Інформація Посольства УНР в Німеччині про положення в країнах Західної Європи, Малої Азії в радянській Росії та діяльність комуністичної партії в Чехії, 01.10.1922-05.03.1922, 210 арк. — частина 2/2

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Назва фонду
Перейменування: 05.12.1918 -(1920 р.) Канцелярія Директорії Української Народної Республіки, м. Київ, м. Кам'янець-Подільський, територія Польщі, Чехословаччина.
Анотація
1919 Юридичний відділ; 1919 Керування справами; 1918-1923 Загальний відділ; 1920-1924 Юридичний відділ; 1919-1922 Інформаційний відділ; 1920-1921 Фінансовий відділ; 1921-1923 Фінансово- господарський відділ
Історична довідка
Перейменування: 05.12.1918 -(1920 р.) Канцелярія Директорії Української Народної Республіки, м. Київ, м. Кам'янець-Подільський, територія Польщі, Чехословаччина.
Назва справи
Інформація Посольства УНР в Німеччині про положення в країнах Західної Європи, Малої Азії в радянській Росії та діяльність комуністичної партії в Чехії, 01.10.1922-05.03.1922, 210 арк.
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- 5 - Kommission haben die Polen Verbindungen mit deutschen Industriellen in dem abzutretenden Gebiete angeknüpft. Wie zu erwarten, hat sofort nach Bekanntgabe der Entscheidung über Oberschlesien eine Überformung des deutschen Besitzes in dem polnisch werdenden Teil eingesetzt. Neben französischem und tschechischem Kapital dringt englisches Kapital ein. Polen und Frankreich beabsichtigen ferner in Polnisch-Oberschlesien eine grosse Rüstungsindustrie mit dem Sitz in Krakau zu gründen. Mit dem leichten Gewinn des oberschlesischen Industriegerietes wachsen naturgemäss die Wünsche Polens nach dem Erwerb weiterer Bezirke Oberschlesiens bis zur Korfantylinie, aber auch der masurischen Teile Ostpreussens. Die polnische Propaganda lebte namentlich in Masuren auf. Trotzdem ist mit einer gewaltsamen Losreissung dieser Gebiete von Deutschland kaum zu rechnen, so lange die jetzige gemässigte polnische Regierung am Ander bleibt, oder eine ähnlich orientierte an ihre Stelle tritt. Die Lage kann sich aber ändern, wenn etwa im Frühjahr 1922 die scharf nationalistischen rechten Kreise siegreich aus den Neuwahlen hervorgehen, und dann die Regierung stellen sollten. Polen - Frankreich - England . Ein Oberschlesien betreffendes Wirtschaftsabkommen zwischen Frankreich und Polen wurde am 21.11. von beiden Staaten unterzeichnet. Damit dürfte Polen gegen weitere französische Rüstungskredite einen grossen Teil der polnisch-ober schlesischen Industriegebiete-anlagen und Kohlen gebiete Frankreich zur Ausbeutung überlassen haben. Auch England scheint gegen einen Kredit für Polen einen Anteil an der polnischen Beute in Oberschlesien erhalten zu haben. Das allgemeine französisch-polnische Handelsabkommen, über das seit Frühjahr 1921 verhandelt wird, ist noch nicht zum Abschluss gekommen. Neben der Festsetzung der Grösse des französischen Anteils an polnisch-Oberschlesien, die inzwischen erledigt ist, bildet der Umfang der Beteiligung Frankreichs an den Erdölquellen in Ostgalizien einen Streitpunkt zwischen Polen und Frankreich. Auch hier will sich England einschieben. England hat Mitte Dezember durch seinen Gesandten in Warschau erklären lassen, dass Polen und damit Frankreich noch nicht über die ost galizischen Erdölvorkommen entscheiden könnten, da die Zugehörigkeit Ostgaliziens zu Polen noch nicht von der Entente anerkannt sei. Ob England mit diesem Schritt ausser einer Beteiligung an den Erdölquellen auch ein politisches Ziel, Scheffung eines selbständigen Ostgaliziens, verfolgt, steht noch dahin. Polen - Südosteuropäische Staaten . Nach Abschluss eines tschechisch-polnischen Handelsvertrages am 20.10. kam am 6.11. ein politischer Vertrag zwischen Polen und Tschechien zustande; dieses Abkommen kann als ein voller Erfolg der französischen Politik bezeichnet werden. Die wichtigsten Punkte des Vertrages sind folgende: Polen und Tschechien verpflichten sich zu gemeinsamer Aufrechterhaltung der Friedensverträge, ferner zur schwellenden Neutralität