Перейменування: 05.12.1918 -(1920 р.) Канцелярія Директорії Української Народної Республіки, м. Київ, м. Кам'янець-Подільський, територія Польщі, Чехословаччина.
Анотація
1919 Юридичний відділ; 1919 Керування справами; 1918-1923 Загальний відділ; 1920-1924 Юридичний відділ; 1919-1922 Інформаційний відділ; 1920-1921 Фінансовий відділ; 1921-1923 Фінансово- господарський відділ
Історична довідка
Перейменування: 05.12.1918 -(1920 р.) Канцелярія Директорії Української Народної Республіки, м. Київ, м. Кам'янець-Подільський, територія Польщі, Чехословаччина.
Назва справи
Документи Посольства УНР в Німеччині: політичні та економічні відомості, військові повідомлення, 09.01.1920-28.12.1920, 1036 арк.
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einer grossen Anzahl russ. Kontre-revolutionärer Persönlichkeiten in Russland selbst angeknüpft hat, welche dort den Mitgliedern der Hoover'schen Mission besonders in Petersburg selbst als Führer und Nachrichtenorgane dienen.
Andererseits ist man in den französ. politischen Kreisen beunruhigt wegen der Haltung der Sowjetregierung Polen gegenüber. Man fürchtet sehr, dass die Moskauer Regierung mit den Zahlungen des Goldfonds, welcher Polen durch den Rigaer Vertrag zu gesichert wurde, beginnen wird, und dass überhaupt sich langsam eine Art Einverständnis zwischen den beiden Regierungen entwickelt, trotzdem man sich gegenseitig mit Noten und Ultimatums bombardiert. Man findet in Paris bestimmt, dass die Haltung der poln. Regierung gegen die Sowjets nicht fest genug ist. Bei Besprechungen zwischen dem poln. Gesandten in Paris Graf Zamoiski und Berthelot hat Zamoiski zu verstehen gegeben, dass man in Polen anfängt zu denken, dass die Protektion Frankreichs für Polen in der letzten Zeit schwächer wurde und dass Polen viel mehr in der Lage sei, seine Verpflichtungen Frankreich gegenüber zu erfüllen und leichter seine Rolle eines vorgeschobenen Postens der europäischen Zivilisation im Osten spielen könne, wenn die lebenswichtigen Fragen, welche Polen in äusserstem Masse interessieren, glatt zu seinen Gunsten entschieden würden. Diese Fragen sind natürlich das oberschlesische Problem, der polnisch-litauische Streit und die Einwilligung der Grossmächte zur formellen Anektion von Ostgalizien. Diese, wenn auch sehr diskrete Art von Erpressung wurde von Berthelot mit deutlicher Unzufriedenheit aufgenommen und er erwiederte Zamoiski in recht scharfem Tone, Frankreich tue alles, was es könne, aber es habe anzukämpfen gegen die englische und ukrainische öffentliche Meinung, weil es der Ungeschicklichkeit der polnischen Diplomatie nicht gelungen sei, diese für sich zu gewinnen.
Augenblicklich entfaltet der Graf Zamoiski eine rege Tätigkeit um den Gesandten des Vereinigten Staaten in Paris zu bewegen, in Washington durchzusetzen, dass die Vereinigten Staaten ihre Politik Polen gegenüber mit der Frankreichs in Einklang bringen. In seiner letzten Unterhaltung mit dem amerikanischen Botschafter und Berthelot hat Graf Zamoiski versucht, zu beweisen, dass Russland alle Vorbereitungen trifft für einen in Kürze bevorstehenden Angriff auf Polen und Rumänien, und er bat am Quai d'Orsay Dokumente vorgelegt, welche aus Moskau und den Grenzgebieten kamen und versicherten, dass in der Ukraine 600 000 Mann rote Truppen konzentriert seien und nahe der bessarabischen Grenze 300 000 Mann, darunter 15 Kev. Div. mit dem Generalstab in Uman. Von Moskau wurden auf diesen Frontabschnitten grosse Massen von Munition gesammelt. Nach denselben Berichten schicken die Sowjets nach Weissrussland unter der Flagge von Flüchtlingen aus dem Hungergebiet Agenten und Soldaten der roten Armee, welche als Kern für aufständische Formationen dienen sollen, die beim Heranrücken der roten Truppen zu bilden wären. Zamoiski erklärte endlich, dass die Sowjetmission Karachans in Warschau alle Verhandlungen in die Länge ziehe, damit ihre Agenten gut Polen studieren und überall in der Provinz Aufstandsherde einrichten könnten.
Diese letzte Nachricht, welche erst einige Tage alt ist, hat von Neuem Wasser auf die Mühle, der französ. militärischen Krise fliessen lassen und von diesen sind Befehle nach Warschau an Herrn von Panafieu und den General Nissel gegangen, von diesen Enthüllungen des Grafen Zamoiski Gebrauch zu machen und die noch zögernden poln. politischen Kreise zu überzeugen, dass sie sich der Ansicht des polnischen Generalstabes und der französ. Militärmission anschliessen müssten, und diese Ansicht geht dahin, dass eine militärische Intervention gegen Russland auch im Winter, ja sogar im Winter besser als im Frühjahr möglich ist mit Rücksicht auf die Unordnung im russ. Verkehrswesen, welche der Winter noch verschärft. Gleichzeitig aber äusserte General Nollet selbst, dass es jetzt sehr schwer fallen würde, in Frankreich für Polen die fielen Krieg nötigen Kredite flüssig zu machen.
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Aus russischer Quelle:
Patriarch Tichon hat an den Erzbischof von Canterbury
ein Schreiben gerichtet, woraufhin der Erzbischof an die engli-
sche Regierung das Ersuchen richtete, festzustellen, inwieweit
der hungernden Bevölkerung Russlands Hilfe erwiesen werden könne.
Die Engländer haben ihrer Agentur in Sowjetrussland den Auftrag
gegeben, folgende Fragen zu klären:
1) Wäre eine Hilfelleistung an die Hungernden durch Vermittlung
einer Organisation möglich, an deren Spitze Patriarch Tichon stün-
de.
2) Mit welchen Schwierigkeiten wäre zu rechnen:
a. seitens der Regierung (deren offizielles oder geheimes Ein-
greifen.)
b. seitens der administrativen Organe und der Transportorganisa-
tionen.
3) Praktische Gefahren, die sich daraus ergäben, dass diese Idee
durch den Patriarchen bezw. die russ. Geistlichkeit durchge-
führt werden könnte.
4) Was liesse sich methodisch bei der Verwirklichung dieser Idee
ändern.
Die englische Agentur in Sowjetrussland erstattete fol-
genden Bericht:
Die gesamte orthodoxe Kirche steht unter Leitung des
Patriarchen Tichon und zerfällt in 50 Eparchien, die von Bischöfen
verwaltet werden; insgesamt gibt es in Russland 55 000 Kirchen
und Gemeinden. Die Bolschewiki haben nur einige wenige Hauskirchen
geschlossen. Der Patriarchen Tichon sind 2 Kollegien unterstellt:
1. Der heiligste Synod, der sich aus Vertretern der obersten
Hierarchie zusammensetzt und sich lediglich mit kanonischen
Fragen befasst.
2. der oberste Kirchenrat, der sich aus Leuten zusammensetzt, fer-
ner aus Vertretern der weissen und der schwarzen Geistlichkeit
Dieser Rat befasst sich mit wirtschaftlichen, finanziellen
und organisatorischen Angelegenheiten. Alle griech.-kathol.Ge-
meinden bilden Verbände, die von der Sowjetregierung legalisie-
siert sind, wobei bei diesen Verbänden alle Rechte einer juridi-
schen Person zugesprochen wurden. In den Dörfern ist der Zusam-
menschluss der Gemeinden schwächer organisiert als in den
Städten. Besonders in den grossen Städten lässt die Organisa-
tion der genannten Verbände nichts zu wünschen übrig.
So würde denn eine Hilfelleistung an die Hungernden
durch Vermittlung der Organisation des Patriarchen Tichon
durchaus möglich sein.
ad 2.
Sollten dem Patriarchen Tichon ausschliessliche Voll-
machten erteilt werden, um seine Hilfsaktion zugunsten der Hungrn
den einzuleiten, so würde das zweifelsohne auf lebhaften Wider-
stand seitens der Sowjetregierung stossen, da die Sowjetregierung
fürchten müsste, durch eine solche Hilfsaktion diskreditiert zu
werden; die Kommunisten würden es in keinem Falle dulden, dass die
Kirche bezw. die Geistlichkeit die Rolle einer Volksretterin auf
sich nähme und auf diese Weise ihre parteipolitischen Interessen
schädigte.
Sollte es nun der Sowjetregierung und der III. Inter-
nationale nicht gelingen, diese Aktion zu hintertreiben, so wäre
mit Sicherheit anzunehmen, dass der Patriarch Tichon, die Erzbi-
schofe und die andern Vertreter der russ. Geistlichkeit beschul-
digt werden würden, contrerevolutionäre Pläne zu schmieden, und
man würde sie, wie seinerzeit das Moskauer pilfskomité, verhaften.
Wenn der Patriarch Tichon auch über hinreichend ge-
schulte Kräfte verfügt, um die Hilfsaktion durchzuführen, so ist
keinerfalls damit zu rechnen, dass die Sowjetregierung ihm ein Ver-
fügungsrecht über das Transportwesen einräumen würde; zudem ist
wohl zu berücksichtigen, dass das Transportwesen in Russland zer-
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so zerrüttet ist, dass es kaum möglich erscheint, die Hungergebiete hinreichend zu versorgen.
ad 3. Es wäre unbedingt erforderlich, von der Sowjetregierung solche politische und wirtschaftliche Garantien zu verlangen, durch welche sowohl die Sowjetregierung selber wie auch die III. Internationale mit Sinn gew an der Spitze gebunden wäre, auf jedes agressive Vorgehen gegen die russ. Geistlichkeit zu verzichten.
ad 4. Um nun diesen Plan durchzuführen müsste er formal abgeändert werden und es wäre erwünscht, dass nicht die Regierung diejenige Instanz wäre, welche die Hilfsaktion leitete, sondern die christl. Kirche als solche, an die ja auch Patriarch Tichon sein Schreiben letzten Endes gerichtet hat. Wenn die Kirche als solche der russischen Kirche zu Hilfe kommt, so wäre auf diese Weise den Kommunisten der letzte Trumpf den sie haben, fortgenommen und die russ. Regierung könnte gegen die russ. Geistlichkeit alsdann nicht die Anklage erheben, dass diese sich mit contrerevolutionären Strömungen befasse.
Einem Kirchenkalender für 1921, der in Petersburg erscheint, ist zu entnehmen, welche Dekrete für die Kirchengemeinschaften massgebend sind; ausserdem sind in diesem Kalender Angaben enthalten über die Organisation, an deren Spitze der Patriarch Tichon steht.
ad 5. Unbedingt erforderlich wäre, dass dem Patriarchen Tichon ein kontrollierendes Organ beigegeben würde, etwa eine Delegation, bestehend aus Priestern jener Kirche, welche bereit wäre, der russischen zu Hilfe zu kommen; diese Massnahme ist notwendig, um terroristische Akte und Zwangsmassnahmen der kommunistischen Partei von vorn herein unmöglich zu machen.
ДИПЛОМАТИЧНИЙ ВІДДІЛ
ПОСОЛЬСТВА УКРАЇНСЬКОЇ НАРОДНОЇ
РЕСПУБЛІКИ В НІМЕЧЧИНІ.
№ 284
POLEN.
1. Allgemeines.
Mit Nachstehendem will ich versuchen, ein ungefähres Bild von der Lage in dem abgetretenen westpr. Gebiet, besonders aber in Thorn, nach zumeist selbst gewonnenen Eindrücken bezw. nach verlässlich Mitgeteiltem zu entwickeln. Ich beginne mit meinen bei Dt. Eylau erfolgten Grenzübertritt und der damit auf polnischer Seite (Jamielnik) verbundenen Pass- und Zollrevision. Die Abfertigung ging glatt, und den Verhältnissen entsprechend, schnell von statten. Das Benehmen der abfertigenden Beamten war durchaus einwandfrei. Die Zugverbindung nach Thorn ist gut; die Bahwagen fallen, entgegen dem Vorjahre 1920 durch grössere Sauberkeit angenehm auf, wenn auch die eigentliche Innenausstattung derselben (Gerücknetze usw.) noch manches zu wünschen übrig lässt. Obwohl man sich polnischerseits auch begreifliche Mühe gibt, dem Gebiet durch restlose Beseitigung deutscher Anschriften auf Bahnhöfen usw. wie überhaupt aller noch an die deutsche Verwaltung erinnernden Äusserlichkeiten, den Anstrich eines nunmehr wahrhaft polnischen Landes zu geben, so lässt sich der deutsche Charakter desselben immer noch nicht gänzlich verleugnen, denn, ganz abgesehen davon, dass man trotz der enorm grossen Abwanderung Deutscher nicht allzu selten wohlbequeme deutsche Laute vernimmt, so zeigt sich besonders in der Bestellung der an dem Auge des Beschauers vorübergleitenden Sattelfelder, die deutsche Kultur. Deutscher Fleiss und deutsche Zähigkeit bezw. diese beiden von Deutschland überlieferten Eigenschaften, verstehen es auch heute noch, den durch den langjährigen Krieg nahezu völlig ausgebauteten Boden seine Frucht abzugeben, obwohl es ihm an dem im Laufe der Zeit unbedingt nötig gewordenen künstlichen Düngemitteln völlig gebricht. Wenn auch ein nicht unerheblicher Unterschied zwischen dem Stand der Satter höhen und drüben besteht, darf man auch jenseits der Grenze auf eine über den Durchschnitt hinausgehende Ernte hoffen, sofern sich nicht irgend welche höheren Einflüsse geltend machen.- In wie weit man im allgemeinen den Bedürfnissen der Landwirtschaft behördlicherseits gerecht wird, bezw. ob und welche Schwierigkeiten sich dabei ergeben, habe ich mangels passender Verbindungen nicht zu ergründen vermocht; Aeusserungen kleiner deutscher Landwirte lassen jedoch erkennen, dass das Los des Landmannes, dem des Städters in weitaus grösster Beziehung vorzuziehen sei.
Das Verhältnis zwischen der deutschen und der polnischen Bevölkerung hat sich insofern gebessert, als auch selbst
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der von glühendem Fanatismus beseelte polnische Staatsbürger all-
mählich einsehen muss, dass im gewissen Sinne ein Mensch auf den an-
deren angewiesen ist, welche Erscheinung besonders in Handelskreise,
wie auch in solchen des Handwerks zu Tage tritt. Abgesehen davon,
dass die Sprachfreiheit gewahrt wird, kann man auch im Verkehr mit
polnischen Behörden einen gewissen Takt beobachten. Ob dieser nun
in jeder Beziehung und gegenüber allen Teilen der dortigen Bevölke-
rung Anwendung findet, wie z.B. in Rechtsfragen, Schiedssprüchen,
darüber sind die Ansichten geteilt, aus der Bevölkerung heraus wer-
den jedenfalls Zweifel hierin gesetzt. Behördliche Schriftstücke,
wie z.B. Fragebogen für Steuererklärungen usw. sind allerdings nur
in polnischer Sprache verfasst, so dass die lediglich deutsch spre-
chende Bevölkerung einen Dolmetscher zu Rate ziehen muss. Aus der
deutschen Verwaltungszeit her übernommene Beamte, wie auch behörd-
liche Angestellte, die der polnischen Sprache unkundig sind, be-
müht man sich eifrigst durch polnische zu ersetzen. Alles in allem,
nach kürzerem Sehnen geurteilt, ist es den Polen ziemlich schnell
gelungen, das Land zu polonisieren, wobei ihnen die enorm grosse
Abwanderung Deutscher allzu sehr zu statten gekommen ist. Auf die
Schultern des kleinen Häufleins Deutscher, die aus irgendwelchen
zwingenden Gründen nicht abwandern konnten, bez. wollten, ist eine
drückende Last gelegt, es ist für sie zu einer äusserst schwierigen
Aufgabe geworden, ihre berechtigte Lebens- usw. Interessen wirkungs-
voll zu vertreten. Dennoch haben sich beherzte Männer und auch
Frauen gefunden, das kleine Häuflein einer Interessengemeinschaft
festaussenzuschliessen, um auf diese Weise das Deutschsein zu er-
halten und zu pflegen, im übrigen auch dort einzusringen, wo die
Lebensinteressen gefährdet sind.
Das Weichbild der Stadt Thorn weist keine wesentlichen
Veränderungen auf, wenn man von den fremd anmutenden Aufschriften
an Geschäften usw. absieht. Erwähnenswert scheint der nunmehr er-
folgte Abbau des Kriegerdenkmals, nachdem vorher schon freche Bu-
benhände ihrer Zerstörungswut an demselben Genüge getan hatten.
Noch diesen und ähnlichen Rohheitsdelikten ist es geradezu verwun-
derlich, dass das Standbild der Germania auf den früheren Reichs-
bankgebäude heute noch seinen alten Platz behauptet.- Auch die Be-
festigungswälle des Stadttürmern haben scheinbar ihren Daseinszweck
erfüllt und sind völlig geschleift, bezw. begriffen. An ihre Stel-
le sollen grosszügige Anlagen treten. Aus Mangel an Geldmitteln
musste die Stadt jedoch diese, zur Beschäftigung der zahlreichen
Arbeitslosen dienenden Notstandsarbeiten zum grössten Teil einstel-
len, sodass man heute überall auf unvollendete Arbeit, Stein- und
Sandhaufen stösst; für den Besucher durchaus kein erfreulicher An-
blick. Ein Teil dieser nunmehr wieder beschäftigungslos Gewordenen
soll, dem Vernehmen nach, mit Gold- und falschen Papieren ausgerüst
zur Insurgentenarmee nach Ober-Olesien versandt worden sein. Ueber
haut scheint auch in Thorn die Insurgentenarmee in Verbindung mit
den Vorgängen in Oberschlesien den weltaus grössten Teil des allge-
meinen Interesses einzunehmen. So hört man beispielsweise von offi
ziellen Werbebüros für diese Armee in Thorn, weiter davon, dass der
frühere deutsche (katholische) Festungs-Garnisonpfarrer Wiczynski
in einer Öffentlichen Volkversammlung auf dem Altst. Markt dafür
propagierthabe und zuletzt werden aller Orten und auf jedwede Art
"Öffentliche Geldsammlungen zu Gunsten Oberschlesiens veranstaltet.
Man bedient sich hierbei eines alles in Aufregung setzenden, in
Polen ganzbesonders beliebten Pops; soweit beobachtet, war die
Beteiligung bei all diesen Veranstaltungen eine äusserst rege und
die Gaben,wenngleich auch nur polnische Mark, flossen reichlich.-
Es zeigt sich hierbei, wie auch bei früheren Gelegenheiten, dass
die Geistlichkeit in Polen immer noch eine ausschlaggebende Rolle
spielt. Wenn, was kaum anzunehmen sein dürfte, die polnische Regie
rung den Insurgentenaufstand nicht billigt, so wird dieser doch
und dann eben gegen den Willen der Regierung, mit welcher man übri-
gens im pommerschen Gebiet nicht sonderlich viel im Sinne zu
haben scheint, durch das fanatisch aufgepeitschte Volk geschürt
und nach Kräften unterstützt. Eine andere, einige Beachtung ver-
dienende Erscheinung ist die gemachte Beobachtung, dass entgegen
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den Vorjahren die diesjährige Fronleichnamsprozession eine weit
geringere Beteiligung aufzuweisen hatte, obwohl alles mögliche auf
geboten werden war. Vermutlich ist dieses Flaske auf den allgemein
eingegossenen Vergnügungsstauel zurückzuführen, durch den man sich
über die Schwere der Zeit hinwegzutäuschen glaubt. Man lebt dort
eben noch immer dem Rausch der Befreiung aus deutschen Sklaven-
ketten. Ein Beispiel dafür, das gleichzeitig bezeichnend genug für
die " polnische Wirtschaft" sein dürfte: Die Anregung hatte Gehör
gefunden, als Symbol für die Befreiung Polens einen etwa 80 -20 m.
hohen Gedenkstein zu setzen, unter Auswahl eines, jeden vernünftig
denkenden Menschen als denkbar ungünstigt erscheinenden Platzes.
Nach der Grundsteinlegung, die das Aufreissen einer neuangelegten
Strasse in ihrer Breite, sowie Entfernung der Kanalisationsanlagen
erforderlich machte und auch mit dem üblichen Pomp vor sich
ging, überlegte man es sich erst, dass das Gerüst zu diesem riesi-
gen Denkmal allein schon 1 ½ Millionen Mark kosten werde und wie
nun das Geld wohl aufzubringen sei. Alle diesbezügl. Verschläge
fanden scheinbar wenig Anklang oder besser, sie erschienen nicht
vielversprechend, zumal das Stückel des Bürgers durch die teure
Lebensweise und auch durch hohe Steuern arg in Anspruch genommen
wird, da wurde plötzlich die Meinung laut, dass der gewählte Platz
doch wohl nicht der geeignete wäre, da das Denkmal dort ein Ver-
kehrshindernis bedeuten würde. Inzwischen scheint nun dieses völlig
ohne Ueberlegung geplante Vorhaben ins Wasser gefallen zu sein.
2. Politisches. Die politische Lage in dem abgetretenen Gebiete
steht vollkommen unter den Zeichen der im Allgemeininteresse vol-
auf in Anspruch nehmenden oberschlesischen Vorgänge und ist als ge-
spannt anzusprechen. Ihre Gestaltung wird im wesentlichen von der
weiteren Entwicklung der oberschlesischen Vorgänge abhängen, ner
an sich bestehende Fanatismus der polnischen Bewikierung wird auf
die, unter " 1. Allgemeines" geschilderte Weise auf das Höchstmass
gesteigert und man neigt, vielleicht nicht zu Unrecht, in deutschen
Kreisen die Befürchtung, dass ihn die wenige, völlig wehrlose
deutsche Bevölkerung im geeigneten Augenblick am eigenen Leibe zu
fühlen bekommen wird. Weiter neigt man der Ansicht zu, dass die
deutsche Regierung dem herausfordernden Benehmen Polens gegenüber
auf die Dauer nicht immer mit Nachsicht wird begegnen können, un-
somer nicht, als die Hilferufe der Deutschen in Oberschlesien
immer lauter und dringlicher werden, da ihnen die interalliierte
Kommission keinen ausreichenden militärischen Schutz zu gewähren
imstande ist, bzw. dieses nicht tun will. -Polnischerseits ist
man allzu leichtgläubig sich von dem Augenblick der Einverleibung
Oberschlesiens zu Polen ab, den Himmel auf Erden zu versprechen,
welche Leichtgläubigkeit von den dafür erwählten Drahtziehern
dann auch gebührend für agitatorische und Sammelzwecke ausgenutzt
wird. Sehr viel Staub hat die Rede Lloyd Georges in Unterhouse
über Oberschlesien sowohl in der polnischen Presse, wie auch im
polnischen Volke selbst, aufgewirbelt; ein Sturm der Entrüstung
ging durch alle Volksschichten und ich glaube annehmen zu können,
das England es nunmehr mit Polen verdorben hat, man hasst den Eng-
länder gleich dem " Niemec." Für die deutsche Bevölkerung bedeute
diese Rede einen freudigen Hoffnungsschimmer und gab Anlass zur
Verbreitung leerer Gerüchte, bei denen ein frommer Wunsch den Va-
ter des Gedankens bildete. So ersähte man sich geheimnisvol,
dass eine Volksabstimmung stattfinden solle, weiter alle England
zunächst das Hoheitsrecht über den polnischen Korridor erwerben,
um ihn später an Deutschland zurückzugeben u.s.w. -Jedenfalls
über steht das eine fest, dass weltweite Kreise der deutschen Be-
völkerung von dem Gefühl und der Hoffnung durchdrungen sind, dass
diese Gebietsteile dereinst doch wieder einmal den deutschen Mut-
terlande einverleibt werden, ein lichter Moment, der manchen bre-
ven deutschen Bürger über Schwere und Nöte der Fremdherrschaft hin
wegsetzen wird und ihn ausserdem daran mahnt, sein Deutschtum zu
wahren.
In engster Verbindung mit den versprochenen Massnahmen der polni-
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schen Regierung gegenüber den Vorgängen in Oberschlesien machen sich im Volke Strömungen gegen die Regierung bemerkbar, denen auch wohl der geschickte polnische Aussenminister aus pfer gefallen ist. Weiter nährt man bereits früher aufgetauchten Gedanken, einer Autonomie Oberschlesiens-Posen-Westpreussens und auch was Polen durchaus nicht verschmerzen will und kann – Ostpreußen. Diese Bestrebungen sind neuerdings besonders aufgelebt, bestärkt durch den entsprechenden Aufruf Korfanty's, wenngleich begreiflicherweise nichts oder nur sehr wenig davon an die Öffentlichkeit dringt. Parallel hiermit laufen, vielleicht auch nur als ein Beikmantel für die erstgenannten Bestrebungen, solche, die sich mehr und mehr in massgebende Stellen wie auch überhaupt eindringende Konremonien gewaltsam zu entfernen, je man spricht sogar von einer bewaffneten Revolution, di ihren Ausgangspunkt in Gründenz haben soll, angeblich alles im Los- schingen fertig ist. Es ist natürlich mit grossem Schwierigkeiten und auch mit Gefahr verbunden, sich nach Art und Beschaffenheit die- ser geplanten Aktion zu erkundigen, es erfordert einen längeren Zeitraum, u hierin tiefer einzudringen.
Aus diesen Gründen musste ich hiervon Abstand nehmen, zumal ich auch keinerlei Aufträge hierzu hatte. Die Atmosphäre in Polen ist jedenfalls reichlich schwül, wer weiss, ob die vielleicht fürchterliche Entledigung zu verhüten sein wird. In die Arbeiterbewegung einzudringen, war mir aus Mangel an genügenden polnischen Sprachkenntnissen nicht möglich. Sie gliedert sich in folgende linksestehende Gruppen: nationale Arbeiterpartei, Sozialisten und Wyzwolenie -gruppe Versammlungen werden polizeilich streng überwacht, wie auch das Büro der P.P.S.(Sozialdemokratie) umso mehr, als über Thorn der Freigzustand verhängt ist. Dass Ruhe und Ordnung im Lande aufrecht erhalten bleiben könnte, ist wohl allein dem Machtfaktor der polnischen Regierung zu verdanken, den diese in den vielen Militär besitzt. Ob und inwieweit dieser Faktor ein durchaus verlässlicher ist, das müsste eine Probe beweisen, allgemein wird daran nicht mehr recht geglaubt.
3.Wirtschaftliches.
das Wirtschaftsleben Polens ist in steten Rückgang begriffen, was zu einem grossen Teil auf die ungeheure Geldentwertung zurückzuführen ist. Durch die missliche Geldwirtschaft des Staates wird der Wert des polnischen Geldes immer mehr herabgesetzt, da dasselbe jedoch im Innlande seine Zahlkraft behält, lebt die breite Masse des Volkes eben blindlings in den Tag hinein. Es hat sich eine Art Scheinvollstand herausgebildet, der die verhängnisvollsten Folgen in sich birgt. Vergnügungsstätten aller Art sind überfüllt mit genussüchtigen Menschen, das Alkohol wird gebührender Tribut gezollt, obwohl dem Volke das Elend im Nacken sitzt. – Um das tatsächlich schon bestehende Elend in den minderbezahlten Volksschichten kümmert sich niemand oder kann ein Mensch Selbst- und Gewissenssucht zu Tugenden geworden. Geld wird allerwegen in Masse verdient, doch reicht es in den wenigsten Fällen aus, davon den karglichen Lebensunterhalt angesichts der teuren Preise zu bestreiten. Ein gelernter Handwerker verdient 2.3. bei einem stundenlohn von M.35.- (das ist schon gut bezahlt) sonnlich etwa 6700.– Die katastrophale Entwicklung der polnischen Mark im Auslande zieht das Steigen der Preise für Lebensmittel und Bedarfsartikel jeglicher Art insgeradezu Unerschössliche nach sich; so reiht sich Glied an Glied zu einer endlosen Kette von Zahlen, die das Wirtschaftsleben in seinem Lebensmark treffen und dessen Existenz auf das schwerste gefährden. Die logische Folge hiervon ist Unzufriedenheit der Bevölkerung mit den misslichen Verhältnissen. Der ehrliche Kaufmann klagt, da er nicht weiss, welche Preise er überhaupt nehmen soll, um sich und seine Familie ernähren zu können, obwohl im Allgemeinen fleissig und alles gekauft wird; der Handwerker klagt, weil er verdienen könnte, ihn aber zur Herstellung von Bedarfsartikeln die nötigsten Rohstoffe entweder gänzlich fehlen bezw. im Innlande sehr schwer erhältlich sind: der Arbeiter klagt und darbt, weil sein Verdienst in keinem
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Verhältnis zu den Steigen der Preise steht, ähnlich letzterem ergibt es auch dem Beamten und vor allem dem kaufmännischen Angestellten.
Bei all diesem kein Lichtblick, oder die Aussicht auf Besserung.
Wenn man das sieht und soviel davon hört, fragt man sich unwillkürlich, gibt es aus diesem Chaos überhaupt noch einen Ausweg oder ist der völlige Zusammenbruch des Ganzen unvermeidlich? Fast schient es so! Die Lebensmittelpreise sind nach deutschem Gelde umgerechnet,
zumeist verhältnismässig billiger als im Deutschland, dagegen sind
Kleidungsstücke weit teurer. Nach Freigabe von Milch und Butter
wurde letztere auf den in allgemeinen gut beschickten Wochenmärkten
mit durchschnittlich M 120.- das Pfund angeboten, für die Mädel
Eier zählte man durchschnittlich 100.-M. Ein Anzug (nicht nach
Fass gefertigt) kostet 9 - 10 000 M., ein Paar Stiefel beschen
kostet 1 000.- M., der Zentner Kohle, für den man z.B. 205.-M.
in freien Bündel zahlen muss, soll bis zum Herbst etwa bis auf
1000.- M. steigen, das 3 Pfund Brot (Weizen -mit Gerstenmehl) kostet
auf Marken 30.- M. Das einzige Geschäft, das noch nutzbringend er-
scheint, ist wohl das Bankgeschäft, denn Banken sind in Thorn wie
Pilze aus der Erde geschossen und alle verfügen sie über nennens-
werte Kapitalien. Die Flussschifffahrt auf der Weichsel ist bei Thorn
nahezu gänzlich eingeschlossen, die früher völlig mit Kähnen und
Dampfern aller Art belagerten Uferwände der Weichsel liegen heute
nahezu öde und verlassen da, auch von Holzflösserei habe ich nur-
nichts mehr beobachten können, während früher unzählige triften
die Weichsel bevölkerten; man sieht heute nur noch hier und da ein-
mal einen Dampfer bzw. vereinzelte Lastkähne, ein trauriges aber
bezeichnendes Bild! Zur Belebung des Handels und Arbeitsmarktes
wurde am 29.Mai 21 in Posen eine Messe eröffnet, die vor allem Er-
zeuger und Kaufmann in enge Berührung bringen soll, und um den
Kaufmann zu versichern, dass er Fabrikate heimischer Industrie in gros an Mengen kaufen könne. Mehr denn 1100 Firmen sol-
len dabei vertreten gewesen sein. Über den Ausfall dieser Messe
ist mir ins fern nichts bekannt geworden, als meine Abreise inzwi-
schen erfolgt war.
4. Militärisches.
Nach versicherter Schätzung ist Thorn mit etwa 15 000
mann, aus sämtlichen Waffengattungen zusammengesetzten Truppen be-
legt, ausserdem ist eine Marine-Abteilung (Merynarka Wojenna) mit
einer vermutlichen Stärke von etwa 300 - 800 Mann stationiert. Be-
zeichnungen der einzelnen Formationen habe ich mit Ausnahme des
von der Front zurückgekehrten 18. poln. Ulanen Regts. feststellen
können, ebenso auch nichts über die einzelnen Stärken. Weiter be-
finden sich in Thorn etwa 2 - 3 000 Internierte der Wrangel-Armee
die ziemlich völlige Freiheit geniessen, im übrigen aber einen
ziemlich trostlosen Anblick gewähren. Diese Leute, wie auch ihre
Offiziere schirmten auf das schlechte Essen, wie auch im allgemei-
nen auf Fehlen, sie rechnen auf eine Verbrüderung zwischen Russ-
land und Deutschland in nicht bolschewistischem Sinne und denn mit
ebenmäßiger völliger Aufteilung Polens. Über Bestimmung dieser
Internierten war z.B. nichts bekannt. - Neben der staatlichen
Polizei, die einem Oberkommando (Glowna Komenda) unterstellt ist
gibt es dann in Thorn noch eine der früheren deutschen Bürgerwehr
ähnliche Organisation, die sich aus nur katholischen Bürgern der
Stadt zusammensetzt. Stärke derselben ist mir nicht bekannt. -
Die Ausrüstung der Truppen ist, mit Ausnahme der Marine und Spezi-
altruppen (technische) bedeutend sehr chier, als diejenige der im
vergangenen Jahre in Thorn garnisoniert gewesenen Hitler-Truppen,
die scheinbar restlos fortgezogen sind. Kleider sind zerrissen
und total verdraht, Schuhwerk und Leitzeug kaum bezw. gar nicht
sehr tragfähig, mit Wäsche wird die Truppe auch scheinbar schlecht
versorgt, teilweise kann man den Soldaten nur noch an der einger-
messen erhaltenen Vütze und dem umgeschmolten Koppel erkennen.
An Waffen habe ich lediglich deutsche Gewehre 88 und Seitengeweh-
re feststellen können, bei der Kavallerie allerdings konnte ich
auch das Vorhandensein französischer Karabiner feststellen. -Auf
Disziplin wird im polnischen Heere noch grosser Wert gelegt. Auch konnte ich mich nicht des Eindruckes erwehren, dass sich die Stras-
zenfahrtlin verbunden mit der Grusspflicht gegenüber dem Vorgange
erheblich gelockert habe. Bestätigung gab mir hierfür die Beobach-
tung der Dienstzeit sogenannter Patronillen in Stärke von 1 Unter-
offizier und 3 - 4 Mann zur Überwachung der Strassen disziplin
die rückleitlos jeder 8 lästen, der seiner Grusspflicht gar nicht
bzw. nur sehr unregelmässig nachkommt von der Strasse abführte.- Viel
ich unausgebildet hörte, soll sich die Lähnung eines Infanteristen,
neben freier Kleidung, Unterkunft und Verpflegung auf etwa 30.-v.
für 10 Tage belaufen, wofür der Soldat gerade 20 Zigaretten kaufen
kann, die er zudem noch in einem bzw. zwei Tagen verbraucht hat.-
Der polnische Offizier macht zum grossen Teil einen guten Eindruck,
seine Kleidung ist zumeist gut, weniger gut ist das Pferde und Wagen
material, wie auch Zimmern, Stelen, Sättel usw.
Man kann in Thorn auffallend viel französische Offiziere be-
obachten, denen vermutlich Organisations-und Schulzwecke im Heeres-
angelegenheiten zurullen. Von der sogenannten polnischen Weichsel-
Kriegsflotte stehen etwa 4 vermutlich Flusstorgedockte oder Moni-
tore, abwechselnd bei Thorn. Dieselben führen die polnische Kriegs-
flagge, sind vermutlich je mit einem mittleren Funkengerät ausge-
rüstet, sowie mit je 2 - 7,5 bezw. 3 cm. in Panzertürme eingebauter
Geschützen und je 8 Maschinengewehren, ebenfalls in Panzertürmen
eingebaut, bestückt. Die Besatzung dieser Boote kann meiner Schät-
zung nach höchstens 25 - 30 Mann einschli. Offiziere usw. betragen.
Die Marinetruppen werden besser besoldet als die anderen, auch soll
das Essen dort besser sein. Man kann unter den Marinetruppen sehr
viel ehemalige Angehörige der deutschen Marine feststellen, die
Leute führen dort ein feines Leben und verdienen daneben noch Geld.
Zum Seelen möchte ich noch erwähnen, dass Nichtoptanten, also che-
misch deutsche Reichsangehörige, die ihr Optionrecht nicht aus-
übt haben, zu einem grossen Teil zu einer mehrerehaltigen Militi.
Dienstzeit einberufen sind. Es handelt sich um Leute bis zum etwa
35 Lebensjahre, die bereits im deutschen Heere gedient hatten.
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Die Organisation der Kavallerie scheint z.Zt. folgende zu sein:
| Nr der | Standort | Kav.- | Standort | Standort der | Reit. Artl.Abt. |
|--------|----------|-------|----------|---------------|----------------|
| K.Br. | | Rgtr. | der | Cader u.techn. | Nr |
| | | | Regiment | Eskadron | Standort. |
I. Warschau
1.Chev.
18.Ul.
7.Ul.
Warschau (1.Esk.
Rembertow)
Thorn
Minsk.-Maz.
(vorübergehend)
Warschau
Thorn
Minsk.-Maz.
1.Batt.Warsc
2. " Gora-
Kelverja
II. Rowno
12.Ul.
19.Ul.
21.Ul.
Krzemieniec
Rowno
"
Samosz
Wlad.Wolh.
Luck
2. Rowno
III. Wilna
4.Ul.
13.Ul.
23.Ul.
Krolewsczyzna
Doksyca
Wilejka
Wilna
Lida
3. 1.-2.Batt.
Wilna
3. Batt.Wi-
lejka.
IV. Grodno
1.Ul.
2.Ul.
3.Chev.
Augustow
Suwalki
Orany
Bialystok
Grodno
"
4. 1.-2.Batt.
Suwalki
3.Batt.Grod-
no
V. Krakau
2.Chev.
1.Ul.
8.Ul.
Bielsk (1.Schw.
Bochnia)
Czenstochau
Krakau
Mochnia
Warschau
Krakau
5. Krakau.
VI. Lemberg
6.Ul.
9.Ul.
14.Ul.
Czortkow 2.Schw.
Trembowla
Tarnopol 2.Schw.
Brody,
Lemberg
Stanislaw
Sloczow
Lemberg
6. Lemberg.
VII. Posen
15.Ul.
13.Ul.
17.Ul.
Posen
Bromberg
Gnesen
Posen
Bromberg
Gnesen
7. Posen
VIII. Bialystok
5.Ul.
10.Ul.
11.Ul.
Ostrolenka
Grajewo
Przasnysz
Garwolin
Bialystok
Garwolin
8. 1.-2.Batt.
Bialystok
3.Batt.Graje-
wo
IX. Baranowitschi
25.Ul.
26.Ul.
27.Ul.
Nowogradek
Stolpce
Baranowitschi
Bielsk
Brest-Litowsk 0.
"
Barano-
witschi
X. Przemysl
20.Ul.
22.Ul.
24.Ul.
3./Sch.Dembsca
Rzeszow
Przemysl
Zambo
Staszow
Pinczow
Rzeszow
Przemysl
Staszow
10. Radymno
Obige Zusammenstellungbedarf zwar noch der Nachprüfung, es wird aber gebeten, den weiteren meldungen obige Gliederung zugrunde zu legen unter begründeter Angabe von Abweichungen.
- 8 -
Bemerkungen.
3. Schw. Ul. 7 später Mlawa
3. Schw. Ul. 18 später Strasburg
7. Ul. bleiben zunächst in Minsk-Mazowieck.
Ul.R. 19 später von Rowno nach Ostrog.
Die Ul. Rgtr. 4,13 und 23. bleiben zunächst in den angewiesenen
Quartieren.
Die Kader und die techn.Schw. des Ul.Rgt. 5 sowie des Ul.Rgts.
11 sollen später nach Minsk-Mazowieck verlegt werden.
Die Ul. Rgtr. 25,26,27 bleiben zunächst in den angewiesenen
Quartieren.
Die Kav. Brig. "Bieniakon" ist in 3.Kav. Brig. umbenannt worde
Die VII. Kav. Brig. ist in IV. Kav. Brig. umbenannt worden.
Die I. Kav. Brig. ist in VI. "
"
"
Die IV. " " " VII."
"
"
" III." " " IX."
Організація в кінотати приєдналася 90 членів
слідує:
7. Кінн бригада - місце збору. Місце першої місце погриво 7. кінних арм. Згідно.
1. Варшава 12. ул. швейцарська Борамова (1 ескадр. Рагніт, телегр. місце збору.
7. Улан. Ганбергт) Могильов, Могильов 1. 4. Батерія - Варшава
Мінськ-мазепинець Мінськ-моз. 2. Сам. Зупа
Разом боргів.
7.
12 ул. 12 Крімпенс Саран Фалун, Олені.
19 ул. Рібов -1-
21 ул. Луїзь 2. Рівно
4 ул. Вороні вищим Вільно 1-2. Бат. Мінськ
7. Осічни 13 ул. Докемца -1-
23 ул. Віліште VI ул 3. З Сам. Віленка.
7. Трудно 1 ул. Квачерів Голмінорф 1-2 Бат. Сутанки
2. ул. Субалкен Трудно 4.
3. швейцарськ Уралли -1-
7. Крабіт 2 швейцарськ Голмінг Торонд 5. Крабіт
1 ул. Босхин Варшава
8. ул. Лемергоф-Крабіт Крабіт
6 ул. Сурий ків, Зимбодр. емашинабік.
7. Мобіл 9 ул. Прокоповсь Маюшевиць-Зимба. Заморін 6. Мобіл
14 ул. Тарозен Мобіл
VI. Познань 15 ул. Познань Познань
16 ул. Герандберг Герандберг 7. Познань
17 ул. Зигзно Зигзно
VII. Томім-Гок 5 ул. Остролинка Заровелія 1-2. Сам.
10 ул. Граєво Томім-Србк 8. Томінгт
11 ул. Пресниш Заровелія 3 Бат. Граєво
VIII. Тарапано - 25 ул. Новопричел Тарапано 9. Тарапано-Крім
26 ул. Сталінц Томсек-Літот.
27 ул. Тарапанови -1-
7. Перемишль 20 ул, 3-ий бат. Амбіга Розенгт
3 " Ворешк
22 ул. 5 " Перемишль перемишль 10 Фадчино
1 " Салебріо
24 ул. 3 " Сташніт Сташніт
Всією коштовній узрухуванням повинен бути вже пере-
Кретен.
Організація діяльності передбачається до шести місць:
I. Варшава - 18 ул., 7 ул.
II. Рівне - 12 ул., 19 ул., 24 ул.
III. Львів - 4 ул., 13 ул., 23 ул.
IV. Тернопіль - 1 ул., 2 ул., 3 квартал, Україна
V. Краків - 2 місця: Головна, Божа, Ленговець, Краків
VI. Міст - 6 ул., 9 ул., 14 ул.
VII. Познань - 15 ул., 16 ул., 17 ул.
VIII. Тернопіль - 5 ул., 10 ул., 11 ул.
IX. Перемишль - 20 ул., 3-й майдан, Кам'янець
X. Яготин - 22 ул., 44 ул.
Приєднання до організації здійснюється через власну діяльність.
ДИПЛОМАТИЧНИЙ ВІДДІЛ
ПОСОЛЬСТВА УКРАЇНЬКОЇ НАРОДНОЇ
РЕСПУБЛІКИ В НІМЕЧЧИНІ.
№ 206
АРМІЯ ГЕНЕРАЛА ВРАНГЕЛЯ.
Численність всього І-го корпуса тепер коло 20.000; цифра не постійна з огляду на дезертирства та зголошення до подорожі на далекий схід.
Склад дуже мішаний: 1) добровольці, 2) мобілізовані, 3) полонені червоної армії /дезертири, інженера, солдати/.
Добровольці взагалі елемент найбільш надійний, решта-елемент непевний, служать більше силі та обставинам (на всіх ступенях ієрархії). Добровольців найбільш в кавалерії-коло 50% складу, в піхоті не більше 10-10 %. В кращих умовах стоїть піхотний полк (Олексієвський), складений з останків відроджених старих полків гвардії та армії.
Озброєння: поголовно озброєні рушницями і холодною зброєю тільки інженерські школи, котрих є 7 (кавалерійська, артилерійська, Сергіївська артилерійська школа, інженерна Миколаївська школа, і піхотні-Александрівська, Константинівська і Кривлівська) всього коло 1500-1700 чоловік. Піхота має до 60% рушниць, а кіннота лише офіцерський ескадрон по одному на кождий з своїх чотирьох полків і учбені команди, що складає всього 15-20% ii численного складу. Озброєння ріжних систем і зразків. Патронів мало, 15-40 штук на рушницю в ріжних частинах і 2-3 ленти на кулемет.
Амуніції майже ніде немає, подекуди самодільна.
Табори утримані цілком анальгично таборам мирного часу, скрізь чистота і порядок. Харчування дуже недостаточне, порівнюючи з зімомою дуже зменшене. Трудовий пайок на людину в день тепер: хліба 450 грамів, консервованого м'яса 20 гр., фасолі або гороху 8 гр. (часто замість них дають свіжу картоплю до 250 гр. або сушенну картоплю 20гр.), цукру 20 гр., солі 20 гр., кокосової олії 20 гр., чар або кофе 6 гр..
З огляду на далеку доставку (інтендантство досить далеко від табору) та очевидних технічних перешкод в дорозі, всі ці цифри доходять до людей трохи зменшеними. Це привело до поголовної розпродажі власних речей.
- 2 -
чей і побільшеної продажі казенних котру переслідують. Штаби, господарські частини і адміністрація до штабів полків включно харчуються незрівняно краще і більше (тут значну роль грають "мертві душі").
Розклад часу: в сім з половини годин вранці вставати, молитва, до обіду муштра. В 12 годин обід. По обіді численні наради на працю по скріпленню і улаштованню табору та різні господарські роботи. До останнього часу були роботи по ремонту шосе з лагеря до міста (всім верст) і проводилася вузькоколійна кінна залізниця від пристані до міста в інтендантські склади табору. Крім того наради в місті для уборки вулиць і розгруження пароплавів. Перші п'ять місяців праця була дуже інтенсивна і черезмірно тяжка. Тепер ремонт шосе і будування залізниці припинено до від'їзду в Сербію. Вільний час іде на латання одягу, принеску дрів на продажу до міста, чим салдати заробляють на тютюн та на харчі. Духовні потреби салдат найбільше цілком незадовольнені: газети в таборі попадають рідко і в дуже обмеженій кількості і з великим спізненням. Зрідка по святах улаштовуються "устні газети", але за відсутностю досвідчених промовців та матеріалу ці лекції мають мало успіху. Деякий усні них мали кореспонденти Константинопольських газет, котрі часом приздили до табору. В театр, але малий, частина міст платна, дуже примитивно улаштований, більша частина міст столичні. Кореспонденти, котрі наїздили на чолі з Сургучовим, дуже живо і дотепно обмальовували сучасний політичний момент і події останніх чотирьох років, політично проводячи їх ідею монархії. В кождій військовій частині є команда футболістів - для більшості табору улюбленна забава. Характерна подробиця: коли зрідка до літатар граматні вистріли (обстріл грєцьким фльотом маловажнього побережжя або стріляння Французьких сторожевих пароплавів в проливі) цілий табор моментально оживляється, помічається прилив бадьорості і енергії. Люди в бідності були на війні коло 6-7 років, зриднились з бойовою обстановкою і дуже сумують за нею.
Дисципліна взагалі середня, швидше партизанського характеру за останні часи помічається дух "керенщини" в відношенню до теладатів. В відношенню до офіцерства дисципліна дуже сувора.
По ступеням стойкості армії на першому місці стоїть інжера на другому кіннота, на третьому піхота і артилерія. Чисто зовнішня ди-
- 3 -
оціплина в залежності від начальника частини вимагала для проведення
в життя енергійних заходів і суворих мір.
Взаємне відношення офіцерства до солдат взагалі нормально,
за останній час серед офіцерства помічалось запобігання поруч з без-
причинною часом брутальністю. Відношення солдатів до офіцерів нерів-
ні: в кінності в обох випадках добрі, а піхоті значно гірші, взагалі до
лизвого складу офіцерства краще ,ніж до вищого. В деяких піхотних час-
тинах помічається навіть невдоволення. За останній час помічається
недовіра солдат до офіцерства-анальгічно з 1817 роком, полеметься
де збільшене пропаганду різних елементів, котрі бажають зруйнувати
армію. Взаємне відношення офіцерства між собою нерівне і непевне: в ма-
сі бракує єдності, солідарності, в наслідку різниці морального, духовно-
го і чисто військового рівня, різниці виховання та освіти, присутності
ідейного та журного елементу.
Відношення до англо-французів дуже негативне, під зовніш-
ньою корректністю легко бачити зненависть. Дрібні інциденти: випадки
окремих бійкої між французькими і евангелівськими солдатами; більших і
інцидентів досі не помічалось. Відношення до місцевого населення кор-
ректне і добродушне. До Німеччини росте симпатія. Антисемитизм помі-
чається, але помічається також бажання паралізувати його під впливом
часу.
Політичні настрої: завдяки рівноманітному складу армії го-
ловна течія ще не виявилася і не вилялась в остаточну форму, тим біль-
ше, що більша частина наси аморфна і аполітична а політичні групи ще
не досять сформовані. Ясно виявляється лише одно: цілковита непримиря-
мість до большевизму, комунізму і інтернаціоналізму. Панування лишньо:
за тов групок, котра зуміє побороти протилежні впливи.
Групировка партій: 1) ес-ери париського напрямку-найбільш
сильна організація, котра має літературу, гроші і уповноваження. За пе-
останній час вони розвинули велику пропаганду соціалістичних ідей
і роспилу армії. В останній час вони трохи обережніші. На чолі назива-
ть полковника Генштабу Вегельджа, професора тактики в Корниловській
піхотній школі, і Колтишева. Першого арештовано в місті, другого після
безрезультатного трусу лишили на волі. Три тижня тому назад розвідкою
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штаба корпусу розкрито було есерівську змову, котра мала на меті зробити переворот на вразок реорганізації армії 17 року. По відомостям на мені мали усунуть або знищити призвинні елементи, за пост Головнокомандуючого називали генерала Гуркула.
Список учасників змови, відомий в штаборі, доходить до девяти тисяч, одначе виявилося, що провідники змови записували більшість без їх відома, і згодні, сподіваючись на дисципліну. Кілька осіб арештовано штабором, решта лише на волі. Більш активні заходи з боку штабору буде зроблено лише по приїзді до Сербії. В зв'язку з цим якраз на передодні розкриття змови втік генерал Достовалов, по відомостям в одну з балканських держав. Після розкриття змови праця цієї групи дуже обережна і таємна.
Поруч з есерами працюють: 1) Французи; в Французькій контр розвідці працюють російські офіцери, особи їх де не вияснені, 2) під прапором кеналістів працюють ті ж самі есери, 3) під прапором петлю рівців - ті ж самі есери, але мало успішно, 4) помітна дуже обережна праця масонів, центр якої де не вияснено. Французи використовують в засоби для розпилення армії: пропаганда, висилка до совітської Росії (500 душ), до Бразилії ( півтори-дві тисячі ), записування на від "їзд до Далекого Сходу; записалось коло 25%. Пропаганда запису до грецько армії не має успіху.
З російських монархичних партій: 1) народно-монархична пар тія - не пішла далі розпилення своєї програми на ліхтарних стовпа Представник ії артилерійський поручик Собчанов; 2) група єпископа Ве ніаміна представлена ерхимандритом Анастасієм-дуже замкнута, мало рухлива і успіху не має.
Взагалі помічається поворот до ідеї монархії, навіть без стороннього впливу, але все це виявляється туманно і неясно.
Більш активний елемент записується на далекий схід, решта 75% цілого складу кде свої доми в Галиполі, Сербії та інших місцях Довірра до Головнокомандуючого безумовне. Сподіваються на скорий ні нещь бойовиків і нетерпляче ждуть того моменту, коли їм звелять п збіратись до Росії. До такий момент настане-вої вони глибоко і без межно вірять. Якби була змога поліпшити матеріальне становище, можна
5
було о думці, що більшість лишилась би в армії. Нетепличе йдуть від-
їзду до Сербії, де продовжаться крацях харчів, ніж малесенький Фран-
цузький тайон. Сподіваються, що в Сербії всі будуть на службі і всі
діставатимуть платню. Найбутнього уряду в Росії ніхто собі не уявляє,
але більшість вірить в немарні.
В піхоті озброєно буди покинені злочинники при заасот-
ренні акурицер 1 харчами. Недавно виконник грошові злочинники в
Алексіївському піхотному полку, де був змінений генерал Гравицький
та інші офіцери. Це привело до розпаду полку; генерала Гравицького бу-
ло усунено.
При евакуації з Криму генерал Гуржула хтів нібито аректува-
ти генерала Кутепова. Це утворило атмосферу недовірки в полку утвори-
лась напруженна атмосфера, котру використовували руйнучі елементи. При
їзд ген. Кутепова до ген. Гуржула і разома між ними виявили непоро-
зуміння; чужки про бажання Гуржула аректувати Кутепова не відповідали
дійсності.
В Зенсерві уповноважений Пухальський, відомий надзвичайно
і недоскронними падбами від бменин до офіцерів; в цій установі розповсюджались
чутки-пропаганда про від'їзд з різних страни та про те, що Керенський
підтримує їх, по від"являється. Цими днями Пухальського посив невідомий
офіцер і він спішно виїхав до Константинополя. В Корниловському полку
простим сандретом олумить один Дамаскин (бувший статейний совітник, кот-
рого в 1905 році за революційні погляди викинули з управління Одесь-
кого градопачальника). Він від осередку пропаганду сс-зрільську серед
свадат-тепер "його вислано до Константинополя. В першому кавалерійсь-
кому дивизії доброволець Кен під таку саму пропаганду в себе в полку 1
в Корниловському, він мав побачення з Дамаскиним. Тепер Кена розстріляли
бо його пізнав один офіцер за члена одеської че-ка.
В зв'язку з опробом есерів зробити переворот в армії ви-
явилось, що в Алексіївському піхотному полку був і досі о поручні
Хитник, котрий одуже перше в армії добровольців, попав з останнього з
частинами генерала Бредова до Польщі, одлучив там в армії Савицького-Пе-
шинина. Звідти він стає і приєднувся до російської армії в Криму. Він
весь час вів і тепер веде обережну пропаганду на користь Савицького. Чи
є Хитник формальний агент Савицького, чи працює за свій розм поки що
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установити не вдалося.
Генерал Гуржій має утворити самостійний загін; він дуже обережно намічає собі коло трьох-чотирьох тисяч людей, котрі готують йти за ним і з королем він міг би перетнути на Кавказ, об'єднати всі антибольшевицькі постанови і начати акцію за свій страх і ризик. Його віра в можливість і успіх такої акції, його чиста повага з французькими офіцерами вказують на те, що цей план робиться не без відома Франція. За останній час на діяльність генерала Гуржія стал більш рішучий і більш очевидний. Він пускає чутки, що з випадку на підставах од "Іалу до Сербії і з доводу Головом будуть формулюватися за тони для перетворення акцій головним чином не Кавказі і по одини з цих загонів буде командувати генерал Гуржія.
З окремих подій в армії треба зауважити наказ Комору з 23 травня про вихід всіх багатих починутки армії і перейти на станоманцю "Сіменція", а тим, що після певного речення всі, хто залишились у мілі, за спробу залишити армію будуть карані військово-політичним судом. По цьому наказу з корпусу вийшло коло 20%, при чому з офіцерів більшість військових досвід спеціалісти і більш енергійні та умні, то тоді розриви про сильне - лишаються найбільш інертні й необхідні елементи. Якщо цей наказ має метою звільнити корпус від пеналійного та небажаного елементу, переводячи його на чистий принцип "добровольчества", то він цілком не досяг своєї мети, а більш не ставляв напорушників. Судачі по сім'ям "Сіменція" їх можна поділити на три категорії: 1) двадцять відсотків багатих піти кути вголо; 2) 30 % через голова (3) через незалежність процес та адміністрацію своїх частин. Переход до Кемпеля найбільш зовсім прийшли, поки що не сталося через те, що всеред заманували на це план теру і в наслідок цього були випадки, коли на умовних місцях злікач нікого не заставали і данині кінчали життя самогубством, особливо офіцери. Другі вертались до своїх частин. Український рух поки що зовсім цілком. Офіцерів і солдат, котрі бачили по околицях, грецькі командари стали убивати; були випадки, що знаходилися в мешканнях трупи невідомо ким за синтез офіцерів і солдат.
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Агітація французів за від'їзд до Батуму дала несподівані тільки серед діячів. Французи весь час стараються використати кожний випадок щоб розкласти армію.
Відомості з Константинополя.
В інтий політичній розвові Павел Милков заявив, що він не криється в своїм принципово прихильним відношенням до ідеї інтервенції. Все питання зводиться до політичної і технічної обстановки здійснення інтервенції. В переговорах з Милковим в початку липня с.р. консервативно-лекопратичними колами при участі групи Бурцева було за протоновано провідницьку на-де слідування премінарям океана праці об'єднаних антибольшевицьких сил:
Генерал Франгель
"Русский Совет"
Група Бурцева
Група і органи Алесянського і Чебітова.
Сербські групи генерала Франгеля
Офіцерський земля в К-м С.Х.1 О.
Преса
Російська Армія.
Група генерала Фостинго і Упорникова.
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Миллєв виопув таку контр-схему:
"Глава"/ген.майор генштаба Комовелов/.
Найбутні Установчі Збори
Молодий залозонизний
генеральний штаб
Державна Комісія
Колонія сіль-
Армію "Спавення Росоїн".
Молоде енергій-
не строєве
офіцерство.
Внутрішні
оправи-гру
па: Михалко,
Родзянко,
Белгор,
Бенсова.
по можуть перетворитися
мик біженців,
Цю схему підтримує нині агентура Миллєва в колах ВІН-
ського Агента в Парижі.
NACHRICHTEN ÜBER RUSSLAND.
I. Die Lage in Sowjetrussland.
Von russischen Flüchtlingen und Polen, die sich in den Gouvernements Tambow, Kostroma und kursk aufgehalten haben, dann aber die Sowjetgrenze überschritten, liegen eine Reihe von Meldungen vor, über die Aufstandsbewegung Antonows („little August d.J.). Den Meldungen ist etwa folgendes zu entnehmen:
Antonow sucht seinen Aktionskreis möglichst auszudehnen. Die Bolschewiki können nichts gegen ihn unternehmen, da die ganze Bauernschaft auf seiner Seite ist. Um Geldtransporte nach Tambow zu schicken müssen die Bolschewiki diese Transporte von bewaffneten Kommandos begleiten lassen, da die Bolschewiki weder in der Stadt Tambow noch im Gouvernement Macht haben. Als Antonow sich in Helsingfors aufhielt, erklärte er, er wäre linker Sozialrevolutionär; die Soz. Rev. wollten sich nun mit ihm verbinden und verhandelten mit ihm durch ihren Vertreter Steinberg. Antonow lehnte diese Verhandlungen aber ab, welche insbesondere mit Steinberg nichts zu tun haben, da dieser Jude wäre, und ihn infolgedessen bei seinen „russischen“ Werk nicht helfen könne. Antonows Stabschef ist der ehem. Generalstabsoffizier Alexander Pawlowitsch Medwedjew. Medwedjew arbeitet mit Antonow unter dem Decknamen eines Stabsobersten Frolin. Sein Gehilfe nennt sich Generalstabsobers Brandt, der deutscher Generalstabsoberst sein soll und zur Armee General von der Goltz gehörte, als dieser sich in Helsingfors aufhielt.
Durch diesen Oberst Brandt erhält Antonow reichliche Mittel von einer unbekannten Persönlichkeit, die in Wiborg lebt.
Tschernow versuchte Verbindung zu Antonow aufzunehmen, doch lehnte Antonow ein Zusammenarbeiten mit Tschernow ab wegen dessen geringer Popularität im allrussischen Bauernverband.
Die vorstehenden Meldungen werden auch von dem kürzlich aus Russland geflohenen Gehilfen des Kommissars Frunsin (bekannt unter dem Namen Frunsin) dem Juden Heilmann bestätigt (war in bolschew.Diensten, unter den Decknamen Leonidow und Rosanow); orgänzend berichtete letzterer, dass die Stimmung der Bevölkerung im Norden Russlands zu der Monarchie tendiere, dass man damit rechnen müsse, dass nach Sturz der Bolschewiki ein Interregnum der Soz.Rev.stattfinden würde, damit die judenfeindliche Stimmung der Bevölkerung sich an diesen auslösen könne.
Flüchtlinge aus dem Gouvernement Kostroma hatten einen Aufruf bei sich, welcher Hinweise auf die Diktatur eines Führer Rates enthielt; diese Organisation soll immer mehr an Boden gewinnen, vor allem in Nordrussland, auch Verbindung haben zu ähnlichen Geheimgesellschaften, besonders in Sibirien, die auch über Waffen verfügten.
All diese Personen erklärten, dass es zu einem Aufstand gegen
- 2 -
die Sowjetregierung nur denn kommen könnte, wenn die aufrührerischen
Elemente sich der Roten Armee anschlossen; andererseits muss festge-
stellt werden, dass die Kommunisten alle Massnahmen treffen, um die
Rote Armee vor diesem unerwünschten Zwische sicherzustellen.
Emigranten aus dem Gouv. Kursk bestätigten, dass dort
Markow II sehr populär wäre, doch habe sich im Volk der Glaube ver-
breitet, Markow wäre längst gestorben.
Über das Bestehen von Monarchistenverbänden und Organisatio-
nen im Auslande ist die russische Bauernschaft nicht unterrichtet. Die
Bauern glauben, es befänden im Auslande nur sozialistische Organi-
sationen oder Organisationen der Soz.Rev. und Menschewiki, während die
Monarchisten ausschliesslich in Russland selber arbeiteten.
Die Nachrichten über ein Anwachsen der monarchistischen Be-
wegungen in Russland beunruhigen sowohl den polnischen Generalstab wie
auch Ssawinkow, denen ähnliche Meldungen, wie die hier vorliegenden,
zugewiesen waren.
II. Russische Armee.
Von russischem Gewährsmann wird folgende Meldung gebracht:
Projekt der Organisation des Landheeres im Friedensetat.
Mitte Mai hatte eine reine Sitzung der russischen Armeekommandanten stattgefunden; bei dieser Gelegenheit wurde folgendes
Projekt über die Organisierung, Bestand und Dislokation des Landheeres
für den Friedenssetat ausgearbeitet.
1.) Petersburger Militärbezirk.
Zur Verpflegung. Gefechtsstärke. Divisionen. Brigaden Kav. Divisionen
2) Moskauer Mil. Bez. 50 000 2 2 -
3) Westfront. 80 000 3 1 1
4) Ukraine, Kiewscher und Charkowscher Mil. Bez.
401 000 198 000 8 4 3
5) Orlowscher Mil. Bez. 2 1 1
6) Wolga Mil. Bez. 23 000 1 1
7) Transwolga Mil. Bez.
100 000 53 000 2 2
8) Ural Mil. Bez. 31 000 1 2 -
9) Kaukasische Front. 239 000 6 3
10) Turkestan Front.
45 000 - - 1
11) West-und Ostsibirischer Mil.Bez.
145 000 118 000 4 4 -
1800 000 934 000 35 23 14
Die Schützen - und Kav. Div. werden nach Friedensetat Littera
W. formiert, die einzelnen Brigaden nach dem Brigadeetat Wnus (Befehl
des milit. Revolutionssowjets der Republik sub N° 1735/238).
Bis zum 1.10. d.J. soll die ganze rote Armee auf Friedensetat
- 3 -
gebraucht werden. Die Schützendivisionen können einen Bestand von
2 oder 3 Brigaden aufweisen, ebenfalls die Kav. Divisionen. Im Peters-
burger Mil. Bez. verbleiben die 11. und 58. Div. (je 2 Brig.) mit einem
Ausbildungsregt. pr. Div. und 9 Einzelbrig. 127 und 128 (Letztere ist
umformiert aus der 204. Sonderbrig.). Im Petersburger Mil.Bez.werde
die dort befindliche 43.Schützendiv. nur teilweise umformiert zur
Petersburger Sonderlizbriga de (bestehend aus 3 Regttn., 1 Sonder-
Kav. Schwedron, einer vereinigten Batterie, insgesamt 2228 Mann,17 po-
litische Kommissare). Die Nummerierung der Div. und Einzelbrig. wird
ständig verändert. Zweck der Ausbildungsregt. ist die Ausbildung
eines Kommandobestandes.
Anzahl der Pferde und deren Verteilung an der Front und in den Mil.Bz
Pferdezanzahl bei vermehr- Pferdeanzahl
n.Friedensetat tem Mannschafts- d.Arme zum
proportional bestand. 1.5.21.
des Mannschafts-
bestand.
1) Petersbg. Mil.Bez. 38 000 29 000 14 823
2) Mosk. " " 50 000 53 500 12 769
3) Westfront " " 42 000 48 000 32 878
4) Ukrain. " " 134 000 113 000 140 567
5) Orlow'scher " " 35 000 29 000 22 732
6) Wolga " " 28 000 15 000 7 878
7) Transwolga " " 33 000 35 000 16 449
8) Ural " " 28 000 18 000 10 302
9) Kaukasische Front 83 000 99 500 36 227
10)Turkestanfront 15 000 45 500 35 260
11)Sibirien 48 000 69 500 68 918
Zusammen: 534 000 552.500 462.601
Erlats.
Armeebefehl des Rev. Sowjets der Republik sub Ns 558/88 v.
