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rigen Seffes geleert.
Wie aus russ. Quelle verlautet, war Körner-Rosenblum von der bolschew. Aussenordentlichen Kommission wegen Verrats zum Tode verurteilt worden. Rosenblum war zusammen mit Schiffrin aus Kopenhagen in Berlin eingetroffen und soll für die Deutschen gearbeitet haben.
Fürst Lieven ist kürzlich aus Paris in Berlin eingetroffen mit seinem Adjutanten Seewald.
In Insterburg (Kornstr.1 III) hält sich z.Zt. ein gew. Braz auf, der sämtliche Russen und Baltcn registriert, die anti-bolschewistisch, im übrigen aber russenfreundlich orientiert sind. Man ist auf der Suche nach dem Grafen Paul Medem, den man an die Spitze der Bewegung setzen will. Auch Baron Holde (früher in Kaukasus) ist an der Sache beteiligt.
Fürst Awalow-Bermond beschwerte sich über seine Mitarbeiter. Er habe Römer nach Kowno geschickt, doch wäre dieser nicht gereist und hörte überhaupt auf, ihn zu besuchen.- Bermond sagte, es fehle ihm z.Zt. an Geld, doch hoffe er demnächst grössere Summen flüssig machen zu können. Er hat Fühlung zu Ungarn; erwartet von dorther einen Kurier. Über die Franzosen sagte er nichts. Auf den russ. Klub in der Kaiserallee ist er nicht gut zu sprechen. Mit Taube scheint er nicht mehr zu arbeiten.
Der russ. Offiziersverband scheint unbekannt aus welcher Quelle Mittel flüssig gemacht zu haben. Oberst Stein bemüht sich, allerdings vergeblich, diese Organisation in seine Hand zu bekommen. De facto ist der eigentliche Leiter Woronow, der zwar nicht in den Vorstand gewählt wordenex gewählt wurde, aber durch Gen. Jilazin wirkt.
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DIE ALLGEMEINE LAGE IN SOWJETRUSSLAND.
2. März 1921.
Eisenbahnen. Die Lage der Bolschewiki hat sich in letzter Zeit
wegen der Heizmaterialkrise, dem Mangel an Lebensmitteln und
den Aufständen im Zentrum, Süden und Südosten Rußlands erheb-
lich verschlimmert. Infolge der plötzlich eingetretenen Heiz-
materialkrise ist eine allgemeine Stockung im Eisenbahnwesen
eingetreten, infolge welcher der Betrieb auf 31 Eisenbahnlinien
eingestellt wurde. Auf der Südostbahn sind 50 Marschrountenzüge
mit Getreideladungen stecken geblieben und können infolgedessen
die hungernden Hauptstädte nicht verproviantieren. Auf den noch
in Betrieb stehenden Eisenbahnlinien ist der Verkehr stark ein-
geschränkt worden. Zwischen Moskau und Petersburg verkehren
jetzt wöchentlich nur 3 Paar Züge und laufen 38 Stunden. Der
Verkehr der Lokalzüge soll nächstens vollständig eingestellt
werden. Auf einen einigermaßen pünktlichen Abgang der Züge ist
nicht mehr zu rechnen, man rechnet beim Abgang eines jeden Zuges
mit mindestens 5 Stunden Verspätung. Außerdem sind die Loko-
motiven in den meisten Fällen nur von Station zu Station mit
Heizmaterial versorgt, so daß es ganz von der Verproviantierung
der jeweiligen Station mit Holz abhängt, ob der Zug noch weiter
fahren kann. Kurz man kann sagen, das Chaos im Verkehrswesen
Rußlands vergrössert sich erschreckend.
Infolge des Niederganges des Eisenbahnverkehrs ver-
schlimmert sich die wirtschaftliche Lage im zentralen und nör-
dlichen Rußland ganz außerordentlich. Moskau selbst hat in den
letzten Wochen (also Anfang Februar) weder aus dem Osten, noch
aus dem Süden irgendwelche Lebensmittel erhalten. Es ist soweit
gekommen, daß das hungernde Petersburg 17 Züge mit Lebensmit-
teln nach Moskau absandte, welche dort aber nicht abgeladen
werden konnten. (Grund nicht angegeben, vermutlich Arbeiter-
mangel).
Lebensmittel. Die Lebensmitteleration in Petersburg ist ganz erheblich
herabgesetzt worden, jeder Rotarmeesoldat erhält jetzt nur noch
½ Pfund d Brot täglich, der Arbeiter 1 bis 2 Pfund (letzteres
anscheinend nicht richtig). Alle öffentlichen Speisenzüser sind
geschlossen worden, dafür werden Lebensmittel in fast mikros-
kopischen Portionen ausgehändigt. Auch die Preise im Privatver-
kauf sind enorm gestiegen; 1 Pfund Zucker kostet 16 000 Rubel,
Butter 18 000 Rubel, Fett 10 000 Rubel, Kartoffeln 500 und
Brot etwa 700 Rubel.
Fabriken. Wegen Mangels an elektrischer Energie, in letzten Grunde
wegen Mangels an Heizmaterial sind ¾ der Petersburger Fabriken
stillgelegt worden. Die augenblicklich noch in Betrieb befind-
lichen wenigen Fabriken arbeiten täglich 2 bis 3 Stunden. Die
städtische elektrische Zentralstation kann nur noch eine mini-
male Menge Kraft erzeugen. Kürzlich wurde eine Kommission ge-
bildet, welche die Reihenfolge der zur Schliessung bestimmten
Fabriken festsetzt, le. Es war zunächst in Aussicht genommen, auch
die Martalowsche Fabrik und die Artillerie-Werkstatt der
Putilowschen Fabrik und das Arsenal zu schließen. Da aber ein
dringender Befehl vorlag unverzüglich mit der Anfertigung von
Teilen für Militärfahrzeuge zu beginnen, wurden diese beiden
Betriebe und das Arsenal mit ausreichendem Heizmaterial ver-
sorgt, um dem Befehl nach Möglichkeit nachkommen zu können.
Armee. Die Demobilisation der alten Jahrgänge ist einge-
stellt worden. Die von der Westfront entlassenen Mannschaften
werden durch junge Jahrgänge ersetzt. Der zahlenmäßige Be-
stand der Armee ist unverändert.
Die Bewachung der finnischen Grenze wurde zeitweilig
wegen eines lebhafteren Grenzüberganges verstärkt.
In der Armee hat sich die frühere dumpfe Unzufriedenheit
infolge Herabsetzung der Lebensmittelportion vergrößert. Man
begegnet in der Hauptstadt öfter hungernden und bettelnden
Rotarmeesoldaten. Diese sind jedoch noch weit davon entfernt
sich zu erheben. Im allgemeinen ist die Stimmung in der Armee
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ruhiger, als die Stimmung der Arbeiter und die der Bauern.
Aufstände.Fast der ganze Süden und Südosten Russlands ist von Auf-
ständen ergriffen. Die aufständischen Abteilungen operieren
in den Gouvernements Tambow, Saratow, Pensa, Samara, Charlow,
Jekaterinoslaw, Cherson und Kiew, in den Gebieten der Don-,
Kuban- und Terekkosaken. Die hervorragendsten Führer sind
Machno, dessen Abteilung etwa 70 000 Mann befähligt ist und Anto-
noff, der 30 000 Mann befehligt. Ferner wird eine gewisse
»Marussja« erwähnt, welche früher Maschinengewehrschütze war
und sich durch Mut und Tatkraft hervorgetan hat. Die aufrührer-
ischen Abteilungen zählen Zehntausende, unter ihnen befinden
sich alle Waffengattungen. Sie töten Kommunisten, Kommissare,
Juden und höhere Sowjetangestellte. Eisenbahnzüge werden ange-
halten und ausgeplündert, einzeln operierende rote Truppenteile
werden überfallen und vernichtet. Die von der Sowjetregierung
requirierten Lebensmittelvorräte werden an die Bevölkerung ver-
teilt, welche auf diese Weise mit den Aufständischen sympathi-
siert. Auch im Gouvernement Rjasan haben sich unlängst aufstän-
dische Banden gezeigt. Gegen sie sandte die Sowjetregierung
chinesische und lettische Truppen, in das Gouvernement Tambow
Panzerabteilungen. Hier wurde auch eine Kursantenbrigade, wel-
che zur Südar mee gehörte, von den Aufständischen umzingelt und
soll zum grössten Teil niedergemacht worden sein. Die Sowjet-
regierung hat aber durch das militärische Einschreiten gegen
die Aufständischen nicht viel erreicht, da die Truppen des
Moskauer Bezirks zu den Aufständischen übergegangen sind.
Zerfall der kommunistischen Partei. Der Zerfall der kommunisti-
schen Partei, welcher mit der Frage der professionellen Ver-
bände begonnen hat, nimmt in er grössere Dimensionen an. Die
Partei hat sich in viele kleine Gruppen zersplittert. Lenin
und Sinowjeff stehen an der Spitze der zahlreichsten Gruppen,
ihre Gegner sind Trotzki und Bucharin. Ausser diesen beiden
Hauptgruppen sind noch viele andere Gruppen vorhanden, die sich
gegenseitig bekämpfen. Es hat augenblicklich den Anschein, als
ob Lenin und Sinowjeff den grössten Teil der Partei für sich
haben und Trotzki an Boden verliert. Doch ist es kaum anzuneh-
men, dass Trotzki sich der Mehrheit unterordnen würde. Der
Parteihader innerhalb der Partei geht schon so weit, dass zum
Beispiel den Anhängern Trotzkis im Ural keinerlei Propaganda-
mittel von seiten der kommunistischen Partei zur Verfügung ge-
stellt werden. Die »Prawda« hat darüber einen Artikel gebracht,
in welchem die Redaktion diese Massnahme ausserordentlich brand
markte und vor weiteren solchen Schritten gegen Parteimitglie-
der warnte.
DRAHTLOSE NACHRICHTEN.
Nikolejew.
8.3.
In Odessa wurde eine geheime Organisation
Skoropadskis aufgedeckt, die aus dem Auslande Gelder
bekam. Die Aufstandsorganisation sollte bereit sein
Von Evdtkuhnen an Berlin. 4.3. - deutscher Klartext. (Drahtspruch).
(212.)
An das Auswärtige Amt, Fassstelle
in Berlin.
Heute reisten auf russischen diplomatischen
Sowjetpass folgende 19 russische Bolschewisten mit
sehr grossem Reisegepäck ein: Worowskij mit Frau und
Tochter, Naglowski mit Frau, Straujan mit Frau, Kara-
kan mit Frau und Tochter, Fischmann mit Frau, Orlow
mit Frau und Tochter, Bleklow, Tichmenew mit Frau und
Diwitskowski. Deutsche gebührenfreie Sichtvermerke
zur Durchreise durch Deutschland nach Rom auf 4 Tage.
Reisepass dienstlich. Ausgestellt von deutschen Ge-
sandten in Riga am 2.März 21 vorhanden. Alle verwei-
gern Personenkontrolle. Einreise verhindert.Abschub
in die Wege geleitet.
Grenzpolizei.
Von Evdtkuhnen an Berlin. 4.3. - deutscher Klartext. (Drahtspruch).
(213)
An Viktor Kopp in Berlin.
Unsere Delegation ist in Eydtkuhnen von den
deutschen Behörden aufgehalten, da wir uns der per-
sönliche Untersuchung, die der Würde der Delegation
nicht entspricht, widersetzten. Die Untersuchung des
nicht versiegelten Gepäcks haben wir zugelas en. Wir
fahren nach Wirrballen zurück, wo wir Ihren Bescheid
erwarten. Drahte an Tschitscherin.
Worowskij.
Von Reval an Berlin. 4.3. - russ. Klartext . (Drahtspruch).
(215)
An Viktor Kopp in Berlin.
Zahlen Sie der Aktiengesellschaft Orenstein&
Koppel 1 370 000 deutsche Mark gegen Quittung aus.
Die Summe stellt das zweite Drittel des Wertes von
den von unserem Vertreter Pawlowsk genüss Vereinba-
rung mit der Gesellschaft vom 21.Oktober in Empfang
genommenen 5 Eskavatoren(?) dar. Alle notwendigen
Auskünfte erhalten Sie von Pawlowsk. Die erforderli-
che Summe ist Ihnen überwiesen. Telegraphieren Sie
über die Ausführung.
Litwinow.
Von Riga an Warschau 5.3. - (poln.Klart.) - Dreitspruch.
(234)
An Telepress. W a r s c h a u .
Offiziellen Nachrichten zufolge ist die heu-
tige Lage Petersburgs noch immer sehr ernst. Der
zum Kommandant der Stadt ernannte Awwow (?) er-
liess einen Aufruf an die Bevölkerung, der ver-
sichert, dass das von Krassin in England ge-
kaufte Getreide unterwegs sei. Ganetzkiy erhielt
Befehl zum Aufhalten der Rückwanderer, die über
Riga zurückkehren, sowie zum Aufhalten der Parä-
tie amerikanischer Arbeiter, weil die Räteregie-
rung unter ihnen Ententeagenten vermutet.
Wie es heisst, soll Trotzki in der Sitzung
des allrussischen Zentral-Vollzugskomitees am
2.März erklärt haben, die einzige Rettung Russ-
lands sei ein neuer Krieg, der die aufgehäufte
Energie und Unzufriedenheit nach einer anderen
Richtung hin entladen würde.
Lenin erklärte dem Moskauer Rat, bei der Li-
quidierung der Bewegung sei nur ein provokatori-
scher Schuss gefallen, der einen Kommunisten
traf. Es waren traurige Tage, aber sie seien
endgültig vorüber. Wir kennen unsere inneren
Feinde und werden sie bald ganz besiegen. Die
letzte Bewegung stütze sich nur auf die
Transportkrise, da Moskau 200 Waggons mit Le-
bensmitteln benötigt, aber nur 20 erhielt.
Der allgemeine Plan des Friedensvertrages
wird in seinen Umrissen mehr oder weniger deut-
lich sichtbar.
Artikel 1: Beendigung des Kriegszustandes.
Art. 2: Anerkennung der Unabhängigkeit der
Ukraine und Weißrusslands und Festsetzung der
Grenzlinien.
Art. 3: Verzicht auf die Rechte auf Gebiete aus-
serhalb der Grenzen. Art. 4: Gegenseitiger Ver-
zicht auf Verpflichtungen. Art.5: Nichteinai-
schung. Art. 6: Abstimmung (Option) Art.7: Recht
der nationalen Minderheiten. Art.8: Verzicht
auf Kriegskosten. Art.9: Kriegsgefangene und Ver-
triebene. Art.10: Amnestie. Art. 11: Rückersta-
tung der Kult ...
Dann folgen Artikel wirtschaftlichen Inhalts,
darauf die Frage zukünftiger Verhandlungen über
Handelsbeziehungen und den Transit, zuletzt Fra-
gen zukünftiger diplomatischer und konsularer
Beziehungen, sowie Schlussbestimmungen.
In Konferenzkreisen herrscht im allgemeinen
eine sehr optimistische Stimmung; man rechnet
mit der Möglichkeit, dass die Redaktionskommissi-
on ihre Arbeit in Laufe von 6 Tagen abschliesst.
