlichen Erfolg.
Die Stellung zu Sowjetrussland wird in Rumänien
und Ungarn von Frankreich bestimmt. Die slawischen Staaten der Tsche-
chen und Serben sind ebenso wie Italien einem militärischen Eingrei-
fen gegen Sowjetrussland völlig abgeneigt.
Frankreich forderte auch wirtschaftliche Gewaltmassnahmen gegen
Deutschland von der Tschechoslowakei, Jugoslawien, Rumänien und Grie-
chenland. Griechenland und Rumänien scheinen dem französischen Druck
sich fügen zu wollen. In Jugoslawien und der Tschechoslowakei ist
wenig Stimmung dafür vorhanden.
England betrachtet die politische Entwicklung im Südosten
Europas als kontinentale Angelegenheit und überlässt die Führung
Frankreich. Englands Interesse vereinigt sich auf die Meerengen. An
eine Aenderung des Vertrages von Sévres geht England nur schwer her-
an, weil jede Aenderung auf Kosten der englischen Vormachtstellung
an den Dardanellen geht.
England steht hinter der neuen griechischen Offensive gegen
die Türken in der Erwartung, dass die Griechen den Vertrag von
Sévres militärisch doch noch durchzusetzen vermögen.
Der Abbruch der Londoner Konferenz brachte Unruhe in die
südosteuropäischen Staaten.
Frankreich wusste die politische Anschauung dahin zu beein-
flussen, dass Deutschland den Versailler Vertrag zu brechen be-
absichtige. Die Staaten, die der Entente ihre Entstehung und oder
Vergrösserung verdanken, fühlten sich dadurch in ihrem Bestand be-
droht. In dieser Lage sind sie der französischen Politik in er-
höhtem Masse zugänglich.
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Tschechoslowakei.
Militärisches.
Anlage 1 Friedensgliederung.
Die Organisation des Friedensheeres schritt weiter vorwärts.
Wesentlich ist, dass Infanterie und Artillerie innerhalb des Divisionsverbandes in gegenseitige enge Beziehungen gebracht wurden. Vielfach wechselten Truppenteile die Unterstellung unter eine höhere Kommandobehörde oder wurden mit neuen Nummern bezeichnet. Die Organisation ist noch nicht abgeschlossen.
a) Höhere Kommandobehörden.
Ministerium für nationale Verteidigung mit Generalinspektion der Armee, Generalstab und Inspektionen der Waffen und des Militär-Erziehungs-und Bildungswesens
4 Landesmilitärkommandos (Prag, Brünn, Pressburg, Ungvar).
12 Inf.Div.Kommandos,
24 Inf.Brig.Kommandos,
1 Grenz-Jäg.Brig.Kommando,
2 Geb.Brigr.Kommandos,
1 Kap.Div.Kommando,
5 Kav.Brig.Kommandos,
13 Feldart.Brig.Kommandos,
1 Geb.Art.Brig.Kommando,
3 schw.Art.Gruppen-Kommandos,
1 Festungs-Art.Brig.Kommando,
1 Spezial-Art.Brig.Kommando.
b) Infanterie.
48 Infanterie-Regimenter,
4 Gebirgs-Infanterie-Regimenter,
10 Grenz-Jäger-Bataillone.
Die Verteilung der Infanterie auf die Divisionen ist gleichmässig. Jede Division hat 2 Brigaden zu je 2 Regimentern. Grenz-Jäger-Bataillone sind einzelnen Divisionen unterstellt. 2 selbstständige Gebirgsbrigaden sind im Gebiet der Hohen Tatra und der Beskiden untergebracht. Sie sind durch Gebirgs-Art.Regimenter verstärkt.
c) Kavallerie.
Die Organisation der Kavallerie ist noch nicht soweit vorgeschritten, wie angenommen wurde. Es bestehen 9 Regimenter, ein 10.Regiment ist in Aufstellung. Weitere Verstärkung ist beabsichtigt.
d) Artillerie.
Die Organisation der Artillerie machte Fortschritte. Die Artillerieverbände wurden nach taktischen Aufgaben zusammengefasst, dementsprechend die Befehlsverhältnisse geregelt.
Divisions - Artillerie.
Für jede J.D. wurde der Stab des Artillerieführers – ein Feld-Art.Brig.Kommando – neu aufgestellt oder aus schon bestehenden Art.Stäben gebildet.
Die Divisions-Art. soll künftig aus 1 Feldart.Rgt. zu 6 K., 3 H.Battr., 1 Inf.Begleit-Art.Abtlg. (Geb.Art.Abtl.) zu 3 K.Battr. und 1 schw.Feldart.Rgt. zu 4 H., 2 K.Battr.bestehen.
Für die beiden Geb.Brigen sind 2 Geb.Art.Regimenter (je 3 K. und 1 H.Battr.) vorgesehen. Ein weiteres Geb.Art.Reg. ist in Auf-
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Aufstellung. Der Rest der Geb.Art. wurde als Infanterie-Begleit-
Artillerie den J.D. zugeteilt.
Die Organisation der Div.Art. ist zum grossen Teil durchge-
führt, Gerät und Ausrüstung scheint in ausreichender Menge vorhan-
den zu sein.
Heeresartillerie.
Die Heeresartillerie wird vermutlich künftig in 2 Gruppen zu-
sammengefasst werden, eine Gruppe leichter und schwerer Feldart,
und eine Gruppe schwerer Art. mit Kraftzug.
Ein besonderer Stab, Feldart.Brig.Kommando 25, scheint mit der
Bildung der Feldart.Heeresreserve beauftragt zu sein. Die Organisa-
tion ist erst eingeleitet, die Aufstellung von 4 Feldart. und 2 schwe-
ren Feldart.Regimentern beabsichtigt.
Die schwere Art. mit Kraftzug hat organisatorisch keine wesent-
lichen Änderungen erfahren. Die Geräteausstattung dürfte fortge-
schritten sein.
Festungsartillerie.
Eine Festungs.Art.Brig. für die Festung Olmütz, deren Ausbau
im neuzeitlichen Sinne beabsichtigt ist, wird neu aufgestellt.
Spezial - Artillerie.
Der Spezial.Art.Brig.123, die bisher nur die Spezial-Art.Ab-
teilungen 151, 152, 153 umfasste, werden die Art.Mess-Kompagnie,
das Flak-Regiment und die in Organisation begriffenen Minenwer-
fer-Abteilungen unterstellt.
Die Spezial-Art.Abteilungen 151, 152, 153 sollen umgebildet
werden; möglicherweise handelt es sich um Ausstattung mit neuem
Gerät.
e) Pioniere.
Die Aufstellung von Regimentsverbänden scheint durchgeführt
zu sein. Ein Eisenbahn-Regiment ist in Aufstellung. Auch für die
Nachrichten-Truppe wurde der Bataillons- und Regimentsverband ge-
schaffen.
f) Luftfahrtruppen.
Beabsichtigte Gliederung: 3 Flieger-Regimenter,
Nr. 1 in Prag,
Nr. 2 in Olmütz,
Nr. 3 in Neutra,
1 ballonkompagnie in Olmütz,
1 Lehrbataillon,
Luftfahrrarsenal.
Jedes Flieger-Regiment hat 2 Bataillone und im ganzen 6 Kompagni-
en.
Die Ballonkompagnie hat 3 Ballonabteilungen.
Dem Lehrbataillon sind unterstellt:
die Flieger-Offizierschule,
die Kommission für Entwurf der Vorschriften für den Luft-
fahrdienst,
Schulkompanien,
die Fliegerschule Eger.
Das Luftfahrarsenal gliedert sich in:
Kommando,
Uebernahmeabteilung,
Luftfahrwerft,
Versuchsabteilung,
Luftfahrdепots.
Wie weit die Organisation fortgeschritten, die Ausbildung des
Personals und die Beschaffung von Gerät gediehen ist, lässt sich nich
- 6 -
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nicht übersehen. Die Zahl der Flugzeuge scheint nicht sehr erheb-
lich, da die jetzt schon bestehenden Kompagnien (wahrscheinlich8),
nur über 12 - 15 Flugzeuge verfügen sollen.
g) Fahrtruppen.
Die Kraftfahrtruppen werden in Bataillonsverbänden zusammen-
gefasst.
Der Gesamteindruck der Friedensgliederung ist: Die Organisa-
tion der Infanterie kann als abgeschlossen betrachtet werden, die
Organisation der Artillerie wurde erheblich gefördert, durch enge
Verbindung beider Waffen der innere Aufbau des Friedensheeres ge-
festigt, und die Grundlage für neuzeitliche Ausbildung gelegt.
Verteilung des Friedensheeres.
Ende Januar wurde bekannt, dass das deutsche Sprachgebiet stär-
ker mit Truppen belegt werden sollte und dass Transporte zu diesem
Zweck stattfänden. Truppenverschiebungen und Transporte wurden von
der Regierung zugegeben, ihre Notwendigkeit mit Einstellung der Re-
kruten in die Truppenteile des Friedensheeres, mit Auflösung und
Abtransport der letzten, vom Uebergangssheer übernommenen Formatio-
nen, mit Ausnutzung leer stehender Kasernen und Barackenlager und
mit Winter- und Skiführungen im Riesengebirge und Böhmerwald begrün-
det. Presse- und öffentliche Meinung brachten die stärkere Belegung
des deutschen Sprachgebietes auch mit der am 15.2.21. stattfindenden
Volkszählung im Zusammenhang. Diese sollte durch Verteilung tschechi-
scher Truppen auf deutschem Sprachgebiet dahin beeinflusst werden,
dass möglichst wenig rein deutsche Gemeinden durch die amtliche
Statistik festgestellt würden.
Als Bild der militärischen Massnahmen ergibt sich, dass die
4.J.D. (Königgrätz) und die 8.J.D. (Troppau) bis 20.3. ihre Stände
verstärkten, einzelne Truppenteile näher an die Grenze heranschoben,
und dass hinter der 8.J.D. eine bewegliche Reserve an der Bahn
Olmütz - Prerau - Mähr.-Weisskirchen, vermutlich die verstärkte 7.J.D.
versammelt wurde.
Die Massnahmen scheinen zunächst defensiver Natur. Es konnte
sich aber auch um Vorbereitungen auf Veranlassung Frankreichs han-
deln, um während der Pariser und Londoner Verhandlungen verstärkten
Druck gegen Deutschland auszuüben. Aeusserungen chauvinistischer
Kreise liessen auf Absichten zur Besetzung des Kreises Ratibor, der
Grafschaft Glatz und des Waldenburger Gebietes schliessen. Die Bil-
dung einer Reserve rückwärts der 8.J.D. kann auch gegen eine etwa-
ige polnische Bedrohung gerichtet sein für den Fall, dass die Polen
ihre Absichten auf Gewinnung des ganzen Teschener Gebietes im Zu-
sammenhang mit Ereignissen in Oberschlesien wieder aufnehmen sollten.
Bis zur Klärung der Lage in Oberschlesien ist mit erhöhter Be-
eitschaft der tschechischen Grenztruppen zu rechnen.
Anlage 2. Vermutliche Standorte des Friedensheeres.
Ersatz.
Das Land ist militärisch in 48 Ergänzungsbezirke, entsprechend
den 48 Infanterie-Regimentern des Friedensheeres, eingeteilt. Jeder
Ergänzungsbezirk zufällt in Stellungsbezirke, die der verwaltungs-
politischen Einteilung des Landes entsprechen. Die Ergänzung der In-
fanterie erfolgt territorial, während die übrigen Waffen für den Er-
satz auf das ganze Land verteilt sind.
Die regelmässigen Musterungen der Wehrpflichtigen finden vom
März bis Mai jeden Jahres statt. Jeder Geburtsjahrgang wird dreimal
gemustert. In diesem Jahre werden der Jahrgang 1901 zum erstenmal,
der Jahrgang 1900 zum zweitenmal, der Jahrgang 1899 zum drittenmal
gemustert. Der Beginn der Musterungen fiel Anfang März mit einer ge-
spannten aussenpolitischen Lage zusammen. Die planmässig stattfin-
denden Musterungen wurden daher unbegründet mit Mobilmachungsvorbe-
reitungen in Zusammenhang gebracht.
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Mobilmachung.
Es ist anzunehmen, dass bei höchster Anspannung der Volkskraft unter restloser Heranziehung aller Wehrpflichtigen und Wehrfähigen für die nächste Zeit im Mobilmachungsfall zur Verfügung stehen:
A. Das Friedensheer (20-, 21-, 22jährige) aus-
I. Reserve (23 - 40 jährige) { 750 000 Mann
II. Reserve (41 - 50 jährige) } ge- 300 000 Mann
{ ) bildet 1 200 000 Mann
B. Aus Nachmusterungen der I. und II. Reserve { unausgebildet
18- und 19 jährige { 450 000 Mann
{ 100 000 "
{ } 550 000 "
C. Hilfsdienstpflichtige (50-80 jährige) { 100 000 "
{ } 100 000 "
Insgesamt…………………1 850 000 Mann
Die Zahl von 1 850 000 Kriegsdienstpflichtigen entspricht
12,8% der Gesamtbevölkerung von rund 14 Millionen.
Vermutliche Mobilmachungsformationen.
Friedensheer ………………………………12 J.D. 2 Geb.Brig.
Etwa 4 Wochen nach Ausspruch der
Mobilmachung ist zu rechnen mit
Marschbereitschaft von Reserve-
formationen der I. Reserve (bis
zu 30 Jahren) in Stärke von….. 12 R.D., 4 R.Geb.Br., 4 selbst.Inf.
Brig.
Weiterhin scheint beabsichtigt zu
sein, noch aus der I.Reserve (35
bis 40 jährige) zu bilden…………6 R.D.
aus der II. Reserve…………………………8 R.D.