4.3.21. Die Verwaltung der Schützendiv.besteht aus: 1) Div.Stab,
2) Verwaltung des Chefs der Art. Div. 3) Verwaltung der Div.ingeni-
eure 4) Sanitätverwaltung 5) ver.fierungsamt 6) Versorgungsamt 7)
Veterinärverwaltung 8) Abteilung auf außerordentlichen Kommission
9) politische Abteilung, zusammen 158 Personen, 18 Trainwagen 32 Pfer-
de.
Verwaltung der Schützenbrig. 1) prigedestab, 2) Brig. Versorgung
3) Sanitätsabteilung 4) Veterinärabteilg. 5) Versorgungsabtlg.-zusam-
men 59 Mann, 8 trainwagen, 14 Pferde.
Schützenregt. 3 Batti. Jedes zu 4 Komp., 2 M.G., Verbindungskommen-
do N.D.-Kommando, Wirtschaftskommando, Sanitätsabtlg., Bedienstalt,
Hets. Klub, winematograph. In der Komp. werden 145 Mann verpflegt.
Die Gefechtstärke des Regts. beträgt 1 800 Mann, 81 Trainwagen, 137
Pferde.
Kav. Schützen Div. Das Kav. Rgt. hat 3 Schwadronen zu 150 Mann,
5 Trainwagen, 138 Kav. Pferde, 10 schwere Trainwagen. Die Gefechts-
stärke des Regts. beträgt 550 Mann.
Verwaltung der leichten Art. Abtlg. Zusammen 59 Mann, 14 Kav.Pferde
8 schwere Trainwagen.
Die leichte Batterie kann vermehrt werden zu 2 Batterien à 4 ce -
schützen zusammen 143 Mann.
Verwaltung der vereinigten schweren Haubitzen Art. Abt.
Haubitzenbatterie wird im Kriegsfall auf 5 Batterien à 4 Geschützer
vermehrt, zusammen 207 Mann, 6 Geschütze, 9 Munitionskasten. 49 Kav.
78 Ar.-und 9 Trainpferde.
Schwere Batterie wird im Kriegsfall auf 2 Betterien gebracht à 4
Geschützer zusammen 170 Mann, 6 Geschütze 34 Kav.- 88 Art.-und 0
Trainpferde.
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Antibolschewistische Organisationen in Sowjetrussland.
Die früher in den Hauptstädten bestehenden antibolschewistischen Organisationen, welche sich zum grössten Teil aus alten Offizieren und Beamten rekrutierten, haben im Laufe der Zeit immer mehr an Bedeutung verloren. Die wichtigste Petersburger Organisation ist tatsächlich von den Bolschewiki vor einigen Wochen ganz gestrengt worden. Auch der Kirche ist es nicht gelungen, in den grossen Städten Geheimoorganisationen von weittragender Bedeutung zu schaffen. Der Schwerpunkt der antibolschewistischen Organisationen liegt jetzt auf dem Lande bei den Bauern. Die Träger der Agitation waren hier in erster Linie die aus dem Bauernstand hervorgegangenen Kaufleute der Provinzstädte. Diese mussten nach Enteignung ihrer Geschäfte aus den Städten in ihre Dörfer zurückkehren und haben dort ihre ganze Schlaueheit auf die Agitation unter den Bauern verwendet. Diese Kaufleute, welche zum Teil Altgläubige sind, waren von je her ein durchaus nationales und konservatives Element, und ihre Propaganda ist natürlich ganz auf extrem monarchistischer Basis aufgebaut. Es bestehen in einer ganzen Reihe russischer Gouvernements grosse Bauernverbände, welche meistens nach dem Fünfersystem aufgebaut sind und strenge Disziplin haben. Die Bewaffnung ist natürlich nicht ganz ausreichend, aber es sind Waffen und Munition vorhanden. Vor allen Dingen verfügen die Organisationen über Geldmittel auch in ausländischer Valuta, und es ist jetzt schon verschiedentlich vorgekommen, dass Emigranten, welche im Auslande im Interesse dieser Bauernorganisationen arbeiten, durch Vertrauensleute bedeutende Summen in Pfund Sterling aus Sowjetrussland erhielten. Die Leiter dieser russischen Bauernorganisationen interessieren sich stark für die Frage der Thronfolge in Russland und haben sich zur Klärung dieser Frage schon mit Kopenhagen in Verbindung gesetzt. Eine grosse Rolle spielt natürlich bei diesen Organisationen auch die orthodoxe Kirche. Unter der Landgeistlichkeit ist eine bedeutende Besserung zu bemerken. Vielfach sind die Geistlichen die Leiter der Ortsverbände. Die alten rechten Organisationen »Verband von Erzengel Michael« und »Verband der wahrhaft russischen Leute« sind wieder aufgelebt, ausserdem ein Verband vom Weissen Kreuz. Unter den Leitern der Organisationen wird die Frage erwogen, ob es möglich sei, vor Einführung eines neuen Monarchen in Russland eine Regentschaft durch einen hohen Kirchenfürsten (Patriarch Antoni) einzusetzen. Im Allgemeinen stehen diese sowjetrussischen Organisationen der Arbeit der Emigranten ziemlich ablehnend gegenüber, auch der Arbeit der Monarchisten. Für die Agitation der russischen Demokraten ist auf dem Lande absolut kein Boden vorhanden.
Der Aufstand Antonows in Zentralrussland hängt mit den oben genannten rass. Bauernorganisationen zusammen, ist aber nicht durch sie hervorgerufen, denn die Leiter der Organisationen wissen selbst, dass sie durch solche zersplitterte Aktionen geschwächt werden. Antonow selbst, welcher, wenn er auch eine Zeit lang Bolschewik war, politisch ganz auf der linken Flügel der S.R. hingehört, ist jetzt eigentlich nicht als Politiker sondern als Räuberhauptmann zu betrachten. Die Bauernorganisationen helfen ihm nur, da durch seine Tätigkeit viele örtliche Kommunisten und Kommissare »liquidiert« werden konnten. Die Stimmung unter den Bauern ist sehr stark antisemitisch. Mit einem Losschlagen gegen die Kommunisten würden unbedingt Judenverfolgungen Hand in Hand gehen.
IV. Russische Nachrichten-Organisationen Berlin.
Über die russische Nachrichten -Organisation O r l o w in Berlin könnte folgendes festgestellt werden:
Orlow, welcher Staatsanwalt war, arbeitete schon zu Beginn des Krieges in Petersburg mit der Geheimpolizei und hatte andererseits gute Verbindung mit dem Finanzmann Karl J a r o s h i n s k i welchen er durch wirtschaftliche Nachrichten unterstützte. J. aber hatte viele Verbindungen zu leitenden Männern der Entente und brachte Orlow mit diesen zusammen. Orlow war nach der Revolution vorüber-
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gehend in der Ukraine und wusste genau Bescheid über das Funktionieren
des französischen N.D. in Kiew gegen die deutsche Okkupation und hatte
auch mit dem französischen N.D. Fühlung. Orlow arbeitete später in
Odessa für Danikin in enger Fühlung mit dem französischen Konsul Eno und
dem englischen Korrespondenten Dillen. Später arbeitete Orlow für Fran-
gel und sass in Konstantinopel als Leiter des politischen Nachrichten-
und Abwehroffros.Selbstverständlich arbeitete er auch hier wieder in
enger Fühlung mit den Engländern und Franzosen und Orlows Agent
L i p e r o w s k i war es, welcher in Konstantinopel verschiedene
Deutsche an die Ententepolizei lieferte.
Ein neuer Abschnitt der Tätigkeit Orlows begann, nach dem Zusam-
menbruch Wrangels. O. muss damals wohl sehr gegen die Entente ver-
stimmt gewesen sein und seiner Angabe, dass er dort gänzlich sich von
der Entente freimachte und ins deutsche Fahrwasser überging, darf wohl
Glauben geschenkt werden. Tatsache aber ist, dass O. auch von Berlin
aus noch für Ententeargane N.D. treibt, dass er auch Fragebogen über
Deutschland aus Frankreich erhält und auch bearbeitet. Er äusserte sich
sogar einem vertrauten Bekannten über den Inhalt solcher Fragebogen,
indem er sagte, Frankreich läge daran, den neuen «Freiherrn von Stein»
zu finden, welcher jetzt die Organisation des neuen deutschen Heeres,
wie vor 100 Jahren aufbaue. Man intere siere sich in Paris für licher-
liche Einzelheiten, z.B. wie lange die Ausbildung eines deutschen Re-
kruten dauere. Er deutete an, dass er den Franzosen falsche Original-
dokumente fabrikmässig herstelle, für welche diese sehr dankbar seien.
Der Mitarbeiter Orlows, welcher diese Dokumente entfertigt, ist ein ge-
wisser Weresodski.
Es konnte bestimmt festgestellt werden, dass schon seit mehreren
Monaten in Orlows Berliner Büro ebenfalls bolschewistische Dokumente
gefälscht werden. Die ersten Nachrichten, welche nach Orlows Angabe
Originalmaterial aus Sowjetrussland waren, und mit welchen er sich in
Berlin beim Staatskommissar für Öffentliche Ordnung beliebt machte,
waren durchweg Fälschungen. Bei einzelnen Dokumenten wurde diese an-
scheinend später auch beim Staatskommissar festgestellt, bei vielen
anderen aber bestimmt nicht. Das augenblickliche Verhältnis Orlows zum
Büro des Staatskommissars ist sehr gut.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Orlow trotzdem er nicht
nur in russischen Diensten steht, sondern auch als Ententegent gegen
Deutschland bezahlt wird, deutschfreundlich ist und nicht wissentlich
Nachrichten an die Entente gibt, welche Deutschland irgendwie schaden
könnten.
Mit Bezug auf hiesige Meldung 1406 von 10.8.21 und 1527 von
27.8.21 konnte folgendes festgestellt werden:
B a r m a r s c h steht nach wie vor in guten Beziehungen zu
D mit r i I s h e w s k i und zu dessen Sekretär, einer Baronesse
Ungern - Sternberg.
Ishewski ist bestimmt englischer politischer Agent. Er lebte an-
fäng 1920 in Warschau. Damals erhielt er von dem Leiter des englischen
N.D. in Warschau, Leutnant Bose, 500 Pf. Sterling um in englischem Auf-
trag in Moskau am 7.Kongress der kommunistischen Partei teilzunehmen.
Ishewski reiste nicht nach Moskau und gab an, dass ihm das Geld gestoh-
len worden sei und zwar wahrscheinlich von einem deutschen Agent in
Warschau namens Miller. Bose wandte sich damals an die polnische Poli-
zei mit der Bitte seinen Agenten Ishewski dies Geld zurückzubeschaffen.
Die polnische Polizei wieder arbeitete mit einer russischen Organisa-
tion eines Obersten Dolgow. Von diesem wurde der Gewährsmann dieser
Meldung zu Ishewski geschickt und behielt später persönliche Fühlung
zu demselben. I. machte kein Hehl daraus, dass er englischer Agent se.
Als dann der Gewährsmann dem englischen N.D. sagte, Ishewski täusche
den Diebstahl nur vor, und habe das Geld bestimmt selbst behalten,
setze der Engländer, dieses sei unmöglich, denn I. sei von ihm so gut
finanziert, dass er es nicht nötig habe, Geld zu stehlen, er bekomme
von ihm, was er fordere. Dieser Umstand beweist, dass I. ein Agent für
besonders wichtige Aufträge ist.
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Ishewski fuhr später doch in englischem Auftrage nach Moskau,
hielt gute Fühlung mit den Bolschewiki, kam mit einer bolschewisti-
schen Delegation nach Zoriat und lebte später in Finnland. Schließen-
lich kam er nach Berlin. Während des Kronstädter Aufstandes versuch-
te er in die Organisation der russischen Antifas hineinzukommen, indem er durch die Zeitung Rulj 5.000 M. für die Aufständi-
schen stiftete. Es konnte bestimmt festgestellt werden, dass I. auch
jetzt noch in englischem Dienst steht, und zwar hat er Beziehungen
zu dem bekannten Agenten Paul Dukes, welcher unter der Flagge eines
Korrespondenten der »Times« segelt.
Die enge Verbindung des Barmasch mit Ishewski legt den Gedan-
ken nahe, dass Barmasch in englischem Diensten steht. Nur so ist
zu erklären, dass er so sehr gut finanziert ist. Die spezielle Aufga-
be des Barmasch dürfte wohl sein, Überwachung der extremrechten
deutschen Kreise und Feststellung, welche politischen und militäri-
schen Machtmittel denselben gegebenenfalls zur Verfügung stehen wür-
den. Es darf angenommen werden, dass Barmasch seinen Auftrag ausge-
zeichnet ausführt.
DIE FINANZPOLITIK DER SOWJETREGIERUNG.
Am 21. September hielt der Genosse Krestinski in Petersburg auf der Versammlung der aktiven Arbeiter folgenden Vortrag über die Finanzpolitik der Sowjetmacht:
Die Finanzpolitik wird durch die wirtschaftlichen Beziehungen bestimmt. Die bei uns herrschenden wirtschaftlichen Zustände schreiben uns die Notwendigkeit einer bestimmten Finanzpolitik vor. Die wirtschaftlichen Zustände bestimmen das Wohlergehen des Staates, gleichzeitig haben aber auch die subjektiven Faktore ihre Bedeutung. Die Wirtschaftspolitik der jetzigen Zeit bestimmt die Finanzpolitik. Es ist vollständig klar, dass das Proletariat, welches die Macht in seinen Händen hat, eine vollständig andere Politik führt als die Bourgeoisie. Die Bourgeoisie lässt sich nicht nur durch die Meinungen der Klassen, sondern auch durch die der Gruppen leiten. Das Proletariat jedoch, welches an der Regierung ist, zieht die Beschlüsse des Proletariats selbst und des gesamten Staates in Erwägung. Unsere frühere Wirtschaftspolitik war nicht fehlerhaft, es erschienen jedoch neue objektive Ursachen, welche dazu zwangen, die alte Politik zu ändern. Es ist verständlich, dass auch unsere frühere Wirtschafts- und Finanzpolitik ausschliesslich den Bedarf und die Interessen des Proletariats vertrat. Die Ökonomie kann sich nicht ausserordentlich schnell und plötzlich ändern. Nach der Oktoberrevolution 1917 ging die Macht auf das Proletariat über und der Sowjetstaat wurde geschaffen; trotzdem aber veränderte das Proletariat nicht auf einmal und plötzlich die gesamte wirtschaftliche Konjunktur. Ebenso, wie vor der Oktoberrevolution, so hatte Sowjetrussland auch nach ihr Angelegenheiten mit den kleinen Bauern und den Grossgrundbesitzern zu erledigen, wobei das eine, wie das andere individuellen Charakter trug. Nach der Oktoberrevolution wurde das gesamte Land dem Staat übergeben, die grossen Wirtschaften der Grossgrundbesitzer verschwanden, aber der Grundcharakter der individuellen Wirtschaften blieb bestehen und es erschien, als ob man keinen Schritt zum Kommunismus vorwärts machen würde. Die Grossindustrie blieb in den Händen derselben Besitzer und Aktiengesellschaften, welche sie bis zur Revolution gehörte. Dasselbe kann man auch über den Handel sagen, wobei sogar der kooperative Handel in den Händen räuberischer Elemente blieb.
Wenn man damals mit diesem wirtschaftlichen Faktor nicht gerechnet hätte, hätte man das Privateigentum vernichten und es dem Staat übergeben müssen, dazu war jedoch kein geeigneter Ap-
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Apparat vorhanden. Wenn wir dieses nach der Oktoberrevolution getan hätten, wäre eine nicht auszuhaltende Zersplitterung der gesamten Revolution erfolgt. Diesen Fehler haben wir nicht zugelassen. Die Fabriken, Unternehmen und sogar die Privatbanken arbeiteten lange Zeit unter der Leitung ihrer früheren Besitzer, wurden jedoch von uns kontrolliert. Die Fabriken und Unternehmen im Zentrum und an den verschiedenen Orten wurden von ihren früheren Besitzern finanziert, wobei sogar die Privatbanken, diese Zitadelle des Kapitalismus, unangetastet blieben. Die Staatsbank gab ihnen Mittel zu weiterer Arbeit. Es ist also verständlich, dass sie damals nicht das durchgeführt haben, was wir nach 1 oder 1½ Jahren in Angriff nahmen. Wir tasteten den privaten Apparat und seine Arbeitsbedingungen deswegen nicht an, um keine zu grossen Erschütterungen hervorzurufen. Es erschien, als ob sich eine gegenteilige Lage gebildet hätte. Als wir zur Macht kamen, unterstützten wir die bürgerliche Wirtschaft im Lande, daraufhin gingen wir zum neuen Kurse über, welcher sich 3 Jahre lang fortsetzte, und welcher jetzt geändert werden muss. Während eines gewissen Zeitraumes war unsere Politik ausgesprochen rationell: Wir führten die Nationalisation der Industrie durch, die sie trug jedoch teilweise einen elementaren und teilweise einen zufälligen Charakter. Als uns die Genossen von den verschiedenen Orten mitteilten, dass es nicht rational sei, das eine oder andere Unternehmen in der Hand des früheren Besitzers zu belassen, wurde es nationalisiert, wobei einzelne Verwaltungen geschaffen wurden, die untereinander nicht verbunden waren.
Allmählich ergab sich ein ausgesprochenes Zentrum des Wirtschaftslebens in Gestalt des Höchsten Rats der Volkswirtschaft. Es ist xä natürlich verständlich, dass dieser Rat zuerst zu schwach zur Leitung des gesamten Wirtschaftslebens war. Erst im Frühling von 1918 wurde die Nationalisation eine allgemeine Erscheinung und daraus ergab sich ein genügend standhaftes Zentrum, welches die einen oder anderen Zweige der Industrie oder einzelne Unternehmen umfasste. Erst am 28.Juni wurde die Verfügung erlassen, nach welcher die gesamte Industrie als nationalisiert erklärt wurde, obwohl das Zentrum, welches die Industrie leiten sollte, noch nicht genügend gefestigt war. Dieses erfolgte hauptsächlich deswegen, weil das Dekret hauptsächlich aus politischen Gründen erlassen wurde und zwar erfolgte die Veröffentlichung des Dekrets infolge der wirtschaftlichen und politischen Beziehungen, welche sich mit Deutschland anzubahnen begannen. Juridisch wurde die gesamte Industrie nationalisiert tatsächlich jedoch lies das Dekret die Industrie in den Händen der früheren Besitzer, welche Unterstützungen zur Leitung ihrer Unternehmen erhielten. Ende 1918 war der Prozess der Nationalisation beendet. Indem wir auf diese Weise in unseren Händen die Schwerindustrie konzentrierten, führten wir zur selben Zeit eine entsprechende Politik gegenüber dem Dorfe in Form von Monopol auf Brotgetreide und andere Produkte ein. Wenn sich die Beziehungen zwischen dem Dorf und der Stadt bis zu dieser Zeit in der Weise regelten, dass der Warenaustausch auf dem freien Markt vor sich ging, welcher die gegenseitigen Beziehungen in dieser Periode bestimmte, wurden von dann an die Beziehungen durch das Volkskommissariat für Verpflegung reguliert, welches mit den Dorfkollektiven in Verbindung trat und den einen oder anderen Austausch der landwirtschaftlichen oder Stadtprodukte einführte.
Unmittelbar nach der Oktoberrevolution behielten wir die Banken bei, ebenso erhielten Privatpersonen und teilweise auch Unternehmen Kredit. Nach der Nationalisation änderten wir gleichfalls unsere Finanzpolitik. Geldmittel wurden nur noch in einzelnen Fällen ausgegeben, infolgedessen hörten die Banken allmählich mit ihrer Tätigkeit auf. Die Änderung der politischen Beziehungen ruft gleichfalls die Notwendigkeit hervor, die Steuerfrage gründlich durchzusehen. Bis zur Revolution herrschten herrschten Steuern, welche von Gutsbesitzern und von der Bourgeoisie erhoben wurden, grössere Steuern jedoch hatten die Arbeiter und Bauern zu zahlen. Nach der Revolution mussten wir auch diesen Teil der Finanzpolitik ändern. Unsere Schwerindustrie und die Sowjetwirtschaften konnten wir deswegen nicht mit Steuern belasten, weil dieses eine Verlegung des
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Geldes aus einer tasche in die andere gewesen wäre. Ebenso kurz-
sichtig wäre es gewesen, die Bauern mit Steuern zu belasten, da
letztere so wie so ihren Überschuss dem Staate ablieferten. Sogar
ein Teil ihrer Arbeit mussten die Bauern dem Staat in Gestalt der
allgemeinen Arbeitspflicht zur Verfügung stellen. Schliesslich er-
hielten die Arbeiter unserer Industrie nur von Staat Geldmittel
und daher wäre ihre Belastung mit Steuern nicht zweckentsprechend.
Das Volkskommissariat für Finanzen arbeitete Ende 1919 ein Dekret
über die Aufhebung jeglicher Steuern aus, wobei sich das Allrussi-
sche Zentral Exekutivkomitee damit einverstanden erklärte, und tat-
sächlich die Einziehung der Geldsteuern aufhob. Augenblicklich
hat sich unsere Politik dermassen verändert, dass wieder die Frage
über einer notwendigen Einführung von Steuern entsteht, welche wäh-
rend einer gewissen Zeit vollständig überlebt war.
In verbindung mit der veränderten politischen und wirt-
schaftlichen Lage hat sich gleichfalls auch der Begriff des staat-
lichen Budgets geändert. Letzteres verwandelte sich beständig in ein
Budget der Volkswirtschaft. Hierbei musste jedoch damit gerechnet
werden, dass die kleinbürgerliche Einkreisung lebendig war und uns
dazu zwingen könnte, mit sich zu rechnen.
Während dieser Zeit nahmen wir alles aus dem Dorf und
gaben fast nichts als Austausch.
So war die Lage Ende 1920. War unsere Politik damals
richtig? Fraglos war sie damals nicht falsch. Wir rechnen damit,
dass wir nicht zu einem kollektiven Landbesitz übergehen müssen; die
Bauernschaft muss sich von den Vorzügen der grossen Wirtschaften
überzeugen und muss die kleinbürgerlichen Vorurteile ablegen; dieses
geschieht auch beständig.
Um dieses zu erreichen muss die Bauernschaft versorgt und
gut-nachbarliche Beziehungen geschaffen werden. Diese Beziehungen
wurden aber dauernd schlechter infolge der Zerrüttung des Landes.
Wenn wir im Jahre 1918 sagen konnten, dass die Bauern-
schaft stark zerrüttet war, so war sie es nach dem dreijährigen
Bürgerkriege in noch viel grösserem Masse. Die Bauernschaft erhielt
dem und tobess im Jahre 1918 noch eine genügende Anzahl von leben-
und totem Inventar, um dieses Land zu bearbeiten. Die Beendigung
des imperialistischen Krieges gab den bäuerlichen Wirtschaften unge-
heuren Zufluss. Alle diese bedingungen gaben die Möglichkeit eines
gewissen Fortschritts der Bauernwirtschaft. Man konnte annehmen,
dass man eine gewisse Anzahl von Jahren noch überstehen könnte. Zu
dieser Zeit verloren wir aber Beku und das Donezbassin. Wir besas-
sen noch alte Vorräte an Rohmaterialien und Brennstoffen und konn-
ten mit einem gewissen Recht darauf rechnen, unser Leben auch ohne
Hilfe Westeuropas einzurichten. Wir schlossen mit Deutschland Frie-
den und nahmen an, dass Deutschland uns helfen würde, unser indu-
strielles Leben aufzurichten, ungeachtet dessen, dass Deutschland
während dieser Zeit selbst einen imperialistischen Krieg führte.
Wir gaben der Bauernschaft Land und konnten auch darauf
rechnen, dass wir ihr eine gewisse Anzahl Erzeugnisse geben könnten.
Dieses garantierte die gut-nachbarliche Beziehung mit dem Dorf und
sogar die Möglichkeit eines beständigen Überganges zur Kollektivi-
sation der Landwirtschaft. Das einzige, was wir nicht berechnen
konnten, waren die Termine. Vielleicht war zuerst die Hilfe eines
bürgerlichen und dann die eines proletarischen Auslands notwendig.
Jedenfalls haben wir aber den richtigen Weg eingeschlagen. Diese
Politik war sogar unumgänglich. Wenn wir vor einem Jahre zu einer
wirtschaftlichen Atempause übergegangen wären, hätten wir nichts
unternehmen können, da wir keine genügende den Hilfsquellen hatten.
Wir führten zu dieser Zeit einen Bürgerkrieg und mussten auf jeg-
liche Weise siegen. Alles, was wir im Lande hatten, mussten wir
zur Ausrüstung der Armee und derjenigen Arbeiter geben, welche für
die Armee arbeiteten. Das Dorf musste Produkte liefern, welche wir
während dieser Zeit nicht bezahlen konnten. Wir konnten nicht von
der Getreideeinsammlung abgehen und zur Steuer übergehen. Unsere
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militärische Politik war richtig und unumgänglich notwendig.
Was hat sich augenblicklich verändert? Der wirtschaftli-
che Ausbau änderte sich nicht im Sinne der Klassenbeziehungen. Je-
doch unsere allgemeine Lage verschlechterte sich. Der Bürgerkrieg
zerstörte unsere Industrie und versetzte dem Dorf einen schmerzhaf-
ten Schlag, welches Pferde, Vieh usw. verlor.
Von allem blieb nur wenig übrig, da alle Produkte aus -
schliesslich der Armee und den Fronten zur Verfügung gestellt wer-
den, welche sich in ganz Russland entfalteten. Wir wissen, dass die
Anwesenheit einer Front an dem einen oder anderen Ort diesen stark
mithinmt. Das Dorf wurde arm. Dieser Armut zu verdanken blieb die
Stadt ohne Kohlen, Holz und anderes. Die Arbeiter verhungerten, die
industriellen Unternehmen arbeiteten nicht so, wie sie früher arbei-
teten und wie sie hätten arbeiten müssen. Alle diese Faktore übten
einen ernsthaften Einfluss auf die Stimmung unserer Massen aus. Uns
interessierte im gegebenen Moment nicht die Beziehung der Bourgeoi-
sie und Emigranten zu uns, sondern nur die der Bauern und Arbeiter.
Solange der Krieg herrschte, verstand die Bauernschaft die Notwen-
digkeit der Getreideeinsammlungen, der Requisitionen usw., da sie
einsah, dass alles zur Verteidigung des Landes und der Unternehmen
geschah. Die allgemeine Lage veränderte sich jedoch, es begannen
Aufstände, welche freimütig durch unsere Feinde unterstützt wurden.
Der 1 tzte Akkord war Kronstadt.
Die Liquidation der Fronten ergab die Möglichkeit zur
Durchsicht unserer gesamten Politik, diese änderte sich nicht auf
einmal. In erster Linie war die Frage des Ersatzes der Einsammlung
durch die Getreidesteuer aufgeworfen worden, wobei damit gerechnet
wurde, dass sich die Bauern davon überzeugten, dass tatsächlich ein
Erleichterung eintrat, und dass die Bauern tatsächlich einige Vor-
räte bei sich behalten konnten, welche sie verkaufen und austau-
schen konnten.
Der zweite Schritt war die Erlaubnis des Handels nach
freien Preisen mit diesen Ueberresten, wobei zuerst ein örtlicher
Austausch zugelassen wurde. Darauf gingen wir schon zum Warenaussta-
tausch im allgemeinen staatlichen Massstab über.
In Anwendung dieser Politik erhalten wir weniger Produkte,
weniger Rohstoffe und infolgedessen müssen wir unsere Ausgaben ein-
schränken. Teilweise wird dieses durch die Demobilisation der Ar-
mee erreicht, zum grösseren Teile jedoch durch die kolossale Spar-
samkeit in der Ausnutzung aller unserer Hilfsquellen. In dieser
Richtung wurden folgende Schritte ergriffen: Zunächst wurde allen
Bürgern, ausser den Arbeitern und Beamten, die staatliche Verpfle-
gung vorenthalten. Der Privathandel war ja gestattet und viele er-
hielten die Möglichkeit, sich um sich selbst zu kümmern und da -
durch ihre Ernährung zu verdienen. Auch bei allem guten Willen
konnten wir nicht unsere gesamte Industrie mit Rohstoffen, Heiz-
materialien und Lebensmitteln versorgen. Wenn wir unsere unbedeu-
tenden Einnahmen auf die einzelnen Fabriken verteilen würden, so
wäre es nur eine teilweise Unterstützung, aber keine rationelle
Arbeit. Wir müssen eine bestimmte Anzahl Industriezweige und Un-
ternehmen ausscheiden, diese Zahl beibehalten und sie auf solche
Bedingungen stellen, dass sie ihre Maximalproduktivität entfalten
können, wenn man überhaupt die Produktivität der Vorkriegszeit
überschreiten kann. Auf diese Weise haben wir auch die Arbeit der
Tulatschen Gewehrfabrik und die Unternehmen zur Anfertigung der
Staatsspariere ausgenutzt. Diese Fabriken arbeiteten mit grösster
Spar samkeit an Rohstoffen und Heizmaterialien und mit ausgezeich-
neten Produktionsresultaten.
Dieselbe Politik müssen wir bei unserer gesamten
Schwerindustrie durchführen. Wir werden einen Teil der grossen
Unternehmen ausscheiden und diese werden auf Rechnung des Staates
und seiner Hilfsquellen arbeiten. Es ist möglich, dass sie zuerst
mit einem gewissen Defizit arbeiten werden, allmählich können wir
dieses Defizit jedoch überwinden. Zur zweiten Gruppe werden die-
jenigen Unternehmen zusammengefasst, welche ihren Unterhalt selbst
bestreiten können. Zur dritten Gruppe gehören diejenigen kleinen
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und mittleren Unternehmen, welche wir an Kooperative und an Privat-
personen verrachten werden, vielleicht sogar an die früheren Be-
sitzer, wobei wir natürlich diese Fabriken nicht vom Staate aus ve-
sorgen werden. Mögen diese Unternehmen auf eigene Rechnung arbeiten:
mögen sie ihre Arbeiter unterhalten, welche wir auf diese Weise
nicht zu unterhalten brauchen.
Die Bauernschaft ist mit der Durchführung der Getreidesteu-
er zufrieden. Die Einsammlung ist mehr oder weniger zufriedenstel-
lend, in Zukunft müssen wir jedoch mit einer möglichen Verminderung
infolge von Missernten, politischen Schwierigkeiten usw. rechnen.
Unsere eigene Wirtschaft müssen wir in der Weise aufstellen, um
durch Warenaustausch möglichst viel Produkte zu erhalten, wofür de-
freie Handel da ist. Der Staat tritt durch seine Organe als grösse-
ter Einkäufer auf, diktiert seine Preise und bestimmt für sich gün-
stige Handelsbedingungen. Die Hebung des Warenaustausches ist eine
unsere Grundaufgaben.
Alle Veränderungen in der wirtschaftlichen Politik müssen
selbstverständlich auch Veränderungen in der Finanzpolitik hervor-
rufen. Man darf nicht mit demselben Mass zu der Zeit messen, wo kei-
ne private Initiative und Privatarbeit vorhanden war und jetzt, wo
es so ist. Früher war die ganze Industrie in den Händen des Staates
und wurde von ihm reguliert. Alle industriellen Unternehmen hätten
von Staatse nach dessen Budget Geldmittel erhalten sollen. Jetzt
ist es nicht so. Früher gerieten wir nicht in Verlegenheit, Milliar-
den und Trillionen zu drücken; wir nehmen die Produkte fast umsonst
passaten hierzu den Import der ausländischen Produkte an und konnten
dadurch unsere Arbeiter und die Armee versorgen. Wir fürchteten uns
nicht davor, dass wir schliesslich zur Annullierung unserer Geldmit-
tel schreiten könnten; bei der beständigen Naturalisation des Lohnes
wäre dieses unmöglich gewesen, auch wäre dieser Prozess nicht
Krankhaft erschienen.
Zur jetzigen Zeit bei dem Vorhandensein des freien Handels
und bei der Bezahlung der Arbeiter mit Geld, können wir nicht so
ohne weiteres diese Frage behandeln. Früher führten wir eine Emissi-
onspolitik auf breiter Basis, jetzt streben wir zur Stabilisie-
rung unseres Geldes. Die Umänderung der gesamten wirtschaftlichen
Politik ruft auch entsprechende Umänderungen der Finanzen hervor.
Angeblich müssen wir uns zwei verschiedene Aufgaben stellen:
1) die Frage des Geldumlaufs von neuem aufstellen und diese erwägen
mit anderen Worten ein Budget aufstellen und das Defizit allmählich
ausmerzen, und 2) Wiedereinführung der Steuern.
Die Steuern sind augenblicklich möglich und notwendig, weil
sich für die zahlenden Personen ein neuer Kurs ergibt und diese
Personen Steuern zahlen können. Wir können es politisch nicht zulas-
sen, dass Gruppen von Personen vorhanden sind, welche sich auf
Kosten der breiten Volksmassen bereichern. Die neue Bourgeoisie
muss Steuern zahlen, welche wir zur Unterstützung der neuen Wirt-
schaftspolitik und zum Wohlesein des Proletariats verwenden. Natür-
lich kann das Defizit durch die Steuern nicht verschwinden; das De-
fizit hängt hauptsächlich von unserer unberüdigenden Politik und
von der ausserordentlich starken Emission ab.
Infolge Aufwerfung der Steuerfrage entstehen verschiedene
Erwägungen: Werden die Steuern nicht zu gering sein und werden sie
unserer Wirtschaft nicht zu wenig geben? Tatsächlich bekommen wir
schon genügend Geldmittel durch Verpachtungen, durch Zahlungen für
Gebäude, durch Bezahlung der Eisenbahnfahrten usw.
Die Möglichkeit der Steuereinnahmen darf man nicht über-
schätzen, denn sie geben höchstens 10% unserer Emission, selbstver-
ständlich hme die Getreide teuer. Allein schon jetzt erhält man
genügend solide Ziffern. Dieses geht aus der Vergleichung der Zif-
fern in den letzten Monaten hervor. Die Eisenbahnen ergaben im
Juni 1921 - 610 Millionen Rubel, im Juli 4 320 Millionen Rubel,
im August 12 805 Millionen Rubel und in den ersten 10 Tagen des
September 6 Milliarden Rubel. Auf diese Weise können wir im Septem-
ber auf et a 18 Milliarden Rubel Einnahmen durch das Eisenbahnwe-
sen rechnen. Diese Summe nehmen ir in bar ein. Ebenso vermehrten
- 6 -
sich die Einnahmen durch Post - und Telegraphenoperationen. Vom
1. bis zum 10. August wurden auf diesem Wege 475 Millionen Rubel
eingenommen, während in den ersten 10 Tagen des Mai nur 15 Millio-
nen Rubel eingenommen wurden. Es ist verständlich, dass diese Sum-
men von allen bezahlt werden, einschließlich der neuen Bourgeoisie,
deren Umsatz immer grösser und grösser wird. Bedeutend ist
ebenfalls die Einnahme durch die Patentsteuer. Diese von ganz Russ-
land zu berechnen ist nicht möglich, die Angaben Moskaus deuten
jedoch darauf hin, dass vom 25.August bis zum 18.September 1921
3312 Millionen Rubel durch Gewerbesteuer in Moskau allein einge-
nommen wurden, d.h. durchschnittlich 150 bis 175 Millionen Rubel
täglich und am 18.September allein 360 Millionen .
Die Verpachtung der Läden und Handelshäuser ergab vom
1. bis 16. September 986 Millionen Rubel, d.h. im Durchschnitt
täglich 80 Millionen, am 18. September allein 113 Millionen Rubel.
Die Einkünfte durch die Strassenbahn in Moskau ergaben im Monat
2 276 Millionen Rubel. Wenn man die Berechnung der Patentsteuer
in Moskau bis Ende September anführt, werden wir mindestens 50 bis
60 Millionen Rubel einnehmen, die Verpachtung verschiedener Unter-
nehmen ergibt nicht weniger als 2 Milliarden, die Strassenbahnen
etwa 3 Milliarden. Auf diese Weise werden die Einnahmen der Stadt
Moskau 10 Milliarden Rubel sein ( im September). Die Gesamtausga-
ben Moskaus betragen ungefähr 40 Milliarden Rubel monatlich, auf x:
diese Weise werden etwa 25 % der Ausgaben wieder zurückgezahlt.
gegen die Steuern werden Proteste erhoben,trötzdem kann
man konstatieren, dass die Steuern die Geldemission einzuschrän-
ken gestatten. Durch Steuern werden unsere Einnahmen vermehrt und
das Defizit wird etwa kleiner. Die Steuern treffen jedoch auch die
Arbeiter, wie z.B. die Eisenbahn,Strassenbahn usw.
Das Streben, die auf die Arbeiter fließenden Steuern zu
erleichtern, zwingt d.zu, Ausnahmen des Dekrets über Bezahlung
der Eisenbahnfahrten usw. zu machen. Es ist unbedenklich notwen-
dig, dem Arbeiter einen Teil der Zahlungen zu ersetzen, welche die
Kaufleute und die Industriellen auf die Schultern der Arbeiter
legen.
Die nächste Frage, welche vor uns steht, ist das Budget
In der vorhergehenden Periode unserer alten Wirtschaftspolitik
strebten wir danach, unser Budget mit dem allgemeinen Volksbudget
zu vereinigen. Hierbei ist ein grosser Unterschied zwischen unsere:
Budget und dem alten wirtschaftlichen militärpolizeilichen Budget
des Zarismus. Beim alten Regime wurde die Privatindustrie nicht
von Staat finanziert und daher unterlegen nur diejenigen Summen
der Berechnung, welche der Staat für die Fabriken zahlte. Von dem
Budget der Vorkriegszeit von 5 Milliarden erhielten die Staatsfa-
briken 34 Millionen oder 0,9%. Im Jahre 1918 arbeitete alles für
den Krieg, das Budget stieg auf 15 Milliarden aber die Industrie
verbrauchte nur 32 Millionen,d.h. etwa 0,2% der gesamten Ausgaben.
Im Jahre 1918 gaben wir bei kolossalen Kriegsanstrengungen für
wirtschaftliche Arbeiten 7663 Millionen Rubel aus, das sind 13%
des Ausgabebudgets. Wenn wir jetzt das Budget von 1921 nehmen,
welches augenblicklich noch nicht bestätigt un gerade zusammenge-
stellt wird, ergibt sich Folgendes, wobei sogar alle neuen Tarife
und neuen Ausgaben hinzugefügt sind, welche sich infolge Verände-
rung der Wirtschaftspolitik ergeben haben. Von 22 Trillionen Aus
gaben für staatliche Zwecke, werden dem Allrussischen Rat für
Volkswirtschaft 9 Trillionen 392 Milliarden Rubel assigniert oder
40 % unseres Budgets. Ungeachtet dessen, dass eine ganze Reihe
von Unternehmungen, welche bisher auf unsere Kosten leben, jetzt
verpachtet werden, ist der Unterschied zwischen dem alten und dem
neuen Budget recht charakteristisch. Während eines gewissen Zwi-
schenraums war unser Budget ein Budget der Volkswirtschaft, jetzt
ändert sich dieses in gewissem Sinne.
Wir werden gewisse Wirtschaften und die besten industriell
len Unternehmen finanzieren.
Augenblicklich rollt sich vor uns die Frage auf, wie wir
unser Defizit am besten decken können. Bisher bestand unser Budget
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hauptsächlich aus einem Defizit. Aber zu der Zeit als wir in bestimmte Beziehungen zu der Kleinbourgeoisie und ihrer Einkreisung traten, konnten wir auf das Defizit pfeifen. Die Geldeinnahmen waren äusserst unbedeutend, die Naturaleinnahmen berechneten wir jedoch nicht. Unser Defizit ergab sich hauptsächlich aus dem Defizit unserer nationalisierten Industrie, für welche wir kolossale Mittel ausgaben wobei wir nicht darauf achteten, dass diese Ausgaben sich auch rentierten. Jetzt müssen wir unsere Fabriken so stellen, dass sie nach Möglichkeit ihr Defizit verringern, denn man kann nicht von einer Verringerung des staatlichen Defizits bei der Beibehaltung des Defizits unserer Unternehmen sprechen, dieses wäre eine Fiktion. Die Verlustbrinngung unserer Unternehmen könnten wir entweder durch beständige Vernichtung deren Grundfonds oder durch ausserordentliche Besteuerung der Bauernschaft decken, was natürlich unerwünscht wäre Eine Gesundung unseres Budgets ist nur bei einer Gesundung unserer Wirtschaft und der Vernichtung der Verlustbringung unserer Unternehmen möglich.
Die zweite Ursache unseres Defizits ist der Kursfall des Papiergeldes. Denn alles, was wir im Freihandel erwerben, müssen wir mit unserem Papiergelde bezahlen und je billiger dieses ist, um so mehr wird davon gefordert. Wenn es gelingen würde, die Anzahl zu verringern, würde das Papiergeld teurer werden, daher ist es unabänderlich notwendig, den Geldumlauf zu gesunden. In Wirklichkeit beobachten wir in unserem Budget nur Ausgaben. Einnahmen wurden weder in Form von Geld, noch in Natur berechnet. In dieser Beziehung sind unsere gesamten Voraussetzungen viel zu rätselhaft. Weder der Allrussische Rat der Volkswirtschaft, noch das Kommissariat für Ausenhandel, noch irgend eines unserer Organe gab mehr oder weniger genaue Ziffern, welche die Einnahmen dieser Kommissariate charakterisieren Man hat daher nur mit Ausgaben zu tun, wobei sich diese Ausgaben folgendermassen auf die einzelnen Jahre verteilen:
Zur ersten Kategorie gehören die Verwaltungstechnischen und wirtschaftlichen Ausgaben (Finanzkommissariat, Innenkommissariat, Arbeitskommissariat, Gesundheitskommissariat, Zentral-Exekutivkomitee). Dafür wurden im Jahre 1914 ausgegeben 734 Mill. Rubel oder 20,1% des Budgets, im Jahre 1916 - 1 753 Millionen Rubel oder 8,2% des Budgets, im Jahre 1918 - 8 684 Milliionen Rubel oder 10,6% des Budgets, und im Jahre 1921 1 050 Milliarden oder 8,4% des Budgets
Zur zweiten Kategorie gehören die Ausgaben der Marine und die Ausgaben zur Verteidigung des Reich. Im Jahre 1914 betrugen diese Ausgaben 994 Millionen Rubel oder 27,5% des gesamten budgets, im Jahre 1916 13 776 Millionen oder 43% des Budgets, im Jahre 1918 15½ Milliarden oder 1/3 der Budgets und im Jahre 1921 nur 446 Milliarden oder 2,1% des Budgets.
Diese Ziffern ist schon an und für sich in höchsten Grade charakteristisch, sie weist darauf hin, dass die proletarische Regierung nicht das Schwert zum Kampf mit den Nachbarn schmiedet, sondern nur ein Minimum für die Bewaffnung des Volkes gebraucht. Die dritte Kategorie besteht aus den Ausgaben der Industrie Diese betragen im Jahre 1914 34 Millionen oder 0,9% des Budgets, im Jahre 1916 32 Millionen oder 0,2% des Budgets, im Jahre 1918 7 600 Millionen oder 13% des Budgets und im Jahre 1921 etwa über 0 Trillionen oder 40% des Budgets.
Die vierte Kategorie der Ausgaben besteht aus den Ausgaben für die Eisenbahn, den Telegraph, Lebensmitteloperationen, Aufrichtung der Landwirtschaft usw. Im Jahre 1914 betrugen diese Ausgaben 1 650 Millionen oder 23% des Budgets, im Jahre 1918 1 328 Million oder 7,8% desBudgets, in Jahre 1918 13 740 Millionen oder 29½ % des Budgets und im Jahre 1921 1¼ Trillionen oder 40¾ des Budgets.
Wenn man alle Ausgaben für alle wirtschaftlichen Zweige summiert, erhält man ungefähr 90% aller Ausgaben. /10 unseres Bud- gets verbrauchen wir zur Hebung und Entfaltung unseres Landes!
Was hat man nun bisher erreicht, und was ist zu tun? Zunächst müssen die Einnahmen an erster Unternehmungen erhöht und diese müssen berechnet werden. Wir haben bereits gelernt, noch den Budget zu le- ten, die Geldeinnahmen nicht durcheinander zu werfen und sie nicht unnütz und systemlos zu vergenden. Alle Ausgaben tragen den Stempel des Zielbewusstseins.
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Vieles haben wir noch nicht gemacht, die ersten Schritte sind jedoch sicherlich getan. In Zukunft müssen wir in zwei verschiedenen Richtungen Erfolge erringen: Im Budget müssen wir die Einnahmeseite aufstellen können, ferner müssen wir die Ausgaben einschränken, denn ohne Einschränkung der Ausgaben kommen wir nicht aus der Klemme heraus.
Die neue Politik ist noch lange nicht von unseren Genossen angeeignet worden. Die Budgetfragen haben jetzt eine besonders ernste Bedeutung und sollen auf der nächsten Sitzung des Allrussischen Zentral Exekutivkomitees erörtert werden. Die Ausarbeitung und Festsetzung des Budgets ist die letzte und wichtigste Aufgabe.
Die Gründe des kolossalen Geldmangels sind auf unsere frühere Arbeit zurückzuführen, gleichfalls auch auf die Veränderungen, welche infolge der neuen Wirtschaftspolitik eingeführt wurden. Für die geldemission berechneten wir im vorigen Jahre die theoretisch in 8 Monaten notwendige Geldmenge und prüften, ob das Fallen des Geldwertes tatsächlich mit dem Fallen der Lebenskosten in der letzten Zeit zusammenhängt (?). Diese Arbeit konnten wir durch Angaben unserer Behörden und durch das Steigen der Preise erledigen(?). Als diese vorbereitende Arbeit beendet war, konnte wir mit einer gewissen Sicherheit bestimmen, wieviel Geldwertzeichen in der nächsten Periode notwendig sein würden, wenn wir es nicht mit einem langsamen oder schnellen Steigen unserer Valuta zu tun haben werden. Die staatlichen Fabriken für Geldwertzeichen erhielten den entsprechenden Auftrag und erfüllten ihr Programm.
In der ersten Hälfte von 1921 kamen wir mit dieser Aufgabe befriedigend zustande, die weiteren Ereignisse veränderten jedoch von Grund aus unsere Voraussetzungen. In dieser Beziehung muss man in erster Linie den Bedarf des Warenumsatzes im Auge behalten. Augenblicklich sind ungefähr 3 bis 3½ Trillionen Rubel im Umlauf. Wenn man diese Summe auf Gold umrechnet, und sie mit der Geldmenge von 1914 vergleicht, so ergibt sich die Tatsache, dass damals 10 mal mehr Geld im Umlauf war, als jetzt. Augenblicklich sind zu wenig Geldwertzeichen für den jetzigen Gelddumsatz vorhanden. Das ist er erste Grund des Geldmangels.
Der zweite Grund liegt darin, dass der Staat in jetziger Zeit mehr Geldzeichen braucht, als es durch unsere gesamten Programme vorgesehen war. Früher rechneten wir bei Aufstellung des Programms mit der Einsammlung von Waren (Warenumtausch) heute muss man jedoch eine bedeutende Anzahl von Produkten mit barem Geld kaufen.
Weiterhin erhöhen sich die Arbeitslöhne und dieses erfordert eine grössere Geldmenge. Wie gross diese Veränderungen sind, beweist die Tatsache, dass wir auf unsere ersten Berechnungen hin im Jahre 1921 7 Trillionen Rubel neues Geld brauchten, jetzt brauchen wir aber wegen Umänderung der Tarif-und Wirtschaftspolitik 22 Trillionen Rubel. Es ist verständlich, dass ein Produktionsprogramm von 7Trillionen auch bei intensiver Erledigung nicht 22 Trillionen ergeben kann. Wir vermehren die Emission der hohen Geldwertzeichen; jegliche Produktion kann jedoch nur allmählich erweitert werden, dieses besondere bei einem solchen Programm. Als Resultat dessen können wir in diesem Jahr höchstens 13 bis 14 Trillionen von neuem in Umlauf setzen, die fehlenden 8 bis 9 Tril ionen können erst im Jahre 1922 folgen. Bis dahin wird der Geldmangel weiterbestehen.
Eine weitere Frage, die vor uns steht, ist die Frage des Kurses unserer Gelwertzeichen. Es ist eine Stabilisierung unserer Valuta erforderlich. Unsere Valuta muss allmählich den Friedenskurs erreichen.
Der Grund zum Fallen des Wertes unserer geldwertzeichen liegt in dem Warenmangel, in der Erhöhung der Preise auf die im Lande befindlichen Waren und in der beständig wachsenden Emission der Geldwertzeichen. Wenn auch der Warenbedarf allmählich ausgeglichen würde, so würden dennoch ungeheuer viel mehr Geldwertzeichen vorhanden sein, als Waren, und der Wert unseres Geldes würde fallen. Es muss daher erreicht werden, die Warenmenge zu vermehren und die Geldmenge zu verringern. Es ist möglich die Warenmenge zu erhöhen, weil überall der Handel und die Industrie beginnt; dieses hindert den schnellen Fall
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des Geldes. Die beständige Geldemmission wirkt in derselben Rich-
tung. Es ist natürlich verständlich, dass die ausgegebene Menge der
Geldwertzeichen weder durch Gold noch durch Waren gedeckt werden
kann. Der Rest unseres Geldes wird voraussichtlich zu Einkäufen
im Auslande verwendet werden, wird jedoch in keinem Falle ein Faktor
sein, der irgendwie auf das Sinken des Geldwertes Einfluss haben
wird. Wenn sich unser Bedarf an der Emmission von neuem Geld etwas
verringert und dieses ist dadurch zu erreichen, dass eine gewisse
Summe von Geld aus dem Dorf her ausgezogen wird, kann sich das Tempo
des Sturzes unseres Geldes allmählich verlangsamen.
Augenblicklich befassen wir uns mit der Aufgabe die Em-
mission unseres Papiergeldes einzuschränken. Unser Papiergeld wird
zur Deckung des Defizits des Budgets verwendet, welches wiederum aus
den staatlichen Ausgaben hervorgeht, welche stark die Einnahmen übe
legen. Teilweise besteht das Budget auch aus demjenigen Gelde, wel
ches von der Kleinbourgeoisie eingeht und welches haupt-
sächlich zur Unterhaltung des Verwaltungssapparats notwendig ist.
Wenn wir allmählich das Defizit decken können und wenn die
Einnahmen die Ausgaben übersteigen würden, könnte ein weiteres Fäl-
len des Geldwertes aufgehalten werden, ebenso wäre auch eine Emmissi
on nicht mehr notwendig. Der Geldwert würde dadurch nicht gehoben x
werden, würde sich jedoch auf einer gewissen Höhe halten. Wenn es
uns gelingen würde kein neuen Geldzeichen mehr auszugeben, würde
sich die Nachfrage nach Geld erhöhen und dadurch würde sich der
Kurs des Geldes gleichfalls erhöhen. Je intensiver die Arbeit unse-
rer staatlichen und Privatfabriken sein wird, um so mehr Waren
werden auf dem Markt erscheinen und um so mehr wird der Wert unsere
Geldes in die Höhe gehen. Der Sturz des Kurses unseres Geldes würde
langsam abnehmen. Wenn man die Wirksamkeit nimmt, entsteht hier
eigentlich kein Problem im Gebiet der Finanzpolitik, sondern ein
Problem der Gesundung unserer Wirtschaft. Augenblicklich werden
viele Projekte erhoben, welche die Gesundung unseres Geldsystems
behandeln. Die Mehrzahl dieser Projekte ist nicht wissenschaftlich
und daher eine Utopie. Zu dieser Gruppe muss man auch dasjenige
Projekt hinzuziehen, welches den Aufkauf des Papiergeldes zu einem
gewissen Kurse unter Zuhilfenahme unseres Goldfonds vorsieht. Allei
wir haben keine Angaben zur Aufstellung eines festen wirtschaftli-
chen Kurses. Auf diese Weise würden wir unseren Goldfonds zerstören
und hätten dann kein Geld mehr, um im Auslande Werkzeuge und Ma-
schinen einzukaufen und im Inneren des Landes würden wir wieder vo
der Emmission neuer Geläwertzeichnen abhängen.
Während des Prozesses unserer Emmission sind die Banken
vollständig von der Bildfläche verschwunden, sogar die Staatsbank
machte keinerlei Umstände mehr. Die kleine Industrie und das Dorf
geben alle ihre Produkte dem Staate, es war sogar kein Bedarf mehr
an Kredit vorhanden. Die Bank ist ein recht kleiner Apparat, wel-
cher den Geldumlauf reguliert. Diese befand sich in den Händen der
Grossbourgeoisie und war das Werkzeug ihrer Macht.
Als wir uns mehr oder weniger nachlässig zum Kurssturze
unseres Papiergeldes verhielten, vernachlässigt wir fast voll-
ständig unsere Staatsbanken und finanzierten mit Hilfe der Koope-
rativabteilung des Volkskommisariats für Finanzen einzelne Opera-
tionen der Kooperative (mit Ausnahme der Bedarfskooperation). Die
Produktionskooperation erhielt zeitweise Geld in Form von Kredit.
Die letzten Operationen jedoch trugen den Charakter der Wohltätig-
keit. Wenn das eine oder andere kooperative Unternehmen von uns
eine Unterstützungssumme von 10 Millionen auf ein halbes Jahr er-
hielt, zahlte es uns nach dem halben Jahre nicht die 10 alten Mil-
lionen zurück, sondern nur 2, weil das Geld etwa 5 mal weniger Wert
hatte. Es ist daher verständlich, dass dieses kein Geschäft, son-
dern reine Wohltätigkeit war. Die Banken und Bankoperationen ver-
schwanden, jetzt wird man sie jedoch wieder gebrauchen. Es ist
durchaus notwendig, Ueberweisungen zu machen, Berechnungen aufzu-
stellen, Geld aufzubewahren usw. Bei der Wertlosigkeit unseres
Geldes ist es nicht vorteilhaft, Letzteres auf laufende Rechnung
zu legen, ein kurz- befristetes Aufbewahren des Geldes ist jedoch
durchaus möglich. Denn wenn das Geld bei einer Privatperson bleibt
wird es ebenso wertlos, wie auf der Bank. Die Banken sind aber not-
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wenig als Kreditbehörde für die kleinen Produzenten und die Kooperativen.
Je mehr wir die Kleinindustrie und den Handel gestützen,
um so mehr müssen wir die Banken unterstützen. Sowohl der Staat,
als auch die neue Bourgeoisie ist an der Bankkredit interessiert.
Eine ganze Reihe von industriellen Unternehmen wird jetzt zu Handelsunternehmungen umgewandelt und wir werden ihnen vorschlagen, ihre Produktion mit der Berechnung zu eröffnen, dass sie selbst ihr Fortbestehen bestreiten müssen. Das ist das dritte Element, welches auf Kredit angewiesen ist.
Wir erwägen augenblicklich die Frage, ob neben der Einrichtung einer Staatsbank auch eine kooperative Bank eingerichtet werden kann. Früher existierte auch eine Bank, welche unter der Leitung unserer Genossen arbeitete. Jetzt wird diese Bank von neuem wieder eingerichtet und die Interessen des Proletariats und des Staates vertreten. Diese Bank wird diejenigen Unternehmen und Fabriken finanzieren, welche der Staat notwendig hat. Es ist auch möglich, dass wir eine Privatperson einem Kooperativ vorziehen. Die Staatsbank muss sich diese Frage vorurteilsfrei klären.
Eine Kooperative- oder Privatbank kann sogar solche Interessen verfolgen, welche uns vorteilhaft sind. Aus erden kann solch eine Bank in politischer Beziehung ausserordentlich fest sein.
Wenn wir die Einrichtung einer Kooperativen gestatten, wird diese auf unsere Rechnung bestehen. Der Kooperationsbank haben wir bereits gestattet, Geld auf laufende Rechnung in Empfang zu nehmen, aber kein Mensch zahlt Geld ein, weil dieses wirtschaftlich augenblicklich nicht vorteilhaft ist. Denk der Wert sigkeit des Geldes zahlt die eine oder andere Person eine gewisse Summe ein. Nach Verlauf einiger Zeit erhält diese Person nominell dieselbe Summe zurück, tatsächlich ist sie jedoch viel geringer.
Die Kooperativbank wird den Zufluss der Geldmittel nicht prüfen, wir selbst werden ihr Geld zur Unterstützung geben. Dieses für uns fremde Organ wird unser Geld auf seine Weise verausgaben.
Die Kooperativenbank wird sicherlich bei ihrer Tätigkeit ihre Interessen höher stellen, als diejenigen des Staates. Wenn die Wahl zwischen einem Kooperationsunternehmen, welches vom allgemein staatlichen Standpunkt aus weniger vorteilhaft ist und einem Privatunternehmen wäre, so würde die Bank bei einem gleichen Verdienst die Kooperation unterstützen, obwohl diese weniger wertvoll wäre.
Bei der Bestehen einer Kooperativbank würde das bürgerliche Europa, wenn dieses die Notwendigkeit einer Unterstützung einsieht, diese Unterstützung der Kooperation zukommen lassen. Dieses würde uns aber den Boden unter den Füssen wegnehmen. Alle diese Umstände ergeben für die Sowjetmacht zu viel Schwierigkeiten.
Augenblicklich kann nur die Rede über Bildung einer soliden Staatsbank sein, welche alle Handelsunternehmen mit Ausnahme der Staatsunternehmen, finanzieren und regulieren wird. Es kann auch nicht die Rede der Gründung einer Kooperativbank sein. Die Staatsbank wird beim Volkskommissariat der Finanzen organisiert werden und zwar als Monopolapparat der Finanzierung, welche Filialen in der Provinz hat. Das ist keine Konzession an die Kleinbourgeoisie sondern eine logische Durchführung unserer gesamten Politik.
Die Staatsbank wird das neue Gebäude beendigen und wird die Möglichkeit geben, den gesamten Umsatz auszunutzen und zu regulieren.
In welchen Wasse wird nun die jetzige Politik Resultate erzielen? Viel hängt davon ab, ob es gelingen wird, Westeuropa als Hilfsmittel in Form von Anleihen oder Konzessionen heranzuziehen.
Wirtschaftlich und politisch sind Konzessionen zulässig. Wenn wir dem russischen Kapital die Möglichkeit sich zu entfalten geben, müssen wir um so mehr das ausländische Kapital hereinlassen, welches uns unvergleichlich mehr gibt, als der russische Kapitalist.
Das Konzessionskapitel kann als grosses Unternehmen einen gewissen Zeitraum auch ohne Verdienst arbeiten, der Verdienst kommt dann sicherlich in der Zukunft. Unser russischer Unternehmer kann diese nicht tun. Wir gehen den Konzessionen entgegen, letztere sind jedoch noch nicht abgeschlossen. In dieser Richtung müssen wir unsere gesamte Energie, unsere gesamten Vorräte und Berechnungen zielsicher ausnutzen, um konkrete Resultate zu erzielen. Werden wir denn Erfolge erringen können? - Sicherlich. Auch in dem Falle wenn nicht der ausländische Konzessionär, sondern was viel wün-
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wüschenswerter wäre, wenn westeuropäische Revolution käme, dür-
fen wir nicht verzweifeln (?) Im allgemeinen befindet sich unser
Industrie in einem solchen Zustande, dass sie arbeiten kann, wen
wir ihr genügend Produkte übergeben können. In einem solchen Zu-
stande befindet sich besonders das Donezbassin. Ohne ausländische
Hilfe können wir das Donezbassin nicht in Betrieb setzen. Wir müs-
sen fast seine gesamte Produktion dazu verwenden, um das
Donezbassin im Zustande des Bereitseins zur Arbeit halten zu
können. Wenn wir vollständig schliessen und einen Teil der
Schachtie voll Wasser laufen lassen, können wir von den übrig -
bleibenden Schachten noch genügend viel Kohle erhalten. Wenn wir
auch sehr viel verlieren, können wir dennoch einige Resultate
erzielen. Dasselbe ist mit der Zubereitung des Holzes der Fall.
In dieser Beziehung müssen wir die staatlichen Arbeiten auf
die wichtigsten Orte konzentrieren und den Gouvernements das
Recht einräumen, auf ihrem Territorium das für sie notwendige
Holz zu schlagen. Auf diese Weise sparen wir viele Kräfte und
erzielen die grössten Resultate.
Alles, was nicht besonders günstig ist, muss beiseite
gelegt werden. Die gesamten Kräfte müssen auf einer kleinen Zahl
von Fabriken zusammengezogen werden und diese müssen in vollem
Tempo arbeiten. Bei einer solchen Arbeit werden wir vorwärts
kommen. Es dürfen keine Schwankungen bei der Durchführung des
neuen Kurses entstehen, mutig können wir der Zukunft in die
Augen sehen, denn der Erfolg ist garantiert.
Da Polen für absehbare Zeit so gut wie vollkommen aus der Rolle eines Vermittlers des Verkehrs mit Russland ausscheidet, wird für den Durchgang aus Deutschland besonders Litauen diese Aufgabe zufallen, womit die Bedeutung des deutsch-litauischen Handelsverkehrs derzeit besonders das Interesse der Handelswelt verdient. Die Grundlage des litauischen Landesreichtums bildet seine Landwirtschaft. Sie hat sich von den Wirkungen des Weltkrieges bereits soweit erholt, dass sie in der Lage ist, bedeutende Mengen auszuführen. Für Deutschland, dass mehr als je Industriestaat ist, repräsentiert Litauen ein geeignetes Ansetzgebiet für die eigenen Industrieerzeugnisse, andererseits kann ein grosser Teil des Bedarfes an landwirtschaftlichen Produkten gedeckt werden. Die riesigen Waldungen bieten gewaltige Ausbeutungsobjekte. Vor dem Kriege wurden auf dem Njemen für 20-30 Millionen Mark Holz aus Litauen ausgeführt. Im Jahre 1913 betrug die Gesamtausfuhr nach Deutschland 2 212 323 Festmeter und zwar handelte es sich ausschliesslich um Schwellen - und Zellulosenhölzer, deren wir auch jetzt für die deutsche Papierindustrie dringend bedürfen. Ausserdem würden bedeutende Mengen Rundholzes nach Deutschland eingeführt.(Zollfrei). Die Holzausfuhr steht jetzt an hervorragender Stelle der litauischen Ausfuhr, so wurden im ersten Viertel des laufenden Jahres 779 300 239 Kubikmeter exportiert.
Die Ausfuhr aus Litauen in der Zeit von 1.Januar bis zum 31. Dezember 1920 belief sich ausschliesslich des ausgeführten Flachses auf 321 797 163 M. Die Ziffer des ausgeführten Flachses ist noch nicht festgestellt, da die Verrechnungen mit der englischen Bankgruppe nur bis zum 15. Oktober laufen. Bis zu diesem Datum erreichte die Ziffer des ausgeführten Flachses den Betrag von 296 344 Pfd.St. Die gesamte Flachsausfuhr dürfte sich auf 260 Millionen M. belaufen. Auf diese Weise belief sich die gesamte Ausfuhr auf 581 797 163 M., während der Einfuhr 428 728 541 Mark betrug. Die Hauptartikel des Exportes bilden Holz, Flachs und Leinsaat = 87 p Ct. der gesamten Ausfuhr. Holz wurde für 183,7 Millionen ausgeführt. 65 pCt. der eingeführten Ware stammten aus Deutschland: Textil-und Galanteriewaren wurden für 112,1 Millionen M. Maschinen und Metallerzeugnisse für 145 Millionen, Chemikalien für 18,4 Millionen, Leder und Lederwaren für 74,5 Millionen und Nahrungsmittel für 122,5 Millionen eingeführt.
Der wechselseitige Handelsverkehr mit Deutschland, der trotz der verschiedenen Beschränkungen schon jetzt recht regel ist, wird dadurch erschwert, dass noch immer kein Handelsvertrag zwischen Deutschland und Litauen abgeschlossen worden ist. Bereits im vergangenen Herbst wurden diesbezügliche Besprechungen eingeleitet, doch war es fraglich ob die Litauer den polnischen Ansturm aushalten würden, dann war es insbesondere die französische Militärmission in Kowno, welche einen entsprechenden Druck dagegen ausübte. Auf der anderen Seite wird auch einen Handelsvertrag mit Deutschland nicht die Aufmerksamkeit geschenkt, die im Interesse der beiden Länder wünschenswert wäre. Da die Deutschen sowohl wie die litauischen Handelskreise an dem Zustandekommen eines Vertrages ein gleich grosses Interesse haben, werden sie in erster Linie auf die Regierungen entsprechend einzuwirken haben, zumal eine Regelung der Handelsbeziehungen zwischen Lettland und Deutschland in der nächsten Zeit Tatsache wird.
Die Industrieentwicklung Mittel-Litauens hat in letzter Zeit einige Fortschritte machen können. Augenblicklich arbeiten bereits 7 Sägewerke, 2 Zündholzfabriken, 2 Tischlereien und 6 Fabriken zur Trockendestillation von Holz. Ausserdem sind 2 Papierfabriken in Tätigkeit.
In Kowno selbst gab es Ende Juli im Ganzen 388 gewerbliche
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Unternehmungen aller Art. Darunter befinden sich 283 die rein handwerksmässigen Charakter tragen und höchstens 5 Arbeiter beschäftigen. Unternehmungen, die eine grössere Anzahl von Arbeitern bis zu 25 Personen beschäftigen, überschreiten die Zahl der mitnichten als Unternehmen mittlerer Grösse anzusprechen sind gibt es 69.