Da das Drucken des Vertrages mehrere Tage in
Anspruch nehmen wird, kann man damit rechnen,
dass der Vertrag um den 15. März heraus unter-
zeichnet wird.
Joffe verrät nichts, dass die Moskauer Vor-
fälle Einfluss auf ihn machten, dafür herrscht
in der Räteregentschaft Panik und Besorgnis,
um das eigene Los im Falle eines Umwachungs in
Russland.
East Express .
Polnische Gesandtschaft.
ІНФОРМАЦІЙНИЙ ВІДДІЛ ПОСОЛЬСТВА У.Н.Р.В БЕРЛІНІ.
О Г Л Я Д
політичної ситуації в Німеччині.
( Лютй 1921 р.)
Берлін, 5.Вересня 1921 року.
Через цілий місяць Лютй політичне життя Німеччини опановували дебати над рішеннями останньої конференції Найвищої Ради в Парижі та приготовання до конференції у Лондоні, на якій Німеччина мала дати своя відповідь. Для меншого зрозуміння подій перейдемо коротко не раз головний зміст рішень парижської конференції. Рішення парижської конференції відносилися до двох справ:
а) обеззброєння Німеччини,
б) воєнне відшкодування.
У першій справі парижське рішення обіймали рішуче дотримання повного виконання давніших умов щодо цілковитого обеззброєння німецької держави й її населення з тих одних уступків, як речинець для розв'язання добровільних організацій військового характеру, як "Біргервер", "Оргем" і ин., продовжено до 30.Червня ц.р.
У справі відшкодування антантська конференція предложила Німеччини проект, опертій на таких основах:Німеччина має заплатити відшкодування, яке складається з двох частин, а саме: а) докладно означеной суми, платної в піврічних членах через 42 роки у загальній висоті 226 мільярдів золотих марок, і б) з оплат неозначеної є гори висоти, які мають рівнятися 12 % вартості жоричного німецького експорту, те ж через 42 роки. Вмста цих оплат, після рахунку правдоподібності, виносили би річно 1-2 мільярдів золотих марок. Для забезпеки виконання цих зобов'язань мала б Німеччина дати Антанті бони на загальну суму першої частини відшкодування. Кожний з тих бонів має мат
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висоту піврічної "заплати і є платний в день платності даної
заплати. Для забезпечення другої частини відшкодування Антанта
мала б право переводити гостру контролю виспорту Німеччини. Як
дальну гарантію заплати відшкодування антантські рішення перед-
бачать заряд митових доходів при помочі генерального комісаря,
назначеного Німеччиною і затвердженого Антантою, а на випадок
потреби цілковите пе ебрання заряду митами Антантой.
Рішення Антанти в справі о безброєнні
Німеччини не викликали великого спротиву серед німецької сус-
пільності з виником одної Баварії. Міністр Закордонних Справ
Симонс у своїй першій промові після парижської конференції від-
ділив цю справу виразно від справи відшкодування та заявив, що
дальше обезброєння буде виконане в дусі "льояльного признання
зобов'язань, принятих Німеччиною у мировій умові". На тим самим
становищі ставила те ж конференція воїх президентів-міністрів
собаних німецьких держав, яка відбулася зараз після цього в Бер-
ліні. Через те несподіванкою було, коли кілька днів пізніше Ба-
варський уряд і партії більшості в баварським союзі виступили
з домаганням, щоб справа обезброєння була те ж поставлена на
дневнім порядку льойдонської конференції. Це викликало коротку
внутрішню кризу між німецьким державним урядом і баварським
урядом, яка свінчилася заявою баварського уряду, що він уважає
питання задержання баварських добровільних організацій житевою
справою для Баварії, але піддається в цій справі постановам
державного уряду. Цей епізод дав в результаті тільки нагоду
твердити змагання реакційних кругів Баварії до сепаратистичної
політики, але рівночасно виказав те ж сильну опозицію проти неї
в демократичних і робітничих колах Баварії, особливо її північ-
них частин, які виступили з загрозою відірвання від Баварії, ко-
ли вона не піддасться рішенням державних чинників.
У справі в і д н и к о д о в а н н я , яка звернула
на себе головну увагу, німецькі урядові і громадські кола ста-
нули одноцільно в неприймий опозиції. Міністер Симонс у сво
ій промові в парламенті означив становище німецького уряду до
цих рішень Антанти такими словами : " ми не можемо прияти рі-
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шень Антанти як основи дальших переговорів. Ми будемо пробувати тепер виробити нові пропозиції й будемо ждати на запрошення Антанти". В цій короткій заяві Симонса міститься виразне означення тактики Німеччини в справі відшкодування. Вони відкидають пропозиції Антанти, але запрошення на конференцію приймуть і будуть старатися там вплинути на зміну рішень. Заяви всіх партій німецького парламенту, крім комуністів, зловжеві по промові Симонса приєдналися в основі до становища уряду та ріжнилися між собою більше тільки своїм тоном більшої або меншої неприйнятності. Комуністи використали це нагоду, щоб домагатися сорсу з Советською Росією й утворення одного революційного фронту.
Крім згаданої промови в парламенті Симонс виголосив ще кілька публічних промов у справі відшкодування, які викликали знову ряд заяв представників антантського табору. Ця словесна суперечка дала багато важкого матеріалу для вияснення становища обох сторін. Симонс підкреслював у своїх промовах консеквентно бажання Німеччини виконати в межах можливості свої зобов'язання та її готовність предложити зі свого боку відповідні контр-пропозиції. Про їх зміст у промовах Симонса не було ніяких конкретних даних. Із загальних виводів можна було тільки вносити, що вони будуть опиратися на таких основах: Німеччина вже не буде опиратися означенню загальної суми відшкодування згори й буде тільки настоювати на значне обниження її висоти. Натомість вона буде всіми силами боронитися перед другою частиною відшкодування, то-6-то перед 12 % оплати від вертості німецького вивозу. Одиноким джерелом, з якого Німеччина може черпати засоби для заплати наданої суми відшкодування, є її вивіз Перша частина рішення Антанти, вимагаюча заплати 226 міліардів золотих марок, вимагає отже як найсильнішого збільшення вивозу друга частина їх своєї 12 % даниною цей вивіз унеможливлює. Її наслідком було б піднесення цін експортованих товарів і тисячами обмеження експорту. З промови Симонса видно далі, що Німеччина рада б платити як найменше золотом і покривати відшкодування натураліями і працею. Симонс підкреслює виразно ге
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товість Німеччини помагати працер й технічною допомогою при відбудові Франції й Бельгії, врешті дуже замітне підкреслення Симонса значення Сходу для виконання зобов'язань Німеччини. У своїй промові, виголошеній у Штутгарті, Симонс заявив: "коли на- ші вороги рахують на те, що Німеччина через зсільшенння вивозу зможе збірати величезні суми на заплачення відшкодування, то і мусить залежати на тім, щоби спрямувати німецьку промисловість в власних ряйків на С х і д. Замісць того адается одначе, що Антанта й тут хапається свої політики душення й старається: унеможливити навязання економічних зв'язків Німеччини зі схід- ними державами".
Із промов антантського твору найважніші були про мови Льойда Джорджа, виголошені в парламенті і на публічному зібранні в Бермінгені. В його промовах впадало в очі підкр сло- вання, що Німеччина виконала все дотепер багато з Версальської умови. Він стверджив, що обезброєння Німеччини переведене майже цілковито, що Німеччина віддала кольосальні насип айського матеріалу, віддала свої кольонії, а врешті маси сирівців, кораб- лів і вугля. Сама Англія дістала вже від Німеччини вартостей на сотки мільйонів фунтів стерлінгів. Вартість відданого мате- ріалу обраховують Німці на понад 20 мілярдів золотих марок, і хоч цей обрахунок надто високий, то не дається заперечити, що Німеччина зробила все багато. Що до дальших зобов'язань у Німеч- чини, то тут треба звертати увагу на одне: є велика різниця між тим, чи Німеччина має заплатити всі дійсні кошти війни, чи вона має платити в межах своєї здібності. Яс- на річ, що Німеччина може заплати відшкодування тільки в розмі- рах обмежених її власною виплатністю, тому головне питання ле- жить не в тому, як великі були воєнні кошти всіх антантських держав, але: як далеко сягає виплатність Німеччини. Коли будемо вимагати неможливого, сказав Льойд Джордж, не дістанемо нічого, бо війно контувала більше, як може заплати котра-небудь держава. Ці слова Льойд Джорджа зверталися не тільки проти опозиційних голосів в самій Англії, як більше проти гострих нападів на па- рижські рішення у Французькім парламенті. Французьки посол
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Тардіє виступив, наприклад, у своїй промові з таким обрахунком сума відшкодування, заплачена Німеччиною на основі парижських рішень, може виносити все разом 12 міль-во оплатою від вивозу через 42 роки разом 310 міліардів золотих марок або 136 міліардів зол.Франків.На основі умови в Спа, Франція має дістати з того 52 %, то-бто 71 міліардів Франків. В дійсності воно потрібує на пенсії 58 міліардів, на покриття воєнних шкід 143 міліарди, разом отже 201 міліардів Франків. Так отже для неї самої треба б підвищити відшкодування на 130 міліардів Франків.
Із важніших відгуків парижських ухвал в політичному світі треба занотувати же два факти: 1) протест англійської робітничої партії проти цих ухвал. Маніфест партії виданий в цій справі, заявляє, що від тягарем такого відшкодування німецький народ стратив би цілковито змогу купувати мо-небудь закордоном та мусів би обмежуватися на свою власну продукцію. Наслідком цього через 42 роки англійський ринок не мав би доступу до Німеччини, а це викликало би же більше безробіття й нужду в Англії, як ще є тепер. 2) Протест бра міжнародного професійного союза в Амстердамі такого звісту: "зогра ізований робітників вважають потрібним і оправданим воєнне відшкодування Німеччини. Однак вони протестують проти домагань, які віддають робітництво Середньої Європи на протяз одного покоління в неволі, здержують економічну відбудову Європи, загострюють ненависть між народами та приносить зниження культури."
Чеканчи на запрошення на конференцію в Льондо-ні, німецький уряд рішив прийняти запрошення під тою умовою, коли на цій конференції будуть розглядатися й його пропозиції. Це своє становище зазначив він в офіціальній відповіді на запрошення того звісту: німецький уряд приймає запрошення на льондонську конференцію в тім певнім переконанню, що на цій конференції будуть піддані під наради також німецькі контр-пропозиції. Для підготовання цих пропозицій була зібрана окрема комісія знаців, яка радила під проводом міністра Симонс
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та замикаючи свої наради перед від'їздом делегації до Льондону зачвила в своїй публічній декларації, що вона згоджується зі становищем державного уряду, який у своїх пропозиціях іде аж до меж німецької виплатності.
Перше засідання льондонської конференції відбулося 1.Березня ч.р. під проводом Льойд Джорджа. На його залив забрав перший голос Міністер Сімонс, як провідник німецької делегації та предложив конференції німецькі контр-пропозиції. Їх зміст у головному такий: теперішня вартість жаданих Антантою річних яких сум, платних через 42 роки, виносить по відтягненню пропонованого Антантою дисконта у висоті 8 % річно - 50 міліардів золот.марок. Німецька делегація жадала, щоби всі ці суми була відрахована вартість того матеріалу який Німеччина дала дотепер Антанті на основі мирової умови. Німецьким пропонує, щоби для означення вартості цього матеріалу була утворена окрема мінана комісія знавців. Рента, яка остане по відтягненню від загальної суми 50 міліардів золотих марок вартості відданих матеріалів, буде творити суму відшкодування, яке мало б бути не заплачене Німеччиною. Німецьчина пропонує, щоби на цю суму були дана ін міжнародна позика. Задля того пропонує Німеччина на найбільший час видання позики на 8 міліардів золот.марок, яка могла б бути підписувана на всіх міжнародних фінансових місцях та була б вільна від оподаткування. Для такої позики Німеччина дасть все потрібне забезпечення. Окрім цеї позики Німеччина зобов'язується платити через найближчих 5 років річну оплату в сумі 1 міліарда золот.марок, яка була б покрита передовсім в натураліях. Далі заявляє Німеччина свою готовність помагати працер при відбудові аруйнованих околиць. Останок відшкодування, непокритий же першою позикою й річними оплатами, має бути опроцентований на пять відсотків (5 %). Сплата цього останку має бути унормована пізніше по змозі також шляхом міжнародних позик. - Далі звертається німецькі пропозиції проти 12 %-вої оплати від вивозу, призначених Антанті в засаді право користати з економічного піднесення Німеччини, в першій мірі з підвищення її експорту, але без бли-
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мого означення способу. Для виконання цих пропозицій німецька делегація ставить одначе дві передумови:
а) по голосування в Горішнім Плеску випаде на во-
ристь Німеччини та ю він лишиться при Німеччині, 1
б) що будуть усунені всі перешкоди в міжнародних
економічних зносинах та передання система економічної свободи
та рівноправності.
Після цей промови Симона Льойд Дюордж алокив
коротку заяву, по німецькі пропозиції полягати на його думку
на цілковитім нерозумінню вимог ситуації, та закрив засідання
з тим, що на найближчому засіданні представники Антанти дадуть
своє відповідь. Скликання цього засідання сподіться в най-
більших днях.
Серед найбільшого напруження та підготовань
до льондонської конференції відбулася в Німеччині подія, яка
буде мати велике значення для дальшого розвитку внутрішньої
й зовнішньої політики Німеччини. В це вибори до пруського
вейму, переведені для 20 лютого. Виборча агітація відбувалася
під безпосереднім враженням парижських ухвал, які давали мож-
ливо найліпший матеріал для розбудовування націоналістичних
пристрастий та поширювання реакційних кличів. Через те можна
було рахувати, що з виборів вийдуть переможення реакційні пар-
тії, які докладали всіх зусиль, щоби використати загальне обу-
рення. Вислід виборів був одначе у цілому великою несподіван-
кою. Оба крайні праві партії дістали вправді значно більше
голосів, ніж при попередніх виборах до пруського установчого
зібрання в 1919 році, але в порівнянню до останніх парламен-
тарних виборів 1920 року скількисть їх голосів не збільшила-
ся. Абсолютна більшість голосів впала знову на коаліційні
партії: соц.дем.більшості, демократів і центру, які мають теж
запевнену більшість мандатів в соймі. Остаточний вислід голо-
совання був такий: голосувало разом 15,951.338. З того одер-
жали:
соц.дем. - 4.171,286 голосів,
центрм - 2.964,202 "
- 8 -
демократи - 977.465 голосів
нім.націонали -2.022,667 "
незалежні соцд.1.055,023 "
нім.нар. партія 2.266,587 "
комуністи - 1.207,695 "
господ.партія 187,345 "
крім того одержали поляки 12.271 голосів,християнська народна
партія 13.962 гол.,данкі біля 3.000 гол.,рента розбиті голоси
Вибрані:
німецькі націонали 73 (дотепер 50)
нім.народня партія 56 ( " 21)
центр ун 83 ( " 94)
демократи 25 ( " 68)
соц.дем. 101 ( " 145)
незалежні соц.дем. 28 ( " 23)
комуністи 50 ( " 0)
економічна партія 2 ( " 0)
вельфи і ин. 6 ( " 3)
Новий союм має разом 414 послів,з того на коаліційні партії
припадає 219,на опозиційні 198. Враховуючи
Приглядаючись ближче розкладові голосів в міжанським
і соціалістичних таборах,зауважуємо: міцні реаційні пар-
тії збільшилися контом демократів і центра. Особливо патія де-
мократів сильно упала,але так було вже при парламентарних ви-
борах в червні 1920 року.В соціалістичному таборі в порівнянні
до попереднього пруського національного вібрання бачимо упадок
соц.дем.більшості і зріст незалежних та комуністів. На ділі,
коли взяти для порівнання останнє голосування до німецького
парламенту,побачимо,що пересунення голосів відбулося кини ра-
зом в іньшому напрямі. Соц.демократична партія, яка при парла-
ментарних виборах потерпіла була великиї втрати,ким разом піш-
ла значно вгору. Її голоси збільшилися контом партій незалеж-
них соц.дем.,яка рівночасно велику частину своїх голосів му-
сіла віддати комуністам. Так отже коли з парламентарних вибо-
рів партія незалежних вийшла була майже рівно сильна з партією
-9-
соц.дем.більшості, то з теперішніх сельських виборів вона вийшла найже чотири рази слабша.