Bekleidung, Munition und Infanteriebewaffnung für 24 Divisionen
soll vorhanden sein. Frankreich soll für Mobilmachungs zwecke schon
seit längerer Zeit Bestände an Uniformen, Wäsche und Schuhen für
200 000 Mann zur Verfügung gestellt haben. Die Geschützausrüstung
reicht nur aus, um die Reservedivisionen notdürftig mit Geschützen
zu versehen. Ergeblicher Mangel an besonderer technischer Ausrüstung
ist wahrscheinlich.
Der Landesverteidigungsminister stellt noch im März in der Natio-
nalversammlung erhebliche Mängel des Heeres an Bekleidung und Aus-
rüstung fest, und forderte einen Kredit von 800 Millionen an.
Ausbildung.
Militärbildungsanstalten.
Folgende militärische Bildungsanstalten sind eröffnet:
Generalstabsschule, Prag, 48 Hörer, Kommandant ein französischer Oberst
Intendantenschule, Prag, 16 Hörer, Kommandant ein tschechischer Stabs-
offizier.
Militärakademie Weisskirchen (entspricht unserer früheren Kriegs-
schule), 120 Schüler.- Kurse für Offiziere sind angeschlos-
sen. Kommandant ein französischer General.
Hauptschule für Infanterietruppen, Milovitz, 110 Schüler. Kommandant
ein französischer Stabsoffizier.
Hauptschule für Artillerie, Olmütz, Kommandant ein franz.Oberst.
Diese ist gegliedert in
a) die Schule für Batterieführer,
b) die Schule für Unteroffiziere, die zu Offizieren herangebildet
werden.
c) die Schule für Offiziersaspiranten,
d) die Schule für technische Ausbildung in Pilsen (vermutlich in
Verbindung mit den Skodawerken).
Kavallerieschule. Göding. Sie ist in 4 Kurse eingeteilt.
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Sappeurschule, Leitmeritz.
Fliegerschule, Eger. Kommandant ein französischer Stabsoffizier.
Trainschule, Prag-Karolinental.
Kraftfahrschule, Budweis.
Armeeschiessschule, Milovitz (vermutlich in Verbindung mit der Haupt-
schule fuer Infanterie). Schiessschulen für Infanterie und tech-
nische Truppen sind ausserdem in Prag, Brünn und Pressburg, für
Artillerie in Prag, Olmütz und Pressburg.
Schule fuer körperliche Erziehung.
Kursus für Ausbildung von Offizieren für das Ersatzwesen.
Kursus für Offiziere der Gebirgstruppen in Lomnica/Tatra.
Rekrutenausbildung.
Die am 12.Oktober 1920 eingetrockten 80 000 - 100 000 Rekruten
wurden in besonderen Ausbildungsabteilungen zusammengefasst und erst
nach abgeschlossener Ausbildung Ende Januar 1921 ihren Truppenteilen
überwiesen.
DEMobilMACHUNG.
Nach den Verfügungen des Landesverteidigungsministers sollte
die Demobilmachung am 28. F e b r u a r 1921 abgeschlossen, und das
Herr auf den durch das Wehrgesetz bestimmten Friedensstand von
150 000 Mann herabgesetzt sein. Die noch im Winter unter den Fahnen
stehenden Jahrgänge 1896 und 1897, sowie Jahrgang 1898, soweit er der
gesetzlichen Dienstpflicht genügt hatte, wurden entlassen. Es ist an-
zunehmen, dass noch überzählige Formationen vorhanden sind. Sie sol-
len auf Übungsplätzen vereinigt und zu Reservekader formiert werden.
Stärke.
Die gegenwärtige Stärke des Heeres ist immer noch höher als
150 000 Mann - etwa auf 180 000 Mann - zu schätzen. Im Friedensheer
leisten Teile des Jahrganges 98, sowie der Jahrgänge 99 und 1900 ihre
gesetzliche Dienstpflicht ab.
Französische Militärmission.
Der Generalstabschef, General Pellé, trat Anfang Januar von
seinem Posten zurück.
Sein Nachfolger wurde der französische General Mittelhauser,
bisher Landeskommandant der Slowakei, früher Stabschef des Generals
Pellé.
Zum 1. Stellvertreter des Generalstabschefs wurde der tschechi-
sche General Cecek, zum 2. Stellvertreter der französische Oberst
Faucher ernannt.
Eine grössere Zahl französischer Offiziere ist noch in einfluss-
reichen Stellen im Heere.
Innerer Zustand.
Über das Büdewesen in der Armee wurde bekannt:
Die Legionäre sind in ihrer Gesamtheit, sowohl die in das
Friedensheer übernommenen wie die demobilisierten,in Verbänden organi-
siert.
3 Verbände sind zu unterscheiden:
Der Verband "Druzina" hat etwa 80 000 Mitglieder zum grössten
Teil aus den Kreisen des Bürgertums und der Intelligenz, pflegt den
tschechisch-nationalen Gedanken und steht in politischem Anschau-
ungen der chauvinistisch-tschechischen Partei der Nationaldemokra-
ten am nächsten. Die Idee des tschechischen Nationalstaates ohne
Rücksicht auf völkische Minderheiten, panslawistische Ideen, und
Bekämpfung kommunistischer Bestrebungen finden bei ihm Rück-
halt. Bezeichnend für diesen Verband ist der Mangel politischer
Disziplin.
Der Verband "Svaz" dessen Ursprung mehr auf proletarische
Kreise zurückgeht, erhielt seine politische Erziehung in Russland
und wurde uer auf die Bahn des Radikalismus gedrängt. Von ihm aus
ging der Druck auf Einhaltung der Neutralität im Kampf zwischen
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Polen und Russland im Sommer 1920 und die Verhinderung von Waffen-
transporten für Polen durch die Tschechoslowakei.
Der Verband ist in seiner Zusammensetzung nicht einheitlich.
Politische Schattierungen vom Nationalsozialismus bis zum Kommunis-
mus sind vertreten. Die Mitgliederzahl beträgt etwa 70 000.
Der dritte Verband, "Jednota", der es bis jetzt
anscheinend nicht zu erheblichem Bedeutung und Mitgliederzahl brach-
te, baut sich auf dem Gedanken politisch neutraler, einheitlicher
Organisation der Legionäre auf.
Der Drang zu politischer Betätigung haftet den Legionären von
ihrem Ursprung her an.
Die Legionäre der "Družina" waren die Truppe, auf die
die erste Regierung der Republik unter dem Nationaldemokraten und
Deutschenfeind Dr. Kramar sich stützte. Der Grenzschutz des jungen
Staates und die Sicherung gegen den inneren Feind, unter dem damals
die Deutschen verstanden wurden, war ihnen übertragen. Sie fühlten
sich als Nationalhelden und Gründer des Staates und leiteten daraus
das Recht ab, den Staat auch politisch nach ihren Ansichten auszu-
bauen.
Die Disziplin wurde dadurch auf das ungünstigste beeinflusst.
Die "Svaz" - Legionäre brachten aus Russland, teilweise sehr
radikale Anschauungen mit. Einige geschlossene Abteilungen marschier-
ten mit den Abzeichen der Sowjetrepublik ein und mussten sofort auf-
gelöst werden.
Die während des Krieges in den Ententeländern aufgestellten Le-
gionformationen gingen zum grossen Teil aus Überläufern hervor.
Es wäre aber ein Trugschluss, den Geweggrund für das Überlaufen nur
in Feigheit zu suchen. Sie einen liefen über aus hochgespanntem Na-
tionalgefühl, weil sie, von der nationalistischen Propaganda erfasst,
die Desertion als Bekenntnis zum Nationalstaat und als ersten Schritt
zu dessen Gründung auffassten, ein anderer Teil aus internationalem,
proletarischem Gemeinschaftsgefühl, ein Teil wohl auch aus Feigheit.
18 500 Legionäre wurden in das Friedensheer übernommen.
Die Regierung ging im Herbst vorigen Jahres daran, alle Legionä-
re unter neutraler, politischer Fahne zu vereinigen. Ein gewisser Er-
folg scheint in dieser Richtung sich zu zeigen. Eine Tagung der Ge-
samtvertretung der Legionäre unterstützte lebhaft den Antrag, eine
alle bisherigen Legionärorganisationen umfassende Vereinigung zu grün-
den. Als politisches Programm wurde die Forderung einer demokratischen
in sozialer Beziehung gerechten, in nationaler Hinsicht verträglichen
tschechoslowakischen Republik aufgestellt.
Der vom Landesverteidigungsminister im vorigen Jahre angekündig-
te Gesetzentwurf über Aufhebung des aktiven Wahlrechtes für das Heer
wurde bisher vom Parlament nicht verabschiedet.
Eine auffallend grosse Zahl von Desertionen während des Monats
Februar 1921 wird gemeldet. Sie kann mit der aussenpolitischen Lage
in Zusammenhang gebracht werden. Jedoch ist die Zahl so hoch, dass
sie ein bedenkliches Licht auf den inneren Zustand des Heeres wirft.
Politisches.
Innere Politik.
Nationalitätenfrage.
Die entscheidende Frage der inneren Politik ist der Aus-
gleich der Nationalitäten.
In der Slowakei scheint die Unabhängigkeitbewegung im
Zurückgehen.
Die slowakischen Parteien schlossen sich den entsprechenden
tschechischen an, die Regierung gewann einflussreiche Führer für
sich, die slowakische Unabhängigkeitspartei brach mit Ungarn, die
Selbstverwaltung der Slowakei wird nur mehr im Rahmen des tschecho-
slowakischen Staates erstrebt. Die Vorbedingungen eines Ausgleiches
auf der Grundlage der Rasse und Sprache sind ohnehin gegeben. Zu
dieser versöhnlichen Stimmung mag beitragen, dass die Tschechen aus
ungünstigen Erfahrungen lernten, ihre Beamten für die Slowakei mit
Sorgfalt auszuwählen, sowie die Stammeseigentümlichkeiten und das re-
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religiöse Gefühl des slowakischen Volkes zu schonen. Dazu kommt das Nachlassen der magyarischen Irredenta in der Slowakei, veranlasst durch den Einfluss Frankreichs in Ungarn, und das Streben Ungarns nach einer politischen Annäherung an die Tschechoslowakei.
Auch Anzeichen für eine, wenn auch noch in der Zukunft liegende Abschwächung des schroffen Gegensatzes zwischen Deutschen und Tschechen liegen vor.
Die Regierung will anscheinend in der Sprachenfrage ein gewisses Entgegenkommen zeigen. Die deutsche und tschechische Sozialdemokratie ebenso wie die deutschen und tschechischen Grossindustriellen haben Arbeitsgemeinschaften gebildet, die Bildung einer parlamentarischen Einheitsfront der deutschen und tschechoslowakischen Agrarier steht bevor.
Soziale Bewegung.
Während der kommunistischen Unruhen im Dezember 1920 war der Versuch, den Generalstreik auszurufen, gemacht worden. Dem Ruf folgten 162 000 Arbeiter, entsprechend den 170 000 eingeschriebenen Mitgliedern der auf kommunistischer Grundlage organisierten Verbände. 700 000 Mitglieder der sozialdemokratischen Gewerkschaften und Landarbeiter-Verbände folgten dem Aufruf zum Generalstreik nicht. Der kommunistische Versuch, die politische Gewalt an sich zu reissen, scheiterte an dem raschen und kräftigen Durchgreifen der Regierung, der verlässlichen Haltung der Gendarmerie und des Heeres und der Unterstützung der Regierung durch die Masse der Arbeiterschaft.
Aeussere Politik.
Der Minister des Äusseren, Benes, ist gegenwärtig der führende Staatsmann im Rahmen der südosteuropäischen Staaten. Ein Erfolg seiner Politik ist der Eintritt Italiens in die Kleine Entente. Schon bei Gründung der Kleinen Entente im Februar 1920 wollte Benes den Vorsitz Italien anbieten. Die damals noch bestehenden Gegensätze zwischen Italien und Jugoslawien in der Adriafraage verhinderten jedoch den Beitritt Italiens. Nunmehr bedeutet der Anschluss Italiens an die Kleine Entente für beide Teile eine Stärkung ihrer Stellung gegenüber den Westmächten, sichert des italienischen Wirtschaftspolitik das Eindringen in weite Gebiete der südöstlichen Europas und verhindert das Wiederaufleben der den Italienern wie Tschechen und Serben gleich verhassten habsburgischen Herrschaft. Da weder politische noch wirtschaftliche Gegensätze für die nächste Zeit sich ergeben werden, ist mit der Dauer dieses Bündnisses zu rechnen. Die von Italien Deutschland gegenüber geführte Politik der Mässigung und des Ausgleiches entspricht auch den wirtschaftlichen Interessen der Tschechen und Serben.
Seit Anfang dieses Jahres ist eine Annäherung zwischen der Tschechoslowakei und Polen zu beobachten. Der Streit um Teschen hat an Schärfe verloren, möglich ist, dass Verhandlungen mit Bezug auf die oberschlesische Abstimmung zwischen beiden Staaten stattfinden.
Presseäusserungen und Parlamentsverhandlungen weisen darauf hin, dass Frankreich die Tschechoslowakei für eine militärische Einkreisungspolitik gegen Deutschland zu gewinnen suchte, umgegeben falls die Erfüllung des Versailler Vertrages über die Grenzen der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit Deutschlands hinaus mit Hilfe der Polen und Tschechen durch Waffengewalt zu erzwingen. Das Bestehen eines französisch-tschechischen Geheimvertrages wurde von der Regierung in Abrede gestellt. Welche militärischen Vereinbarungen im Bezug auf die Reparationsfrage getroffen wurden, insbesondere wie weit die Frage eines einheitlichen Oberbefehls geregelt wurde, ist nicht zu übersehen. Die Verstärkung der Truppen an der deutschen Grenze kann auf französischen Einfluss zurückgeführt werden.