Solche von grösseren Umfange mit mehr als 25 beschäftigten Arbeitern gibt es 36. In den Kleinbetrieben wurden im Ganzen 590 Arbeiter beschäftigt, in den mittleren Betrieben 1037 und in den Grossbetrieben 3791. Unter Hinzurechnung der Saisonarbeiter auf Bauten, im Hafen, u.s.w., im Ganzen rund 1600 Personen, beträgt die Zahl der gewerblichen Arbeiter in Kowno 6018 Personen. Unberücksichtigt hierbei sind die Haus-Restaurant-und Hotel-Angestellten, sowie kaufmännische Angestellte u.s.w.
b) Lettland.
Zwei Monate verdienen besondere Beachtung: das starke Interesse Englands, in Lettland festen Fuss zu fassen und die starke Annäherung an Finnland. Zu ersterem: Ein Vorschlag seitens Englands, seine ganzen Waren ausschliesslich von England zu kaufen, wogegen England den gesamten Holzexport Lettlands übernehmen würde, wurde von der Regierung abgelehnt. Die englische Regierung übernimmt Kaufleuten gegenüber, welche nach Lettland liefern wollen, eine Bürgschaft in der Höhe von 85 v.Hdt. des Warenwertes.
Die Regierung hat England ein Verzeichnis der gewünschten Artikel einzurichten und zu erklären, dass die Deckung für die zu importierenden Warenmengen gesichert ist. Der Schritt ist gleichbedeutend mit einer Krediteröffnung, und beweist die deutliche Unterstützung der persönlichen Initiative von Kaufleuten durch die englische Regierung. Zu letzterem: Der Abschluss eines Handelsvertrages mit der finnischen Regierung steht unmittelbar bevor, das wichtigste lettische Ziel der Helsingforser baltischen Staatenkonferenz wäre somit erreicht. Für die Dauer der polnisch-litauischen Spannung erklärte Lettland Neutralität.
Die seit längerer Zeit schwebenden Verhandlungen eines dänischen Syndikats mit der Regierung über die Erteilung von Konzessionen auf lettische Wälder sind in dem Sinne beendigt worden, dass die Dänen eine Konzession auf 65 000 ha Wald erhalten. Auf diesem Gebiete werden Sägemühlen errichtet, die Ausfuhr von Holzprodukten wird mit 6 Mill. Kubikfuss festgesetzt. Die Vorarbeiten beginnen im Herbst.
An Industrieunternehmungen bestehen: 1) Private Industrie-, Gewerbe- und Bau-Unternehmungen: 1337 mit 20 370 Arbeitern und Angestellten, davon 1426 männliche und 548 weibliche Angestellte, und 11 772 männliche und 6614 weibliche Arbeiter, davon in Riga 555 Unternehmungen mit 11 638 Arbeitern und Angestellten. 2) Staatliche und kommunale Unternehmungen: 103 mit 18 192 Arbeitern und Angestellten. Insgesamt am 1. Juli 1440 Unternehmen mit 38 558 Arbeitern und Angestellten.
c) Estland.
Die äussere Politik hat der frühere Oberbefehlshaber der Armee derzeit Vorsitzender der Kommission für Äusseres dahin charakterisiert: Estland hegt keine aggressiven Pläne, muss jedoch auf seine Selbständigkeit bedacht sein und deswegen eine verhältnismässig grosse Armee unterhalten. Die Gefährdung der Selbständigkeit könnte von Russland, gleichgültig unter welchem Regime, oder von einem starken Deutschland ausgehen. Estland müsse sich daher in seiner auswärtigen Politik auf einen starken Stab stützen, wo für in erster Linie England in Betracht käme. Auch die für Estland so notwendige Neutralisierung der Ostsee könnte am ehesten durch den Einfluss Londons erreicht werden. Der zentrale Punkt der auswärtigen Politik Estlands liege jedoch in Russland, zu welchem die besten und festesten Beziehungen unterhalten werden müssten.
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Der scharfe Einfluss Englands macht sich besonders auf maritimen Gebiete geltend: Die Regierung hat beschlossen, die Anglo Baltic Ship and Building and Engineering World Ltd. zur Tätigkeit in Estland zuzulassen, sobald auf Grund eines mit der Russisch-Baltischen Werft abgeschlossenen Pachtvertrages folgende Bedingungen erfüllt werden: Zur Inbetriebnahme der Werft wird seitens der englischen Gesellschaft ein Kapital von 100 Mill. Emkfestgesetzt. Reval muss der Sitz einer verantwortlichen Vertretung der Gesellschaft sein, die Selbständigkeit in ihren Beschlüssen hat und über alle Geschäfte Rechnung führt. Ein Mitglied dieser Vertretung soll estnischer Staatsangehöriger sein. Das der Gesellschaft in Estland gehörende Vermögen dient vor allem zur Befriedigung von Forderungen estnischer Bürger.
Das Rewaler Schiffahrtsamt, das 5 Seedampfer und 4 Schiffe in Dorpat besitzt, hat im vergangenen Jahre einen Reingewinn von 40 Mill. Emk zu verzeichnen gehabt. In diesem Jahre leidet die Tätigkeit des Schiffahrtsamtes unter der Konkurrenz des Auslandes, da der Handelsverkehr meist ausländische Dampfer benutzt. Für die Entwicklung der estnischen Schifffahrt ist die Frage des Ausbaues seiner Häfen zu Freihäfen von grösster Bedeutung. Dass man ernsthaft an den Ausbau der Häfen denkt, geht daraus hervor, dass der Kredit für die Errichtung des Freihafens in Baltisch-Port in Höhe von 9,1 Mill. Emk in das diesjährige Budget eingestellt worden ist, während die Kosten für die Anlage des Rewaler Freihafens, die auf 100 Mill. Emk geschätzt werden, in das Budget des nächsten Jahres übernommen werden sollen.
Die Handelsbilanz ergibt für den Mai zum ersten Male in diesem Jahre ein Aktivsaldo von 4,4 Mill. Die Ausfuhr im Mai hat sich im Vergleich zum Durchschnitt der vier vorhergegangenen Monate verfünffacht. Die Erklärung liegt im wesentlichen darin, dass die Papierfabriken in dieser Zeit ihren grossen russischen Bestellungen nachgekommen sind. Die Portdauer der gesteigerten Papierausfuhr ist zweifelhaft, da Russland neuerdings grosse Bestellungen in Finnland zu günstigen Bedingungen gemacht hat.
d) Finnland.
Mit dem 1. April d.J. hatte Finnland, das Lizenzsystem im auswärtigen Handel aufgehoben und war zu einem stark prohibitiven-System von Verboten freien - Zollsystem übergegangen. Trotz der zum Teil sehr hohen Zollsätze hat sich der Import stark entwickelt, während der Export unter der allgemeinen Flaute zu leiden hatte, welche sich auf dem Weltmarkte gerade in denjenigen Handelszweigen geltend machte, in denen Finnland aktiv am Welthandel beteiligt ist. Es zeigte sich in den letzten Monaten deutlich, wie ungünstig die ökonomische Lage eines Landes ist, dessen Produktion so einseitig auf nur zwei Exportartikel -Holz und Papier- eingestellt ist.
Im ersten Halbjahr 1921 wurde in der Gruppe "Holz und Holzwaren" (im Vergleich zum ersten Halbjahr 1920) von Finnland exportiert:
Menge
Wert in 1000 Emk.
1921
1920
1921
1920
Planken...........1000 m
31
105
17.814
33.044
Batten............"
102
284
48.831
92.093
Bretter:
ungehobelt...
"
147
299
64.612
85.312
gehobelt......"
-
-
570
-
Garnrollen.......1000 kg 2 022
2 922
21.098
25.094
Ungünstiger noch erscheint die Entwicklung der Papierindustrie:
Mengen in Tonnen:
Papiermasse aus Holz bereitet:
mehc- feucht...............
1000
12 158
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1921 1920
trocken.............. 5 365 31 968
Sulfitzellulose:
feucht............... 2 006 1 968
trocken............... 18 366 29 636
Sulfatzellulose:
feucht................. 35 296
trocken................ 3 034 12 986
Pappe................... 3 077 22 841
Papier:
Umschlagsp. gebräunt... 3 459 11 629
anderer Art............. 1 786 4 884
Zeitungsp............... 35 144 44 798
Tapetenp............... 20 324
Schreibp............... 1 153 2 862
Postp................... 13 118
Seidenp............... 355 931
Während der Exportwert für die Gruppe "Holz und Holzwaren"
von 286,9 Mill.Fmk im ersten Halbjahr zurückging, fiel in densel-
ben Zeitperioden der Exportwert der Papier-und Zellulosefabrikatio
von 410,5 Mill. auf 324,9 Mill.Fmk.
Demgegenüber sind die Exportprodukte der Viehzucht im erste
Halbjahr 1921 sehr viel stärker dem Werte nach beteiligt. Die Zu-
nahme des Exports von Produkten der Viehzucht vermag allerdings
nicht den Ausfall im Export von Holz und Papier auszugleichen,und
die durch gleichzeitig erhöhten Import weitere Passivierung der
Handelsbilanz veranlasste in den letzten Tagen das Hervortreten
von Stimmen aus dem Lager der Linksparteien, welche die Wiederein-
führung des Lizenzsystems fordern.
Zum Zusammenschluss in der Papierindustrie:
Die grösste Papierfabrik Finnlands, die "Kymmene-A.-G., hat
beschlossen, mit dem 1. Januar 1922 aus dem Absatzkartell der finn-
ländischen Papierindustrie (Pappersbruksförening) auszutreten. Da-
mit löst sich diese Vereinigung, welche bisher den gesamten Papier
verkauf regelte, und die Verteilung der Aufträge an die Fabriken
besorgte, auf. Die Vertreter der übrigen Papierfabriken haben kürz-
lich dagegen beschlossen, unter der bisherigen Gestalt mit Ausnahme
der Kymmene-A.-G., auch weiterhin durch einen kartellartigen Zu-
sammenschluss den Papiereexport nach dem Auslande zu regeln. Die
Pappersbruksförening wurde infolgedessen neu konstituiert mit Be-
ginn der Geschäftsführung am kommenden 1. Januar. Obgleich die
Kymmene A.-G. also in ihrem Absatz nach dem 1. Januar 1921 freie
Hand haben wird, hat sie mit dem neuen Papierkartell gewiss Ab-
machungen über Preisnotierungen u.dgl. m. getroffen.
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Zur Regelung des zukünftigen Absatzes nach Russland und
den russischen Randstaaten ist -mit Einschluss von Kymene - das
finnische Papierkontor gegründet worden. Ferner wurde als gemein-
sames Organ der gesamten Papierfabriken der finnische Papierver-
band gegründet, um in der Handelsgesetzgebung und Handelspolitik
der Regierung gegenüber die Interessen der Papierindustrie zu ver-
treten. Dass gerade hierin eine für die gesamte Volkswirtschaft
Finnlands bedeutsame Aufgabe liegt, wird man zugeben müssen, wenn
man bedenkt, wie flau bis vor ganz kurzer Zeit der Absatz der
finnändischen Papierindustrie ins Ausland war (siehe oben), wie
anderseits der Papiereexport der stärkste Aktivposten in der Han-
delsbilanz Finnlands ist.
Am 21. und 22. Juli wurde die Wirtschaftskonferenz der
drei Randstaaten in Rewal abgehalten und die Fragen der wirtschaft-
lichen Annäherung sowie die Beseitigung der Zollgrenzen eingehend
erörtert. Besondere Bedeutung würde diese letztere für Lettland
haben. Es könnte zollfrei Lebensmittel und Rohstoffe aus Litauen
einführen, seine Industrie leichter aufbauen und so wie die augen-
blickliche Wirtschaftskrise behoben, die durch die redsikale
Agrarreform hervorgerufen würde, während das industriearme Litauer
die für seine Landwirtschaft dringend nötigen industriellen Er-
zeugnisse infolge der Zollfreiheit billig aus Lettland erhielte.
Estland und Lettland haben der Beseitigung der Zollgrenzen zuge-
stimmt, Litauen sie vorläufig abgelehnt, aber sie für die Zukunft
zur Erwägung gestellt und zur augenblicklichen Regelung der Han-
delsbeziehungen besondere Abkommen zwecks Annäherung an den Frei-
handel vorgeschlagen. (Kowno L.! )
Deutschland muss sich im Randstaatengeschäft der von A.
Glazer (Siehe "Bericht Glazers an die holländische Regierung")
ergriffenen Initiative anschliessen, und im engen Zusammenschluss
mit holländischem Kapital dem erdrückenden Einfluss Englands be-
gegnen. Holland beabsichtigt, eigenes Kapital zu investieren und
wünscht die Zusammenarbeit mit Deutschland.
ДИПЛОМАТИЧНИЙ ВІДДІЛ
ПОСОЛЬСТВА УКРАЇНЬКОЇ НАРОДНОЇ
РЕСПУБЛІКИ В НІМЕЧЧИНІ.
№ 208
САВИНКОВ І ЙОГО ДІЯЛЬНІСТЬ.
Д О К Л А Д
ДИРЕКТОРА ДЕПАРТАМЕНТУ ПОЛІЦІЇ НА ІМЯ МІНІСТРА ВНУТРІШНІХ СПРАВ
ПОЛЬСЬКОЇ РЕСПУБЛІКИ.
Було б великою помилкою цінити занадто високо сучасне зна-
чіння політичного впливу Савинкова і сподіватись, що він буде гра-
ть ти в будучині рішучу роль в майбутньому державному устрої Росе-
сії. Для цього зібралось вже багато фактів, головна ж причина, кот-
ра може зруйнувати думки що до наслідків політичної діяльності
Савинкова лежить в розмірі і в суті його організаційно-політич-
ної здібності. На це вказує минула і сучасна діяльність Савинкова.
Великий ідеаліст з прямим і сильним характером і непереможною во-
лею разом з особистою самопожертвою - все це зробило з нього одно-
го з найбільш видатних революційних борців з царським урядом. Гра-
чи видатну роль в цій боротьбі на протязі кількох останніх років
Його істнування, Савинков не розробив програму організації такої
влади, котра стала б на руїнах старого режиму, не передбачав здійс-
нення свого політичного ідеалу. В 1917 році Савинков, дочекавшись
здійснення свого ідеалу, не справдив тих надій, які на нього покла-
дали, коли його покликали до складу тимчасового уряду. Останнім ета-
пом політичної діяльності Савинкова була Варшава. До Польщі він ви-
явив лояльність і доброзичливе відношення. В своєму органі "Свобода"
він признав ризький договір тоді, коли інші політичні російські
організації в Польщі і за кордоном обурені за цей акт. Він приз-
нав його тому, що не міг нічого більш зробити, користуючись гостин-
ністю, впливом і матеріальними засобами польського уряду. Але мрієм
Його лишається відроджена Росія в формі об'єднаних штатів, а тому,
хто знає, яку роль він думає дати в цих об'єднаних штатах Польщі,
чи буде цей штат Привислянським Краєм?, чи
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чим іншим, той бачить, що Савинков не гратиме видатної ролі в історії Росії.
Перебування Савинкова в Варшаві є лише дещо один з вчинків, які його дискредитують і виявляють відсутність всякої орієнтації і вміння вибирати людей; часами Савинков робить такі помилки, котрих, перше, при своєму високорозвиненому почуттю справедливості, він не допустив би. Не дивлячись на відоме минуле таких людей як Гершельман, Буланов і Одинець, він роздає їм відповідальні посади в організації Російського Політичного Комитету, тепер перетвореного в евакуаційний комітет, доручає їм касу, допускає неприхильні впливи, найбільш во- розу для польської держави працю, в той час, як наша країна дає цьому всьому притулок. В цілій алеаді авантурників, брехунів, політичних симулянтів у нього є лише одна людина широко віддана - Філософов, котрий також зовсім не видатний політичний діяч, рішається важко і за пізно, непевні від себе а коли помітить, що працював серед ретроградів і германофілів, то занадто пізно жене від себе самих безсоромних політичних мошенників, коли вони встигли наробити вже занадто багато помилок, скаржиться на все польський військовий владі, часто шукає допомоги і захисту проти своїх ворогів, але частіше всього банда пройдисвітів, котрі має Савинков у польського уряду, експлуатує ситуацію для своїх особистих рахунків, добивається усунення а часом і арешту небажаних ін осіб серед російської кольонії і все це робиться для того, щоб вкрай дискредитувати Савинкова у всіх російських колах, бо це буде єдиним засобом помсти за таку довгу революційну працю Савинкова і його наслідок в Росії.
Справа про так званий атентат на життя Савинкова в звязку з арештом генерала Пермикина цілком дискредитує Савинкова, бо він ясно показує, як легко ця людина піддається впливу і як легко її одурити.
Отже, ні політичне положення, ні блискуча майбутність не чекають в будуччині Савинкова; ця людина не буде відбудовувати Росії, бо він уже виконав своє завдання в розмірі, створеним дореволюційними політичними умовами і тепер йому лишається найбільш відповідна роль - письменника мемуарів про російську революцію для повчання на-
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щадків, яких помилок не треба робити, та редагувати "Свободу" або який
інший ідейний політичний орган, котрий раз у раз висловлювати думки
лише певної невеликої групи людей, далеких від активної діяльності,
хоча й перейнятих найкращими намірами.
II. Відомості з Варшави.
Російська колонія в Варшаві була дуже схвильована по-
становою про висилку; тепер вже успокоїлись, тому що багатьох лишили в
Польщі, іншим продовжили речинець пробування і ітльки деяким довелося
виїхати.
Цими днями опубліковано нове розпорядження про повторну
реєстрацію всіх прибувших з Росії після 12 жовтня 1920 року осіб не-
польської національності з забороною проживати в Варшаві, варшавському
повіті та по всіх губернійних містах, а також на Волині і всіх погра-
ничних і сусідніх до Сілезії повітах.
Взагалі за останній час помічається збільшення репре-
сивного відношення польської влади до росіян; це пояснюється головним
чином слідуючими причинами: 1) приїздом до Польщі великої кількості болє-
шевиків, котрі ведуть протидержавну пропаганду, 2) справжніми перешкодами
які виникають через безперервну хвилю біженців з Росії, яка постійно
збільшується, 3) недоброзичливим настроєм до росіян та почasti страхом,
котрий панує в деяких колах польської суспільства, особливо правих,
визвати конфлікт з совітською Росією. Страх цей особливо видно тепер,
коли все збільшується переконання в можливості наступу з боку болєшеви-
ків, на який їх штовхає голод, важке внутрішнє становище в Росії і ба-
ження направити увагу народу на боротьбу з капіталізмом і звалити на
нього відповідальність за всі нещастя в совітській Росії.
В відношенні до болєшевиків і можливість війни з ними
в Польських політичних колах помічається велика незгода, викликана внуч-
рінними нещорозуміннями партій та боротьбою їх за владу. Більшість по-
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літичних груп не бачить або не хоче бачити небезпеки, яка загрожує зі
сходу. Помірковані партії бояться внутрішніх розрушів, можливих під впли-
вом війни, особливо невдачної, рахуються з небажанням широких мас воювати
з руїною держави, а також не довіряють військовій партії, на чолі кот-
рої стоять люди, близькі до голови держави, і бояться збільшення її впли
ву. Військова партія відноситься з меншою однозністю до війни, тим біль-
ше, що майбутні вибори до сейму (перший законодавчий) і вибори президен
та республіки у всякому разі зменшать їх владу а також владу маршала
Пілсудського, хоч би його навіть було вибрано президентом. Великий вплив
на антиросійські настрої має той факт, що більшість з них боїться буду-
чої Росії більше ніж большевиків, не вірять в можливість мирного її ми
ногого співжиття з незалежною Польщею та недовіряють агаданій майбутній
Росії на кордони, встановлені ризьким договором. Це має надавичайно ве-
ликий вплив на відношення поляків до антибольшевицьких організацій і
до большевиків, котрі єдині (крім Савинкова та його групи) визнали нов:
кордони Польщі.
Тимчасом большевики концентрують війська: на правобереж
ній Україні сконцентровано 25 дивізій. Недавно відкрито змову, котра
підготовляла комуністичний переворот на Волині. Центр підготовки був в
Рівному, де захоплено багато зброї і силу документів від III Інтернаці
налу за підписом Зиновьєва, арештовано поки що 200 чоловік, з них сто
сорок жидів. Польська влада не опублікувала про змову і просила газети
утриматись від звідомлень про змову і про арешти з огляду на те, що це
ведеться слідство. В звязку з цим а також в наслідок особистих віднос
маршала Пілсудського до Савинкова, Балаховича та інших представників
антибольшевицьких організацій, польська військова влада, як що не прот
гує, то і не робить перешкод різним російським організаціям, які актив
но працюють проти большевиків.
Нота Чичерина, до якої поставилась негативно вся поль
ська преса, обурена її тоном та нечуваними досі в міжнародних відноси
нах вимогами, почasti вказує на факти, які дійсно мали місце. Цими дня-
ми деякі члени народньо-демократичної фракції сейму зробили письмене
запитання до уряду про зловживання росіянами правом захисту. Інтерпе
лиція ця знов була продиктована стархом викликати конфлікт з больше-
ками, а з другого боку через партійну боротьбу та бажання робити труд
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нощі уряду.Розуміється, це заняття дуже скріпило ноту Чичерина до польського уряду.
Діяльність антибольшевицьких російських організацій в Польщі за останні часи дуже збільшилась.Організації ці працюють без жадного зв'язку між собою.До них належать слідуючі: група Савинкова виробивши остаточнотсвою програму і тактику ("Программа захити Родини и Свободи"), старається використати повстання в Росії, навязує з ними звязки, веде пропаганду, роспочинає партизанську акцію правда, в дуже скромних розмірах, з тим, щоб в належний момент ввести в совітську Росії свої загони, захопити владу в свої руки і, закріплюючи захоплені підприємства, просуватись наперед; причому боротьба ведеться не проти большевизму, як совітський лад з вільними виборами до місцевих рад, з дрібною власністю, а проти комунізму.Активні сили цієї групи діляться на два відділи: фінський і польський.Перший обіймає Фінляндію, Карелія, Естонію і почасті Латвію, на чолі цього відділу стоїть генерал Ельвенгран і помічником у нього для Естонії лейтенант Вреде.Відділ цей иннє найбільш активним і організованим, насамперед тому, що Ельвенгрен сам працює, друге тому, що фінський кордон доступний для розвідки, нарешті відділ цей має найбільші матеріальні засоби, позаяк Ельвенгрен дістає кошти не лише від Савинкова, але також від Франції і від Фінляндії.Донецення Ельвенгрена під час Кронштадського повстання весь час говорили про труднощі і стримували від передчасних виступів.Одначе, за останній час большевики розгромили в Петербурзі організацію, яка працювала з Ельвенгреном, але по характеру своєму була безпартійною.З огляду на це шанси на повстання там упали і тому Савинков одсуває свій від "їзд до Фінляндії, хоч паспорти вже взяті на імя Савинкова, Дерентала та його жінки і двох ад"тантів.
Польський відділ під безпосереднім керуванням В.В.Савинкова (братаВ.В.) зформований і виступає трохи "кустарно":звязки має випадкові, головним чином з повстанцями в Білоруссії, агітаторів посилають багато, але вони не заходять досить глибоко в Росію.Тепер багато агітаторів і організацій "провалилось" і большевики розстріляли багато досвідчених і вмілих робітників.Агенти дають відомостиви фран
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узам і полякам і від них беруть дістарть субсидії через що часто зловживавть і дають невірні відомості.
Партизанські відділи працюють слабо і організація і примітивна.Загін павлова, наприклад, пройшов недавно до Холму Псковського, пропаганди успішної вести не міг і не вів, позаяк в відділі було всього двоє більш-менш інтелігентних людей, а цілий наслідок активного виступу виявивсь в розстрілі двох большевиків, розвідки також зроблено не було жадної. Відділ ходить завше тими самими шляхами, через що тиждень тому назад загинув полковник Васильєв, котрий вів новий відділ. Він попав в большевицьку засаду, втратив багато людей вбитими і раненими і мусив відступити.
Крім вищезгаданих відділів формуються нові військові частини в районі села Глибокого в північно-східній Подьці, під назвою "рабочих дружин". Там сконцентровано коло двох з половиною тисяч людей з бувших армій Пермикина і Балаховича. В селі Глибокому знаходиться відомий полковник Ердман, котрий дає перепустки на підставі яких польська військова влада дає зброю і пропускає до совітської Росії.
Військове керування належить генералу Ярославцеву (по словах військових спеціялістів -нездібний) - креатура Балаховича, генералу Маковєву -(креатура Балаховича- в дійсності капitan kap.bat. Данилову (талановити партизан, цілком ідейний чоловік, з селян Псковської губ.)
Група Балаховича збудована по принципу самостійності. Білоруська республіка- рух створений і почasti підтриманий поляками. Балахович- старший пристав до нього як авантурник, його брат Юсиф бачить в звільненню Білоруси етап до звільнення Росії. Відділ формується також під назвою робочих дружин- сільських та лісних в районі Біловіжської Пущі- дої зібрано півтори-двi тисячі людей. Відділи Балаховича користується для розвідки агентами Савинкова, гроші дістає від польського генерального штабу. Провідники - брати Балаховичи і ротмистр Елин.
Група отамана Ангела-швидче розбійницького типу-
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коло 1000 чоловік, з певністю ні до кого не належить, але підтри-
мує звязки з українцями, Савинковим і повстанцями. Працює в нап-
рямі Мозиря. Що торкається останнів армій Пермикина і Валахо-
вича, то вони цілком дезорганізовані і як бойові одиниці не шо
істнують.
Савинков при наборі армії виходив з принципу об-
'єднання всіх протибольшевицьких призnav генерал Врангеля, прав-
да, не щиро і під впливом армії і двох своїх співробітників,
які мали тоді на нього великий вплив. Після кримської катаст-
рофи Савинков відірвався від Врангеля одверто, але про це офі-
ціяльно не заявляв під впливом Одинця, хоч росповсюджував про-
ти генерала Врангеля в Росії відозви.
Для того, щоб очистити армію від небажаного елемен-
ту, Савинков висилав непевних за межі Польщі а також в концен-
траційні табори в Домбьє і цим зруйнував свою армію. Краща част-
тина офіцерства була безумовно віддана Врангелю, кращі бойові
елементи пішли з армії, частина їх вступила в сформовані Ва-
лаховичем дружиини. Особливо сильна пропаганда проти Врангеля
ведеться серед козаків, де енергійно працює Гнилорибов. Між ин-
шим Гнилорибов горяче пропагандує самостійність і дав наказ
про церемоніальне виконання народних Донського і Кубанського
гимнів.
Коли такі організації не шкідливі тепер для Савин-
кова, то вони лишають його зниги- в випадку виходу його війсь-
кових груп з польських таборів і переходу до активних висту-
пів-опертись на них, в випадку конфлікту з представниками
більш поміркованих теній ці військові частини повстануть
проти нього. Савинков це розуміє і посилає в село Глибоке ли-
ше після старанного фільтру, але й там ідейних прихильників
він не має. Савинков тепер держиться лише звязком з маршалом
Пілсудським.
ДИПЛОМАТИЧНИЙ ВІДДІЛ
ПОСОЛЬСТВА УКРАЇНЬКОЇ НАРОДНОЇ
РЕСПУБЛІКИ В НІМЕЧЧИНІ,
№ 211
Канцелярія Директора
ОДЕРЖАНО
дня 192 р.
Вх. ч. 17/63
ПОЛІТИЧНІ ЗВІДОМЛЕННЯ.
1/Відомості про Англо-Німецьку умову.
2/Політичний стан в Польщі.
3/Наказ ліквідаційної комісії козач.частин Дону.
4/Польща і Фінляндія.
Відомості з французьких джерел про Англо-Німецьку
умову про російське питання.
Як додаток до англо-німецької згоди по російському пи-
танню з окрема французькі авторитетні джерела дають слідуюче:
втративши політичний зміст свого істнування і фактично роси-
дана Антанта повстане нині в цілком новій групировці, стимулом
якої є обміркування кардинальної для обидвох частин світа росій-
ської проблеми в Раді Ліги Націй. Англія, Німеччина і Америка че-
рез своїх представників в Раді визнали потребу і можливість як
активної політики в російському питанню, так і обєднання праці
своїх міністерств закордонних справ в цій справі. Цей новий по-
літичний курс дістав вже назву "політичної інтервенції" і по-
чаток їй зроблено переговорами голови Великобританського Пра-
вительства з представниками Совнаркомаив Льондрні Красніним.
Одержані з французького міністерства закордонних
справ докладні інформації говорять про першу стадію таємних
переговорів так:
Британський уряд, зв'язуючи долю англійського народу
з внутрішнім станом Росії, уважливо стежив за розвиненням кому-
ністичної революції в країні "совєті" і по за неберучи під уя
увагу факт послідовної катастрофи виголошених Леніним і Трацьким
соціалістичних принципів, уряд Лойд Джорджа з приємністю
заважає безперечну для англійських обсерваторів еволюцію боль-
шевизму в бік визнання деяких боргових обовязків /Совнаркомом
задоволена вже за допомогою Красіна претензія Англо-Азійського
Т-ва в квоті 250 міл. рублів золотом по концесіям в Центр.Сибі-
ру/, відмовлення від націоналізації деяких галузей індустрії і
торговлі, що відчиняє шлях закордонним концесіонерам, а також
від імперіялистичних військових планів що до англійських ко-
льоній. Побіч цього англійський кабінет міністрів, відповідно
думкам нижчої палати, бере під увагу і користний для еволюції
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бік приняття Совнаркомом американської продовольчої допомоги з її умовами.
Число прихильників так званого "еволюційного бой-
шевизму"збільшується, по відомостям англійців, особливо в провін-
ціальних Совітах північної і центральної Росії. До цієї ж катего-
рії хоч і не цілком певно належить сам Ленін. Лідером нової течії
англійці вважають Красіна, з котрим англійська суспільна думка вст-
гла за півтора роки поподитися і настільки, що сальони багатьох
комісарів і деяких державних урядовців для нього тепер відчинені.
В приватних і офіційних нарадах з Красіним був
підготовлений ґрунт для провадження вищезгаданих передбічних таєм-
них переговорів в справі формування нового складу совітського уря-
ду з Красіним на чолі.
В цих переговорах Красіна є дві точки, котрі він
вважає "кондіціо сіне ква нон ", а саме: залишення інститута совіті-
як норми місцевого самоврядування і скасовання всякої конкуренції
політичної сили соціалістичного і демократичного таборів.
Прийнявши принципово ці умови Лойд Джордж виставив
ніби то такі умови згоди:
1) Відмовлення совітського уряду від всякої агресив-
ної політики що до Англії і її колоній,
2) Скасування Коминтерна і всякої закордонної пропа-
ганди комунізму,
3) Усунення від влади скомпромітувавших себе жидів
ра чолі з Троцьким
і нарешті
4) Можливе погодження і співробітництво з обєднаною
партиєю російських монархистів, яких голова уряду вважає найбільш
інтенсивною і найменш шкідливою для англійців силою.
Другими словами, Англія готова, за допомогою Німеччини
і Америки реорганізувати і відродити бойшевицьку /або не бойше-
вицьку, але у всякім разі не комуністичну/ Росію.
Як повідомляють, Красін висловив свою згоду на всі
чотири точки, утримавшись лише з приводу Зточки що до труднощів
на шляху здійснення її мирними засобами.
В справі засобів здійснення цього плану представни
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з обидвох боків зупинилися на тім, що конче потрібно організувати окрему партію Красіна із прихильників еволюційного большевизму, яка повинна буде за фінансовою і дипломатичною допомогою Англії, після передбіжної широкої агітаційної і організаційної роботи в рядах совітів і червоної армії, добре використовуючи повстанчий рух, довести країну до нової революції. Вся підготовча робота мусить бути добрі дуже конспіративною. Кажуть, що Красін ніби то висловив певність в успіхові нової революції, при умові згоди монархичних кол, які досить численні в країні совітів, підтримувати цей намір своєю співучасть у всіх фазах його істнування. Думка про запрошен- ня монархистів належить німецьким керуючим /не соціалістичним/ сферам, які мають великий вплив на всю роботу Красіна.
Як би не оцінювати вищезазначені переговори, можна з певністю одно сказати: Англія не погодилася і не може погодитися з найне безпечнішим для її істнування російським комунізмом і шу- кає шляхів позбутися від нього в тих політичних колах, які уявля- ють собою в цей час дві єдини визначені силитросійської суспіль- ності.
Що до позиції самих большевиків тут треба навести думку тої категорії англійців, котрі скептично дивляться на всє ведення цих переговорів: комуністична програма "максимум", говорят- вони, є тільки риночна "ціна з торгом" для Європи, з котрої мудри- ми торгашами - іуделями тепер робиться без втрати для справи зник- ка в формі так званої "еволюції" большевизму.
ПОЛЬША .
Політичний стан та липень і серпень 1921.
Останні місяці не були сприятливими для закордонної і внутрішньої політики. Прогаєння в Шлеському і Віленському питанні час від часу зменшує довірря і надії в польському суспільстві що коаліції.
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В середині Польщі збільшується дорожнеча, яка набирає все більш жахливих розмірів; це пояснюється збільшенням числа мешканців через перехід нелегально кордону, а також поворот збі- ців. Все це впливає на цихніку населення, яке обвинувачує в цім уряд. Населення ставиться до уряду вороже.
Дорожнеча викликає вимогу робітників збільшити заробі- ну плату, а , е знов викликає штрейк, який триває в Варшаві липен- і серпень місяці.
Що до діяльності і впливу політичних партій і громад- ських груп, то ясно видно зміцнення лівих, особливо крайніх, бо зле забезпечени робітники і безробітні є дуже добрий матеріал для перевороту. Всі праві почали агітацію до майбутнього сойму. Вибори мають бути дуже загостреними. Комуністи і "Бунд" хочуть запропонувати свої виборчі списки в мійських районах. Поміж ро- бітниками панує обурення з приводу виборів до "каси хворих", крайні ліві і тут провадять агітацію, бажаючи захопити ще одну громадську позицію.
Польські партії виставляють п'ять виборчих списків:
1. Польська соціялістична партія (П.П.С.)
2. Народня робітнича партія (Н.П.Пр.)
3. Християнська робітнича народня партія.
4. Працюючої інтелігенції (демократична партія) С.С
5. безпартійних (сполучений список "левиць" поз.Н.П
Жидівські робітничі партії мусять організувати комі- сію, яка виявить відношення до "каси хворих" і виставить три списки:
1. Паолей-Сіон.
2. Ферейнгте.
3. Бунд.
Ці партії повинні утворити один блок жидівських соціялістичних партій.
Рух перевороту.
1. Політичні партії а/Польські партії.
1. Польська соціялістична партія опозиції (П.П.С.О.) є в фазі сполучення з комуністичною партією (К.П.Р.П.). Поки що П.П.
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С.О. має представництво в центральному комітеті П.Р.П. і в районнім комітеті працють разом з комуністами. В останні часи число лівих значно збільшується через прикрі матеріальні умови робітництва.
2. Союз комуністичної робітничої молоді об'єднувався і увійшов до К.П.Р.П. Характерно, що серед цієї партії майже одні жиди і особливо великий % учнів середніх шкіл.
3. Польська комуністична робітнича партія (К.П.Р.П.) поширила свою діяльність і на сільське населення, видаючи для цього газету "Скиб" (шматок хліба), тепер вже припинену. Заборонено також другу газету "Думка робітника". Вплив партії збільшився завдяки допомозі комуністичної фракції Союза з депутатом Ланчукьким на чолі, особливо поміж робітниками Варшави, Лодзі і Домбровського камінновугільного району, як і взагалі серед професійних союзів і робітничих кооперативів. Одною з головних газет комун. партії в Варшаві є "Огніска Роботниче" і "Цяна і лютия роботнича". До обидвох цих організацій приймаються взагалі всі робітники, але фактично попадають туди тільки прихильники К.П.Р. і П.П.С.О., члени партії П П С не приймаються. Що тижня в цих установах читається доклади по соціалістичним наукам з дискусіями на політичні теми. Під час сдоклада про валютний і економічний стан Польщі було зазначено що на руїнах Польщі повстане нова могутня держава з робоче-селянським урядом. Комуністи на всіх робітничих мітінгах і зборах тримаються одної тактики: коли виявляється, що їх менше і їм бачать, що їх резолюції і списки кандидатів можуть не пройти, то влаштовують нелад, стараючись звести увагу зборів на друге питання і всю кою ціною не дати ворогові перенаправити. Ця тактика до цього часу їм вдавалася. Комуністи користаються ще одним засобом агітації - це постановка на джені відповідних п'єс з тенденціозною фабулою, де показується неволя під час царизму з метою показати спорідненні з теперішніми часами, або боротьба робітництва з капіталом за допомогою штрайку, де переможцями бувають робітники. Ця жива агітація дуже зрозуміла для робітників і хутко знаходить прихильників серед них до льозунгів, які виставляє партія.
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б/жидівські партії.
Жидівські робітничі партії (Полей-Сіон,Ферайнгте,
Бунд)проектують згоду і утворення із свої делегатів "Міжнародньо
Ради жидівських соціялістичних робітничих партій ".Згода ця роби-
ться для поширення і зміцнення впливу цих партій а приводу набли-
ження виборів до сейму і до "каси хорих".Але ж ліві фланги цих
партій відмовились від згоди.
1.Полей-Сіон(ліва) вийшла з другого інтернаціоналу і
вийшла до третього Московського,ввійшовши також в більш тісний
звязок з російською партією Полей-Сіон,яка має в Москві свій
орган "напередодні",а також з німецькою партіею (
яка має свій орган
2.Ферайнгте (ліва)також вийшла з 2 інтернаціоналу,але не відо-
мо,чи вийшла до III інтерн.,чи тільки прихильна до нього.
З огляду на малі надії утворення в Палестині жидівсь-
ської держави,ця партія,яка проголошує в своїй програмі лозунг
утворення такої держави на якій будь території,має більш впливу
як більш реальна.
3.Бунд (ліва) все більш вороже ставиться до правого
флангу своєї партії,алеж відношення до Полей Сіону подібне до
відношення КІРП до ШІСО.Головна причина ворожечи між правими і
лівими - це "соціялпатріотизм" правих.
Професійні союзи.
Професійні союзи як польські так і жидівські підпадають
під деморалізуючий вплив комуністів.Деякі союзи вже цілком ста-
ли комуністичними,це:будівельний,металістів,чорноробочих (поден-
них).Другі союзи дуже комунізуються під впливом збільшення їхн
в них членів "червоної фракції" і утворення "комуністичних гур-
тків".Це:гірники(Домбровський район),текстильники(Лодзь-Пабли-
ця-Жирадов),рильничі робітничі союзи (Люблин і прикордонна сму-
га).Вищезазначені комуністичні гуртки організуються на зразок
російських ячеек згідно з інструкціями московських інтернаціо-
нальних союзів,що до жидівських професійних союзів,то в них
вплив Бунда йде навіть швидче комунізма.
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Наказ по ліквідаційній комісії Управління Козачих частин,
які перебувають в Польщі.
ч.35. Серпня 27 дня 1921 року м. Варшава.
Рідні донці! Два тижні тому я одержав наказ Отамана Все-
ликого Війська Донського з дня 15 липня с.р.ч.ННІ 115, надрукова-
ний в чорносотенній газеті "Набат", яка видається в Болгарії. Цей
наказ справжній, бо з усіх боків донців - в Болгарії, Сербії, Чехії,
Туреччини я дістав підтвердження про його істнування.
Як тільки я дістав цей наказ, то зараз же вицликав з табору
нач.див.полк. Попова, к-ра 16р. В.С. Сальнікова, к-ра ІІ кав.д. полку
есаула Фролова і Голову козачого делегатського зізду есаула Уль-
янова, познайомив їх зі змістом наказу, дав їм копії, які наказав
оголосити всім козакам. Після цього порушив питання про екоикання
зізду для обміркування цього наказу і вирішив сам не відпові-
дати Донському отаманові до того часу, поки не збіреться зізд і
не скаже свого авторитетного слова що до цього наказу, щоб уник-
нути всякого утиску на вільне вирішення цього питання папці пи-
тання вашими представниками. Вчора я одержав оміційне повідомлен-
ня про те, що козачий зізд делегатський в Острові-Ломжинському
товаришем міністра закордонних справ польської Держави не
дозволено. Чекати більше я не можу і не хочу. В найближчому часі
на сторінках газети "Свобода" ви прочитаєте мій лист до Донсь-
кого Отамана, відповідь на всі його обвинувачення. І хай буде
сором тим, хто в кутку боязливо шопотить. Винен, значить, полковник
Гнилорибов, коли він до цього часу мовчить і не відповідає. 31 се-
пня приду до Острова-Ломжинського для того, щоб особисто відпо-
вісти на всі питання переживаемого моменту, які вас так хвилюють
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(По відомостям, одержаним з Варшави на 20 вересня).
В Варшаві перебуває зараз фінляндська військова де-
легація, яка провадить з польським урядом переговори про вій-
кову конвенцію. Наради часто відбуваються в присутності само-
го Пілсудського. Виробляються умови взаємної допомоги при оборо-
ні і атаці, на випадок наступу бойовиків. На вечері, яку дав
польський генеральний штаб в честь делегації, начальник польсь-
кого генерального штабу генерал Сікорський в своїй промові
підкреслив зв'язки традиційного приятельства, об'єднаного обид-
ві армії і обидва народи, завдяки спільному минулому і спіль-
ним інтересам в майбутньому, яке викликається небезпекою з боку
ку відвічних ворогів.
Начальник фінляндської делегації генерал Левстрен
(інспектор армії) зазначив спільність обидвох народів і ар-
мій і сказав, що Фінляндія здивована тим, з якою енергією поль-
ська армія відкинула червоних варварів.
Французький генерал Муріу (заступник начальника
французької військової місії ген. Кісселя) зазначив, що польсь-
ка армія є гарантією миру і безпеки на Сході Європи.
Польська ревакуаційна делегація до цього часу
росташована в вагонах в Москві. Польське майно, яке, згідно з
Ризькою угодою, муєть бути передане, схороняється бойовиками.
Із совітських джерел одержано відомості , що е таємний наказ
"про розсіяння" польського майна. Частину польських і литовсь-
ких дзвонів вже переплавили, а з 1500 збірок дзвонів Литви,
які треба звернути, вдалося дістати лише 123 збірки, але і цих
бойовики не випускають , вагони з ними стоять вже три тиж-
дні.
-1-
ДИПЛОМАТИЧНИЙ ВІДДІЛ
ПОСОЛЬСТВА УКРАЇНЬКОЇ НАРОДНОЇ
РЕСПУБЛІКИ В НІМЕЧЧИНІ.
№ 214
Канцелярія Директора
ОДЕРЖАНО
28 Х/11 днів 192 р.
Вх. ч 1763
ВІДОМОСТІ ПРО ДІЯЛЬНІСТЬ БАЗИ С.-Р.У ПРАЗІ.
Заснування Празької бази.
Початок с.-рoвськoї діяльності в Чехо-словацькнй відноються
до Червня 1920 р., коли іхні найбільш видатні представники
приїхали до Праги за попередньою згодою з Бенешем. Згода ця
сталася при таких обставинах:
Зимою 1920 р. Бенеш під час перебування в Паріжі, навязав
відносини з групою "Общага Дѣла", маючи на оці що на чолі цієї
групи стоїть Бурцев, людина відома своїм революційним минулим.
Бенеш закликав " представників громадянства ", якими він уважав
Бурцева та його найближчих співробітників до Праги, щоб разом
з Чехо-словацьким урядом та за його допомогою як моральною, так
і матеріальною, вести боротьбу з большевиками.
Переговори Бенеша з Бурцевим наближались до доброго кінця,
як раптом соціалістична преса почала похід проти Бурцева за
те, що він піддержував військову диктатуру та військові аванти-
ри. В той самий час Бенеша в Паріжі одвідали найвидатніші с.-р.
Керенській, Мінор , Зензінов, (група "пур ля Росси") і заявила, що
Бурцевські кола не висловлюють поглядів російського демократич-
ного громадянства, представниками якого є вони с.-р., котрі бо-
рються однаково як з диктатурою Леніна-Троцького так і з дикта-
турою Колчака-Денікіна.
І С.-ровська формула " ні Леніна ні Колчака" сподобалась Бенешу
і він був переконаний, що має діло з людьми, за спинною котрих
стріть справжня демократична Росія, "третя Росія" як висловлю-
ються тепер. Перервали переговори з групою "Общаго Дѣла" Бенеш
навязав зносини з Керенським та його прихильниками, алерішучої
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відповіді вестаки не дав постановивши освітлити ціле питання
президенту Чехо-Словаччини Масарикку. В наслідок поїзки Бенеша
до Парижу С.-Р. звязалися з Чехословацьким урядом і Зензінов,
Мінор Лебедев та инии переїхали до Прави, куди часто навідував-
ся Керенський, і заснували там головну базу с.-рів за кордоном
За піддержкою Чехословацького уряду празьки с.-ри явидко зорган
нізувалися і 12 вересня 1920 р. почали видавати свою газету
" Воля Россії " ( котру Чехо-словаки мали ловго за представницю
російської демократичної думки), та установили звязок зі свої-
ми партійними товаришами в Совітській Росії.
Так жвидко налагодженна організаційна пра,я с.-рів поясниться
зовсім не блискучими здібностями провідників партії, а виключно
лише значним приливом грошей до їх рук.
Матеріальні джерела с.-рів.
Грошові засоби які досі с.-ри мали до розпорядження дуже знай-
ні, их треба рахувати міліонами чеських корон. Джерела матері-
ального добробуту с.-рів суть слідуючи: а) насамперед на біжучи
рахунки окремих партійних робітників, за час перебування коло
влади Керенського, Чернова, Авксентьєва, та инш. с.-рів було пе-
реведено за кордон значні суми з Російської Державної Скарбни-
ці. Деяка частина цих грошей була розтрачена довірочними людьми,
але всех таки значна частина стоїть до роспорядження празьких
провідників с.-ровської еміграції.б) в складі Колесніковського
уряду на далеким Сході посаду міністра закордонних справ зай-
мав с.-рГуревич, котрий, при допомозі відділів чеського Легіо-
банку на далеким Сході, переслав до роспорядження Лебедева, Зен-
зінова, Мінора та Керенського велику суму в золотій валюті з чи
ла золотого запасу зібраного Колчаковським урядом. Суму перес-
ланного Гуревичем золота старанно ховають як самі с.-ри, так і
компетентні люди з Легіо-банку; перші з причини партійної конс-
пірації, другі певно через те, щоб сховати від громадянства туж
лихварські проценти, які брав банк з с.-рів за це посередниц-
тво (25-30%). Золото було привезено на власних пароплавах Легіо
банку, яких він мав 2. в) На піддержку "Волі Россії", друкування
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с.- російськіх відозв для сов. Росії та інши необхідні видатки
Чехо-Словацькій уряд видає празьким с.- рамсубсідії з неплас-
них сум в роспорядженню окремих міністерств і самого президента
Треба зауважити ,що випавництво "Волі Росії" та відозв с.-р.
ведуть широко і неощадно, заарендувавши для цього одну з найдо-
розчих празьких друкарень- Тіля.г)нарешті на "благодійні" спра-
ви серед російської еміграції легіе-банк видає празьким с.-рам
до роспорядження "Земгора"-1.000.000 чеських корон. Перше ніж
асігнувати до суму, правління банку запитало князя Львова, чи
празький Земгор стоїть в органічнім звязку з відповідними орга-
нізаціями на чолі яких стоїть князь Львов,чи потребує празький
"Земгор" коштів і чи люде ,які стоять на його фолі заслуговують
довірря. Кн. Львов дав цілком прихільну відповідь з огляду на
що гроші були видані банком до цілковитого роспорядження празь-
кого "Земгора".
Відношення чеської уряду та чеськ
го суспільства до с.-рів.
Оселившись у Празі.-ри стали єдиною організованою російсь-
кою групою в Чехо-Словацчині. Отже не дивно що і Чехословацькій
уряд і чеське суспільство дивилось на це партір як на єдину
російську політичну організацію,котра здібна робити большевикам
опір і котра може стати коло державного стерна після скінення
большевицької диктатури. Придбавши такий помилковий та односо-
кий погляд,Чехи власне з цієї точки погляду і дивились на росій-
ську еміграцію в Чехії. Голос с.-рів мав найбільшу силу тай до
цього часу ще має найбільший авторитет в російських питаннях
взагалі і у відношенню до еміграції з окрема.
Вище було вже сказано про матеріальну піддержку, яку Чехи
роблять с.-рам. Одначе уряд на цьому не спинився і пішов далі.
Тут треба згадати що знаменита с.-рівська "бабушка" Врешко-
Брешковська користується великою пошаною у президента Масарика,
з наказу якого Брешковській дана до роспорядження одна з дер-
жавних віль.
Завдяки нездатності голови російської політичної місціРафаль
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-ського одвідувати у Чехії належний йому авторитет значнішого
в Празі звелось ні до чого. Рафальський-дипломат старої школи,
який найбільш усього дбає прот зовнішній бік відносин з чеським
урядом. Він магка людина, іде на компроміси, аби не загострива-
ти відносини і виявилося, що він не в силі вести боротьбу з впливо
с.-рів.
Природньо, що політичний вплив с.-рёвської бази в Празі пере-
міг політичне значення російської політичної делегації.Діло на-
віть дійшло до того, що чеський уряд уповноважив місцевих с.-рів
в особі "Зеигора" видавати російським емігрантам паспорти.З цього
приводу деякі російські діячі, як напр. проф. Лошаков, звертались
до Чеського уряду з протестами, але др. Гірса пояснив Лошакову
що багато російських емігрантів не визнають Рафальського, не ба-
жають у нього реєструватися, а тому чеський уряд повинен був
знайти який небудь вихід.Позаяк російське організоване громадянство
представляється лише в особі Земгора, то природньо, що власне цій
організації належало доручити паспортні функції.Паспорти Земгором
видаються на один рік, після чого цей паспорт відбується місцевою
поліцією. Як кажуть у Празі, до переміни паспорту, себ то до
кінця речинця, с.-ри не дають віздної візи особам, котрих не бажають
випустити за межі Чехії.
Крім того при видачі паспорту с.-ри забирають усі легітимацій-
ні папери, реєструють усі приватні, службові та інші відносини з
часів революції.
Празьк с.-ри уже з першого моменту свого розташування в Чехії
користуються чеською дипломатичною валізою для своєї таємної ко-
респонденції. Більше того : їх курери дістають курерські листи від
чеського міністерства закордонних справ, а іноді скремим особам
видаються паспорти на ім'я чеських підданих. Так наприклад на
пароплаві "Адріан"17. серпня до Ревеля приїхав Лебедєв по чесь-
кому паспорту на ім'я А.Вескіда.
З чеського уряду особливу увагу с.-рам роблять сам президент
Масарик та міністр Бенем і Гірса, хоч еімпатії останнього трохи
охолодли.
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Чеська суспільность довго ставилася до с.-рів з висловами великих ємпатій з вищезгаданої причини. Розуміється ця увага торкається лише русофільських кол,до котрих належать усі Чехи,Що були перше в Росії або мали з нею ті чи інші звязкі.Очоче на аустріц с-рам пішли і легіонери ,котрі уявляють собою суцільну і впливову організацію.Банк легіонерів як було вже вище згадано, дав навіть суб-сідін.
Відношення чеського уряду та чеських легіонерів безумовно не без користне. Та увага,яку вони виявляють с.-рам розрахована на будуче Чеські діячи підримують с.-рів в надії,що власне ци партії стане при владі в Росії,як упадуть большевики,а тоді,а тоді з огляду на минулі заслуги перед празькою базор, чеський уряд і чеськи легіо-неримають надів ліквідувати в прихильному напрямі питання про розві бійне поводження легіонерів у Сібиру.
Питання це гостре і болюче,а в будучому може бути важливим і не-приємним для Чехії, як що тільки коли небудь будучий російський уряд вимагатиме належного від неї звіту.
Легіонері, на цілому своєму шляху через Росію,награбували ко-льосальні російські богацтва. На ці награбовані кошти вони відни-нили легіо-банк, з багатьма відділами, котрий веде між іншим тор-говельні справи і з большевиками;вони купили 2 пароплави, і взагалі в цілому торговельному балансі Чехії операції легіонерів мають певну і значну вагу.Крім того легіонери набули силу дорогоцінних річей, а ще важніше великі запаси російського військового осмунду-ровання та зброї. Запаси ті були настільки значні,що їх купував чеський уряд для своєї армії і тепер ще їх купує проф. Ломшаков для російських студентів,котрих 800 душ прийнято до чеського уни-верситету.
Розуміється чеський уряд не може не рахуватися з мотливим в оглучному рішенням цього питання.Платити відшкодовання за грабунки легіонерів було би за тяжко,а тому і цей уряд і самі легіонари зацікалені в тому,щоб с.-рі стали при владі, бо Керенській,Лебедєв Мінор,Дерзінов,та Ко заневнили уряд Бенеша про забуття всіх шкод
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понесених від чеських легіонерів. З цією метою в Чехії лелить на
схожі 58.000.000 руб. золотом для будучого російського уряду,
котрі одначе уявлять собою лише частину того золота, що захо-
пили легіонери після поразки уряду адмірала Колчака.
Х а р а к т е р с .-р і в е ь к о і д і л ь н о с т и .
Дільність с.-рів направлена на: а) пропаганду, б) інформацію,
в) організацію партійних клітин в Росії, г) благодійні справи.
а) Пропаганда. Пропаганду с.-рів ведуть у Росії, атакож і за
кордоном серед еміграції. Тяжко сказати, чи багато цих проклама-
цій доходить по призначення, але всіх таки деяка частина попадає
до Росії, бо відомі випадки, коли большевики розстрілювали за
ці прокламації. Прокламації с.-рів здебільшого обвинувачують та
осуджують большевиків і унікають розвивати партійні тезиси.
Для закордонної пропаганди у с.-рів є свій власний щоденний
орган "Воля Росії" в 15.000 примірниках. З цієї кількості деяка
частина посилається до Росії, більша частина призначена для
розповсюдження серед емігрантів. Тирак газети дуже незначний, тому
газета здебільшого розсилається безплатно, здебільше на місця
контентрації останків російської армії. Поскільки мало коптів
повертає газета видко з того, що місячний дейфідіт від неї дохо-
дить 150.-200 тисяч чеських корон, незалежно від курсу. Крім
партійних цілей видання газети носять чистоособистий характер
заробітку і т.д.
Інформація. Інформаційним відділом у Праї керує латин
Брунвін, кандидат на пост міністра внутрішніх справ; премером у
будучому с.-ровському уряді буде Керенський, закордонних справ
Зензінс земельних справ- Чернов, військовий міністр Махін, морсь-
кій Лебедев, освіти Лазарєв, крім того висовуються кандидатури
в міністри Аксентьева, Мінора, Гуковского, Рубановича.
Інформаційна діяльність с.-рів провадиться і на території
Росії, з якою вони мають безумовні звязки , і досить добре на-
лагодження, а також і на еміграції. Вони мають агентів навіть
серед явно ворожих їм кол. Відування російських емігрантів
часто примушує їх йти на агкнтурну службу до с.-рів. Одначе
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треба зауважити , що хоч вони і слідкують за всіма більш менш
видатними людьми, іхній закордонний агентурний матеріал не має
великої ціни.
Що до матеріялу з Росії, то він значно цінніший, бо багато
партійних с.-рів, під фірмою безпартійних, пройшло в совітські
установи. За останній час Брушвін став помітно цікавитись жит-
тям та внутрішнім порядком установ російської арміта окре-
мими приїзжаючи до Чехії офіцерами. Це пояснюється тим, що
під час свого останнього приїзду до Праги, Керенській, в тіс-
ному колі своїх приятелів, заявив, що ніби то Вріян згодився
підтримати інтервенцію проти большевиків, коли ця інтервенція
буде не "генеральська". З огляду на це Керенській та його при-
хильники постановили установити звязок з деякими генералами
(Махров, Бічерахов та інш. а також і з Савінковим на випадок
спільної праці під с.-рівським прапором. Пословам газети
" Русское Дѣло " інформації по справам російської армії с.-ри
дістатать від полковника ген. штабу Акінтієвського, атаме гене-
рала Леонтьева.
в) Організація. З сгляду на сказане у військовому відділі
с.-рів котрии керує полковник Махов, приятель генерала Махро-
ва, розпочато працю на випадок організації не "генеральської"
інтервенції. Крім того с.-ри давно вже ведуть організаційну
працю в Росії. Від активної діяльності проти большевиків на
території сов. Росії с.-ри відмовились. За винятком пропаган-
ди вони не роблять жадних рішучих заходів проти большевиків.
Переконавшись , що селяне та росітяни маси розчарувались
у соціялістах взагалі, а в с.- рах особливо, вони покладають
усю свою енадію на інтелегенцію і тому направляють усю свою
енергію на вербування серед неї своїх прихильників, організу-
ючи свої партійні клітини. В Росії партія с.-рів дуже розбитта
слаба і залакана. Одначе провідники партії Чернов, Лебедев,
Зензінов та Керенській вели переговори з Літвіновим-Фінкель-
штейном , про Бормування большевичько-с.-рівського уряду. На
початку вересня в с.-рівських колах у Празі була звістка, що
23 Серпня в Ревелі була зустріч вищегаданих осіб, котра залиши
-8-
ля по собі у с.-рів добре враження. Відношення другорядних
с.-рівських діячів ( Госовській, Ріковській, Рубанович, Гуревіч)
до згоди з большевиками здебільшого негативне. Питання це об-
говорювалось під час одного з останніх приїздів Керенського до
Праги і тоді більшість висловилась проти згоди з большевика-
ми, і просили Керенського вплинути в цьому напрямкові на Чернова
Мінора, Лєбедева та Зензінова, котрі стоять за згоду.
С.-рівські настрої.
Теперь ще тяжко судити які наслідки для цілості партії ма-
тимуть ревельські переговори Чернова-Лєбедева з Литвіновим.
Особисті відносини проводирів дуже загострені, Йо вже було вид-
но з листа Чернова надрукованного з совітських джерел бурцевсь-
ким "Общим Дѣлом". Одначе партійна дістіпніна примушує тримати-
ся вкупі і залишити особисті непорозуміння. Не так небезпечні
для с.-рів особисті непорозуміння, як ті принципові загострен-
ня між ділами Ц.К. партії, котрий залишився в сов. Росії та його
частинок за кордоном, де представником Ц.К. є Чернов, Керенській
Мінор, та Зензінов відокремилися від Ц.К. і розпоряджають знай-
ними громовими засобами, хотять емансипуватися від впливу Ц.К.
і його директів та вести більш самостійну політику. Так наприк-
лад цілком без директів Ц.К. Керенській та Аксентьев зробили
кроки в напрямі до буржуазії (к.д.), що вилилися у форму паризь-
кої наради. Як відомо Ц.К., котрий стоїть на непримиримій пози-
ції до буржуазних партій, різко осудив ці кроки. Як згадано ви-
ще згода з большевиками поділяється далеко не всіма членами пар-
тії.
г) Благодійні справи.Благодійні і справи цікавлять сярів по-
стільки, поскільки вони дають змогу годувати своїх прихильників.
Нічого серйозного в цьому напрямі не робиться і жадної допомоги
російська еміграція від с.-рів не достає. "Русское Трудовое
Общество" переслідує виключно партійні цілі.
Презькій "Земгор" стоїть також у руках с.-рів. Головою його
до останнього часу був Зензінов, тепер його заступив Гуревіч
нікчемна зо всіх боків людина. При "Русском Домѣ" "Земгор" від-
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крив "столовку", на яку дістав кошти від Легіобанку. Справа
ідальні ведеться дуже недбало і зловживання нарєшті звернули
увагу чеського суспільства.
С.-ри і російське суспільство.
Відношення російської еміграції до діяльності с.-рів з
Праги довго було пасивним. Неорганізована маса, бачучи підер-
жку чеського уряду, не сміла протестувати. Тепер еміграція
потроху організується, з другого боку чеській уряд і громадян-
ство потроху охололо до с-рів і тому навіть серед чеського сує-
пільства можна почути осуди діяльності с.-рів і зовинувачення.
Чеській уряд починає звертатися до інших кол еміграції в
справі наприклад студенства до проф. Ломшакова (правий) На ви-
борах в комітет голодуючих с.-ри мобілізували свої сили , их
підтримали кубанські самостійники (Макаренко), а решта покину-
ла залю. На 5 вересня було призначено нові вибори на котрі від
с.-рів не прийшли і комітет було вибрано без їх участі.
DIPLOMATYCHNYY VIDDL
POSOЛЬСТВА УКРАЇНЬКОЇ НАРОДНОЇ
РЕСПУБЛІКИ В НІМЕЧЧИНІ.
№ 215
WIRTSCHAFTLICHE NACHRICHTEN AUS SOWJETRUSSLAND.
Heizmaterialien.
Die «Mosk. Prawda» teilt folgende Angaben über die Menge
des gewonnenen Heizmaterials in der ersten Hälfte von 1921 mit:
Naphthagewinnung.
1915. 1920. 1921.
Januar …………40 400 000 P. 21 100 000 P. 17 200 000 P.
Februar…………44 400 000 „ 19 300 000 „ 17 800 000 „
März……………49 400 000 „ 21 500 000 „ 20 800 000 „
April……………49 400 000 „ 18 600 000 „ 21 600 000 „
Mai………………47 900 000 „ 18 600 000 „ 23 100 000 „
Juni……………..47 200 000 „ 24 600 000 „ 22 500 000 „
Zusammen: 287 700 000 P. 124 600 000 P. 122 500 000 P.
Kohlengewinnung.
1920. 1921.
Januar …………27 210 000 P. 40 330 000 Pud.
Februar…………33 265 000 „ 47 550 000 „
März……………41 810 000 „ 51 330 000 „
April……………28 440 000 „ 48 540 000 „
Mai ……………..32 440 000 „ 36 919 000 „
Juni……………..40 040 000 „ 29 679 000 „
Zusammen: 1 112 000 Pud. 202 040 000 P. 252 669 000 Pud.
Am 1. Januar 1920 war ein Vorrat von etwa 102 Millionen
Pud Kohle vorhanden, am 1. Juli waren davon noch 84 Millionen Pud
übrig.
Brennholzbereitstellung.
1920. 1921.
- 2 -
1920. 1921.
Januar .............. 962 000 obsaschen. 980 000 obsaschen.
Februar ............. 963 500 " 828 400 "
März .................. 1 053 300 " 683 800 "
April ................. 810 500 " 385 000 "
Mai ................... 890 400 " 114 900 "
Juni .................. 862 100 " 117 100 "
Zusammen: ? 5 282 700 obsaschen. 3 080 500 obsaschen.
Die „Bednote“ teilt mit, dass die Aussicht auf Versorgung mit Holz in diesen Jahre schlechter ist, als im vorigen Jahre, obgleich das erste Stadium der Holzflüssung günstig verlaufen ist. Zum Flüssen waren 2 440 000 Kubikfaden Holz bestimmt, welche auch ins Wasser kamen; herausgeholt worden sind jedoch nur 615 000 Kubikfaden. Der Grund dazu liegt in der geringfügigen Arbeitsleistung infolge von Nahrungsmittelengel und Geldmangel.
Am 1.Juli waren die Waldkomitees den Arbeitern bereits 30 Milliarden Rubel schuldig (nach dreiwöchentlicher Arbeit.) Für die Arbeiter im Juli erhielten die Waldkomitees statt der notwendigen 21 Milliarden, nur 11 Milliarden, im August statt 34 nur 14 Milliarden und im Dezember statt 84 nur 12 Milliarden. Infolgedessen schuldeten die Waldkomitees der Bevölkerung am 1.September 50 Milliarden Rubel. Da nur noch kurze Zeit bis zum Zufrieren der Flüsse übriggeblieben ist und eigentlichlich wegen des Zersägens der Stämme mehr Geld notwendig ist, auf dessen Beschaffung die Waldkomitees keine Hoffnung haben, ist keine Aussicht vorhanden, dass mit Eintritt des Winters genügend viel Heizmaterialien an die verschiedenen Orte antrensoriiert werden können. Ebenso wie eine Verpflegungskrise steht auch in allernächster Zeit eine gewaltige Heizmaterialkrise bevor.
Schiffsverkehr in Petersburger Hafen.
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Die „Ekon.Ehiss“ gibt bekannt, dass im Laufe der ersten 9 Tage des Septembers 17 ausländische Dampfer im Petersburger Hafen einliefen, von denen 5 aus Deutschland, 5 aus England, 8 aus Holland und 1 aus Dänemark eintrafen. Aus Deutschland wurden 218 000 Pud Schienen und Pflege, 85 500 Weizen und 94 406 Pud Waren für das amerikanische Rotkreuz importiert. Die englischen Dampfer importierten 138 000 Pud Lebensmittel und 520 000 Pud Kohle und Koks. Holland importierte 448 Pud Reis, 30 400 Pud Butter und 330 000 Pud Zucker, der dänische Dampfer hatte 24 200 Pud Reis an Bord. Während derselben Periode trafen in Odessa 386 400 Pud Kohle ein.
Die Streichholzproduktion.
In den ersten 9 Monaten von 1921 sind 348 000 Kisten Streichhölzer produziert worden; das Programm wurde mit 53,3% erfüllt. Das Programm für das 2.Halbjahr von 1921 sieht die Fabrikation von 385 000 Kisten vor, wofür 6 100 Kubikfaden Holz angefordert werden.
Nachfolgende Tabelle gibt die Produktion an Streichhölzern mit Angabe der arbeitenden Fabriken und der dort beschäftigten Arbeiter an:
Arbeiterzahl. Produktion. Zahl der Durchschnittl.