Однак поминаючи ці всі пересувення не рішарчого значиння, треба на загал ствердити, як результат виборів слідує: напруженна ситуація, під вражінням якої відбувалися вибори, не кинули нас німецьких виборців ані в руки реакції ані большевизму. Вони заховали далі холоднокровність і повну адержаність супроти крайних правих і крайніх лівих кличів Це дає певні вигляди, до дальшої розвиток німецьчини під елек- хом демократизму та по передовсім в теперішніх переговорах з Антантою Німеччина піде шляхом вдержання миру.
ПОСОЛЬСТВО
УКРАЇНСЬКОЇ НАРОДНОЇ РЕСПУБЛІКИ
В НІМЕЧЧИНІ
№ 1074.
Берлін 1. квітня 1921.
До
Закордонного Відділу Ген.
Штабу У.Н.Р.
Тарнів
У. Н. Р.
Головне Управління Генерального Штабу
Одерж. 1921 р.
Бх. Ч. 629.
Дипломатичний Відділ Посольства У.Н.Р. у Ні-
меччині має за честь переслати до Вашого розпорядження приложені до сього слідуючі нові інформаційні матеріали:
1) № 138: Становище в Сібіру (нім.).
2) № 139: Політичні інформації (укр.)
3) № 140: Витяги з большевицьких часописів
(нім.).
ПОВІРЕНИЙ У СПРАВАХ У.Н.Р.У НІМЕЧЧИНІ:
Спіткін
ДИПЛОМАТИЧНИЙ ВІДДІЛ
ПОСОЛЬСТВА УКРАЇНЬКОЇ НАРОДНОЇ
РЕСПУБЛІКИ В НІМЕЧЧИНІ.
№ 138
DIE LAGE IN SIBIRIEN.
Tokio, den 10. November 1920.
In Sibirien machen augenblicklich die Bolschewisten
wieder wesentliche Fortschritte, und die Lage des Atamans
Semonov ist erneut gefährdet. Infolgedessen sind die Aussichten,
Handelsbeziehungen nach Ostsibirien wieder zu eröffnen, wieder
auf unabsehbare Zeit verschlechtert. Andererseits beginnt die
japanische Regierung den grossen Fehler einzusehen, den sie durch
ihren Rückzug aus Ostsibirien und die Freigabe Semonovs in Trans-
baikalien begangen hat. Es scheint daher, als ob sie in erneuter
Schwankung wieder zur Stärkung der Stellung Semonovs übergehen
wolle. Auch das Interesse Amerikas an der Zurückdämmung des Bol-
schewismus in Ostsibirien scheint erneut im Wachsen, umsomehr als
manche erhaltenen Konzessionen durch die augenblickliche Entwick-
lung in ihrer Ausnutzungsmöglichkeit bedroht sind.
Der Fehler der bisherigen Anti-Bolschewisten, die ihre
Aufgabe vornehmlich in einer militärischen Bekämpfung sahen, ohne
gleichzeitig an eine aufbauende Verwaltungs-und Finanz-Reorganisa-
tion zu denken, macht sich in der heutigen Lage geltend, und man
bemüht sich in letzter Stunde diese Unterlassungen durch Proklama-
tionen demokratischer und auf die Bauernwünsche eingestellter
Verfassungen auszugleichen.
Unter den mir bekannten zahlreichen nicht-bolschewisti-
schen Russen habe ich indessen erst eine einzige Persönlichkeit
getroffen, die wirklich grosszügige und andererseits positive Ge-
danken über die politische Neugestaltung Rus lands besitzt. Auch
zur Lösung der finanziellen Frage habe ich nur von dieser Stelle
greifbare Vorschläge gehört. Diese Persönlichkeit ist ein Oberst
Zavoico, Kosak aus dem südländischen Russland und bisher deutsch-
feindlicher Pan-Slavist, jetzt aber bereit, ebenso wie die grosse
Masse nicht-bolschewistischer Russen, mit Deutschland eine Ver-
nunftige einzugehen. Oberst Zavoico ist schon vor dem Kriege poli-
tisch vielfältig hervorgetreten, aber als staatsfeindlich behan-
delt worden, weil er stets den Gedanken in den Vordergrund ge-
stellt hat, dass eine Dezentralisation der russischen Verwaltung
und eine Entwicklung von territorialen Selbstverwaltungen nach
Art der Organisation der Vereinigten Staaten Platz greifen müsse,
wenn eine Belebung des russischen Volkslebens und eine Befriedi-
gung der politisch unzufriedenen erreicht werden solle. Er hat
später auch die Koltchak-Regierung und den General Kornilov in
diesem Sinne zu beeinflussen versucht, aber ohne Erfolg; hat dann
lange in Amerika sich aufgehalten und durch enge Berührung mit
P.J. Morgan und dessen Kreisen sich die amerikanische Bereit-
schaft für finanzielle Unterstützung Sibiriens gesichert. Er
weilt heute in Yokohama und hat, ohne zu Semonov in direkten
Gegensatz zu treten, begonnen, seine Ideen unmittelbar auch der
- 2 -
japanischen Regierung und durch gedruckte Flugblätter der sibiri-
schen Bauernbevölkerung verständlich zu machen.
Es wird daher auch dort von Interesse sein von einer Einga-
be Kenntnis zu nehmen, die er unlängst dem japanischen Minister
des Auswärtigen im Anschluss an eine persönliche Unterhaltung
eingereicht hat.
Abgesehen von dem allgemeinen Bilde, dass er auf Grund sehr
genauer Kenntnisse von den russischen Augenblicksverhältnissen
gibt, ist besonders darauf hinzuweisen, dass er den Schwerpunkt
nicht bloss der Wiedergeburt, sondern auch des künftigen Russlands
von Westen nach dem Osten zu verlegen trachtet, und daher sowohl
Amerika wie Japan zur Mitarbeit für erforderlich hält; dass
Deutschland weder direkt noch indirekt bei seinen Betrachtungen
eine Rolle spielt.
Die Übersetzung dieser Eingabe, die mir nur auf besonderem
Wege zugänglich geworden ist, bitte ich in der Presse nicht unmit-
telbar zu verwerfen.
Über die finanziellen Pläne des Oberst Z. ist mir das
Folgende bekannt.
Zu gleichen Teilen soll japanisches und amerikanisches Kapi-
tal eine tatsächliche Goldreserve von Millionen Dollar für eine im
Wladiwostok zunächst zu begründende russische Staatsbank liefern.
Auf Grund dieser tatsächlichen Unterlage sollen dann neue russi-
sche Banknoten, in ihren Einheiten auf Dollar-Gegenwerte zuge-
schnitten, herausgegeben werden, um zunächst in Ostsibirien die
Wiederbelebung des Wirtschaftslebens durch Herstellung eines voll-
zahlungsfähigen Geldes zu ermöglichen. Dieser Betriebsfonds soll
erweitert werden durch einen Kredit von 30 Millionen Dollar, für
den die Ussuri-Bahn und eventuell andere Konzessionen auf etwa
35 Jahre verpfändet werden sollen. Dieser Betriebsfonds soll zu
je ein Drittel von Amerikanern und Japanern, das letzte Drittel
von beiden und Russen zusammen übernommen werden, mit der Tendenz
dieses Drittels mit steigender Wirtschaftskraft allmählich russi-
scherseits ganz zu erwerben. Das Geld soll dazu dienen, Neuanla-
gen auf industriellem Gebiete in Ostsibirien vorzunehmen, und auch
hierdurch das wirtschaftliche Leben und die Möglichkeit neuer
Kapitalsbildung unter den Russen zu entwickeln. Das Projekt steht
also im Ganzen die Bereitstellung von vollwertigen Staatszahlungs-
mitteln wie von Industriekapital vor.
Ob sich diese Pläne verwirklichen lassen, ist im Augenblick
natürlich noch fraglich, einmal, weil die Voraussetzung einer ver-
antwortlichen, einheitlichen und anerkannten ostsibirischen Regie-
rung noch nicht vorhanden ist, und andererseits, weil der politi-
sche Gegensatz zwischen Japan und Amerika die Möglichkeit ihrer
loyalen Ko-Operation in Ostsibirien fraglich macht. Russischer-
seits würde man an sich auch mit den Amerikanern allein das Einver-
nehmen herstellen. Hält aber die Ko-Operation für das Erwünschte,
um durch politische Gegensätze der genannten Staaten untereinander
den Wiederaufbau Sibiriens nicht zu komplizieren.
Eingabe des Oberst Zavoico an den
Japanischen Minister des Auswärtigen Oktober 1920.
Euer Exzellenz!
Zufolge Ihres Wunsches habe ich die Ehre, Ihnen in
schriftlicher Form meine Ansichten betreffs der politischen Lage
im speziellen in russisch-externen Orten, sowie im Allgemeinen im
Sowjetrussland und die sich daraus ergebenden gegenseitigen Bezie-
hungen der beiden Völker darzulegen, die nach meiner Überzeugung
die einzig richtigen und nötigen Konditionen enthalten, die zur
Festigung der gegenwärtigen nachbarlichen guten Beziehungen für
die Zukunft nötig wären.
Euer Exzellenz geruhten zu äussern, dass Ihrer Überzeu-
gung nach kein Zweifel existierte, dass Russland als mächtiger
und starker Staat wiedererstehen würde, der als gleichberechtig-
tes Glied in der Familie der Völker, die auf das Schicksal der
ganzen Menschheit in Zukunft Einfluss haben werden, seinen Platz
finden wird und dass für Sie persönlich die einzige Frage darin
bestände, sei es auch nur annähernd, die Zeit zu bestimmen, wenn
Russland wiederum neuhergestellt sein wird.
Indem ich, was den ersten Teil Ihrer geäusserten Voraus-
setzungen anbelangt, vollkommen mit Ihnen einverstanden bin, er-
laube ich mir, meine tiefste Überzeugung auszudrücken, dass der
kritische und Wendepunkt der russischen Revolution jetzt schon
überstanden ist, und dass das ganze Land fängt, sich zu erholen
und zu organisieren, mit dem Frühling 1921 anfangend.
Schwer und unhaltbar wird die Lage der Staaten sein, die
die pseudo-temporären Verwaltungen als wirkliche, nationale Regie-
rungen betrachten, welche des weiteren glauben, dass das 100 Milli-
onen starke russische Volk auf lange Jahre hinaus unter der Ägä-
de einer ihm im Geiste und Blute fremden eingewanderten Nationali-
tät bleiben könne, und die mit den Vertretern dieser Nationali-
tät irgendwelche scheinbar ernsten Unterhandlungen pflegen.
Es existiert und kann nicht existieren eine Gegenwart,
die nicht in der Zukunft ihre Nachklänge haben wird, und die Folge
gen dürften umso schwerer sein, als der jetzige Moment den natio-
nalen Geist und die Selbsterkenntnis in seinen teuersten Seiten an-
schlägt.
Ich konstatire, dass die Tage des bolschewistischen
Regimes in Russland gezählt sind.
Meine Erfahrungen in der vierjährigen Zeit meiner Anwe-
senheit im Lande, meine Begegnungen mit vielen Häuptern und tätige
gen Mitgliedern der nun in Russland herrschenden kommunistischen
Partei, das Durchlesen der Mehrzahl der russischen täglichen
wöchentlichen und monatlichen Zeitschriften, anfangend von 1. Janu-
ar bis zum 25. August 1920, das Studium von unzähligen statisti-
schen Daten über den Stand der Industrie, des Ackerbaues und der
Finanzen, die lediglich von der bolschewistische Regierung ausge-
hen, überzeugen mich unwiderruflich und endgültig, dass sich die
Macht der Bolschewisten in Russland nicht länger als bis zum Früh-
jahr 1921 wird halten können.
Viele meiner Land-leute, die Kenntnis der Sachlage und
Erfahrung besitzen, behaupten, dass das bolschewistische Regime
sich nicht bis zum Winter wird halten können, und dass dasselbe
im November oder Dezember dieses Jahres wird fallen müssen. Ich
meinerseits muss den Wunsch äussern, dass sich dieses Regime in
Russland bis zum nächsten Frühling halten möge, denn in diesem
Falle würde die ganze Verantwortlichkeit für die Schrecken, für
das Unglück und die Sterbefälle durch die heranrückende Hungers-
not und Frostgefahr auf die Köpfe der Bolschewisten fallen, d.h.
auf die Köpfe derjenigen, die de facto verantwortlich sind für
alle bevorstehenden Vorkommnisse.
Die Führer des Bolschewismus, Lenin, Trotzky, Bucharin
und Sinwjeff glauben, dass ihre Herrschaft in Russland noch ca.
zehn Monate währen könne, d.h. bis zum Juli oder August 1921, und
- 4 -
indem sie sich ein klares Bild über die Zukunft machen, schreiben
sie ihrer Partei, den Kommunisten vor, die noch bleibende Zeit dazu
auszunutzen, um in jeglicher Weise im Lande eine reaktionäre Strö-
mung einzubringen, denn nach ihrer Meinung ist nur eine reaktionäre
Strömung imstande, die Ideale des Kommunismus in Zukunft nochmals
ins Leben zu rufen.
Meine Zusammenkunft mit einem der verantwortlichsten Mit-
glieder der Kommunisten in Werchne-Udinsk und ein offenes Gespräch
mit ihm, welches sich indirekt und durch meine persönlichen Beob-
achtungen bestätigt, gestatten mir zu behaupten, dass sogar in den
Reihen der Bolschewisten keiner mehr existiert, der an ein längeres
Dauern ihrer Herrschaft glaubt. Ich glaube, dass Gesagtes genügt,
um Eure Exzellenz zu überzeugen, von der Unvermeidlichkeit eines
Sturzes des Bolschewismus in allerkürzester Zeit.
Der auszeichnende besondere Zug eines Staatsmannes besteht
in seiner Tätigkeit, die Zukunft vorzubereiten; eine Person, die
diese Tätigkeit nicht besitzt, ist kein Staatsmann; sie ist nicht
imstande, ihre Regierung und ihr Volk zu führen, schon deshalb,
weil sie selbst nicht weiss, wohin sie geht. Hieraus ergibt sich
die einzige Schlussfolgerung: die Gegenwart in Betracht zu ziehen,
um sodann in der genauen Kenntnis Erkenntnisse und der Voraussetzung
dieser Zukunft die Politik seines Landes so zu dirigieren, dass sie
zu bestimmten Resultaten führt.