Ende März wurde die Tschechoslowakei von Frankreich aufgefordert, an wirtschaftlichen Gewaltmassnahmen gegen Deutschland sich zu beteiligen. Die Regierung verhielt sich dieser Forderung gegenüber zunächst zurückhaltend, weite Kreise der Industrie und des Handels nahmen dagegen Stellung. Die Presse wies auf zu erwartende, schwere Störungen des Wirtschaftslebens in Deutschland steht auf
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der Liste des tschechischen Einfuhrhandels an erster Stelle, auch der
Ausfuhrhandel nach Deutschland ist sehr bedeutend. Ob die Regierung dem
französischen Druck sich zu entziehen vermag, bleibt abzuwarten. Denn
der militärischen Einfluss Frankreichs ist sehr gross, die Tschecho-
slowakei finanziell noch von den Westmächten abhängig. Im Rahmen der
französischen Politik würde es liegen, zwischen Deutschland und der
Tschechoslowakei eine Spannung herbeizuführen, um die Entwicklung
nachbarlicher, auf gemeinschaftlichen wirtschaftlichen Interessen be-
ruhender Beziehungen zu verhindern.
Der Verhältnis zu Deuts chland war korrekt, wie es
den engen wirtschaftlichen Beziehungen beider Staaten entspricht.
Konferenz der Nachfolgestaaten.
Benes verfolgt den Plan, das wirtschaftliche Leben im Südosten
Europas im Zusammenhang mit Deutschland und Italien wieder in Gang zu
bringen und die wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu beseitigen, die
dem gegenseitigen Misstrauen, der fast völligen Absperrung der Grenzen
und dem herabgewirtschafteten Zustand der Bahnen entspringen. Für
seinen Plan holte sich Benes die Zustimmung der Westmächte während
seiner Februarreise in die Hauptstädte der Grossen Entente. Eine
Konferenz soll unter Ausschluss grundsätzlicher politischer Fragen
(Aenderung der Friedensverträge, Anschluss Oesterreich an Deutschland)
nur mit der wirtschaftlichen Lage M i k m Mitteleuropas sich be-
fassen:
Teilnehmer sollen sein:
die Tschechoslowakei,
Jugoslawien,
Rumänien,
Polen,
Oesterreich,
Ungarn,
Deutschland (von England und Amerika gefordert),
Italien und
Frankreich
(vertreten durch die Reparations-Kommission.
Diese Konferenz ist Ende April in Porto Rose beabsichtigt.
Sie soll durch eine Vorkonferenz der Nachfolgestaaten in Rom,
die am 4. April begann und die Liquidierung der österreichisch-ungari-
schen Monarchie in rechtlicher und wirtschaftlicher Beziehung zum Ge-
genstand hat, unter dem Vorsitz Italiens vorbereitet werden.
Ausgleich mit Ungarn.
Am 14.3. erfolgte in Bruck a.d.Leitha eine Zusammenkunft zwischen
Benes und dem ungarischen Ministerpräsidenten Telecki zur Besprechung
der zwischen beiden Staaten schwelenden politischen und wirtschaftli-
chen Fragen. Die Zusammenkunft bedeutet den ersten Schritt zu einem
Ausgleich zwischen Ungarn u..d der
Tschechoslowakei und hat für die Festigung der politi-
schen Lage im Südosten Europas Bedeutung.
Die Konferenz soll der Initiative des Ministers Benes entsprun-
gen sein, aber auch dem Bestreben der französischen Politik, die Rei-
bungsf lä chen im Südosten möglichst zu verringern, kommt der Ausgleich
zwischen Ungarn und Tschechen entgegen.
WIRTSCHAFTSLEBEN.
Kohlenförderung.
1920: 11 Millionen t Steinkohle,
19 Millionen t Braunkohle,
insge. 30 Millionen t = 80% der Vorkriegszeit.
1913 wurden in das Gebiet des heutigen tschechoslowakischen Staa-
tes
1 000 000 t aus dem Ruhrgebiet,
6 460 000 t aus Oberschlesien,
im ganzen 7 460 000 t aus Deutschland eingeführt.
Nach dem jetzigen Kohlenabkommen mit Deutschland werden nur noch
1 260 000 t schlesische Kohle eingeführt,
also
5 200 000 t weniger als 1913.
An Stelle der fehlenden 5 200 000 t deutscher Kohle, die bedeutend
- 11 -
grösseren Heizwert als die böhmische besitzt, müssen und
10 000 000 t böhmischer Kohle verbrannt werden. Der Kohlen-
mangel ist daher fühlbar. Eine staatliche Überwachungsstelle
für Verwendung der Wärmeenergie wird eingeführt. Dem Arbeits-
ministerium wurde ein Kohlenbeirat beigegeben, dessen Aufgabe
die Vorbereitung der Sozialisierung des Kohlenbergbaues ist.
Die Zwangswirtschaft für Brotgetreide soll vom Herbst d.Js.
ab aufgehoben werden.
- 12 -
OESTERREICH.
Militärisches.
Durchführung der militärischen Bestimmungen des Vertrages von St. Germain.
Die interalliierte militärische Ueberwachungskommission bestand aus 3 Ausschüssen, dem Heeres-, und Marine- und Luftfahrt-Ueberwachungs ausschuss.
Der Marineausschuss stellte Herbst 1920 seine Tätigkeit ein.
Die dauernden Hinweise der österreichischen Presse auf die schwere fi nanzielle Belastung durch die Ueberwachungskommission hatten den Er folg, dass der interalliierte Heeres- und Luftfahrtüberwachungsaus schuss am 20.2.21 aufgelöst wurden. Ein Liquidierungsorgan, sollte die Geschäfte weiterführen. Es verblieben in Wien als Vertreter Frank reichs; General Hallier mit 6 Offizieren; Englands; Oberst Gosset mit 18 Offizieren; Japans; Major Miyaki mit 3 Offizieren.
Italien berief sein gesamtes Personal ab und übertrug die weite ren Arbeiten dem italienischen Militärattaché in Wien mit 2 Hilfsoffi zieren.
In Erfüllung der militärischen Bestimmungen des Vertrages von St. Germain geschah folgendes:
a) Die Organisation des Berufsheeres wurde durchgeführt; Einzel heiten des Wehrgesetzes (Festsetzung der Stände, Herabsetzung der Stärke (30 000 Mann) zugunsten der Vermehrung der Gendar merie, Anrechnung der nach 8 aktiven Dienstjahren zur Reserve beurlaubten Wehrmänner auf die Gesamtstärke) werden noch bera ten.
b) Ein Gesetz über Entwaffnung der Bevölkerung wurde erlassen. Für die Durchführung dieses Gesetzes geschah bisher nichts.
c) Die österreichische Regierung hatte beantragt, einen Ueber schuss von 50% an Heeresgerät für den ersten Bedarf der neuen Wehrmacht zurückzubehalten, um dem Staat unnötige Ausgaben für Neubeschaffungen zu ersparen. Dieser Ueberschuss ist noch in Verwaltung des österreichischen Staates.
d) Für Bestückung der Donaubrückenköpfe, Wien, Tulln, Krems, die während des Krieges angelegt worden waren, hatte Oesterreich 600 schwere Geschütze mit Munition, ferner eine Anzahl von Handfeuerwaffen und M.G.s beantragt. Diese Geschütze mit Muni tion sind noch verwendungsbereit vorhanden. Grosse Vorräte von Kriegsmaterial lagen unter Sperre der Entente an festgesetzten Uebergabepunkten. Frankreich scheint bestrebt, seinen Anteil nach Polen abzuschieben.
Anfang Januar wurde die Frist für Durchführung der militärischen Bestimmungen des Vertrages von St. Germain bis 20.2.21. verlängert; sie wäre nach Wortlaut des Vertrages 3 Monate nach seiner Ratifikation (28.10.20.) am 28.1. abgelaufen.
Am 8.3. stellte die Entente eine befristete Forderung auf bedin gungslose Durchführung der militärischen Bestimmungen des Friedensver trages. Die Entwaffnung der Zivilbevölkerung wurde gefordert, die Aus brückenköpfe mit schwerer Artillerie abgelehnt und die Bestückung der militärischen Schulen und der Betrieb einer staatlichen Fabrik für Heeresgerät wurde in Frage gestellt. Zur Entscheidung über die Be stückung der Donaubrückenköpfe und über die Militärschulen schlug die österreichische Regierung ein internationales Schiedsgericht vor. Die Regierung beabsichtigte ferner, an die Botschafterkonferenz heranzutre ten, um Milderungen in der Auslieferung des Kriegsbrückengerätes,das für Hochwasserkatastrophen unentbehrlich ist, und in der Zerstörung des Flugplatzes von Wiener-Neustadt zu erreichen.
Innerer Zustand der Wehrmacht.
Die allmählich erstarkende Autorität der Offiziere wird von den Soldatenräten, die mit "Vertrauensleuten" nur den Namen gemeinsam haben, planmäßig untergraben. Die Soldatenräte finden ihren festen Rückhalt am Bündewesen im Heer. Dr.Deutsch, der frühere sozialdemo-
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kratische Staatssekretär für Heerwesen, steht nunmehr an der Spitze des Gewerkschaftsbundes der Wehrmacht und übt, gestützt auf die Verbandorganisation, nicht geringeren Einfluss als früher in einseitig parteipolitischem Sinne aus. An der Tagung der Internationalen Arbeitsgemeinschaft in Wien (Internationale 2*), deren Programm etwa dem d U.S.P.D. entspricht, nahm der sozialdemokratische Verband der Wiener Garnison als geschlossener Truppenkörper teil, und huldigte den internationalen Parteiführern durch Vorbeimarsch. Bemerkenswert ist, dass gleichzeitig eine Gegendemonstration der kommunistischen Gruppe der Wiener Garnison stattfand. Wenn auch die in Wien und Niederösterreich liegenden Teile der Wehrmacht politisch besonders zersetzt sind, so deuten doch auch Vorkommnisse in den übrigen Ländern darauf hin, dass die Wehrmacht im ganzen politisch versucht ist und unter dem Einfluss der stark links gerichteten »Vertrauensleute« steht.
Auch die Rückreise des Königs Karl aus Ungarn durch Oesterreich wurde von der sozialdemokratischen Organisation der Wehrmacht zu einer Machtprobe ausgenutzt. Die Gewerkschaft errang den Sieg und brachte den Minister für Heerwesen zum Fall.
Politisch.
Aeusserere Politik.
Die Stellung England zur österreichischen Frage ist durch die Äusserung Lloyd Georges umrissen, dass die Erhaltung eines selbständigen Oesterreichs überwiegend im Interesse Frankreichs liege, und dass England nicht in der Lage sei, Staatskredite in Mitteleuropa festzulegen. Damit ist Oesterreich der französischen Politik ausgeliefert. Die Pariser Konferenz beschäftigte sich im Februar mit der österreichischen Frage, ohne dem Lande wirksame Hilfe zu schaffen. Die wohlmeinenden Vorschläge des englischen Vorsitzenden der Reparationskommission in Wien wurden abgelehnt. Frankreich will das Land als Ausbeutungskolonie behandeln. Nach dem Plan Loucheurs sollte die Verwaltung Oesterreichs, wenn auch nicht formell, so doch in der Tat einer Aktiengesellschaft mit 200 Mill.Frs. (8 Milliarden Kr.) Grundkapital übertragen werden. Diese sollte die Befugnis der Kontrolle des Staatshaushaltes und der Sanierung der Staatseinkünfte haben und zu dem Zweck berechtigt sein, Reformen und Ersparnisse in der Verwaltung, eine Verminderung der Beamten, und eine Kontrolle der Notenbank durchzuführen, sowie die öffentlichen Einkünfte zu bewirtschaften.
Von der Staatshoheit Oesterreichs bliebe dann nichts mehr übrig. Das Verfahren erinnert an die Jahrhunderte zurückliegende Einrichtung von Handelskompagnien zur Ausbeutung überseeischer Kolonialländer. Bemerkenswert ist der Plan auch deshalb, weil er Schlüsse auf die künftigen Absichten Frankreichs gegenüber Deutschland zulässt.
Die Londoner Konferenz, zu der der Bundeskanzler geladen war, brachte folgendes Ergebnis:
Die Kreditfähigkeit Oesterreichs soll dadurch ermöglicht werden, dass England, Frankreich, Italien und Japan die Rückstellung der Pfandrechte der Entente hinter die übrigen Gläubiger auf unbestimmte Zeit zusagen. Die Zustimmung der Neutralen und Nachfolgestaaten ist noch erforderlich.
Kredite sollen durch das Privatkapital beschafft und u.a für Staatseinkünfte verpfändet werden. Die finanzielle Kontrolle Oesterreichs soll nicht durch Kapitalgruppen, sondern die Finanzkommission des Völkerbundes erfolgen. Ein Schein von Selbständigkeit bleibt Oesterreich also noch gewahrt.
Eine erhöhte Kohlenmenge, angeblich monatlich 200 000 t, soll durch Frankreich zugebilligt werden.
Der Bundeskanzler gab den Kreditbedarf für das laufende Finanzjahr auf 55 Millionen Dollar an, Frankreich gestand 250 Millionen Goldfranks zu.
Bestenfalls wird der Nahrungsmittelbedarf für das nächste Finanzjahr gedeckt und eine verstärkte industrielle Produktion durch Erhöhung der Kohlenlieferungen ermöglicht.
Von einer Sicherung der Lebensfähigkeit Oesterreichs ist nicht die Rede.
Italien nahm bisher Oesterreich gegenüber eine massvolle
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Haltung ein.
In der westungarischen Frage bewahrt Österreich im Bewusstsein des Rechts gegenüber Ungarn eine feste Haltung. In Übereinstimmung mit dem Kleinen Entente lehnte Österreich den Staats-
streich Kaiser Karls ab.
Durch die Gewalt der Not und das Versagen der Entente wurde die Bewegung für den Anschluss an Deutschland gestärkt. Die Vorbereitung der Volksbefragung über den An-
schluss ist im Gange. Dieser Volksentscheid soll die Grundlage bilden, um vom Völkerbund das Recht der Selbstbestimmung und den An-
schluss an Deutschland zu fordern.