Fabriken. Produktion in
Kisten auf
1 Jahr.
1914........... 21 482 4 504 000 Kisten 118 210 Kisten
1915........... 19 826 3 063 000 " 128 154 "
1917........... 10 513 1 814 000 " 89 154 "
1918........... 6 041 1 019 000 " 82 113 "
1919........... 12 835 1 006 000 " 83 85 "
1920........... 11 271 632 000 " 83 56 "
- 3 -
Im Jahre 1913 wurden 500 000 Kisten exportiert und 3 858 000 Kisten im Lande selbst verbraucht, wobei bei 22 Schachteln auf jeden Kopf der Bevölkerung fielen. Im Jahre 1920 war diese Zahl auf 4;7 Schach-
teln zusammengeschrumpft.
Verpachtungen.
Der Petrograder Rat für Volkswirtschaft beabsichtigt fügen-
de Unternehmen zu verpachten: Die chemische Fabrik "Lacksever", die
Konfektfabrik, früher "Mignon", die metallurgische Fabrik, früher
"Geröikoff" und die Wagenfabrik, früher "Merkuloff".
Die mechanische Fabrik "Gagin" und die Fabrik für chemische
Farben, früher "Kresanowskij", wurden verpachtet. Ebenso wurde die
staatliche Strickfabrik früher "Konradi" und Engels" auf 5 Jahre ver-
pachtet. Als Pachtzahlung werden 12 % der Produktion abgeliefert.
(Aus "Putj" vom 9. Oktober 21.)
Produktionsstatistik in Sowjetrussland.
Die Mitglieder der "Russischen Konstituierenden Versammlung"
in Paris haben ein Exekutivkomitee gebildet, welches Angaben über die
augenblicklichen Verhältnisse in Sowjetrussland veröffentlicht. Der
Finanz- und Wirtschaftsausschuss des Komitees hat am 15. September
einen Bericht über die wirtschaftliche Lage Sowjetrusslands, zusam-
men gestellt nach den letzten Angaben der Sowjetmacht, veröffentlicht
Der Bericht gibt folgenden bekannt:
Das Ackerland, welches im Jahre 1910 ein Areal von 85 317 80(
Dessjatins umfaßte, umfaßte im Jahre 1921 nur 57 708 784 Dessja-
tinen. Das mit den 4 wichtigsten Getreidearten besäte Areal (Weizen,
Roggen, Gerste und Hafer) ist nur 44% des Areals von 1910.
Die Anzahl des Viehs hat sich seit 1910 bedeutend verringert.
Im Jahre 1918 waren 43 732 000 Stück Rindvieh vorhanden, im Jahre
1920 dagegen 30 463 000 , mithin eine Verminderung von etwa 29%.
Weiterhin waren im Jahre 1920 53 812 000 Schafe gegen 79 218 000
vorhanden; diese Zahl hat sich somit um 325 verringert. Die Anzahl
der Schweine war im Jahre 1920 + 11 770 000 gegen 19 484 000 im Jahre
1918, Die Verminderung beträgt hier also 40%.
Die Fleischproduktion wird in ganz Russland auf 105 38 Milli-
onen Pud im Jahre 1920 geschätzt, davon 36,17 Millionen Pud Rindfleisch
22,65 Millionen Pud Kalbfleisch, 15.57 Millionen Pud Schaffleisch und
28,08 Millionen Pud Schweinefleisch. Vor der Revolution war die
Fleischproduktion in Russland mindestens doppelt so gross. Die Anzahl
der Kälber hat sich von 1916 bis 1920 um 415 Millionen oder um
1,9 % in 22 russischen Gouvernements verringert und um 140 Millionen
Stück oder 10,5% in 3 sibirischen Gouvernements, während sich die An-
zahl der Schafe in 10 russischen Gouvernements während derselben Peri-
ode um 2.727 Millionen oder 26,3% und die Anzahl der Schweine in 22
russischen Gouvernements um 1,877 Millionen oder 40% verringert hat.
Die Fleischproduktion der russischen Republik (ausser der
Ukraine und Turkestan) wird für die Periode 1921/22 mit 25 Millionen
Pud oder um 53% weniger berechnet, als im vorigen Jahre; diese Produk-
tion wäre weiterhin 8 mal geringer, als im Jahre 1916, als die Fleisch
produktion 75 Millionen Pud ausmachte. Wenn man bedenkt, dass der
enorme Niedergang der Produktion innerhalb von knapp 5 Jahren vor
sich gegangen ist, ersieht man daraus, dass Russland vor einer kata-
strophalen Verringerung der Fleischproduktion steht. Und wenn diese
Verringerung weiter fortgeht, sei es als Folge einer Periode von
schlechten Ernten oder als Folge der Naturkatastrophen auf den Viehbestand
wird man noch wenigen Jahren das Faktum konstatieren, dass die russi-
sche Viehzucht vor ihrem vollständigen Untergang steht. Um die Vieh-
zucht wieder auf die Höhe des Jahres 1918 zu bringen sind mindestens
7 - 10 Jahre notwendig. Dasjenige, was in einer Periode von 5 Jahren
so leicht zerstört worden ist, kann nur mit grossen Schwierigkeiten
in 10 Jahren wieder aufgebaut werden. Der Staat müsste den Bauern in
ihrem Kampf gegen die schlechten Ernten derart entgegenkommen, dass er
den Gedanken einer Naturkatastrophen auf Vieh, in welcher Form sie auch
sei, aufhebt.
- 4 -
Beim letzten Kongress des wirtschaftlichen Rats hat Beljutin hervor, dass die industrielle Lage in Russland im allgemeinen aufrüdenstehend sei und dass die Produktion seit 1913 nur um 30% gefallen sei. Eine Menge Nationalökonomiker opponierten jedoch dagegen. Ei. "Elen. Shian" veröffentlichte eine scharfe Kritik der Aussage Miljutins. Der Verfasser widerlebte in Behauptung, dass das sich die Produktion während jedes Jahres entwickelt hätte und habe hervor, dass die Industrie 15% genteil immer mehr zurückgeht Das Jahr 1920 war schlechter, als das Jahr 1918 und 1920 war schlechter als 1919. Das Jahr 1922 begann damit, dass alle Produktionsprogramme strandeten und eine große Anzahl von Industriellenunternehmen stillgelegt wurde. Gleichzeitig wird das Jahr 1921 mit einer vollständigen Desorganisation gekennzeichnet, nirgends jedoch ist irgend ein Aufblühen zu bemerken. Von einer Entwicklung der Textil-und Metallindustrie zu sprechen ist absolut lächerlich. Die Behauptung, dass die Produktion der Industrie seit 1918 nur um 30% zurückgegangen sein soll, ist eine reine Phantasie. Während des Jahres 1920 hat sich die Industrie in keiner Weise verbessert, sondern im Gegenteil, ein Maximum von Erstattung und Fesorgnisation erreicht.
Während des Jahres 1920 wurden an Konsumenten 1,344 Millionen Pud Brennstoffe gegen 2.638 Millionen Pud im Jahre 1918 geliefert. Der Winter 1919/1920 war in Bezug auf Versorgung mit Brennholz unvergleichlich schwerer, als der vorhergehende Winter. Die Kohlenproduktion belief sich im Jahre 1920 auf 400 Millionen Pud, etwa dieselbe wie im Jahre 1918, aber ungefähr 20% der Produktion vor dem Kriege. Die Petroleumproduktion belief sich im Jahre 1920 nur auf 225 Millionen Pud oder auf 40% der Vorkriegsproduktion. In Jahre 1913 wurden 582 Millionen Pud Petroleum gewonnen, 1916 - 302 Millionen Pud, 1917 - 532 Millionen Pud und 1918 - 232 Millionen Pud Petroleum.
Die Metallindustrie produzierte in ganz Russland (außer Polen) im Jahre 1913-257.40 Millionen Pud, Dachseisen, 1617-160.45 Millionen Pud und 1919 - 1.50 Millionen Pud. Während der ersten 9 Monate von 1920 wurden 3.70 Millionen Pud oder 2% der Produktion von 1913 produziert. An Halbfabrikaten wurden im Jahre 1913 233,82 Millionen Pud hergestellt, 1916, 201,82 Millionen Pud und in den ersten 9 Monaten von 1920 - 0.45 Millionen Pud oder 3% der Produktion von 1913. Die Produktion von gewalzten Eisen belief sich in den ersten 9 Monaten von 1920 auf 3,5% der Produktion von 1913.
Die Baumwollindustrie zeigt in gleicher Weise einen deutlichen Rückgang. Im Jahre 1913 waren 6,8 Millionen Spindeln vorhanden, welche 21 Millionen Pud Garn produzierten. Nachdem Finnland, die Ostseeprovinzen und Teile von Russland abgesondert wurden fiel die Anzahl der Spindeln auf 7,5 Millionen. Im Jahre 1916 betrug die Garnproduktion nur 1 Million Pud und fiel im Jahre 1920 auf 825.000 Pud, also ein Niedergang um 15%. Im Vergleich zur Vorkriegsproduktion betrug die Garnproduktion im Jahre 1920 nur 5 bis 6%. Im Jahre 1919 wurden 325 Millionen Arschin Baumwollgewebe fabriziert, davon in den Monaten Januar bis Juli durchschnittlich 27,7 Millionen Arschin. Während derselben Periode von 1920 wurden monatlich durchschnittlich 8 Millionen Arschin hergestellt, während des letzten Teils des Jahres erhöhte sich jedoch die Produktion allmählich auf 17 Millionen Arschin im Dezember. Während des ganzen Jahres 1920 wurden allein 118 Millionen Arschin Gewebe hergestellt, das sind 50% der Produktion von 1919 oder 4 bis 5% der Produktion von 1913.
Die Leinenindustrie verfügte vor dem Kriege über rund 400.000 Spindeln. Im Jahre 1918 waren 205.000 Spindeln in Betrieb und im Jahre 1920 nur 144.000. Im Jahre 1914 wurden 3,1 Millionen Pud Leinengarn produziert, im Jahre 1916 - 4,3 Millionen Pud, 1918 - 1,3 Millionen Pud und im Jahre 1920 - 042.000 Pud oder 30% der Produktion von 1914. Im Jahre 1920 fiel die Produktion weiterhin auf 80.000 Pud oder auf 25% der Produktion von 1914. An Leingeweben wurden im Jahre 1920 - 54 Millionen Arschin gegen 60 Millionen Arschin im Jahre 1919 hergestellt, also ein Niedergang von
- 5 -
von 20 %. Im Gegensatz zur Benzolindustrie war die Leitindustrie reichlich mit Vorräten versehen.
In der Papierindustrie wurden im Jahre 1920 - 2,15 Millionen Pud gegen 9,08 Millionen Pud im Jahre 1913 produziert, also ein Sinken der Produktion um 76 bis 79% seit der Friedenszeit.
In der graphischen Industrie war die Anzahl der gedruckten Bogen im Jahre 1920 - 2 Millionen gegen 16 Millionen im Jahre 1913.
Die Produktion der Maschinenindustrie betrug im Jahre 1910 25% der Produktion von 1910.
Die Bauindustrie zeigt einen größeren Verfall, als irgendein anderer Industriezweig.
Die Zuckerindustrie produzierte im Jahre 1913/14 - 83,5 Millionen Pud Zucker. Im Jahre 1913/20 - 4,7 Millionen Pud und im Jahre 1920/21 - 5 Millionen Pud oder etwa 6% der Produktion von 1913/14.
Die Streichholzproduktion belief sich im Jahre 1920 auf 632.000 Kisten gegen 4.457.000 Kisten im Jahre 1913, also 15% der Vorkriegsproduktion.
Die Produktion der Tabakindustrie war im Jahre 1919 ungefähr 25% der Produktion von 1914.
Die Produktion der Sägewerke belief sich im Jahre 1912 auf 430 bis 430 Millionen Quadratfuß Holzwaren. 1918 auf ungefähr 50 Millionen und 1920 auf ungefähr 70 Millionen oder 15% der Vorkriegsproduktion.
Im Vergleich zu 1913 belief sich die Produktion im Jahre 1920 von Eisenerz auf 2,2%, von Kupfererz auf 0,6%, von Asbest auf 8%, von Magnesium auf 27%.
Im Jahre 1920 betrug die Salzproduktion - 17% der Produktion von 1911.
In einem bedeutenden Grade hat die Republik von alten Vorräten gelebt, welche sich bereits im ersten Halbjahr von 1920 ihren Ende neigten. Innerhalb aller wichtigen Industriezweige herrscht Verfall.
POLLEN UND RANDSTAATEN.
Übersicht über die Zeit vom Juli bis September 1921.
POLEN.
Militärisches.
1. Kräfteverteilung.
Nach wie vor steht die Masse der polnischen Armee im West-
teil des Landes, eine stärkere Kräftegruppe an der Front gegen
Litauen. Eine wesentliche Änderung der Kräfteverteilung ist dem-
nach bisher nicht eingetreten. Eine bislang bei Warschau angenom-
mene Division (1. Leg. Div.) scheint als Reserve an die Front
gegen Litauen verschoben worden zu sein. Trotz mehrfacher Auslands-
nachrichten aus letzter Zeit über bevorstehende polnische Angriffe
gegen Russland hat eine wesentliche Verstärkung der polnischen
Kräfte an der Front gegen Russland nicht festgestellt werden können
Die an dieser Front durch Zollbatillione, Polizeikommandos und
Kavallerie verdichtete Absperrung erfolgte lediglich zu dem Zwecke,
den infolge der Hungersnot in Russland erwarteten Rückwandererstrom
aufhalten zu können. Eine Verlegung von Teilen der in Polen befind-
lichen antibolschewistischen russischen Formationen an die Grenze,
namentlich nach Ostgalizien und Wolhynien, kann stattgefunden haben.
Es ist möglich, dass diese Formationen auf polnisch-französischen
Antrieb die jetzige innere Krisis Russlands zu Unternehmungen im
Grenzgebiet ausnutzen werden. Eine weitgehende militärische Hilfe
durch Polen haben diese Formationen indes nicht zu erwarten. Die
polnische Politik verfolgt wie bisher 2 Hauptziele: Den Erwerb
Oberschlesiens und das festhalten Wilnas. Trotz einer weiteren zah-
lenmässigen Schwächung und eines gewissen Überganges zur Friedens-
organisation ist die polnische Armee zur Verwirklichung dieser
Pläne bereit geblieben. Die Umbildung der insurgenten-Formationen
des 3. Aufstandes und die Bereitstellung dieser Insurgentenkraft in
Oberschlesien und an der oberschlesischen Grenze lassen es wahr-
scheinlich erscheinen, dass Polen bei einer für Polen ungünstigen
Entscheidung der oberschlesischen Frage nicht tatenlos bleiben wird
falls Frankreich nicht etwa mit Rücksicht auf England hiergegen
scharfen Einspruch erhebt.
2. Ersatz und Organisation.
Die fristlosen Beurlaubungen wurden fortgesetzt und zwar
im Juli für den Rest des Jahrganges 1890, im Juli und August für
- 2 -
die länger als 2 Jahre dienenden Mannschaften der Jahre 1897 und
1898. In September sollten die Mannschaften des Jahrganges 1897
ganz, die des Jahrganges 1898, jedoch ohne Die an der Ostfront
stehenden, fristlos beurlaubt werden. Die Befehle über die frist-
losen Beurlaubungen widersprechen sich jedoch. Sie werden ferner,
wie auch Beschwerden von Soldaten in der Presse beweisen, nicht
rechtzeitig und nicht vollkommen durchgeführt. Zur Zeit stehen,
abgesehen von den wegen Arbeitslosigkeit freiwillig weiter Dienen-
den, sicher noch unter den Fahnen: starke Teile des Jahrganges
1896 und Teile älterer Jahrgänge, von letzteren namentlich bei
der Kavallerie, Artillerie und den technischen Truppen, ganz die
Teile des Jahrganges 1902. Ende September wurde die Einstellung
der zurückgestellten und ungedienten Mannschaften der Jahrgänge
1899 und 1900 befohlen, so dass Anfang Oktober wieder ein Aus-
gleich für etwaige Entlassungen eintreten wird. Nachrichten über
Entlaßung eines Jahrganges bedürfen stets der genauen Prüfung,
da die Polen bisher nie einen Jahrgang in voller Stärke gleichzei-
tig, sondern in Raten entließen. Hierbei wurde entschieden nach
Art des Eintrittes in die Armee, ob freiwillig oder ausgehend von
Waffengeltung und Dienstzeit.
Der Finanzminister bezeichnete am 1.7. anlässlich der
Erörterung der Finanzlage und der Kosten für die Armee diese noch
"als fast kriegsstarke". Der Kriegsminister bezifferte Ende Septem-
ber die Durchschnittsstärke der Armee mit 574000 Mann. In den letz-
ten 3 Jahren auf 574 000 Mann. Legt man die Zahl von 600 000 Mann
als Kriegsstärke zu Grunde, so ist die Stärke der Armee zur Zeit
auf 400 000 - 500 000 Mann zu schätzen, während sie nach dem Ent-
wurf für die Friedensorganisation, also nach durchgeführter Demo-
bilisierung, 270 000 Mann (Jahrgang 1900 und 1901) zählen soll. Be-
merkenswert ist ferner, dass im August noch 41 000 Offiziere statt
der für den Friedensstand vorgesehenen 17 000 in Dienst standen,
weitere Entlassungen von Offizieren (zunächst 8 000) erst später
erfolgen sollen, dass bei den Beurlaubungen der einzelnen Jahrgän-
ge die Unteroffiziere zurückgehalten werden und dass endlich nach
den bisher vorliegenden Nachrichten die Truppen, die zur Marsch-
bereitschaft nötigen Fahrzeuge und Pferde behalten haben. Auch die
Hilfswaffen, wie Sanitätsformationen und Fehrttruppen, befinden
sich noch bei den Divisionen.
Auf Friedensstand wurden Ende August die Obersten Kom-
mandobefehlshaber gesetzt. Die in April begonnene Verschmelzung des
Kriegsministeriums mit der Obersten Heeresleitung wurde durchge-
führt. Der Generalstab ist jetzt dem Kriegsministerium unterstellt.
Von den Armee-Oberkommandos blieb nur das A.O.K. 2 an der litau-
ischen Front bestehen. An Stelle der übrigen Armeenoberkommandos
wurden 4 Armeinspektionen in Warschau, Thorn und Krakau und Lem-
berg eingerichtet. Eine 5. Armeenspektion ist für Wilna vorgesehe.
Die beiden Kavallerie-Divisionsstäbe wurden aufgelöst und dafür
eine Kavallerie-Inspektion gebildet. Außerdem wurde eine Freiwillen-
spektion errichtet.
Die Errichtung der Armeesinspektionen und der Kavallerie
Inspektion bedeutet nur eine Umbenennung der bisherigen A.O.K.'s.
Ein Teil der Infanterie-Regimenter scheint nach der
Friedensgliederung umgebildet zu sein, nach der des Regt.1 Stabs-
battl., bestehend aus einer Hilfskomp., 1 M.O.K., M.W.Zug, Nachr.
Komp., Techn.Komp. und 3 Bataillonen zu je 3 Infanterie-Kompanien
umfassen soll. Auffallend ist, dass nur 1 M.G.V. für jedes Regiment
vorgesehen ist, zumal dies nicht den sonst für die Gliederung der
Infanterie maßgebenden französischen Vorschriften entspricht.
Die Artillerie hat in letzter Zeit eine Vermehrung er-
fahren. Bei der leichten und schweren Artillerie wurden auffallend
hohe Nummern (30 und darüber) festgestellt. Es ist möglich, dass
neben den Division-Artillerie-Regimentern Korpsartillerie-Verbän-
de, vielleicht bei jedem Generalkommando 1 leichte Art.-Regt.
und 1 schwere Artl. Abtlg., gebildet werden. Artillerie-Material
ist nach den in der Zeit vom Juli bis September von Frankreich er-
folgten reichlichen Lieferungen genügend vorhanden.
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An höheren Verbänden scheint in Westpreussen 1 Division aufgestellt zu werden. Gliederung und verwendete Einheiten sind jedoch noch nicht bekannt geworden. Auch aus Polen und aus Gegenden wird die Aufstellung einer neuen Division gemeldet. Die seit längerer Zeit nicht mehr festgestellte 22. Div. scheint angesichts ihrer Nummer auf die Sib. Div. Übergegangen zu sein.
Die Zoll-Formationen werden erneut umgebildet. Die aus den Etappenwach-Bataillonen herangezogenen Zollbataillone werden nach und nach aufgelöst und durch besondere, neue gebildete Zoll-Formationen ersetzt, deren Stärke an der deutschen und tschechischen Front insgesamt 13.000 Mann betragen soll. Zur Aufstellung der neuen Zoll-Formationen werden ehemalige Offiziere und Soldaten verwendet.
Die durch Erlass vom 15.5. aufgelösten Poseners-Vertrauensschon Bürgerwehren bestehen als freiwillige Organisationen weiter
3. Luftwesen.
Die Zahl der Landflugzeuge wurde um 17 französische auf etwa 400 vermehrt. In Lublin wurde im Juli das erste polnische Flugzeug erbaut, das jedoch auf dem Probeflug durch Absturz zerstört wurde. Für die Friedensgliederung der Armee sind 4 Fliegerregimenter mit je 5-6 Abteilungen und 3 Luftschifferbataillonen vorgesehen. Die Zahl der Wasserflugzeuge stieg durch französische Lieferungen von 8 auf 47.
4. Stand der Bewaffnung und Ausrüstung, Munitionslage.
Vom Juli bis September trafen über Danzig etwa 300 französische Feldgeschütze und 240 französische Revolverkanonen, mehrere schwere Geschütze sowie zahlreiche französische und englische K.O. nebst beträchtlicher Munition ein. Die Poseners Artillerie-Regimenter erhielten französische Geschütze. In Soschacz wurde eine Fulu-Fabrik gegründet. Waffen und Munition sind zur Zeit in Polen ausreichend vorhanden, jedoch ist die Bewaffnung bei der Infanterie, vielleicht auch bei der Artillerie, noch nicht einheitlich.
Bewaffnung und Ausrüstung sind noch immer nicht ausreichend.
5. Ausbildung.
Die Ausbildung nach französischen Vorschriften und unter französischer Anleitung wurde bei allen Waffen fortgesetzt. Die Poseners Divisionen übten je 4 bis 6 Wochen auf dem Truppenübungsplatz. Auch bei den Aggressions-divisionen wurden Übungen in grösseren Verbänden abgehalten. Die für August-September in Süd-Polen vorgesehenen Manöver fanden bisher nicht statt. Die Verschiebung der Manöver ist vermutlich auf die Verzögerung der Entscheidung über Oberbefehl zurückzuführen.
Führer und Unterführer wurden weiter in Warschau und in Sonderkursen, die von jedem Generalstabs-Offizier eingerichtet wurden, ausgebildet. Besonderer Wert wird jetzt annehmend auf die Fortbildung der Artillerie, welches Zweck des näheren Wiedererkennens dient, und auf die Ausbildung im Gaskampf und Messverfahren gelegt.
Die Ausbildung begrenzt bei der geringen Durchbildung der Offiziere und der mangelhaften Vorbildung der aus den Osten Polen stammenden Mannschaften grossen Schwierigkeiten, die erst nach einer gründlichen Schulung der Führer behoben werden können.
Die unter französischer Leitung stehende Generalstabschule entließ Ende September nach 2 jährigen Kursus als erste Schüler 55 Offiziere.
6. Stimmung.
Bei den grösseren Streiks in Posen und Westpreussen im
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August wurden kongresspolnische Truppen nach Posen herangezogen.
Bei der in den ehemals deutschen Gebieten herrschenden Misstimmung wollte die Regierung anscheinend für einen etwaigen Einsatz eine zuverlässige, ortsfremde Reserve zur Verfügung haben. Der bei der Eisenbahnerei. Ende August ausgesprochenen Mobilisierung mehrerer Eisenbahnjahrgänge wurde wenig Folge geleistet.
Trotzdem die Misstimmung über die schlechte Lage auch in der Truppe Fuss gefasst hat, ist mit einem Versagen der Truppe auch der aus den ehemals deutschen Gebieten stammenden, bei kriegerischen Verwicklungen nicht zu rechnen. Die trotz gelegentlicher anderer lautender Aussprüche durch und durch national empfindende Polen würden im Ernstfall ihr Vaterland nicht im Stich lassen.
Erst Rückschläge können lähmend auf den Kampfwillen wirken.
7. Marine.
Die polnische Marine verfügt zur Zeit über zwei Kanonenboote, 4 ehemals deutsche Minensuchboote (grosse Voterbete), eine aus Motorbooten bestehende Flussflottille der Weichsel, ein ge armierte Dampfer und ein als Schnellschiff benutztes Segelschiff.
3 kleine, ehemals deutsche, bei Waffenstillstand an England ausgelieferte Torpedoboote sind auf dem Wege von England nach Polen. 3 weitere werden noch erwartet. Diese Torpedoboote werden später den Kern der polnischen Flotte bilden.
Kriegsschiffe sind Putzig und Gdingen. In Putzig befindet sich eine Marineflugstation. Gdingen wird durch Anlage einer Mole erst zum Hafen ausgebaut. Die Weichselflottille ist in Thorn stationiert.
Die Gesamtstärke des Personals betrug Anfang August etwa 5700 Mann, von denen etwa 4000 Dienst tun, während der Rest auf unbestimmte Zeit beurlaubt ist.
Die polnischen Offiziere wurden bisher zur Ausbildung nach England und Frankreich geschickt. Von jetzt ab sollen sie nur noch in Frankreich als Instruktoren ausgebildet werden.
Irgend ein militärischer Wert ist der polnischen Marine für die nächste Zeit nicht beizumessen.
Für Polen erscheint eine Kriegsflotte völlig überflüssig, zumal bei seiner schlechten wirtschaftlichen Lage. Die Grundlagen, die das Vorhandensein einer Flotte notwendig machen, fehlen bei Polen gänzlich. Es sind weder eine nennenswerte Handelsflotte noch Überseeische Besitzungen vorhanden. Dazu kommt, dass den Polen infolge ihrer geschichtlichen Entwicklung seeähnliche Anlagen völlig fehlen.
Die Schaffung einer polnischen Marine ist deshalb wohl weniger der Lebensbedürfnissen des polnischen Volkes, als vielmehr der französischen Politik entsprungen; die besteht darin, auch in der Ostsee durch Polen maritimen Einfluss zu Stützpunkten zu gewinnen.
Der gleiche Vorgang findet sich bei der finnischen Marine, bei der sich seit einiger Zeit ebenfalls starke französische Einflüsse breit machen.
Politisches.
Aeusserer Politik.
Polen - Deutschland . Die oberschlesische Frage.
Die Insurgenten des 3. Aufstandes entsachen der Forderung der J.A.K., Oberschlesien bis 5.7. zu räumen, dem Buchstaben nach.
Von der J.A.K. waren keine Massnahmen zur Entwaffnung und Auflösung der Insurgenteninformationen getroffen worden. Daher konnten sich die überschlesischengenden in Ruhe auf das Land verteilen, während die aus Polen stammenden Mannschaften und Organisationen in voller Ausrüstung die Grenze Oberschlesiens er-
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erreichten, na die Polen mit der Haltung der Insurgentenwährend des 3. Aufstandes nicht zufrieden waren, so begann sofort eine gründliche Uebildung und Reinigung der Insurgentenformationen.
In die nach Posen und Kongresspolen zurückgezogenen Insurgentenverbände wurden zahlreiche aktive Offiziere und Mannschaften eingestellt. Zur Zeit sind anzunehmen: in Oberschlesien 40 - 50 000 Mann, an der oberschlesischen Grenze von nordwestlich Czernstochau bis südlich Pless 4 Inf. Div.(unter den Divisionen der Inischer Armee) - 24 000 - 30 000 Mann. In Posen befinden sich keine nennenswerten Insurgentenkräfte mehr. Die Art der Vereinzelung der Insurgenten-piv. an der oberschlesischen Grenze kommt der Vorbereitung eines etwaigen Einfalls xxxxx der Masse dieser Kräfte nach dem Südtell und in das Industriegebiet gleich.
Um den Polen nach Beendigung des 3.Aufstandes Zeit zur Umorganisation der Insurgenten zu geben und um Zeit zur Beeinflussung der übrigen Ententemächte in polnisch-französischem Sinne zu gewinnen, griff Frankreich zu dem Mittel. Es beschuldigte Deutschland der Vorbereitungen zu einen neuen Aufstand. In einer Note vom 18.7. an Deutschland wurde das zum Ausdruck gebracht und von Deutschland verlangt, umgehend Vorbereitungen für den Durchtransport einer französischen Verstärkungs-Division durch Deutschland nach Oberschlesien zu treffen. In einer Note von gleichen Tage setzte Frankreich England und Italien von dieser Schritt in Kenntnis und forderte, dass der Oberste Rat erst dann zu den Beratungen über die Grenzführung in Oberschlesien zusammenzutreten solle, wenn die von Frankreich gewünschten Verstärkungen in Oberschlesien eingetroffen wären.
Die französische Verschleppungsstatik und die Absicht Frankreichs, militärisch in Oberschlesien zu stark zu werden, dass der französische Wille sich auf jeden Fall bei neuen Verwicklungen zu Gunsten Polens durchsetzen könnte, wurde aber von England klar durchschaut und vereitelt. In dem sich nun darüber entspannenden Kampf, ob der Oberste Rat vor neuen Truppensendungen nach Oberschlesien zusammentreten sollte oder nicht, siegte England. Eng-land setzte es durch, dass der Oberste Rat am 6.8.in Paris mit den Beratungen über die Grenzführung in Oberschlesien begann. Die Gesäße, die sich hierbei zeigten, waren jedoch nicht zu überbrücken. Frankreich gab zwar die Korfnty-und die Le Rond-Linie, doch daran fest, dass eben die zweite Sfortze-Linie als Grenzlinie gewählt werden, also neben den Kreisen Pless und Rybnik fast das ganze Industriegebiet und der nördlich anschliessende Teil an Polen gegeben werden müsse. England dagegen bestand darauf, dass Deutschland die Masse des Industriegebiets erhalten müsse. Nach der von Lloyd George vorgeschlagenen Linie sollte ausser den Kreisen Rybnik und Pless, ferner eines Grenzstreiten zwischen Georgenberg und Rosenberg, nur Hyschwitz an Polen fallen. Um einen Bruch der Entente wegen der oberschlesischen Frage zu vermeiden, fand man der vorläufigen Ausweg, den Völkerbund mit der Untersuchung der Grenzführung in Oberschlesien zu beauftragen. Der Völkerbund soll einen Verschlag machen, den sich angeblich auch Frankreich unterwerfen will.
Der Völkerbund trat am 28.8. in Genf zusammen. Die oberschlesische Frage behandelt mit Hilfe von Sachverständigen ein vierer-Ausschuss, dem unter den Veralt des Belgiers Hysans, Vertreter Chinas, Brasilien und Spaniens angehören. Der Vorschlag dieses Ausschusses wird vom der Vollversammlung überprüft und dann von dieser am Obersten Rat übersandt werden. Über den Gang der Verhandlungen ist fast nichts bekannt geworden. Es ist aber klar, dass Frankreich kein Mittel ungenutzt lässt, um den Ausschuss und die Vollversammlung des Völkerbundes in polnisch-französischem Sinne zu beeinflussen. Der Erfolg dieses Treibens muss abgewartet werden. Polen führt inzwischen fort, seine weitgehenden Ansprüche auf oberschlesisches Gebiet immer und immer wieder zu betonen, durch Verschleppungen Deutschlands die Welt von den polnischen Machenschäften abzulenken. In Oberschlesien selbst ist es ruhiger geworden. Verschiedene Kreise, die von dem treiben der Insurgenten abge-
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stossen wurden, und die die schlechte wirtschaftliche Lage Polens erkennt haben, scheinen jetzt den polnischen Treibereien kühler gegenüber zu stehen. Der Gedenke an einen Freistaat Oberschlesien den jedoch weder Polen noch Frankreich kann zugeben würden, scheint Raum zu gewinnen. Auch auf die Mitte August von deutsch-österreichischer Seite ausgegangenen Versuchungsversuche wurden von polnischen Oberschlesiern eingegangen. Das alles darf nicht täuschen. Es ist zwar möglich, dass die polnische Heize im Oberen Schlesien an Boden verlieren hat, und dass zahlreiche oberschlesische Führer für einen neuen, aus besseren Gründen selbst herausbrechenden Putsch nicht mehr zu haben sind. Trotzdem können von aussen nach Oberschlesien hereingetragen, neue Verwicklungen entstehen, wenn Warschau und Paris es wollen.
Die Ententekräfte sind zur Zeit für derartige Instruktionen und Anregungen nicht ungünstig gegriffert. Die französischen Hilfen des Industriegebiet mit Ausnahme von Beuthen und Tarnowitz, also das von den Polen erstrebte Gebiet, besteht. Die Masse der Engländer steht nördlich der Franzosen im Nordosten Oberschlesiens. Die Italiener befinden sich in Orten an der oberen Oder, eine gerichtete Reserve in Oppeln. Als Verstärkung trafen 3.-5. 9. je 2 englische und französische Bataillone und 1 italienischen Bataillon ein. Ein zweites italienisches Bataillon soll folgen. Zur Zeit befinden sich in Oberschlesien:
An Franzosen: 11 Bat., 1 Esk., 10 Batter.
" Engländer: 8 " 2 Batter.
" Italiener: 7 " 4 "
Polen - Frankreich - England - Italien.
Nach einem Gemeinsamkonsens trägt Frankreich einen wesentlichen Teil der Kosten für den Unterhalt der polnischen Armee. Dafür hat Polen sich angesichts verpflichtet, Frankreich bei einer Zuteilung der Kreise Tress und Rybnik und des Industriegebiet weitgehende Ausnutzung der Kohlenfelder zu gestatten. Der Plan Frankreichs auf diese Weise in den Besitz der Herrschaft über den südosteuropäischen Kühlenmarkt zu gelangen und die deutsche Industrie weiter zu schädigen, wird von England bekämpft. England ist mit diesen Zielen Frankreichs, das mit den Streben nach einer Beherrschung Südosteuropas eng verbunden ist, nicht einverstanden. Daher beklagt England diese französische Politik. Italien, das unter dem Einfluss Sforzas französisch- und daher auch polenfreundliche Politik trieb, hat sich nach der Besetzung Sforzas in der oberschlesischen Frage sehr und mehr den englischen Standpunkt genähert. Der Wechsel der italienischen Politik ist durch die in Italien sehr und sehr Boden gewinnende Erkenntnis zu erklären, dass Italien durch den Versailler Frieden von Frankreich nicht das erhalten hat, was es erreichen konnte. Die offene und gehobene Unterstützung Jugoslawiens durch Frankreich in der Adriafage und die Zurückdrängung Italiens in Vorderasien durch Frankreich trägt dazu bei, den sich jetzt offen bemerkbar machenden Gegensatz zwischen Italien und Frankreich zu verschärfen.
Polen - südosteuropäische Staaten.
Das Defensivabkommen Polen - Rumänien folgte am 1.7. ein Han elsaßbahn zwischen diesen Staaten. Polen und Rumänien gewähren sich gegenseitig Verkehrserschließungen. Polen erhielt ferner 1½ Jahre Freibären in Gelaßt und Bresla. Damit sollten den Polen die Getreidekammern Rumäniens und der Wirtschaftsweg zu den russischen Schwarzerhöfen erschlossen werden. Vorteile erwachsen, Polen trotz dieser an sich günstigen Bedingungen des Vertrages zunächst nicht. Rumänien hat aus finanziellen Gründen den Übergangsschluss der diesjährigen Ernte bereits in Frankreich verkaufen müssen. Polen ist ferner infolge Warengeldes und seiner Verschlechterung, Seiten nicht in der Lage, den Wirtschaftsweg nach dem Schwarzen Meer auszunutzen.
Bei dem Kampf Polens gegen die Aufnahme Litauens in den Völkerbund wurde Polen von Rumänien unterstützt. Mehr Erfolg als von dem vandelsabkommen mit Russland
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kann sich Polen von einem Handelsvertrag mit der Tschecho-Slowakei versprechen. Über den seit Ende September verhandelt wird.
Polen kann von der Tschecho-Slowakei gegen Kohlen, Petroleum und Textilwaren, die für die polnische Wirtschaft dringend benötigten Eisen - Industrieartikel und auch Lebensmittel erhalten
Die von Frankreich gewünschte Annäherung Polens an die Tschecho-
Slowakei kam indes nicht zustande. Polen stellte Anfang August als Vorbedingung einer politischen Verbindung Forderungen an die Tschecho-Slowakei, die diese nicht erfüllen konnte. Polen verlangte nämlich eine Berichtigung der Teschener Grenze zu Gunsten
Polens, die Garantie der 1. Rigaer Vertrag festgesetzten russisch-polnischen Grenzen, die Unterstützung Polens durch die Tschecho-Slowakei in der oberschlesischen Frage und endlich den Anschluss Teschelens an Ungarn und Westerreich als Vorbereitung der Bildung eines großen, unter französischer Führung stehenden mittel europäischen Staatenblockes. Dieser Block, der von Frankreich als Gegengewicht gegen Russland und Deutschland, in gewisser Hinsicht auch gegen Italien gedacht ist, der also Oesterreich - Ungarn unter französischer Führung verstärkt durch Polen,
Serbien und Rumänien nenerstehen lassen will, entspricht nicht den tschechischen Wünschen. Die tschechische Politik richtet sich zudem in der ostgalizischen Frage unmittelbar gegen Polen.
Tschecchien erstrebt die Freischaffung des noch von Polen in Ost-
galizien versperrten Wirtschaftsweges von Teschelien nach Russland und unterstützt daher die Loslösungsbestrebungen der in
Ostgalizien wohnenden Ukrainer.
Polen - Russland.
Auf französischen Druck und den Einfluss gewisser polnischer Kreise ist die von Polen am 14.9. an Russland gestellte ultimative Forderung zurückzuführen, nach der Russland die im Rigaer Vertrag zugesagte Auslieferung von polnischen Geiseln und Gefangenen, ferner umfangreiche Geldleistungen bis 5.10. zu erfüllen hätte. Hierzu war Russland nicht in der Lage. Zweck dieses polnischen Schrittes, der übrigens nicht in der von Frankreich gewünschten scharfen Form durchgeführt wurde und den sich Rumänien entgegen der französischen Abicht nicht anschloss, war vermutlich folgender: Die Bevölkerung Polens sollte nach Osten abgelenkt, die innere sehr schwierige Lage Russlands durch den polnischen Schritt verschärft werden. Vielleicht wollte Frankreich auch Polen durch Verwicklungen in Osten für die Annahme einer nicht ganz den polnischen Wünschen entsprechenden Entscheidung der oberschlesischen Frage gefügig machen.
Russland bog dem polnischen Vorgehen von vornherein die Spitze dadurch ab, dass es am 24.9. Gegenforderungen stellte In der Antwort vom 28.9. nahm Polen eine Versöhnliche Haltung an Nach dem Gang der Verhandlungen zwischen Polen und Russland ist nicht anzunehmen, dass es in nächster Zeit zu kriegerischen Entwicklungen zwischen Polen und Russland kommt, zumal Polen bisher keine Vorbereitungen hierzu getroffen hat. Befehlsunternehmungen gegen Russland, die anscheinend mit Hilfe der in Polen befindlichen Petljura-und Belachowitsch-Truppen geplant sind, bleiben trotzdem möglich.
Polen - Randstaaten.
Die Zugehörigkeit Wilnas ist noch immer nicht entschieden. Die Verhandlungen über die Vilnaer Frage sollten zunächst Mitte Juli in Brüssel unter Hinzuziehung einer ortsansässigen, d.h. von Zieligowski bestimmten Delegation und damit unter für Polen günstigen Bedingungen wieder aufgenommen werden. Das Litauen ab. Darauf wurde diese Bedingung fallen gelassen. Litauen entschloss sich nunmehr zur Teilnahme an einer neuen Konferenz.
Diese begann Ende August in Genf vor der Völkerbund unter Vorsitz von Hyman. Der Vorschlag einer lockereren Angliederung des Vilna-Gebietes als eines selbständigen Kantons an Litauen unter enger
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wirtschaftlicher Bindung Litauens an Polen wurde wiederholt am
24.9. vom Völkerbund gut geheissen und von der litauischen Delega-
tion angenommen. Polen und auch die litauische Regierung lehnten
jedoch eine solche Lösung der Wilnaer Frage ab. Polen verlangt eine
Entscheidung über die Zugehörigkeit des Wilnaer Gebietes durch eine
Abstimmung, die natürlich nur unter polnischem Druck stattfinden
kann. Litauen fordert die Angleichung Wilnas ohne Vorbehalt.
Damit bleibt die Lage in Wilna wie zuvor. Zieligowski
wird sich durch keinen Völkerbundsentschluss aus Wilna entfernen
lassen, es sei denn, dass Wilna und Litauen eng an Polen angeschlos-
sen werden. Frankreich arbeitet in dieser Richtung. Es will Litauen
dafür den Besitz des Memellandes verschaffen, in dem der französi-
sche Einfluss und damit der Gedenke eines Anschlusses an Litauen
Boden gewinnt. Es wird dort überschreiten, dass das Memelland nur den
Küder für Litauen bilden soll. Wenn Litauen sich tatsächlich je auf
eine enge militärische und wirtschaftliche Bindung an Polen einlas-
sen sollte, so würd es in Kürze seine Selbständigkeit einbüssen
müssen.
Von dem Kampf zwischen Polen und Litauen um Wilna, der
Polen letztlich den Weg über Litauen zur Ostsee öffnen soll, blieben
die übrigen Randstaaten und auch Finnland nicht unberührt. Litauen
suchte in dem Streit mit Polen einen Rückhalt in den übrigen Rand-
staaten zu gewinnen. Es brachte hierzu eine Zusammenkunft mit Lett-
land und Estland vom 13.-15.7. in Riga zu stande, die neben wirt-
schaftlichen Absprachen aller 3 Staaten unter einander anscheinend
auch zu einer militärischen Annäherung des sich in Lettgallen von
Polen bedroht sehenden Lettlands an Litauen führte. Estland dagegen
schluss sich nicht militärisch an Lettland und Litauen an, sondern
suchte sich Finnland und mit Finnland Polen zu nähern. Die militär-
geographische Lage Estlands lässt es selbstverständlich erscheinen,
dass Finland sich von der finnischen Politik abhängig macht. Für
die Annäherung Finnlands an Polen war die innerpolitische Lage und
der damit zusammenhängende wechselnde Einfluss Frankreichs in Finnland ausschlaggebend.
In Finnland kam im April eine Regierung an das Ruder, die
sich auf die Linksparteien stützt. Die Linksparteien übertragen
ihren Kampf gegen die deutschfreundlichen Rechtsparteien auch auf
die Aussenpolitik. Frankreich gewann in der neuen finnischen Regie-
rung trotz des Widerstandes breiter, namentlich militärischer
Schichten schnell Einfluss. Auf das Betreiben Frankreichs ist es
zurückzuführen, dass Finnland sofort nach der Rigaer Randstaaten-
konferenz Lettland und Estland zu einer Zusammenkunft nach Helsing-
fors berief. Ziel dieser Konferenz war es, neben wirtschaftlichen
Absprachen Lettland und Estland militärisch an Finnland anzuschlie-
ßen und diesen Randstaatenblock gegen Litauen auszuspielen, um dann
über Litauen hinweg, die von Frankreich gewünschte, gegen Russland
und Deutschland gerichtete Sperre von Russien über Polen bis zu
den Ostseestraßen auszudehnen. Dieses Ziel wurde noch nicht er-
reicht. Lettland verhielt sich aus Furcht vor den in dieser Fall
sicher zu erwartenden polnischen Ansprüchen auf einen Zutritt zur
Ostsee bei Libau und auf Dünaburg ablehnend.
Die Versuche, die Randstaaten ohne Litauen für Polen und
Frankreich zu gewinnen, werden fortgesetzt. Die Besuche finnischer
und estnischer Offizier-Delegationen in Polen im September lassen
darauf schliessen, dass militärische Vereinbarungen zwischen diesen
Staaten und Polen zum mindesten vorbereitet werden.
England steht den französischen Plänen in den Randstaa-
ten und in Finnland ablehnend gegenüber, weil es selbst diese als
einfaltore nach Russland ausnutzen will. Aus diesem Grunde unter-
stützt es Litauen gegen die französisch-polnischen Machenschaften.
England dürfte auch zu der Annäherung Lettlands an Litauen beige-
tragen haben. Der Kampf um Wilna ist demnach in seinen weiteren
Auswirkungen auch ein Kampf zwischen England und Frankreich.
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Polen - Danzig.
Polen wurden im September durch eine Entscheidung des Ober-
kommissars der Freistadt Danzig die Vollbahnen der freien Stadt zuge-
sprochen. Verhandlungen, die Danzig zwecks Abänderung dieser Ent-
scheidung mit dem Völkerbund führte, blieben erfolglos. Die Polen
verlangen jetzt auch noch freie Benutzung des Danziger Hafens für
ihre Kriegsflotte, wogegen jedoch der Oberkommissar bisher Einspruch
erhob. Am 1.1.22. soll die Teilgrenze zwischen Danzig und Polen fal-
len, bis 4.4.22 soll Danzig in das polnische Wirtschaftsgebiet ein-
bezogen werden.
Alle diese Massnahmen bilden eine grosse Gefahr für die Selb-
ständigkeit, namentlich aber des Deutschtums Danzigs. Dem polnischen
Einfluss wird durch die wirtschaftliche Verschmelzung Danzigs mit
Polen jetzt Tor und Tür geöffnet werden.
INNERE POLITIK.
Die Einführung des freien Handels mit Lebensmitteln in trotz
ihrer knappheit im Juli führte in ganz Polen zu grossen Freisatz-
rungen. Dadurch wurden die bereits in hohem Masse bestehenden wirt-
schaftlichen Schwierigkeiten der Masse der Bevölkerung erhöht. Auch
in den ehemals deutschen Gebieten, in denen bis Anfang Juli infol-
ge ihrer wirtschaftlichen Selbständigkeit immer noch bessere Lebens-
bedingungen als in Kongresspolen und Galizien herrschten, wich die
Not in letzter Zeit wie in den übrigen Polen. Der Grund hierfür lag
in der am 1.3. von Warschau durchgesetzten Aufhebung der bisherigen
Wirtschaftsgrenze Polens und Westpreussens gegen Kongresspolen.
Unruhen und Streiks waren die Folge. Sie wurden in Posen und West-
preussen ebenso wie in Kongresspolen durch Lohnerniedrigungen beseitigt,
ein Mittel, das natürlich die ohnehin schwierige Finanzlage des
Staates erschweren musste und im Winter 1921/22 bei dem in allgemei-
nen geringen Ernteertrag noch mehr verschlechtert wird. Es liegt an
der Hand, dass der Zerfall der Wirtschaft, namentlich in den ehemal
deutschen Gebieten, zu Vergleichen zwischen dem "Einst" und "Jetzt"
herausfordert, und dass daher breite Schichten der Bevölkerung mit
den jetzigen Zuständen unzufrieden sind. Gelegentlich werden auch
in Posen und Westpreussen Stimmen laut, die einen wirtschaftlichen
Wiederanschluss dieser Gebiete an Deutschland fordern. Daraus lässt
sich aber nicht schliessen, als ob die Polen in diesen Gebieten den
Augenblick herbeisehnten, in dem sie wieder deutsch werden könnten.
Was die Polen der ehemals deutschen Gebiete jetzt politisch errei-
chen wollen, ist die Wiederherstellung der wirtschaftlichen und ein
gewissen politischen Selbständigkeit, aber im Rahmen des polnischen
Staates. Mehr nicht. Der Nationalismus ist in jedem Polen zu fest
verankert, als dass die Polen das, was sie erst vor kurzem nach Jahr
hundertlanger Bindung an andere Nationen erreicht haben, freiwillig
aufgeben werden.
Ob den Polen der ehemals deutschen Gebiete ihr obengenanntes
Ziel auf friedlichem Wege oder mit Gewalt erkämpft werden, lässt
sich noch nicht übersehen. Der letzte Weg kann bei einer weiteren
Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage und weiterer Fortschrei-
ten der Radikalisierung der Masse der Bevölkerung gezählt werden.
Er kann aber nur dann zum Ziel führen, wenn die Armee für den Umsturz
gewonnen werden sollte. Bisher ist dies weder in Kongresspolen noch
in den ehemals deutschen Gebieten der Fall.
Die innenpolitischen Schwierigkeiten, vielleicht auch der
französische Druck, die bisherige friedliche Politik Polens Russland
gegenüber zu ändern, brachten es mit sich, dass das bisherige, aus
den Mittelparteien gebildete Kabinett Witos am 9.6. zurücktrat.
Über die Art der Neubildung der Regierung entspann sich der alte
Kampf zwischen den rechten und linken Parteien. Auch Rufe nach einer
Militärdiktatur wurden laut. Da die gemässigte Rechte vermutlich im
Hinblick auf die schlechte Stimmung der Arbeiterschaft nicht mit de
übrigen, bisher in Opposition stehenden rechten Parteien zusammenar
beiten wollte, so wurde die neue Regierung am 20.6. unter Ponikowsk
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als eine Fachregelung etwa auf der früheren, aber nach links er-
weiterten Grundlage geschaffen, eine Anzahl der Minister des Kabi-
netts Witos, so der Aussen- und der Kriegsminister übernommen.
Das aussenpolitische Programm Ponikowskis entspricht dem der bis-
herigen Regierung: Engste Einvernahmen mit der entente und Rußni
ein, Verbesserung der wirtschaftlichen Beziehungen zu der Tschecho-
Slowakei, Beseitigung der durch Polen selbst heraufbeschworenen
Spannung mit Russland, Aufrechterhaltung der polnischen Ansprüche
auf Wilna und Oberschlesien. In der inneren Politik hat sich Poni-
kowski unbedingte Aufrechterhaltung der Ordnung und die Besserung
der Finanzen durch ein scharfes Steuerprogramm zum Ziel gesetzt.
Ponikowski wird wegen seiner früher deutschfreundlichen Hal-
tung von der oppositionellen Rechten scharf bekämpft. Ob seinem
Koalitionskabinett eine lange Dauer be- schieden sein wird, erscheint
bei dem schon jetzt beginnenden Austritt von Regierungsmitgliedern
fraglich. Der bisher durch die Bildung einer Koalition überbrückte
Gegensatz zwischen den rechten und linken Parteien kann jederzeit
wieder aufflammen und zu neuen Umwälzungen in der Regierungszusam-
mensetzung führen. Siegen die rechten Parteien, so ist mit einer
scharfen nationalistischen Äusseren und inneren Politik zu rechnen.
Das Deutschthum in den Westgebieten, die russischen Volksstämme
der Ostgebiete werden dann noch mehr als bisher unterdrückt werden.
Wirtschaft
Der Kurs der polnischen Mark ist weiter gesunken. Ihr Wert
beträgt heute kaum 2 deutsche Pfennig. Die immer noch von Frankreich
erhoffte finanzielle Hilfe blieb aus. Die fortschreitende Entwer-
tung der polnischen Mark hatte eine starke Erhöhung des Banknoten-
umlaufes und Steigerung des Fehlbetrages im Staatshaushalte zur
Folge. Ein Teil des Fehlbetrages soll durch eine Zwangsanleihe
und Sondersteuern, die den Besitz stark anfessen, gedeckt werden.
Eine Besserung der Finanzlage ist ohne die sehr fragliche Hilfe
des Auslandes nicht zu erwarten, eine Verschlechterung dagegen
scheint fast sicher zu sein. Der Aussenhandel Polens kann sich in-
folge der inneren Krisen und der Mängel in der Produktion der In-
dustrie wie der Landwirtschaft nicht wesentlich steigern, trotzdem
Russlands Markt Polen bei einer ruhigen Politik offen stehen würde.
Die Einfuhr dagegen wird zunehmen, da die neue Ernte für die Ernäh-
rung Polens trotz aller Versicherung der Regierung nicht ausrei-
chen wird, Polen also wie bisher teure Auslandslebensmittel bezie-
hen muss. Die schwierige und schwieriger werdende Wirtschaftslage
kann im Winter 21/22 zu ernsten inneren Krisen führen. Polen hofft
noch auf eine Aenderung der Lage durch den Erwerb oberschlesischer
Gebiete und durch die dann zu erwartende französische Hilfe. Siche-
rer würde Polen gehen, wenn es sich entschliessen könnte, seine
bisherige feindselige Stellung Deutschland gegenüber aufzugeben
und Deutschland zu Wiederaufbau Polens mitarbeiten zu lassen.
RANDSTAATEN
Über die militärische und politische Lage der Randstaaten
ist ausser den bereits im Abschnitt Polen "Politisches", behan-
delten Bündnisfragen nichts zu berichten.
DIE MARINE DER RANDSTAATEN.
LETTLAND.
Die lettische Marine ist dem Generalstab angeschlossen und
dem Kriegsministerium unterstellt. Die Leitung befindet sich in
den Händen ehemaliger russischer Seeoffiziere.
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Chef der Marine ist Zein Graf Keyserling. Der Personalstand beträgt etwa 40 bis 50 Seeoffiziere und 1 000 Mann, die früher der russischen Marine angehört haben.
Der Bestand an Kriegsschiffen ist kaum nennenswert. Die Flotte besteht aus etwa 10 - 12 mit Revolverkanonen und M.G.'s bewaffneten Schleppern und 4 armierten Motorbooten. Die Letzten haben eben auf Grund des russisch-litauischen Friedensvertrages auf einen Teil der früheren russischen Flotte Anspruch erhoben.
ESTLAND.
Die estnische Marine besteht aus 3 ehemals russischen Zerstörern des Noviktyps und 2 russischen Kanonenbooten.
FINNLAND.
Die finnische Marine verfügt über folgende Seestreitkräfte, die früher russische Schiffe waren.
Im finnischen Meerbusen: 1 Kanonenboot, 4 Wachfahrzeuge,
7 kleine Torpedoboote, 2 Minenleger, 5 Minensuchboote, 2 Eisbrecher und 2 U.-Boote.
Auf der Ladoga-See: 3 bewaffnete Dampfer und einige bewaffnete Motorboote.
Es ist beabsichtigt, zur Verteidigung der Seeküste und der grossen Binnenseen eine Kriegsflotte aus Zerstörern, Torpedoboote, Kanonenbooten und U-Booten zu schaffen.
Das Personal besteht aus ehemals russischen Seeoffizieren und etwa 2 000 Mann.
Anlage: 1 Skizze.
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ДИПЛОМАТИЧНИЙ ВІДДІЛ
ПОГОЛЬСТВА УКРАЇНЬКОЇ НАРОДНОЇ
РЕСПУБЛІКИ В НІМЕЧЧИНІ.
№ 217
Канцелярія Директорії
ОДЕРЖАНО
28/ХІ кня 192 р.
Вх. Ч 4768.
ПОЛІТИЧНІ ЗВІДОМЛЕННЯ.
У військових колах російських емігрантів в Берліні знов
розпочалась сильна пропаганда за політику інтервенції проти
світової Росії. Стимул до неї Іде незперечно із Франції і
демократичний елемент грає далеко більш опонуючу роль ніж
монархісти. С.-Р. удалося перетягти на свій бік багатьох ге-
нералів. Цим чуткам як і ціркулюють між російськими офіцерами
розуміється не можна цілком повірити, проте, аджеся, можна
установити слідуюче : генерал Краснов стане ніби то на чолі
повстання на Дону. На Україні військових провідником має бути
генерал Коновадов. В Румунії генерал- Врангель, в Польщі ге-
нерал- Главанян. Крім російських військових одиниць в опера-
ціях має ніби то взяти участь корпус німецьких добровольців.
Антантовсі війська не будуть притягнути, але Антанта дасть
ніби то довіл для зборування і висилку німецьких військ до
150.000 чоловів. Останні вирушать аджеся ніби то із Литви
і на чолі їх найемперед має стати князь Авалов-Бермондт.
Навіть люди, які вірять у життєвість переконання цього фан-
тастичного плану, згоджуються з тим, що акція могла би розпо-
чатись в найкращому випадкові квітні або в травні будучого
року. Імкні в російських колах про можливість повстання такої
німецької допомогової армії- аджеся поділяється і навіть по-
ходять від міродатних поважних німців. Не ясно кого можна
розглядати, як будучого військового провідника цього підприєм
ства. Роль начальника генерального штабу, по до праці в
Німеччині, грає полковник Полаков, котрий перше служив у Оде-
ніча, тоді у Перемишліна, тепер живе в Берліні.
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В зв'язку з цим винесено погляд сорьбачого офіцера про ризик
пійсько, котре Бермондт електуально номе організації, як
олідує. В Німеччині з російських салатів мина мобілізувати
7.000 людей, а офіцерів до того вже готові. Дальних 500 офіце-
рів можуть бути витинні в штабах, але для фронтової служби не
них не могло бути цілком покладанням. В Польщі Бермондт міг
бк дістати коло 7.000 людей і до того 1.500 офіцерів цілком
добрих і вратних до посилки на фронт, крім того до розпоряд-
ження Бермондта стоїть група російських офіцерів в Польщі
до їх е коло 600 чоловік, для участь обоє також добрих
фронтових офіцерів. Далі рахунок до коло 40.000 німців обіз-
веться на заклик Бермондта. Про те є сумнів чи можна для цієї
армії насрати у Німеччині командний склад. Далі рахується з
тим, що Бермондт власне завдяки своїм тісним зв'язкам з нім-
цями викличе, після свого вступу до Родії, дільний прилив
антибольшевицьких елементів ніж цінні генерали, до працють
з Французьком або польською допомогою.
Загалом можна сказати, що жодне ліні розробляти виненаве-
дені плани на взаємоперед зацікавлені в свої забезпечення при
цій праці, свого істнування, або здійснення своїх честолюб-
них бажань.
Про спільну німецького та французького капітану в російсь-
ких справах можна сказати, через допренсів-фермованого агента
уставовити слідуюче: В Берліні складається група російських
пунктромисловців, котрі представляють більш 20 великих
російських цукроварень перетягно з піднім. Справи групи про-
валить Баханович (?) київський жид, нащадок Французька Петі,
голови особистої канцелярії Мілера. Через ці родинні сто-
сунки Баханович (?) має дуже добри зв'язки у Франції. Крім
того ле групи належать бакирі: Врошенський вказав Долгорукій
та інші російські поміщики з аристократії. Метою організа-
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ції є забезпечити істнування на кілька років реалізацію цих
промисловості і запевнити відбуло ультування цукрової
промисловості в будучині за те цукропромисловець переймаєть
відповідальність постачати своїм кредиторам увесь цукор, який
вироблятиметься в будучині на їхніх фабриках. Капітал до 50%
дається Дрезденським банком. Уповноважений цього банку веде
переговори з одним з французьких банків (дається Уніон-банк)
котрий має дати дальші 40%. Здається, по ці переговори майже
закінчені.
В розмові з європейською агентом ( членом однієї з
французьких комісій в Берліні) взято слідуючи інформації:
Всі акти і звіти про Україну, які були в англійськом Міні
стерстві Закордонних Справ, передані на амунтін тинні до Міні
стерства колоній. Всі українські справи розглядалинуться нада
ции Міністерством. Один компетентний англієць висловився, що
відтепер в Льондону почнеться мирне просування на Україну
торговими агентами.
На минулім тинні у Сенатра Мендельсона в Берліні відбулася
конференція на якій були присутні чи німецьки міністри: Вірт,
Ратенау та Розен, крім того був Сарон Ротшильд в Льондону.
На цій конференції обговорювали переговори які вів Ратенау з
Лордом д"Абернрон. В цих переговорах найсамперей була нова про
порозуміння з Англією, яке відповідало б Віссаленському поро-
зумінню з Лудером, а також про можливість оздоровлення Англії
німецької марки. При цьому проектоване плям відповідно якому
Англія має постачати Німеччині потрібні сприйці для виробтв
на реалізації ринок. Росія має виплачувати Англії, яка за те
розкитає заходи для піднесення німецької валюти. Директор дер-
жавного банку Гавенштайн має поїхати до Льондону для обговоре-
ння цього плану з тамошніми фінансовими колами. Евентуально
англійській рід підтримає довговічним кредитом на англо-ні-
мецько-російську комбинацію. Появлі в Льондоні згоджується на
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пляни групи Стінєса то ставляться прихильно до політики
німецької "Фолькс" партії вважають 11 просто державельсько
Іскрова телеграма до Стамбулійського, Болгарського Мініс-
тра -президента та Міністра Закордонних Справ у Соції.
Хар'ков, 17 Квітня 1931 року.
Іскрова телеграма надана в Соції 11 Квітня подає до від-
ома що болгарські власти арештували у Барні Українську
Совітську делегацію з Каліфарських на чолі, яка приїхала для масової закупки зерна. Також подається до відома, що
у делегатів знайдено очилені дорогоцінні речі частина яких
походить з бувшої царської скарбниці. З огляду на те , що
це повідомлення має офіціальний вигляд, український совіт-
ський уряд бачить себе прикушенним, висловити болгарському
урядові з ового боку енергійний протест проти арешту деле-
гації, а також проти перекручення фактів.
1. Від совітського уряду не посилалося жадної делегації
до Болгарії. Тут розходитья о делегації українського Чер-
воного хреста під проводом громадянина Лінніченка, Голови
Українського Червоного Хреста, людини безпартійної, яка ви-
конувала ті самі функції, при Червоному Хресті, під уся-
кими релігіями на Україні.
3. Делегація не везла з собою ніяких дорогоцінностей
ані коштовних речей, а особливо таких які могли б належати
царській фамілії. Вона не могла закупити невідім небеликої
кількості зерна, бо із ледве стало грозе на копти подорожі
Залезнення болгарського агентства не відповідає дійсності
і уявляє неприхильне перекручення фактів. Каліфарський,
котрий їхав разом з делегацією, недавно перед тим виїхав
був з Болгарії з російськими та українськими військовими
полоненими, поворот яких відбувався за аголом болгарського
уряду. Телер він привіз з України цівільних інтернованих
300 гар .Завдання делегації Червоного Хреста полягало в
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тому, щоб просити дозволу у болгарського уряду на користь голодарчого населення України, а особливо прохати болгарських професорів, половини яких дістала освіту на українських університетах, допомогти їхнім укра- інським товаришам. Арештовані цієї делегації є порушення недоторканності інституції Червоного Хреста, а також неп- чування прикладом безсоромності. Український Совітський Уряд сподівається, по скромне і чисто гуманітарне завдання цієї місії не могло бути причиною цієї очевидної спроби болгарського уряду використати прийд місії Червоного Хре- та, щоб зробити з того так звану політичну справу і прид- бати цим ласку ворогів Совітського уряду, а саме французь- ких імперіалістів і все це за рахунок тих, що помирають з голоду та на Україні.
Український совітський уряд вважає себе примушеним заявити, що, якщо делегація не буде негайно звільнена, ним будуть зроблені відповідні заходи іколи болгарський про - мадане, які у великому числі перебувають на території Укра- іни, впадуть жертвою цих заходів, то цілковиту відповідальність несе болгарський уряд.
Голова Ради Народних Комісарів і КомісарЗакордон- них Справ Української Совітської Республіки Раковській
ГАЛИЧАНА І ГОРІШНІЙ ЛЕЗК
За останнім часи особливо великий інтерес, як в урядових колах, так і в широкому громадянстві викликає загострення Галицького питання. Політика Варшавського уряду за останні два роки уперто стримала до об'єднання питаннь Галицького з Українським.
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Дуже серйозна антіпольська опозиція в Галичині уклали
собою Домоклів меч, якій постійно висить над головою Великої
Польщі. Коли відкинута Львів Перемишль та вузька смугу щіл-
во коло польського кордону, решта Галичини увійшла особою
одну очевидно вороже до Польщі настроєнну масу.
Підтримуючи більш менш дружні відносини з Петлюрою та
де якими іншими з наддніпрянських українців, котрі при допо-
мозі Польщі хотят дістатися до влади, польський уряд утво -
рив цим певний громоствід в Галицькому питанню.
Були українці вороже настроєні до Польщі, але були й
таки котрі з надій на польську піддержку в українському
питанню горові були відмовитися від ворожої до Польщі по -
літики в Галичині.
За остання ліму ті дві основні гечи, котрі перше себе
взаємно паралізували остаточно роскололись. Найближчим нас-
лідком цього виявилося, що верхи під головуванням Петлюри,
Макаренка, Грекова і.т.д. установили за собою остаточно
полонофільську точку погляду, цілком втратили грунт під
собою в широких народних масах чим зробили велику прислугу
Раковському та цілому українському радянському урядові.
З другого боку Галичане розвалзали орбі руки і придбали
самостійність акцій котра дала їм змогу зайняти позицію,
яка очевидно загрожує Польщі. Беручи на увагу по поляки в
Галичині не мають жадного грунту і що в своїх змаганнях за
автономію і цілковиту незалежність українці в Галичині зна-
ходять піддержку не лише в Чехії, але навіть в Англії,
становище прийшло для Варшави дуже серйозний вигляд.
Провідники галицького руху на чолі з Петрушевичем ви-
користали момент концентрації всіх інтересів Польщі на
племськом питанню для визначення проекту цілковитої автоно-
мії Галичини. Проект цей звавтова дуже серйозну піддержку
в англійських промислових колах, зацікавленних тим щоб
Франція не захопила цілком Бориславського нафтового району.