Zur gegebenen Zeit existiert auf dem Gebiet des ganzen
Fernen Ostens keine Regierung, die zur Reihe der Regierungen ge-
zählt werden könnte, die wirklich national und volkstümlich wäre
und die ihre Wurzeln in der Menge des Volkes hätte.
Die Regierungen des Amurgebietes und von Werchne-Udinsk be-
finden sich im offenen Kampfe mit der ganzen Bevölkerung der Terri-
torien, die sich quasi unter ihrer Macht befinden: die Regierung
des Primorgebietes, richtiger gesagt, der Stadt Wladiwostok, hält
sich am Ruder nur infolge des Wohlwollens der japanischen Regie-
rung; die Regierung von West-Transbaikalien oder des Atamans
Semonow, hat sich in letzter Zeit erst abgesagt von ihrem speziel-
len kriegerischen Charakter und ist, wie es den Anschein hat, auf
den Weg des wirklichen Staatsbaues herausgegangen. Diese letzte
Regierung hat momentan mehr Grund als die anderen am Ruder zu blei-
ben, da sie es mehr als die anderen verstanden hat, den jetzigen
Wendepunkt in den Massen der Landbevölkerung zu erfassen. Die Zu-
kunft dieser Regierung hängt ganz davon ab, wieweit sie sich in der
Gestalt ihrer Anführer dazu verstehen wird, die Ende August dieses
Jahres proklamierten Prinzipien der Selbstverwaltung und der Hinzu-
ziehung der grossen Massen der Landbevölkerung zur Verwaltung,
systematisch und nach und nach ins Leben zu rufen. Die Symptome des
Gemeindecharakters, die volle Aufmerksamkeit beanspruchen und einen
absoluten Einfluss auf die Schicksale des russischen fernen Ostens
haben, sind Selbstorganisationen der grossen Massen der Landbevöl-
kerung einerlei, ob da Bauern oder Kosakenbevölkerung. Diese Selbst
organisation hat zur gegebenen Zeit zweifellos einen kriegerischen
Charakter, sie erscheint aber auch nicht als kriegführende. Diese
Selbstorganisation wird in der nächsten Zukunft zweifelsohne jeder
Gattung von Regierung, ob Lokal- oder Allgemein-Regierung entgegen-
treten, die ihr nicht genehm ist und die momentan mit offenbarer
Schärfe die Wege einschlägt, auf denen eine Wiederherstellung des
Reiches getan werden muss.
Es muss also eine Wiederherstellung des Reiches von
unten nach oben heraus gehen, von Dorf zur Stadt auf der Basis ei-
ner weitmöglichsten Selbstverwaltung; zuerst wird das Dorf organi-
siert, darauf die Colost, der Kreis und darauf das Gebiet,d,h, das
Reich wird auf demokratischen und föderativen Prinzipien wieder
aufgebaut.
Ohne sich ein richtiges Bild von den Vorgängen zu ma-
chen, hatte die japanische Regierung unlängst den richtigen Weg
eines föderativen Aufbaues eingeschlagen, indem sie die Schaffung
eines Pufferstaates protegierte, doch hat die japanische Regierung
- 5 -
selbst ihre vollkommen richtigen Anfänge zugrunde gerichtet dadurch,
daß sie sich selbst viel zu weite Aufgaben stellte, die der Masse
der Bevölkerung unverständlich waren und darum Misstrauen hervor-
riefen. Die japanische Regierung hatte aber nicht in Betracht ge-
zogen den antinationalen Bestand aller Regierungen des Fernen
Ostens, sie nette nicht ihr Augenmerk darauf gerichtet, dass alle
diese Regierungen nichts anderes sind als krankhafte Geschwüre der
unnormalen, seitens des Landes durchgemachten schweren Zeit, des
weiteren nicht damit gerechnet, daß die Begründung ihrer Berech-
nungen und die Mitarbeiter schaft mit diesen Regierungen unmöglich
ist, dass des weiteren über früh oder spät alle diese Regierungen
zu Fall kommen müssen, denn keine von denselben hat wirklich in den
Massen des Volkes Wurzeln geschlagen.
In jedem Falle hat die japanische Regierung durch ihre
Bemühungen, alle diese Verwaltungen zu vereinigen, dem russischen
Volk einen grossen Dienst geleistet, indem sie dadurch die Schärfe
des Bürgerkrieges milderte andererseits hat sie dadurch zweifellos
den Prozess der allgemeinen Gesundung des Landes auf natürlichem
Wege in die Länge gezogen.
Zur gegebenen Zeit ist die Voraussetzung nicht am
Platze, dass der Ferne Osten in normale Lebensverhältnisse durch
die Gewalt der Geschäfte oder durch Ueberredung und Ueberzeugung
durch Propaganda in irgendeiner Form, zurückversetzt werden könnte.
Der ökonomische und finanzielle Krach aller Regierungen und deren
Fall als Resultat dieses Kranes, ist eine unvermeidliche Erschei-
nung der nahen Zukunft, während andererseits der Wiederaufbau des
ökonomischen und finanziellen Lebens des Landes die notwendigen
Bedingungen zur Herstellung von Ordnung in demselben bilden.
In Voraussicht dieser unvermeidlichen Zukunft habe ich
im Verlauf der letzten drei Jahre meine zielbewusste Arbeit ge-
führt. Ich hatte ein Projekt der finanziellen und ökonomischen Wie-
dergeburt Russlands ausgearbeitet, in welchem ich als Ausgangs -
punkt dieser Wiedergeburt den Russischen Fernen Osten annahm. Die-
ses Projekt habe ich s.Zt. J.P.Morgan in New York vorgelegt und
fand seitens desselben die allergünstigste Aufnahme. Weitere Vor-
arbeiten in dieser Richtung machte ich im vorigen Jahre in Japan
durch Vermittlung des Herrn Meri.
Jetzt ist die Zeit zur Verwirklichung dieses Projektes
gekommen. Als Grundbedingung zur Neubegründung des normalen Lebens
im russischen Fernen Osten bedarf es demselben normaler ökonomi-
scher und finanzieller gegenseitiger Beziehungen. Die Herstellung
der normalen, ökonomischen und finanziellen Lebensbedingungen kann
indes ohne Hilfe und Unterstützung der nahegelegenen Staaten nicht
hergestellt werden. In der Wiederherstellung des ökonomischen Le-
bens ist es durchaus unnütz über weite Grenzen des Territoriums
hinauszugehen, in welchen diese Wiederherstellung stattfinden soll,
denn zweifellos würde eine solche, selbst auf der kleinsten Fläche
dieses Territoriums eingeführt, als derjenige Anfangsknüsel zur
allgemeinen Wiederherstellung des Reiches funktionieren, auf dem
immer neue und weitere neue Territorien aufgeweckt werden könnten
Es ist aus diesem Grunde für die erste Zeit vollkommen
genügend, den Rayon der Tätigkeit, sei es auch nur auf die Grenzen
des Primurgebietes zu beschränken und es wäre nötig, als Anfang
dieser Tätigkeit, die Regierung dieses Gebietes auf ganz bestimmte
Konditionen zu stellen. Diese Konditionen sind meinerseits zur-
zeit ausführlich ausgearbeitet worden und werden jetzt in Form ei-
nes Projektes als "Grundgesetze des Primurgebietes" gedruckt zur
Verbreitung unter die Bevölkerung des Gebietes.
Die "Grundgesetze" oder "Konstitution" des Primurgebie-
tes ist die Organisation der Landes auf föderativen und demokrati-
schen Anfängen, d.h. die Verwirklichung der bis dahin noch unklaren
Begriffe über die neuen Formen der Staatsorganisation, die vorbe-
reitend in den grossen Mengen des Volkes existiert.
Die Verwirklichung beider Projekte über die "finanziel-
le und ökonomische Hilfe für Russland" und über die Organisation
des Landes gemäss den "Grundgesetzen des Primurgebietes" werden di
unvermeidliche Wiederherstellung Russlands von den Ufern des Stil-
- 3 -
ien Oceans anfragend, d.h. von der Grenze des Fernen Ostens, zur
Folge haben.
Russland könnte jetzt wiederhergestellt werden entweder
von Ferner Osten aus beginnend oder anfangend von den europäischen
Grenzen des Reiches.
Die Herstellung Russlands, anfangend vom Fernen Osten,
bekräftigt bedingt, im zukünftigen Staate den vorzüglichen Einfluss
Japans und Amerikas, da die Länder dazu berufen sind, Russland
Unterstützung und Mithilfe zu erweisen, für den Fall, dass Russ-
land anfangen sollte, sich von den Ufern des Stillen Oceans aus zu
erheben.
Die Herstellung Russlands, anfangend aus dem europäi-
schen Gebiet, bedeutet im zukünftigen Staate den vorzüglichen Ein-
fluss Frankreichs und Englands, denn in diesem Fall müssten diese
beiden Staaten Russland die nötige Unterstützung und Hilfe erweisen.
Euer Excellenz glaubten sich bestimmt über die zukünfti-
ge Lage und Bedeutung des wiederhergestellten Russlands in inter-
nationaler Beziehung auszudrücken. Aus dem Obengesagten sollte es
für Sie willkommen klar sein, dass die Wiederherstellung Russlands
von den europäischen Grenzen anfangend gleichbedeutend wäre mit dem
Verbleibe des Zentrums der internationalen Politik in den Grenzen
des alten Europas, während dagegen die Wiederherstellung Russlands
von den Ufern des Stillen Oceans anfangend den Übergang dieses
Zentrums auf die Ufer des Stillen Oceans zur Folge haben würde.
Über das, was Europa der Menschheit gab, schreibt die
Geschichte. Über das, was der Menschheit der Übergang des Zen-
trum des ganzen internationalen Lebens auf andere Ufer geben kann,
wird die Zukunft sagen. Es ist indes zweifellos, dass nicht in den
alten Wegen die Rettung und der Ausgang aus der Sackgasse liegt, in
welcher sich jetzt alle Völker befinden.
Alle geschilderten Umstände geben mir die Freiheit, Euer
Excellenz zu erklären, dass nach meiner tiefsten Überzeugung die
Menschheit in ihrem Ganzen an dem Wendepunkt ihrer Geschichte ange-
langt ist und von uns, die wir diesen grossen Moment miterleben,
hängt es in vielen ab, den Lauf der Geschichte auf diesen oder je-
nen Weg zu lenken.
Zum Schluss habe ich noch einige Worte hinzuzufügen.
Die Ausführung der grossen Aufgabe der ökonomischen und
finanziellen Unterstützung und Hilfe dem sich erhebenden Russland
in der nötigen Masse, ist nach einer ganzen Reihe von Gründen, die
Anstieg sind anzuführen, nicht in der Kraft Japans.
Das von mir ausgearbeitete Projekt der Russland zu lei-
stenden finanziellen und ökonomischen Hilfe, welches ich J.P.Morga
hinterlies, sieht eine volle und gleichberechtigte Beteiligung
Japans und Amerikas in dieser Angelegenheit vor. Ich muss konstatie
ren, dass das Verhalten seitens der Amerikaner zu diesem Projekt
das denkbar günstigste und vollkommenste ist. Die finanziellen
Perspektiven und ökonomischen Vorteile, die sich durch dieses Pro-
jekt für beide Länder eröffnen, sind unendlich gross.
Indem ich die besonderen politischen Folgen der Erfül-
lung dieses Projektes in Betracht ziehe, erscheint es mir vollkom-
men natürlich, wenn Euer Excellenz auf alles Gesagte die nötige
Aufmerksamkeit verwenden und es möglich machen wollten, sich in
dieser Frage in direkte Unterhandlungen mit der Regierung der Nord-
Amerikanischen Vereinigten Staaten zu setzen.
Yokohama, Oktober 1920. für die Übersetzung
gez. Knorr.
»Deutscher Ueberseedienst«.
ДИПЛОМАТИЧНИЙ ВІДДІЛ
по ОБ'ЄКТВА УКРАЇНСЬКОЇ НАРОДНОЇ
РЕСПУБЛІКИ в Німеччині.
№ 139
ПОЛІТИЧНІ ІНФОРМАЦІЇ.
З випадкового джерела – в Латвії відношення до росіян стало магчим; разом з тим погляди звертаються на Німеччину а вплив союзників помітно слабшає. З англійцями сам так рахуються, з французами цілком ні. Болшевиків, що до можливості наступу весною, – не боляться. Латвія дуже потерпіла матеріально в ліснім ділі. Заготовано було багато матеріалів, але на дуже дорогі ціни. Нині лежить не проданий.
Тяжке становище в Псковській губернії. Хліба до нового врожаю ніхто не стане, вже весною можливий голод.
За останні часи при Римскому-Корсакові значну роль грає Баранський. Серед різних безплодних суперечок про монархизм і т.д. спинились на думці заснувати торговельне предприємство на киталт комісійної контори. Мета його – здобути гроші і досягти, коли можливо, об'єднання правих. Тепер саме турбується довго відсутністю Тальберга, болить, що на півдні він улантуює власний центр і відокремиться від тутешніх правих. Хотять зробити все, щоб викликати Тальберга назад.
Серед польських впливових торговельних кол помічається тенденція до зближення з Німеччиною. З самою Францією, як прийшли до висновку, залишитись тяжко.
Азаревич іде до Парижу наче б то на постійне життя; очевидно його викликав Бурцев, котрий тепер, з приїздом Вахматова грає там значну роль. В місці черв. Хреста Йдуть чутки що через особисті відносини з бар. Ерангелем, Гучков добеться щоб
- 2 -
Йому не дали громових засобів.
Серед росіян все сільсь і більш помічається настрій примирення з большевиками. Агітація Станкевича дала результати. Наприклад новий співвидавець і фактичний редактор газети "Голос Росії" Кримов, заявив що: 1) необхідно признавати совітську владу тим більш, що хоч коли й предст. вники жулики, то не кращі ж і пра- ві; 2) треба бути з жидами; крім того очевидна увага Кримова до Станкевича і навіть його секретаря Гуля, співробітника газети "Голос Росії".
В газетах була замітка, що Шліппе не дістане допомоги асигновання на біженців, це полягається перешкодою з боку Фран- цузів, котрі висловлюються проти приличних умов російських біжен- ців в Німеччині.
По даним освідомлення Кримов має звязок з Англійцями.
Приїзди з Росії помічають там: силу влади, через що внутрішній переворот не можливий; апатія, а також вдібність у на- селення до пристосоввання до нового порядку, релігійне почуття, дальші прояви терору, надзвичайно розвинений догляд за всіма, включ- чаючи чужинців, упавання за представниками "інтернаціоналу" який в суті є мотлохом Європи та дальші стремління до знищення великої праці, хоч би дрібно кустарної. Антисемитизм ніби то зменшився під впливом зненаовисти до Поляків та Латишів, котрих є багато на різних посадах. В процентом у відношенню Латишів в Чека 50%, у військовому відомстві - 30%; Жидів в Чека - 2%, у війську- 20%; 3-4%, за те в торговельних та господарських совітських установах їх не менше 50%.