Österreich wurde in den Völkerbund aufgenommen.
Innere Politik.
Die Rückkehr des früheren Kaisers Karl nach Ungarn zeigte, wie wenig kraftvoll die monarchische Bewegung gegenwärtig in Österreich ist.
Die drei grossen Parteien des Nationalrates - Christlichsoziale,
Sozialdemokraten,Grossdeutsche - vereinigten sich in einer Kundgebung für die Republik und lehnten die Rückkehr der Habsburger auch für
Österreich ab. In Teilen der christlichsozialen Partei findet allerdings der monarchische Gedanke noch Rückhalt.
Wirtschaftsleben.
Der Fehlbetrag im Staatshaushalt für 1920/21, im Dezember noch auf 25 Milliarden veranschlagt, ist auf 42 Milliarden angewachsen.
Den Goldschutz der in Auflösung befindlichen österreich-ungari-
schen Bank von 65 Mill.Kronen beanspruchen die Nachfolgestaaten. Er soll nach einem Entscheid des Botschafterrates die Liquidatoren der Bank, den Vertretern der Entente-Grossmächte, übergeben werden.
Kohlenförderung.
Die Kohlenförderung beträgt monatlich 220 000 t, der Monatsbe-
darf 1913 war 1 100 000 t. Nur ein Zwanzigstel der Förderung ist Steinkohle. Die österreichische Steinkohle ist für Kokserzeugung,
also für den Verhütungsprozess,unbrauchbar.
Eisenproduktion.
Das grösste schwerindustrielle Unternehmen Österreichs, die Alpine Montangesellschaft, die die Ausbeutung der steirischen Erzlager zum Zweck hat, war bald nach dem Waffenstillstand in italieni-
schen Besitz übergegangen. Diese Spekulation erwies sich aber für
die Italiener als verfehlt, weil Italien den für Roheisenerzeugung erforderlichen Koks nicht liefern kann, und österreichische Kohle hierfür nicht in Betracht kommt. Der Hüttenbetrieb in Steiermark konnte daher nur in ganz geringem Umfange in Gang gebracht werden.
Ein deutscher Industriekonzern (Stinnes) konnte durch Aufkauf von Aktien und Sicherstellung der Kokslieferung (600 000 t = 2 - 3% der jährlichen Kokserzeugung Deutschlands) entscheidenden Einfluss auf die österreichische Eisenproduktion gewinnen.
Der gleiche Konzern sicherte sich auch Einfluss auf die steiermärkische Kohlenproduktion. Eisen und Kohle Österreichs sind dadurch der Ueberfremdung entzogen.
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Haltung ein.
In der weiten und sich ausdehnenden Bewegung des Rechtes gegenüber dem Volksgemeinschaftsstaat ist die Entstehung einer neuen Ordnung im Osten Europas, in den Gebieten des ehemaligen Russischen Reiches, eine Folge. Die Verfassung der Volksrepublik Polen soll die Grundlage für das Recht der Selbstbestimmung und den Aufbau eines demokratischen Staates sein.
Durch die Gewährung der Notwendigkeit zur Verteidigung des Volkes gegen die Bedrohung durch den Imperialismus ist es notwendig, dass sich in Polen eine neue Ordnung entwickelt. Die Verfassung der Volksrepublik Polen soll die Grundlage für das Recht der Selbstbestimmung und den Aufbau eines demokratischen Staates sein.
Die Gleichheit des Menschen ist ein unverletzliches Recht, welches in der Verfassung der Volksrepublik Polen verankert ist. Die Freiheit des Volkes ist die Grundlage für das Recht auf Selbstbestimmung und den Aufbau eines demokratischen Staates.
Die Gleichheit des Menschen ist ein unverletzliches Recht, welches in der Verfassung der Volksrepublik Polen verankert ist. Die Freiheit des Volkes ist die Grund
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UNGARN.
Militärisches.
Abbau des Heeres.
Der Abbau des Heeres scheint eingeleitet zu sein.
Die Einteilung des Landes in 7 Honved-Distrikte, entsprechend
7 Infanterie-Divisions-Kommandos, soll beibehalten werden. Auch die
Kavallerie-Division bleibt bestehen. Von den in Auflösung begriffene-
nen Reserve-Gendarmerie-Formationen, die als 7 Reserve-Divisionen
zu bewerten waren, sollen nur mehr Gendarmerie-Distrikts-Kommandos
neben jedem Divisions-Kommando als Stammformation übrig bleiben. Wie
weit die bisherige Stärke des Heeres von 130 000 Mann der durch den
Vertrag von Trianon festgesetzten Stärke von 35 000 Mann sich näherte,
ist nicht zu übersehen.
Organisation der Kavallerie.
Die Kavallerie besteht aus den Husaren-Regimentern 1 - 4 der
Kavallerie-Division und den Divisions-Kavallerie-Abteilungen 1 - 7.
Die Regimenter der Kavallerie-Division gliedern sich in
a) das Regiments-Kommando, dessen Personal in der Stabsschwadron
vereinigt ist,
b) 4 Reiterschwadronen zu je 150 Reitern,
c) 2 M.G.-Schwadronen,
d) 1 technischen Schwadron, bestehend aus
1 berittenen Reiter-Zug,
1 Tel.-Zug und
2-5 unberittenen Arbeiterzügen, im ganzen etwa 200 Mann.
Eine Divisions-Kavallerie-Abteilung besteht aus
dem Abteilungs-Kommando und 3 Reiterschwadronen.
Offiziere sind in ausreichender Zahl vorhanden.
Bei jedem Husaren-Regiment besteht eine Offizier-Reitschule mit
2 Abteilungen, die von allen jüngeren Offizieren der Husaren-Regimenter
und der Divisions-Kavallerie-Abteilungen besucht wird. Den jungen
Offizieren wird ausser ihrem Chargenpferd ein Dienstpferd und eine
Remonte ihres Truppenteils und ein Hengst aus den Staatsgestüten zu-
gewiesen.
Frontdienstlösegeld.
Ein Gesetzentwurf über das Frontdienstlösegeld wurde dem Parla-
ment vorgelegt. Diese Steuer soll mit rückwirkender Kraft von allen
ungarischen Staatsbürgern erhoben werden, die während des Krieges
keinen militärischen oder persönlichen Kriegsdienst an der Front
geleistet haben. Auch von Arbeitgebern, die während des Krieges die
Enthebung eines Angestellten mit Erfolg nachgesucht haben, wird die
Steuer eingezogen. Der Ertrag der Steuer soll der Fürsorge für Kriegs-
waisen und Invaliden zugewendet werden.
Der Steuerentwurf wird von der Oeffentlichkeit günstig beurteilt.
Politisches.
Innere Politik.
Die innere Politik ist eingestellt auf innere Festi-
gung des Staates und Wieder aufbau der Volks-
wirtschaft. Die Richtlinien hierfür entwarf der Finanzminister
Roland v. Hegedüs, der führende Mann im Kabinett Telecki. Volk und
Parlament bringen diesem Manne Vertrauen entgegen. Bemerkenswert in
seinem Aufbauprogramm ist ein Gesetzentwurf über das Frontlösegeld
und die Forderung unbedingter Sparsamkeit in Ausgaben für das Heer.
Im Parlament bildete sich eine Art von Oppositionspartei „Der
Bund der Bauern und Bürger“, der die liberalen Elemente in sich verei-
- 16 -
vereinigt, und an den auch die wieder auflebende sozialdemokratische Partei Anschluss sucht. Dieser neuen Partei steht ein konservativer Block gegenüber.
Zur Königsfrage nahm die Entente im Februar d.Js. neuerdings Stellung. Der Vertreter Englands erklärte im Namen der Entente, dass eine Rückkehr der Habsburger von der Entente nicht geduldet werde.
Diese Erklärung hatte damals den Zweck, die Kleine Entente im Fahrwasser der Grossen Entente zu halten. Eine wirksame Bedeutung kam ihr nicht zu, weil das Parlament des Königreichs erst nach Regelung der wirtschaftlichen Fragen des Landes zu entscheiden beabsichtigte.
Der Versuch eines Staatsstreiches durch den früheren König Karl während der Ostertage scheiterte in kürzester Zeit. Der König betrat Ungarn am 26.3. und wurde am 5.4. unter Ententeüberwachung wieder nach der Schweiz zurückgeleitet.
Volk und Heer versagten dem früheren Herrscher die erwartete Unterstützung, Regierung und Nationalversammlung lehnten die Rückkehr des Königs ab. Das Verhalten des Reichsverwesers Horthy entsprach der geltenden Staatsordnung; er blieb Herr der Lage.
Aussenpolitisch scheiterte der Staatsstreich an der Kriegsdrohung der Kleinen Entente, die durch Italien unterstützt wurde. Frankreich rückte von dem Unternehmen ab, nachdem das Misslingen zu übersehen war und gab im Namen der Grossen Entente neuerdings die Erklärung ab, dass die Rückkehr der Habsburger nicht geduldet werden könne. Ein rascher und durchschlagender Erfolg hätte vielleicht den Zusammenschluss Ungarns und Oesterreichs und den Donaubund ermöglicht, ein französischer Vasallenstaat im Herzen Südeuropas wäre entstanden. Der Ausgleich dieses Staatengebildes mit der kleinen Entente wäre für französische Politik kein unüberwindliches Hindernis gewesen. Einem Unterlegenden aber konnte sich die französische Politik nicht verbünden. Bemerkenswert ist, wie wenig Stimmung für Wiedererrichtung einer Habsburger Monarchie sowohl in Ungarn wie in Oesterreich gegenwärtig besteht.
Aussere Politik.
Der Aufbau des Staates im Innern erfordert eine ruhige und stetige äussere Politik.
Das Kabinett Telecki erklärte, den Friedensvertrag von Trianon bis zur äussersten Grenze der Möglichkeit durchzuführen und stellte äussere Politik auf Anbahnung besserer Beziehungen zu den Nachbarstaaten ein.
Ungarn ist noch immer isoliert, aber die Spannung gegenüber Tschechoslowakei, Rumänien und Jugoslawien hat nachgelassen. Von politischer Tragweite ist die Zusammenkunft des ungarischen Ministerpräsidenten mit dem tschechischen Aussenminister Benes in Bruck a.d.Leitha am 14.3. Über die Lösung der zwischen beiden Staaten schwelenden politischen und wirtschaftlichen Fragen wurde verhandelt.
Es ist der erste Fall, dass Ungarn in dieser Form mit einem der Nachfolgestaaten in Verbindung trat. Ein Erfolg der Verhandlungen bedeutet für Ungarn eine Lockerung der militärischen und wirtschaftlichen Abschnürung des Landes, für die Tschechoslowakei Beruhigung der Lage an der slowakischen Grenze und Festigung der politischen Stellung nach aussen und innen. Die Initiative des Ministers Benes und Frankreich mögen an der Vorbereitung eines Ausgleiches mitgewirkt haben.
Rumänien erhielt beruhigende Zusicherungen für den Fall eines bolschewistischen Angriffes. Die Entspannung der Lage zeigt sich in der Abtransport von 3 rumänischen Divisionen aus Siebenbürgen nach der russischen Front.
Jugoslawien sicherte die Rückgabe des Kohlengebietes von Fünf- (Pecz), dass seit dem Waffenstillstand von serbischen Truppen besetzt ist, nach Ratifikation des Friedensvertrages durch die Westmächte zu.
Die Beziehungen zu Polen wurden vom Aussenminister als besonders herzlich bezeichnet, ein Handelsvertrag mit Polen abgeschlossen.
- 17 -
Deutsch-Westungarn.
Die Botschafterkonferenz entschied am 23. Dezember 1920,
dass Deutsch-Westungarn an die Entente, und von dieser an
Oesterreich abzutreten ist. Es soll eine zweimalige Uebergabe
durch eine internationale Kommission erfolgen innerhalb von
6 Monaten nach Austausch der Ratifikationsurkunden des Vertrages
von Trianon (Ratifikierung durch Ungarn erfolgte am 13.Novem-
ber 1920, Ratifizierung durch die Westmächte ist in absehbarer
Zeit zu erwarten). Als Grund für die Entscheidung der Grossen
Entente ist anzunehmen, dass die Westmächte ihre Hilfsbereit-
schaft für Oesterreich beweisen und der Anschlussbewegung dadurch
entgegenarbeiten wollen.
Die Entscheidung der Entente führte zu einer Spannung zwischen
Oesterreich und Ungarn. Letzteres suchte mit militärischen und
wirtschaftlichen Druckmitteln auf Oesterreich zu wirken. Die
Kleine Entente steht auf der Seite Oesterreichs. Wesentliche
Aenderungen, abgesehen von Grenzberichtigungen, sind kaum zu
erwarten.
Wirtschaftsleben.
Die Freiheit der Wirtschaft ist einer der Hauptpunkte im
Aufbauprogramm des Minister Hegedüs.
- 18 -
RUMAENIEN.
Militärisches.
Gliederung des Heeres.
Der Heer soll sich gegenwärtig gliedern
in 7 A.K. zu je 3 J.D.
2 Jäg.Div.,
2 Kav.Div.,
einige selbständige Kavallerie-Brigaden,
2 J.D. sollen in Siebenbürgen in Aufstellung
sein.
Die Stärke wird auf 200–230 000 Mann angegeben. Sie dürfte je
nach dem Stand der Beurlaubungen schwanken. Beurlaubungen in grossem
Umfang sind bei der überwiegend agrarischen Bevölkerung des Landes
notwendig.
Anlage 1.
Kräfteverteilung.