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Уже в квітні 1921 року переговори Петрушинна з англійським чиновником прийняли цілком конкретну форму. Іна бажання Льондону...проект про майже цілковиту автономію було внесено на розгляд Найвищої Ради. Під час перебування польського міністра закордонних справ князя Сапіги в Парижі покладення вияснилось, що питання про автономію Галичини значно ускладнилось і що задоволення польських претензій в Горішньому Шлеську неминуче поведе за собою необхідність значних уступок в Галицькому країні. Послідовність і упертість, з якою національні галицькі групи, але не протягом двох років, були підготовки англо-польського руху в Галичині створили цільну серйозну місцеву загрозу польській влади.
Роспорядження дуже широких аграрних реформ, яка охоплює не тільки великі центри, але й малі села, та громові, хоч і не дуже величкі засоби, провідники кол агрутованих в Празі та Вільню можуть представляти в настадній момент дуже реальну загрозу. Велика сила фінанції, які втягає від польських угасків до Чехії, дали змогу організувати владове чесного кордону цілу низку невеликих загонів, що, хоч і не уявили собою серйозної впливової сили, але у великому раді можуть розвинути дуже значну партизанську боротьбу і завдати незначних польських гарнізонам. Загострення шляхового питання і можливість конфлікту в Німеччині при мусила польський уряд, під натиском французьких впливових колон, скоротити до мінімума галицька тягнення. Кращі частини польської армії(кількості) має бути виведено з Галичини і з семи кінних полків тепер там лишаються один для охорони границі Солітської Речі, одне на нього не можна буде рахувати на випадок внутрішніх розрухів. Частину пограничної сторожі задовж чеського кордону значно ослаблено і голосни з них втягнено до Кракова. Завдяки цьому перехід границі значно полегшено і Санди в Карпатях дістати поповнення звітками з Інтернованих в таборах, якір постійно
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сімпереходить кордон постачати населенню зброю та антипольську літературу. Громові пасом польських національних груп ідуть в різних джерелах. Не має допомогу дає їм в цьому та березні тов. Гілерсон. Завдяки цьому була змога не досить широко заохочити повстанні загони зброєю та озброєннями. До цього моменту провідники національного руху займали викладане становище. З одного боку, сподівалися на те, що питання про самостійність Галичини удасться вирішити мирним шляхом через посередництво Англії в Най- ков видів Раді, а другого боку справедливо уявляли свої сили недостаточними в боротьбі з польською армією. Концентрація польських військ на німецькому кордоні значно змінила обставини і дала екого підняття більш енергічно галицьке питання перед Найвищою Радою. До того ж відновлення французького уряду до галицького питання трохи змінилося 1 французький уряд сам постановив увійти в контакт з галичанинами. В середині травня у Відні з цього приводу велися переговори, котрі головних чином направлені на те, щоб гарантувати інтереси французьких промислових колон випадок майбутньої Галичини допустити відділення Галичини від Польщі. Переговори ці досягли цілком сприятливих результатів і в наступні дні французькі урядові агенти, які працювали в Чехо- Словаччині, різко змінили своє відношення до цілого галицького руху. Все це надзвичайно турбує польські урядові кола. На дивлячись на те що стан у Швеції з гострого перехожого в Гдитв в стадії хроничної хвороби і можливість одвертого сас озброєного конфлікту, а Німеччиною одосовується, не можна їх не признавати, що польський уряд дуже застряг і зв'язав собі руки в горішньо-шлезькому питанні. Концентрація військ зібраних у запалю повстанчих за 1 громові неминуче викличе упадок духу і порушить увесь мобілізаційний план польської армії на випадок конфлікту з Німеччиною. Треба взяти на увагу, що з цією останньою
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можливість дуже серйозно захується Варшава. В польських військових колах іотнує певна думка , що війна з Німеччиною не минуча і то краще навіть цю війну запровокувати тепер, ніж чекати будучого можливого зміцнення Німеччини. Генерал галлер в промові до офіцерів 13 уланського полку в Лауендорфі (коло Нейштат) виразно висловив думку що більш підходячого момент для війни сподіватися тяжко, совітська Росія, на його думку нела стані з огляду на свої внутрішні обставини, розпочати ворожу акцію проти Польщі. Англія же не всигла відокремитись від Антанти і вийти з під впливу Франції. Він взагалі думає що даний момент для Польщі виключно вигідно і по кояна спроб Німеччини утримати хоч би частину Шлезьку поведе до одвертого конфлікту, уникати якого Польща не повинна і не буде.
Ця думка дуже розповсюджена не тільки у військових колах але захопила майже всі близько стоячи до голови держави політичні групи.
Тому загроза серйозних ускладнень ув Галичині буде особливо неприємна для польських поліністичних кол.
Польська армія закінчила свою концентрацію вздовж німецького кордону. План військової акції локально розроблено. І необхідність перекинути частину армії до Галичини неминуче поведе за собою необхідність його цілковитої зміни. Зрозуміло тому, що можливість настоювати на своїх вимогах, а також певністю як і досі, значно захопилась. В даний момент польський уряд робить заходи щоб запобігти ускладненням. Об'явлена мобулізація львівських стрільців і взагалі польського населення в Галичині, котре сдійно їориветься в міліції. З цілою Польщі спішно направляються до Галичини поповнення для кавалермерії.
В багатьох місцях Галичини взято залишників та пороблено арешти. Тим не менше у Варшаві дарть собі цілком ясне спра- вождення і тому, що ці заходи дуже легко бути недостаточними і по доведеться вибирати „ім Мленкою та Галичиною. Тепер ціла увага польської контр-розвідки направлена на Відень та Прагу котрі переповнені польськими агентами гарячково слідкувати
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за діяльність галицьких національних груп. Четвертого, зважаючи у Варшаві 15 липня, то Найвища Рада визнала самостійність або краще сказати тут ефірної автономії Галичини, зробила у паризьких колах, які безпосередньо стоять за підприємство Конфланти прогнічуюче враження. Чутка ця була настільки висока, що навіть головний ліс та генерал Франц-Деопаре особисто попросив Печрувського до Галичини гарантовано автономії. І цю оголошення цієї автономії ставиться на пізній вертеп. Один з близько столичних до голови першими лей полковник Левкевич, який грає роль постійного посередника між Пінчуковим та Конфланти, під впливом розповів цих чуток одверто голови, що справа стоїть дуже зле і що доведеться зголотися на компроміс постанову розділу Горішнього Поважа.
Конфланти певність сказати, що життя в танці Конфланти викликані власне тим, що йому вказано на те, що на випадок загострення радянського питання він може рахувати на те що польський уряд переповитиме цих ні означеннях. Плеваку від Німеччини саме засобами, не опиняючись на перед чим, навіть загрібення конфлікту.
СТАНОВИЩЕ В ОДЕСІ.
Знешкодить по Соратської влади загальна, особливо неважко бать бойовиків робітників, які вони прийняття не змогли їх може потриматись не більше як до лютого слідуючого року. Комуністи визнавать всі сили, що перераща влади проблема як найлегше соціалістичних партій, незважаючи на промисловому випадкові вони мають чого їм сподіватись. Вольовими на підставі дозволу боротьби з чинними повстаннями, прийшли до переконання, що влада їх не може суттєвим в середині, але думають що рано чи пізно ім буде зроблено рішучий удар елементі акорд російської армії. З цього метою вони роблять зусилля под-ару
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зруйновати "впангелівців". З цієї метою комуністи посилали
силу агітаторів по Туреччини, Болгарії і Сербії під Фірмов де-
легацій Червоного Хреста, ніби то для збірання коштів на ко-
ристь голодаючих, а в дійсності для розкладу "впангелівців"
Під цієї Фірмов насипається також солдатів та офіцерів для чер-
воної армії. Так в кінці вересня цього року на пароплави "Карп"
було відправлено значну партію військових, як червоне армії
з Одеською до Одеси приїхали Троцький і Раковський щоб огляну-
ти армію з огляду на початку війни з Румунією. З розвив з ко-
муністами зв'язаного, то в софіїтських військових колах існує
план пенетрації в Румунію а з відти через Угорщину до Німеч-
чини для обстеження з німецькими комуністами.
Червона армія в Одесі виглядає дуже мізерно, червоноармей-
ці (крім комуністів) голодають і мерзачать. На змотру Троцько-
го лише три перших лави були добре одягнені, решта обірвані
і босі.
У Києві і Одесі наймовірна дозаконча : хліб- 7.000 р.Фунт
насас- 29.000 р. цукор- 30.000, черевики- 750.000 р. Торговля
істнує лише з під полі, більшої торгової не може бути бо вима-
гають платно за правил і виза. Зовнішня торговля істнувала
лише з грецями, але з того часу, як чекісти стали забирати у
греків золото, діаманти та платину, греки припинили торгово.
Залізничне сполучення між Києвом та Одесою істнує двачи на
тиждень; поїзд Іде дві лоби. В поїзд можна поплатити лише за
хабаря 500.000 руб. а хто має законний довір то платить 3500
руб. Залізниці істнують лише англійським вугільям з Маріуполя.
На поїзди, особливо в гарячих, роблять напади: недавно, між
Києвом і Одесою під насип окинуто було цілий поїзд з хлібом.
Заводи стоять. Завод Аматра за весь час влади большевиків а
10 старих аеропланів зробив один ( той нікуди не златний). На
заводі "Черноморе" (пливучий лок) де було ввійдено до 2.000
робітників за опір совітській влади, тепер працює 500 робітн.
В адміністрації цілковитей хаос, се кінець випадать деякети
викладу один другий службач засекують воїна ассоциами
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і винятково важкі зволям на видно. Терор в Одесь і в Миколаїві був великий і тепер направлений проти українців-самостійників. До тих же у Антілі та Одесь розстрілять до 180 чоловік. Знищення терору посилюється тим, що всі вони послали запити виконанні під реалізацію повстанських, котрі більш уваги болеєм українського руху. Дійшло до того, що навіть начальника гарнізону Одесь відомого дивизіона недавно арештували чекісти через підозріння в умалюванні і Колонтай спеціально приїхали ретувати його. Серед чекістів появляється також багато нестроганих проти совітської влади. Ростуть епідемії і хвороби. В Одесь за останній час виявилося багато тих, що фурункульозом на грудні нехочання.
ПОСОЛЬСТВО
УКРАЇНСЬКОЇ НАРОДНОЇ РЕСПУБЛІКИ
В НІМЕЧЧИНІ
№ 2765.
Берлін ....... дня 20.XI. 1921.
До
Пана Голови Директорії
У.Н.Р.
Канцелярія Директорії
ОДЕРЖАНО
28/VI дня '92 р.
Вх. ч 1767
Дипломатичний Відділ Посольства У.Н.Р. у Ні-
меччині має за честь переслати до Вашого розпоря-
дження приложені до цього нові інформаційні мате-
ріали:
1) №218. Окрайні держави.
2) №219. Боротьба з большевицькою владою
в Росії.
3) №220. Фінансова політика сов. Уряду.
4) №221. Червона Армія.
5) №222. Різні відомості.
6) №223. Дієлькація Червоної Армії.
7) № аі. Карта.
Особливу увагу проситьться звернути на № 222,
У Відомості з Данцігу.
ПОВІРЕНИЙ У СПРАВАХ У.Н.Р.У НІМЕЧЧИНІ
ПОСОЛ:
(письмовий підпис)
(письмовий підпис)
ДИПЛОМАТИЧНИЙ ВІДДІЛ
ПОСОЛЬСТВА УКРАЇНСЬКОЇ НАРОДНОЇ
РЕСПУБЛІКИ В НІМЕЧЧИНІ.
№ 219
БОРТЬБА З БОЛЬШЕВИЦЬКОЮ ВЛАДОЮ В
РОСІЇ.
Ліквідація "білих" фронтів в осінні минулого року не дала совіт-
ській владі бажаного спочинку.
Боротьба населення з владою не припинилась, вона набрала лише
інших форм.
Соціальні процеси, які провадяться в середині Росії, є схематично
в такому виді:
I. Влада розгубила своїх випадкових прихильників-більшість ро-
бітничого класу, солдат і малоземельне селянство, бо новий устрій
лише погіршив їх економічний стан і збільшив політичну безправ-
ність.
В теперішній мент соціальний ґрунт большевизма зруйновано до
решти, кількість його прихильників стає все менш і менш. Ізоляція
влади повна. Її підтримує лише партія, а саме 600-700 тисяч за
допомогою страшної диктатури, залізної дисципліни і добре органі-
зованого розвідчого апарату.
2. Рівночасно з повною ізоляцією влади йде руйнування її матеріал-
ної бази. Економічна суть бльшевизму - використовування старих резер-
вів і систематичне грабування селянині для утримання влади, озбро-
єної сили і робітничого населення міста. В жадній галузі народньо-
го господарства, ні в фінансах, ні в підприємстві, ні в сільським
господарстві бльшевики не змогли заложити творчості, а селянство
уперто відмовляється від економічного співробітництва з владою.
Викликана цими причинами руйна росте поступово, утворюючи незви-
чайно важкі умови життя для населення і обурюючи останнє проти
влади. Резервуар захованого до бльшевиків багацтва зменшується
з кожним днем, протест селянства набирає більшої сили, і обидва ці
фронти наближають владу до безодні, коли вона не зможе утримувати
місто, робітництво, червону армію, вохру і чека, коли замрут підпри-
ємство і транспорт.
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3. Незадоволення владою, яке пояснюється її безсиллям налагоди-
ти нормальне життя, незвичайним політичним пригнобленням і загаль-
ною економічною руїною, витворилось в антибольшевицьке престання,
яке охопило з різною силою і в різних місцях всі верстви населен-
ня Росії.
Перша верство, яка виступила проти большевиків, була інтелі-
генція. Найбільш активна її частина пішла до білої армії, решта
в масі взяла участь в так званім "саботажі", який мав цілком орга-
нізований характер. Центром боротьби з владою було місто. Робітни-
ки, селяне і червоноармейці в масі своїй тримались нейтрально чи
деколи навіть підтримували владу.
Після поразки антибольшевицьких армій було покінчено з сабо-
тажем інтелігенції. Хоч окремі випадки саботажу виникають і тепер,
але вони втратили свій масовий і організований характер.
Що правда, влада виграла від свого опанування над культурними
силами небагато: прибита большевиками інтелігенція „ране, але ви-
являє повну байдужність до державних інтересів і по більшості
дбає про свої особисті справи.
Завдяки цьому весь апарат керування державою розпадається і
уявляє з себе паразитивну бюрократію.
Коли протест інтелігенції було подавлено, активна боротьба з
владою з осени минулого року/не рахуючи повстання в лютому/за-
тихла в місті, і осередком її стало село, а активним противником/
большевизму-селянство.
Негативні наслідки комуністичної політики на селі показалися
хутко, але неодночасно на окремих теренах і з різною силою, а в
залежності від різних ітично-економічних причин.
Вже в 1919 році стало ясно, що большевизм остаточно зруйнував
нормальний економічний зв'язок між містом і селом, між підприємст-
вом і сільським господарством.
Чим дальше, тим все більше єдиним виробником реальних, матеріяльних
цінностей в державі робився селянин. Місто нічого не виробляло,
пануючи кола паразитували, влада не давала селу нічого, а брала від
-3-
нього все. Грунтом економічної політики большевизму стала експло-
атація селянства. Цілком природньо, що селянство всіма силами за-
протестувало проти спроби влади використати його інтереси власно-
сті цілям комуністичної політики.
Почалася вперта боротьба влади з селянством за продукти сіль-
ського господарства.
З початку селянство взяло пасивно-оборонну тактику, той самий
саботаж, який був формою боротьби інтелігенції з владою; вона ви-
явилася в - зменшенні сівної площі, обмеження її потребами влас-
ного господарства, скорочення лишків, уникнення від виконання різ-
них робот.
Саботаж викликав ще більш різкі форми примусу і терору з боку
влади.
Тоді хлібороби-селяне, козаки, горці місцевими взялися за зброю.
Почалася справжня війна влади з селом, війна без кінця. В різних
околицях Росії пійшов так званий повстанчий рух, або по совітській
термінології "бандитизм".
Неможливість подолати активну і пасивну боротьбу селянства
примусила владу уступити: у лютому був прийнятий "новий політичний
курс" з метою добиття згоди з селянством шляхом уступок, головною
з котрих була відмовлення-відповідних податків).
Але ж нові реформи вже спізнилися, вони не принесли фактичного
полекшення податкового тягла, влада втратила вже всяке довір'я, а де-
того ще регрес сільського господарства досвід таких розмірів, що
інтелектуальне ведення сільського господарства стало неможливим.
Голод остаточно став на першодні погодити владу з селянством, бо
примусив владу використати всі продовольчі лишки в брожай їх око-
ляцях. Тому боротьба хліборобського населення з владою не притихла
і літні місяці дали большевикам не баданний спочин, а поширення цієї
боротьби.
З початку активна, озброєна боротьба селянства вилилася в сти-
хійні повстання, метою яких був не захист тільки вузьких класових
інтересів, а просто оборона села від тих чи інших конкретних,
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грабіжницьких намірів влади. Такі масові повстання були першим етапом активної боротьби селянства з большевизмом.
Далі пішла відома еволюція: як тільки почалася організація, се линство декотрих околиць пристосовувалося до обставин, виділяло активні елементи, які почали вперту озброєну боротьбу з владою, об'єднавшись в партизанські загони. Партизанска війна, яка має хро нічний характер, є другою стадією озброєної боротьби на селі про ти большевиків.
В останній час виникли ще більші зміни, які надали партизан цині зовсім інший характер:
а/ До виділених із селянства бойових кадрів стали приєднува тися активні антибольшевицькі елементи різних верств населення: міська і сільська інтелігенція, офіцерство, дезертири з червоної армії, в декотрих околицах -робітники, бувші совітські робітники, кронштадські матроси, багато скривджених владою, багато з тих, кому загрожувало "правосуддя" большевиків. Таким чином, соціальний склад партизанських загонів втратив свій первісний цілком клясовий ха рактер і витворився в загальнонаціональний рух, хоч селянство і селянські інтереси так як і раніш відогранть в овстанчому рухо ві головну роль.
б/ Повстання, приваблюючи все нові і нові елементи, маючи тенден цію росту в глибину, в той самий час розповсюджується вширшки, пе рекидається все на нові і нові терени. Обидва зазначені процеси надають повстанчому рухові вже загально-російський масштаб.
в/ Факт активної боротьби в середині Росії викликав з боку декот рих партій бажання надати рухові організованні форми і опанувати ним. Що до цього найбільшу активність виявляють есери, організація Савінкова, грузинські меншевики, українці-самостійники. Цей факт ще більше ускладнює початковий вузький , цілком місцевий і кля совий характер повстання.
При всій різноманітності місцевих умов, які надають той чи інший відтінок повстанчому рухові, воно має і декотрі спільні риси:
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1/Неможливість подолати озброєну силу, на котрій тримається влада,
виробила особливу тактику повстанців: вся їх енергія йде на- зруй-
новання державного і господарчого апарату влади, на терор, зніщення
харчових продуктів, транспорту, і всіх матеріальних цінностей, які
увеляють собою базу всякої влади.
2/До цього часу повстання не має ні загальної викристалізованої
політичної ідеології, ні загальновизнаних провідників, ні жадного
келевництва. Форми боротьби і психологія тих елементів, які борють-
ся, мають зрештою анархічний характер: повстанці лише руйнують, але
не виявляють ще здібності до якої-небудь політичної творчості і
тому не можуть утворити влади, ні правопорядку, ні залишити за собою
якусь певну територію.
3/Знищуючи всі матеріальні засоби, які утримують бойовиків, пов-
станчий рух підточує і поскорше процес розпаду влади. В цьому його
суть і значення.
В останній час боротьба на селі, з одного боку, і обурення ро-
бітництва з причини раптового погіршення життєвих умов викликали
інтенсивність бойовиківського руху і в місті. Добровольчий Ар-
мія.
Знов почалася таємна робота партійних і безпартійних гуртків,
почалося робітниче антибойовиківське повстання, котре мало з почит-
ку форми легальної боротьби за професіональні інтереси, а в остан-
ній час прийняло характер боротьби з владою.
Антібойовиківський рух, який охопив всі верстви населення, відби-
вається і на червоній армії. Розпад армії дуже виразно помічається
і приймає форми з причини продовольчої кризи.
Озброєна боротьба провадиться не всюди. В окремих районах вона
має ріжну форму інтенсивності, і при декотрих спільних рисах, ще і
чисто місцеві прикмети.
Озброєна боротьба не припинялась в багатих південних територіях
Росії, на Україні і на Північному Кавказі, а також в Криму, з мо-
менту заняття його бойовиками.
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Трохи пізніше почалася вона в центральній черноземній смузі Ро-
сії - в Тамбовській губерні/осінь 1920 р./, на Дону, В Білорусії і
Сибіру /з весни цього року/.
Весною і літом повстання перекинулось з Тамбовської губерні
в прикордонні повіти Воронежської і Пензенської губ, захопило час-
тини поволжя/Астраханську, Самарську і Саратовську губ/частину
Зхідньої Росії-Уфімську і Оренбурзьку губ, Уральську область, чаєт
тину Пермської губ, Північну Росію-части Псковської ,Новгородсь-
кої, Петроградської, Олонецької губ. і Закавказзя.
Зазначені вище риси антибольшевицького руху в Собітській Ро-
сії, характер і форми боротьби з владою, її значиння - все це стає
ясним і зрозумілим, як придивитися ближче до форм активного анти-
большевицького руху в різних околицах.
УКРАЇНА.
Причини руху. Україна, Сибір і Північний Кавказ, уявляють собою
території, в котрих комуністичний устрій найбільш важче утворити.
Повстанчий рух на Україні, як спадщина від Добровольчої Армії,
яку перебрала совітська влада, не дивлячись на жорстокі заходи
з бруку большевиків, продовжує істнувати і навіть вибухає з новою
силом в той або інший околиці.
Зміст руху лишається той самий: активні елементи українського
селянства _організовано захищають своє право на хліб, на продук-
ти свого трудя і як можуть перешкоджають большевикам насадити со-
вітський устрій на Україні.
Дві причини роблять боротьбу з владою на Україні, на Північно-
му Кавказі і в Сибіру особливо упертою: економічна "продуктивні"
околиці України і Північного Кавказу терплять від утиску на на-
родне господарство більше, ніж ті, які користуються продуктами заз-
начених околиць; політична-большевики дивлятьсяся на багатого і здіб
ного до праці українського селянина, сибиряка і козака, як на зак-
лятого ворога совітської влади, через те нігде терор не досяг
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таких розмірів на селі, як на Україні і в козачих областях.
На Україні до цього часу є і відограють велику роль Комітети
незаможних, які складаються з самих гірших в селі елементів; вони
вносять класову ворожнечу і є фактично караючими органами влади.
А між тим аналогоїчні комітетам незаможних - комітети бідноти
вже давно ліквідовані в Росії. Завданням цих комітетів було-переб-
рати в свою користь господарства "кулаків" і вигнати останніх за
межі села.
Такі засоби мали широку практику і викинули багато розльотова-
них і все згубивших елементів.
На Україні і на Північному Кавказі вперше було утворено "ін-
ститут заложництва" для боротьби з хліборобським населенням.
При оподаткованню на внесок давали часу один місяць, потім
брали заложників коли ще не виплачували податків 5-10 днів, то
заложників розстрілювали, про що оголошувалось по селам.
Так само брали заложників і під час осінньої мобілізації
1920 року.
Знести і запалити непокірне село стало на Україні звичайним
явищем.
Нарешті на Україні населення довелось, починаючи від польсь-
кої війни, витримати всі труднощі постачання розташованих там чер-
воних військових частин. Особливо потерпіло селянство від реквізіції
фуража і коней, яку переводили завше і цілком безсистемно.
Викликане цими причинами обурення населення проти влади на
Україні дуже велике, потерпівших від большевизму багато.
На цім грунті виникла озброєна боротьба з владою.
Як каже Триліцький, докладчик в секції по боротьбі з бандитиз-
мом на з'їзді совітів, який відбувся в березні царів Харкові, "село
на Україні є кипячим котлом". Цикаво, додав докладчик, що виступи
робляться всім селом".
Справді, немає на Україні такого села, де в тій або в іншій
формі не вибухали озброєні бійки з большевиками.
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Серед окремих фактів, вибухів, вбивств є три процеси або три форми озброєної боротьби з владою:
1/В ріжних околицях виникають озброєні бунти, в котрих беруть участь майже всі. Почином до такого бунту буває звичайно збір по- датків, або особливо обуруючі васоби урядовання місцевих держав- них агентів. Ці бунти мають на меті лише оборону селян того чи іньшого населенного пункту. Вони неорганізовані, обмежуються одним або декількома селами, виливаються в дику розправу з комуністами і швидко припиняються, як тільки заявиться озброєна сила.
2/З цієї первісної, цілком без наслідків, форми згодом вироби- лась отаманщина-спроба надати боротьбі сталий характер, яка є середньою стадією між бунтом і утворенням міцної озброєної сили.
Згідно з заявою товариша голови української комісії по бороть- бі з бандитизмом-Затонського, на Україні зареєстровано 272 отама- на, оперуючих з більш менш великою силою/від 50 до декількох тисяч
Вільність з них стоїть на чолі невеличких загонів з кількома десятками чоловік, які є постійним ядром. Ці загони не мають бази, вони весь час мандрують, збільшуються, як бачили, заявляються несподі- вано, зникають і вмирають. Замість загинувших зявляються нові, тому обчислити їх абсолютно неможливо. Отамани, які не мають у своєму рас- порядженні кілька сот постійних бойців, називаються на Україні "без іменними".
Діяльність таких дрібних отаманів полягає в слідуючому: ядро загону зявляється в тій або в іньшій околиці, довідавшись про рек- візіцію, проїзд обозу і т.и. до нього приєднуються місцеві селяне.
Після розправи з агентами влади, при наближенні карного заго- ну, отаман зі своїм ядром тікає до другої волости або навіть по- віту, а місцевий склад загону закопує рушниці і розходиться додому до нового вибуху, до зявлення нової "банди". Від справжнього бою малі отамани стараються уникнути, нападаючи лише на дрібні загони.
Всі ці отамани походять з самого села.
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Партизанська війна. Поруч з цією "безіменною" отаманщиною помало
викришталізовується третя форма-утворення міцної і сталої озброє-
ної сили. Старі і великі отряди Махно, Струка, Шепеля, Тютюнника, Забо-
лотного і др.е такими постійними і сильними отрядами. Правда, у нь
також є "ядро" і "перемінний склад", які збільшують їх сили під час
наступу до кількох тисяч чоловік. Але вони відрізняються від дріб-
них отаманів тим, що оперують , деколи по кілька років, в одній
околиці, як наприклад: Махно-в Екатеринославщині, Струк-на Київщині,
Тютюнник-в Могилів-Подільському повіті, Заболотний-в Балтському по
і т.п.
З другого боку головні провідники партизанщини, заховують в собі
велику спритність, мають досить міцну внутрішню військову організа-
цію, деякий зв'язок в ближчій околиці, а деколи навіть і дальшу роз-
відку, декотрі з них-артилерію і обози.
Так наприклад, по совітським таємним відомостям, при розгромі
банди Левченко на Полтавщині було взято до полону-"штаб банди",
відділ достачання, польовий шпиталь, агітаційний відділ, листування
з Махнівцями. Банда по совітським відомостям була організована, як
"військова частина".
Деяка військова організація є і у Махно. В нього є начальник
штабу-бувший капітан Васільєв, начальник розвідки-бувш. поручник
Сидоров-Павлович, начальник кінноти бувш. вахмістр Долженко, коман-
дир "ударного піхотного отряду" матрос Гира і т.п.
Військова організація підтримується в отрядах Тютюнника,
Голуба, Подоляки, Заболотного і др. отаманів, отряди котрих склада-
ються головним чином з козаків бувш. української армії.
Струк і Махно випускали навіть свої гроші, котрі селяне май-
мали по курсу совітських, і видавали агітаційні листівки.
Декотрі отамани мають свою агентуру в центральних установах,
в че-ка, в червоної армії. Така агентура є у отамана Струка в Києві,
у отамана Заболотного є в Одеській околиці свої розвідча і вербо-
вочна організація.
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Партизани висилають також агітаторів до військових частин для антибольшевицької пропаганди поміж червоноармійцями і для перетягнення їх до повстанців.
Озброєння отрядів. Кадри озброєні добре, але на "перемінний склад" зброї не вистачає. Через це той елемент, що приєднується, втікає і отряди не можуть збільшуватися до великих розмірів. Патрони дістать у місцевого населення. Кулемети мають всі великі отряди і в вистачаючій кількості: у Махно-коло 80, Мордалевича-15, Волошенко-10, Матвієнко-10, Лошин-20 і т.и.
В останній час багато зброї приносять дезертири, а в деяких околицях червоноармійці, які під впливом продовольчої колотнечи, продають її селянам і повстанцям. В Київській губ. в лісах є для цього окремі торговища.
Артилерія є в Махно-10 орудій, Струка-2 орудія, Мордалевича 2, Голуба, Сірошапки і Перенко по одному.
Склад і керовники партизанських отрядів. Провідники отрядів, різні "батьки" і "отамани" по більшості не селяне; в маси вони є представники інтелігенції, сільської і міської, часто з військовою освітою, і дезертири червоної армії.
Так, із 25 видатних отаманів: українських офіцерів-8, російських офіцерів 6, дезертирів 4, селян-3, вчителів-2, священиків-1, совітських робітників 1.
Більшість з них бандити по вдачі, які дуже радо грабують селян сусіднього повіту. Особиста помста, боязливість кари, іноді пожива є для них головним стимулом боротьби.
Низький склад: Кадр складається з селян. Але ж при поширенні партизанщини до нього приєдналося багато другого елементу: інтелігенція і головним чином півінтелігенція.
Непримириме відношення української інтелігенції, яка має державну національну окраску, до совітської влади, викликало з боку останньої репресій. Досить зазначити, що у Київі на весні було заарештовано до 200 чоловік, а за весь час большевицького панування відіслано
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до Архангельської губ.з того ж міста 2.600 інтелігентів, головним чином міських і сільських вчителів. В багатьох містах терор що до кооперативів, вчителів, і громадських діячів набрав страшних розмірів і продовжується до цього часу. Втікаючи від терору, багато інтелігентів йде до партизанів.
2/Червоноармійці, які ідуть в відпустку, побачивши зруйновані господарства, приєднуються до банд, грабують і помчаються.
Це явище загальне для всіх околиць, де активні елементи мають можливість взяти участь в озброєній боротьбі. На його звернув увагу і Ленін, зі слів якого, "те військо, що розходиться по своїх хатах, перетворюється в анархичний елемент, який свої вимоги ниявляє в бунтах.".
3/Дезертири червоної армії, які переповнюють села і бояться розправи. В цілі отряди, які складаються лише з дезертирів, вони приходять зі своєю зброєю, наприклад, отряди: Матвіїнка-Київщина, Сокола, Павлова-Херсонщина, Сірошапки, Бурлака-Харківщина.
Про розміри дезертирства добре видно з українського бойове- витського "роста", згідно з яким за два місяці в одній тільки Київщині було зловлено 7.756 дезертирів, які брали активну участь в операціях повстанчих отрядів.
Треба зазначити, що дезертирські елементи в повстанчих отрядах починають відогравати першорядне значення. Селянство менш має витривалості, більш привязано до своєї хати, часто виходить з отрядів і більш реагує на репресії, які ведуть його господарство до занепаду. Дезертири вже відірвані від рідних осель і їм загрожує більш тяжка особиста відповідальність, через це вони є самим ста- лим кадром повстанчих отрядів.
Червоні частини, розташовані на Україні, також, як і в інших околицях, де є повстанчий рух, систематично поповнюють партизанів. Так, наприклад, отаман Матвійко регулярно дістає поповнення з залиги Кременчуґа і Чигиринa.
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4/Козаки Петлюрівської Української армії, які перейшли кордон і роззійшлися в свій час по хатах. Вони обєднуються в окремі отряди під проводом Петлюрівських офіцерів. Такими є отряди Лошина, Подоля- ки, Волошенко, Тютюнника і др.
5/Офіцери і солдати бувших антибольшевицьких армій Колчака, Дени- кина, Врангеля, яких вважають підозрілим елементом і які завше бо- ляться бути покараними. Так, наприклад, цілком офіцерський характер має отряд Зеленчука/справжнє призвіще Михайличенко/на Київщині багато офіцерів в отряді Прєнко і др.
Райони повстанчого руху і найбільш видатні повстанчі отряди.
Партизанщина і дрібний бандитизм найбільш розповсюджені на Київщині, Поділлі, Катеринославщині. В останній час озброєна боротьба значно поширилась на лівобережній Україні-на Полтавщині, Харківщи- ні і в південній частині Чернигівщини. Найбільш масливими по "бан- дитизму" околицями большевики вважають Херсонщину, Волинь і Північ- ну Таврію.
Київщина. На Київщині озброєна боротьба з большевиками провадить- ся з більшою упертістю, захоплюючи фактично всю Київщину.
Найбільш розвинені партизанщина і повстання в повітах Київському, Васильковському, Канівському, Сквирському, Таращанському, Радомисль- кому, Звенigorодському, Уманському, Чигиринському і Черкаському; трохи менше - в Бердичівському і Липовецькому повітах.
Найвидатнішим партизанським сполученням є отряд Струка, зауряд-пол ковника Д.А., не припинившого боротьбу з приходом большевиків на Україну. Струк самий популярний партизан на Київщині. За останній час його діяльність значно зменшилася, бо він мав на весні пораз- ку від червоної армії.
Катеринославщина. Як подарть большевицькі офіціози, Катеринос- лавщина є "цітаделью білогвардейської контреволюції"
Дійсно так звана Махновщина, своєрідний анархичний рух народних мас, пустила глибокі коріння на Катеринославщині не може ніяк пе-
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ревестися, не дивлячись на старання большевиків.
Побій Махно, великий район-Бахмутський, Олександрівський, Марі-
упольський, Павлоградський і Новомосковський повіти-покритий низькою банд "махновців, які мають звязок з славетним батьком, а деко-
ли опрууть самостійно. Осередками Махновщини є райони-Грицино, Славянська, Чаплино, Павлограда, Новомосковська, Гуляй-Поле.
В останній час партизанська війна перекинулася в Донецький
басейн, захопивши райони Бахмута, Криндачевки, Никитівки і Яни.
Поділля. Партизанські отряди оперують завше в районах поль-
ського кордону-в ловітах Проскурівському, Литинському, Винницькому
і Могилівському. Вони по більшості складаються з лишків Петлюрів-
ської армії. Самими видатними партизанськими отрядами є Заболот-
ного, Голуба, Тютонника, Подоляки і др.
Рух в північній частині України почалося значно пізніше і,
треба гадати, не має повного розвитку.
Чернигівщина. Партизанщина особливо розвинена в полудневих
повітах-Глухівськомі, Кролівецькому, Борзенському, Ніженському, Ко-
зелецькому, Остерському і Чернигівському.
Майбуть, північ Чернигівщини-повіти Сосюцький, Новгород-Сівер-
ський, Стародуборський, Мглинський, Суражський і Новозибківський
дуже мало захоплені рухом, бо в совітських відомостях про них не
згадується.
Полтавщина. Партизанська боротьба охопила всю Полтавщину і має тенденцію до поширення. Найбільший отряд, дувшого унтер-офіцера
Шупа, наробивший большевикам багато турбот ще при Добровольчій ар-
мії.
Дрібних отрядів дуже багато, що видно з большевицьких дже-
рел, по котрим їх зареєстровано коло сотні.
Херсонщина. Озброєна боротьба провадиться дуже вперто в пів-
нічних повітах: Першомайському, Александрійському, Ананівському, Воз-
несенському, Полуднева частина-Одеський, Херсонський і Миколаївсь-
кий повіти, після жорстокої розправи з повстаннями, центром якої
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були імєцькі кольонії, порівнюючи спокійна.
Старих і великих партизанських частин немає.
Харківщина. Партизанщина тут почала розвиватися тільки в цьо-
му році і захопила всю територію. Дра отрядів складаються переважно з червоноармійських дезертирів.
Північна Таврія. Великих партизанських отрядів немає. Дрібні
отряди ходять по АКС, Бердянському повіту.
Волинь. Селянство в більшості пасивне. Рух намагається зро-
бити Петлюра. В Старо-Константинівському повіті оперував отаман
Тютюник, але був розбитий між Старо-Константиновим і Вердичовим,
після чого перейшов на Поділля.
Взагалі боротьба поширятєся на північ і схід. Партизани, яких пере-
слідує червона армія, часто розлаяться, перекидаються далеко і пере-
носять мікроби боротьби в більш спокійні місця.
Загальний характер роботи партизан. Організоване, озброєне 68
основне ядро партизанських отрядів не перевищує 20-30 тисяч при
десяти орудіях. Безумовно, ця кількість не тривала і, як бойова оди-
ниця, не поважна. Значніша її ще зменшується браком єдності коман-
дування, пляну операцій, технічними дефектами, браком зброї і т. і.
Через це партизанські отряди мають принцип уникати бою з ве-
ликими військовими частинами, і обмежуються нападом на невеликі
продовольчі, карні отряди і дрібні військові частини. Винятком є
Махно і Струк, самі сильні отамани на Україні. Але ж спроба того і
другого дати своїм операціям більш широкий масштаб , до свого часу
кінчалися невдачею.
Нігде на Україні партизани не змогли закріпити за собою певну
територію і утворити міцну базу. Ім доводиться переховуватися в лі-
сах, осочі і мандрувати з села в село.
Тактика партизанів. Вважаючи неможливим скинути бойшевизм
звичайним і швидким шляхом-знищенням озброєної сили, українські
партизани і підтримуюче їх селянство всі свої сили віддали боротьбі на заморення. Терор проти агентів влади, навіть самих дрібних
і підрив всеї економічної діяльності большевик-це головні засо
би їх тактики.
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Терор. Розміри його можна бачити з відомостей в совітському офіціозі:з початку року до 1 червня на Україні було всьго 3722 члена партії,з них 27 жінок.
Особливо багато погибле "продробітників"Веручи під увагу, що в ми нулому році на продовольчу працю і боротьбу з бандитизмом було мобілізовано 22 тисячі комуністів, а в цьому році 50 % партії, зро зуміло, яке напруження виносить весь час партія, яку велику має во на втрату. Комуністів бат терором по самому болючому місці, зни- шуючи кадри досвідчених робітників і без того не численних на пе- реферії і зриваючи цим виконання самого головного завдання вла- ди - збирання продовольчих резервів.
Напад на міста. За трьохмісячний період/січень-березень/большо- виками зареєстровано 15 нападів на губерніяльні і повітові міста і 17 залізничних станцій.
Напади на озброєні отряди. За той же самий час партизани зроби- ли 95 нападів на карні і продовольчі отряди, при чому 14 з них знищили до ренти.
Розклад економічної діяльності влади. Терор, напади на міста, знищення продовольчих отрядів руйнують економічне життя і про- довольчу справу.
Не дати болячевикам хліба - це головна мета партизанів. При чому вони мають повну піддержку з боку селянських мас.
Бувать випадки, що селяне самі знищують хліб.
Одночасно партизани і підтримуючі їх селяне руйнують всі економічні джерела, з яких утримується влада, нищать "совхози", неу- ють копальні, фабрики, працюючи в них комуністи, а часто і "спеці" -агрономи і інженери знищуються, матеріали і краї розкрадаються.
Гальмується також заготовка дров, від якої залежить праця індустрії і транспорта.
Руйнування транспорту. Розклад державного апарату, паралізован на економічної і продовольчої діяльності влади доносується систематичним руйнуванням і без того ослабленого транспорту.
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OESTERREICH.
Militärbehörden der Militärdirektion des Verbandes des Heeres von St. Germain.
Die Intendanz der Militärverwaltung für die Auslandschweizer, und die Militärkommandantur in Wien - und Mailand - hat den 2. Mai 1920 eine neue Bestimmung erlassen.
Der Militärdirektor der Militärverwaltung für die Auslandschweizer, und die Militärkommandantur in Wien - und Mailand - hat den 3. Mai 1920 eine neue Bestimmung erlassen.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 4. Mai 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 5. Mai 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 6. Mai 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 7. Mai 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 8. Mai 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 9. Mai 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 10. Mai 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 11. Mai 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 12. Mai 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 13. Mai 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 14. Mai 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 15. Mai 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 16. Mai 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 17. Mai 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 18. Mai 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 19. Mai 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 20. Mai 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 21. Mai 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 22. Mai 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 23. Mai 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 24. Mai 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 25. Mai 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 26. Mai 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 27. Mai 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 28. Mai 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 29. Mai 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 30. Mai 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 31. Mai 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 1. Juni 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 2. Juni 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 3. Juni 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 4. Juni 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 5. Juni 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 6. Juni 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 7. Juni 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 8. Juni 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 9. Juni 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 10. Juni 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 11. Juni 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 12. Juni 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 13. Juni 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 14. Juni 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 15. Juni 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 16. Juni 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 17. Juni 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 18. Juni 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 19. Juni 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 20. Juni 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 21. Juni 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 22. Juni 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 23. Juni 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 24. Juni 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 25. Juni 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 26. Juni 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 27. Juni 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 28. Juni 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 29. Juni 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 30. Juni 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 1. Juli 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 2. Juli 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 3. Juli 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 4. Juli 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 5. Juli 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 6. Juli 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 7. Juli 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 8. Juli 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 9. Juli 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 10. Juli 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 11. Juli 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 12. Juli 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Verordnung über die Befreiung von der Wehrpflicht für Schweizer Bürger im Ausland wurde am 13. Juli 1920 vom Ministerialrat des Bundesministeriums für Inneres und Finanzen genehmigt.
Die Ver
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Совітським звідомленням за три місяці зареєстрировано 67 ви-
падків псування залізничного і зруйновання залізничних будин-
ків.Подібно до залізничного транспорту не менш терпить від повет
станців і водяні шляхи.
Слабі сторони партизанської війни.В партязанському рухові
побіч дефектів організації,озброєння,постачання,браку єдності в
праці,треба зауважити це такі негативні явища:
1.Відсутність яких будь висічених расел і політичних програм,
які могли би обєднати маси.
Багато українського селянства,шуканчи захисту від комуністів,
виявляє самі різноманітні симпатії і деколи наївні надії.
Політична свідомість ще не викришталізувалася,народні маси
перебувають це в процесі непевності і розкидання.Головний настрій
-це прагнення яворого ладу,охорони власности і особи,з відки б во-
ни не виходили,з одного боку,і чистого анархізму,з другого.
Через це зрозуміло,що і повстанчий рух є позбавлений якої будь
політичного відтінку.Партизан і повстанців обєднує два расла:від-
мовлення видавати большевикам хліб і помста насильникам.
Рух має також антисемітський характер:селяне ототожнюють боль
шевиків з жидами.
II.Анархичний елемент в партизанських отрядах також ослаблює
повстанчий рух.Самі отамани і всі,хто коло них гуртується часто
грабить кого попало.Харчування партизан і візнична повинність,че-
рез брак регулярного сполучення,важко відбивається на селянстві і
перешкоджає успіху у розвиненню руху.
Міське и населення в маси ставиться до партизанщини негативно
Після нападу на місто розплачується за все міські мешканці,бо боль
шевики після такого нападу починають виловлювати білогвардійські
елементи.Побіч цього такі напади викликають підвищення цін на про-
дукти.Ці обидві причини перешкоджають перетворенню руху в загаль
нонародню етикір.
Спроса до обєднання. Свідомість отреби надати рухові єдиний
характер і організовані форми почала виявлятися серед партизанів з
почитком цього року.Вула зроблена спроба організувати політичні
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центри, і обєднати командування. Але ж в останній час ця робота припинилася і про неї нічого більше не чути.
Також невдалі були спроби утворити районні комітети, які проєст-
нували недовго.
В березні відбувся зїзд отаманів, на котрому було вироблено декотрі спільні точки що до праці, але з цього також нічого не
вийшло.
Деякий успіх має в прикордонних з Польщею і Румунією рай-
онах організаційна праця, як її провадить Петлюра, але ж вся ця ро-
бота тільки починається.
Взагалі, про жадне єдине командування і налагодження звязок говорити не можна.
Боротьба з повстанчим рухом. Впертість опіру з боку селянських
мас і партизанів, небезпека, яка загрожує від цього владі, і не-
можливість останньої покінчити з рухом ліше всього характериз-
зується тим значенням, яке самі бойовики надають "бандитизму".
Це значення можна бачити у всіх залвах відповідальних со-
вітських робітників, ясно бачиться в тих надзвичайних засобах, до котрих влада приступає для ліквідації повстання.
З початку бойовики тероризували селянство. Терористичні засоби ..е дали все ж таки владі бажаних наслідків. Слабість бой-
шевиків виявилася в амністії повстанцям. Але ж і цей засоб не дав нованих наслідків і боротьба продовжувалася з дотеперішньою морстокістю.
Тепер Україна уявляє собою озброєний табор. Утворено багато центральних органів, завдання котрих полягає лише в боротьбі з повстанчим рухом.
Не дивлячись все ж таки на кольосальний характер всього під-
готовання, вони не змогли припинити розвитку руху.
Причини цієї невдачі полягають в слідуючому:
1/В непевності червоної армії і труднодоступності з партизанської бороть-
би, що виснажуєть та деморалізуєть частини.
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2/Поширення повстанчого руху на нових територіях припинує радян-
ську владу розпорядувати свої сили, що також відбивається неспри-
ятливо на розвиткові боротьби.
Дякуючи вищезазначеним причинам большевикам невдалося внести
на Україні заспокоєння. Навпаки вони цілком свідомі того, що в най-
близчій будучині їх чекає зміцнення діяльності повстанців.
Застереження большевиків цілком справедливі. Повстанський рух
без сумніву має набрати в осени більш загостреного характеру, з
огляду на слідуючі причини:
1/Голод до решти підриває вже без того зіпсовану продовольчу сис-
тему влади, тому остання для того щоби схоронити свою збройну силу
і забезпечити харчами міста, конечно буде приушена зміцнити утис-
ки селянства і в першу чергу населення врожайної України.
2/Збір "продналогу" буде провадитися в надзвичайно важких умовах.
Надії большевиків на хлібні лишки України як і завше збільшені, як
що не зовсім безгрунтовні.
Таким чином, в цих районах селяне стають перед дійсною-чи
внести податки і лишити себе на неминучий голод, чи поставити як
найзавзятіший опір.
Коли взяти на увагу, що на Україні і в минулому році, який
був в продовольчому відношенні цілком гарний, коли перед селяна-
ми не стояла мара голодної смерті, виникала уперта озброєна бо-
ротьба за хліб, то з огляду на зазначені причини, в нинішньому ро-
ці вона має ще більше зміцнитись.
ДИПЛОМАТИЧНИЙ ВІДДІЛ
ПО-ВІЛЬСТВА УКРАЇНЬКОЇ НАРОДНОЇ
РЕСПУБЛІКИ В НІМЕЧЧИНІ.
№ 222
РІЗНІ ВІДОМОСТІ.
I. Становище на Далекому сході відносно Японії та Америки
Слідом за розгромом Колчака в Східному Сибіру утворилось так зване "Республіка Далекого Сходу" в Чито, як адміністративний центр. Заснувачем Р.Д.С. явилися об'єднання величезних технічних трупини які узяли руки, бо не було ніякої державної організації морської Москвою і цілі, які вони сталять пересоєнням. До насунувателів Р.Д.С. належить один Читов, який тепер займає пост міністра фінансів; він є початку російської експедиції повернувся з Америки разом з іншими емігрантами переселення кидами. В такий боротьбі за істину, яку ці емігранти провадили в Америці, у них приобилась і загартування енергія та розгородженість і вони, по повороті до Росії, залишили багате становище серед російських революційних мерів. По повороті з Америки Читов дістав завдання відбудування всіх російських величезних і організувати їх охорону. Погли Кому було доручено перевести організацію адміністрації на територіях звільнених від Колчака на Далекому Сході. Тут Читов разом з Красношоковим та іншими товаришами з бувших емігрантів в Америці, заснували "Республіку Далекого Сходу."
Сполучені держави Північної Америки які до ліквідації Колчаківської акції були переконані в відбудуванню старої російської держави або в утворенню нової демократичної республіки, яка б обхопила цілу будову Росії- почали рахуватися з істинною болшевицькою експансією в Азії як з істинною дійсність і впливом з того стриманого становища яке вони досягли. Велике число політичних агентів Америки ста-
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рались утворити тісні та повні дозвірря відносин між Амери-
кою та цими почасті американізованими провідниками Р.Д.С.
І таким чином вплинути в бажаному напрямі на ціл політику
цієї держави.
Японія, навпаки, старалась зберегти вплив на Далекому
Сході давши піддержку різним російським монархичним органі-
заціям, щоб запевнити собі право вмішуватися в російські
справи і особливо дістати далекозуслі економічні концесії, н
випадок евентуальної реставрації. З консолідацією Р.Д.Сх.
та через рішучі впливи , які зуміли придбати американці
плани Японців на близьке будуче зруйновано. Після нездатної
акції Меркулова Японці спробували розпочати переговори в ур
дом Р.Д.Сх. про економічні концесії, але призначення саме
годі з Москви міністр закордонних справ Дрін-Девалтовській
поставив Японцям такі умови, які їм вдалося не до дискуто-
вання і призвели до перериву переговорів.
Инші, на території республіки американські інженери та
підприємці розвинули гарячкову діяльність. Фінансування зле
більшого перевозиться синдикатом жидівських банків, на чол
яких стоять Банки Кон, Лес і Ко. і брати Ші. а піддержкою
міністр малих Кагова креорціум банків сподівається стати
построю власником всіх залізниць на території республіки,
навіть дістати економотацію великої сибірської лінії, яка
сприяє внутрішні центри європейської Росії з Далеким Сходом
Догенеральні розвиток подій в Р.Д.Сх. показав, що Амери-
ка базується на незності антикомуністичної будуччини Сибіру
і до республіці за допомогою Америки вдасться успішно стри-
мати японські претензії.
II. Органи Семенів на Далекому Сході.
Коли отаман Семенів готував і організовував антибольшевиць
кий переворот на Амурі-який спробував зробити в травні 1921
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го рахував, що з Амурського краю вдається, а допомога всіх антибольшевицьких сил, від китайського Туркестану до Тихого Океану, творити антибольшевицьку базу для звільнення населення від большевицької влади та її понижачів уряду Р. Д.Сх. Надавичально заплутане становище на Далекому Сході а також внутрішні інтриги та тертя унеможливлювали переведення політичних та операційних планів. Опір який постав на Амурі привело до великої втрати часу, деякі антибольшевицькі частини, які не мали водіннях провідників та піддержки були роз- ошті. Спроби зброїти та перекласти на захід Гродековську групу також не мала успіху. Різниця поглядів, насильність і незначна кількість всіх антибольшевицьких сил в Амурському краю привели до того, що епізод Р. Д. Сх. змінився і прийшло до переговорів з Японією та представниками Р.Д.Сх.
Останні Семенів весь час старався об'єднати всі військові частини і матеріально запезпечити Гродековську групу; так він призначив 30.6. генерал-лейтенанта Глебова командуючим Гродековської групи і дав наказ вланатати уряд який складався на території Амурського краю і всій потребно брати до його розпорядження. Останні Семенів сам, а огляду на загальне становище, яке не дозволяло йому стояти дальше на чолі анти- большевицьких військ залишав Амурський Край і через Владивосток подався до Коє. На нас повідомляють, він має намір продовжувати у цей зв'язок антибольшевицьку акцію не плутаючись з справою Амурського Краю.
III. Навказькі Рідські Республіки.
До Навказьких Рідських Республік належать: Осетія, Інгушия Чечня і зала Кабарда. З цими республіками нехують іпочасті до них належать Карачаєвці і Абхази. Столицей республік є
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Владікаєва. Найвища адміністративна інстанція є Совет
Народних Комісарів які розпадаються на кілька секцій від
повільно окремим народам. Головою Совету є остати Симон То-
каєв, бувший офіцер і адміністрат.
Совітська влада не переходить за межі ліст та головних
малків. На станціях та в аулах на чолі стоять старші хоч
номінально совітські режими введено ігам. Гірські комуніс-
ти не мають нічого спільного з російськими, вони дуже
націоналістично настроєні. Революційного трибуналу немає,
немає також і міліції, але по селах позорганизовувалась
самособорона. Хоча Караканевци і Абхази прислучилися до Ка-
бардинської секції, в дійсності вони цілком незалежні.
По містах переховується багато офіцерів та козаків. Тока-
ев обляка недоторканність офіцерів котрі повернулись і ча
глина офіцерів дійсно повернулась до Владікаєва та інших
міст.
Продовольче становище в республіці відносно добре, хоч
учот і оподаткування харчових продуктів цілком не вдалося
Республіка резе задніх гроюви конгів до розпорядження
за кордон було посилано делегації щоб зреалізувати позички
на підставі концесій. Т-е напр. в Царгороді перебуває ко-
місія яка веде переговори про концесії нафтових джерел
які чале ать терських козакам. Переговори розвилися, бо
названі джерела вже мали бути віддані в довгосрочну арен-
ду отаманок терських козаків.
Стосунки гірських республік до Азербайджана, Грузії та
Дагестану - добрі. В Дагестані тепер саме переходове ста-
новище, багато прагненців покинуло свої аули і переїхало
до Туреччини.
Загальні настрій в республіці можна було характері-
зувати слідуючими цифрами: в Осетії є 60% монархистів,
20% націоналістів, 15% комуністів, 5% туркофілів; в Чечні
є 50% монархистів, 25% туркофілів, 25% комуністів, в
-5-
Інгушетії 70% комуністів.
IV. Договір "Гамбург-америка лінії" з фірмою "Вікера"
Німецька банково-промислова делегація, по згоді з відпо
відними льондонськими колами, дістала змогу сповістити Вет
лін про підписання згоди "Гамбург-Америка лінії" з фірмою
"Вікера" в силу чого німецька торговельна флота дістає
права переваги на вохах і в портах Балтійського моря. Так-
глично ця згода уявляє собою вітання Балтійського моря на
вілкуп Німеччини в інтересах виконання нер Вегельського
договору.
В силу такого самого договору "Бікерс" зобов'язується
всіма мірами щоб Гамбург-Америка лінія дістала цілий Бал-
тійський фрахт, не розвивати пасажирського сполучення з
портами Сполучених Штатів Америки щоб не вколити інтере-
сам німецької навігації і цілою силою консорціума крупних
англійських судовласників сприяти німецькій екон.воатадії
англо-олтійсько-американських ліній, зосталячи в сфері
свого виключного впливу рейси і порта південної Америки.
Нарешті особливо важливим для німців пунктом договору є при-
няття англійцями зобов'язання цілком відмовитися на далі
від німецького тонажу. Цей пункт дозволяв німецькій делега-
ції вілерити свої карти в "спірному питанні" про власність
всіх збудованих за останніх п'ятеро року в Голандії вели-
ких/ 4 парно мачтових / пароплавів що дося ходили під голен
дським праором і визнання їх німецької приналежності.
Зі свого боку німецькі представники прийшли на себе
зобов'язання реконструкції та ремонту і упорядкування Пет-
роградського порту і підземних млихів в стоверстній зоні.
Спеціальна комісія для досліду можливості та умов нієї при
ці з їхала до Петрограду.
Другим наслідком цієї англо-німецької згоди було виклю-
чення з торговельного реєстру ухваленого недавно Палатою
-6-
Громад (Демпінг-білл, закону яки переслідує імпорт з країн з низькою платою) всі німецькі товари.
Це додаток до Демпінг-біла викликає енергійний осмін думок між урядами Англії та Франції коли остання заявила свій протест проти протекціоністичної германо-фільської політики Англії.
По російському питанню урядові коль Англії ведуть саме переговори з представниками трьох основних і однакових по своїй політичній взаємній течії німецької думки. Перша з них належить чисто промисловій групі в Грю-Стінесом на чолі, яка відстоює можливість цілковитого перетворення Росії в адміністративно-економічну англо-німецьку колонію в цілях одвіт той і пільговитої експлуатації природних богатств. Друга група санковська в неї входять головними членами - "Де тие Банк" і "Альгеменне Електрицитет Гезельшафт", лідером її є відомий Ратенау. Ця течія, залишає питання політичні, турбуючись виключно тим що Росія мала змогу самостійного економічного відродження за допомогою німецького капіталу. Групі Ратенау належить між іншими ініціатора піднесення так званого "Красинського" питання перед Лойт-Дюрером. Сам Красин, як відомо, є старий друг Ратенау не з часів його служби в компанії "Сіменс і Гукерт".
Слідком за попередньою згодою Англії і німецькими сталися загола монархичних союзів Англії та німецько-монархистичної партіє, до якої приєднався і російський монархичний союз. Характер і умова цього освячення держується???. В таємниці відо о зазе відносно монархичної партії в Німеччині що вона поробила дві відповідальні кроки в боротьбі за соціалістичними, комуністичними та радикальними групами. В цьому напрямі поставлено працювати над організацією нового масового виступу німецьких комуністів з метою цілковитої зруйнування цілу вязку лівих організацій та інституцій. Німечкі монархисти переконані в швидкій реставрації, що на їх думку має відбутися незабаром реставрацію в Росії.
-7-
У. Відомості з Данцігу
А. Становище в Польщі.
Напружені відносини між Росією та Польщею при навть все більш загрозливі форми. Польський уряд взяв за собою, як стається уникнути озброєного конфлікту бо не має певності, що польська армія, при сучасних умовах, могла би пережити успішний похід. Також різні партії переконані в тому, що нова війна приведе до катастрофи. Військові польські кола, які не 4-5 місяців назад знижували велику стриманність щодо нового озброєного конфлікту в сельмежевих країнах, тепер всіма силами переконують рішення озброєною силою. Щоб обґрунтовати своє позицію вони доводять до Рільки договір не дав Польщі жадних переваг і тому новий військовий конфлікт з неминучим, а незалежна чеснена армія, згідно з її омостями польських агритів з Росією, ніся то набирає постійної безпеки вартості і чим далі все краще озброєння, то чим раніше почати війну, тим більшого успіху від неї можна сподіватися. Але в цьому зважанню вільні між 81 інерами котрі користуються спеціальною прихильністю Пілсудського і мінського міністра з яких багато не одно повернулось з Франції, де вони оцінювалися врівняних галузях військової служби та очильно на підставах Академії. Граєть роль чисто персональні мотиви. Одніх своїх освічених товаришів, які до того не стояли під цилковитим впливом своїх учителів французьких, сольською старшою товариши думати що зона витіснить їх з міністерства або наступить тревала мир.
Військову партію за Ольну піддержують генерали: Шептицьки, Сікорський, Сусєнкоські, Рітс-Свігли, Іванкевич, Катенин, Станислав Галар, Турецькі та Велиховські.
Полковник Медлінський заступник польського військового міністерства в Раді Міністрів, думку якого голова дер-
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кави лавке високо цінить, а також офіцери другого відділу
Військового Міністерства полковник Матучевський, начальник
розвідки майор Кісельовській, начальник охоронного загону маї
ор Занеллі, майор Век та інші присутні своєю діяльністю по
восте ненавидженої термінітв у Росії.
Відносини між французькою партією та французькою війсь-
ковою місією та її головою генералом Нісельм як найкращі,
але піденього пасти, яку зазво в Польщі називають "Бельве
лет" партією, не робить тепер собі палих ідеаїв з полської
місії. Соліт ми Французів і розвину по Франція бачить її в Поль-
щі лише "ервані" Росії, та що на французьку політику треба
дивитись як на підготовку до майбутнього остаточного пога-
ролення відносин на ехолі в IX цілому.
На цьому грунті військові кола в Польщі стаються вико
ростати як найбільше сором з французами а разом з тим задер-
жати свою власну незалежність в акції. Всі чутки ще генера
Нісель хоче як точне перекладувати в польському військовому
міністерстві, не зіповідають дійсності. Французька війсь-
кова місія має ядлива заключно на виховання, обучення та
формування військ, а всі їх опроби мати вплив на оперативні справи цілком не вдались, а на грунті підготовки вони вик-
ликали навіть контр-захоплення полків, котрі багато де чого
держуть в таємниці від французів і навіть за ними семим
силкувати. В польському офіцерському корпусі все сильне і
більше закріпляється думка, що місія генерала Ніселя в Поль-
щі менше має значиних для самої Польщі й держави і армії
ніж до розв'язання питання "Росія" та її відносини до Фран-
ції.
В. Вольвевки в Данцигу.
Деякі польські агенти у своїх подорожах керістують-
ся українськими наспортами, виданими консультатами У.Н.Р.
-9-
в Денцігу та пільносом Павлова. За останній час такі щас
о держали: Гетьман, Волонельські, Цаперових та Ампхольс
кії. По-важливіше консульство Сере за кожни паспорт 500
гривень думати, що паспорти ставляться по на менше ле-
тально і без відбору. Крім того консульство винне своїм ка-
тан повідомлення про інші політичну слагодадівності, як п
стави яких зони дістатись в німецькому нацтесле дозвіл
від до Німеччини.
В Денцігу все сольцевицю працю окоцентрвано в дво
зах: 1) в редакції "Арго-тер Цегтунг", органі який ви
працює на комісії III Інтернаціоналу, 2) в сообі Заслли ДІ
дужина (Гот Буден верб) В Денцігу охмачена розвідочна, кур
ерська та перекаточна праця сольцевої місії в Берліні на
Східну Галичину.
Замах на Пізодовського, комуністичні кріття та киґпоп
ська праця в Галличні зони як перше в Берліні Петро Марі
брат Васил Дідукна. Найближчим опіросітником Кирова Сто
ков. Дикучий Лукиньовому та Грундевському, сольцевики доо
ливо договору з вічними стрільцями і тепер — праця їхні
працю в Галличні підгатити 1 талицьки націоналісти.
3. Легалізація лівих соціалістів-революціонерів в Росії
Згідно з відомостями з Москви провіли на лівах С.Р.Ф.
Александра Брайлера, котрий прибув туди в Берлін і після
того стався арета Всеросійського Допомогового Комітату
був тепер арестований, запущено в розпорядження ЧК на во
ли і закликано виконавчий комітетом комуністичної партії
до партійно-політичних переговорів. Брайлер, разом зе
своїми партійними товаришами Камковим та Шрайбергом діє-
тали уповноваження від своєї партії вськи переговори п
ЦЕНТРАЛЬНИЙ ДЕРЖАВНИЙ АРХІВ ЖОВТНЕВОЇ РЕВОЛЮЦІЇ, ВИЩИХ ОРГАНІВ ДЕРЖАВНОЇ ВЛАДИ
І ОРГАНІВ ДЕРЖАВНОГО УПРАВЛІННЯ УРСР
В даній справі № 19
Фонду № 1429 Опису № 2
Пронумеровано 1036 / одна тисяча тридцять шість/ +2200=10634
(цифрами і прописом) аркушів
з них літерні №№ 261а
пропущені №№ 910
Вкладення
Брошури, газети:
Графічні матеріали: 104, 924, 925
Інші особливості документів: 1429-1-103, 105-116, 149-170, 172-182, 184-197, 199-223,
235-240, 246-260, 262-266, 272-331, 340-355, 362-371, 374-584, 543-586,
588-615, 617-625, 627-746, 748-770, 773-789, 791-814, 816-868, 898-923, 926-103
лн/171, 373
1010-1036 - папірна копія
Документ з затухаючим текстом:
.16 « січня 1987 р.
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Лобановська
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5.12.08 Ішук
№
Фонду 1429
Опису 2
Справи 19
Центральний державний архів Жовтневої революції, вищих органів державної влади і органів державного управління Української РСР
Комісаріат Державної Української Національної Республіки
Загальний відділ.
ОБЛОЖКА
ДЛЯ ДЕЛ
Інформаційні машини посольства
УНР в Кіеві: постачання витратних,
економічні, військові повідомлення.
Начато 1940 р.
Окончено 28 грудня 1941 р.
На листах
Срок зранення
Центральний Державний Архів
Жовтневого Соціалістичного
Буд-ва МВС УРСР в Харкові
718е/1429 2 ОАХ 19
КАНЦЕЛЯРІЯ ДИРЕКТОРІЇ УКРАЇНСЬКОЇ НАРОДНОЇ РЕСПУБЛІКИ
Документи посольства УНР в Німеччині /політичні відомості, економічні, військові повідомлення/.
9 січня -
28 грудня 1920 р.
ПОСОЛЬСТВО
УКРАЇНСЬКОЇ НАРОДНОЇ РЕСПУБЛІКИ
В НІМЕЧЧИНІ
№ 2716.
Берлін 24. Грудня 1918 р.
Дипломатичний Відділ Посольства УНР у Німеччині має за честь переслати Вам слідуючі нові інформаційні матеріали:
1) ч.95 Політичні відомості.
2) ч.96 Економічні повідомлення з Росії.
3) ч.97 Нова антибольшевицька коаліція.
4) ч.98 Тижневий огляд. Польща. Польські запасні військові частини.
5) ч.99 Доклад про Росію.
6) ч.100 Витяги з большевицьких газет.
7) ч.101 Економічні повідомлення з Лотви.
8) ч.102 Економічні повідомлення з Росії.
9) ч.103 Військові повідомлення з Росії.
10) ч.104 Райх про німецько-російські відносини
11) ч.105 Витяги з большевицьких газет.
12) ч.106 Большевицьке радіо.
Повірений в справах У.Н.Р. у Німеччині
[signature]
Копія.
Переклад з звіту дипломатичного відділу По-
сольства У. Н. Р. в Німеччині ч. 1204 15.XI.20.
З Швейцарії повернувся до Берліну п. Крига.