Підради та дрібні торговельні справи приватних осіб
- 3 -
дуже розвинені. В цій області в Москві значною фігурою є Фін-
кельштейн. Армія, в суті, змішані банди, білих, червоних та ніляких
(включаючи бувш. добровольців). Засоби для піддержання боєздат-
ності армії виключно жорстокі, особливо в цім напрямі виявив се-
бе перший помічник Троцького катеринославський вид Розенгольц,
котрий завідує воєпревтрибуналами та політкомами. Його ненави-
дять за виключно нелюдську жорстокість навіть у власній родині.
Політично побіда залишилась за лівими комуністами.
Стокоз сиджується влітні в коло журналістів та
артистів. У Дроздова пропонував дістати грошей на видання газе-
ти, - артистці Потоцькій, допомогу грішми для улаштування теат-
ру. Його мають за дуже негативну особу.
Полтавець-Острянинця котрий повернувся недавно до Бер-
ліну, переказував що був у Лейпцигу. Михені зустрічався з гене-
ралом Людендорфом; казав що слід працювати з правими і що з Ман-
хена іде монархія.
Помічається очевидна перевага яку роблять тутешні офі-
ціальні большевики (значні урядовці) російським монархистам в
порівнянню з с.р. та с.д. Особливо охоче приймаються цирі по пе-
реконанням офіцери котрі "з голоду" просльтсься до червоної армії.
С.р. особливо ненавидять; так висловлювали злобу на те, що спів-
робітнику "Вели Россії" дозволили обхати табори інтернованих,
а він зайнявся пропагандою с.р. ідей.
У Фрідліба є значні звязки з тутешніми російськими ко-
муністами. Цими даними у нього обідав ком. Маковський.
Один з значних совітських урядовців (Файнштейн) вислов
дав свою думку з приводу бажання російських емігрантів верта-
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тись додому. Він заявив, що війм будуть давати волю жити в Росії, але не пустять ні "графів, ні князів", котрі своїм бажанням дістати назад свої маєтки, внесуть замішання в новий склад російського життя. Росія об'їдеться без приватної торгівлі, тепер трудно боротись з селянством, але можливо. Військові — вей боли шевики — включаччи і армію Євангелля. Також буде заборонено поворот до Росії середньої інтелігенції себ то очевидно с.р.та о.д. переконань. Незадоволення німцями за їх відношення до інтернованих триває далі.
Прилакаючі з Польщі дуже сумно відзивавться про Польщу. Відомі націоналісти висловлюються кронично, що готові вмерти за рідний край, готові віддати за нього останню сорочку, але не жити там, бо немає ніякого порядку і Польща цілком не робить бракиння державного організму.
Одначе большевики незадоволені результатами свої пропаганди в Польщі; не зважаючи на успіх агітації серед залишників вони не бачуть проте загальних результатів.
Становище в Совєднії, особливо в Петрограді та його околицях стає безнадійним. Тимчасове поліпшення минулося. Нині — майже цілковите припинення залізничного руху, Петербург відріза-ний від світу, не знає що робиться навіть в Царському, в Кронштадті та Петергофі. Все це може рухатися — біжить або на село, або під страхом смерти, просяче етекти за кордон. Терор, по недовгим ослабленню, знов вицінився.
Командировані до Чека кристи за послаблення "ворогам революції" почали загинули, почали переміщені до спеціальних відділів для боротьби з карними злочинствами. Петербург знав у владі чужоземних чекистів, Китайців, Латишів та інш.
Агентурі відомо, що до всіх закордонних відділів і представництв большевиків розіслано нинченаведений наказ за під
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писом голови В.Ч.К. Дзержинского: "для ліквідації в корні повстань та змов, роблених чужосторонніми агентами на території Сов.Росії пропонується: 1) реєстрація цілого "сілого" елементу, окремо на районах для збільшення кількості заложників в числа їх рідні; 2) особливо сліджувати за тими, хто займає відповідальні місця в Сов.Росії, втік закордон і зрадив совіт.влади. Ця категорія безумовно підлежить знищенню при першій змозі; 3) терористичні акти над найбільш видатними антибольшевицькими діячами за кордоном; 4) улаштування бойових відділів; 5) організація фіктивних білогвардійських груп з метою вияснення їх агентури на території Росії.
Рейх був екстренно викликаний до Москви і вже поїхав.
По відомостям німецьких промислових кол. Копп до Берліну не вернеться. Називати заступником його брата Красіна, хоть йому стоїть на перешкоді незнання німецької мови. З других відомостей Коппа заступить будиний полковник російської служби.
Служачий з місії Коппа Лурс веде широке питання, видаває великі суми; в нічних локалях і серед мінор акт туди ходять він вербує агентів котрим доручає або ведення большевицької агітації, або пропонує їм входити в звязок з представниками та членами білих організацій в Німеччині, німецьких та російських. Особливим завданням їх - освітлювання Місії Антанти.
Генерал Краснов іде на кілька тижнів до Баварії.
Бувший офіцер Іванайловського полку Ал.Хомутов служить в англійській розвідці у Вартіга; думати, що одночасно Хомутов дає відомості німцям про англійців.
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По самим точним відомостям і наперекір даним з га-
зет, армія Врангеля в коріні деморалізована; як що у неї ще є
бажання битись, то у всякім разі не з большевиками а з Француза-
ми, котрих вона ненавидить. Французи цілком роздягли армію, за-
брали навіть білизну, бо ціла обмундіровка була французька.
Разом з Коппом ждуть представника Радянської України
- Мануйльського.
Від російської секції на Штутгартський з'їзд були ко-
мандіровані: Смірнов, Рабинович, Каган, Носков і Раухер. Радянсь-
ким українцям відмовили під предлогом, що з них немає достаточ-
ної кількості членів переговори з цього приводу вів особисто
Вардах.
Видавництво "Скифи" спеціяльно залучає емігрантів
інтелігентів на бів большевиків. До розпорядження Федоровсь-
кого спеціяльно асігновані значні суми (мало не 30 міліонів ма-
рок). Починається з запрошення перекладати книжки, потому пропо-
нують готові мвся в Совдепії. Багато вже пішло на цю принаду
і обявили себе "напівкомуністами." Тепер саме звернена особли-
ва увага на офіцерів з табора Вінсдорфа та Бленгорста. Серед
вербовщиків відомі: Лунберг, Тахт, Кречман. Серед журналістів
працюють Когони (чоловік та жінка). В "Скифах" найбільш відан-
Морицин, Крамаренко, Березнев, Ходутев та Кривенко.
В Станиці на Нейконігштрассе 21 спеціяльними агента-
ми вербуються російські офіцери до Литовської Армії. Пропону-
ються вигодні умови служби.
Гросман (Кайзералле192) бувш.співробітник "Голосу
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Роси" нині поступив до бельгійської місії і працює кореспондентом в "Московских Известиях"; брат його членом російської секції їздить по Німеччині і контролює і керує пропагандою.
В жидівських берлінських колах цілком певно говориться про майбутній швидкий кінець бельгівцького режиму в Росії. Одною з признак є втікання звідти родин комісарів, котрому на- че б то сприяє совітський уряд.
Орлов увійшов в тісніший звязок з полковником Кру- зенштерном, збирається разом з ним видавати політичні бюлетені. Необхідні матеріали він діставатиме переважно від Голмстена; найближчим співробітником Орлова є поручник Петров бувший член Місії ген. Никифорова.
В таборах/ серед офіцерів росте бажання повертатись до Росії. Люде цілком зневірились в можливості зміни, умови їх життя дуже таксні. Скаржуться на військові делегації та Червоний Хрест, котрі нічого для таборів не роблять.
24.II.21. Копія даних з розвідки генерала Голмстена:
"з авторитетних джерел в Берліні є відомості що совітська вла- да розробила детальний план наступу на Індію. Операції будуть ведені в двох напрямках: 1) з Туркестану через Афганістан на Бе- луджистан і 2) через Персію з Тегерану по старим перським вій- ськовим шляху також до кордонів Белуджистану звідки будуть від- крити плахи на Індію. Комбіновано акцією двох армій вдасться, певне, відрізати британські війська в Белуджистані від їх-навих ньої окупуної бази та від моря. Як би з політичних міркувань цей наступ був би визнаним потрібним - для його здійснення бу- де досить тих військ які тепер стоять в кількості 400 (???) ти- сяч в Туркестані, бо місцеве мусульманське населення ставиться безумовно прихильно до росіян. Треба лише забезпечити його збро-
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ер та апровізацією."
Помічається тісний зв'язок між розвідкою ген. Голи-
стена та редакцією газети "Руль".
Три слідуючі документи були на розгляданню:
I.з Москви на ім'я"вербованого відділу російської секції".Ре-
комендується: 1)посилати в Совдепію людей свідомих, 2)влях по-
винен йти через Литву, 3)необхідно довести комплет червоних
німецьких військ в Росії з 8-40 тисяч, 4)слід посилати певні
елементи з самої Німеччини, щоб вони відповідно темно малюва-
ли положення в Німеччині. Замість інтернаціональних груп, по-
чалося формування національних, з 2-гої половини листопаду
1920 р. В німецькі кадри ввійшли: колоністи з інших військо-
вих частин, бувші полонені, комуністи що приїздять з Німеччини.
Аксельроду вдалося налагодити шляхи одправки через Литву.
II.Про торговельні операції закордонних совєтських
представників. В записці говориться що сум бувших в розпоря-
дження цих агентів на пропаганду не ставало. Величезні на
погляд суми (7 ящиків золота Гілеретид, 50 мільйонів крон Коп-
пу) - ніщо в порівнянню з видатками. Так напр. Гілерсону
прийшлося підтримувати масу організацій не лише в Чехії, але
і в Австрії, а також українські. В червні 20 р. Копп доводив
необхідність спеціальної асігновки для німецьких організацій,
а також скандинавських, державах не сприяючих до ідей мирової
революції; але в Москви порадили розшукувати місцеві джерела.
Так почалася торговельна діяльність представників. Перший по-
чаток дав Красин, котрий запродав англійцям ліс та льон. В Ні-
меччині не вдалися більш менш значні операції, але Коппові по-
щастило продати запаси дрібних фірм, різні товари до запасів
шампану Абрау-Дюрсо. В Італії Водовозов був повстав перше про-
ти визнкування російського народу, але скінчив тим, що запро-
дав бавовну та ліс. Зато стало можливим асігновувати, на бажан-
на Еременського зіаду, на комуністичну пропаганду в Льондоні
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24 тис.Фунтів місячно. Рим постачає гроші на Чехію,Австрія і навіть Ягославію. Обійшлося без грошей з Москви.
Такі самі контори утворились: в Ревелі - Литвінов та Гуковський, в Ризі - Ґанецький, в Ковні - Аксельрод. Совіт- ський уряд санкціонує своїм агентам право вивозу. Записка про- водить думку про незгоду між сов-нар-ком-ами та Ц.П.К.III ін- тернаціоналу,самостійної організації яка працює поза немами совітської влади. Рекомендується асігновання безпосереднье Ц.П. К. певних засобів. Звертається увага на істнування зловживань ни підчас вищезгаданої торговлі,напр. Ґанецький продав англій- ській конторі Кинена на 6 1/2 міл. латвійських рублів,а дав латвійським організаціям тільки 5 міл. Крім того крадуть курь- ери на просторі Нарва-Берлін і тикають з грішми; офіціяльна статиска злодіїв,на 10 душ - 9.
Доглядом на кордоні Чехословаччини установлено пе- реїзд з Праги на Берлін князя Мадатова в жінкою. Звернена ува- га на тотожність цих осіб з бувшими Французьким офіцером тек з жінкою,інструктором в Польщі Петросянуєм. Князь Мадатов їхав до Берліну по італійському пашпорту,а потім на Угорщину в ро- сийськи організації,1 знов до Берліну в армію добровольців.
Взагалі більшість їздять на пашпорти окраїнних дер- жав. Південно-росиЙські Жиди їздять на перські пашпорти. З про- іхавших: С.М і н о р - Париж вія Берлін з наради кооперативів у Времені (?); Ш курка Давид (Відень-Прага-Берлін) совітс- кий курьер,на кордоні всі папери були розглянемі але звернені. Черно в по естонському пашпорті на ім'я Сергієва.
По німецьким даним безумовними агентами большевиків на Кайзералле 80 рахується: генер. Григорев,ротмистр Петров, про останнього непровірені відомості що він у Київі був в шта-
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тах Гетьмана. Є відомості що він грає якусь роль в переговорах
бар. Врангеля з Українцями в питанню про об'єднання діяльності
Черв.Хреста 1 видачі Врангелю 2 міл. марок. По Петрова є пев-
ні відомості,що він агітував за большевизмом серед робітників
в Ерфурті. В частих розмовах Петров все вихвалює совітську вла-
ду. Між іншим він дуже цікавиться (наче б то для Японців) зов-
нішньою торговою большевиків та їхньою пропагандою на Сході. Ду-
мають,що його завдання є переказувати большевикам що про них
говорять інші. Далі під підозрінням стоїть капіт. Степанов(при-
їхав з Фрейбергом) та Гаусман (цілком неймовірно).
Люде що знали близько на фронти 1 в Ризі генер.Григо-
рева (військов.експерта),говорять,що він дуже неурівноважена,на-
віть ненормальна людина,яку нібито щось мучить. Його мають за
непереконаного большевика. Раа в розмові в тісному колі,Григо-
рев сказав,що будуче Росії: "царь і народ". Розум у Григорєва
обмежений.
Гучков грає в Парижі значну роль завдяки близькості
до Бахметева.
По відомостям з місці Черв.Хреста - певне розвідка
генер. Голмстена - був документ з поглядами большевиків на не-
обхідність тісного звязку з організаціями,хоч і сторонніми але
безумовно корисними для справи,напр. "Мир і труд" органи преси
"Голос Росії" та іншчі.
Потверджується належність Кримова до вищої англійської
агентури. Він заявив,що істнування "Голосу Росії" як газети чис-
то комерційної,цілком забезпечено,тоді як іншчі,і тут в Парижу
пропадуть. На газету у нього 500 тисяч марок,на таку суму він
купив дім у Англії. Крім того він хоче видавати журнал,на котрий
як каже сам,має 1 міл. марок. Знов збирається їхати до Лондону
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на 10 днів. Кримов дуже цікавиться деякими емігрантами, напр.
графинею Клейнміхель. Він якоюсь сказав, що Німці знов оподівають-
ся поселити 11 в Росії, але це ім не вдасться. На пропозицію
діставати иноді інформації для "Голосу" через Бартельса, Кримов
дуже розсердився і сказав, що Бартельс - голова німецької роз-
відки і що у нього служать бувші "російські прокурори".
З німецьких джерел - відновилася діяльність Бюженена,
центр 11 - Рим, де він у зв'язку з частинов російського товарист-
ва (салон кн. Юсупової). Мета - зближення з росіянами, щоб впли-
вати на Росію. Позалі найбільш небезпечне німецько-російське
зближення, то в Німеччині вже є агенти Бюженена. Засоби у нього
значні. До Берліну приїхав один з головних його агентів, з відо-
ми ми російським привідом.