Oberkommando {Bessarabien, Moldau, Bukowina; }
der Ostfront: (2.,3.,4.,5.,6.,7.,8.,13.,
14.J.D., 1.,2.,K.D.}
Gen.Lupescu {Im Antransport dorthin aus
{Siebenbürgen:1.,17.,18.J.D. }
Oberkommando {Siebenbürgen, Banat; 16.,20.,
der Westfront: (24. J.D., 1.,2. Jäg.Div.
Gen.Voyto-
janau
Wallachei-Dobrudscha-bulga-
rische Front; 9.,10.,11.,12.,
15.,19. J.D.
In Aufstellung in Siebenbürgen:
22.,23. J.D.
Abschluss der Demobilmachung.
Durch königliches Dekret vom 19.3. wurde die Rückführung des
Heeres auf den Friedensstand bis zum 31.3. verfügt.
Ausser den beiden Jahrgängen 1919 und 1920 war noch der Jahr-
gang 1918 unter den Fähnen, der jetzt zur Entlassung kommt.
Zum 1.Oktober soll der Jahrgang 1919 entlassen und Jahrgang
1921 einberufen werden.
Politisches.
Die Verhandlungen zwischen Sowjetrussland und
Rumänien zogen sich weiter hin, ohne zu einem Ergebnis zu führen.
Rumänien legte auf die Erklärung Wert, dass zwischen beiden Ländern
kein Kriegszustand besteht und nur gewisse Fragen der Regelung bedür-
fen. Tschitscherin antwortete ausweichend, war aber zu Verhandlungen
in Reval bereit und bezeichnete Litwinow als Unterhändler.
Die Aufnahme der Verhandlungen wurde durch die Entwicklung der
Lage in Russland verzögert.
Ein Defensivabkommen scheint zwischen Rumänien und Polen im
Februar abgeschlossen worden zu sein. Bei der jetzigen Lage der
Sowjetregierung ist ein Angriff auf Rumänien unwahrscheinlich.
Die Beziehungen zwischen Rumänien und Griechenland
wurden durch die Vermählung des rumänischen Thronfolgers mit einer
griechischen Prinzessin und des griechischen Thronfolgers mit einer
rumänischen Prinzessin enger gestaltet.
Die diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland
und Rumänien wurden im Februar wieder aufgenommen.
Frankreich forderte wirtschaftliche Gewaltmassnahmen
- 19 -
gegen Deutschland. Entsprechende Gesetzesvorlagen wurden in Aus-
sicht gestellt.
WIRTSCHAFTSLEBEN.
Oelförderung.
1920: 1 034 086 t (+ 12% gegen 1919)
1919: 920 410 t
1913: 1 885 000 t
Die Oelförderung blieb 1920 um etwa 40% hinter der Erzeu-
gung vor dem Krieg zurück.
Eisenbahnlage.
Die Eisenbahnlage ist aussergewöhnlich ungünstig. Die Zahl
der fahrbereiten Lokomotiven wird auf 80-300 angegeben. Instand-
setzungen in grösserem Umfange sind im Lande selbst unmöglich.
Das Wagenmaterial sind durch diese Verhältnisse ausserordentlich
erschwert.
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SUEDSLAVIEN.
Militärisches.
Räumung von Cattaro durch die Franzosen.
Cattaro, das seit dem Waffenstillstand 1918 die Seebasis des französischen Adriageschwaders gewesen und auch auf Landfront von den Franzosen besetzt war, wurde Ende Februar den Südslawen übergeben.
Räumung Dalmatiens durch die Italiener.
Nach den zwischen den Südslawen und den Italienern Anfang März getroffenen Vereinbarungen beginnt die Räumung Dalmatiens durch die Italiener am 1. April.
Lage in Mazedonien.
Albanische Banden überfielen in letzter Zeit zahlreiche serbische Gendarmeriestationen in Mazedonien. Sogar die Städte Prizren und Di- bra wurden von ihnen mit einem gewissen Erfolge angegriffen.
Neuorganisationen des südslawischen Heeres, wahrscheinlich Wehrpflicht.
Im Generalstab wird zurzeit ein neuer Armeeorganisationsentwurf ausgearbeitet.
Die Wehrpflicht soll danach wie folgt festgesetzt werden:
Allgemeine Wehrpflicht vom 21.-50. Lebensjahr.
I. Aufgebot vom 21.-28. Lebensjahr, davon aktive Dienstzeit bei Artillerie, Kavallerie und den technischen Waffen 2 Jahre und bei der Infanterie etwas geringer.
II. Aufgebot vom 29.-41. Lebensjahr.
III. Aufgebot vom 42.-46. Lebensjahr.
Landsturm vom 47.-50. Lebensjahr.
Gliederung der Unterbringung des Heeres.
Gliederung und Unterbringung siehe Anlage zu Südslawien.
Die Infanterie der Divisionen besteht zurzeit aus 3 Ing.Rgt. zu je 4 Batl. Die Umwandlung in 4 Inf.Regtr. zu je 3 Batl. ist geplant.
Die vorgesehene Ausstattung jeder Inf.Div. mit Feldartillerie-, Ge- birgsartillerie- und schweren Artillerie-Formationen ist noch nicht durchgeführt. Jede Inf.Div. ist zurzeit mit durchschnittlich 24 Ge- schützen ausgestattet.
Stärke des Heeres.
Trotz Ratifizierung des Vertrages von Rapallo ist die süd- slawische Armee noch nicht weiter vermindert. Es sind noch 5 Jahr- gänge (96-00) mit zusammen 170 000 bis 180 000 Mann unter den Fahnen.
Disziplin im Heer.
Die Disziplin ist im allgemeinen gut, bis auf einige kroatische und slowenische Truppenteile. Soldatenräte bezw. Vertrauensmänner sind im Heer nicht vorhanden. Ebenso wie früher in Serbien haben nach dem neuen südslawischen Verfassungsentwurf die Angehörigen der Wehr- macht keine politischen Rechte.
Stellung der ehemaligen österreichisch-ungarischen Offiziere in der südslawischen Armee.
Nach Mitteilung des Kriegsministers General Jowanovic im Ver- fassungsausschuss des südslavischen Parlaments bestehen im Heer zwi- schen den ehemaligen österreichisch-ungarischen Offizieren und den serbischen Offizieren gewisse Unstimmigkeiten.
- 21 -
Gründung von Sokolvereinen.
Nach tschechischem Vorbild wurden in verschiedenen Städten
Sokolvereine gebildet.
INNERE POLITIK.
Nach den Wahlen bildete sich eine aus Altradikalen und Demo-
kraten bestehende Regierung unter Pasic, die jedoch zunächst über
keine Mehrheit im Parlament verfügte. Den wochenlangen Bemühungen
dieser Regierung ist es gelungen, durch den Eintritt der Mohamme-
daner und Teile der serbischen Landarbeiter in die Regierungskoali-
tion sich eine Parlamentsmehrheit zu verschaffen, wodurch die seit
beinahe Jahresfrist bestehende Regierungskrise vorläufig beseitigt
ist. Als Protest gegen die vermeintliche Vergewaltigung Kroatiens
hält sich die kroatische Bauernpartei von den Parlamentsverhandlun-
gen fern.
König Nikita von Montenegro ist gestorben. Die montenegri-
nische Dynastie hält jedoch ihre Ansprüche auf den montenegrini-
schen Thron aufrecht. Thronprätendent ist Prinz Michael.
AEUSSERE POLITIK.
Seit Abschluss des Vertrages von Rapallo besserten sich die
Beziehungen zu Italien wesentlich.
Wirtschaftsleben.
Der 8stündige Arbeitstag wurde eingeführt. In Verbindung mit
der herrschenden Arbeitsunlust brachte diese Neuerung für viele
Betriebe einen Rückgang in der Produktion bis zu einem Drittel.
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BULGARIEN.
Militärisches.
Militärische Einteilung des Landes.
Durch Verordnung vom 29.Dezember 1920 wurde das Land in drei Militärdistrikte eingeteilt, auf die die im Friedensvertrage von Neuilly vorgeschriebenen Truppenteile (8 Infanterie-Regimenter, 5 Kavallerie-Regimenter, 5 Feldartillerie-Abteilungen und 4 Pionier-Bataillone mit zusammen 20 000 Mann) verteilt wurden. Der Unterbringungsraum eines Infanterie-Regimentes entspricht dem einer Infanterie Division vor dem Kriege.
Heeresergänzung.
Die bulgarischen Bemühungen auf Abänderung des im Friedensvertrage von Neuilly vorgesehenen Söldnersystems in eine beschränkte allgemeine Wehrpflicht haben vorläufig zu keinem Erfolg geführt. - Im Januar wurde ein Gesetz erlassen, das das Freiwilligensystem in der Armee, Gendarmerie und bei den Grenzschutzformationen einführt. Nach diesem Gesetz werden Freiwillige im Alter von 18 bis 28 Jahren, die sich auf 12 Jahre verpflichten, in die Armee eingestellt. Zur Ausbildung von Offizieren werden Kurse eingerichtet. Offiziere müssen sich zu einer Gesamtdienstzeit von 20 Jahren verpflichten. Nach 12 jähriger Dienstzeit haben die Soldaten Anspruch auf eine Prämie von 5000 Lewa oder auf Anstellung im Staatsdienst.
Beschuldigungen von seiten Südslawiens betr.Verletzung der militärischen Bestimmungen des Friedensvertrages von Neuilly.
Von südslawischer Seite wird Bulgarien vorgeworfen, dass es die militärischen Bestimmungen des Friedensvertrages von Neuilly in mehrfacher Weise umgangen habe. Die Vorwürfe beziehen sich auf folgende Punkte;
a) Im Friedensvertrage sind Bulgarien 60 Geschütze für die Armee zu gebilligt.
Es bestehen zurzeit 24 Batterien für diese 60 Geschütze.Durch Einstellung weiterer Geschütze kann Bulgarien leicht seine Artilleriekräfte über das im Friedensvertrage vorgesehene Mass steigern.
b) Die nach dem Friedensvertrage aufzulösenden 8 Kavallerie-Regimenter sind geschlossen von der Gendarmerie übernommen und könnten jederzeit zur Armee zurücktreten.
c) An Pionier-Bataillonen sollen 2 Bataillone mehr vorhanden sein, als erlaubt sind.
d) Bulgarien, das vor dem Kriege nur geringe permanente Befestigungsanlagen gehabt hat, hat fünf Orte als befestigte Plätze angegeben, die zum Teil nur von Feldbefestigungen umgeben sind. Hierdurch versucht Bulgarien sich Geschütze zu erhalten, die es eigentlich abliefern müsste.
e) Statt der erlaubten 37 950 Gewehre besitzt Bulgarien noch 110 000 Gewehre.
Politisches.
Innere Politik.
Die Bauernpartei Stambulinskis, die allein die Regierung bildet, trotzdem sie nur über eine knappe Mehrheit im Parlament verfügt, herrscht ohne jede Rücksicht auf die übrigen politischen Parteien und unterdrückt diese mit allen ihr zu gebotenen Mitteln. Ein neuer beachtenswerter Gegner ist der Bauernpartei in den letzten Monaten in den landwirtschaftlichen Genossenschaften entstanden.
- 23 -
Aeussere Politik.
Stambulinski ist auf seiner Europareise insbesondere in Polen und Rumänien sehr warm aufgenommen worden. Das Verhältnis zu Griechenland bleibt weiter gespannt. Bulgariens Bemühungen, auch hinsichtlich Thrakiens eine Abänderung des Vertrages von Sèvres zu erreichen, blieben bisher ohne Erfolg.
Wirtschaftsleben.
Für das Haushaltsjahr 1921/22 ist ein Fehlbetrag von 700 Mill. Lewa vorgesehen gegen 1 Milliarde Lewa im Vorjahr.
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GRIECHENLAND.
Militärisches.
Lage in Kleinasien.
Am 8. Januar begannen die Griechen aus dem Brussa-Abschnitt eine erneute Offensive, anscheinend mit der Absicht, sich in den Besitz des Bahnknotenpunktes Eski-Schehir zu setzen, um das Verschieben der kemalistischen Truppen auf der anatolischen Bahn zu unterbinden und Angora, den Sitz der nationalistischen Regierung zu bedrohen. Zur Ablenkung dieses Unternehmens fanden gleichzeitig örtliche Vorstöße der Griechen im Ushak-Abschnitt statt. Die griechische Offensive hatte anfänglich Erfolg. Am 10. und 11. Januar besetzten die griechischen Truppen die an der anatolischen Bahn gelegenen Orte Kurt-Koi, Bilejik und Kara-Keni. Am 12. Januar erfolgte jedoch ein Rückschlag. Anscheinend versagte bei der sehr ungünstigen Witterung der Nachschub. Die griechischen Truppen mussten in ihre Ausgangsstellungen zurückgenommen werden. Nachtürkischen Nachrichten wurden die Griechen zum Rückzug durch einen Gegenangriff der kemalistischen Truppen aus Richtung Ine-Onu gezwungen.
Am 24.März gingen die Griechen aus Abschnitt Ushak und Brussa erneut zur Offensive über. Beide Offensivgruppen hatten zunächst Erfolg. Die Südgruppe nahm am 28.März Afion Karahisar, die Nordgruppe drang bis dicht an Eski-Schehir vor, von wo am 31.März starke feindliche Gegenangriffe einsetzten.
Von englischer Seite wird die Ablösung der griechischen Truppen in Ismid durch englische gefordert.
Verstärkungen für Kleinasien, Neuaushebungen, Stärke der griechischen Armee.
Aus Altgriechenland wurden Mitte Januar weitere Verstärkungen nach Kleinasien entsandt. Die in Athen befindliche Garnison ging auf 3000 Mann zurück. Nach Mitteilung des Generalstabschefs der griechischen Truppen in Kleinasien, Oberst Sariannis, auf der Londoner Konferenz Ende Februar betrugen die in Kleinasien befindlichen griechischen Kräfte 8 Divisionen mit zusammen 115 000 Mann. Oberst Sariannis äusserte ferner, dass die griechischen Truppen in Kleinasien durch Neuaushebungen in Griechenland schnell auf 200 000 Mann verstärkt werden könnten. Ende März wurde eine weitere Division nach Kleinasien entsandt.