Відносно наслідків його переговорів з Скоропадсь-
ким нічого не відомо. Трофимович має намір що-б
перешкоджати плянам Скоропадського. Для Скоропадсь-
кого працюють Моркотун, Могилийський, Кистиковсь-
кий, Українські політики в Берліні, які раніш на
широку ногу жили в Пари-Отелю, перейшли нині жити
по різним пансіонам. Звертає на себе увагу один
молодий українець по імені Гасенко /часто бачився
з Стокізовом/, був представником Петлюри в Румунії,
де він, по його власним словам, зробив зборів на
24 міліони, займається посередництвом в Берліні
поміж німецькими фірмами і різними українськими
інституціями /напр. Посольством/, до котрих вони
мають вимоги. Образовалася нова українська група
проти Петлюри і за Врангеля. Місцем осідку її є
Прага, в Берліні до цієї групи належать Бонда-
ренко, Варановський - Міністр Фінансів /бувш.
професор фінансового права в Києві/. Пори при-
став до них. Представником цієї групи у Вранге-
ля є Ярошенчич.
1. Кур'єр м. 8/40
2. Іван Дзюб, ця груп. З. ПЗ д-н. Мт. Букер
3. Фомін Ш. С. бр синьої варіанти Врангеля.
4. Омельчик Арг. і Група при Довжому Мас.
5 Мишк. Л и.. Із це київської групи є від-
6 Волк Л. Б. працює дослідником
7. Ом тарифний майстер з джерел
Переклад з німецької
ВІЙСЬКОВІ ПОВІДОМЛЕННЯ З СОВІТСЬКОЇ РОСТІ.
- інформація про відкочування Врангелевського фронту західний російський фронт
- набирається нова великої значення.
Балакович повідомляв про нові сили бойовиків на своєму фронті
Сила Калебкович на західній, Троцький заявив, що нові сили вже ви-
ділили на західний фронт, і що передбачається доступ на добровольчу
російську народну армію.
Бажано-6 рудо має відомості про силу 1 екад російської доброволь-
чої народної армії. Звідкля і яким шляхом одержують води допомогу?
Як у них організовано полювання?
На західному і південному фронти зараз нараховується біля 15-18
совітських стрілецьких дивізій.
Ще в зонти місця усамнено спільних числа: 4, 6, 8, 10, 12,
15, 20, 27, 29, 34, 35, 37, 39, 42, 43, 52. . .
Кінці форманки були віддані на південний фронт.
Пождивим є, що в росбіткі 8, 1, 15, 16, 12 і 14 армії нові армії
Т. В. об'єднується формування.
Всі це про 4 і 12 армії є відомості, які не належать.
На Врангелевському фронти маються слідуючі стрілецькі совітські
дивізії: 25, 37, 83, 40, 42, 46, 9, 12, 23, 2, 3, 5, . . , 41, 57. . .
Кінцю армії Вуденгоро і 2 кінну армії рештки армії Рая.
З перерупруження з фронту Врангелевського на захід треба рахуватись.
Бажання є дати відповідь і новітність на слідуючі питання:
1. Чи відбувається перерупруження і нове формування на цілому за-
хідному фронти?
2. Які армії прийдено до теперішнього часу?
3. Як діляться по арміях? Чими на звазі прибуття дивізій в доте-
перашнє Врангелевського фронту?
4. Які армії перекинено сюди з фронту Врангелей?
5. На якому учаску досить поодиноки армії?
6. Як діляться по арміях? Чим на звазі прибуття дивізій в доте-
перашнє Врангелевського фронту?
7. Чи відбувається до небудь окуплення великих сил? Особливо кін-
ності? Вважати тильно на місцю Буденного.
8. Де передбував 5 армії? Які дивізії входять в її склад?
Часться відомості про запасні армії в районі Волги, і що біля Ка-
заня маються великі військові лагері, де будуть муштруватись
всіх родів зброї,- біля 200.000 чоловік а також і аеропланн.
Правдоподібно, що виколення ново покликаних до війська не буде
відбуватися в поодиноких районах, а тільки в лагерах в Казані.
Балакович є приносити відомості про потвердження енцескаганого.
В Перві в Туркестані згадується про Головний Штаб совітської ар-
мії. Необхідно є з'ясувати про сили і склад цей армії.
Совітська преса приносить відомості про невадоволення частин чер-
воної армії.
Це незадоволення є части фронту чи внутрі?
Слідкувати треба безперервно в якому стані находиться червона ар-
мія, про стан харчування та обмундирування, як також подавать відо-
мості про засмотрення харчами населення і про положення залишниц.
ВЕРЕСЕНЬ 20.ХІ.20 р.
Польське повідомлення з 9/ХІ (р.з.а.м. 19/ХІІ 20) з Варшави прино-
сить відомості про нові форманції і перерупруйовку совітських військ.
З повідомлень цих видно, що Каменев, керовник Кримського фронту із
своїх 50 дивізій, які там були сконцентровані залишає тільки ІІ диві-
зії на місці. Решта 19 дивізій відділяння на північно західний район,
де злучились з армією яка бореться проти Пеллери на північ від Про-
скурова.
Вчора Проскурів заняли російські війська і перетято валенничну лі-
нію Прокурів - Лідоволочись. Червоні війська наближаються на польську
лінію Збруча.
Бальше слідує повідомлення про окуплення совітських військ на т.в.
російському північно західному фронти.
По псевдим відомостям концентрують бойовики вздовж трьох ліній
Вязьма-Смоленськ-Орша, Велигі-Переша-Смоленськ-Могилів і Вітебськ-
Смоленським - Карачів.- В Смоленському узлі зараз мається 3 дивізії,
ніж Затечськом і Оршою 4 дивізії,- рівня між Оршою і Могилевом 3 ді-
візії - разом 15 дивізій, які що дня одержують поповнення. Це явля-
ється неможливим, аби така велика кількість була кинена проти малих
сил Валаховича.
Чи повстя нова небезпека червоною пляма проти Польщі, зараз ні-
чого виявити не можна. Але мається це на увазі, що від північної лі-
нії Збруча до Вітебська нараховується 50 дивізій червоної армії, які
не так далеко стоять від польського кордону.
Для Кримського фронту було збрано 30 дивізій рахуючи нех кінні
формації. По озброєнку насиди стояли два 1/ХІ, або 15-23 стрілець-
ких дивізії і біля 10 кінних дивізій.
Звідкільсь з початку листопаду відбираєно сили. Завойовання Крима
провадилось виключно кіннотою. В оперативних повідомленнях:зрадува-
лось І та 2 кінну дивізії з корпусу Буденого. Можливо, що Криму
вже почали листопаду віддалено і перекинуто.
Всім дивізії поставлено в район на цькій від Прокурова. Цлях
транспортування: Залізнична лінія Череп-Знаменка-Фастів-Козятин-
Пелетівка; або Александрівськ-Лосова-Подгава-Клів-Гердичів.
Час перерахороздання сила 6-7 днів (40 позягів, ідея по заліз-
ниці 2 дні) походний марш 3-4 днів. Насон 12 днів.
Тоди допустимо, що відтранспортування почалось ІЗ/ХІ то ває І7/ХІ
8 дивізій могли бути збрані на лівий від Прокурова. Група сила 6
стрілецьких дивізій взяла на себе участь Коростень-Дністер, - більш
кінних вділів там не було. Зараз находиться в тому районі І4-І5
стрілецьких дивізій і кілька кінних дивізій.
Відносно скущення сил на північному фронті в районі Вітебськ-
Орша-Могилев-Смоленськ, то треба взяти на увагу рештки 3, 4, 15 і
І6 армій і б'ярилі, які повинні були тут ново перетормуватись і
згруповання.
Вищеподане число І5 дивізій по відомостях стверджується; по поль-
ських відомостях, що зараз на західньому фронті є 80 скущених 30
дивізій, це е правдою. Загальна сила військ на західному фронти, що
з початку листопаду було нараховано 80.000 чоловік, збільшилось те-
пер ще 40.000 чоловік.
По варшавських відомостях, с тих 30 дивізій, які були скущені
на Кримському фронти ІІ дивізії там залишилось. З дивізій відтранс-
портовано, а не залишається ІІ дивізій, які повинні перейти на захід-
ний фронт, на жоли їх не кинуть на мавказ або на Стір.
Переклад в німецькій.
Звіт Дипломатичного Відділу Посольства У. Н. Р. в Цимечині.
19.XI.20.
ВІДСИЛОВІ ПОВІДОМЛЕННЯ З СОВІТСЬКОЇ РОСІЇ.
По зліквідований Врангелевського фронту західний російський фронт
набирає знову великою в значення.
Балахонич повідомляв про нові сили бальшовиків на своїмому фронті
біля Калечкович на західниці. Троцький заявив, що нові сили вже пі-
дійшли на західний фронт, і що передбачається наступ на добровольчу
російську народню армію.
Важано-6 було мати відомості про силу і склад російської доброволь-
чої народньої армії.- Звідкіля і яким шляхом одержують вони доломогу?
Як у них організовано поповнення?
На західному і південному фронти зараз нараховується біля 15-18
сопітавких стрілецьких дивізій:-
Ге в ювтні місяці установлено слідуючі числа: 4, 8, 8, 10, 12,
15, 20, 21, 22, 23, 25, 27, 29, 32, 44, 48, 52, 55.
Кінні формациї були надіслані на південний фронт.
Можливим є, що в розбитих З, 4, 15, 18, 12 і 14 армій нові армії
будуть сформовані.
Про 4 і 12 армії є відомості, які на не вказують.
На Врангелевському фронти маються слідуючі стрілецьки совітські
дивізії: 26, 37, 38, 40, 42, 46, 9, 12, 23, 2, 8, 5, 41, 57, 80.
Кінноту армії Буденного і 2 кінну армію рештки армії Рая.
З перегрупіровкою в фронту Врангеля на захід треба рахуватись.
Важання є дати відповідь (довідатись) на слідуючі питання:
1. Чи відбувається перегрупіровка і нові формування на цілому за-
хідному фронті?
2. Які армії прийдено до теперішнього часу?
3. Як діяльна до тепер знанні і ново сформовані армії на західно-
му фронти і південному?
4. Які армії перекинено сюди з фронту Врангеля?
5. На якому учаску стоять поодинокі армії?
6. Поділ дивізій по арміях? Може на увазі прибуття дивізій з доте-
перішнього Врангелевського фронту?
7. Чи відбувається до недобу скучення великих сил? Особливо кін-
ности? Вважати пильно на кінноту Буденного.
8. Де перебуває 5 армії? Які дивізії входять в її склад?
Мається відомості про залишки армій в районі Полтави, і по біля Ка-
зана маються великі російські лагеря, де будуть мунарувати частини
всіх родів зброя,- біля 200.000 чоловік а також і цероплини.
Правдоподібно, що виключення ково покликаних до війська не буде
відбуватися в поодиноких районах, а тільки в лагерях в Казані.
Бажано е принести відомості про позтверження вищесказаного.
В Мерзі в Туркестані згадується про Головній Штаб совітської ар-
мії. Необхідно є з'ясувати про сили і склад цеї армії.
Совітська преса приносить відомості про невадоволення частин чер-
воної армії.
Чи це невадоволення є частина фронту чи внутрі?
Слідкувати треба безперервно в якому стані находиться червона ар-
мія, про стан харчування та обмундируванні, як також подавати відо-
мості про засомотрення харчами населення і про положення залишниць.
БЕРЛІН 20.XI.20 р.
Польське повідомлення з 9/XI (В.З.в.м. 19/XII 20) з Варшави прино-
сить відомості про нові формациї і перегрупіровку совітських військ.
З повідомлень цих видно, що Каменев, керовник Кримського фронту із
своїх 30 дивізій, які там були сконцентровані залишає тільки ІІ диві-
зії на місці. Решту 19 дивізій відішлн на північно західний район,
де влучились з армією яка бореться проти Петлюри на півніц від Про-
скурова.
Вчора Прокурів заняли російські рійська і перетато залишницю лі-
нію Прокурів - Львоволочиск. Червони війська наближаються на польську
лінію Зоруча.
Дальше слідуює повідомлення про скучення совітських військ на т.в.
російському північно західному фронти.
По певним відомостям концентрують большики видови трьох ліній
Влаємо-Смоленськ-Орша, Веліги-Перетша-Ямоленськ-Могилів і Вітебськ-
Смоленським - Караців.- В Смоленському узлі зараз мається 8 дівізій,
між Вітебськом і Оршою 4 дивізії, - ряда між Оршою і Могилевом 3 ді-
візії - разом 15 дивізій, які по дня одержують поповнення. Це явля-
ється неможливим, аби така велика кількість була кинена проти малих
сил Валаховича.
Чи повстає нова небезпека червоною плана проти Польщі, зараз ні-
чого виявити не можна. Але мається це на увазі, що від північної лі-
нії Збруча до Вітебська нараховується 30 дивізій червоної армії, які
не так далеко стоять від польського кордону.
Для Кремського фронту було вібрано 30 дивізій рахуючи теж кінні
формації. По обрахунку частин стояло там І/ХІ біля 15-23 стрілець-
ких дивізій і біля 10 кінних дивізій.
Звідтіль з початку листопада відчайденно сили. Завойовування Крима
провадилось виключно кінотою. В оперативних повідомленнях вгадува-
лось І та 2 кінну дивізії з корпусу Буденного. Можливо, що кінноту
вже з початку листопаду відтягнуло і перекинуто.
Всім дивізій доставлено в район на північ від Проскуррова. Шлях
транспортування: Залізнична лінія Уерсон-Знаменка-Састів-Козятин-
Полетівка, або Александровськ-Лозова-Полтава-Київ-Бердичів.
Час перетранспортування біля 6-7 день (40 потягів, їзда по валі-
нці 2 дні) походний марш 3-4 днів.Раном ІЗ день.
Коли допустимо, що відтранспортування почалось І5/ХІ то вже І7/ХІ
8 дивізій могли бути зібрані на північ від Проскуррова. Група біля 6
стрілецьких дивізій взяла на себе участь Коростень-Листер, - більш
кінних відділів там не було. Зараз находиться в тому районі І4-І5
стрілецьких дивізій і кілька кінних дивізій.
Відносно скупчення сил на північному фронті в районі Вітебськ-
Орша-Могилів-Смоленськ, то треба взяти на увагу рештки 3, 4, 45 і
І6 армій і 5 армії, які повинні були тут ново перформуватись і
згруповання.
Вищеподане число І5 дивізій по відомостях стверджується; по поль-
ських відомостях, що зараз на західному фронті є 40 скупчених 30
дивізій, ця е правдою. Загальна сила військ на західному фронті, що
з початку листопаду було нараховано 80.000 чоловік, збільшилось те-
пер ше 40.000 чолов.
По варшавських відомостях, с тих 30 дивізій, які були скупчені
на Кримському фронті ІІ дивізії там залишилось, 8 дивізій відтранс-
портовано, а ще залишається ІІ дивізій які повинні перейти на захід-
ний фронт, на коли их не кинуть на Кавказ або на Сібір.
3
20/XI.1920
Переклад з німецької.
З бельгійських газет...
З початку жовтня Денін тримав промову на Всеєвропейському конгресі і ожидав слідуюче:
Буржуазія все ще одстое, що освіта повинна бути вільна, від якої би то не було політики, це є спроба обманути народовий маси. Ми живемо в такий час, коли довінні використовувати всі засоби, що-би допомогти здійсненню наших соціальних ідеалів, і ми не можемо зріктися такого важного ресурсу, як виховування та освіта. Від такої політики могли би зріктися глупі та неосвічені люди або обманщики...
Німецьчина переживає нині стадію розвитку, яка далеко позаду нас лежить. Росія краще ніж інші держави забезпечена проти нападів соц.-революціонерів і демократів. Скрязь йде до вирішення одного питання чи диктатура буржуазії чи диктатура пролетаріата.
Як раз в колах учителів іще сильно представлені буржуазні погляди. Однаково потроху удяється це масу в 500,000 людей наповнити свіжим духом ініціативи і придати їм революційної думки.
До сучасного менту 9/10 всіх наших сил йшли на боротьбу з совінним ворогом. Після великих перемог червоної армії можна повернутися до мирної праці. Наша минала пропаганда вияснила, що таке соціалізм. Теперішня пропаганда повинна показати, що соціалізм практично переведений. Також широкі кола населення повинні учитися бути діяльними політично в нашій комуністичній державі, всі повинні приняти участь в творчій роботі.
Газета «Московська Правда» містить повідомлення про урочисте засідання Московського Совіту, 7 листопаду, сприводу третьої річниці російської революції. Між багатьма іншими промовцями Денін, Троцький та Каменєв.
Денін сказав:
"Ми маємо право святкувати нашу перемогу. Невзглядняючи на неслихані утруднення і отчаянні напруження наших ворогів ми на протязі трьох років успішно захищались і прорвали силу сопротивлення. Наш тріумф є величезної натури, бо ніхто з нас три роки тому не міг би припустити, що ми добьемось таких успіхів. Однаково до сього часу ми досягли тільки половини своєї побіди. Ми не повинні забувати, що наше діло інтернаціональне і доки не станеться революція во всіх Західно-Європейських державах, наша побіда не буде повною. Коли ми повалили Врангеля, то цим ми ще не маємо ніяких гарантій за те, що мірова буржуазія знову на нас не нападе. Дуже можливо, що вже в найближчому часі, почнеться зно-ву біла офензива. Росія до тих пір буде стояти перед білок небезпекою, поки революція не побідить в більшій частині Європейських держав". Троцький між іншим висловився, що боротьба з Врангелем не остання. Пролетарська революція буде мати ще багато боїв, перш ніж вона міцно укріпиться в Європі, Азії і Америці.
З Харькова телеграфують, що в Донецькому районі зорганізована спеціальна комісія під головуванням Троцького. Комісія видала до місцевого населення наказ виконувати негайно всі її розпорядження.
Совітський уряд видав розпорядження, по котрому вся важлива кореспонденція повинна пересилатися кур'єрами. Така кур'єрська служба встановлена між Петроградом, Москвою, Астраханью, Ташкентом, Омськом, Курськом, Харьковом і Володон.
В „Ізвестіях“ від ІІ листопаду повідомляється, що страйк в Індії поширився. В Бомбеї страйкують полтово-телеграфні урядовці взе 4 тижні. Бомбей і Калькутта взе довгий час без газу, багато фабрик пристали до страйку. Також страйкують докові робітники.
В центрі Астраханських Калмикських степів відбулося перше засідання Калмикського совіту. До народів Індії, Тибету, Монголії, Китаю, Олама і інших буддистів був вироблений заклик слідувати прикладу совітської Росії і скинути чуже ярмо.
Генерал Сокольніков, командуючий червоною армією в Туркестані,
видав до свого війська наказ "заболотіти Перськими висотами на
кордоні Афганістана і Індії. В наказі говориться, що Форпости ко-
рдону Умуністичної революції повинні підняти червоний драпер в Падурсь
кій Горній Країні. Це послужить для порозошення народів Індії
і озтвою, що доломора надходить. Червоноармійці повинні вступити
в самі тісні дружні відносини з люблячими воле дзвіськими народа-
ми. Вольшовики-новинки на ділі доказати свою дружбу.
Газета "Правда Тазета" пише до того, що цей наказ Генер. Сокол
нікова дав багато де чого зрозуміти англійському урядові.
Копія.
ДИПЛОМАТИЧНИЙ ВІДДІЛ
ПОСОЛЬСТВА УКРАЇНСЬКОЇ
НАРОДНОЇ РЕСПУБЛІКИ В
НІМЕЧЧИНІ.
№ 100.
ВИЗИТИ З БОЛЬШОВИЦЬКИХ ГАЗЕТ.
Газети: "Московская Правда" з 8 жовтня 1920
"Московскія Извѣстія" з 9 "
" " " 10"
"московская Правда" з 8 жовтня подає статтю про крізу в західно-європейському робітничому русолі. Про Німеччину пишеться там слідуюче:
Після того як повернулись делегати з 2-го конгресу комуністичного Інтернаціоналу, почалася жвава праця, яка пішла успішно наперед і спричинилася до великого перергуповання сил.
В першій лінії це відноситься до Німеччини. Не дивлячись на схемену кампанію проти Московських умовин, Московської диктатури і т.п., потерпіли праві незалежні одну поразку за другою. Робітничі маси про-гнали опортуністичних проводирів і більшість членів незалежної партії, найдужчої на європейському континенті партії що до числа членів переходить отверто і демонстративно до комуністів і визнає російськи умови в їх цілості. Кожний часній і свідомий європейський робітник повинен розуміти, що тут ходить не о боротьбу російського, німецького азіятського, Московського чи Берлінського способу, але о боротьбу між пролетарською і буржуазною течіями в робітничих партіях. Чи Москва чи Берлін це однаково, або чи Лібкнехт чи Шейдеман з КAUTСКИМ і так-ко ж однаково чи пролетаріат чи хистка полохлива буржуазія. Робітничі класа в Німеччині зрозуміла це. Через те в Німеччині ми йдемо до величезного зросту комуністичної ідеї та до утворення могутньої комуністичної партії, а не основна умова побіди робітничої класи.
В Ізвѣстіях" з 10 жовтня згадується, що совітська Росія випла-чує річно 500.000 пенсій членам старої та червоної армії і їхнім родинам в розмірі 8 міліардів рублів.160.000 інвалідів знаходяться в інвалідних домах та колоніях; крім того в совітській Росії є 180 різ-них шкіл та ремесничих закладів для інвалідів.
В Москві перебуває хинська дипломатична і військова місія з генералом Чан-Су-Дін на чолі. Місія має на меті познайомитися в совітської Росією і відновити нормальни політичні та економичні відносини між Росією та Хиною.
З 1-го січня до совітської Росії прибудо: з Італії - 8 вагонів з медикаментами, з Англії - 2 і з Німеччини 3 вагони в різним хірургічним матеріалом.
Метальова дабрика в Твери виробила в серпні 20 нових товарних і 2 нових пасажирських вагонів; 40 товарних і 3 пасажирських було відремонтовано; 64 % передбаченої програми було виконано. Метальова фабрика в Митишах закінчила в серпні 40 товарних вагонів і 2 пасажирських.
Сормовська металльова фабрика в Пижному Новгороді випустила в репонту в серпні 6 локомотивів, 61 товарний вагон, і 6 пасажирських; 104% передбаченої роботи було виконано.
Фабрика в Голотвині випустила в серпні 1 нову локомотиву, 2 вуг-коколійних локомотиви і 10 товарних вагонів; 73% програми було вико-нано.
Повалк совітський уряд в останній час звернув цілу свою увагу на визів на тя, Донецький вугольний басейн був занедбаний. Завдяки нинішньому рівню води в Волзі неможливо було такою вивезти багато на-ти. Через те сподівались недостачу нафти компенсувати зугіллям. При м
1920.
Здобуто. Спожито на місці. Вивезено. Запас.
Вересіль 24,251 12,612 14,423 87,854
Вересіль 13,770 10,179 10,423 91,563
Квітень 18,243 9,772 18,395 79,817
Травень 25,555 13,427 20,611 79,008
Червень 24,923 9,962 20,775 78,479
Липень 10,355 4,572 7,559 75,725
Кількість робітників :
Вересіль - - - - 101,929
Квітень - - - - 105,380
Травень - - - - 106,000
Червень - - - - 117,888
Серпень - - - - 121,619
Залізниця : Правда" з 8.7. подає станом Ларіна, в якій освітлюється діяльність Волинського уряду що до будування нових залізничних ліній.
На омперед констатується, що з часів Вітте не збудовано так багато, як за станній час. За 3 роки, 1918, до 1920 збудовано приблизно 5700 верст нових залізниць, включаючи переведення вузьколінійних на широколінійні. Кажуть 2,000 верст все так далеко посунені, що нині для них все призначені і в 1921 р. вони можуть все бути перегані для руху.
Далі говориться, що до найбільших багатств Росії належать ліси. Але наголовніші лісові простори не можуть бути використані через брак залізниць. Як обрахувати цілий здобуток лісової за мирні часи, то видозить, що європейська Росія споживала по року 40% менше поло- вини річного лісового здобутку. Значна частина тепер заново збудова- них і закінчених залізничних участиків особливо переріву ліси і од- криває також минаючи нові великі простори для продукції та дальнього розвитку Росії.
До цих залізничних участоків належать слідуючі лінії:
Новород-Лісно насколо Петербургу, 117 верст завдовжки.
Пилин-Новгород-Котельнич - в цілому 353 версти, з котрих 300 верст все ротови. Лід лінія встановлює нове одноцітне і коротке спо- лучення між москвою, Вяткою і Пермю.
Орда-Мога - в цілому 240в., а якої більша частина все ротови. Ця лінія перерізує відомий "Чорний Ліс", який проостягається на сотки верст.
Мра-Овинице - в цілому 405в., цілком готова. Участок починається коло Петербургу і йде до розміщі Ярославської губ., весь час через ліс. Крім того від Овинище до Сули, коло Череповця, де бокова лінія на 105 верст.
Кушиново-Крестин - приблизно від Торжка до Обсташова, в ціло- му 777 верст, з яких 2/3 все готови.
Валдаї-Крести, 45 верст.
Крім того збудована певелика кількість менших залізничних участоків 30-40 в. завдовжки, наприклад до Дорогобужи - 21 верст, до Меліша- 33, до міста Слободек і Вятської губ. - 46 в., до Брецків - 28 в., до Ісу- пова - 55в., коло Бєлезка 15в., коло Більска - 22в.; крім означених уча- стків є ще коло 700 в., що повинні бути виготовані в бідучому році.
Друга група новозбудованих залізничних участків складається з численних зв'язок і ліній, що зв'язують різні торгові центри, значні фабрики та заводи, порти та нафтові центри а загальному залізничною сіткою. На першому місці тут стоїть збудування лінії Сарапуль-Екате- ринбург, більш як 4000 в. що продовжено/, далі -закінчення лінії Сара- пуль-Невань з мироколейною віткою на Іжевський та Воткіновський заводи, які є готово; потім лінія Ширані-Арзамас більше 700 верст. Ці лінії установлюють нове і коротше сполучення між Москвою та Сі- біром через серце Уралу. Все тепер проходять цим шляхом і сібірсь- кий хліб і сібірські вільсяка.
Крім того, можна зазначити ще значних ліній в цих промислових областях, які обидві ще не докінчені. Одна лінія йде від Туркестану до Семерлчка /Арис-Читлок/, Ця лінія повинна забезпечити Туркестан хлібом і тим сприяти відбуловання у залізничному масштабі бавовняної індустрії, що є захваченічти в будучому російські текстильні фабри- ки; на 2856. шини вже положено, дальші 250в. до річки Уралу вже забез- чені шинами. Отого того все участку досить, щоб звязати відрізаний Тур-
на / по национальным джентельменам на львове о российском-порту / коко багаро-
кесган в семирчичан. ПРУТА ВЕГЕ ДИ КРАСНОГО ЛУГА НА РОССИЙСКОМ-ПОРТУ
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в 1890 г. на русской границе, где по приказу джентельменов на львове о российском-
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Разети: Петроград.Правда" 21.X.1940.
"Москов.Извѣстія" 22.X.
"Красная Газета" 27
"Московскія Извѣстія" 28
" " 29
" " Правда 29
" " Извѣстія 30
Правда 2.XII
Красная Газета 3
"Петрогр.Правда" 3
"Москов.Правда" 4
"Красная Газета" 5
"Петрогр.Извѣстія"
"Московс.Правда"
Петрогр.Правда" з 21.X.сповіщає про безпартійну конференцію червоноармейців в Петербурзі на котрій,якийсь Комісар Карпов говорить про можливу демобилізацію.Він сказав,що про таку не може бути і мози позаяк пограничні держави як Фінляндія,Естландія іт.д. не демобилізувались і не розброїлись,назваки урядові кола полозвились реакційними елементами.
Москов.Правда" з 22.X повідомляє,що в Москві відкрито Комитет для об'єднання і ведення білих організацій направлених проти совітської системи.
Завдяки величезному бракові газет в Петербурзі совітський уряд звелів розділити газети тільки між совітськими організаціями та совітськими урядовцями.Приватні особи не сміють діставати жадних газет.
Газети сповіщають,що большовики взяли в полон генерала Семенова в Східним Сібіру.При захопленню Чити Червоною армією Семенов втік на аероплані,але був взятий в полон на залізничній станції Макалаєва,де Семенов слуствся думаючи,що там находяться білі війська.
Преображеневський,секретар Центрального Комитету комуністичної партії надрукував статтю,в якій він нарікає на те,що в большовиць-кому таборі давно вже немає тої єдності,що перше,партійна дисципліна підтримується лише примусом,а зиступ багатьох старих членів дуже пошкодив справжньому пролетарському рухові.Преображеневський далі звертається до селян закликаючи підтримувати большовицький режим.
Комісар Керсентьев висловився з приводу миру з Фінляндією до-сі мир мав надзвичайне значіння,бо ним усунаена необезпека постійної загрози Петербургу і північній Росії.Цілий північно-західний фронт буде помалу зліквідовано,а Балтійське море буде увільнене для торговлі з совітською Росією
Троцьки сам веде операції на південному фронті і головний штаб його знаходиться в Херсоні.
Троцький телеграфував з південного фронту,що проти Врангеля на-ступає 5 червоної армій.Численні російські війська переходять румунську територію і переходять до Криму.Газета пояснює,ці вчинки Румунії тим,що Румунія дістає піддержку від імперіалістичної Антанти
Красная Газета" турбується тим,що Врангель може мати нові пляни в "Дносно Кавказу.Настрій кавказьких народів абсолютно ворожий совітам,і через те треба зважати щоб звідти не загрожувала яка-небудь небезпека.
Московскія Извѣстія" з 27.X сповіщають,що 26.Х в Петербурзі відбулось загальне військове навчання жінок.
Одна большовицька газета сповіщає,що комісари пильно догляда-ють за оріцерами на південному фронти.Вагато високих зілповідальних місць в армії заміщені за останні часи унтерофіцерами.
Недавно в Петербурзі відбулось засідання,на якому де-які комуністи висловлювались про безнадійну харчову кризу.Присутний саме там Троцький взяв слово і сказав:І добре знаю,що нам загрожує над-звичайний голод а також які наслідки буде мати брак топлива підчас зимніх холодів.Я також добре знаю,що буржуазія цілого світу тішить-ся,що нарешті большовики будуть примушені капітулювати.Але ми до-
кажемо, що наші вороги помилляються. Ми житимемо й далі і швидко пере-
можемо буржуазію. Хоч би навіть 3/4 населення совітської Росії те-
пер загинуло, то ті що лишились живими встануться большовиками і
спричиняться до перемоги світової революції.
Газети спощають, що в цілій північній Росії лягуве великий голод,
особливо в північно-східній частині. Спир це досі не впав. Є призна-
ки, що зима буде надзвичайно холодна.
В Красній Газеті" в 23.X. надрукована промова Лововського перед
великим зібранням в Петербурзі, після його повороту в Німеччини. Про
Німеччину він говорить от цо; Німеччина єже не те, що вона недавно в
себе уявляла. Це і не республіка і не монархія, не надзвичайна і невро-
вуміла мішанина. На перший погляд економічне становище Німеччини над-
звичайно добре. Фабричні комини куряться, залізничний рух функціонує
так, що краще й не може бути, не дивлячись на те, що Німеччина мусила
віддати франції 5.000 локомотивів і 150.000 вагонів. Країнниці пере-
повнені крамом, трамваї також переповнені, одним словом скрізь кипить
життя. В дійсності становище не таке блискуче, як на поверхні здається.
Хоч магазини переповнені крамом і харчовими продуктами, але під вітри
нами стоїть сила голодних і зле одягнених людей, які не мають грошей,
щоб купити собі потрібне. В робітничих частинах немає того кипучого
життя як в центральних частинах німецьких міст. Там, де немає робітни-
ків панує буржуазний дух, який ми вже давно пережили. Скрізь видно лю-
дей, що безкарно займаються спекуляцією. Як глибше заглянути в еконо-
мічне життя, то видно що, власне кажучи, нічого не продуктується.
Причини цього полягають головне в тому, що Німеччина відрізана від
Горішнього Шлезву і Рурської Округи. Що дня повинна вона постачати
франції 70 поздив вугілля по 77 вагонів кожній. Антанта боїться зро-
сту німецької кхжихри індустрії і через це вона відповідно Версаль-
ському трактатові, мусить бути зруйнована. Руйнування Німеччини відно-
сяться не тільки до військового матеріалу, Антанта головне руйнує ці-
лу індустрію Німеччини, починаючи з машин для виробу військового мате-
ріалу і кинчаючи моторами, які могли б бути придатними до літаків. Ні-
мецька буржуазія пробує вийти з цього становища шляхом порозуміння,
загрожуючи вибухом большовизму, як що Німеччина буде дуже пригнічена.
Французька ж буржуазія не може сплити пригнічення, бо вона обіцяла
робітничий клас, що німець платить за все.
Німеччина буржуазія як взагалі європейська, все більш організуєть-
ся. В Німеччини є сила таємних організацій. Коло них групуються сили
буржуазії і колишнє офіцерство. Їх нараховують десятками тисяч, вони
дуже добре озброєні і не тільки чекають нападу, але самі нападуть. Об
меження, а назай частинне зруйновання німецької індустрії викликає
величезне безробіття. На разі в Німеччини є більш ніж 1/2 міл. безро-
бітних.
В Німеччини завжди був великий робітничий рух і класова боротьба.
Більш як 8 мільонів організованих робітників. Німеччина належать до
професіональних союзів, крім того є ще багато християнських і свобод-
них професіональних союзів. Таким чином є біля 10 мільонів організова-
них робітників, які належать до різних галузей промисловості. За остан-
ній час зросло число членів свободних союзів, бо робітники в християн-
ських і ліберальних союзів починають переходити туди, що доказує на
відсутність допомоги і безправність цих організацій.
Професіональні організації стоять під сильним впливом т.зв. со-
ціал-патріотів; так само сильна партія Шейдемана, вона має 1.134.000
членів. Що до партії незалежних то вона, як відомо, розкололась. Крім то-
го є ще дві комуністичні партії, а власне робітнича партія і Спарта-
кус. Кожна партія росповсюджує багато журналів і газет, які отруйують
душу і розум німецьких робітників.
І серед ці німецькі робітничі маси прийшли невелика але голосна
російська робітнича делегація. Нас приняли вороже, ми порушили спокій
робітників і ставили різні неприємні питання. Самі ж робітники дума-
ють про нас цілком інакше. Заталішні дух служать вони нас, не дивля-
чись ні на які очернювання. На зібраних ледве хто зважується говори-
ти про большовиків. Видно також як керування робітничими масами все
більш і більше виходить з рук керовників.
Поврот ліворуч виступив найскравійше на партейтагові в Галле.
Там говорилось про фенки об'єднання для всуну до ІІІ Интернаціоналу;
В дійсності це не було темою переговорів; говорилося про те, чи треба
тримати курс на соціяльну революцію, чи вона неможлива в Німеччини.
З часу поділу партії незалежних комуністична партія стала величезною
Коли саме, в якому місці, видухне революція в Німеччині-напевно
не можна сказати, але багато признаків повороть за те, що такий ви-
бух буде швидко, бо в німеччині все готується. Німецька буржуазія
також готується і запевняє, що коли цю зimu революція не буде до-
пущена, то її зовсім не буде. На жаль отже реакція краще передба-
чає революцію ніж самі робітники.
До 4.X. було вислано до Астрахані в Ваку і в інших портах
129.960.000 п. нафти. До 10.X. туди прибуло 125.430.000 п. нафти.
Грузинський Уряд послав до совітського уряду радіотелегра-
му, в якій просить з нього вибачення за протибольшовицькі маніфе-
стації в Тіфлісі 6.X.
Семеновські війська —— у Каримську роспушено.
Між японськими військами на Далекому Сході були поодинокі
бунтарські випадки на грунті сольшовицької пропаганди.
19.X. в Хабаровську зібралась російсько-японська комісія щоб
урегулювати питання відносно евакуації японських військ. Евакуа-
ція треватиме 45 днів і для цього японцям потрібно 3.500 вагонів.
Недавно в Петербурзі була виставка здорових дітей". Матері
найздоровіших дітей одержали медалі. При цьому розориться, що смерт-
ність дітей в Петербурзі спустилась з 19 до 10 %.
Інженер Махонін має на думці збудувати величезний літак, мото-
ри котрого повинні мати 24.000 кінськ. сил і піднімати 60.000 р.
На літаку в різних поверхах повинні бути кабіни, сполучені між со-
бою ліфтами. На цьому літакові можна буде перевезати автомобіль, мо-
торний човен і аероплан; на ньому помістяться 1000 пасажирів. Ско-
рість виноситеме 100 верст в годину. О спеціальний комітет розвив-
ся і ухвалив цей проект. До 1-го мая 1921р. літак повинен бути збу-
дований.
Петрогр. Провада" сповіщає, що Народній Комісаріат для внутріш-
ніх справ дає наказ, що всі папери видані священиками від імені
церкви не мають більше законної сили, бо церква відділена від дер-
жави.
Москов. Правда" з 2 листопаду подає статтю, в якій говориться,
що не варто більше вести пропаганду словами. Агітація повинна бути
ведена в формі організаторської праці, звідповідно якій життєві о
обставини російського народу мусять змінитися.
Вольшовики сповіщають з Батуму, що флота Врангеля понесла
великі втрати на Азовському морі. Між іншими загинули військові ко-
раблі "Успіх" і "Димитрій".
З 18 квітня до 16 жовтня в Росію ввезено 1.900.000 краму,
між іншим 933.000 пуд. харчових продуктів.
З нагоди трьохлітнього ювілею совітської влади виконавчий Ко-
мітет ІІІ Інтернаціоналу звернувся з закликом до всіх країв, в яко-
му просить пролетаріят цілого світу допомогати совітській Росії в
17 боротьбі.
Головнокомандуючий Каменев повернувся недавно з південного
фронту і ділитися зрадженими від армії; він спеціально згадує 1 кин-
ну армію і 6 армію, які боролись за останній час на різних фронтах.
Війська б'яться блискуче, недавно забрано у Врангеля 9 англійсь-
ких танків.
Красная Газета" інтервювала недавно Луначарського, який та-
кож повернувся в подорожі на південний фронт. Він затримався дов-
ший час серед кавалерії Буденного і працював там проти антисеміт-
ського і антиреволюційного духу. Луначарський підкреслює, що вій-
ськам дуже бракує озброєння і що коли цей брак хоч трохи не буде по-
лагоджений то на південному фронті можна сподіватись перемоги
в подіях.
Генерал Брусилов був недавно інтервюваний а власне про за-
міну червоної армії народньою міліцією. Брусилов радив совітсько-
му урядові не спішити з демобілізацією чи переорганізацією чер-
воної армії. Досвід світової війни показує, що треба завше мати під
рукою сильну, здібну до бою армію в добре влученим командним скла-
дом. Заміну на міліцію можна переводити тільки поволі, окремими чає
стинами армії.
Закінчення довоєнної для бойовиків дуже тяжкої боротьби на Україні турбує політичні кола совітської Росії. Де-які комісари, між ними також і Луначарський думають, що краще зробити вмову з Петлюрою, по якій червоні війська будуть виведені з України. Навпаки Троцький і Попойський, особисті вороги Пілсудського, не хотять нічого й чути про мирну політику відносно України. В Московськім Совіті недавно голосували по українському питанню: 3/4 членів було за активний виступ проти України.
Петрогр. Правда" друкує проклямацію складену на конференції у Верхнє-Удінську. В цій проклямації цілий простір на схід від річки Селенги та Байкалу, а власне Східна і Західна Трансбайкалія, Амурський і Приамурський Край, Сахалін та Камчатка облягається самостійною незалежною республікою. Кордонами призначено: річку Селенгу, Байкал і колишній кордон Якутської округи до Північного Моря. Всі права колишньої російської держави на територію східно-хинської залізниці переходить до нової республіки. Приймається республикансько-демократична державна форма. Офіцерам і солдатам бувших колчаковських і семеновських армій гарантується особиста недоторканність і можливість повернутись до своїх родин. Незабаром має зібратися конституанта. Для виконання цієї постанови Конференція вибрала тимчасовий уряд, який, до скликання установчих зборів, має всі уповноваження військової та цивільної.
Конференція звертається до народів цілого світу і заявляє, що нова Республіка хоче стояти в дружніх зносинах з цілими світом. Конференція закликає уряди різних країв стати в зв'язок і тимчасовим урядом республіки і прислати своїх представників.
Петрогр. Правда" в 3.XI. протестує проти того, що не диялячись на Ризьській договір Антанта підтримує українські і білоруські війська.
Петрогр. Ізвѣстія" з 5.XI. говорять про велику небезпеку, яка внося загрожує совітській Росії в заходу. Особливо небезпечна армія Савінкова, про яку говориться, що Європа таких солдат давно не бачила. Савінков вібрав 30.000 добірного війська під командою генерала Клюєва. На Петлюру не дияляться серйозно, бо в нього в армії наче б то немає дисципліни.
Між Ташкентом і Москвою відновлене телеграфичне сполучення, так само і залізниця між Ташкентом і Москвою функціонує. Під час цивільної війни зруйновано біля 140 мостів. Між Москвою і Ташкентом ходить на тиждень один поїзд.
В Королевському повіті Псковск. губ. вибухло селянське повстання. Песлани війська після тяжких боїв, зліквідували повстання. Багато селян розстріляно.
Московск. Извѣстія" пишуть, що 26.X. був рішучим днем на південно-мій фронті, бо тоді почався відступ Врангеля після поредненх сильних боїв; 28.X. червоні війська перейшли до наступу коло Херсону і Берислава. У вечери 30.X., взявши міста Складов, Хорли і Перекоп, вони досягли Чорного Моря. Другий армейський корпус Врангеля, що стояв на Нижньому Дніпрі, був почасті оточений, тоді як решта армії лишилась на південь від Перекопу. Червона кіннота, якій вдалось закрити шлях відступу на Ялгаський півостров, повинна була відійти, бо неприятель на неї дужчими силами. Газета підкреслює, що не треба думати, що Врангель розвитий, бо він ще має багато можливостей реорганізуватись в Криму.
З оригіналом згідно.
Начальник Війську Канцелярії ДИРЕКТОРІЇ
Копія.
Таємно
-ОДИНОВОМАТИЧНИЙ ВІДПРАВКА НА ПЕРЕСЕЛЕННЯ 10 лютого 1920 року, що додано відомості про переселення української народної республіканської армії та її підпорядкованих частин у м. Кременчук, 1920 р., видається за наказом МНС № 106.
-Особовий склад зв'язку і командування та персонал радіо-зв'язку виконують повну відповідальність за безпеку, яка передана їм у цьому документі.
ВОЛЬНОВИЦЬКЕ РАДІО.
З Миколаїв до Кенігсберга-Рейзена, 15, 12, 2, 35 кв.шт.
До Міністерств Закордонних Справ у Вукарешті,
Ревелі, Ризі, Празі, Софії, Нагороді, Царижі, Від-
ні, Верліні, Вілгородці та Атенах.
Після останніх перемог червоної армії на Україні та в Криму
український фронт перестав істнувати. Так саме закінчено боротьбу з
бандитизмом, який хотіли розгорнути політичні авантюристи Петлюра,
Балахович та Савинков після заключення миру з Польщею. Соціалістич-
ні дрібно-буржуазні партії на Україні показали себе на протязі
1919 р. /слово нерозібране/ або зедналися цілковито, чи почasti з
большовицькою комуністичною партією; те саме сталося з українською
партією боротьби і з ліво-соціалістично-революційною російською партією боротьбистів. Інші по-
літичні групи, котрі не прилучились ще до комуністичної большовиць-
кої партії, як групи Винниченка та Грушевського, висловилися також за
радянську владу.
Військова і політична ліквідація російської та української
контрреволюції непохібно показує всім урядам, що на території Украї-
ни можливий лише радянський режим. Непохитну волю робітників і се-
лян України підтримувати соціалістичну радянську владу не могли зла
мати ні німецько-австрійська окупація ні напад французів та греків,
ні українська контрреволюція часів Центральної Влади, Скоропадського
і Директорії, ні білі російські генерали, ні польський напад та окупа-
ція. Український Радянський Уряд твердо постановив скористуватися пе
ремогами Червоної Армії для відбудування продукційних сил країн на
соціалістичних підвалинах. Не зважаючи на війну, яка особливо лютува-
ла на Україні, продукція кам'яного вугілля в Донськім та Донецькім
басейнах, дякуючи заходам радянських органів, удвоїлась у порівнянню
в часами, коли там білі. Забезпечення Червоної Армії та міст хар-
чами налагоджено, сотні зруйнованих мостів знов відбудовано, а лю-
ті пошестя, які залишилися в спадщину білізлквідовано,
Інші, коли скінчення війни звільняє нові сили і дає нові
засоби, робітничия і селянська влада з це більшою енергією буде
продовжувати справу господарського відбудування і піднесення добро-
буту має, шляхом експлоатації величезних природних багацтв країни.
Приймаючи на увагу, що ця праця відповідає інтересам всіх
народів та всіх урядів, робітничий і селянський уряд України про-
понує всім урядам, особливо ж сусіднім, в інтереси загального ми-
ру, пійти за прикладом Польщі та Георгії, які зараз ведуть перегово
ри з Україною, вступити в переговори з українськими соціалістичним
радянським урядом про відновлення нормальних політичних та го-
сподарських відносин.
Комсаръ
Президент Ради Народніх Міністрів і Комісар
Закордонних Справ України РАКОВСЬКИЙ.
З оригіналом згідно.
М. Крип'якевич
Начальник Відділу Канцелярії ДИРЕКТОРІЇ
Bureau Ukrainien de Presse
Varsovia, rue Jasna, Hotel Victoria tel. 258-66.
Komunikat
Biura Prasowego przy Ukraińskiej Dyplomatycznej -isji w Polsce.
N.517
17 grudnia 1920r.
Prasa niemiecka
W gazetach "jedenskich z dn-3listopada czytamy przedruk
z bolszewiciej"Krasnoj Gazety" bczdynnych Jeden z artykułów pod ty-
tułem:"Czerwona Burżuzacja" głosi, że w Rosji występuje na arenę życia
"Howa burżuazja" - arystokracja, utworzona z dawnego proletariatu.
W czasie, kiedy armii czerwonej brak najniezbędniejszych rzeczy, nowi
arystokracji wytracają wielkie sumy i użythuja moc produktów będących
własnością własnością biednego ludu. W szeregach armji są całe oddziały,
które już od września nie zmieniały bielizny, kawalerja jeździ bez bu-
tów i bez płaszczys. Niewątpliwie - pisze gazeta - nasza nowa burżuaz-
ja porozumiewa się z burżuazją Zachodu. Niech się jednak przedwcześnie
nie cieszy! Czerwona armija w Rachmanach jeszcze raz dojdzie do Warsza-
wy i znajdzie tam niezliczone zapasy odzieży, którą Polska otrzymała
od swych sprzymierzeńców.
Ze Iwowa donoszę o straszliwych rządach bolszewików w Kamien-
cu Podolskim. Zaraz po zajęciu Kamieńca przez wojska bolszewickie
przyjechała do miasta charkowska "czerzwyczajka". Od 15 listopada do
końca tego miesiąca "czerwyczajka" zamordowała 70 osób. Na miasto nało-
żono kontrybucję w ilości 80 miljonów rubli sowieckich i 1 000 par
butów. Indność została okradziona prawie ze wszystkiej bielizny.
"Nachrichten" Frankfurt z dn-4/XII w artykule pod tytułem:
"Terror na Ukrainie" pisze: "Zytomirskija Izwiestja" ogłasza listę
osób podejrzanych o akcję anty-bolszewicką i rozstrzelanych Lista
mieści nazwiska 23 nazwisk osób z tych 9 ukraińców i 12 polaków. W
Kamieniu Podolskim w dniu zajęcia miasta przez czerwoną armję, roz-
strzelano 30 ukraińców. Część mieszkańców ze strachu przed represje
prz bolszewickimi opuściła miasto i schroniła się do okolicznych wsi.
Ze 164 osób rozstrzelano pod zarzutem szpiegostwa wielu urzędników,
duchowieństwa nauczycieli, agronomów i.t.d.
Bureau Ukrainien de Presse
Varsovie, rue Jasnà, Hotel "Polonia" tel. 238-66.
РЕФЕРАТ
Пресового Бюро при Українській Дипломатичній Місії в Польщі.
Огляд преси Сєвірської Росії.
30 грудня 1920 р.
"Хетерградская Правда" з 7 листопада б.р.ч.248 вищеу спілкує
декларацію конференції провінцій Дальнього Сходу:
"Ми, уповноважені представители всего населення й всѣхъ областей
Дальнего Востока, именемъ народа насъ избранного и правительства, насъ деле
гированныхъ, торжественно заявляем: Два года междуусобной братубийствен-
ной войны разорили нам богатый край и дали возможность утвердиться
непавистской народу реакционной власти, насильникамъ атеизмомъ и ихъ спо-
движникамъ. Доведенный до отчаяния народ восток-поставилъ своей целью
прекращение междуусобной войны и объединение всего народа во имя сво-
боды и мира. Освободив весь Дальний Восток, народ через избранных пред-
ставителей постановляет:
I/Вся территория бывшей Российской империи к востоку от реки Селенги
и озера Байкала включая области: Западне Забайкальскую, Амурскую, Прии-
мурскую, Сахалин и Камчатку, представляетъ независимой и самостояте-
льной республикой со дня опубликования декларации о независимости от
5 апреля.
2/Между Г.С.Ф. С.Р.и Дальневосточной республики, со дня опубликова-
ния декларации о независимости, об'является граница: река Селенга от ее
выхода из Монголии до ее впадения в озеро Байкал, центр озера Байкал и
старая граница Якутской области к востоку и северу до Ледовитого оке-
ана.
3/Все права бывшей Российской империи в полосе отчуждения Восто-
ка Китайской жел. дороги переходят к Дальневосточной республике.
4/На территории Дальневосточной республики устанавливается респу-
бликанское демократическое власть, електированная воле всего народа, ко-
торая выявляется через избранных представителей.
5/Все вооруженные силы стран и отдельных областей должны подчи-
няться единому командованию при центральном правительстве.
6/Всем офицерам и солдатам ротатков армии Колчака и Семенова гра-
тируется неприкосновенность личности и возможность возвращения к мир-
нему труду и своим семьям.
7/Для выработки основных законов страны в самом непосредственном
чем времени созывается Дальневосточное учредительное собрание, избран-
ное на началах всеобщего равного прямого и тайного голосования, без
различия пола и религии при соблюдении принципа пропорционального
представительства.
Для проведения своей воли в жизнь конференция из своего состава
выделяет правительство Дальневосточной республики, которому она
именем всего Дальнего Востока вручает всю полноту гражданской и военной власти до созыва Дальневосточного учредительного собрания.
В основу организации власти должны быть положены неизбежные прин-
ципы демократизма, сохранены все свободы, которые являются залогом мира и развитием общественных сил; институт частной собственности сохра-
няется, но правительство вносит в него коррективы, которые по опыту
всех передовых стран являются необходимыми для охраны интересов трудящегося населения.
Обращаясь ко всем народам мира через их правительства, конференция заявляет: что Дальневосточная республика стремится установить добрососедские и дружественные отношения со всеми странами, особенно с теми, которые непосредственно с нею соприкасаются и граждане которой находятся на ее территории.
Конференция приглашает правительства всех стран войти в сношение с избранным правительством Дальневосточной республики. Все население Дальнего Востока поддерживает это правительство, воодушевленное неуклонным стремлением установить порядок и создать условия для мирной трудовой творческой жизни.
Так газета 3-5 листопада містить інтервью співробітника енглійської газети "Дейлі Експрес" з комісаром закордонних справ Чичериним, який, між іншим, заявив, що до останнього часу великом перешкодою для заключення миру Росії з Польщею було питання про Петлюру. Польський уряд сподівався при допомозі Петлюри прилучити Україну до Польщі. Росія ні в якому разі не згодилась би на це. Предлімнарний мир був підписаний, як тільки Польща відмовилася від переведення до штату цієї тенденції.
Не дивлячись на те, що поляки демагогуться, бо Росія урегульувала всі їх кадмірні фінансові вимоги, севітське правительство винне всіх заходів для найскоршого заключення миру з Польщею. Треба сподіватися підкреслив
В.
Численное Польща нарешті згодиться в нашими пропозиціями і що в са-
мому недалекому часі совітська Росія заключить твердий мир з Польщею.
"Потвєрджена Правда" з 6 листопада змінює коротке справоводання
з конференції робітниць 1 сеансон, яка відбулася 5 листопада в палаці
Урицького. Товариша технічних політики совітського правительства
в справі постачання населення харчів звертує між іншими увагу на те, що
"КУЖЕ ВСЕГО ДЕЛО ОБСТАЯТ С ПРЕДМЕТАМИ ПЕРВОЙ НЕОБХОДИМОСТИ, ИЛИ В ЭТОМ
отношении наме положение хуже чем в прошлом году. В нынешнем году мы в
состоянии были видать населению по 5/2 аршина ткани. Очень остро об-
стоит дело с обувью, ибо 90 % всей фабричной выделки идет на удовлет-
ворение армии. Несмотря на тяжелое положение с предметами первой не-
обходимости петербургские пролетарии все же получают как-то и правдивку
революции. Каждая работница получает по ситцевому платку, которые за_
тетеляются в количестве 68 тысяч штук, по 1 рубашке к по 1 палетен-
цу, и кроме того будут распределены между самыми нуждающимися 5 тыся-
чами пальто. Приближительно те же предметы получат и рабочие мужчины
"Известия Всероссийского Центрального Исполнительного Комитета
и советов рабочих, крестьянских, казачьих и красноармейских депутатов
и Московского совета рабочих и красноармейских депутатов" з 7 листо-
пада/ч.250/1097/" містить статтю Карла Радека під заголовком "Польський
план" в якій автор, між іншим, пише:
"Программа правительства Пилсудского на Востоке состояла с создании
буферных государств между Россией и Польшей, которые должны были войти
в федеративный союз с Польшею. Эта программа показалась во первых, на
недоверии к советской России, соседства с которой Пилсудский хотел из-
бежать за что бы то ни стало. Второй предпосылкой буферной программы
было убеждение, что национальное пробуждение белорусских, литовских и
украинских масс не позволяет открыто присоединения этих областей, но
так как культурные элементы в Беларуси, Литве и на Украине состоят
из польских помещиков и из польской мелкой буржуазии, то правительство
Пилсудского было убеждено, что при обеспечении федеративной связи
между Польшей и этими областями полякам без труда удается владеть по-
следними.
Политика Пилсудского встретила сопротивление в рядах поль-
ских помещиков и польской крупной буржуазии, исходящих из того пред-
положения, что национальная фракция пробужденных к новой жизни мелки
буржуазных масс Литвы и Беларуси создает политику федерации. Пилсуд-
ский отстаивал свое динамо с большей энергией. После захвата Вильны
4.
польскими войсками в 1918 г. он противился включению Вильны в состав Польского государства, дабы не закрыть путь для будущей федерации с Литвой. Он пытался прикрыть стремления к господству Польши над Беларусью игрой с белорусской радой. И теперь захватывал руками Желиховского Вильну. Пилсудский не присоединяет последнюю к Польше, даже не объявляя об этом устроства плебсцита, хотя и подлежит семению, что этот плюс бисцит дал бы Польше определенное большинство. Его затея создать среднее литовское государство вначале как будто смена, не так как его план заключается в принуждении отрезанного от России польским кирридером кевенского правительства к соединению с этой эфемерической Средней Литвой и через нее с Польшей, то затея эта представляет собой продуманный шаг к федерации с Литвей."
Далі автор, торкаючись питання про заключення в Ризі прелімінарного миру з Польщею, пише, що цей мир визначає лин педіл Білорусі при чому найбільша частина 11 попала "в когти польских панов". Однак, за питує автор, на вище польські делегації в Ризі стремилися до визнання незалежності Білорусі? Пілсудський не захотів підтримати в Ризі свого державу з Петлюрою і добився того, що значна частина України була прирізана до Польщі. На вище ц він домагався визнання незалежності України, яка тепер знаходиться в руках совітського правительства? запитує автор. Чи не є все це тільки загистем кідмови Кеге від "буферного про граму"? Ні в якому разі! Ми маємо діле з новою спробою Пілсудського утвердити нові вихідні пункти для продовження його фуферної політики. У це Пілсудський хоче виконати при допомозі Балаховича, якого буде підтримували незалежна Середня Литовська братерська республіка. І коли Балаховичу удасться заволодіти тими частинами совітської Росії, які від діляться від Литви польским "кирридером", його п'ятимає "середня литовський партізан" Желиховський і тоді Балахович виступить на сцену як представник незалежної Білоруської республіки, визнаної совітським урядом. Польща не буде вести війни з совітською Росією а лин совітська ферна правління буде змінена на балаховичьке демократичну. Тех саме буде зроблено етаманом Петлюрою в відношенні до України. Так Янак Пілсудського, однак, на погляд автора, не може бути переведеним до життя через те, що тяжке економичне становище Польщі не дозволяє йому вести нову війну. Совітська Росія підкреслює автор хоче заключити мир з
5.
Польщю навіть на підставі предлімнарних рижських умови 1 века не може спекулювати на тому, аби вляхом війни з Потапрем Савінковим і разом хевичем "добраться к инуре г.Пласудського"Вона цілком відає що здобич польских робітникам,але века не дозволить п.Пласудському на польскій території організовувати і забрежвати банди,ані роблять напади на сел вітську Росію.Ни сподіваємося,що не тільки польскі робітники,але і дрів на суркуванні Польщі зрозуміють тепер, що вказана така гра.І припинять її.
.................
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Varsovie, rue Jasna, Hôtel Victoria tél. 283-66.
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АНГЛІЙСЬКА ПРЕСА.
ч.523. 30 грудня 1920 р.
Польща і Сєвірь.
Столетельмські кореспонденти газет "Таймс" і "Дейлі Телеграф" повідомляють, що бельгевики концентрують великі сили на границі Естонії з Білоруссію в Західній Україні, а також на границі Румунії і Польщі. В цей час бельгевики сконцентрували 8 дивізій в Покові, 3 дивізії в Герчині і одну в Дусь. В Ризі панує неспека через те, що утворюється небезпека наступу бельгевиків на Естонію. Кореспондент "Дейлі Телеграф" того переказує, що бельгевики мають намір знову роспочати наступ на Польщу.
/"Таймс" і "Дейлі Телеграф" з 23 грудня/.
Нова севітль-Польщі.
Газета "Крайнік лівих "Дейлі Геральд" виїнує незу совітського правительства, яку Іоффе даручив голові польської мирної делегації п. Дембскому. В цій ноті між іншим: совітський уряд заявляє, що йому зовсім не відомо, що польське правительство підтримує ген. Меліховського а це до Вільни присудив мійська Балаховича і Петлера /?/, які виявляють себе потребу для совітської Республіки через те, що п'яне законне правительство не захоче нести відповідальності на вчиники ген. Меліховського. Совітський уряд претесує тим, що прибуття до Вільни від ділів Ліги народів, які можуть прийняти участы в новому наступні на Ресію.
/"Дейлі Геральд" з 13 грудня/.
Сєвітли і Румунія.
Погрози бельгевиків.
Правительства совітської Росії і України песялали ноту Румунії, в якій вони закляють рімучній протест проти екупації Бессарабії румунами. Домаганьська, аби Румуни погайне евакували Бессарабію. Бельгевики концентрують мійська на Дністрі, румуни також готовляться дати епір бельгевикам. Газета "Таймс" того переказує, що бельгевики захотять прейти через Галичину до Венгрії з метою ополучення в венгерськими немушністю
2.
ни, а потім з чехо-словацькими комуністами. В тому разі, коли бояз
звинні роспещуть наступ на Польщу. Чумуєві буде допомогати останній.
/"Таймс" з 24 грудня/.
Поваганка проти Польщі.
Англійські газети, особливо як "Таймс", в багатьох статтях авертують
увагу на те, що Германія веде у англійських офіційних сферах пропа-
ганду проти Польщі, яку вона обвинувачує в імперіалістичних стремлін-
нях. Газети пишуть також, що в останні часи Германія припинила імпорт
товарів до Польщі і не через це утворюється катастрофичне становище.
се у Польщі бракує різних товарів, які виключно постачала їй Германія.
На поганда газети "Таймс" таку політику Германії проводить з ціллю при-
мусити Польщу предоставити Германії різні концесії і обмивати мансн
Польщі в плаєбіспіті на Герману Швейцарку, бо населення, яке терпить не-
статок від браку товарів, які їм може постачати Германія, скоріш буде
симпатизувати цій останній, ніж Польщі, і під час плаєбіспіту буде гово-
сувати на користь німців.
Келл Петерев.
Газета "Мернинг пост" з 13 грудня вміщує бельшовицьке повідомлен
на про те, що ніби отаман Петерев і всі члени його уряду інтернева_
ні де м. Кельщі і еголонені польським правительством військово-полоне
ними.
Дивні англійські газети такого повідомлення не вміщували.
Польща і Литва.
Англійські газети повідомляють, що Польща і Литва, котрі згодувались
розв'язати Віленське питання плаєбіспітєм, тепер вже думають іншого
рішення. Немісія Діги народів приймає всі заходи, аби обидві сторони
виненали своя зобов'язання. Полковник Шардінь змізакть в недалекому
часі до Вільни з метою ведення переговорів з центральним Литовсь_
ким правительством.
00000000000
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Посольства Бюро при Українській Дипломатичній Місії в Польщі.
ФРАНЦУЗЬКА ПРЕСА.
ч.522.. 31 грудня 1920 р.
Погроми жидів в Польщі.
Газета крайніх лівих "Пепшер де Парі" вміщує витяги з статті, надрукованої в газеті "Векнер", єврейському органі, який видается в Відні. Ця стаття приводить данні, які зібрані статистичними відділеннями соцістського російського правительства, про погроми жидів в Польщі. Автор статті доводить, що "санди Балаковича, Петерки і інші" збили 70 тисяч жидів і знищили остаточно 3.006 будинків. Шкільності жидів, які постраждали від цих банд, загалом досягає колосальної цифри—250 тисяч! Автор статті обвинувачує польське правительство в тому, що воно пасивне відносилось до цих злочинних вчинків різних банд і не вживало ніяких заходів для припинення їх діяльності. Наслідком такої політики було те, що сотні тисяч ні в чому не винних громадян були примушенні кинути свої життя і все своє майно і шукати спасіння в чужій стороні. Автор статті свідчить, що в багатьох місцях старанне приймали участь в цих ганебних вчинках.
Російська реакція.
Конте революціонери російські організуються в Германії.
Під такою назвою газета "Пепшер де Парі" з 24 грудня містить статтю, в якій автор звертує увагу на те, що в Германії в останні часи російські конте революціонери розвивають велику активність і стримають всі свої сили для боротьби з революційним предетаріатом. Одними з таких конте революційних ясередків являється Володимирське братство.
Газета "Тамбургер Фольксейтунг" пише, що головним завданням цього братства є об'єднати всі конте революційні сили, які в цей час розкидані по всій Германії. Братство має великі суми грошей і через те має можливість допомагати своїм членам і прихильникам. Крім того, братство узбере не 1 кіпку їх і веде широку пропаганду з ціллю відновлення нової пожаду проти сельських та енрема, велику експедицію в Сибірі 2-3 місяця. В Германії організоване 46 таких братств причому три братства
2.
ва знаходяться в Баварії. Найповажнішу роль греє брацтв в Штейнфельді
Бернвальді в окрузі Кенігсберга, яке має великі записи амуніції і зброї.
Галевними діячами цих брацтв являються: І/О. В. Бельгард, гелева брацтв,
2/Кеге дружина, уражена графиня Урусова, 8/Ф. Ф. Стовліч в Царського Села;
гелева "Робітничих Об'єднань", 4/Мої. Пепов, скербник брацтв, який має на меті
збір грошей, необхідних для розвитку пропаганди в Америці, Англії і Фран-
ції. 5/Ганні Тед і три її сина, а також їх приятель Гринвальд. Цей остан-
ній виникає обов'язки вищого з брацтвах. 6/Родина Шірінських, син яких веде
центр революційних зв'язків і своїми прихильниками, котрі знаходяться в
цей час в Франції. 7/Родина Чернешових, котра має тісні зв'язки з центром
революційною місцевою російського червеного хреста в Берліні і в Павле
Бекмієв, один з самих активних пригів.
Членами цих центр революційних брацтв, пише газета, являються ві-
домі царські "чернестенники" і антисеміти, які за прадніх часів приймали
участь в організації єврейських погромів.
Агенція Відня.
Відомий соціаліст Жан Ленге в газеті "Пепшер де Пари" з 23 грудня
в статті під назвою: "Агенція Відна", посилавшись на відкритий лист профе-
сора Ерекгаузена, доводить, що в цей час населення Відня особливо ж ре-
бітничий клас, переживає дуже тяжке становище. Причинами цього, геловим
членом, брак вугілля, недостача якого не дає можливості заведен і фабрикам
приймати повним ходом. Багато навіть кваліфікованих робітників не
мають роботи і примусові терпіти голод. Автор письме Антанта повинна
наперед прийти на поміч Відню і постачити для нього вугільний один та-
льки може вирятувати пролетаріат від голодної смерті. В тому разі, коли
це місця буде доставлено до Відня 200 тисяч тон вугілля, то продуктив-
ність заведен і фабрик буде посилена на 25-30 %, і це легше може
зробити Антанта, яка витрачує більш ніж 20 міліонів тон вугілля!
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Протокол засідання Української Дипломатичної Місії в Польщі.
Саммит Світової Ради.
9 січня 1921 року.