Мосолов займається політикою: недавно показував ні-
мецьку зводку розміщення червоної армії на фронті.
З німецьких солідних джерел - в Росії, в селянських
колах, висувається комісар Антонов, він був військовим кореспон-
дентом з початку війни в "Русскому Слові" і не вважався таланови-
тим. На фронті попав до генер. Потапова, належав до с.д.меньше-
винків, але після перевороту став большевиком.
Недавно в Берліні читав лекцію на тему: "Кому буде на-
лежати влада в Росії", один Дюшен, агент провокатор брльшевиків,
в Росії робив провокаційні повстання селян.
Організація Центр-Союз кооперативів знищила больше-
вицька організація "Аркос" в Англії, на чолі її Росіляне - Сос-
лов, чоловік Лененої, відом. діячки кооперативної, др Стеннє-Штеп-
цель, він сам тепер в Берліні.
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Французи тут цікавляться одною пані Бернговер, Існер-
штрасе 5¹, вона пропонувала ім давати відомості про Українців і
Росіян.
Їх також цікавить Сагатий польський Кид Тобольський, Йо-
го підозрівають як бельгевика.
Посередником між німецькими комуністами та Леніним
в Москві служить один Менн. Цим днам він приїздить до Берліну,
в Євро для вербовки агентів, кур'єрів, росітників Німців і т.д.
На думку Брейтмана, видавця газети "Время" в будучому
в Росії переможуть Англійці. Тоді на Україні знов буде влада Пот-
лерик Брєйтман дістане тоді відкодування за зруйнований в Києві
театр та газету.
По відомостям агентури Антанта працює для розколу і
провокації різних російських організацій, щоб заважати об'єднанню
з Німцями.
Урядовець з Поліцай-презідіум Нелер, Кармен-Сільванстра-
се 10, постачає бельгевикам документи на від 1 виїзд з Німеччини.
В загальній політиці Литва-Польща Французи прислухують-
ся до голосу бувшого уряду (Ічас, Сметона та інш.), котрий інтригує
проти нинішнього. Німців підозрівають в праці для різних пере-
шкод до зближення між Литовцями та Поляками. Останні виведуть з
Вільни війська для концентрації на німецьким кордоні.
З місяць тому назад Німеччина ніби то дала Литві позич-
ку на 100 мл. марок. Щодо промисловості, то Німці захопили ліс-
не діло і льон; їхній агент для скуповування льону, Сегалович, сидить
у Іемелю. Гроші на Литві є, Киди зробили таємний збор, кілька мл.
марок, спеціально на боротьбу Литви проти Поляків. Між Литвою і
Німцями існує таємний договір, один з пунктів котрого передбачає
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на випадок наступу Поляків на Шевсь - зобов'язання Литви пропу-
стити німецькі війська для сполучення з бойовиками щоб уда-
рити на Польщу зі Сходу. У майора Лізера, устрій добре працює на
Литві з метою псувати Французам, помічниками є Бремер і сар.Ноле-
де. Останній належить до організації Оргеша, сам читав в Берліні
у військовому міністерстві телеграму військового міністра до
литовського військового міністра з вказівкою на вищенаведений
punkt договору.
З Німеччини іде систематично зброя на Литву. Днів 10-
12 тому назад, коло Столупина зелена поліція затримала два гру-
зовики з кулеметами і ручними гранатами. Нерозведених будь-яких
військових в Владиславові та Врубургом є вузько-
колійна лінія; по ній транспортується легкі і важкі гармати та зброя. При відступленню з Шавель, Німці лишили там важкі гарма-
ти, знешки з них замки, котрі були в Кенігсбергу у одного лейт.
Другокотського. Побувавши в Ковні він замки продав Литві. Тепер
дони також таємно переправляються.
В другій половині січня в Гамбурзі, розпорядженням рус-
кої секції, була улаштована лекція, на якому діяла запровення
нісцева комуністична партія. Читав екінчний школу арітатор
Трошинський (в Москві). При повній аудиторії він сказав слідую-
че:
"Комуністична партія в Росії, до захвата влади, склада-
лась з чесних людей, котрі боролись тільки за ідею, а не мали нія-
ких особистих інтересів. Після захвату влади, в партії стали про-
лазити люди, хоч по переконанням і комуністи, але не забули ста-
рих буржуазних звичок. За цей час партія в Росії збільшилась до
кілька сот тисяч, а на цілій земній кулі до ІІІ Інтернаціоналу
приєднались міліони, проте сила і вплив партії не збільшились,
навпаки впали.
Влада стала неправильно збудованою, система не
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придається до практичного життя, наслідком чого настала цілковита економічна руїна. Партія розкололась на два табори, котрі ведуть запеклу боротьбу за владу і можна однє сказати, що влада в Росії, сістема і навіть сама партія хорі. Хороша серйозна і може зруйнувати многолітню працю ідейних комуністів. Ви тут, за кордоном це не заслабли на цю хоробу, тому я кличу вас всіма силами боротись за оздоровлення партії." Наведене тут зробило гнітюче вражіння; дебатів не було; присутні на лекції російські представники пробували говорити, щоб урятувати становище, але Німці не допустели, залевши це живучи роками в Німеччині, вони знають не більше самих Німців, тоді як тов. Пронинський тільки що приїхав з Росії. Агентура повідомивши про вищезгадане подає низенаведений документ, взятий з канцелярії місії Коша.
Копія.
Веролінськ. Відділ
Всеросійск. Чрезв.
Комісії.
До Голови
Всеросійск. Чрезв.
Комісії, Комисар Закорд. Справ відділ пропаганди.
Подарчи при цьому доклад тов. Пронинського, просимо наперед особливо звертати увагу на товаришів, котрих посилать для такої серйозної справи. Тов. Пронинський сказав промову, котру міг сказати тільки самий завзятий контр-революціонер. Вражіння на слухачів зона зробила саме гнітюче.
ГОЛОВА:
Підписи: СЕКРЕТАРЬ:
(Копія без підписів.)
По другому документу з совітських джерел видно, що Сов-деніл активно готується до походу. Подавається пункти формувань:
Луга, Гатчина, Ямбург - німці; Полоцк - Поляки; Мінськ Орша - Білоруси; Імеринка - Українці; Сизрань - резервний угорський кор
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Торговельні справи з більшевиками припинені до ціл-
ковитого розрахунку останніх по старим замовленням.
При складі совітської місії (торговельної) є намір
виділити спеціальну делегацію для Баварії. Переговори про це
з баварським урядом вестиме Копп або його заступник.
Агентами Федоровського для вербовки емігрантської ін-
телігенції для Совдепі є: для студентської молоді: Роман Руль,
Цинкін і Аш. Перший працює в більшевицькій газеті "Новий Мир"
як постійний співробітник і ніякими допомогами від більшевиків
не користується, щиро вірочи в необхідність примирення з совітсь-
кою владою. Цинкін й та Аш - платні агенти.
По відомостям з совітських джерел, з банкірською кон-
торою О.Маркевич, більшевики почали переговори про депонацію або
залог золотого запасу котрий лежить в Швейції, щоб дістати німець-
ку валюту. Частину цього фонду буде перевезено до Чехії. Є чут-
ки, що згадана банкірська контора прийдала в Совдепії кілька кон-
цесій - право експлуатації котрих Маркевич уже перепродує від
себе.
По відомостям більшевицьких кур'єрів (Кречмана та ін.)
що недавно приїхали з Москви, зорожена між Троцьким та правими
комуністами досягла небувалих розмірів, виключаючи всякку можли-
вість згоди. Справедливість своїх вимог про мілітаризацію пред-
приємств, Троцький опирає на руїн транспорту. В совітських ко-
лах з певністю говорять про саботаж Троцьким всіх заходів до по-
ліпшення транспорту. В залазку в цим робляться екстренні заходи
до скликання 10-го з'їзду Совітів та Конгресу III.Інтернаціоналу.
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Наслідком ліквідації комуністичної організації, головним чином в Стендалі, розірвався зв'язок між комуністичними клітинами та російською секцією, а це повело за собою припинення спільної праці. З огляду на це в одному з останніх засідань російської секції було постановлено скласти обов'язок для відбування вище-згаданого зв'язку на якогось Добримана.
Агентура помічає розвинення антисемітизму серед робітників Берліну.
По ініціативі Герінга торік на його ім'я було виято болєшевиками на Шарлотенштрассе 71, де працював Копп до їх офіціального відкриття місця, в Груневальді на Каапар Тейлентрасе 18 і їм винайшли два помешкання одно для схову таємних справ Копп-повської місії, друге як "притулок" для Кеппа на випадок несподіванки.
Співробітниця газети "Время" Маркович - болєшевицька агентка і особисто знайома з Коппом.
Серед осіб столичних в розпорядженню Федоровського уста- новлено слідуючих: Саранов, Ладовников, і Пачко.
До Берліну приїхали слідуючі болєшевицькі агенти: Мойсей Гіпсбург, бувши співробітник київського Чека і Гаврил Крупкин. Обидва мають уповноваження для вербовки в Черв. Армію. Гіпсбург опинився на Нівенштрассе 55; Крупкин Нейкеніґштрассе 21.
ДИПЛОМАТИЧНИЙ ВІДДІЛ
ПОСОЛЬСТВА УКРАЇНЬСЬКОЇ НАРОДНОЇ
РЕСПУБЛІКИ В НІМЕЧЧИНІ.
№ 140
AUSZUG AUS BÖLSCHEWISTISCHEN ZEITUNGEN.
den 11. März 1921.
„Ekonomitscheskaja Shisn“ vom 1.Februar.
Trotzki veröffentlicht ein Dekret an alle politischen Abteilungen der roten Armee und Flotte, an alle Gouvernementskomitees und Bezirksbüros mit folgendem Inhalt:
Die in letzter Zeit vor sich gehende Entlassung von Mannschaften aus der Armee mit unbeschränktem Urlaub geschieht hauptsächlich zu dem Zwecke, die Qualität der Armee zu verbessern, dabei aber die Stärke der Armee herabzusetzen. Daher ist die Entlassung nicht auf Kommunisten und politische Arbeiter ausgedacht worden, welche durch Partei und professionelle Mobilisationen einberufen würden.
Um den augenblicklichen Stillstand an den Fronten auszunutzen hat das Zentralkomitee der russischen kommunistischen Partei befohlen eine Reihe von Arbeitern aus der Armee zu ver- schiedenen wirtschaftlichen Arbeiten abzukommandieren. Viele dieser abkommandierten Kommunisten sind aber von ihrem Kommando nicht zurückgekehrt und bleiben dort über die befohlene Zeit hinaus. Auf diese Weise wird der allgemeine Plan der Verteilung von Partei- kräften umgestossen, und es ist schwierig eine neue Verteilung der Kräfte vorzunehmen.
Weiterhin wird ersucht sofort alle noch nicht zu ihren Truppenteilen zurückgekehrte Kommunisten unverzüglich zu denselben in Warsch zu setzen.
„Petr. Prawda“ vom 22.2.21.
Am 21.Februar fand in Petersburg eine Sitzung der militärischen Sektion des Petersburger Rats unter Beisein der Kommandeure und Kommissare der Roten Armee und Flotte statt. Zunächst wurde darüber Vortrag gehalten, dass die Rote Armee schlecht ernährt werde, weil nicht genügend Lebensmittel eingetroffen seien. Das Präsidium der militärischen Sektion beschloss darauf auf Militärpersonen auf die Knotenpunkte der Eisenbahnen zu entsenden, um die für die Rote Armee bestimmten Marschroutenzüge mit Verpflegung in Empfang zu nehmen und schneller an die Bestimmungs- orte weiterzuschicken.
Fernerhin wurde über den Mangel an Heizmaterial bei den Truppenteilen der Roten Armee geklagt, In den nächsten Tagen sollte aber Holz von der Irinowka Eisenbahnlinie, ebenso von den Stationen Mge und Pergolowo eintreffen.
Das Petersburger Zentralkomitee hielt am 21.Februar eine Sitzung ab, auf welcher die Lage der Eisenbahnen erörtert
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wurde. Am besten funktionieren noch 2 Eisenbahnen und zwar die Linie Petersburg-Murmansk und Moskau-Kasan. Die übrigen Eisenbahnen existieren von dem wenigen Holz, welches an den Eisenbahnstationen abgeliefert wird. So sind viele Züge nur auf einige Stunden mit Brennstoff versorgt.
Besonders schlimm ist die Lage auf der Linie Moskau-Kursk, deren Lokomotiven mit Naphta geheizt werden. Ferner sind die Linien des Donezbains äusserst schlecht daran. Dort verkehren täglich nur 1 bis 2 Züge auf jeder Strecke. Weiterhin leiden alle Süd-, Südwest- und Nikolai-bahnen an Heizmaterialmangel. Letztere forderte am 20.Februar unverzüglich 30 Wagons Holz, sonst müsste sie ihren Betrieb einstellen.
Die Verladung von Nachtalheizmaterial geht äusserst langsam von statten, 40% der Anforderungen werden etwa geliefert. In Petrowsk und Nishnij sind keine Zisternen mehr vorhanden, daher droht die Zufuhr von dort vollständig ins Stocken zu geraten.
Im Gouvernement Tomsk laufen beunruhigende Nachrichten ein, dort haben viele Eisenbahnen ihren Betrieb wegen Banditenunwesens eingestellt.
Wegen Heizmaterialmangel hat der Eisenbahnbetrieb auf einer Strecke von 4.500 Werst eingestellt werden müssen.
Während des Januars trafen in Petersburg anstatt 14.747 Wagons Heizmaterial nur 7.382 Wagons ein.
In Murmansk trafen 9 norwegische Schiffe mit 20 000 Tonnes amerikanischer Kohle ein. 3 Schiffe haben schon ihre Ladung gelöscht, davon sind 2 wieder abgefahren. Das dritte Schiff wird mit 900 Standard Holz beladen, das für England bestimmt ist. Im ganzen trafen in Murmansk 8 norwegische Dampfer mit Kohle ein. Im Laufe von 8 Tagen wurden in Murmansk 200 Wagons mit Kohle beladen und nach Petersburg abgesandt.
Auf einer Sitzung der Leiter von Agitationsabteilungen am 21.Februar wurde über die Heizmaterialfrage gesprochen. Dabei erklärte der Genosse Rudokoff, dass di Petersburger Industrie mit Holzbrennstoffen nicht auskäme und daher 18 Millionen Pud Steinkohle im Auslande bestellt wären.
Petersburg erwartet im Februar 300 000 Pud amerikanische Kohle, welche aus Murmansk abtransportiert werden soll.
Am 20.Februar trafen in Petersburg 2 Marschroutenzüge mit Naphta aus Grosnij ein. Die Züge führten 47 Zisternen Naphta mit sich.