Z.Zt. sind die Jahrgänge 1916-1921 unter den Fahnen. Ferner sind aber auch zahlreiche Angehörige früherer Jahrgänge (1908-1915) nicht zur Entlassung gekommen. Ende März wurden die Jahrgänge 1913-1915 in einer Stärke von 35 000 Mann wieder eingezogen. Ausserdem fanden vorher starke Aushhebungen indem neu erworbenen Thrazien statt. Jahrgang 1922 soll in Kürze ebenfalls eingezogen werden.
Die Stärke der griechischen Armee beträgt 6 A.K. mit je 3 Divisionen, zusammen 230-240 000 Mann.
Aufhebung des Wahlrechts der Fronttruppen.
Durch die konstantinische Regierung wurden Anfang Januar die Parlamentssitze der Fronttruppen beseitigt, was einer Abschaffung des Wahlrechts der unter den Fahnen stehenden Soldaten gleichkommt.
Politisches.
Innere Politik.
Das Kabinett Rhallis trat infolge Meinungsverschiedenheiten über die zur Londoner Konferenz zu entsendende Abordnung Anfang Fe.
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Februar zurück. Kalogeropulos bildete mit den bisherigen Regierungsparteien ein neues Ministerium. Der Widerstand der Venezelisten gegen den König Konstantin ist stark im Abflauen begriffen.
Aeussere Politik.
Ende Februar wurde auf der Londoner Konferenz die Änderung des Friedensvertrages von Sèvres beschlossen. Nach längeren Verhandlungen mit der türkischen und griechischen Abordnung machten die Alliierten folgenden Vorschlag: Thrakien bleibt bei Griechenland, aus Kleinasien werden die Truppen bis auf die Stadt Smyrna zurückgezogen. Die Ende März begonnene griechische Offensive schafft eine neue Lage.
Wirtschaftsleben.
Trotz des teilweisen entzogenen Kredits durch die Entente und erheblich gesteigerter Ausgaben für das Unternehmen in Kleinasien zeigten die griechischen Finanzen nach einem Rückschlag im Dezember eine beachtenswerte Festigkeit. Um die Jahreswende war das umlaufende Papiergeld noch mit 71% durch Gold und dem Gold gleich stehende Werte gedeckt.
Ein Gesetzentwurf ist eingebracht, der die 50% Abgabe auf deutsche Erzeugnisse vorsieht.
Tschecoslowakei, Anlage 2.
Vermutliche Standorte des tschechoslowakischen
Heeres nach der Friedensgliederung.
1.J.D. Prag (Praha).
2.J.D. Pilsen (Plzen).
3.J.D. Leitmeritz (Litomerice).
4.J.D. Koniggratz (Hradec Kralove).
5.J.D. Budweis (Budejovice).
6.J.D. Brunn (Brno).
7.J.D. Olmütz (Olomouc).
8.J.D. Troppau (Opava).
9.J.D. Tyrnau (Trnava).
10.J.D. Banska Bystrica (Besztercebanja - Neusohl).
11.J.D. Kaschau (Kassa-Kosice).
12.J.D. Ungvar (Uzhhorod).
1.J.Brig. Prag (Praha).
2.J.Brig. Komotau (Chomutow).
3.J.Brig. Pilsen (Plzen).
4.I.Brig. Eger (Cheb).
5.J.Brig. Leitmeritz (Litomerice).
6.J.Brig. Jungbunzlau (Ml.Boleslav).
7.J.Brig. Koniggratz (Hradec Kralove).
8.J.Brig. Hohenmauth (Vysoké Myto).
9.J.Brig. Budweis (Budejovice).
10.J.Brig. Pisek (Pisek).
11.J.Brig. Brunn (Brno).
12.J.Brig. Znaim (Znojmo).
13.J.Brig. Olmütz (Olomouc).
14.J.Brig. Kremstier (Kromeriz).
15.J.Brig. Troppau (Opava).
16.J.Brig. Mähr.Ostrau (Mor.Ostrava).
17.J.Brig. Pressburg (Bratislava).
18.J.Brig. Sillein (Zilina).
19.J.Brig. Lucenec (Losonez).
20.J.Brig. Neuhäusl (Nové Zamky).
21.J.Brig. Kaschau (Kassa,Kosice).
22.J.Brig. Rosenau (Roznava).
23.J.Brig. Munkacs (Munkacevo).
24.J.Brig. Velke Michalovice (Nagymihaly).
1.Geb.Brig. Rosenberg (Ruzomberk$.
2.Geb.Brig. Spis Nova Ves (Iglo).
Infanterie - Regimenter.
Nr. Namen Reg.Stab. Batl.I Batl.II. Batl.III Erg.Bez.
Kom.
1 Jana Husi Budweis Budweis Budweis Budweis Budweis
2 Jirihho z Pode- Leitmeritz Leitmeritz Leitme- Aussig Leitme-
brad ritz
3 Jana Zisky z Kremstier Kremstier Kremstier Ung.Hra- Kremstier
Trocnova disch
4 Prokopa Ve- Königgratz Krönig- König- Braunau König-
likého grätz grätz grätz
- 2 -
Nr. Namen Reg.Stab. Batl.I Batl.II Batl.III Eng.Bez.
Kor.
5 Prazsky T.G. Prag Prag Prag Kladno Prag
6 Masaryka Olmütz Olmütz Olmütz Olmütz Olmütz
7 Hanacký Neutra Neutra Neutra Komorn Neutra
8 Tatranský M.Ostrau M.Ostrau M.Ostrau Friedeck- Friedeck-
Slezský Mistek Mistek Brüx
9 Karla Havlička Borovského Brüx Brüx Dux Brüx
10 Jana Sladkého-Brünn Brünn Brünn Gr.Meseritz Gr.Meseritz
Koziny
11 Frantiska Palackého Pisek Pisek Prachatitz Pisek
12 M.R.Stefanika Komorn Komorn Leva Parkany Leva
13 Mähr.Schönberg Mähr.Schön- Altstadt Olmütz Mähr. Schönberg
berg
14 Kaschau Kaschau Eperjes Torna Eperjes
15 Freudenthal Freudenthal Jägerndorf Weidenau Freudenthal
16 Jolsva Jolsva Iglo Rimaszombat Jolsva
17 Trenczen Trenczen Trenczen Trenczen Trenczen
18 Pilsen Pilsen Pilsen Tachau Pilsen
19 Munkacz Munkacz Munkacz Bitka Munkacz
20 Nagy Mihaly Nagy Mihaly Nagy Miklós Töke Tereshegy Nagy Mihaly
21 Caslau Caslau Caslau Nachod Caslau
22 Jicin Jicin Jicin Trautenau Jicin
23 Pressburg Pressburg Malacka Duna Szerdahely Szombat
Znaim Znaim
24 Strankow? Znaim Znaim Losoncz Korpona Losoncz
25 Losonez Losonez Losonez Bis.Banja Zsolony Bis.Banja
26 Bis.Banja Wal. Wal. Mikulow M.Welschkirchen Wal.
27 Meseritsch Prag Prag Neuhaus Prag Neuhaus
28 Meseritsch Prag Prag Kaplitz Senftenberg Hohenmauth
Neuhaus
30 Hohenmauth Hohenmauth Hohenmauth Budwitz Iglaui
31 Iglau Iglau Iglau Kaschau Kaschau
32 Kaschau Kaschau Eger Eger
33 Eger Troppau Troppau Mies Pilsen
34 Troppau Troppau Ungvar Ungvar Ungvar
35 Pilsen Pilsen Pilsen Poprad Lőcse
36 Ungvar Ungvar Rokycan Zlutice- Beraun
37 Löcse Löcse Luditz
38 Beraun Beraun
39 Vyzvedny Pressburg Pressburg Pressburg Pressburg Pressburg
40 Teschen Teschen Teschen Teschen Teschen
41 Sillein (Zsolna) Sillein Rutka ? Sillein
42 Theresienstadt Theresien- Leipa Rumburg Theresien-
stadt Brünn Brünn Brünn
43 Brünn Reichenberg Reichenberg Reichenberg Turnau Turnau
45 Huszt Huszt Jasina Bocsko Huszt
46 Komotau Komotau Komotau Kaaden Pressnitz
47 Jungbunzlau Jungbunzlau Jungbunzlau Friedland Jungbunzlau
48 Jugoslavie Beneschau Beneschau Beneschau Tabor Beneschau
-3-
Nr. Namen Reg.Stab. Batl.I Batl.II Batl.III Inf.Bez.Kom.
Gebirgsregimenter.
1 Dolnim-Kubin Sillein Sillein Tur.Szt. Jicin
2 Rosenberg (Rozsanhégy) Rosenberg Also-Kubin Lipto- Olmütz
3 Poprad Poprad Poprad Kemark Caslau
4 Eperjes (Presov) Kis-Szeben Eperjes Eperjes Pisek
Grenzjägerbataillone.
Grenz.Jg.Batl. 1 Tetschen (Decin)
Grenz.Jg.Batl. 2 Josefstadt (Josefov)
Grenz.Jg.Batl. 3 Lundenburg (Brec lav)
Grenz.Jg.Batl. 4 Winterberg (Vimperk)
Grenz.Jg.Batl. 5 Falkenau (Falknov)
Grenz.Jg.Batl. 6 Taus (Domažlice)
Grenz.Jg.Batl. 7 Freiwaldau (Fryvaldov)
Grenz.Jg.Batl. 8 Ipolysag (Ipel.Siahy).
Grenz.Jg.Batl. 9 V. Kitsla
Grenz.Jg.Batl. 10 Trebitsch (Trébisove) od.Sillein
1.Kav.Div. Brandeis Feldart.Rgt.10 Brünn
1.Kav.Brig.Prag Feldart.Rgt.11 Kaschau
2.Kav.Brig.Brünn Feldart.Rgt.12 Pressburg
3.Kav.Brig. Pressburg Feldart.Rgt.51 Milovitz
4.Kav.Brig. Pardubitz Feldart.Rgt.52 Lozin und Banovce (
5.Kav.Brig.Kaschau (Slowakei)
1.Kav.Rgt. Brandeis Feldart.Rgt.53 ?
2.Kav.Rgt.Olmütz Feldartl.Rgt.54 8
3.Kav.Rgt.Neuhäusel Geb.Art.Abt.(Inf.Begl.Art.Abt.) 251
4.Kav.Rgt. Klattau Winterberg
5.Kav.Rgt.Kaschau Geb.Art.Abt.(Inf.Begl.Art.Abt.)252
6.Kav.Rgt.Brünn Milovitz
7.Kav.Rgt.Göding Geb.Art.Abt.(Inf.Begl.Art.Abt.)253
8.Kav.Rgt.Pardubitz Taus
8.Kav.Rgt.Beneschau Geb.Art.Abt.(Ing.Begl.Art.Abt.)254
10.Kav.Rgt.Mähr.Trübau Ipolysag
Radf.K. 2 Olmütz Sevljuse
Radf.K. 3 Lucenec Geb.Art.Abt.(Inf.Begl.Art.Abt.)255
Radf.K.6 Brünn Geb.Art.Abt.(Inf,Begl.Art.Abt.)258
Feldart.Brig.1 Banya-Bystrica Freiwaldau-Tro
Feldart.Brig.2 Budweis pau
Feldarti.Brig.3 Brünn Geb.Art.Abt.(Inf.Geß Art.Abt.)257
Feldart.Brig.4 Prag Trautenau
Feldart.Brig.5 Königgrätz Kitsia
Feldart.Brig.6 Pilsen Tetschen
Feldart.Brig.7 Troppau Geb.Art.Abt.(Inf.Begl.Art.Abt.)259
Feldart.Brig.8 Leitmeritz ?
Feldart.Brig.9 Pressburg Geb.Art.Abt.(Inf.Begl.Art.Abt.)260
Feldart.Brig.10 Kaschau Geb.Art.Abt.(Inf.Begl.Art.Abt.)261
Feldart.Brig.11 Olmütz Presov
Feldart.Brig.12 Ungvar Geb.Art.Abt.(Inf.Begl.Art.Abt.)262
Feldart.Brig.25 ? Trencin
Geb.Art.Brig.11 Rosenberg
Feldart.Rgt.1 Budweis Geb.Art.Reg. 201 Rubine
Feldart.Rgt.2 Milovitz Geb.Art.Reg. 202 Eperjes
Feldart.Rgt.3 Pilsen Geb.Art.Reg. 205 Rosenberg
Feldart.Rgt.4 Altsohl (Zsolyon) Schw.Feldart.Rgt. 101 Prag
Feldart.Rgt.5 Munkacz Schw.Feldart.Rgt. 102 Pilsen
Feldart.Rgt.6 Königgrätz Schw.Feldart.Rgt. 103 Theresienstadt
Feldart.Rgt.7 Troppau Schw.Feldart.Rgt. 104 Josefstadt
Feldart.Rgt.8 Olmütz Schw.Feldart.Rgt. 105 Budweis
Feldart.Rgt.9 Therésienstadt Schw.Feldart.Rgt. 106 ?
Schw.Feldart.Rgt.107 Olmütz
ДОКЛАД ДРА ВАЛЬДМАНА, СПІВРОБІТНИКА ПРЕСОВОГО ВІДДІЛУ
ПОСОЛЬСТВА У.Н.Р.У БЕРЛІНІ, ПРО ХІІ СІОНІСТИЧНИЙ КОН-
ГРЕС У КАРЛЬСБАДІ.
По попередніх докладних обговорюваннях між Повіреним у
справах п.др.Стойким,та бувшим українським Послом у Льондоні п.