"Петроградська Правда" з 26 листопада 1920 р. ч. 4 в замітці : "Історична-революційний матеріал з України" письмо до Петрограду повернули. Україні Перша надзвичайна Експедиція Мунд Революції, яка має на меті зібрати матеріали про революцію на Україні. Цим експедицієм привезено до Петрограду багато планет і портретів, відкритих листків і різних творів, які торкаються всіх періодів і змін влади. Між іншими Експедиція вивезла документи Центральної Ради, непо-першого Університету, всі матеріали, які торкаються відновлення тергових зв'язків в Україні і матеріали про українсько-російську мирну конференцію 1918 р. Крім того, Експедиція вивезла архів Дентчина, і багато наказів Бога на французький і польський мові, а також багата фотографичних знімків по греції. "Белгвардійських звертень", печатних вищень в Києві і т. д.
"Ізвестия" Всероссийского Центра, Ленпинит, Нижегород, Раб. Крест., Неван. 1 Краснаврм-депутатов з 23 листопада 1920 р./ч.268/ видає коротке опрацювання з "Соції Всеукраїнського Ц.М.К.". Газета заорує увагу на доклад кандидата України Мануйльського про земельну політику на Україні. Чаплівський підкреслив в своєму докладі, що земельна політика мала не мети: І/п квітня// великих землевласників, яка закінчилась на Україні жалюка панів, ніж в Росії; // накладення селян землею, наслідком чого був розділ господарств тих селян, які мали землі над норму. Втім погляду продукції Ізвестий вказав Мануйльський, така реформа відкинула нас на три роки назад, але в політичному зв'язку зробити це було дуже необхідно. Найбільший сильний вплив також, що головним завданням Наркомзема в відношенню до відновлення Промисловості є регулювання селянського господарських цілів на землі. Наркомпред Владимира в своєму докладі заявив, що на останні два місяці на Україні заготовлено 20 мільйонів пудів хліба, крім того, в магазинах Наркомзема мається ще 10 мільйонів пудів хліба, як були заготовлено раніше. На останньому засіданні по докладу Чубара про
таке становище працівності на Україні, буде ухвалена резолюція, а кій Ц.И.К. звертує увагу на те, що тільки з всеродових всього господар- Него життя в руках єдиного консекріата "Федерации" може відновити про мисловість на Україні. Спеціалісти, членики і збільшенні фаховці повинні бути негайно звільнені з військової служби і повернутані а метою під назвлення промисловості. Відновлюючи господарство, треба мати на увазі, яке принцип: "виделение ударних предприятий". В "ударку" частину госп- дарного плану повинні бути включенні зводження вироблення сільсько- господарні машини і знаряддя.
Там газета з 24 листопада /м.264/ вищує резолюцію 5 конферен- ції Ц.И.К.України, в якій конференція, термінансь національного питання, стверджує, що "політика Ц.К. одалала національний вопрос на Україні га- раздо менше острий, чем он би до сих пор. Будущему Ц.К. конференція по- ручает продолжать эту политику в національному вопросе, берясь как є- українським повиннимом, так и вусобобством." "Продовольственную политику, которую вел Ц.К.на Украине, конференція признает вполне правильном. Кон- ференція особенно підкріпляєть правильность політики Ц.К. з деревом.
Будущему Ц.К. перучастел удослтерить енергію в деле організації неза- можного селянства против кулаков." Реалоція звертує увагу на те, що в організаційній роботі Ц.К. буде зроблено багато помилок, які треба погай- не поправити. Резолюція ухвалює с., м.ання К.Ц.з кращими елементами низ- них партій.
"Известия" В.П.И.К." з 24 листопа /ч.264/ в замітці: "Полярольська оперетка" пише: "Новое Слово"/газета : деться в Одесі/ з 20 листопада повідомляє, що Омельянович Баганко би зрештував Петлюру і оголо- сив себе диктатором України/P зеа/.
Там газета з 4 листоп /ч.247/ ідє так, що зідано в інформа- ціями, які одержав Наркомг -кра" и чи об ерійем в районі Меліте- поль Федорова здобує у львар. ції , м юни нудів каба.
В другому місці в ста : "Военное Ядро в Україні" газета пише: травні місяці Ц.Веєнпроб о буде злаки до Харькова група робітни- ків з метою організації міського: 1дтях Воєнпродборо. До цього часу на Україні працювало 160 міжпов'язаних робітників/більшість яких була вислана Центром/ і 17 відділів , прийшло з Москви, а б органі- зовані на Вирлін/.Укрвоєнпродборо перле в його приступило до мобіліза- ції українських робітників, причому в Одескій губ.мобілізовано вже
3.
2,320 ч./з яких сформовано 95 відділів/, в Донецькій губ.- 1,098; з цієї останньої групи 150 робітників призначено на предкурси українських інженерів Наркомпрацда. Катеринославщина дала 569 ч., в Харківській було набрано 654 ч., в Волинській губ.- 419 ч. найменш успішне мобілізація робітників на предработу прийшла в Полтавській губ., де було мобілізовано лише 283 ч. Всіх робітників на Україні мобілізовано 4,689.
Разом підкреслюємо : "в качественном отношении мобилизованные на Украине отряды значительно уступают отрядам центральной России, как в смысле дисциплины, растяжки, так и степени сознательности, и в тех губ., где имеются отряды центра, их группируют с местными отрядами. "Всіх відділів , які іспані на Україну з Москви, є 27 і в них працює 706 робітників; за ж разміщені по різним губерніям. Успішне провадиться работа в Харківській губ., де сконцентровано 13 відділів, присланих з Москви, в яких працює 316 відповідальних робітників.
"Известия" В.Ц.И.К., в Іб листопада ч.257 видищуть передову статтю Ф.Стеклова: "Великайшие перспективы", в якій автор, обмірковуючи нас підки остаточного розгрому Врангеля, пише: "в разгроме Врангеля сазвал отрада Советской Республики" ще не закінчена. Ця не го парим уже вб остатках врангелевских банд", которые придется до конца выловить и обезвредить. Ми не говорим даже о разбойничих бандах Петлюры и альховиці, которые "дружески" напущены на нас польськими па- нами і, которые не збекиме отереть в перешок. Но и вну- ки советской России и советской України остались много центр революции.
Ті елементи, балегардосиние офицери, право соєрежки загл кулака і реакционеры всех мастей, разселяны не всей стране. До сих и они всмервке оравали политику советской власти, асесяне в пределах ственной области. Они пользовались всяким уедінм случаем для подготавки и устроййства воестаней. Они были пособниками неприятеля изнутри и если мы не разгроми их гнезд, то они и впредь будут участвовать в действии великом паслагательству, направленному против безопасности рабоче крестьянской России. Серьезный переход к широкому мирному отряду тельству невозможен без радикального уничтожения этих народов на теле советской республики. Врангель был их последней надеждой, на него они ориентировались, ему по мере сил помогали и для него подготовляли почву. Теперь с разгромом врангелевщины, которая была главной органи
революционной силой контрреволюции, нужно вовлечь все эти элементы в колебание и очистить от них страну. Переключение главного противодействия, сосредотачивая власть над Россией у трудящихся масс, делает возможной такую радикальную ликвидацию контрреволюционных элементов, разосланных по стране.
На расстрел бывшей сенегальской эмиграции скажется не только в области внутренней политики. От Немецкого отрезка и на нашем международном положении. Заключающийся противник и весом крестьянский переход терпит сильный удар со стороны революционного главного душистого центра. Ведь по Савинкову же в самом деле защищать Кельчина, Деникина и Врангеля. Все силы неоднократных заключалась в жидких рядах влиятельных революционных элементах из среды прежних господствующих классов, помещиков, буржуазии, крупных чиновников и высшей офицерских, т.е. основная сила царистской партии. Мелкотравчатому навитричеству Савинкову выходцу из безопасной интеллигентской среды никогда не удастся объединить эти элементы вокруг себя и стать их признанным вождем. С уходом Врангеля с политической сцены надежды на создание центр эмиграции освободили она центр революции. Переключение Врангеля должно положить конец колебаниям так иностранных буржуазных кругов, которые до сих пор не дышали определенное вступление на путь соглашения с советской Россией. В особенности это примыкание к английской буржуазии, которая теперь естественно склонится к переговорам с советской Россией. А за ней последуют и другие более слабые государства. Германские буржуазия, крупные владельцы на Англию, поспешит возобновить отношения с Россией. Как только Англия найдет на своей враждебной внешней позиции. Одинаковые государства, ориентирующиеся на Англию-Русские и даже Польша, начнут уходить от братанской политики по соглашению с Россией, также понадобятся в своих отношениях к ним и их колебания. Что поддерживается во внешней поддержки наших врагов. Все это немедленно поведет и дипломатической изоляции французских империалистов, которые тогда целой недели приготовят пересмотреть свою политику непримиримой вражды к советской России. Все это естественное повышает нашу мировую отчетливость. Для того чтобы уничтожить всякие попытки центра революционеров выступить против Росси, нужно выразить их с корнем. Вот почему споредняя ликвидация остатков контрреволюционеров является для нас очередной задачей".
No. 1229.
ДИПЛОМАТИЧНИЙ ВІДДІЛ
ПОСОЛЬСТВА УКРАЇНЬКОЇ НАРОДНОЇ
РЕСПУБЛІКИ В НІМЕЧЧИНІ.
№ 95
20. 11. 20.
POLITISCHE NACHRICHTEN.
General Biskupski hat zu Joffnowskij Fühlung genommen, letzterer arbeitete daran, die Ukrainer und Weissrussen zum Kampf gegen die bolschewiki zu vereinen. Die Ungarn haben Unterstützung versprochen. An der Spitze des ganzen Unternehmens wird Biskupski stehen. Es sind Verhandlungen mit der rechten Gruppe in Gange über deren eventuellen Anschluss an Joffimowskij.
Bog 162.
No. 1231.
20. 11. 20
Seit dem 15. ds. Mts. erscheint in Berlin die sehr gut geleitete russische Kadettenregierung "Julii" (Steuер), redigiert von Hessen und Nabokow. Hessen hält nach wie vor an seiner liberalen politischen Einstellung, während Nabokow wesentlich mehr nach rechts tendiert. Die Richtung der Zeitung ist jedenfalls ausgesprochen antibolschewistisch; zudem sollte auch die Sache drangels möglichst unterstützt werden, was jetzt allerdings infolge der letzten Ereignisse hinfällig geworden ist. Die Mittel für Herausgabe der Zeitung sind durch "Anteile" beschafft worden; Altschütz beispielsweise hat 50 000 Mark gezeichnet. Zur Redaktion gehören 6 Herren. Gelegentlich wird auch Miljukow für die Zeitung schreiben, ferner Tschechpro u.s.w.; dadurch hofft man auch, den "Goloss Rossij" als Konkurrenzblatt ausschalten zu können. Außerdem wird die Herausgabe einer Monatsschrift geplant.
Bog 125.
No. 1232.
20. 11. 20
Geplant wird in Berlin eine neue russische Organisation, der "Offiziersverband", dessen Centrum sich in Paris befinden wird. Zum Vorsitzenden wird (für Berlin) vermutlich der Oberst Pototzki gewählt werden, ein Vetter des früheren Chefs der Militärmission. Als Kommissionsmitglieder werden genannt: Der frühere Offizier Tichmenew, ein sehr ordentlicher Mann, ferner Woljekow (a.d. Kaiser Schützenregt.) Mitglieder der Revisionskommission ist Jewreinow, der aber demnächst nach Sibirien abgeschoben werden soll.- Ferner Asrewitsch Ozolik (Verbindung zusammen Bellegarde) und Leutnant Ro senbach (Verbindung zur Militärmission). Der Verband ist durchaus deutschfreundlich gesinnt, sehr recht orientiert, doch wird die Gruppe um Barkow II nicht zugezogen werden. Als zukünftiger Militäragent wird Darnow genannt, dies wohl im Zusammenhang mit dem von seiner Abreise kursierenden Gerüchte, dass er in der Krim eine Ernennung erhalten würde.
Bog 102.
- 2 -
No. 1236.
Konstantinopel, 19.11.
Tschitscherin richtet durch den russischen Gesandten Scheinmann in Tiflis eine Note an die Regierung Georgiens, in welcher er Georgien dringend davor warnt, die Besetzung Batums durch irgend eine Macht der Entente zuzulassen, da Russland und Aserbeidschan dies als eine Bedrohung ansehen müssten.
Auch die russische Presse macht seit einigen Tagen in schärfster Weise Propaganda gegen Georgien.
No. 1237.
Paris 18.11.
Ein Pariser Funkspruch dementiert die bolschewistische Meldung, dass zwischen Polen und Lettland ein Geheimvertrag über Aufstellung Litauens mit Einwilligung Frankreichs abgeschlossen worden sei.
Gelegentlich der Nationalfeier der lettischen Republik am 17.11. sandte der polnische Aussenminister der lettischen Regierung ein Glückwunschtelegramm, dessen aussergewöhnlich herzlicher Ton deutlich ein zwischen beiden Staaten bestehendes Einvernehmen erkennen lässt.
No. 1238.
Berlin 18.11.
Tschitscherin liess den deutschen Auswärtigen Amt und den deutschen Postministerium im Auftrage der ukrainischen Sowjetregierung durch Viktor Kopp mitteilen, dass die Funkstation Nikolaief in einigen Tagen den Funkverkehr zwischen Russland und Deutschland aufnehmen und durch Funksprüche nach Tiflis weiterleiten werde. Er schlägt vor, ein Abkommen zwischen der deutschen und der ukrainischen Regierung über den regelmässigen Telegraphendienst zu treffen.
No. 1243-
Der junge Bellegarde geht mit der Ansicht um, eine Organisation zu schaffen, die die russischen Offiziere zusammenfassen soll. Er behauptet, einen Plan ausgearbeitet zu haben, den er zwecks weiterer Verwertung verkaufen möchte, der unweigerlich zu positiven Ergebnissen führen müsse. Mutmasslich geht die Anregung von deutschen Kreisen aus, zumal Bellegarde auch davon sprach, dass die Sache finanziert werden würde und dass die Absicht bestünde, für die russischen Offiziere ein besonderes Lager einzurichten. Es handelt sich in wesentlichen um die Bildung einer antibolschewistischen Truppe, die sich mit den Ukrainern, insbesondere mit Pawlenko zusammenschliessen soll. Jedenfalls arbeitet der junge Bellegarde sehr aktiv, ist aber nicht ernst zu nehmen.
Bol. 125.
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No 1244.
Ssemjonowskij, der als Vertreter amerikanisch-
russischer Gruppen in Berlin eingetroffen war, ist nach Aussage
von Leuten, die ihn gut kennen, ein Schwindler. Er ist abgebau-
ingenieur von Beruf und scheint sich während des Krieges nicht
einwandsfrei benommen zu haben. Jedenfalls wird ihm Unterschla-
gung von grösseren Summen nachgesagt. Er hat hier zu rechten
russischen Kreisen Führung genommen.
Bog. 129.
No 1245.
Mit Bezug auf hiesige Nummer 1229 vom 20.11. verlautet aus
russischer Quelle, Jefimowskij, der sich den stolzen
Titel eines Leiters des allrussischen nationalen Centrums beilegt,
käme für eine ernsthafte Arbeit als Politiker garnicht in Frage;
in Berlin hätte er hauptsächlich zu rechten russischen Kreisen
Führung gesucht.
Bog 102.
No 1246.
Die russischen Rechten suchen neuerdings Führung zu B e r-
m on d i. Donnerstag am 18.d.Mts. war er im russischen Club
Kaiserallee 80 und wurde dort mit grossen Ehren empfangen. Den
General Wrangel trauen die rechten russischen Kreise nicht nach.
Bog 102.
No 1257.
Das Handels- und Industrieministerium hat die Bildung der
Aktiengesellschaft "Esti Phosphorit" genehmigt. Die Schürfung
soll in Harrin zwischen dem Wasserfall von Jagowall und dem Gute
Ilgass angelegt werden.
Die Zintenhofer Tuchmanufaktur arbeitet von November vori-
gen Jahres bis zum August ds.Js. nicht. Infolge von Mangel an Geld
und Rohmaterialien kann die Fabrik nicht in vollen Betriebe ar-
beiten. Es werden verschiedene Sorten von Tuch fabriziert, die
für den inneren Markt bestimmt sind. Ausserdem wird in der Leder-
abteilung der Fabrik Oberleder verfertigt. Doch ist Mangel an
Rohmaterialien vorhanden. In der Holzdistillationsabteilung wird
Holzspiritus, Teer, Holzkohle verfertigt. Doch wird die Arbeit
wegen Mangel an Holzmaterial eingestellt. In vollen Betrieben ar-
beiteten in den Fabriken 1000 Arbeiter, gegenwärtig die Hälfte.
Die Fabrik ist mit Pernau durch eine Eisenbahn verbunden.
Die Papierabrik von Koil nimmt ihre Arbeit wieder auf.
Da die Einfuhr von Fettprodukten für die Seifenindustrie
untersagt war und die Seifenpreise stiegen, begannen die Seifen-
händler Butter, Fleisch und Fett aufzukaufen. Infolge dieses Um-
standes sind die Fleischpreise und die Butterpreise in der letzten
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Zeit sehr gestiegen. Die Seifenfabriken beklagen sich, dass vor einigen Wochen ein Pud Fett 1300 - 1400 Mark gekostet habe, während es jetzt 2000 - 2200 Mark kostet. Die Versuche der Regierung durch Einführung der Margarine die Preise vor einer Steigerung zu bewahren, haben keine Resultate erzielt; interessant ist es, dass der Staat die Beamten und Angestellten mit eingeführter Margarine speist, während die einheimischen Fettprodukte die Butter und das Fleisch in die Seifenfabriken wandern, wo sie zu Seife und Wagenschmiere verarbeitet werden. Die interessierten Industriekreise sollten die Aufmerksamkeit der Regierung auf diesen unnormalen Zustand hingewiesen haben.
Am 25.10. wurde nach Sowjetrussland abgefertigt: 25 Waggons Papier, 4 Waggons Sägen, 10 Waggons Reifen, 36 Waggons landwirtschaftliche Geräte, 2 Waggons Schleifsteine und ein Waggon mit gemischten waren. Am 28.10: Motorpumpen und ein Waggon mit verschiedenen waren 6 Waggons Papier, 2 Waggons Schleifsteine, 2 Waggons mit Sensen, ein Waggon mit Blocks. Aus Russland trafen ein am 28.10. 9 Waggons mit Fournieren.
Die Regierung der Arbeiterpartei plant eine einmalige Vermögenssteuer zu erheben. Und zwar für die Steuer bei 25 000 Mark Vernögen 10% betragen und dann fortlaufend steigen bis zu 65 % von einem Vermögen von 8 Millionen. Die Steuer soll in näherer Zukunft erhoben werden.
Eine A.G. "Pöllula" wird in Wesenberg begründet für künstliche Fischzucht, Holzindustrie, Ziegelindustrie etc. mit einem Grundkapital von 300 000 Mark.
Eine A.G. für Schiffahrt und Schifffrettung "Tapel" wird in Reval begründet. Das Grundkapital beträgt 15 Millionen Mark zu 10 000 Mark die Aktie.
In Dorpat wird die technische A.G. "Technika Dilt" begründet für allerhand Industriezweige. Das Grundkapital beträgt 10 Millionen Mark zu 500 Mark die Aktie.
No. 1258. 25.11.20.
Über den estnischen Zolltarif.
Der Zolltarif von 1919 muss in eiliger Ordnung revidiert werden, um den Tarif in Einklang zu bringen mit den im Laufe der Zeit entstandenen Änderungen des Warenpreises und damit die Erhebung des Zolles in Gold oder in dem Golde entsprechender Valuta vor sich gehen. Der Einfuhrzoll muss a) der Staatskasse in genügendem Maße Einnahmen bringen und sichern die Möglichkeit Valuta zu erhalten b) die Einfuhr der waren ihrer Notwendigkeit nach regulieren.
Die Ausfuhr. Festgesetzt wird: 1) die für die Ausfuhr verbotenen Waren (Brotkorn, Pferde, Vieh und anderes) und 2) die in beschränktem Maße zur Ausfuhr zugelassenen waren (Kartoffeln, Butter, Fleisch u. s. w.) Die Ausfuhr kontrolliert die Regelung a) auf dem Wege der Kontigentierung, b) auf dem Wege der Monopolisierung der Ausfuhr oder c) durch Erteilung von Erlaubnissen. Alle Waren, die nicht in den Kategorien 1 und 2 genannt sind, sind frei für die Ausfuhr.
Die Ausfuhrsteuer oder der Zoll. Auf alle waren wird ein temporärer Zoll auferlegt, welcher 1) der Staatskasse Einnahmen bringen sol. 2) das übermäßige Steigen der Preise in Inlande
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verhindern soll, und 3) die Ausfuhr von Waren, welche für die
inländische Industrie wichtig sind, verhindern soll. Solange ein
normales Verhältnis zwischen dern inneren Kaufkraft der estn.Mark
und dem internationalen Preise derselben besteht, soll die Aus-
fuhrsteuer auch verhüten, dass die estn. waren nicht unter dem
Werte des weltmarktes hinausgehen. Die Ausfuhrsteuer muss so be-
stellt sein, dass sie die inländische Industrie fördert und zwar
grösser in Bezug auf Kohmaterialien und halbfertige Produkte und
geringer inbetreff halb fertiger waren sei. Die Ausfuhrsteuer wird
in der Valuta des für die Ausfuhr bestimmten Landes oder in Gold
erhoben.
Die Valutakontrolle, deren Zweck war, das Sinken der est-
nischen Mark zu verhindern, muss, da sie ihren Zweck nicht ent-
sprochen hat und nicht entsprechen kann, abgeschafft werden. Bis
zur Geltendmachung des allgemeinen Friedenszustandes ist es viel-
leicht notwendig, eine gewisse politische Kontrolle über die
Geldoperationen zu führen, doch müsste sie dergestalt durchge-
führt werden, dass der gesetzliche Handel nicht behindert wird.
Zur Stabilisierung des Kurses der estn. Mark muss die Staatskasse
direkt oder durch die estn. Bank eine Kontrolle über die Kauf -
und Verkaufsoperationen der Mark ausüben und mit Hilfe ihrer Re-
serven als Käufer oder Verkäufer auf dem Valutamarkt hervortreten.
Die Ansicht des Vertreters des Kaufmannsverbandes war, dass solche
Projekte, die auf den Freihandel zielen, auszuführen waren, wäh-
rend der Vertreter des Börsenkomites auf dem Standpunkte vorharr-
te, dass die Lizenzen beibehalten werden ,üssen, nur müsse die
Ordnung ihrer Ausreichung abgeändert werden. Jedenfalls wäre die
Einfuhr in den Grenzen der Ausfuhr zu regulieren. Die Beratung
war als Vorberatung gelaucht, und es wurden keine festen Beschlüsse
gefasst. Zur Klärung dieser Fragen versprach der Handelsminister
eine neue Beratung einzuberufen, auf welcher detaillierter über
die Fragen beraten werden soll.
No. 1259.
24. 11. 20.
Die Zeitung "Golos Rossiij", die grösstenteils in russisch-
jüdischer Hand ist und ausgesprochen demokratische Tendenzen hat,
wurde durch die Nationalbank für Deutschland finanziert, welche
der Zeitung einen Kredit von 5 Millionen Mark gewährte. Das neue
Kadettenorgan "Rulj" wird von der Darmstädter Bank finanziert.
Es ist vorauszusehen, dass "Rulj" den "Golos Rossiij" auf die Dauer
verdrängen wird.
No. 1260.
25. 11. 20.
Wirtschaftliche Nachrichten aus Estland.
Die Einnahme des Staates von den Wäldern. Bis zum 1.8. hat
der Waldvorkauf eingebracht 8 778 759 Mark, an Strafen für Ver-
letzung der Forstgesetze 59 360 Mark, von Jagdscheinen 61 899 Mk.
Sonstige Einnahmen 1 532 917 Mark. An Pacht von den staatlichen
Ländereien hat der Staat erhalten 1 204 751 Mark und von der
Pacht für Gebäude und Mieten 157 024 Mark.
Bis zum 1.8. hat der Staat von der Tabakakkize erhalten
4 703 357 Mark. Von der Akzise der Cigarettenhülsen 1 744 357
Mark. Von der Streichholz-Akzise 1 595 773 Mark. Von der Patent-
steuer von Tabakshandlungen 32 328 Mark, von Strafen 65 025 Mark,
in Summa 9 4 Million Mark.
Einnahme von Zoll. In Laufe von 7 Monaten sind eingebracht:
5 201 197 Mark von eingeführten Waren, von Transitwaren aber nur
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nur 74 136 Mark, für Lagersteuer ist bezahlt worden 1 338 399
Mark. Strafen und Hafensteuer 1 958 000 Mark, vom Verkauf kon-
fiszierter waren 196 192, verschiedene Zolleinnahmen 191 449
Mark.
No. 1261.
24. 11. 20.
1) Aus russischen Quellen.
In Wien spielt der bolschewistische Kommissar ALEXANDROWSKI seine
diktatorische Rolle weiter. Seine nächsten Helfershelfer sind:
DAVIDON, PARENJUK UND MARTSCHUK. Zwischen Wien und Moskau ist
regier Courrierverkehr. 2) In Berlin ist der bolschewistische Kom-
missar GUKOWSKI (hat seinen Bart rasiert) mit Frau und Sekretär
ERLANGER angekommen und im hotel Bristol abgestiegen.
3) Rittmeister KALJANSKI hat Verbindung mit Oberst POTPOW, der jetzt
Unter den Linden 11 bei Kopp arbeitet und Leutnant WARANITZA.
4) Von der russischen Sektion der kommunistischen Partei und von
der Parteileitung der deutschen K.P.D. ist ein Befehl an die
Mitglieder ergangen, dass alle Mitglieder der Partei es für ihre
Pflicht halten müssten und einen roten Stern als Mitgliedszeichen
tragen müssen.
5) Ein gewisser TELJNOFF soll auf Kopp's Veranlassung aus einem In-
terniertenlager in Berlin eingetroffen sein und bei Kopp jetzt
in Diensten stehen.
6) Wie in bolschewistischen Kreisen erzählt wird, soll Kopp dem
Korrespondenten von "Daily Herald" Philipps Price die Aufgabe
gegeben haben, einen Feldzug gegen den Chef der britischen Mili-
tärmission, General Malcolm, zu organisieren.
7) In diesen Tagen wird in Berlin eine neue Sowjetmission erwartet.
Als Courier Von der Mission ist jetzt schon ein Herr ENGELMANOW
in Berlin eingetroffen. Die andern Mitglieder sind am 25.10.20
aus Pillau mit dem Dampfer nach Stettin gefahren.- unter den
obengenannten sind folgende Personen bekannt: 1.GRUSBERG,
2. BUTETI, 3.LASAREFF - die diplomatische Abordnung; 4) SCHONIN
5. NIKOLAJEFF und 6. TOMSON - die technische Abordnung; 7) BRUSSI-
LOWSKI, 8) SOPLJAKOW (Spitzname SELESJOI) - Juristen - früher
Armeekommissar, - dann Vorsitzender der ausserordentlichen Kom-
mission in Saratow; 10. GORDON - früher in der Verwaltung der
Nordkommmune tätig gewesen, 11. RASWJANSKI - sein richtiger Name
ist LUSZIK oder LUTSCHTSCHIK, ein Student von der Universität
aus Petersburg - bei der obengen. Mission als Sekretär tätig.
8) Eine besondere Aufmerksamkeit verdient der russische Schauspie-
ler RINITSCHE - er hält intime Verbindung mit Bolschewisten auf-
recht. - In der vorigen Woche ist eine Zusammenkunft zwischen
ihn und Reich in Kaffee "Tossi" Pariserstr. 23, gewesen. während
dieser Zusammenkunft hat RUNITSCH dem Herrn REICH ein Paquet
übergeben. - Auf die hiesigen russischen Schauspieler aus man
überhaupt acht geben. Beim russischen Kommissariat für auswar-
tige Angelegenheiten gibt es eine Propagandabteilung und sehr
viele "Flüchtende" Schauspieler sind bei dieser Abteilung als
Agenten registriert. Verdächtig ist auch der Freund von RUNITSCH-
RATOFF, der jetzt in Berlin in "Schall und Rauch" auftritt.
9) Es ist festgestellt worden, dass ein ehemaliger deutscher Offi-
zier FREDY GEDERSON, der in der Nachrichtenstelle bei Bermond
- 7 -
gearbeitet hat, jetzt in bolschewistischen Diensten steht. Er wirbt auch unter seinen gewesenen Kameraden. Seine Adresse ist Uhlandstrasse 165/166 bei Lindenberg.
10) Dschordjinsky ist nicht mehr in Berlin.
11) Oberst LITWINOW, der frühere Staatschef von Kameneff, der als Militär-Attaché der Sowjetregierung in Berlin aussehen sein sollte, befindet sich nicht in Deutschland.
Nq 1262. 24.11.40.
Folgende Liste Kopperscher Agenten stammt aus russischer Quelle
und wird unter Vorbehalt weitergegeben:
1) Schapiro, Besitzer einer Autofirma, Kurfürstendamm, Ecke Bleib-
treustrasse 20.
2) Saßlemann, Freund des bekannten Römer, stand bei Bermond im
N.D.
3) Tschernjak, bekannter ukrainischer Bolschewik, zukünftiger Ge-
sandter, wohnt in Kopp's Wohnung, Oliverplatz 11.
4) Fjederoff, Rittm. Leibnizstrasse 29.
5) Rubinstein, Anna, Mitarbeiterin an "Golos Rossij" Kurfürsten-
strasse 15, Pension Steiger.
6) Bowkun, Reserveleutnant, Dienst in A.A. ist bolschewistischer
Agent, hat Verbindung zum englischen General Malcolm und Oberst
Mooe.
7) Goldberg, Verleger der Zeitung "Golos Rossij" Kantstr. 38 A,
hat gute Verbindung zu Finanzkreisen.
8) Golubzow, Oberst, Milnersdorferstr. 78.
9) Waschtschinin, früher Oberst, hervorragender bolschewistischer
Agent, erhält grosse Summen von Kopp, wohnt bei seiner Gelieb-
ten, einer Kirillowä, hat Verbindung zu Bowkun und Kapitan Kos-
low Wyssiljew. Die Genannten sind bei Bermond gut angeschrie-
ben.
10) Kristini, Oberleutnant, Römers Sekretär.
11) Papengut, Kapitän, Verbindungsman zwischen Bermond und Bis-
kupski.
12) Antonow, sein wahrer Name Gishitzki, geb. Riga 14.2.81. Ecke
Tautenzienstrasse 2, ist ab August in Berlin, hat aus Sowjet-
russland Juwelen mitgebracht. Guter Redner, beherrscht das
Deutsche, enge Verbindungen zu deutschen kommunisten, organisiert
an der roten Armee.
13) Kittmeister Petrov ist ebenfalls Kopp's Agent, er ist für Geld
zu haben und arbeitet mit Einwilligung Biskupskis auch für Ber-
mond, eben alles für die deutsche Polizei.
14) Maximow, Kommissar am statistischen bureau Moskau), wohnt Geiss-
bergstrasse, Pension Geisberg, Lützow 5870. Er lebt mit seiner
Sekretärin, einer Französin, die ebenfalls für die Bolschewiki
arbeitet. Beide Genannten erscheinen über grosse Geldmittel zu
verfügen.
- 8 -
No 1264.
24. 11. 20.
1) Leutnant Kraulis ( ca 28 Jahre alt, gross, schlank, blond,
bisher in Kowno lettischer Militärratteche, soll nach Berlin
Unterwegs sein, um hier einen lettischen N.D. zu organisieren.
Er soll die Absicht haben, sich an der Berliner Universität
immatrikulieren zu lassen.
2) Korwint leitet den polnischen N.D. in Berlin. Sein Gehilfe
Koshinski. K. reist oft nach Warschau. Der polnische N.D.
hat in den meisten grössten Städten Zweigstellen. Der Ge-
neralstäbler Dombrowski ist Chef des polnischen N.D. standi-
ger Sitz in Warschau. D. kommt häufig nach Berlin, wo ihn
Korwint über die Lage in Deutschland unterrichtet.
Demnächst wird in Berlin der polnische Generalstäbler
Manuileski (Dockname: Zagora oder Sadowa) erwartet. Er wird
in Berlin wahrscheinlich einen polnischen N.D. organisieren.
Kister, Stabsrittmeister, Duisburgerstr. 19 b bei Hahn, soll
für den französischen N.D. arbeiten.
No 1266.
26. 11. 20.
Aus russischer Quelle:
1) In dieser Woche wird KUTSCHEROW in Berlin erwartet, er fährt
nicht nach Amerika und nach dem Osten.
2) In Berlin sind die Dumaabgeordneten KATJKON - ROSCHNOW und
I.A. SINOWJEW angekommen.
3) Oberst SULENEWSKI (Adjutant des Hetman Skoropadski) ist von
wien nach Budapest gefahren.
4) Aus Wien ist in Berlin der Ukrainer Gesandte Baron WASSILKO
angekommen.
5) Aus Kamenetz-Podolsk ist in Berlin der ukrainische Vertreter
in der Schweiz M. LEWITZKI angekommen.
Bog 150.
No 1267.
26. 11. 20.
Kürzlich wurde General Krassenow von Krasenstjern im
Auftrage von Kutscherow aufgesucht. Kutscherow liess Krass-
now den Vorschlag machen, in Ostsibirien ein Kommando zu
übernehmen. Krassenow hat abgelehnt.
Bog 102.
No 1268.
26. 11. 20.
Bermond will einen Putsch in Dorpat vorbereiten. Er
hofft auf diese Weise Deutschland nach Litauen herüberzulok-
ken zu können. Ferner plant er, wie es heisst, die litauisch-
lettischen Konflikte in seinem Interesse auszunützen und
seine Formationen in Litauen auszunützen. Die Meldung wird
unter Vorbehalt weitergegeben.
Es entspricht wohl den Tatsachen, dass BERMONDT mit
vollem Hunde über diese Pläne redet, er besitzt jedoch kei-
lei Mittel zu deren Ausführung.
Bog .102.
-9-
No 1269.
26. 11.20.
1) Aus russischer Quelle verlautet:
Am 19. November sollte in Begleitung von zwei oder drei Agenten ein gew. HIRONZEW, Finanzagent der Sowjetregierung in Berlin eintreffen und grössere Summen im Betrage von ca. 7 Millionen Mark für Kopp mitführen. Er benutzt den Dampfer "Eskilstuna" der finnischen Gesellschaft Rjurik gehörig, die von der Sowjetregierung unterstützt wird. Zwei Routen kommen in Frage: entweder: Riga-Bornholm-Stubenkammer, oder Viborg-Lübeck.
2) Aus Wien sind in Berlin eingetroffen: ALEKANDROWSKI und KONSTANTIN UMANSKI (Pressechef d r Sowjetregierung in wien). Zweck der reise ist, bei Kopp Gelder für die Sowjetkommission in Wien zu erwirken, da diese stark verschuldet ist. Kopp selber verfügt gegenwärtig nicht über grössere Summen und beabsichtigt bei der Deutschen Regierung zu beantragen, ihm aus den Mitteln, die für den Abtransport der Kriegsgefangenen bereitgehalten werden, einen Kredit zu eröffnen.
3) Aus Riga ist in Berlin der Militärattaché der Sowjetregierung, ein gew. ORIGORIEV (früher Oberstleutnant an russ. Generalstab) eingetroffen. Er wird nur zwei oder drei Tage in Berlin bleiben. Er hat im Hotel Bristol eine Zusammenkunft mit einem gewissen ERLANGER.
4) Die Gerüchte, dass PERSIN an Kopp's Stelle rücken soll, erweisen sich als unbegründet. PERSIN wird an LODOMOSOWS Stelle nach Italien kommen.
5) Die spartakistische Militärorganisation verfügt über 8 Korps: In Preussen - 2; in Bayern - 1, in Sachsen - 1; in den Han-sa-Städten - 2; In Ruhrbezirk - 1; in Ostpreussen - 1; an Waffenvorräten werden genannt: 536 schwere Maschinengewehre; 1012 leichte M.Gs.; ca. 200 leichte und schwere Geschütze; 286 000 Gewehre; 34 Flugzeuge; 58 Minenwerfer; 22 Flammenwerfer; 17 Gas-Apparate; 8 Tanks; 13 Panzerautos. Waffen und Munition werden vorwiegend in Ruhrbezirk versteckt gehalten. Die Tanks und Panzerautos sind abmontiert. Die genannten Waffen gehören nicht nur der spartakistischen Organisation, sondern übernauft den radikalen linken Gruppen an.
6) Im Auftrage der Sowjetregierung sollen schwedische Marineoffiziere in Berlin eingetroffen sein (Lnt. Koster und Eckrauth). Zweck der Reise: Ankauf von Waffen für Sowjetrussland.
7) In Berlin sind einige russischen Agenten eingetroffen, darunter ein gew. Sachs, Kommissar-Gehilfe der bolschew.Han-delsdelegation. Sachs hat unter dem Namen Sturm oder Sprengel die Sowjetpropaganda in Nord - und Ostdeutschland geleitet.
8) Die Bank MARKWITSCH Unter den Linden 77 hat unmittelbar Fühlung zu kopp. MARKWITSCH'S Privatadresse: Kurfürstendamm 197/98 Telefon Steinplatz 5955.
9) Der russische Jude SIMONOWITSCH, hat ständige Fühlung zu den Brüdern Kemper, war früher russischer Offizier und wurde fuhnenflüchtig. Sein Bruder wohnt Gerviniusstr.18. In Auf-trage der Bolschewiki unterhandeln die drei mit englischen Kreisen.
- 10 -
10) JABŁOBOWSKI wird mit seiner Geliebten, einer Freundin der Krause, demnächst über Riga nach Moskau reisen. Er hat unter anderen den geheimen Auftrag Gold und Wertsachen nach Sowjetrussland zu schaffen.
Bog. 102.
No 1270.
24.11.20.
Aus russischer Quelle:
Der Stab Sawinkow ist in Pissak.
Sawinkow erkennt General Wrangel nur "auf dem Papier" an.
Der Stab des General BEREMIKIN ist in Kowno.
Stabschef bei General PEREMIKIN ist Oberst POLJAKOW.
Generalleutnant Graf PAHLEN ist Kommandeur der Inf.Div. und
General ROBOSCHKO Kommandierender der Kav.Div. beim Heere des Generals Peremikin.
Kommandierender einer Brigade bei General Peremikin ist General TRUSSOW.
Die französische Mission, die bis jetzt in Warschau bei Sawinkow war, ist zu General Peremikin gefahren, wo sie auch ständig bleiben wird.
Zu SAWINKOW scheinen die Preussen das Vertrauen verloren zu haben.
No 1271.
26.11.20.
Namentliches Verzeichnis der Stabsoffiziere des 3.Kav.Korps
der R.A. (in Deutschland interniert): Kommandeur Gpl Dimitriwitsch BESHNAKJANZ (bekannt unter dem Namen Gai) früher Leutn. des 6. Armeebataillons; Kommunist JURSHENIS, Lette, Stabschef, Berufsoffizier KISSLOW, Stabskapitän NATSCHARKON, Kisslows Gehilfe. MARDANOW, Leutnant, Armenier KUSSILow, Berufsoffizier,
Hauptmann Chef des N.D. Gawrilenko, Leutnant, Ingenieur von Beruf. Sein Gehilfe Stabskapitän MASSILJEW, Leutnant FRANTZUSSI (Genietruppe) ARISTARCHOW, Kommunist, Kay. Leutnant. SELJONOW
Stabsadjutant VALLENTELLI, Leutnant, Chef der Verwaltungsabteilung. Inspekteur Havemann, Berufsoffizier, früher Rittmeister der Charkower Ulanen. Rittmeister SEMJONOFF, Kommunist. Sein Gehilfe SENJUTKIN. Adjutant IJUDWINSKI SPJEZOW.
Bog. 125.
No 1272.
26.11.20.
1) Auf Grund neuer Angaben bestätigt sich die Meldung, dass sich der berüchtigte Kommissar PETERS in Berlin aufhält. Etliche Male hat er bei NEMIKOWSKI (Friedrichstr. 122) übernachtet.
Häufig hat er den Juden DORNALZ (Wilmersdorferstr.23) aufgesucht. Einmal empfing er bei Dornals eine Abordnung lettischer Internierter vor der R.A., und hatte auch Begegnungen mit dem Kommissar der Petersburger Auss.Komm.RONE. Zusammen mit DORNALZ und RONE ist Peters in "Restaurant Hollendorf Diels" gesehen worden, ist dort auch mit einer Dame (ca 28 Jahr alt, blond, mittelgross, erinnert an Frau Krause) gesehen worden. In der Wohnung des DORNALZ ist der Jude FRAENKEL häufiger Logiergast.FRAENKEL arbeitet bei Kopp.
- 11 -
3/
2) Im "Westphälischen Hof" wohnt der Deutschbalte von BRUEHER. Er soll für Kopp arbeiten. Häufig ist er in BERMONDTS Gesellschaft gesehen worden. Um 6 Uhr Abend pflegt BRUEHER mit SADE (Hotel Odessa) zusammentreffen. Die Begegnungen finden in Kaffee I s l a n (Passauerstrasse) statt. Kürzlich übergab Br. dem Sade ein Couvert mit der Aufschrift f.R. (Illja Reich).
2) Die Brüder Vladimir und Paul KORNIESEN sind in der Sowjetmission angestellt. Sie sind deutsche Reichsangehörige und traten 1919 in Deutschland ein. Sie bereisen die Kriegsgefangenenlager.
4) Die Stadt Kladno in der Tschechoslowakei ist kommunistisches Zentrum. Hier sind hauptsächlich ungarische und ukrainische Kommunisten vertreten. Allmonatlich finden dort Volksversammlungen des "Parteirates" statt. Bei den letzten Versammlungen waren anwesend: UIFAINIS (Terrorist) (vom Budapestser Komite) Cherasek, SONNENSTEIN und WETRILIK von der Tschechoslo. Bolsch. SONNENSTEIN ist gleichzeitig Gillersond Vertreter.
Bog. 125.
No. 1204: 15.11.20.
Aus der Schweiz ist K r i g a nach Berlin zurückgekehrt
Über das Ergebnis seiner Verhandlungen mit SKOROPADSKIS ist nichts bekannt. TROFIMOWITSCH ist der Ansicht, dass SKOROPADSKIS Pläne kaum verwirklicht werden dürften. Für SKOROPADSKIS arbeitet die Gruppe M A R K O T U N, M O G I L J A N S K I J, K I S T - J A K O W S K I J. Die Ukrainer Politiker in Berlin, die früher in Parkhotel auf grossen Fuss lebten, sind nun in verschiedenen Pensionen übergestellt. Bemerkbar macht sich ein junger Ukrainer namens G a s e n k o (wurde häufig mit Stokos gesehen), war PETLJURAS Vertreter in Rußland, wo er - laut eigener Angaben - 24 Billionen Schulden gemacht hat; er befasst sich damit, in Berlin zwischen deutschen Firmen und verschiedenen Ukrainischen Institutionen (z.B. der Gesandtschaft), an die sie Forderungen haben, zu vermitteln. Es hat sich eine neue ukrainische Gruppe gebildet gegen Petljura und für Wrangel. Sitz dieser Gruppe ist Prag, in Berlin halten sich zu dieser Gruppe B o n d a r o n k o, B a r a n o w s k i j - Finanzminister,(früher Professor für finanzrecht in Kiew). P o r s c h hat sich ihnen angeschlossen. Der Vertreter dieser Gruppe bei Wrangel ist J a r o s c h e w i t s c h.
Bog. 102.
BOLSCHENISTISCHE RADIO.
1. Tagesmeldung.
RUSSLAND
Von Moskau II nach Rom 23. 11. - 4.13. vorm.(ital.Klartext).
(422)
An die Leitung "Il Tempo" in R o m.
Das Hauptquartier der roten Armee gibt bekannt, dass
Machno der Sowjetregierung seine Dienste gegen Wrangel an-
geboten hat. Als Garantie für die Ehrlichkeit seiner An-
sichten erklärt er sich bereit, sich dem Oberbefehlshaber
der roten Armee zu unterstellen. Die Vorschläge Machnos
wurden von der Sowjetregierung angenommen und seine Armee
an die Wrangelfront geworfen.
Ohne die Macht Machno's übertreiben zu wollen, wie es
die Sowjetregierung tat, als er ihr Feind wurde und Nach-
richten in die Welt verbreitete, dass er eine Stadt nach
der anderen erober, muss man sagen, dass er in Wirklichkeit
ein ernster Gegner der roten Armee war.
(Schluss fehlt)
Von Moskau an Taschkent. 22.11. - 3.10. nachm.(russ.Klartext.)
(422)
An den Vertreter des Bevollmächtigten, des Volkskommis-
sars des Auswärtigen,
ZUCKERMANN in T aschken t.
Helden Sie umgehend die Nr. aller Telegramme nach
K a b u l, die Sie von Wali-Ghan und den Gesandten von
Afghanistan in Moskau, Hirza-Muhamad erhalten haben, und
die wir der Abteilung für auswärtige Beziehungen zur weiter-
beförderung übergeben haben.
Leiter der Ostabteilung
J a n s o n.
U K R A I N E.
Von Nantes an Bukarest. 21. 11. - 1.25. vorm.(franz.Klartext).
(423)
An General Pawlenko, Oberbefehlshaber der ukrainischen
Nationalarmee
in Kamenetz-Podolsk.
Halten Sie uns bitte über Ihre Absichten und Bedürf-
nisse auf den Laufenden, damit bei der französischen Regie-
rung Schritte getan werden können und damit ihre helden-
haften
- 2 -
hatten Anstrengungen mit unserer nationalen Aktion
in Frankreich in Einklang gebracht werden können.
Nach Empfang Ihrer telegraphischen Antwort werde ich
Ihnen telegraphieren. gen. Galip.
Leygues
Von Bukarest nach Paris. Nr. 11. - 11. 27. vorm.(franz.Klartext)
(48a)
An Excellent Tyschkewitsch,
Ukrainische Delegation in Paris.
Teilen Sie Galip mit, dass alle Versuche, in
direkte Verhandlungen mit General Pawlenko oder irgend
welchen anderen ukrainischen Militärkommandanten zu
treten aussichtslos sind. General Pawlenko und die
anderen Befehlshaber sind ehrliche Leute und grosse
Patrioten und legen keinen Wert auf ähnliche Rechens-
chaften. Das Betragen (?) Galips ist zu gut bekannt
und zu kompromittierend und somit seine Hilfe unan-
nehmbar für die ukrainische Sache.
Matsewitsch.
• Verteiler wie bisher.
14. Oktober 1920.
WIRTSCHAFTLICHE NACHRICHTEN AUS SOWJETRUSSLAND.
Einsammlung von Brotgetreide 1920/21.
Das Verpflegungskommissariat hat kürzlich den Plan für die
Pflichtlieferungen an Brotkorn im Jahre 1920/21 bestätigt. Die
Grösse der vorgesehenen Kornmenge fällt entschieden auf: 1918
waren es 200 Millionen Pud, 1919 307 Millionen Pud und das
schlechte Erntejahr 1920 soll 460 Millionen Pud aufbringen.
Davon sollen der Kaukasus 130 Mill. Sibirien 110 Millionen Pud K
Korn aufbringen, zwei Gebiete, die 1918 und 19 garnicht geliefert
hatten, während sie jetzt 52 % der Gesamtmenge liefern sollen.
Im europäischen Russland sieht der Plan für 1920/21 im Vergleich
zum Jahre 1919/20 im Gouvernement Tambow statt 26 Millionen
nur 11.5 Millionen Pud Korn vor; stark herabgesetzt sind auch
die Kornmengen in den Gouvernements Tula, Simbirsk, Pensä,
Saratow, Rjasan, Ufa und in den Wolgakolonien.
Das europäische Russland, ohne Kaukasus und Sibirien, hat
zu liefern:
Brotkorn ................... 135.480.000 Pud oder 61,6 %
Graupen..................... 27.100.000 " " 12,3 %
Futter....................... 57.340.000 " " 26,1 %
.................................. 219.900.000 "
An Oelsamen sind 29,4 Millionen Pud aufzubringen davon haben
zu liefern: Der Kaukasus 15 Millionen und Sibirien 1 Million
Pud. Der Rest von 13,4 Millionen entfällt auf 45 Gouvernements
des europäischen Russlands.
Brennschiefer an der Wolga.
Aus einer ganzen Reihe von grösseren Städten, die am mittle-
ren Lauf der Wolga liegen, kommen Mitteilungen darüber, dass
viel Fabriken, die infolge Brennstoffmangels stillgelegen haben,
Brennschiefer als Heizmaterial mit guten Erfolg benutzten.
Brennschieferlager sind an der Wolga in grossen Mengen vorhanden
Holzbearbeitungsindustrie.
Der Oberste Rat für Volkswirtschaft hat eine besondere Stoss-
gruppe der Holzbearbeitenden Fabriken gebildet, welche die wich-
tigsten Arbeiten auszuführen haben. Die in diesen Betrieben
beschäftigten Arbeiter sind von Kriegsdienst befreit. Der für
das 2. Halbjahr 1920 bestätigte Arbeitsplan sieht folgende Ar-
beiten vor: 10 Millionen Schneeschilde (zum Schutz des Eisen-
bahndammes vor Schneeeverwehungen); 2 Millionen Kubikfuss Holz-
material für Brückenbau; 17 Millionen Eisenbahnswellen und
35 Millionen Kubikfuss anderes Holzmaterial; 1.600.000 Kubik-
fuss Holzrinde zum Anfertigen von leichten Mäxhbarren Kisten;
42 Millionen Holzrollen für Textilfabriken; 500 leichte Holz-
baracken mit 10.000 Quadratfaden Fläche für das Kriegskommissa-
riat; 3000 Pud hölzerne Stiefelnägel; für den Jaujasus und
Turkestan 16 Millionen Kubikfuss verschiedenes Holzmaterial;
für den Export 400.000 Standard Holz.
Zur Stossgruppe gehören 120 Betriebe, darunter 90 Säge-
mühlen mit 379 Reihen. In Archangel'ek befinden sich 12 Säge-
- 2 -
Sägemühlen mit 60 Rahmen, in den Hafenstädten am Weissen Meer mehrere Werke mit 48 Rahmen, in Petersburg 5 Fabriken mit 19 Rahmen, in Wologda 4 Fabriken mit 20 Rahmen, in Olonetz 5 Fabriken mit 17 Rahmen, in Tscherepowezt 15 Fabriken mit 19 Rahmen; in Pskow 4 Fabriken mit 9 Rahmen, in Nowgorod 4 Fabriken mit 10 Rahmen, in Kostrorna 5 Fabri- ken mit 18 Rahmen, in Iwanow-Wosnessensk die jurjewetztk Fabrik mit 13 Rahmen, in Pensa die Fabrik Permoles mit 16 Rahmen, in Simbirsk 25 Rahmen, in Twer 6 Fabriken mit 13 Rahmen, in Nishnij Nowgorod 5 Fabriken mit 9 Rahmen, in Zaryzin 11 Fabriken mit 50 Rahmen, in Astra- chan 8 Fabriken mit 22 Rahmen, in Orenburg die Fabrik Orles mit 22 Rahmen und eine neue im Bau begriffene Fabrik mit 3 Rahmen. An diesen Fabriken sind 24.655 Arbeiter beschäftigt, weitere 8000 sollen noch angestellt werden.
Staatkartoffeln.
Im Jahre 1920 sind statt der vorgesehenen 10 Millionen Pud - 7 044.405 Pud gesammelt worden, also nicht mehr als 75 %. 1919 kamen nur 2,4 Millionen Pud Kartoffeln zusammen, also etwa 23 % des damali- gen Programmes. Das Gouvernement Tambow hat 1,2 Millionen Pud, statt 800 000 Pud und das Gouvernements Simbirsk 1.028.000 Pud Kartoffeln statt 500 000 Pud aufgebracht. Beide zusammen haben etwa 50 % der gesamten Menge geliefert. Die Gouvernements Jaroslaw und Orel, die je eine Million Pud Kartoffeln zu liefern hatten, haben kaum 25 % dieser Menge geliefert. Die Gouvernements Orel, Woronesh und Kursk haben stark unter den Bandenkämpfen zu leiden gehabt; sie sollten zusammen 2,3 Millionen Pud Kartoffeln Aufbringen, haben tatsächlich aber nur davon 6 % geliefert. Aus Estland sind 788.000 Pud Kartoffeln impo- tiert worden, welche in der oben genannten Gesamtsumme schon enthalten sind.
Fischfang im Kaspiischen Meer.
Seit dem Jahre 1917 ist im Kaspiischen Meer kein geregelter Fisch- fang mehr getrieben worden. In Petrowsk im Dsghestangebiet ist jetzt eine besondere Verwaltung eingesetzt worden, der sie ganze Fischfang- küste von der Suškin Landzunge bis zum Fluss Jalen in einer Länge von 407 Werst unterstellt ist. Zur Zeit ist noch ein Vorrat von etwa 1500 Waggondladungen Heringen vorhanden. 1921 rechnet man auf einen Fang von 4 Millionen Pud Heringe und 50 000 Pud rotem Fisch. Der Salzworrt beträgt 250.000 Pud, doch erfordert der voraussichtliche Fang von 1921 ca. 600.000 Pud Salz. Die Fischereiverwaltung in Petrowsk verfügt über eine Kühlanlage, welche 3000 Pud Fisch gefrieren kann und deren Räume 250.000 Pud Fisch fassen.
Naphtaverteilung.
Die oberste Beheizungsbehörde hat einen provisorischen Plan der Naphtaverteilung für den Zeitraum vom 1. Mai 1920 bis zum 1. Mai 1921 ausgearbeitet;
Jahresbedarf Bewilligt.
Eisenbahnen……………………………35.014.000 Pud 34.000.000 Pud.
Schiffahrt………………………………..37.100.000 „ 37.100.000 „
Metallindustrie……………………………7.889.000 „ 7.400.000 „
Chemische Fabriken………………………4.128.000 „ 2.328.000 „
Textilfabriken ……………………………4.200.000 „ 1.800.000 „
Fischerei………………………………….450.000 „ 450.000 „
Konservenfabriken………………………312.000 „ 300.000 „
Mühlen …………………………………..11.032.000 „ 6.602.000 „
Kühlanlagen……………………………..453.000 „ 400.000 „
Wasser und Elektrizitätswerke aus- ser Petersburg und Moskau……………3.534.000 „ 3.400.000 „
Verschiedenes…………………………..1.780.000 „ 1.400.000 „
- 3 - Jahresbedarf Bewilligt.
Petersburg................... 1.021.000 Pud 1.010.000 Pud
Moskau .l.................. 5.971.000 " 4.750.000 "
"Beheizung v.Wohnhäusern 2.500.000 " 1.000.000 "
Sibirien ................... 800.000 " 500.000 "
Reservefond d.Beheizungsbe- hörde............5.000.000 " 5.000.000 ."
Zusammen: 122.164.000. " 107.440.000 "
100 % ihres Bedarfs an Naphta erhalten die Flotte, die Fische- reiverwaltung, die Konserven- und Metallfabriken. Die Elektri- zitäts- und Wasserleitungswerke in den Städten erhalten 90 % ihres Bedarfs und die Textilwarenfabriken 45 bis 50 %.
Die Ausfuhr mit der Bahn aus dem nördlichen Kaukasus ist für
8 Monate voraus vom 1. August 1920 an genau geregelt worden .
Täglich dürfen 80 Waggons mit Ware abgeliefert werden und zwar:
3 Waggons Nägel und Stahl aus Noworossijsk, 2 Waggons Zement
aus Noworossijsk, 19 Waggons Tabak aus Jekaterinodar, 10 Waggons
Butter und Oel aus Jekaterinodar, 10 Waggons Wolle, 10 Waggons
Hüte, 10 Waggons Schienen für Schmalspurbahnen und 9 Waggons
Oelkuchen für die Moskauer Milchzentrale.
Im Laufe des Jahres 1920 sind mehr als 800 Werst schmalspuriger
Zufuhrbahn zum Antransport von Holz und Kohle begnnt worden. Im
ganzen sollen mit der Zeit 4000 Werst Eisenbahn gebaut werden.
Zum 1. Januar 1921 sollen 1500 Werst fertiggestellt werden.
Sowjetwirtschaften und Kollektivwirtschaften in Sibirien.
Nach dem Zusammenbruch Koltchaks wurden alle Privatwirtschaf- ten in Sibirien Nationalisiert. Trotzdem gibt es in Sibirien
sehr wenig nationalisierte Güter, auf denen Sowjetwirtschaften
eingerichtet worden sind. Dies zeigen folgende Angaben:
Gouvernements. Zahl der Sowjet; Dessjatinen.
wirtschaften
Omsk ...................... 40 ......................... 190.586
Semipalatinsk............... 10 ......................... 71.724
Altai....................... 15 ......................... 43.000
Jenisseik................... 15 ......................... 53.829
Irtutsk..................... 3 ......................... 2.210
Tomsk...................... 10 ......................... 5.629
Zusammen: 94 366.878
Die Hauptmasse, mehr als 40 %, liegt also im Gouvernement
Omsk. Hier waren die Güter in wirtschaftlicher Beziehung auch
am besten ausgerüstet und haben eine grosse Masse Pflugland.
Nichtdestoweniger tragen sie aber auch den Charakter der sibiri- schen landwirtschaftlichen Rückständigkeit.
Mit ihrem Übergang zu Sowjetwirtschaften ändert sich ihre
Lage wenig, der Verfall wurde nur aufgehalten und die Pacht ver- schwand, es kam vielleicht etwas mehr Ackerland hinzu. In der kurzen Zeit seit Einführung der Sowjetwirtschaften konnte in land- wirtschaftlicher Beziehung noch nicht viel getan werden. Denn
landwirtschaftliche Arbeiter gab es in Sibirien fast niemals.
Mit dem Beginn des grossen Krieges verschwanden sie vollständig.
Als Tagelöhner arbeiteten in den letzten Jahren nur Kriegsgefangene und Flüchtlinge. Abgleich Sibirien von Anfang an in der Ausrüstung
der landwirtschaftlichen Betriebe höher stand als das europäische Russland, so ist der Arbeitsmangel in Sibirien doch grösser, als die technische Ausrüstung des europäischen Russlands.
- 4 -
Mit Einführung der Sowjetmacht waren die Sowjetwirtschaften in
einer kritischen Lage, weil die zwangsmässige Zurückhaltung der
Arbeiter durch die beseitigt wurde, und die Kriegsgefangenen und
Flüchtlinge in die Heimat zurückkehrten oder sich bessere Arbeit
suchten. Daher mussten Arbeiter aus den Etappentruppenteilen ge-
nommen werden. Ferner wurde das von den Weissen verschleppte
lebende Inventar zurückgebracht und das tote Inventar, welches auch
grösstenteils von den Weissen verschleppt worden war, musste
wieder ausgebessert werden. Und trotzdem verringert sich nicht
die Fläche des sonst beackerten Landes im ersten Jahr von der
Sowjetherrschaft. Im Gouvernement Omsk wurde sie sogar grösser;
dort wurden anstatt 18.000 Dessjatinen in diesem Jahre 24.000
Dessjatinen bestellt.
Die Viehzucht ist aber in Sibirien wichtiger. Vor dem die Sow-
jetmacht in Sibirien eingeführt wurde, waren die Güter in Bezug
auf Viehzucht besser gestellt als jetzt.
Zur Zeit sind die Sowjetwirtschaften in Sibirien folgendermassen
mit arbeitenden Kräften und lebendem und totem Inventar versehen:
Ständige Arbeiter ........................... 3.081
Zeitweilige Arbeiter ......................... 1.280
Pferde ............................................ 3.400
Rindvieh .......................................... 4.690
Pflüge ............................................. 1.484
Grasmäher ....................................... 378
Getreidemäher ................................. 623
Durchschnittlich sind die Sowjetwirtschaften 4000 Dessja-
tinen gross, davon sind 400 Dessjatinen bestellt und es gehören
dazu durchschnittlich 32. Arbeiter, 35 Pferde, 55 Stück Rindvieh,
159 Pflüge, 4 Grasmäher und 6 Getreidemäher. Die sonstige Ausrüstung
der Güter ist im allgemeinen ganz gut.
In einem ganz anderen, viel schlechteren Zustand befindet
sich die landwirtschaftlichen Kommunen. Diese Erscheinung ist in
Sibirien ganz neu, neuer noch als im europäischen Russland. Die
Kommunen entstanden aber aus demselben Verfall der Bauernwirtschaft,
aus welchem sie im europäischen Russland entstand. Der Mangel an
Vieh und Inventar und die Unmöglichkeit einer geregelten Wirtschaft
zu führen waren die Grundgedanken zur Vereinigung mehrerer Wirt-
schaften in Kommunen.
Die Kommunen bestehen aus dem proletarischen und dem halb-
proletarischen Element. Und zwar ist dieses proletarische Element
hauptsächlich aus dem europäischen Russland während des Krieges
oder während der Koltschakherrschaft eingewandert. Die alte sibiri-
sche Bauernbevölkerung hat sich dieser Bewegung noch nicht angeschlos-
sen und steht ihr skeptisch gegenüber. Es gibt in Sibirien rein
proletarische Kommunen, z.B. Putilowsk Kommune, die aus Petersbur-
ger Arbeitern besteht. Ausserdem gibt es eine Kommune der Metrosen
der baltischen Flotte.
Im Gouvernement Altai und Jenisseisk sind mehr als 2/3 der
Landwirtschaft Kommunen. Folgendermassen ist die Verteilung der
Kommunen auf dem sibirischen Territorium:
Gouvernement Zahl der Dessjatinen Zu ernährende Arbeiter
Kommunen Menschen
Omsk 23 7.000 1.382 588
Semipalatinsk 16 6.000 1.240 250
Altai 133 45.000 11.131 5.611
Tomsk 30 10.000 1.950 587
Jenisseisk 197 20.000 4.554 268
Irkutsk 11 4.400 610 370
Zusammen: 323 93.300 15.937 7.474
- 5 -
Im Durchschnitt kommen auf eine Kommune etwa 300 Dessjatinen Land, 50 zu ernährende Menschen, davon 23 Arbeiter. Von allen sibirischen Gouvernements sind die Felder des Gouvernements Omsk am besten bestellt. Dort wurden von den Kommunen 5.200 Dessjatinen besät. Einigermaßen zufriedenstellend haben die Kommunen im Gouvernement Semipalatinsk und Altai ihre Felder bestellt, hauptsächlich deswegen, weil die durchschnittliche Versorgung der Kommunen mit Vieh und Inventar in diesen Gouvernements höher steht, als in den anderen.
Im allgemeinen sind die Kommunen schlecht versorgt. Durchschnittlich kommen auf 100 Dessjatinen bebantes Land nur 3 Pflüge 18 Pferde und 13 Stück Vieh; auf 2 Kommunen - 1Grasmäher und 1 Getreidemäher. Daher ist die Versorgung der Kommunen mit Inventar die wichtigste Aufgabe. Mit den »Arteln« und anderen Arten von Vereinigungen ist es noch schlechter bestellt; deren gibt es in Sibirien in ganzen 334. Diese»Arteln« haben sich haupt.ähnlich in anderen Gouvernements gebildet, als die Kommunen und zwar in den Gouvernements Omsk und Semipalptinsk. Unter Bewirtschaftung der »Artel« stehen 75.000 Dessjatinen. Durchschnittlich kommen auf jede »Artel« 200 Dessjatinen Land, 28 zu ernährende Menschen, 1 Pflug, 4/5 eines Grasmäher und 1/10 eines Getreidemäher, 4 Pferde und 2 1/2 Stück Rindvieh.
Eine solche Ausstattung kann natürlich nicht die geringste Hoffnung auf ein Emporblühen dieser Art von Wirtschaftarten geben.
Schleifergewinnung im Gouvernement Petersburg.
Das Arbeitsresultat in Bezug auf Schiefergewinnung im Nordrayen ist in der ersten Hälfte des laufenden Jahres wie folgt:
In der Zeit vom 1 Januar bis zum 1 Juli werden im Raum Weymarn 83.000 Pud Schiefer gewonnen. 72 Wagons mit Schiefer sind jedoch nur von dort abbefördert worden. Die geringe Leistung erklärt sich hauptsächlich durch den Mangel an Arbeitern, speziell an Bergarbeitern. Daher muss man sich mit den örtlichen Bauern behelfen, die von Bergarbeiten wenig Ahnung haben und ausserdem noch ihr Land bewirtschaften müssen.
Nicht ohne Einfluss auf die Resultate der Arbeit sind auch die Fehler in der Organisation und Exploitation, die bei der Organisation der Schiefergewinnung gemacht werden, nähmlich das Fehlen eines Gesamtplanes, öfterer Ortswechsel usw.
Im ganzen sind 62 Schurfe gegraben worden, deren durchschnittliche Tiefe 2 Sachen beträgt. Es ist festgestellt worden, dass die Schieferader aus 3 Schichten besteht und die Güter der ersten Schicht zwischen 0,08 und 0,16% schwankt. Die Güte der zweiten Schicht ist etwa 0,08 %.
Um die Schiefergewinnung zu heben, ist es durchaus notwendig, bei den Schachten Axtwerkstätten und Arbeitswohnungen einzurichten. Gleichzeitig müssen die Schächte mit technischen Mitteln, Kapalfassion, Ventilation und anderes ausgerüstet werden. Gleichfalls muss die Vergorgung der Arbeiter mit Lebensmitteln sichergestellt werden. Ausserdem fehlt es zur Sortierung des Schiefers an einer mechanischen Sortierung und müssen für den Abtransport des Schiefers Fahrwege bis zur Eisenbahn und dort Verladestellen eingerichtet werden.