Die norwegische Aktiengesellschaft E.Ganewik ist an das Kommissariat für Volkswirtschaft herangetreten und wünscht Konzessionen auf den Bau des Grossen Nördlichen Weges und auf die Exploration der anliegenden grossen Waldgebiete zu haben. Diese Aktiengesellschaft ist extra zu diesem Zwecke gegründet worden; mit der Gesellschaft zusammen arbeitet ein gewisser Borisow. Die Gesellschaft schlägt den Bau einer Eisenbahnlinie von Flusse Ob in Richtung auf Kotlas bis zur Station Ssoroka vor, eine Strecke von Kot-
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las bis Swanka oder Petersburg; die nördliche Eisenbahnlinie (Peterburg - Perm) mit Zweigen nach Nadeschdinsk, nach Welikij Ustjug und nach Troizk-Petscherak über Tscherdynj bis zur Station Ssolewaria soll weiter ausgebaut werden. Alle anliegenden Waldgebiete sollen durch die Gesellschaft exploitiert und das Holz abtransportiert werden. Schon im Jahre 1917 wandte sich diese Gesellschaft an die damalige zarische Regierung, welche diesen Vorschlag billigte. Der Rat der Volkskommissare hat nun eine Kommission gebildet zu welcher die Genossen Kras in, Fomin, Golfabr und Lomoff gehören. Es soll beraten werden, ob die Konzessionen in dieser Weise gegeben werden können und welche Garantien die Konzessionäre stellen können.
„Petr. Prawda“ 23.2.21.
Der 23.Februar ist der dritte Jahrestag des Bestehens der Roten Armee. Die Zeitung bringt lange Artikel über die Tätigkeit der Roten Armee innerhalb der drei letzten Jahre und über den Mut und die Standhaftigkeit der Mannschaften. In den Theatern waren Extravorstelungen für Rotarmeesoldaten.
Die Lage auf den Nordwesteisenbahnen hat sich in den letzten Tagen erheblich gebessert. Täglich trafen in den Lagern dieser Bahnen in Petersburg bis 1 000 Kubikmeter Holz ein.
Von 1.Bis 20.Februar trafen in Petersburg 61 Waggons amerikanischer Kohle aus Murmansk ein. 41 Waggons davon erhielt die Petersburger Industrie, 20 Waggons die Flotte.
Am 18.Februar traf in Moskau Ali-Fuat-Pascha als Gesandter der türkischen Nationalversammlung ein. Er hatte eine Anzahl Abgeordnete der Nationalversammlung mit.
Denselben Tag traf eine Delegation der armenischen und Aserbeidhanschen Sowjetregierung ein.
Der Chef der Importabteilung Sowjetrusslands sprach sich folgendermassen über den Aussehenhandel Russlands aus:
Die Handelsverbindungen Russlands wurden 1918 unterbrochen. Die erste Handelsmöglichkeit trat nach dem Friedensschluss mit Estland ein. Nach diesem Frieden hatten wir die Möglichkeit, mit Kaufleuten aller Länder in Beziehungen zu treten. Nach der Handelsblockade trat jetzt jedoch die Blockade des russischen Goldes ein. Denn es ist äusserst schwer, das russische Gold in andere Valutas einzuzwechseln, da die grossen Banken Westeuropas das russische Geld und Gold boykottieren. Daher muss man sich oft an Privatpersonen wenden, wobei das Gold aber nicht so gut bezahlt wird, wie auf den Banken. Die günstigsten Einkäufe wurden in Deutschland gemacht. Die deutschen Waren wurden um 40% billiger als die englischen und um 70% billiger als die schwedischen Waren eingekauft.
Wir haben dauernde Verbindungen mit den Firmen Schwedens, Dänemarks, Englands und Tschecho-Slowakiens. Trotzdem Frankreich so sehr gegen uns ist, so konnte es sich doch nicht enthalten, mit uns Handelsbeziehungen anzuknüpfen. Die französischen Firmen machten uns mehrere Male durch drei Personen Vorschläge über Ankauf verschiedener Waren, sogar von Kriegsmaterial. Frankreich hat uns bis jetzt eine grosse Menge Tuch und Hülsenpapier geliefert. In kürzester Zeit hoffen wir die freie Tonnage Italiens zum Abtransport von Waren des Ostens zu benutzen. Bei Wladivostok sind grosse Warenmengen angehäuft, Heeresausrüstungen, Maschinen u.s.w. Ein Teil da-
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von wurde allerdings von Koltschak, Semenoff und Chorwat verkauft.
Der Rest ist jedoch noch recht gross. Die Wladiwostoker Regierung stellte wegen des Abtransports dieser Waren keine Hindernisse in den Weg; kürzlich wurde eine grosse Menge Thee und Stacheldraht unter Eschecho-slowakischer Flagge nach Triest gebracht und dort verkauft.
Bisher wurden die Waren eigentlich nur zufällig gekauft und zwar durch Spekulanten verschiedener Länder. Jetzt sind wir so weit, dass das Volkskommissariat des Innenhandels die Einkäufe nach einer Plan regelt. Uns sind die Märkte Englands und Amerikas wichtig, da diese Länder uns Maschinen und alles Nötige für elektrische Ausrüstung geben können.
Auf einer Sitzung des Naphtakomitees sprach sich der Chef der Rjasan-Ural Eisenbahn folgendermassen über den Naphtaabtransport aus Busanj aus:
Die Hauptschwierigkeit zum regelmässigen Naphtatransport liegt in dem Mangel an Lokomotiven und Zisternen. Grosnij allein braucht 20 Lokomotiven zum Abtransport der Zisternen, hat jedoch nur 9 zur Verfügung. Auf diese Weise haben sich in Grosnij allmählich 500 Zisternen angesammelt, die nicht weggebracht werden können
Das Exekutivkomitee des Petersburger Sowjets debattierte über die Heizmaterialfrage. Genosse Rudakoff berichtete, dass im Jahre 1920 1½ mal mehr Heizmaterial in Petersburg eingetroffen ist als 1919 und zwar trafen 1920 54 930 000 Pud Kohle ein. Im Jahre 1921 soll Petersburg auf dem Wasserwege 130 000 Kubikfaden Holz erhalten, und zwar ist diese Menge um 95 000 Kubikfaden weniger als 1920. Per Eisenbahn sollen 155 000 Kubikkaschen Holz eintreffen, ausserdem 3 Millionen Pud Torf und 1½ Millionen Pud Kohle. Durch Niederreissen von Häusern und Verbrauch alter Holzbaracken rechnet man auf weitere 15 000 Kubikkaschen Brennholz. Der Naphtatransport soll bis auf 2¼Millionen Pud gesteigert werden.
"Petr. Prawda" vom 24.2.21.
Murmansk, 22.Februar. Die 5 norwegischen Dampfer haben ihre Ladung in Höhe von 20 000 Tonns amerikanischer Kohle gelöscht.Trotz heftiger Stürme und grosser Kälte ging die Lösung schnell von statt.
Am 22.Februar trafen in Jamburg 18 Waggons mit englischen Tuch, 13 Waggons mit landwirtschaftlichen Maschinen aus Deutschland, 5 Waggons mit 4 431 Pud Kastoröl aus Belgien, 4 Waggons mit 3 400 Pud Papier aus Oskarham und 540 Pud verschiedener Waren aus Schweden ein.
In Noworossijsk traf der Dampfer "Lucie" unter französischer und estnischer Flagge mit verschiedenen Waren ein.
"Petr. Prawda" v. 25.2.21.
Über den Handel Sowjetrusslands mit Italien schreibt die Zeitung folgendes:
Vor kurzem ist eine Kommission zusammengestreten, welche die Möglichkeit eines Warenaustausches zwischen Russland und Italien erörterte. Vor dem Kriege führte Russland hauptsächlich Weizen und Holz nach Italien aus, importierte dagegen aus Italien Rohseide, Textilwaren, Früchte, Automobile und elektrische Ausrüstungen. Jetzt würde Italien auch noch landwirtschaftliche Maschinen und elektrische Artikel zur Elektrofizierung der russischen Bahnen liefern können, da Italien im Bezug auf Elektrofizierung des Eisenbahnwesens an erster Stelle steht. Weiterhin könnte Italien noch chemische und pharmazeutische Produkte liefern, an Lebensmitteln Reis, Pflanzenbut-ter, Konserven, Kaffee u.s.w. Die Kommission kam zu dem Beschluss,
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das die Wiedereinrichtung der Handelsbeziehungen mit Italien von
größter Wichtigkeit sei und dass in beiden Ländern die Voraus-
setzungen dazu vorhanden seien (was Russland jetzt liefern kann,
ist allerdings nicht erwähnt.) Bisher arbeitete Deutschland die Ver-
mittlerrolle zwischen Russland und Italien. Deutschland versorgte
Russland mit italienischen Waren, welche es als seine eigenen
Waren ausgab. Diese Vermittlerschaft war aber weder für Russland
noch für Italien nutzbringend.
Die Zeitung veröffentlicht den Befehl des Verteidigungs-
rats über Verhängung des Kriegszustandes über den Petersburger
befestigten Rayon. Jeglicher Verkehr nach 11 Uhr abends ist ver-
boten. Meetings, Ansammlungen und Versammlungen sowohl unter frei-
em Himmel, als in geschlossenen Lokalen sind ohne die zuständige
Erlaubnis gleichfalls verboten.
"Krasnaja Gazeta" vom 25.2.21.
Im Januar und in den ersten 7 Tagen des Februars 1921 wur-
den durch Luftpostverbindungen zwischen Charkow, Cherson, Kiew und
Simferopol 1000 Pakete befördert. Es wurden im Ganzen 16 Flüge
unternommen. Außerdem sind die militärischen Flieger zu den en
Flügen hinzugezogen worden und haben bisher auf diese Weise 15000
Telegramme und Pakete befördert.
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Ekonomitscheskaja Shien vom 22.1.21, 30.1. und 1.2. 21.
Lage der Bauindustrie in Sowjetrussland.
Die Zementindustrie hat am wenigsten von allen Industrien gelitten. Bis zum Kriege machte sich schon die Tendenz bemerkbar, alle Zementunternehmungen zu einem mächtigen Trust zusammenzuschliessen. Die Zementfabriken waren besonders gut mit technischen Mitteln ausgerüstet. Die Maschinen der Fabriken haben in den drei letzten Jahren keinen Schaden gelitten, die qualifizierten Arbeiter jedoch haben sich allmählich verstreut. Erst im Mai des Jahres 1920 begann nur eine Fabrik wieder mit der Herstellung von Zement und zwar wurden im ganzen nur 90 000 Tonnen Zement 1920 hergestellt, das sind 0,5 % der Produktion vor dem Kriege. Vor dem Kriege wurden jährlich 18 Millionen Tonnen Zement hergestellt. Russland gebraucht z.Z. 5 Millionen Tonnen Zement, hat jedoch noch augenblicklich eine alte Reserve von 600 000 Tonnen. Das Produktionsprogramm für 1921 sieht 1 835 000 Tonnen vor, wenn 21 Fabriken in Betrieb gesetzt werden. Die Inbetriebsetzung dieser Fabriken hängt jedoch natürlich nur davon ab, wieviel Heizmaterial die Fabriken erhalten werden.
Schlechter bestellt ist es mit den feuerfesten Materialien und zwar in erster Linie mit feuerfesten Ziegelsteinen. Um die alternotwendigsten Bedürfnisse zu befriedigen sind 30 Millionen Ziegelsteine sofort notwendig (ausser der Ukraine, dem Ural und Sibirien). Die Vorräte früherer Produktionen sind vollständig aufgebraucht worden und das Land lebt von den wenigen Fabriken, die im Rayon Borowitschi Ziegelsteine herstellen. Wenn der Raum Borowitsch in voller Kraft arbeitet, kann er jährlich 21 Millionen feuerfeste Ziegelsteine liefern. Das Produktionsprogramm für 1921 sieht im ganzen 13 Millionen feuerfeste Ziegelsteine vor, von denen 12 Millionen von der Gruppe Borowitschi produziert werden sollen. Die Ausführung des Programms hängt von einer genügenden Gestellung von Arbeitern ab. Wenn die Fabriken in allgemeinen mit Arbeitskräften und Heizmaterial einigermassen genügend ausgerüstet werden können, kann die Ziegelsteinproduktion monatlich auf 1 Million Stück steigen. Augenblicklich werden monatlich 300 bis 350 000 Ziegelsteine produziert.
Mit der Produktion von feuerfesterem Dachmaterial ist es ebenfalls schlecht bestellt. In diesem Industriezweige arbeiten 3 Schieferfabriken, 6 Steinpappe- und Teerfabriken, und 1 Fabrik, welche Karton aus Steinpappe herstellt. Die Fabriken, die Dachmaterialien herstellen, fingen erst im September des vorigen Jahres an zu arbeiten und stellten bis zum Januar d.J. 102 000 Schieferplatten, 27 000 Stück Steinpappe und 2 000 Fässer mit Teermasse her. Laut Produktionsprogramm sollen in Jahre 1921 4 Millionen Schieferplatten, angefertigt werden, 210 000 Stück Steinpappe und 20 000 Fässer Teermasse. Falls diese Menge überhaupt wird hergestellt werden können, so befriedigt sie noch lange nicht die Bedürfnisse des Landes.
Die Ausführung des Programms in Bezug auf Steinpappe und Teermasse hängt in hohem Grade von der Zustellung von Steinkohlenteer und Naphtateer ab. Russland braucht jährlich 800 Millionen Schieferplatten. Hierfür istes durchaus notwendig, dass 32 Schieferfabriken mit einer jährlichen Produktion von 25 Millionen Platten gebaut werden. Augenblicklich ist es natürlich schwer, eine so grosse Anzahl Fabriken zu bauen, doch muss jedenfalls mit dem Bau einer Fabrik angefangen werden, sonst fällt das ganze Bauprogramm zusammen und können nicht einmal die nötigen Häuserreparaturen vorgenommen werden. Im Jahre 1920 wurde in Batraki in Omsk eine kleine Schieferfabrik mit einer jährlichen Produktion von 1 Million Schieferplatten gebaut. Die Ausrüstung der Fabrik, Maschinen und so weiter, wurde in Russland hergestellt. Die Produktion von Bauziegeln war in Russland niemals auf grosse mechanische
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sche Betriebe konzentriert. Die kleinen Hausziegeleien hörten bald
nach der Revolution auf zu arbeiten und wurden in grosser Zahl ver-
nichtet. Vor dem Kriege wurden 2 ½ Milliarden Bauziegel angefertigt,
dieses geschah nur auf eine ganz primitive Weise, daher ist es nötig,
die Ziegelfabrikation gut eingerichteten Fabriken zu übergeben, für
welche die notwendigen Maschinen aus dem Auslande importiert werden
müssen. 1920 wurden 80 Millionen Bauziegel angefertigt, in diesem
Jahr soll die Produktion auf 350 Millionen Stück gesteigert werden.
Der Bedarf an Bauziegeln ist ein ganz enormer. Nur ein einziges Volk
kommissariat hat den Bedarf von 24 Milliarden Bauziegel angemeldet.
Im allgemeinen wird erklärt, dass von irgend welchen gro-
ßen Bauplänen im Jahre 1921 abgesehen wird, und nur die allernotwen-
digen Reparaturen vorgenommen werden sollen. Das systemlose Auf-
bauen während der letzten drei Jahre hat dazu geführt, dass die vor-
handenen Baustoffe auf ganz unnütze Weise verstreut und teilweise ver
nichtet wurden. Und jetzt versucht man sogar Schlösser, Sanatorien
u.s.w. zu bauen, was selbstverständlich ganz ausgeschlossen ist.