Арнольдом Марголіним, і в порозумінню з перебуваючим переїздом у
Берліні Послом Васильком,Українське Посольство у Берліні постанов-
ло використати ХІІ Сіоністичний Конгрес у Карльсбаді,щоб, з одного
боку перевести зближення з Візьоністичною Партією, а з другого – на
місці поінформуватись про відношення сіоністичних представників ро-
дом з України до ідеї Самостійної України. На мор пропозицію По-
сольство послало до Сіоністичного Конгресу правління лист, в котро-
му Конгрес було привітано в гідній формі від імені Українського
Уряду, а також порушено справу жидівських погромів на Україні, котр-
лемать єдиною тинно на українсько-жидівських відносинах. В цьому
листі було зроблено оверте признання до факту погромів на україн-
і дано обіцянку, що, при повороті до нормальних відносин на Україні,
український народ і український уряд зроблять все можливе, щоб зага-
іти ,вани нанесені жидівському населенню погромами. Стиль і форма
листя були основно обдумані і вибрані головне тому, що наприклад
тактика, вибрана Поляками – занеречувати всі ексцеси проти Жидів, і
тому не давати жадних обіцянок про відикодовання,– зробила найгір-
ше, як лиж можна собі уявити, врахіння в цілому світі, а особливо в
могутній публічній опінії світового жидівства. Природно, що такий
лист міг бути післанам тільки від Української Дипломатичної Місі-
у Празі. І дійсно, український Посол у Празі, Славінський одразу зго
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дився виолати цей лист, що було виконано і зробило добре вражін-
ня на Сіоністичний Конгрес а також і на публічність.
Через це удалося також завласти на Конгресі відносини з
провідними людьми в Сіоністичній Партії, а також з найвидатнішими
сіоністами з України. Серед останніх в першій лінії треба назвати
Володимира Заботинського з Одеси, інженера Тенкіна, члена Українсь-
кої Центральної Ради Гіндеса, інженера Усішкіна з Одеси, відомого
поета Блика, Кляймана і т.д. Крім того в позиції жидів, розпоро-
шених серед християнського населення видатну роль грають Наум Со-
колов та Лев Щоцин, як Керуючий Комітетом жидівських делегацій в
Парижі, і через те, хоч самі і не Українці, мають великий вплив на
сіоністичних діячів з України. Увійти у звязок з усіма цими особ-
ми, або лише з частиною, удалося не поступившись ні в чим своєї гі-
ність , або гідності українського народу. Було ясно, що я, як жид,
ні в якім разі не мав моральних кваліфікацій вести розмови з Ін-
дами як експонент української політики. Для цієї мети мова могла
бути лише про компетентних людей української національності. Пого
Славінський ще в липню дав розмови в Празі з Володимиром Заботин-
ським 1 на підставі цього потім, Повірений у справах у.П.Р. Стоцьк
шукав зустрічі з Заботинським у Берліні, де той пробував кілька
день. До цього не прийшло, бо Заботинський мусів відїхати, але дуж
ввічливим листом заявив себе готовим, при найбільшій нагоді, мати
конференцію зі Стоцьким. Отже Славінський і Стоцький адавалось б
ли відповідними особами, щоб поїхати до Карльсбаду і там, як Украї-
ці, зустрітися з Заботинським, а коли випадатиме то і з іншими
сіоністами з України.
Метою розмови з провідниками сіоністичного руху було до-
зати, що політика української самостійності не може нести відпові
дальности за страшні експеди проти Жидів на Україні, та установити
що ідея самостійної України має в собі таку непереможну внутрішню
силу, що вона неминуче перевезе себе в життя, і цим утвориться спі-
ність долі між українським народом, та 3 мільйонами Жидів, котрі як
вуть на Україні.
Коли дивитися з цієї останньої точки погляду, то може бут
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лиле в інтересі розумної жидівської реальної політики підтримувати
стремління до самостійності українського народу, працювати з україн-
ськими самоствільницькими партіями і, не звертаючи уваги на погроми,
підготовлювати мирне співжиття з українським народом. При цих пер-
говорах була мова про дві практичні міри: підтримання українського
державного авторитету та евентуальне утворення жидівської оборони,
а насамперед підготовування великої санітарної допомогової акції, ор-
ганізованої з допомогою українського населення, котра буде допомагати,
як жидівському так і нахидівському населенню. Володимир Масоти
ський, уже у своїх перших переговорах у Празі зі Славінським, нак-
реслив плани жидівської жандармерії в межах українських національних
військ. Не входячи в те, чи заснування такої жандармерії є можливе
або бажаним, цей план Заботинського давав сильну і далеко ідучу то-
ку до навязання переговорів з ним. За кілька день перед відкриттям
Конгресу до Карлєбаду приїхали п.п.Славінський та Стоцький. Я діс-
тав завдання бути зв'язком між Українцями та сіоністами, а крім того
як Жид і як сіоніст, установити як ставляться делегати від українсь-
ких Жидів, до української державності.
30 Серпня мала місце конференція між Заботинським та Сла-
вінським і Стоцьким, з якої оба панове винесли враження, що Заботин-
ський, найбільш впливовий в сіоністів з України, широко вітає ідею самостійної України і радо готов вжити свій вплив на українських Жидів в цьому напрямі.
Подібне становище залишали крім Заботинського і всі сіоніс-
тичні провідники та представники родом з України. В численних роз-
мовах з цими панами я міг переконатися, що погроми, які досі сталися
хоч і складаються на рахунок українських військових частин, навіть
на рахунок уряду Петлюри, але ні український народ, а ні ідея україн-
ської самостійності не можуть бути зробленими відповідальними за
ці події. Всі сіоністичні делегати з України однодушно установили,
що погромний рух в Польщі не може бути порівняним з тим, що був на
Україні, хоч останній у своєму обсягу був далеко страшніший ніж
польський. Бо в Польщі антисемітизм та погромний рух мають держав-
ний характер, тоді як на Україні якраз навпаки. Далі однодушно було
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призано, що на Україні немає жадної антисемітичної політичної пар-
тії, так що в дійсності всім Жидам-націоналістам буде можливо, не д
лячись на ті погроми, що сталися, працювати разом з усіма українськими
самостійницькими партіями. В інтересі правди мушу зазначити, що Пет-
лора й його уряд користуються дуже малими симпатіями серед українських
Жидів, представлених елоністами. Петлюрі насамперед докоряють безпрограмність та слабкість до своїх підведних.
Що торкається санітарної допомогової акції на Україні, то вона вже давно є об'єктом жвавих обговорень серед жидівських допомогових організацій. Матеріальні засоби до цього даються американським жидівським допомоговим фондом. Виходною точкою організації лікарів та експедіцій має бути Німеччина. Підготовча праця пішла вже досить далеко і завданням Українського Посольства у Берліні буде стати у зв'язок з відповідними особами, столичними на чолі тієї акції.
Питання про Східну Галичину, розуміється, грало велику роль серед елністичних делегатів зі Східної Галичини. В спеціальному за сіданні, під головуванням дра. Бальчана в Відні, охидно-галицьке земляцтво постановило триматися цілком нейтрально в польсько-українській борбі. На практиці ця нейтральність східно-галицьких Жидів означає піддержку української позиції. Від тепер ця жидівська невтральність має бути активною, особливо у всіх випадках, де перед Найвищим Радою або Радою Ліги Народів прийде мова про Східну Галичину раз у раз заявлятиметься делегація східно-Галицьких Жидів, щоби вест акцію, як противагу до привезених польськими асімільованими польських Жидів зі Східної Галичини. Лев Моцкін, голова жидівської допомогової організації, разом з тим видатна людина у світових політичних жидівських колах, взяв на себе обов'язок слідкувати, щоб політична діяльність його організацій йшла завжди в напрямі Українських бажань.
Варто завважати, що привітання, послане Славінським до Конгресу викликало таке добре враження, що було цілком надруковано в офіційних виданнях Конгресу під спеціальною рубрикою, тоді як привітання інших урядів були подані здебільшого в скороченню. Також тре
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заявляти, що бажання сіоністичного земляцтва в Галичини та з но-
вих українських територій, що тепер припали до Польщі, було відхилено
Конгресом. Таку саму долю зустріло бажання велико-російських сіо-
ністичних земляцтв об'єднатись з українськими організаціями. Перма-
нентна Комісія хотівувала свою відмову тим, що треба звернути увагу
на українську ідею і, що треба розглядати Жидів, котрі живуть на ет-
нографічній території України, як одиницю щодо організації. Треба
заявляти, що сіоністичні організації в Росії і на Україні суть та-
кими організаціями.
Всі сіоністичні делегати, як недавно вийхали з України під-
креслюють слабкість большевицького режиму, вказують на те, що незначна
суспільне життя протикає в опозиції до большевицького уряду і що
большевики не мають жадної піддержки в населенні, без різниці націо-
нальності. Чи можна сподіватися, що большевицький уряд скоро впаде,
залежить від Червоної Армії, котра є єдиною опорою большевиків.
902
ДИПЛОМАТИЧНИЙ ВІДДІЛ
ПОСОЛЬСТВА УКРАЇНСЬКОЇ НАРОДНОЇ
РЕСПУБЛІКИ В НІМЕЧЧИНІ.
№ 205
Становище на Україні .
1. Інформаційний бюлетень №15 Подільської "Ч.К." У.С.С.Р.
Подільська Губерніяльна Чрезвичайна Комісія.
Особливий відділ.
м. Винниця. Поділя.
Секція І.
Боротьбу з бандитизмом треба рахувати закінченою. Яка Мордалевича та інших отаманів не допомагає завданню. Згідно з відомостями на Поділля існує оперативний петлюрівський штаб, котрий дає від себе накази бандитам. Хвава акція бандитів провадиться в Емеринському та Літинському повітах. 7/VIІ банди Григорука-80 чоловік напала на обоз ПІВ полку В.Ч.К., забила начальника обозу і 2 червоноармійців, забрала дві підводи з шинелями і одну з патронами і щезла в напряму до Проскурова. Організовані при Політ.боро та У.Ч.К. військові частини роспочинають енергічну боротьбу з бандитизмом, але за останні часи селянству залишено ініціативу в справі ліквідації банд. 9/7 селяне с.Ольшанки Летичівського повіту зв'язали 2-х дезертирів бандитів і привели їх до Політ.боро. Наслідком залишення селянам ініціативи в справі ліквідації бандитизму було: в Брацлавсьькому, Летичівському та Емеринському повітах добровільно з "вписос" 10 бандитів, зловлено було 7. До 8 й 17 Черкаських дивізій прибули за останні часи свіжі сили, переважно з політичних робітників, котрі будуть влиті в полки дивізій і тоді буде надія, що бандитизм, розвинений серед козаків, буде ліквідовано. В бойовому значенні корпус підготовано. навчання ведеться послідовно; спершу козаки несхоже ставилися до муштри, але за останні часи взялися за неї.
Озброєння: кавалерійська винтовка, 3-х лінійного російського зразку, спійс, револьвери і шаблі. Коні розміщені по селах. Бурак постачається
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не зовсім нормально. Були перешкоди в заосмотренні фуражем, але на разі з покосами трав становище покращало.
Відносини між комун. складом і козаками приятельські. У 8.
Черкаській дивізії значний процент донських та кубанських ко-
заків. Тепер по полках переводиться політична праця. Відносини
між козаками та та політичними робітниками налагоджуються.
Відносини між старим бувшим офіцерством та червоними команди-
рами добрі. Різниця та полекшінь немає.
В 24 дивізії настрій червоноармейців задовольняючий. Муш-
тра переводиться. В наслідок акцій комун. та політ. складу роз-
почата значна боротьба з політичним анальфабетизмом. Заосмотрен
ня пайком майже нормальне. Обмундирування дивізія майже задо-
волена, але не цілковито, недостача одежі 40-50%.
Військо: В.Ч.К. 118 полк, червоноармійців 1500 чоловік, роз-
міщені по касарням, дисципліна добра, дезертирство -15%, прибуло
150 комплектів обмундирування.
Політичний склад енергійно провадить свою працю. Досі бу-
ло 5 мітингів, винесені резолюції про немилосердну боротьбу з
ворогами робітників та селян з бандитами, було присутніх 40-60%
режта були при виконанні службових обов'язків.
Продовольче становище: мняса 1/4 ф., хліба 2 ф. 1 т.д.
Секція 3.
Діяльність зв'язкових органів за останній час значно по-
гіршала. Між Литиним та Літичевим мається на думці установити
телеграфний звязок. При дивізіях одкрито школи для підготован-
ня спеціялістів по зв'язковій службі.
Нач. руб. особ. відділу /підпис/
Начальник інформації С. Михайлів.
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Доклад агента який обіхав Правобережну Україну.(З білих джерел)
Продовольчу справу в совітській Росії треба вважати ката-
строфічною, бо не кажучи вже про голодні губернії, в решті, що
вважаються благополучними, ледві чи стане на прожиток самих се-
лян, отже для потреби міст та північних губерній взяти нізвідки.
Декрет про продовольчий податок було опубліковано ще в лютому,
коли велась зміцнена посівна кампанія і були надії на якісь ви-
сліди, але тепер вони вияснені і катастрофа стала фактом. В цен-
тральній Росії виконано лише 15% продовольчого плану; поміщицькі
землі цілком не засіяні. В губерніях, де були якісь рештки, мужи-
ки закопують їх в землю, де вони згнивають. Факт закопування в
землю дуже характерний, він повторюється що року , і майже завше
закопаний хліб гніє, але в мужикові настільке сильне почуття
власності, що він радий краще зруйнувати своє добро, аніж віддати
Його совітській владі.
Спроба притягти хліб на ринок скінчилася невдачно, бо, науче-
ні гірким досвідом, трохлітніх реквізіцій, селяне не вірять у
вільну торгівлі і продають свій хліб видам скупщикам, а ті пере-
правлять його за кордон.
Тимчасом, порівнянці забезпечені хлібом губернії стоять пе-
ред примарою голодної сарани, бо натовпи втікачів з голодних мі-
сцевостей дійшли до Черніговщини.