Oel- und Seifenindustrie in Turkestan.
Bis zum Kriege brauchte Russland kein Bauwollfett aus Turkesten. Der Oelgewinnungsindustrie, besonders aus Baumwollsamen, legt man keine grosse Bedeutung bei und daher entwickelt sich dieser Industriezweig nur so weit, wie es absolut notwendig war.
Damit erklärt sie auch der Umstand, dass die Mehrzahl der Oel-und Seifenfabriken von denselben Bauwollzüchtern gebaut wurden und der grösste Teil der Fabriken einen kombinierten Charakter trug, nählich geeignet war zur Bauwollbearbeitung, Oel und Seifengewinnung. In der Mehrzahl werden diese Fabriken sogar an derselben Energiequelle betrieben.
Wenn man die schwere Lebensmittellage Sowjetrusslands in Betracht zieht
- 8 -
in Betracht zieht, das vollständische Fehlen von Tier- und Pflanzen-
fett, so muss man der Oel und Seifenindustrie in Turkestan eine
besondere Bedeutung beilegen, um möglichst gute Resultate zu er-
zielen.
Durch Dekret des Rats der Volkskommissare der Turkestanschen
Republik vom 7. März 1918 wurde die ganze Baumwoll- Oel und Seifen-
industrie nationalisiert. In der Gesamtzahl von 274 nationalisier-
ten Fabriken der Baumwollindustrie gibt es eine Seifenfabrik,
10 Oelgewinnungsfabriken und 19 kombinierte Oel- und Seifengewinnungs-
fabriken. Die zugleich bestehenden Fabriken können, mit einer
genügenden Anzahl von Arbeitern, Rohmaterial und bei einer regel-
mässigen Transportverbindung im Sinne der Verordnung mit Samen
und Heizmaterial, jährlich 240 Millionen Pud Samen, 3,5 Millionen
Pud Oel und 450.000 Pud Seife bearbeiten.
In Sinnen der Verordnung mit Heizmaterial gibt es keine
besonderen Schwierigkeiten, da der hauptsächlichste Baumwollpro-
duzierende Raum und die meisten Oelgewinnungsfabriken in Ferne
liegen, w. es genug Kohle gibt, und diese Kohlengruben in der
Nähe der Fabriken liegen, mit welchen sie durch Eisenbahnen verbun-
den sind. Jetzt hat sich auch die Lage indofern verbessert, als
auch Heizmaterial aus Tschekisch und Baku eintraf. Es gab Zeiten,
in denen die Fabriken mit Oel geheizt wurden. Während des Vormar-
sches der roten Armee im Kaukasus bis zur Einnahme von Pkt.jubinsk,
im Oktober 1919 wurde zur Beheizung der Lokomotiven in Turkestan
600.000 Pud Baumwollöl verbraucht. Auch jetzt kommt es noch vor,
dass Lokomotiven mit Oelkuchen geheizt werden, wenn die Verteilung
der Kohle nicht rechtzeitig geschieht.
Daher ist es verständlich, dass die Baumwollindustrie
zurückging, und zwar so weit, dass es nicht mehr möglich war,
alle Fabriken wieder in Gang zu bringen. Es arbeiten nur 8 Fabriken
welche am besten ausgerüstet sind und im Centrum des Baumwollge-
bietes liegen. Durch die Unregelmässigkeit des Transportes kommt
es oft vor, dass eine Fabrik wegen Mangel an Rohstoffen nicht
arbeiten kann, während eine andere davon zu viel hat. Augenblick-
lich stellt eine Oelgewinnungsfabrik täglich 3000 Pud Oel her.
Am 1. Juli gab es auf den Baumwollreinigungs- und Oelgewinnungs-
fabriken Samen erster Sorte. 785.084 Pud. Von dieser Zahl
sind für Saaten für 1920 278.535 Pud nötig. Daher bleiben 506.527
Pud Samen übrig, die ausschliesslich für Saaten für 1921 zurück-
gestellt werden sollen. Für die Oelgewinnung bleiben im ganzen
247.328 Pud verschiedener Sorten Samen, welche etwa 37.000 Pud
Oel ergeben.
Von den vorhandenen nicht bearbeiteten Rohmaterial in einer
Menge von 1.134.390 Pud gibt es annähernd 800.000 Pud gerinig-
ten Samen, davon 400.000 Pud erster Sorte, welche für die Seit
für 1921 zurückgestellt wer en sollen. Ferner bleiben 400.000
Pud zweiter Sorte für die Oelgewinnung übrig, welche etwa noch
63.000 Pud Oel ergeben. Es ist keine Hoffnung vorhanden, die
Baumwollfabriken bis zur neuen Ernte von den alten Rohmaterialien
zu befreien.
Wenn man den Bedarf an Fetten für die Turkestanfront, die
Bergarbeiter, Eisenbahn und Bevölkerung in Betracht zieht und
gleichzeitig die Oelmenge, die in Form von Prämien verteilt
werden muss, so wird das Öloquantum kaum bis zur neuen Ernte
(im Oktober) reichen.
Bei der Reinigung des aus Baumwollsamen gewonnenen Oelens
ist eine Masse von 80.000 Pud übrig geblieben, welche 35.000
Pud Seife ergibt.
Für die Bestellung im Jahre 1920/21 sind 150.000 Dessjatinen
Land registriert worden. Von den Sowjetbehörden wurden angenommen
dass das ganze registrierte Land tatsächlich bestellt werden würde
Die Erfahrungen des Jahres 1919 hat sie aber vom Gegenteil über-
zeugt. Im besten Falle werden im ganzen 100.000 Dessjatinen
besät, die etwa 4 bis 4 ½ Millionen Pud Samen ergeben. Aus dieser
Zahl müssen/etwa 1 bis 1,4 Millionen Pud als Samen zurückgestellt
werden, daher bleiben für Bearbeitung für Oel 3 Millionen Pud
Samen nach.
Zur Bearbeitung dieser Menge genügen 1 bis 2 gut ausgerüstete und funktionierende Fabriken, so z. B. die Fabriken Besch-
Bosch in Andishan, Mirbadalew in Taschkent und Margapskij in
Bairam Ali. Bei dem augenblicklichen Zustande aber und bei
der Schwachheit der totalen Zahl dieser 5 bis 6 Fabriken
- 7 -
den Schwierigkeiten der jetzigen Zeit müssen 5 bis 6 Fabriken
arbeiten. Es sind auch bereits Massnahmen getroffen worden, damit
die übrigen Fabriken nicht in Verfall geraten.
Die Oel und Seifenfabriken waren in der Zeit der alten
Regierung ausgezeichnet und nach der letzten Technik ausgerüstet.
Glücklicherweise wurden diese Fabriken, trotz ständiger Aufstände
und dank der besonderen Aufmerksamkeit der Arbeiter, nicht zerstört.
Es sind sogar noch Materiallager vorhanden, auf denen Reservemachi-
nen und Reserve teile bereitstehen.
In Verwaltungstechnischer Hinsicht steht die Oel- und Seifen-
industrie unter dem "Texilbüro" Turkestan's, dem weiter auch die
Baumwoll- Woll- und Seidenindustrie untersteht. Es ist aber unab-
änderlich notwendig, diesen Industriezweig der Zentralrussischen
Verwaltung für Fette zu unterstellen, um dieser Industrie zu einem
weiteren Emporblühen zu verhelfen. Falls letzteres geschieht, so
könnte auch noch Oel und Seife aus verschiedenen anderen Rohmaterial-
al hergestellt werden. So z. B. stehen alle 11 Seifenfabriken in
Semiretschje, trotzdem sie ausgerüstet sind. Fernerhin könnten die
Seifenfabriken, die für Se fengewinnung aus Baumwollsaamen einge-
richtet sind, leicht für Gewinnung von Seife aus Tierfetten einge-
richtet werden, von denen es in Turkestan genügend gibt. Ferner
gibt es in Turkestan ein gewisses Kraut "Fuchsschwanz" (Anerantos
Retroflexus), dessen Samen bis zu 20 % reines Oel ergeben. Baum-
wollsaamen ergeben nur 15 bis 16 % Oel). Dieses Kraut gibt es in
Turkestan häufig, aber bisher hat sich kein Mensch darum gekümmert.
Doch jetzt wäre es an der Zeit, dieses Kraut der Oelindustrie zu-
zuführen und es auf den vorhandenen Oelgewinnungsfabriken auszu-
nutzen.
Aussenhandel Sowjetrusslands.
Die allgemeinen Bedingungen für die Entwicklung des Aussen-
handels sind fortwährend ungünstig. Die beständigen Verhandlungen
mit England, die Sabotagepolitik der Entente, alles dieses ist nur
die Fortsetzung der zweijährigen Blockade Sowjetrusslands durch die
Entente. Trotzdem veranlasst die natürliche Notwendigkeit eines
Handels mit Russland die verschiedenen Handelsgruppen Europas,
wieder ökonomische Beziehungen mit Sowjetrussland anzuknüpfen.
Wenn man unsere bescheidenen Aussenhandelsunternehmen im
Juni und Juli vergleicht, so geht daraus hervor, dass der Handel mit
einzelnen Gruppen zugenommen hat.
Die folgende Tabelle enthält Angaben über den Außenhandel
im Juni und Juli und den Prozent satz der Zunahme des Handels
im Juli, wobei der Import von Waren im Juni als 100 % angesehen
werden soll:
Import von Waren über die estnische Grenze.
Bennung der Gruppen
Gruppe Lebensmittel 52.893 61.124 904.925 54%
" 2Milkprodukte 5.573 42.805 46.378 1008%
" 6Chemische Produkte 33.843 45.930 79.773 36,%
" 7Metallfabrikate149.81789.517 209.228 40%
" 8Schreibpapier Fabrikate 63.387 60.907 194.025 5%
Im ganzen sind vom 18 April bis zum 31 Juli eingetroffen
1.548.478 Pud, davon im Juni 332.248 Pud und im Juli 358.122 Pud
was eine Zunahme des Imports an Waren im Juli um 8 % bedeutet.
In letzten Monat ist der Import gewachsen und bedeutend viel-
seitiger geworden. So sind unter der Gruppe 7, "Metallfabrikaten
und Metalle" in Juni eingetroffen: Stahlsägen, Ackerbaugeräte, Beile
Eisenrohre, Instrumente Eisenstahl, Lokomobile, Automobile, Lampen
u.s.w. Das Sinken des Importes in dieser Gruppe erklärt sich durch
die unbedeutende Zahl des Importes von Ackerbaugeräten.
- 8 -
In der Gruppe 8 »Schreibpapierfabrikate« ist der monatliche Im-
port unbedeutend gewesen; wenn man aber die Ziffer des Imports
von Druckerpapier einzeln nimmt, so betrug sie im Juni 69.440 Pud,
im Juli dagegen 90.607 Pud, war also im Juli um 38,0 % grösser.
In der Gruppe 6 »Chemische Produkte« steht an erster Stelle der
Import von Gerbstoffen für die Lederindustrie, der im Juli 35.252
Pud betrug; an zweiter Stelle stehen Medikamente, Import im Juli
5.730 Pud.
Fürs erste werden die Waren nur über die estnische Grenze impor-
tiert. Man muss aber annehmen, dass der Friede mit Lettland die
Pforte öffnen wird, durch die die normale Einfuhr der Waren aus dem
Auslande stattfinden wird.
Wiborg, den 20 Oktober 1920
Nr 466
WIRTSCHAFTLICHE NACHRICHTEN AUS BOLSCHEVISTISCHEN ZEITUNGEN.
(Zeitungen vom 21. September bis 7 Oktober.)
Wieviel Korn kann Sibirien liefern ?
Das Koltschenk'sche Verpflegungsministerium hatte seinerzeit
den Ueberschuss an Brotkorn in Sibirien, nach Abzug des Bedarfs
seiner eigenen Bevölkerung, für das Jahr 1918/19 mit 77 Millionen
Pud eingeschätzt. Der Ernteüberschuss des Jahres 1919/20 beträgt
72 Millionen Pud. Der Ueberschuss der beiden letzten Jahre beträgt
also rund 250 Millionen Pud, in Wirklichkeit ist er aber noch grösser
Sibirien hat bis zum 10. Juli 15 Millionen Pud Korn oder 23 % der
im Programm vorgesehenen Menge aufgebracht.
Das Gouvernement Orenburg, das in diesem Jahre von der Missernte
schwer getroffen ist, verspricht mehr Getreide aufzubringen, als im
Vorjahre. Im August allein sind trotz der Feldarbeiten 100.300 Pud We
Weizen, 10750 Pud Roggen, 3,210 Pud Hirse, 2.220 Pud Hafer und
1.240 Pud Gerste zusammengekommen. Das Gouvernement Očezza hat von
1. August bis zum 15 September 1.680.000 Pud Korn aufgebracht.
Aus verschiedenen Gegenden Sowjetrusslands treffen Mitteilungen ein,
über die Resultate der Pflichtlieferungen an Getreide und anderen
Lebensmitteln seitens der Bauern. Die Lieferungen schwankten zwischen
5 und 50 % des vorgesehenen Programms. Die in Sibirien aufgebrachten 15 Millionen Pud Korn verteilen sich
folgendermassen auf die einzelnen Gouvernements:
Das Gouvernement Semipalatinsk hat 24 Mill. Pud Korn geliefert.
" " Omsk " 6½ "
" " Tomsk " 1¾ "
" " Altai " 3½ "
" " Jennisseisk " 1 "
" " Irkutsk " 0,17"
bis zum 10 Juli hat also Sibirien kaum 1/10 seines Ueberschus-
ses an Korn geliefert.
Demobligatorisch Getreidelieferungen des Gouvernements Tula ist
ein besonderer Artikel der »Mosk. Prawda« vom 28 IX gewidmet: Das
Gouvernement Tula hat den Rekord geschlagen, indem es von 1. bis
zum 24. IX geliefert hat:
Roggen……………………………...280.397 Pud
Hafer………………………………..738.440 "
Kartoffeln ……………………………534.218 "
Heu …………………………………..334.764 "
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Im Laufe von 3 Wochen sind also über 1 Million Pud Getreide und mehr als eine halbe Million Pud Kartoffeln zusammengebracht worden. Das Programm dagegen sieht vor:
Regren 850.000 Pud davon sind geliefert 43 %
Hafer 1.500.000 " " " 30 %
Kartoffeln 4.000.000 " " " 14,5
Im Gouvernement Saratow sind im August 225.644 Pud Getreide geliefert oder 1,6 % der Jahresablieferung, an Oelsamen dagegen 18.230 Pud oder 0,3 % der Jahresablieferung.
Mehrere Kreise des Gouvernements Wilibsk haben bereits die ganze Jahresnorm an Brotkorn geliefert.
Verpflegungsfrage und Ernteerscheinungen.
Am 2. Sitzungstage des allrussischen Zentral Exekutivkomités hat Brjuchanow einen eingehenden Bericht über die Arbeiten und Pläne des Verpflegungskommissariats erstattet:
Von Oktober 1917 bis zum August 1918 hatte das Verpflegungskommisariat 30 Millionen Pud Brotkorn eingetrieben, 1918/19 110 Millionen Pud, 1919/20 sollten 327 Millionen Pud zusammenkommen, es wurden aber nur 22 ½ Millionen Pud eingebracht. Die Norm für das Jahr 1920/21 sieht 454 Millionen Pud vor. Wenn diese Zahl auch nicht eingehalten werden können, so wird das Kornquantum jedenfalls nicht kleiner sein als 1919/20. Da Zentralrussland von einer Missernte betroffen ist, besteht die Hauptaufgabe des Kommissariats darin, die enormen Schätze Sibiriens, an ungedroschenem Getreide, welches 5 Jahre lang in Mieten liegt, rich ig zu verteilen. Es waren 20.000 Mann zu den Arbeiten mobilisiert worden, 14.000 Mann sind bereits schon an Ort und Stelle. Mit dem Abtransport von Getreide an die Bahnstrecken sind 150 Lastautomobile beschäftigt, deren Zahl bald auf 350 erhöht werden soll. Für den August liegen noch unvollständige Angaben vor.
Soviet ist jedoch bereits bekannt, dass mehrere Gouvernements im August 10-2 Millionen Pud Korn geliefert haben, während im vorigen Jahr in demselben Zeitraum nur 4 Millionen Pud zusammenkamen. In den ersten 10 Septembertagen haben die auch sonst auf Einfuhr von Getreide angewiesenen Gouvernements in europäischen Russland 500.000 Pud Brotkorn aufgebracht. Die Aussichten werden immer günstiger und erfolgreichen Fortgang der Lieferungen werden immer günstiger.
Im vorigen Jahr wurden 26 Mill. Pud Kartoffeln geliefert, in diesem Jahr bereits 43 Millionen Pud, welche unter allen Umständen auf 75 Millionen Pud gebracht werden sollen, während das Programm 117 Millionen Pud Kartoffeln vorsieht. An Gemüse kamen 1919/20 18 Mill. Pud zusammen, in diesem Jahre rechnet man auf dasselbe Quantum. Vorgesehen sind dagegen 28 Millionen Pud. Die Obsternte ist ungeheuer reich. Die Vorräte an Fleisch betrugen im vorigen Jahr 6 Millionen Pud, in 8 Monaten dieses Jahres sind bereits 64 Millionen Pud zusammengekommen (Das Programm sieht 24 Millionen Pud vor). Da die Hauptmenge immer auf die Herbstmonate entfällt, hofft Brjuchanow in diesem Jahr einen Vorrat von 12 bis 15 Millionen Pud anbringen zu können. Das Jahr 1919/20 ergab einen Vorrat von 100.000 Pud Butter. In diesen Jahren sind im Laufe von 8 Monaten 820.000 Pud Butter zusammengekommen, davon entfielen 600.000 Pud auf Sibirien. Das Programm rechnet mit einem Quantum von 3.400.000 Pud Butter. Der Eiervorrat hat im Lauf von 8 Monaten 121 Millionen Stück ergeben (Das Programm sieht 400 Millionen Eier vor). Ferner wurde auf 25 Millionen Pfund gerechnet, zusammengekommen sind jedoch nur 11 Millionen Pud , da der Mangel an Arbeitskräften und Netzen sich sehr fühlbar macht.
Ein schweres Jahr steht dem Verpflegungskommissariat bevor, doch darf man hoffen, dass dank den in früheren Jahren gemachten Erfahrungen und der besser gewordenen Organisation die Bevölkerung nicht schlechter verpflegt sein wird, als im vorigen Jahre. Was die Zahlung an die Bauern für das gelieferte Korn anbetrifft, (in Waren) so ist es damit in diesem Jahre schlechter bestellt, da in diesen Jahren weniger Fabrikate zu diesem Zweck vorhanden sind.
Im vorigen Jahr hat die Dorfbevölkerung 1 Million Pud Beleuchtungsmaterial und 3 Millionen Pud Salz erhalten, in diesem Jahr dagegen wird sie 7.200.000 Pud Petroleum erhalten und 4½ bis 5 Mill. Pud Salz bekommen.
- 10 -
In Bezug auf die Verteilung der Lebensmittel wird jetzt ein neues Prinzip befolgt; es findet nicht mehr eine gleichmässige Verteilung statt, sondern es sind mehrere Gruppen von Bevölkerungsklassen und Arbeitern gebildet worden, die je nach der Wirklichkeit ihrer Arbeit für das ganze Staatswesen mehr oder weniger reichlich mit Lebensmitteln versorgt werden. Zur ersten Gruppe gehört vor allem die rote Armee und alle Fabriken, die unmittelbar für die Armee und die Flotte arbeiten, sie erhalten 100 % ihres Bedarfs. Die zweite Gruppe der Fabriken hält erhält 80% und die dritte Gruppe 50 bis 60 % ihres Bedarfs.
Die sibirischen Eisenbahnen.
Omsker Bahn. Kapitalreparaturen an Lokomotiven werden um 117 % und mittlere Reparaturen um 40 % mehr ausgeführt, als es der Befehl Nr. 1042 vorsieht. Die Arbeiten am Irtysh gehen infolge Arbeitsmangels nur langsam vorwärts. Es verkehren 7 Paar Züge, die Geschwindigkeit beträgt 15 Werst in der Stunde. 41 % der Lokomotiven sind reparaturbedürftig. Am 21. Juli gab es 247 gute und 160 reparatur bedürftige Lokomotiven.
Tomsker Bahn. Am 8. Juli waren reparaturbedürftig: 37 % der Personenzuglokomotiven und 23 % der Warenzuglokomotiven. Geschwindigkeit der Züge 19 Werst in der Stunde.
Tramsbaikalbahn. Am 8. Juli waren 26 % der Personenwagen und 69 % der Warenwaggons untauglich. Von 471 Lokomotiven waren 210 reparaturbedürftig.
Auf dem Kaspiischen See sind 71 grössere Fahrzeuge mit dem Transport von Naphta und Masut aus Baku nach Astrachan beschäftigt. Es sollen im ganzen ca 150 Millionen Pud aus Baku ausgeführt werden. Petroleum wird auf 5 Fahrzeugen mit einer Gesamttonnage von 540-000 Pud befördert. Das Programm sieht eine Ausfuhr von 18 Millionen Pud vor. Die verschiedenen Sorten von Oel werden mit 4 Fahrzeugen, welche eine Tonnage von 230-000 Pud besitzen, transportiert. Im Plan ist eine Menge von 7.700.000 Pud Oel vorgesehen. Seit Eröffnung der Navigation sind nach Astrachan 58.574.500 Pud Naphta und verschiedene Naphtaprodukte geschafft worden.
Bis zum 1. Juli sind etwa 700 Fahrzeuge der Wolgaflotille ausgebessert worden, davon 330 Dampfer, 11 Baggermaschinen uns 335 grosse Flusskähne. In Reparatur befinden sich 193 Dampfer, 11 Baggermaschine und 808 Flusskähne. Ausserdem müssen noch ausgebessert werden 290 Dampfer und 1318 Barken.
Lunatscharskij gab am 3. Sitzungstage des Allrussischen Zentral Exekutivkomitees einen Bericht über das Schulwesen. 1914 besass Russland 55.345 Anfangsschulen, 1919 73.850 solcher Schulen und 1920 88.700 Schulen mit 5½ Million Zöglingen. Jedes Jahr werden 100 neue Kindergärten eröffnet.
Wiborg, den 28. Oktober 1920
WIRTSCHAFTLICHEN NACHRICHTEN AUS SOWJETRUSSLAND.
Lage der Branntweinbrennerei.
Im August des laufenden Jahres wurde das Programm betreffend Herstellung von Branntwein im Jahr 1921 festgelegt. Die Zentralspiritusverwaltung hat zu ihrer Verfügung 460 Branntweinfabriken die 23 Millionen Liter 40 prozentigen Spiritus herstellen können. 1921 sollen jedoch nur 3 bis 4 Millionen Liter gebrannt werden. Hierfür ist
- 11 -
Hierfür ist eine Stossgruppe von 139 Fabriken gebildet worden, die
alle mit Kartoffeln versehen sind. Ausserdem sollen Reservefabriken
in Bereitschaft gestellt werden, deren Aufgabe es sein wird, dieseji-
ge Kartoffelmenge zu brennen, welche das Volkskommissariat für
Lebensmittel als untauglich anerkannt hat. In einigen Gouvernement
soll infolge der grossen Apfelernte auch Spiritus aus Aepfeln gebrenn-
werden. Ein erfolgreicher Versuch hierfür ist bereits von 2 Fabri-
ken des Gouvernements Tula ausgeführt worden.
Laut Uebereinkommen der Zentralspiritusverwaltung und dem Volks-
kommissariat für Lebensmittel sind den örtlichen Organen des Volks-
kommissariats für Lebensmittel schon Bestimmungen über die Auslie-
ferung von Rohmaterial erteilt worden. Und zwar erhält Sibirien
für diesen Zweck 3 Millionen Pud Korn und 1 Million Pud Kartoffeln
und der Kaukasus 1 Million Pud Mais.
Bis zum 1 November sind die Brenntweinfabriken mit Holz ver-
sorgt. Die Fabriken werden vom Staate aus weiterhin mit dem nötigen
Holzmaterial versehen.
Die Spiritusüberreste aus allen Gouvernements des europäischen
Russlands ausser der Ukraine, dem Ural und Sibirien betrugen am 1.
August 100.377 Liter rektifizierten Spiritus, im UralGouvernements
Jekaterinburg, Perm, Tjumen, Ufa und TscheIjabinsk) - 214.482
Liter rohen Spiritus und 100.880 Liter rektifizierten Spiritus.
Sibirien hatte einen Rest von 3.384 Liter rohen und 44.016 Liter
rektifizierten Spiritus.
Lage des Antransports von Naphta.
Das Naphtaeinfuhrprogramm hat vorgesehen, dass während der laufen-
den Navigationsperiode 139,9 Millionen Pud aller Naphtaprodukte
eingeführt werden sollten, von denen 22.2 Millionen Pud in Astrachan
verbleiben und die übrigen 147.7 Mill. Pud in das Wolgagebiet abtrans-
portiert werden sollen.
Von den genannten 170 Millionen Pud des Programms sind bis zum
1. Oktober d. Jhs. tatsächlich 116,2 Millionen Pud in Astrachan
eingetroffen, das sind etwa 70 % des ganzen Programms.
Wenn man annimmt, dass die Navigation etwa noch bis zum 15
November ausgedehnt werden kann, und das täglich durchschnittlich
900.000 Pud Naphtaprodukte in Astrachan eintreffen, so wird man am En-
de der Navigation (116.2 und 40.5) - 157 Millionen Pud eingeführt
haben. Auf diese Weise werden etwa 13 bis 15 Millionen Pud des Ge-
samtprogramms oder 10 % davon nicht beschafft werden können.
Schlechter steht es mit dem Abtransport des Nachts Wolga
aufwärts. Bis zum 1. Oktober sind Wolsa-aufwärts nur 84.4 Milli-
onen Pud Naphtaprodukte oder 64 % abtransportiert worden. Der Grund
hierfür war der niedrige Wasserstand der Wolga und der Mangel an
Bugsieren. Wenn man annimmt, dass in der übrigen Periode der
Navigation der tägliche durchschnittliche Abtransport längs der
Wolga 800.000 Pud beträgt, so erhöht sich der Abtransport aus
Astrachan auf (81,4 und 36) - 129,4 Millionen Pud. Da das Programm
147.7 Pud Naphtaprodukte vorsieht, welche wolgaaufwärts gebracht
werden sollen, so bleiben etwa 30 Millionen Pud oder 20 % in Astra-
chan zurück.
Weiterhin ist das Naphta an die Einladestellen nicht
richtig verteilt worden, das der niedrige Wasserstand der Wolga
dieses an einzelnen Stellen nicht zuliesst. Aus der unten angeführten
Tabelle, ist zu ersehen, welche Naphtamenge bis zum 15 September
aus Astrachan abgeschickt wurde und welche Menge an den verschiede-
nen Orten eintrafen:
- 12 -
In Millionen Pud.
Bestimmungsort Laut Programm sollten aus Astrachan während der Navigation abtransportiert werden. Bis zum 15.IX a. Astrachan ab- transportiert worden. Bis zum 15.IX an Bestimmungs- ort eingetroffen.
Rybinsk…………………12.7 11,4 4.2
Konstantinowka…………6.0 1.4 0.1
Jaroslawl………………7.5 5.5 3.0
Nishnij Nowgorod………37.0 12.5 14.5
Samara……………………11,3 7.9 2.3
Straki-Sysran……………8.2 3,0 0.8
Saratow……………………24.0 7.7 2.0
Sarizyn …………………..10.0 6.5 3.4
Von den insgesamt von Astrachan abgesandten 70.4 Millionen Pud Naphta wogenaufwärts trafen tatsächlich bis zum 18. September nur 38.3 Millionen Pud ein. Die übrigen 32.1 Millionen sind demnach noch unterwegs.
Das schlechte Eintreffen der Waren in den weiter gelegenen Ausladestellen zwang dazu, einen Teil der Oktober eintreffenden Menge auf die Auslandsstellen der zentralen und südlichen Wasserstrassen umzutransportieren, so, dass z.B. Petersburg, welches zu Wasser nur ¼ der aus Rybinsk bestimmten Menge erhalten hatte, jetzt Masut aus Kamyschin erhält. Jetzt ist es schon zu spät, grössere Naphtamengen in die nördlichen Gegenden zu transportieren, während der letzten Zeit der Navigation ist es daher vorgesehen die Ausfuhr der dunklen Naphtaprodukte nördlich von Nishnij Nowgorod und längs der Oka und die des Petroleumes nördlich von Samara einzustellen, und zwar deswegen, um die freiwerdende Tonnage für einen verstärkten Umtransport auf den zentralen und südlichen Wasserstrassen zu benutzen.
Weiterhin ist noch zu bemerken, dass die Masse der in Astrachan und noch nicht abgesandten Naphtamengen bis zum 2 Oktober schon etwa 24 Millionen Pud betrug und sich bis zum Ende der Navigation ungefähr auf 35 Millionen Pud erhöhen wird. Da der Abtransport dieser Produkte unmittelbar mit der Eisenbahn nicht möglich ist und da andererseits die Zurücklassung eines so bedeutenden Fonds als tote Reserve nicht zuzulassen ist, muss besonders auf einen verstärkten Abtransport aus Busan Wert gelegt werden. Basun ist ein Eisenbahnpunkt in der Nähe von Astrachan und dort erfolgt die Umladung derjenigen Waren aus den Barken, die zur Überwinterung in die Zisternwaggons eingeladen werden. Es ist ein Projekt ausgearbeitet worden, wonach die Station Basun weiter ausgebaut werden soll. Wenn dieses Projekt bald ausgeführt werden wird, so ist für den kommenden Winter nichts zu befürchten, da man dann vollständig über die während der letzten Naphtakampagne gewonnenen Vorräte verfügen können.
Naphtagewinnung in Baku.
Seit Einführung der Sowjetmacht betrug die Naphtagewinnung im Rayon Baku 1920:
Mai……………………………16.358.000 Pud
Juni……………………………4.048.000 „
Juli……………………………13.201.000 „
August…………………………12.163.000 „
September (bis 15.)…………..5.387.000 „
Die Gewinnung sank also fortdauernd und zwar ist dieses mit dem massenweisen Abgang der Arbeiter infolge Lebensmittelschwierigkeiten zu erklären.
- 13 -
Getreidegewinnung in der Ukraine.
Bis zum 1. Oktober 1920 sind auf dem gesamten
Territorium der Ukraine 20,5 Millionen Pud Getreide eingebracht
worden. Davon gaben das Gouvernement Podolsk 6,3 Millionen Pud,
Cherson 6,1 Südgouvernements 4,2, Poltawa 1,9 Charkow 1,8 Donez
1,7 und Jekaterinoslaw 4,5. Am wenigsten lieferten die Gouverne-
ments Kiew und Tschernigow, nämlich 339.000 und 200.000 Pud. Die
Ukraine hat somit etwa 12,7 % ihres Programmes erfüllt.
Hemp.
In der Vorkriegszeit wurden etwa 640.000 Dessjatinen mit Hemp
besät, welche eine jährliche Menge von 20 Millionen Pud Hemptasern
ergaben. 1918 wurde jedoch diese Fläche auf 300 Dessjatinen einge-
schränkt, 1919 auf 250 und 1920 wird die Fläche 160.000 Dessjatinen
gross sein.
Lederindustrie im Gouvernement Tscheljabinsk.
Das Gouvernement Tscheljabinsk ist in 8 Rayons mit 33 Rch-
stoffsammelpunkten eingeteilt. Es gibt dort 178 nationalisierten
Lederfabriken, 6 Weissgerbereien, die monatlich 400 Häute bearbeiten
und 10 Sattlerwerkstätten, welche jährlich 35.700 Sättel und 9.438
Geschirre herstellen. Bis zum 1. Juli 1920 wurden im Gouvernement
92.900 verschiedene Häute bearbeitet.
Wollindustrie.
Nach den Angaben der Wollsabteilung belaufen sich die Vorräte
an Wolle in der Republik am 1. September folgendermassen: Der Rest
vom Juli in Moskau betrug 162.733 Pud. Vom Juni bis zum August
trafen 71.365 Pud ein. Der Vorrat am 1. September betrug also
234.098 Pud. Von den Moskauer Lagern wurden während dieser Zeit
34.317 PUD abgegeben, sodass der Wollvorrat on Moskau am 1. September
190.700 Pud betrug. In den Provinzen waren zusammen 716.100 Pud
vorhanden, wovon die grössere Hälfte auf Taschkent kommt.Ausserdem
gibt es noch grössere Vorräte im Kaukasus, die aber nicht genau
fixiert sind und etwa 850.800 Pud betragen; ebenso gibt es im Raum
der Uralsteppe 307.000 Pud Wolle. Von Turkestan nach Moskau sind
50.000 Pud unterweggs.
Vom Juni bis zum August wurden im ganzen 214.534 Pud
Wolle an die Fabriken abgegeben und zwar für die Moskauer Fabriken
31.964 PUD.
Eine systematische und fortlaufende Abgabe der Wolle von den
Lagern ohne genügende Auffüllung ergibt eine bedeutende Erschwerung
bei der Versorgung der Fabriken. Besonders schwer ist die Versorgung
deswegen, weil die Wolle der Hausindustrie, Kameharn
wolle und bunte Wolle wenig geliefert wird. Daher können auch dieje-
nigen Fabriken, welche einen grösseren Vorrat an Wolle haben, nicht
genügend schnell arbeiten, weil sie die Mischung nicht zusammen-
stellen können.
Folgende Tabelle erläutert den Bedarf um den Bestand der
Wolle in einzelnen Fabrikrayons:
Benennung der
Rayonä
Vorrat in Pud
Natürl. Künstl.
Wolle. Wolle.
Jahresbedarf in Pud
Natürl. Künstl.
Wolle Wolle.
A.Fabriken für grosses Tuch.
Simbirsk 79.716 46.752 343.108 188.104
Tambow 57.380 60.797 198.638 121.158
Pensa 20.182 20.842 129.088 76.148
- 14 -
B. Fabriken für feines Tuch.
Moskau ......... 116.457 35.417 155.060 152.700
Petersburg l...... 62.093 18.093 23.040 38.540
Klinzy ........... 7.882 200 22.140 22.100.
Fertige Ware war während des Juli 1.034.000 Arschin und
im August 1.141.865 Arschin hergestellt worden, davon 641.318
Arschin Wollstoffe und 500.447 Arschin Baumwollstoffe. Die
Herstellung von fertigen Waren verteilt sich folgendermassen
auf die Rayons:
Rayons Produktion im Juli Produktion im August.
A. Fabriken für grobes Tuch.
Simbirsk 174.285 Arschin 98.783 Arschin
Tambow 241.029 " 167.854 "
Pensa 62.314. " 55.627 "
B. Fabriken für feines Tuch.
Moskau 216.934 " 178.781 "
Petersburg 20.503 " 18.400 "
Klinzy 17.278 " 14.800 "
Die Wollabteilung bezeichnet selbst dieses Resultat als
äusserst schwach. Als Grund hierfür wird angegeben, dass sie
nicht genügend durchgegriffen hat und die Arbeit durch Wochen
keine Fortschritte machte. Nachdem aber dieser Industriezweig
militarisiert worden ist, hofft man das Resultat in schnellster
Zeit zu vergrössern.
Kohlengewinnung im Rayon Poltawsk – Bredinsk.
Die Gewinnung in diesem kleinen Kohlenrayon schwankt
zwischen 14 und 24.000 Pud monatlich und verteilt sich fast
ausschliesslich auf Poltawsk. Folgende Tabelle erläutert die
Kohlengewinnung und den Abtransport derselben:
Monate. Poltawsk Bredinsk Zusammen Abtransport.
Januar ......22.700 Pud 250 Pud 22.950 Pud 9.400 Pud
Februar.....24.300 " - 24.300 " 2.000 "
März ........20.800 " - 20.600 " 5.800 "
April .......14.400 " - 14.400 " 200 "
Mai ..........16.300 " - 16.300 " 39.300 "
Juni .........20.400 " - 20.400 " 28.800 "
118.900 " 250 " 119.150 " 83.200 "
Der Abtransport hat in den letzten Monaten stark zugenommen
und zwar ist dieses dem Umstand zu verdanken, dass bei dem Rein-
gen der Kohle gutes Anthrazit übrigblieb. Dagegen war der Ver-
brauch für Beheizungszwecke und zu sonstigen Ausgaben unverhältnis-
mässig gross.
Folgende Tabelle erläutert den Verbrauch für eigenen Bedarf.
Monate Poltawsk Bredinsk Zusammen % d. Gewinnung.
Januar 8.700 Pud 500 Pud 7.200 Pud 31.
Februar 10.600 " 400 " 11.000? " 45
März 10.700 " 100 " 10.800 " 52
April 8.200 " 100 " 8.300 " 58
Mai 4.400 " 100 " 4.500 " 27
Juni 4.700 " 6.300 " 11.000 " 54
45.300 " 2,500 " 52.800 " 44
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Im allgemeinen hat das Kohlengebiet nur etwa 60 % mehr Kohle
abtransportiert, als es für den eigenen Bedarf nötig gehabt
hatte. Dies war nur möglich unter Benutzung der alten Vorräte.
In Poltawsk waren am 1. Juli 185 Arbeiter, davon 25 Hauser;
in Bredy waren 100 Arbeiter, davon 30 Hauser.
Die zu Anfang des Jahres vorgesehene programmäßige
Menge von 300.000 Pud Kohle wurde in 8 Monaten bos zu 75 %
ausgeführt.
Übersicht über die Moskauer Fabrikarbeiter.
Durch die Abteilung der Handelsstatistik sind Angaben über
die Anzahl der Arbeiter am 1. Juni 1920 in den Unternehmen
aufgestellt worden, welche 1913 in Moskau existierten. Diese Anga-
ben werden dann verglichen mit den entsprechenden Zahlen im
August 1918 und am 1. Juli 1919.
In der Zeit vom August 1918 bis zum 1. Juli 1919
verminderte sich die Zahl der Unternehmen von 1061 auf 1062
Unternehmen oder um 9 %, wobei die Zahl der aktiven Unter-
nehmungen von 950 auf 657 fiel und die Anzahl der nichtarbeitenden
Unternehmungen von 219 auf 408 stieg.
Die Gesamtzahl der Arbeiter, die in den arbeitenden und
nichtarbeitenden Unternehmen angestellt war, betrug 147.424
Menschen im August 1918, 105.210 am 1. Juni 1919 und 77.365
Menschen am 1. Juli 1920 d.h. in 20 Monaten fiel die Zahl der
Arbeiter um 40,8 %. Hierbei fiel die Zahl der Arbeiter bei den
arbeitenden Fabriken von 142.853 Menschen im Jahre 1918 auf
90.704 Menschen im Juni 1919 und auf 79.033 im Juni 1920. Die
Zahl der Arbeiter in den nicht arbeitenden Unternehmen wuchs
dagegen von 4.674 im August 1918 auf 18.973 im Juni 1919 und
verringerte sich wieder bis auf 8.330 im Juni 1920
Die Gesamtzahl der Beamten in den angeführten 20 Monaten
sank von 26.147 im Jahre 1918 auf 18973 im Juni 1919 und auf
15.474 am 1. Juni 1920.
Die in Betrieb stehenden Unternehmen und die bei ihnen
beschäftigten Arbeiter und Beamten verteilen sich folgendermassen
auf die Produktionsgruppen zum 1. Juni 1920:
Gruppe: Anzahl der
Unternehmungen Arbeiter Beamten.
Gewinnung und Bearbeitung
von Steinen 10 260 77.
Bergbau 3 1.138 225
Metallbearbeitungsindustrie 533 4.929 4.407
Herstellung von Maschinen 110 14.787 175
Holzbearbeitung 18 1.424 1.620
Chemische Industrie 70 6.704 1.599
Herstell. v. Nahrungsmitteln 57 12.325 280
Leder und Pelzindustrie 28 1.874 293
Baumwollbearbeitung 27 2.410 308
Wollbearbeitung 33 2.665 27
Seidenbearbeitung 3 473 .99
Faserbearbeitung 14 .038 1.819
Bekleidung und Toilette 106. 14.005 140
Papierbearbeitung 21 1.140 949
Schreibartikel 63 10.609 .949
Sonstige Produkte 40 5.704 1.888
Der grösste Teil der geschlossenen Fabrikate entfällt nu
die Herstellung von Nahrungsmitteln (54), auf die chemische Indu-
strie (44) und auf die Schreibartikelherstellung (80); zum 1. Juni
ds. Jhs. hat man jedoch eine gewisse Anzahl von Arbeitern und Be-
amten hierfür angenommen. Eine bedeutende Anzahl von Arbeitern und
Beamten ist auch an den geschlossenen Unternehmen zweier
Produktionsgruppen belassen worden und zwar sind in 35 nichtarbei-
tenden Baumwollfabriken 6.459 Arbeiter und 788 Beamte und auf
37 Wollfabriken befinden sich 1.038 Arbeiter und 187 Beamte. Auf
diese beiden Gruppen entfallen 90,2 % aller Arbeiter, die zu den
nichtarbeitenden Unternehmen gehören.
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Nr. 171.
Wiborg 20. Oktober 1920
WIRTSCHAFTLICHE NACHRICHTEN AUS SOWJETRUSSLAND.
Höhere technische Lehranstalten.
Zur Zeit beschäftigen die technischen Lehranstal-
ten der Republik 50.000 Schüler mit einem Personal von 6000 Mann.
Bei günstigen Bedingungen können 1.300 Ingenieure und 1.800
Techniker dieses Jahr den Lehrkursus beendigen. Bei der sich immer
mehr einschränkenden Besucherzahl, was auf Verpflegungsschwierig-
keiten zurückzuführen ist, muss man auch noch eine Verminderung
dieses Resultats befürchten. Bei einer normalen Zuhörerschaft in
den technischen Lehranstalten können am Ende des Lehrjahres
13.000 Ingenieure verschiedener Spezialitäten und 18.000 Tech-
niker entlassen werden. Um die oben erwähnte Minimalnorm sicherzu-
stellen, will man 10 bis 12 % aller Lehranstalten genügend mit
Lebensmittel versorgen, um dadurch mehr Besucher anzuziehen.
Bestellung von rollendem Material im Auslande.
Obgleich der Bedarf an rollendem Material auf 5000 Lokomo-
tiven und 100.000 Waggons berechnet war, so wurde die Waggonbe-
stellung annuliert, da man mit der Bestellung im Auslande Schwie-
rigkeiten hatte und man sich mit den Zahlungsmodus nicht einig
wurde. Die schwache Stelle des russischen Wirtschaftslebens ist
nicht der Mangel an Waggons sondern der Mangel an Lokomotiven;
daher gab die Bestellung der Waggons auf. Aus einzelnen schwe-
dischen Fabriken wurde eine vereinigte schwedische Gesellschaft
gebildet, mit der ein vertrag über Lieferung von Lokomotiven
abgeschlossen wurde. Bis zum 1. November 1921 soll die Liefe-
rung der ersten 100 Lokomotiven eines fünffachigen Typs erfolgen.
Die übrige Partie von 900 Lokomotiven soll in Partien von 200
Stück jährlich geliefert werden. Ausserdem hat sich der schwedi-
sche Konzern verpflichtet, den anderen Industriezweigen, die in
diesen Verband eingetreten waren, auch noch andere Aufträge zu
geben, welche nach dem Kontrakt übernommen waren. Der schwedische
Konzern, der einen bedeutenden Teil der Industrie Schwedens
umfasst, kann Motore, Lokomobilen und verschiedene Instrumente
zur Ausrüstung der Eisenbahnen liefern.
Was die anderen ausländischen Märkte betrifft, muss
man z. Z. mit der Bestellung bis zur Aufstellung derjenigen
Bedingungen warten, laut welchen die wirtschaftlichen Beziehun-
gen zwischen Sowjetrussland, England und anderen Ländern herge-
stellt werden. Ohne bestimmte Bedingungen, die den Empfang und
Austausch der Waren sicherstellen, können keine Beziehungen her-
gestellt werden.
Was überhaupt den europäischen Markt anbetrifft, so kön-
nen Deutschland und England hauptsächlich als Lieferanten für
Sowjetrussland in Frage kommen. Mit Deutschland wurden Verhand-
lungen über Lieferung von etwa 2000 Lokomotiven geführt. Die
Verhandlungen sind bis zur Frage der Bezahlung gediehen, worin
in Moskau noch kein endgültiger Beschluss gefasst worden ist.
In Deutschland sowohl wie in England sind die Fabriken
jetzt mit Aufträgen überhäuft, so dass letztere augenblicklich
keine neuen Aufträge mehr übernehmen können. Die englischen
Fabriken, mit denen Sowjetrussland Verhandlungen führte, wollten
erst ein Jahr nach Abschluss der Verhandlungen die erste Partie
Lokomotiven liefern. Der deutsche Verband stellte vorteilhaftere
Bedingungen und setzte die Lieferfrist der ersten Lokomotiven
auf 4 bis 6 Monate nach Angabe der Aufträge fest.
Bis zur letzten Zeit beträgt die Einfuhr Amerikas nach
Europa etwa 100 Lokomotiven monatlich, d.h. Europa existiert
noch von den aus Amerika eingeführten Lokomotiven und anderem
Eisenbahnmaterial. Die hauptsächlichsten Empfänger der amerika-
nischen Lokomotiven sind Italien und Polen. Mit den drei grös-
sten amerikanischen Lokomotivbau truasts wurden sofort nach Eintref-
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Eintreffen der russischen Delegation in Amerika Verhandlungen begonnen. Man erhält aber zur Antwort, da keinerlei Aufträge angenommen werden könnten, da die Regierung hierzu keine Erlaubnis erteilt hätte und überhaupt die Industrie und Ausfuhr Amerikas unter Kontrolle der Regierung steht. Durch Vermittler wurden die verhandlungen über Feststellung der Preise und über die evtl. Möglichkeit, in Zukunft amerikanische Lokomotiven zu erhalten fortgeführt. Der einzige Markt, auf dem Lokomotiven im Überfluss zu haben sind, ist Amerika. Der amerikanische Preis für eine Lokomotive stellt sich von 65 bis 77.000 Dollar, der englische von 20 bis 24.000 Pfund Sterling und der deutsche von 2 Millionen Mark an. Für Sowjetrussland ist am vorteilhaftesten dort die Bestellungen zu machen, wo es am billigsten ist. Die teuerste Valuta ist in Amerika, die billigste in Deutschland. Auch kommen österreichische Lokomotiven in Betracht, weil die österreichische Valuta äusserst niedrig ist. Zur Zeit ist die deutsche Industrie, welche sich am meisten zu grossen Eisenbahnbestellungen eignet, dermassen mit eigener Arbeit beschäftigt, dass sie keine grössere Menge von Lokomotiven zur Ausfuhr herstellen kann. Die Firma Krupp hat z. B. vorgeschlagen, monatlich 500 Tonnen Redreifen zu liefern.
Ebenso wie Deutschland arbeitet auch England für eigene Bestellungen und hat daher kein sonderliches Interesse an russischen Aufträgen.
Fabriken, die für das Eisenbahnwesen arbeiten.
Auf einer Sitzung des Zentralekutivkomitees machte der Genosse Rykov Angaben über die Arbeit der für den Eisenbahnttransport arbeitenden Fabriken:
Von der Gesamtzahl 4.000 Lokomotiven, welche bis zum Jahr 1921 aus der Reparatur entlassen werden soll, fallen auf die Metallabteilung des Allrussischen Rats der Volkswirtschaft 600 Stück. Ausserdem hat die Metallabteilung die ganze Produktion der Reserveteile für die Lokomotiven, welche aus den Fabriken der Abteilung entlassen werden. Und zwar sind folgende Reserveteile für das Programm des Jahres 1921 notwendig: 304.000 Pud rauchverzehrende Rohre, 1 Millionen Pud Radschienen, 155.000 Pud Achsen, 77.400 Pud Räder. An Rohmaterial ist nötig: 13.300 Pud Stahlguss, 13.300 Pud Kupferguss, 71.000 Pud Gusseisen, 71.000 Pud Stahl- und Eisenbeschläge und 36.000 Pud rotes Kupfer. In bezug auf die Produktion von Waggons steht die Transportkommission auf dem Standpunkte, dass, falls falls kein zwingender Bedarf vorliegt, die Reparatur und Herstellung von neuen Waggons von der Heizmaterialbalance abhängig gemacht wird. Dennoch wird die Metallbearbeitung trotzdem 320 neue Waggons herstellen und 6.600 Waggons remontieren.
Das vorliegende Programm ist etwa auf 70 Fabriken verteilt worden, von denen 21 Fabriken in eine besondere Gruppe eingeteilt sind, die als Stossgruppe bezeichnet wird. Für diese Stossgruppe werden besondere Massnahmen zur Versorgung mit Lebensmitteln, Arbeitern, Holzmaterial, Rohmaterial u.s.w. ergriffen. Diese zur Stossgruppe gehörenden Fabriken sind mit der Berechnung ausgesucht worden, um auf sie die Haupttässse der am meisten verantwortlichen Bestellungen zu legen, wobei entweder sehr produktionsfähige Fabriken, w.z.B. Westinghouse oder Rosenkranz, ausgesucht worden sind. Erstere stellt Bremser her, letztere rotes Metall.
Von diesen, zur Stossgruppe gehörenden Fabriken liegen 14 im Zentrum und 7 in der Ukraine. Es sind folgende Fabriken:
Fabrik Sormowski, Brjanskij, Kolomenskij, Wyksunskij, Kulebaki Mytischtschinski, Twerski, Podolski, Koitschunginski, Rosenkranz, Westinghouse, Gomones Nr. 4 und 5 (letztere früher Liste) und Fabrik Etna in Saratow. In der Ukraine liegen folgende Fabriken: Die Fabrik in Cherkow, Tagenrog, Jekaterinoslaw, Mekiejewsk, Petrowsk und Fabrik Hantke. Nicht eingeschlossen in diese
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diese Gruppe sind die Petersburger fabriken wegen ihrer schwierigen Versorgung mit Arbeitern und Heizmaterial und auch die Fabriken des Ural, die als Reserve gezählt werden. In letzteren Fabriken ist die Heizmaterialfrage auch recht schwierig.
Auf die obererwähnten Fabriken fallen 60 % der Produktion an neuen Lokomotiven, 40 % bleiben für die übrigen Fabri- ken Sowjetrusslands nach. Fast die ganze Produktion an Reserveteilen, die Beschläge, Achsen, Räder, Bremsen rauchverzehrende Rohre, Radschienen und Feuerkasten entfällt auf die Fabriken der Stossgruppe.
Die Arbeit auf den fabriken kann folgendermassen charakterisiert werden: Erst seit dem 1. Juli 1920 begannen die Fabriken laut Befehl ihr Programm auszuführen. Da sich die grösste Zahl der fabriken im Zustande eines vollständigen Stillstandes oder einer halben Arbeit befand, so konnten die fabriken in den ersten Monaten völlig produktive Arbeit leisten. Daher haben sie im Juli nicht mehr als 50 % der Reparaturarbeiten an Lokomotiven und der Produktion an Reserveteilen, die auf den Monat Juni fielen, ausgeführt. Ueber die Tätigkeit der fabriken Zentralrusslands im August sind nähere Angaben eingelaufen, woraus zu ersehen ist, dass die Produktion vom Juli bis zum August um 25 % bei der Reparatur von Lokomotiven und um 63 % bei der Anfertigung von Reserveteilen gestiegen ist. Ueber die Tätigkeit der fabriken in der Ukraine sind z. Z keine Nachrichten vorhanden. Daher ist vor einiger Zeit eine aus Sachverständigen bestehende Kommission dorthin abgereist, um die Verhältnisse an Ort und Stelle zu prüfen.
Folgende Fabriken haben am schnellsten ihre Produktion erhöht: Die Fabrik in Kolomea, Sormowo, die fabriken des Okakreises; die Lokomotivreparaturfabrik in Podolsk und die Moskauer Fabrik. Die Produktion der Fabrik in Kulebaksch erreichte in Bezug auf Reserveteile fast die Vorkriegszeit.
Eine gesteigerte Produktion wäre schon früher zu bemerken gewesen, wenn die Fabriken alle richtig mit rohstoffen und heizmaterial versehen gewesen wären. Dieses ist jetzt sichergestellt, so dass von dieser Seite keine Gefahr droht. In Bezug auf Versorgung mit Lebensmitteln steht es aber viel schlechter, da nicht einmal die Arbeiter aller zur Stossgruppe gehörigen Fabriken die vollständige Lebensmittelportion erhalten. Noch schlechter ist es mit den Arbeitskräften bestellt. Am 1. Juli waren etwa nur 39 % der erforderlichen Arbeiterzahl vorhanden, d.h. von 58.000 Arbeitern waren 36.000 zur Stelle. Bis zum August erhöhte sich diese Zahl nur um 1.300 oder um 3 %. Wenn die weitere Ergänzung an Arbeitern in demselben langsamen Tempo fortschreitet, so wird natürlich das vorgesehene Programm nicht vollständig ausgeführt werden können. Im allgemeinen versorgen sich die Fabriken mit Arbeitsmaterial aus der Gegend, in welcher die fabrik liegt; auch schickt die Hauptleitung aller Fabriken bisweilen Arbeiter, jedoch nicht in genügender Zahl. Ferner werden auch Arbeiter mobilisiert, was z.B. im Gouvernement Twer gute Resultate gezeitigt hat. Wegen Krankheit infolge Lebensmittelmangel geht ein grosser Prozentsatz an Arbeitern ab.
ДИПЛОМАТИЧНИЙ ВІДДІЛ
ПОГОЛОВНО-УКРАЇНСЬКОЇ НАРОДНОЇ РЕСПУБЛІКИ В НІМЕЧЧИНІ
№ 97
Канцелярія Директора
ОДЕРЖАНО
21 квітня 1921 р.
Нова антибольшевицька коаліція — Вх. ч.
Із російських правих кругів надходять відомості, що між французькими офіціальними колами та німецькими представника-ми 25 листопаду розпочались переговори, щоб виконати, на яких умовах Німеччина згодилася б увійти в проектовану антибольшевицьку коаліцію європейських держав. Переговори ведуться в великій таємності, бо французи дипломати не хочуть, щоб про них довідалася Англія, російська політика якої викликає в Фран- цузьких колах найостріший осуд. Переговори ведуться в двої примирення з Німеччиною, при чим ціною різних уступок і полегшення умов Версальського миру мається на думці ослабити того, щоб німецькі миродатні кола йшли в східнім питанні не з Англі- єю, а з Францією. Наслідки переговорів мають ізолювати політику Англії в російським питанні й знищити між Англією та боль- шевиком Росією той буфер, який досі служила Німеччина. Французи гадають, що при такій ситуації англійська політика муситиме зни- нити свій теперішній неяснний напрям і вирахову ухилитись у той чи інший бік, себ-то або ввійти в шановану коаліцію або рішу- чо стати на сторону большевиків. Як у тім, так і в другім випадку Ллойд-Джордж буде змушенний залишити свій пост, а на це кладеть- ся дуже багато ваги.
Переговори з Німеччиною в цій справі розпочалися вже кілька місяців тому в Будапешті між представниками штабу Франш- Д'Еспере та німецькими правими кругами через Баварського посла. Зараз вони закінчуються в Парижі. Головну роль з боку Німеч- чини має відгравати Баварія, котрій імперський уряд, коли пере- говори в Парижі скінчилися б позитивно, дасть мандат на веден- ня війни. Для наступу Баварія може виставити сім армейських лі- неїних корпусів і 4 резервових корпуси по 38 тисяч душ у кожнім. Мобілізація має закінчитись на протязі 2,1/2 тижнів. Вихідним
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пунктом являється плацдарм Литви з базою в Східній Пруссії.Напрям операції буде на Вітебськ-Смоленськ з поділом од Смоленська на Москву та Брянськ.Характер наступу - чисто окупаційний,при чим цівільна людність мала б право встановити який хоче внутрішній лад,окрім большевицького.
Що від цих переговорів сподіються реальніх наслідків,це видно вже з того,що кожного дня до Східної Пруссії виїждять де-сятки офіцерів.Окрім того,в литовську армію вже вливається не тільки поодинокі групи,а цілі батальйони німців.
Переказують,що на чолі французьких кругів,прихильних до цієї політики,стоить Військова Ліга з генералом Кастельно,далі Пертело,Франш Д.,Еспере й ніби-то особи з оточення Пуанкаре й Клемансо.Звичайно ці плани енергійно підтримуються впливовими російськими кругами.
ПАСТРІЙ У РАДЯНСЬКИХ КРУГАХ В ЗВ'ЯЗКУ З ОСТАННІМИ ПЕРЕМОГАМИ.
Перемоги, отримані червоною армією над Врангелем та Омелья- вичем-Павленком, далеко не викликають у радянських кругах того піднесення духу, якого можна було б сподіватись. Сучасне станови- ще Росії й найближча доля радянської влади оцінюється в неза- лішених радянських колах у відворотній пропорції до військових успіхів.
Помічниця Компа, пані Лобова, каже з цього приводу: "Перемога на півдні на зовнішнім фронті поведе до катастрофи на півночі на внутрішнім фронті, бо зміцнить позиції партій вій- ни, зміцнить вплив лівих комуністів на чолі з Троцьким, Бухарин- ним і Крєстинським та внесе розбрат у лави партії саме в той момент, коли для боротьби з весняними напастями – голодом, холо- дою та пошестями – потрібна буде імобілізація рівнуче всіх твор- чих і організаційних сил партії, щоб урятувати радянську владу від шквалу внутрішніх бунтів та повстань."
Війну з Польщею вважають у закордонних радянських колах не- инищуючою, на які уступки полони не пішли б. Претенсії для опові- щення війни знайдеться досить. Так саме з Естонією та Латвією. Цей до Литви, то й інш "покорив" Аксельрод. Тутешня бойоверниця пані Кантарович, яка недавно повернулася з Вільна, Грод- на й Ковна, зі сміхом оповідає про Желіковського й про теперішній стан польської армії. Вона каже, що Желіковський загине, відкрива- ний від своєї бази збо закінчить він не матиме, а пересуватись весною по литовському бездоріжжю військо не зможе. Перевага больше- виків під час найбутнього весняного наступу полягатиме в руйну- ванні запасів польської армії, головним чином залишкового руху, бо ціла увага комуністичних центрів зведена на організацію за- лізничників, яка зараз стоїть на паленкній висоти. Великою помил- кою кинулої польської кампанії був брак червоних польських час- тин, але тепер такі частини вже існують і витримали як сліпоку-
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чу пробу на врангелівськім фронті. Опріч того, червона армія вже зараз не знає, що робити з добровольцями. Правда, їх жена з по-пад Болги та з міст голод, але Росії як раз цього не треба, бо в найскрутнійшу пору - весною - ці кілька міліонів го- лодних харчуватимуться чужим хлібом на чужій території." Набе- ів зараз цілком досять, панцирники й танки, здобуті у Врангеля, загодяться і будуть готові раніше, ніж хтось сподівається, й ко- ле Сути, що вже на Масницю червона армія буде в Варшаві."
Ідейні комуністи мають рацію, поборючись знищення червоної воєнщини в особі Троцького, але з другого боку вони зараз не ма- ють іншого виходу, окрім нової війни. Секретар Гуковського, Ф.А.
Ерангер, який недавно прибув до Берліну, каже з цього приводу : " Нас затопила хвиля військових успіхів, але що роби- ти. Спинити події, які розвиваються по інерції, ми не можемо. Пере- моги зробили армію нахабною. Що робитимуть у випадку демобілі- зації всі повітові, волостні, та сільські ради і комітети голоти, коли до кожного села прийде по кілька десятків демобілізованих "переможців", яким море по-коліна, й почнуть реформувати все на- лагоджену систему на свій лад? Адже тоді все піде к бісу, й по- за Москвою та Петербургом запанує безупинна Нахнівщина, якою безумно скористуються білі.....
КОНТРАБАНДНА ОРГАНІЗАЦІЯ РАДЯНСЬКОГО Уряду.
Центром організації військової пропаганди до радянської Росії є Вельсінгфоре.Рік тому большевики субвенціонували на велику суму пароплавне товариство "Ририк", яке мало тоді коло 10 пароплавів дрібного тонажу.Одним з директорів цього товариства був призначений Гельсингфорський адвокат Вільгелм Гельберг, переконаний комуніст, приятель Воровелького і співробітник Ганецького по його праці в 17-18.рр.Через Гельберга Їмли гроші з Москви й він став головним директором і найбільш цілковитим керовником товариства.Він утворив відділи товариства в Ризі та Аренсбургу, зафрахтував на Езелі й Даго рибальські лайби "чобловити рибу" й заснував "рибальську опілку", щоб почати правильні рейси між Гельсингфором та Висбргом і Ревелем, Нарвою та Ригою, а потім з Мтеттином, Швебергом і дрібними портами Нінечинки.
Головним завданням цієї опілки було перевозити все необхідне, головним чином харчові продукти, для Потреб Північної Комунди, а крім того постачати в порти Фінської затоки все нелегальне з Заходу.
До мовтя "Ририк" працював "чисто", але після того як англійські міноносці захопили пароплав "Ваза", на котрім крім зареєстрованих грузів (3 тони динаміту, література, газові апарати, частинки радіостанцій, бомбомети та інше), були заарештовані також Фіктивний власник грузів "спекулант" Путнахер, інженер Пумплинський.Городецький і німецький військовий льотник Адлер, - що діяльність т-ва "Ририк" звернули серйозну увагу естонський і латвійський Уряди, а також Фінське М-во внутрішніх справ.Тому діяльність товариства в напрямі перевозу військової контрабанди зменшилась.Проте далі чинний заходам "Ририка", червона армія дістала німецькі газові апарати, авіаційні кулемети, мотори й запасні частини до них, білоклі Цейса й Буша та інші потрібні
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дрібниці.
Т-во "Рорик" зв'язане в Німеччині з т-зами Ваг.Коган і
"Баластак" у Берліні.Після ідеї Літвінова всі ці т-ва повинні
об'єднуватись у спільнім центрі,який направляв би їхню діяльність
пишним словами - має бути утворений "морський штаб",який заб-
рав би в руки дрібні пароплавні підприємства й який міг би бо-
ротися з великими приватними підприємствами своєю об'єднаністю
та організацією.Цій праці Літвінов присвятив дуже багато уваги
під час свого перебування за кордоном і набудь осягнув позитив-
них наслідків.Поки що утворено два осередки : на півночі -
в Гетеборгу,який об'єднує Скандинавію й Німеччину,й на півдні-
- в Генуї.
Wochenübersicht Nr. 44.
POLLEN.
1. Front gegen Russland.
Die Waffenruhe zwischen Polen und Russland hielt an. Alle noch innerhalb der Grenzen Polens befindlichen, nicht polnischen Verbände ( freiw. russische Volksarmee, Hilfskorps Balachowitsch, Ukrainer unter Pawlenko ) mussten bis 2.11. das polnische Gebiet räumen. Diese Verbände mussten daher die Demarkationslinie zwischen Polen und Russland nach Osten überschreiten. Zwischen ihnen und den Sowjetrussen kam es zu Zusammenstössen, teile der russ. freiw. Volksarmee (Balachowitsch) besetzten an 3.11. Minsk. Das russische Hilfskorps (Balachowitsch) drang südlich des Pripjat bis Gegend 45 km. Westlich Mosyrs vor. Zwischen den Ukrainern und Sowjetrussen kam es bei Litin am Dnjeistr zu Kämpfen.
2. Front gegen Litauen.
Ausser örtlichen Zusammenstössen und Fliegerangriffen auf Kowno keins Freigüsse. In den bisherigen Abschnitten wurden bestätigt: 17. Div., 4. Div., 9. Div., 1 und 2. weiss.-lit.Div., 1 u. 2. Freiw. Div, Teile 10,11,15,8 und Podh.Div. Über den Verbleib der 5. und 6. Division sowie der sibirischen Brigade fehlen seit einiger Zeit Nachrichten. Klärung ihres Verbleibens erwünscht Neu werden gemeldet: Teile J.R. 150 (7.Res.Brig.) bei Wilna (Bestätigung erforderlich) und freiw. Kav.Div. (führer Oberstlnt. Drescher) bei Suwalki.
3. Front gegen Deutschland.
a) Verstärkung der oberschlesischen Front durch Marschenformationen aus den Posener Ersatztruppenteilen wurden erneut gemeldet. In und um Krakau sollen besondere Freiwilligen formationen für die oberschlesische Front aufgestellt werden. Als erster grösserer Verband scheint die 21.Div. (Kdr.Genral Luttik, I.R. 87, 89 1042, 21. Artl.Brig.) von der Ostfront in Krakau eingetroffen zu sein.
Der Antransport weiterer Verstärkungen von der Ostfront wie nach einer Entspannung der Lage, auch von der litauischen Front, ist zu erwarten.
b) An der ostpreussischen Front keine Veränderung.
c) Westpreussen.
In weichselabschnitt Mewe-Neuenburg soll ein Kassub. Freiw. Battl. eingesetzt werden sein. In Raume Karthaus-Berent aus Etappen truppen neue Truppen als Besetzung für die Grenze gegen Danzig aufgestellt werden. Weitere Nachrichten hierüber erwünscht.
DIE BESETZUNG DER POSENER FRONT blieb unverändert. Die Grenzsicherung südlich Lissa (Teile Grenzwachtrieder Regt.5) wurde unwesentlich durch Teile Grenzwachtrieder Regt.7 verstärkt. Das