Zum Wiederaufbau des Donzbassins, zur Elektrofizierung
Russlands und für einige notwendige Bauten in Moskau hat der Allrus-
sische Rat für Volkswirtschaft grössere Materialmengen bei Seite ge-
stellt, so dass für diese Arbeiten Material vorhanden ist.
Die Versorgung der Ziegeleien mit Brennstoffen ist äus-
serst schwach. Es ist angegeben worden, dass ein Vorrat von 60 000
Kubikmetern vorhanden wäre, doch steht dieses nur auf dem Papier.
Überhaupt können die wenigen Bauten auch nur dann durchgeführt wer-
den, wenn die notwendige Brennstoffmenge herangeschafft werden kann.
Eisenbahnen.
Folgende Tabelle gibt die Zahl der Eisenbahnwaggons an,
welche in den einzelnen Monaten 1920 in Sowjetrussland mit Kohle be-
laden wurden:
Monate: Norm: Tatsächlich verladen: % der Norm.
Januar
Februar
März 19.958 11.761 59.1
April 31.110 10.027 50
Mai 25.724 19.231 75
Juni 27.840 21.037 75.5
Juli 34.470 21.681 62.9
August 51.780 19.280 40
September 43.800 13.361 30.5
Oktober 43.740 10.270 23.6
November 40.800 15.152 37.1
Dezember 37.403 21.272 56.9
335.753 183.031 50
Die Einladung von Kohlen ging also dauernd zurück und er-
reichte im Oktober nur 23,6%; vom November an verstärkte sich die
Arbeit, war aber jedoch nicht irgendwie ausschlaggebend für den Be-
trieb der Eisenbahnen.
Während der einzelnen Monate des Jahres 1920 wurde fol-
gende Waggonzahl mit Holz auf allen Wegen des russischen Eisenbahn-
netzes beladen:
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Monate : Norm: Tatsächlich verladen. % der Norm.
Januar 125.574 ........... 94.085 .................. .75
Februar 114.536 .......... 91.200 .................. .79,6
März 112.575 ............ 108.371 .................. .96,2
April 94.140 ............. 80.820 ................... .85,8
Mai 139.221 .............. 75.001 ................... .68,3
Juni 112.080 .............. 91.877 ................... .81,8
Juli 106.200 .............. 68.548 ................... .64,5
August 115.020 ............ 70.240 ................... .61
September 119.490 .......... 87.545 ................... .73,3
Oktober 120.650 .......... 81.772 ................... .68
November 131.300 ........ 103.520 .................. .78,8
Dezember 139.430 .......... 125.745 .................. .90,2
1.399.410. 1.078.827 77.
Die Höchstleistung erfolgte im März, sonst schwankte die Ausführung des Programms zwischen 60 und 98,2%.
Da sich die Brennstoffkrise weiter ausgedehnt hat, wurden Ende Januar folgende 12 Eisenbahnstrecken geschlossen:
1. Morosowskaja - Zarizyn,
2. Lubny-Kiew,
3. Weluki-Kastornaja -Jelez,
4. Sjebkowipy-Rumennaja-Winnizy,
5. Kalinowa-Cholonewskaja-Berditsew mit einem Zweige nach Szemka,
6. Popelnaja-Skwira,
7. Kolosowka - Wodopoi,
8. Ochotschewka-Kolpnij,
9. Rumennaja-Kalinowka,
10. Kupjansk-Rubeshnaja und Charkow-Kubjanski-Lisaki,
11. Merdowo-Ertil,
12. Sysern-Rjashsk.
Bei der Beurteilung der Versorgung mit Brennstoffen der Bahnen der Moskauer Eisenbahnverwaltung erwies es sich, dass die Zustellung von Brennholz zu den Stationen vollständig hoffnungslos sei, So war die Bahn Moskau-Suchinitzchi der Eisenbahnstrecke Moskau-Kursk nur auf wenige Stunden mit Holz versorgt. Das Holz, welches an alle Station geführt wurde, wurde sofort den wartenden Lokomotiven übergeben, so dass absolut kein Vorrat aufgestapelt werden konnte. Nach dem Dezemberplan sollten die nördlichen Eisenbahnstrecken 37 000 Kubiksaßen Brennholz erhalten, es trafen jedoch nur 27 000 Kubiksachen auf den Stationen ein, so dass der Verbrauch größer war, als Holz angeführt werden konnte. Im April wird also die Lage so sein, dass diese Eisenbahnstrecke ihren Betrieb aufgeben muss, weil bis zum April der Bedarf für die Sommer-und Herbstmonate ausgefüllt hat sein muss. Ebenso ist die Lage auf der Kasaner Eisenbahn. Ebenso ist die Eisenbahnlinie Moskau-Nischnij Nowgorod in trostlosem Zustande, da dort auch nicht genügend Naphta eingetroffen ist. Es wurden 9 Lokomotiven nach Petrowsk geschickt, um doe dort befindlichen Marschrouentenzüge mit Naphta abzuholen, jede doch traf weder Naphta ein, noch die Lokomotiven.
Heizmaterial.
Der Februarplan zur Beladung der Eisenbahnwaggons mit Brennholz sieht täglich eine Beladung von 4.843 Waggons vor (im Januar 4.800), ferner sollen 905 Zisternen mit Naphta verladen werden (Januar 887), Steinkohle 1.037 Waggons(Januar 1.193) und 383 Waggons mit anderen Brennstoffen, wie Torf, Tennenpfeifen u.s.w. Januar 281). Die Verteilung der einzelnen Brennstoffe soll in folgender Weise geschehen:
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In Waggons:
Brennstoff: Moskau.
Stadt. Bahn. Peterburg. Provinzen. Zusammen.
Holz…………………2.725……..500……….250………..1.388……..4.843
Naphtha……………262……….70…………20…………214……….605
Donetskohle………253……….29…………18…………204……….504
Sibirische Kohle…151…………-…………-%…………..52………….203
Ural Kohle………..80…………8…………..11…………..40………….148.
Borowitschi u.Lju-
botin Kohle……….–………….-………...9……………-……………9
Moskauer Kohle……35………..30………….4…………..82………….151
Amerikanische Kohle..-………...4…………..18………….-…………..22
Sonstiges Heizmaterial..120……….15………….228………..563
Waggonanzahl: 3.536 761 354 2.197 6.848
Im Vergleich zum Januarplan ist die tägliche Anzahl der zu verladenden Waggons in folgender Weise herabgesetzt worden:
47 Waggon Holz, 82 Zisternen Naphtha, 129 Waggon Stein Kohle und
102 Waggon sonstiges Material werden täglich weniger verladen.
Im Donez Kohlenbassin werden täglich 534 Waggons beladen
und zwar 210 Waggon Kohle, 15 Waggon Koks und 270 Waggons Anthra-
zit.
Auf der Wolga, Oka und Kama werden täglich 310 Zisternen
Naphtaprodukte verladen und zwar 23 Zisternen Naphtha, 180 Masut,
6 dickflüssiges Naphtha, 81 Petroleum, 12 Öle und 2 Benzine. Im Kau-
kasus und Turkestan werden täglich 201 Zisternen mit Naphtaproduk-
ten verladen und zwar 13 mit Naphtha, 220 mit Masut, 8 mit dick-
flüssigem Naphtha, 26 mit Petroleum, 2 mit Öl und 18 mit Benzine.
Nach Angaben der Haupt Heizmaterialverwaltung war die
Beladung von Eisenbahnwaggons mit Holz auf dem gesamten russischen
Eisenbahnnetz in der ersten Hälfte des Januar folgende:
Es wurden 62.989 Waggons mit Heizmaterial beladen (in der
ersten Hälfte des Dezember dagegen 57.748 Waggons). Die tägliche
Durchschnittsleistung war 4.020 Waggons.
In derselben Periode trafen in Moskau 5.672 Waggons mit
Holz ein und in der ersten Hälfte des Dezember dagegen 5.863 Wag-
gons. Laut Plan sollten 7.470 Waggons in Moskau eintreffen, somit
wurden also 76% desplanes ausgeführt.
In Petersburg trafen in der ersten Hälfte des Januar
3.897 Waggons mit Holz ein (in der ersten Hälfte des Dezembers
1.139). Laut Programm sollten 3.750 Waggons mit Holz in Peters-
burg eintreffen.
Der Vorrat an Naphtha und Nachtaprodukten auf den Statio-
nen der Wolga (ausser Astrachan) und ihren Nebenflüssen, in Moskau
und Petersburg betrug am 1.Januar 1921 - 37.521.000 Pud (am 1.De-
zember war der Vorrat 39.048.000 Pud). Von dieser Gesamtmenge lie-
gen in Busunji 7.152.000 Pud, in Samara 3.052.000 Pud, in Moskau
1.427.000 Pud in Nishnij Nowgorod 1.378.000 Pud, in Perm 1.258.000
Pud, in Saratow 1.063.000 Pud.
An Petroleum befinden sich in Nishnij Nowgorod 2.259.000
Pud, in Zarizyn 2.275.000 Pud, in Saratow 1.778.000 Pud und in
Samara 1.218.000 Pud.
Ausnutzung und Verteilung von Petroleum.
Ende Dezember des Jahres 1920 war der Petroleumvorrat der
russischen Sowjetrepublik 21.600.000 Pud, von welchen Vorrat
19.700.000 Pud in Baku und 1.900.000 Pud im Rayon Gresnij gewon-
nen wurde.Während der vorjährigen Navigation wurden 17.000.000 Pud
nach Astrachan ausgeführt, so dass ungefähr 2 Millionen Pud Petro-
leum noch in Baku zurückbleiben.
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In der Periode von 1. Mai 1920 bis zum 1. Mai 1921 soll die Verteilung der Petroleum folgendermassen geschehen:
Die Bevölkerung des Europäischen Russlands erhält 0,5 Millionen Pud, diejenige Sibiriens 1 Million Pud, das Volkskommissariat für Verkehrswesen 1,4 Millionen Pud, die Zentral Automobilsektion 1.150 000 Pud, das landwirtschaftliche Kommissariat 850 000 Pud, die Hauptheizmaterial 3.100 000 Pud, die Hauptnachtsverwaltung 80 000 Pud, die Hautkohlenverwaltung 200 000 Pud u.s.w. In ganzem sind 15 400 000 Pud zur Verteilung für Gebraucher vorgesehen.
Ausserdem ist ein Prämienfond von 2,4 Millionen Pud vorgesehen worden, für Naturalprämien für Arbeiter 2,1 Millionen Pud, ein Reservefond von 1.350 000 Pud und 500 000 Pud Petroleum zum Export nach China, Buchara und Persien. Auf diese Weise ist im ganzen über 21.300 000 Pud Petroleum verfügbar worden.
Lage der Seidenzucht in Turkestan.
Im Jahre 1920 wurden im Turkestan 30 000 Pud frische Kokons gesammelt, was 10 000 Pud trockene Kokons ausmacht. Aus dieser Anzahl hofft man 2.250 Pud Seide zu gewinnen, wenn man 9 Pfund Seide aus 1 Pud Kokon erzielt. Der Aufkauf der fertigen Seide und Rohstoffe konnte deswegen nicht erfolgen, weil die festen Preise viel niedriger waren, als die Bazarpriese. Der feste Preis auf 1 Pud Seide war auf 770 000 Rubel festgesetzt worden, während der Preis im Freihandel 1.250 000 Rubel pro Pud betrug. Infolgedessen wurde die gesamte Seide von der Hausindustrie aufgekauft. Eine Abteilung der Seiden Industrie hat verschiedene Massnahmen zur Hebung der Seidenzucht in Turkestan vorgesehen. Z.B. sind einzelne Unterabteilungen schon eingerichtet worden, um die Seide in den entfernten Orten Turkestans aufzukaufen; ferner sind Instruktor-Kurse zur Belehrung der einheimischen Bevölkerung über Seidenzucht eingerichtet worden.
Das Produktionsprogramm von 1921 basiert darauf, dass 35 000 Schachteln Seidenvorzeiler im Gewicht von 8 Solotnik pro Kesten gesammelt werden sollen. Wenn man durchschnittlich ein Pud frische Kokons auf einen Kat n rechnet, so müssen etwa 35 000 Pud frische Kokons gesammelt werden. Das Produktionsprogramm für 1921 ist im Vergleich zu 1920 nicht heraufgesetzt worden, trotzdem einzelne Verbesserungen in der Seidenzucht vorgesehen sind. Dieses erklärt sich aber dadurch, dass in wichtigsten Zentrum der Seidenzucht Turkestans, 1. Gebiet Fergana, bisher immer noch nicht das Bandenwesen liquidiert ist.
Neue elektrische Station bei Kaschira.
Die elektrische Station liegt 5 Werst von der Station Kaschira entfernt und 100 Werst von Moskau. Mit dem Bau der Station wurde
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" Machowik " 6.2.31.
Die Peteraburger Kursanten veröffentlichen einen Aufruf an die Bevölkerung Petersburgs, in welchen gesagt wird, die Bevölkerung möchte sich wieder beruhigen und den bolschewistischen Spionen und Agitatoren nicht glauben schenken. Sie erklären, die rote Armee hätte es ebenso schwer wie die Bevölkerung, und bitten daher sich ruhig zu verhalten, da sonst unschuldiges Blut vergossen werden müsse.
Die Arbeiter des Petersburger Arsenals hielten eine Sitzung ab, auf welcher folgende Forderungen gestellt wurden:
1. Gleiche Beköstigung aller Arbeiter, Spezialisten und verantwortlichen Arbeiter.
2. Einräumung des Rechts für das Arbeiterkomitee des Arsenals mit allen Fabriken Petersburgs in Verbindung zu treten und die Revision und Kontrolle aller staatlichen wirtschaftlichen Verwaltungen zu übernehmen.
3. Freiheit des Worts in der Arbeiterpresse, um dadurch das Arbeitervolk mehr beleuchten zu können und Schädigungen der Arbeiter an Leib und Seele zu verhüten.
4. Einstellung jeglicher Bevorratung unter den Arbeitern und Erweiterung des Wahlrechts unter der arbeitenden Bevölkerung.
5. Vernichtung des Bürokratismus, des Anwachsens der Behörden und Beamtschaft, um dadurch die freiverdendenden Kräfte in mehr produktiver Arbeit anstellen zu können. Dadurch soll das Anwachsen der Sowjetbürgergesetze verhindert werden.
6. Aufhebung jeglichen Zwangs, den Arbeiter bei einer bestimmten Fabrik und bei einer bestimmten Arbeit zu beschäftigen. Rücksichtnahme auf die Spezialität der Arbeitsleistung des Arbeiters, Anstellung des Arbeiters dort, wo er tatsächlich notwendig ist,
7. Einstellung jeglicher Einteilung der Arbeiter in Kategorien. Beurteilung der einzelnen Arbeitskraft und damit Rück-sichtnahme auf die Persönlichkeit des Arbeiters.
8. Einräumung des Rechts für Arbeiterorganisationen Lebensmittel und notwendige Bedarfartikel ohne staatliche Einschränkung frei aufzukaufen.
9. Verbot an die Wachabteilungen den von Urlaub zurückkommenden Arbeitern und Familien die auf dem Lande aufgekaufte Lebensmittel wegzunehmen.
10. Das den Arbeitern zugeteilte Land