Дуже характерним є епізод в Чернігові, котрий совітська пре-
са замовчує: продовольчий в дділ міста Чернігова зтурбований
приходом натовпу голодних втікачів, звернувся до губ.військ.ком.
котрий дає наказ виставити військові частини для оборони міста.
Але натовп вжив при наступі несподівану тактику: авангардом бу-
ло пущено дітей, за ними йшли жінки а далі все решта і навіть у
слуг че-ка опустились руки і вони не посміли стріляти; натовп
увійшов у місто і пограбував усі продовольчі склади.
Натовпи голодних рухаються двома напрямами: біженці з Дону
та південного району-до кордонів Румунії та Польщі, біженці се-
реднього Поволжя-на Москву та Петроград. Останнє дуже тривожить
владу, бо загрожує безпосередньо совітському урядові 1 тому
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роблять усі заходи, щоб прибрати цей етихійний рух до рук. Перший рух навпаки підтримується і ведеться агітація, що необхідно дістати хліб від буржуазної Польщі та Румунії. Прикладом цьому може бути факт, який трапився в липні: в районі Шепетовки сконцентрувалося коло 2.500 возів з біженцями, що ждали дозволу виїхати до Польщі . З огляду на таку велику кількість, совітська місія запропонувала польській прийняти всіх без докладного розгляду, від чого Поляки відмовились. Тоді бойовешики повели агітацію серед біженців , кажучи, що Поляки не хотять їх приймати і що треба пробитися силом. Агітація мала успіх і цілий обоз в 2.500 рушив до кордону. Пограничний пост почав стріляти, але обоз звернув зі шляху і перейшов кордон широким фронтом, було затримано лише 200 возів.
Антибольшевицький настрій накипає, приймає більш широкі розміри і виливається в гострі форми конфлікту між населенням та владою, котрі носять не випадковий, а явдиче організований характер. Так при перевиборах до "Ісполкому" бойовешики вимагали не персональних виборів, а по списках і дали свій список, котрий селяне не прийняли, а склали новий, до котрого входили сільські вчителі, попи, бувші урядники та інтелігенція старого часу. Крім того селяне виставили вимогу про знищення комензамів на Поділля, Волині, Київщині, та Полтавщині.
Попередньої стриманості та недовіря, котре помічалося перше у розмови з мушками, тепер майже не істнує, видко немає вже більше сил ловчати. Червоноармейці, що сидять на шиї у мужика, не користуються його симпатіями.
Несподівано трапився характерний випадок, який малоє настрій робітників. Для з'єднання 592 Тарашанського полку було зібрано сход в селі Андрушовці Житомирського повіту (цукроварня Терещенка), котрий з ініціативи робітників перейшов на двір цукроварні і перетворився на величезний мітинг. Була винесена резолюція про те, щоб полковий політ.ком. сам приїхав на сход. По держкому ваганню він сам приїхав на мітинг в супроводі 80 озброєних червоноармейців. Спершу політком мирно прохав дати пояснення для полку в Андрушевській волості, але коли на ньо-
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го посипалась лайка та погорів, він звелів своєму конвою дати сальву в повітря. Тоді на дахові заводу з'явилося два кулемети, ворота так зачинилися під охороною кулеметів і натовп, перше беззбройний став озброєним. Конвой політкома було приперто до воріт, де їх не випускаючи було порозстрілювано, а самого політ- кома витягнено було на копин і звідти екзекено до долу.
Одним з проявів є релігійність, яка почалась стихійно, і лиш пізніше духовенство прийняло в ній участь і стало нею керувати. На ґрунті релігійному потроху почала розвиватися і національна свідомість, при чому що до окраїнних держав припускають лише автономію Польщі і Фінляндії, а Росію уявляють єдиним неділим. Прикладом зросту національного почуття можуть бути дві Київські події: 18 липня с.р. під час мітінгу в помешканні залізничних майстерень на ст. Київ багато робітників з'явилося з національними стрічками. До одного з них підійшов комуніст і зривав стрічку. У відповідь на це робітник зривав комунарку і розтоптав її. В наслідку вийшла бійка, було викликано Богунський полк, котрому з трудом вдалося подавити заколот; брали участь головно залізничники і матроси кабатажного плавання. Другий випадок: під час церковної процесії на паперті Софійського собору глявився студент з національною стрічкою через плече і заспівав: "Коль озабен". Натовп підхопив. До студента підбіг жид, вистрелив і вбив студента на місці. Натовп розірвав убивцю. Почалася бійка, для припинення котрої дозволося викликати броневик.
Слідуючий випадок: трапився в одній з волосних управ Житомирського повіту. Ремонтується огорожа коло пам'ятника "царя-освободителя" (змст, розуміється, знать). На питання нашо? відповідають: "тепер скоро придасться".
Багато емігрантів лишилося під враженням 1917-18 років і думають, що коли монархія буде тісно зв'язана з панським землеволодінням, а селяне не віддадуть землі, то поворот до монархії ім не дуже бажаний. Але це погляд помилковий, бо земельне питання давно пересолило і похольогія селян цілком ясна. Без сумніву, у селяни хоче мати землю, але поруч з цим він розуміє необхідності
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іонування поміщицького якої культурного господарства і тому по-
мічається загавання з управителями маєтків, котрих перше гнали, а
тепер закликать для керування. Так в маєтку Уварових "Емельчин"
на Волині бувший управляючий матком вернувся на прохання мужи-
ків і організує прикладне господарство. Потреба в культурному
керуванні, котрої селяне перш не відчували, все більше і більше
доходить до їхньої свідомості і полягається це тим, що знищивши
поміщиків революція не утворила на їх місце нічого культурного.
Кадети думають, що коли селянин володів землею майже чоти-
рі роки, він не віддасть її , але це велика помилка, бо насамперед
фактично він нєо не володів і на ній не працює, а по друге він
дуже добре знає, що заволодів нереволюційно і незаконно і тому
не певно і не стало. Коли совітський уряд став роздавати матеря-
ли для будування хуторів на панських землях і триста тисяч гро-
шей, то селяне не хотіли будувати, позаяк це не давало їм права
на володіння землею, а від приїзжанців земльомірів вони вимага-
ли гарантій. Противно селяне кажуть, що пан вихав і жде, поки нас
допечуть агітацією і ми не скажемо йому сами, щоби вертавсь.
Одного лиш селянин боїться - це помсти з боку панів, яка вже
мала місце під час Гетьмана і генерала Денікіна. Селяне дуже
добре розуміють, що вони зробили величезні шкоди і згодні на від-
шкодовання, згодні заплатити ха вирубанні ліс і зруйновані оселі,
але за користування землею платить не хотять це розуміється са-
мо собою, бо землею всин майже не користувалися.
Отже земельне питання не може бути перешкодою для віднов-
лення «монархії і швидче навпаки, селянин часто вертається до ста-
рого гасла, частини котрого нероз'яривно зв'язані між собою, власне:
"за віру, царя и отечество". І там де помічається релігійний і
національний настрій, неминучи буде і монархічний.
В Росії майже немає систематичної антисовітської агітації
із за кордону, тому прізвища діячів еміграції мало відомі. Тільки
в ближчих до кордону місцевостях можна знайти відозви есерів, на-
приклад Савинкова і Чернова, але вони не мають усьпіху. Треба за-
уважити, що в південні -західнім краї, куди з Польщі попадає агі-
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таційна література Савінкова, зявилися і антисовітські прокля-
манні, де Савінкова називать убивцею великого князя Сергія Олександровича Романова, котрий, нібито, був убитий за те, що боровся
проти соціалістів. Розуміється при монархичному настрої в мас та-
кі відозви викликають ненависть до Савінкова. Крім того його
обвинувачують за сорз з поляками і кажуть: «звідки у Савінкова
грози? Або когось ограбив, або продався полякам." По містам став-
ляться з недовіррям до кадетів за їх згоду з соціалістами.
Головними проповідниками підпольного політичного життя
на провінції суть студенти, бувші офіцери та сільські вчителі, кот-
рі здебільшого ховаються по салах та по заводах. Студентство в свр-
ій масі безумовно перемінило політичний напрям , і ті, що до ре-
волюції належали до крайніх лівих течій, стали лівими октабристами
Все більшими й бідьшими симпатіями починає користатись національ-
ний блок четвертої державної думи.
Дійшли відомості про монархичне об'єднання і багато ще
почути його голос , бо переконані, що голод підготовив грунт і
що монархістам давно пора голосно заговорити.
Про генерала Денікіна згадують не добре, бо в пам'яті лиши-
лись грабунки та несправедливості, крім того політика його була
незрозуміла і неясно за кого і за що він боровся.
До генерала Врангеля відношення добре, про нього оповіда-
ють, як про тверді і справедливу людину і хвалять за те, що роз-
стріляв кількох офіцерів і генералів денікінської армії за гра-
бунки та насилля. Крім того великі симпатії серед селян викликає
його земельний закон.
Як саме впаде большевицький режим-ніхто не знає, відчуваєть
ся лише, що йому скоро кінець. Селяне кажуть, що дрібні повстання
не приведуть ні до чого, бо треба бити по голові , а не по ногах.
В смерть "государя" з селян мало хто вірить і всі думають, що
він повинен вернутися. Один сільський учитель казав, що якби за-
бився самозванець Микола II і випустив хоч би поганенький мани-
фест, то за ним пішов би весь народ.
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РІЕНІ ВІДОМОСТІ.
На разі Дніпровський завод облявлено на поверх ударному становищу, бо йому дано доручення відремонтувати та перебронірувати за рік 120 бронепоїздів. Броніровка совітських бронепоїздів робиться так: платформи бронируються металевими листами 10мм. завтовшки з бетонними прокладками. На платформі проектуються дві півбашти з кулеметами, дві башти з гарматами 8" та 2 кулеметів. На разі переброніруються поїзди будьвої армії генерала Врангеля: Офіцер", "Салдат", "Єдина Росія", "Доброволец" та інші-всіх коло 12 бронепоїздів. Також будуються совітські танки. Праці перекидає брак палива. Спеціальний поїзд, посланий за вугіллям в Донецький базейн, привів лише 3 вагонів, решта була реквізована залізницями.
Управляючий заводом тов. Зотов/неінтегентний/ втік з полону, командував під час наступу на Полтаву кінним відділом.
За броніровкою поїздів доглядає інженер Михель/добре говорить по польські та по німецькі./.
Згідно з повідомленням від Української Ліквідаційної Комісії в Польщі, бельшевицька делегація жижинськ у Варшаві звертає особливу увагу на Українців перебувачих у Польщі. Недавно місія відвідував, звільнений зі складу вищого військового трибуналу, бувший його голова Желіновський. По повороті до Ченстохова він сповідав між місцевою інтеллігенцією про те, як його добре прийняв Оболенський/ки. Оболенський є радником совітського посольства Карахана у Варшаві/, а також про те, що до Ченстохова скоро прибуде комісія в складі представників Польщі, Росії та України, котра дасть можливість тим, хто хоче, повернутися до дому. За останній час багато Українців звертаються до совітської місії головним чином за матеріальною допомогою.
POLITISCHE INFORMATIONEN.
Die französische Politik gegenüber Russland und Polen.
Ein massgebendes Mitglied einer französischen Kommission in Berlin hatte am 7.10. eine eingehende Besprechung mit Herrn Maucler dem Präsidenten der Garantiekommission und dem General Nollet. Er berichtet hierüber folgendes:
Frankreich entwickelt augenblicklich eine starke Tätigkeit um endgültig die Ver. Staaten in sein polit. Fahrwasser gegen Russland hineinzuziehen. In französischen Kreisen sagt man, dass die amerikanischen Missionen in Russland trotz ihres äusserlich ganz charitativem Charakters nicht gleichgültig gegen die politischen Ereignisse in der Sowjetrepublik sind. Eine sehr sorgfältige Beobachtung des inneren Lebens Russlands hat sie dazu gebracht sich schon einige ganz genaue Vorstellungen über die Lage in Russland zu machen und ihre Ansicht hierüber ist vertraulich nach Paris übermittelt worden. Die Amerikaner beobachten besonders die Haltung der geheimen politischen Gruppen in Russland, und sie stellen hierbei fest, dass der Einfluss der Sozialrevolutionäre auf welche die Pariser Regierung besonders rechnete, sehr viel geringer ist, als Herr Kerenski es am Quai d'Orsay dargestellt hat.
Diese amerikanischen Informationen haben die Meinungen Herrn Berthelots über die wirkliche Rolle, welche Kerenski und seine Gruppe einmal spielen könnte, seit 8 Tagen sehr erschüttert und in den hohen politischen Kreisen in Paris beginnt man zu glauben, dass eine Revolution in Russland von innen heraus fast unmöglich wird. Man beginnt daher sich der amerikanischen Idee anzuschliessen, dass das bolschewistische Russland bezwungen werden kann durch Bewegungen welche von der Peripherie ausgehen. In Frankreich erwägt man sehr ernsthaft die Möglichkeit einer neuen antibolschewistischen Aktion von Ostsibirien her. Man hofft in Paris von der Konferenz in Washington, dass man dort die Einwilligung der Grossmächte erhalten werde, um in Ostsibirien eine wohlfundiertere Regierung einzurichten mit Hilfe von Konzessionen, welche man notwendigerweise dafür an Japan und China machen müsse. Diese Idee soll durch Philipp Berhelot in Washington vertreten werden. Man möchte von der amerikanischen Regierung erreichen, dass sie bei der chinesischen Regierung interveniere, für die Möglichkeit der Rückgabe der nordchinesen Eisenbahn an Russland d.h. im speziellen Falle an die zukünftige ostsibirische Regierung.
In hohen französischen Kreisen hat man die Nachricht erhalten, dass die Mission Hoover sehr ernsthafte Verbindungen mit ei-