und Freigabe der Munitionsdurchfuhr, falls einer der Vertragsstaaten von einer dritten Macht angegriffen wird. Polen verzichtet auf die bisher geforderte Neuregelung der Tschechen Grenze. Tschechien erkennt die Ostgrenzen Polens an. Die bisher in Polen unterhaltenen, antitschechischen, slowakisch-ungarischen Organisationen und die in Tschechien befindlichen, antipolnischen, ukrainischen Organisationen sollen aufgelöst werden. Tschechien wird freier Warentransport durch Polen nach Russland zugesichert. Beide Staaten versprechen sich gegenseitig weitgehende Handelserleichterungen. Der Vertrag hat eine ausgesprochene Spitze gegen Deutschland und Russland. In Geheimplänen dürften militärische Absprachen für den Fall von Sanktionen oder für ein sonst für erforderlich gehaltenes Vorgehen gegen Deutschland niedergelegt sein. Der Vertrag bedeutet ferner die Aufgabe der bisher freundschaftlichen Beziehungen Polens zu Ungarn. Durch die nahe wirtschaftliche Verbindung Polens mit Tschechien soll nach einem Ausspruch des tschechischen Ministerpräsidenten Senes die wirtschaftliche Herrschaft Deutschlands zerbrochen werden. Es sind zur Zeit Bestrebungen im Gange, Österreich der tschechisch-polnischen Entente anzuschliessen. -6- Polen - Russland. In dem von Polen Mitte September auf Veranlassung Frankreich angezettelten Streit über die Ausführung der Bedingungen des Rigaer Vertrages erlitt Polen eine diplomatische Niederlage. Der von Polen-Frankreich verfolgte Zweck, durch den Angriff der polnischen Diplomatie die schwierige innere Lage Russlands zu verschärfen, wurde nicht erreicht. Die Beteiligung ukrainischer, bisher in Polen internierter Truppen an dem ukrainischen Aufstand gab Russland den gewünschten Anlass zu Gegenforderungen. Russland erreichte dass Polen den vom Zaun gebrochenen diplomatischen Zwist beizulegen suchte und dass Jawinkow, der Führer der antibolschewistischen Russen in Polen, von der polnischen Regierung ausgewiesen wurde. Russlands Bestreben ist, die Erfüllung der wirtschaftlichen Bedingungen des Rigaer Vertrages, vor allem die Goldzahlungen an Polen, möglichst hinauszuzögern. Es benutzt daher jede Gelegenheit, um Polen angebliche Vertragsbrüche nachzuweisen. So ist eine gewisse Spannung zwischen Polen und Russland entstanden, die jedoch kaum in absehbarer Zeit zu kriegerischen Verwicklungen führen dürfte. Beide Staaten haben bisher keine Vorbereitungen hierzu getroffen. Polen - Randstaaten. Der mit der Führung der Verhandlungen über die Wilna-Frage beauftragte belgier Hymans hatte bereits im Juli den Vorschlag gemacht, Wilna als autonomes Kanton Litauens anzuliedern und dafür Litauen mit Wilna eng an Polen zu binden. Dieser Vorschlag war von den Polen im September abgelehnt worden. Auch die Litauische Regierung lehnte nach langem Schanken am 3. Dezember den Hymans'schen Vorschlag ab. Polen hatte noch Ende November versucht, nicht offiziell mit Litauen über die Wilnafrage zu verhandeln, und schritt nach dem Scheitern dieses Versuches sofort zu Vorbereitungen für die Wahl zu einem wilnaiser Landtage. Das Ergebnis der Wahlen zu diesem Kandtage, die Anfang Januar stattfinden sollen, will Polen einer Volksabstimmung in dem zwischen Polen-Litauen strittigen Gebiete gleichstellen. Der Wilnaer Landtag soll über die Zugehörigkeit Wilnas entscheiden. Trotzdem der Vor- sitzende der wilnaiser vorläufigen Regierung, General Zieligowski, sein Amt und das Kommando über die in wilna stehenden polnischen Truppen abgab, werden die Wahlen zu dem wilnaiser Landtage unter dem Druck der starken, in dem strittigen Gebiet stehenden regulären und irregulären, polnischen Truppen stattfinden und daher für Polen günstig ausfallen. Die Wahlen sind demnach nur eine beste gegenüber dem Völkerbunde. Polen wird, wie auch der Nachfolger Zieligowskis, Mokstowicz, in einem Aufruf betonte, Wilna freiwillig eintreten, wenn Litauen seine bisher antipolnische Stellung aufgeben und sich mit einem nahen Anschluss an Polen einverstanden erklären würde. Es ist möglich, dass Frankreich und Polen nach endgültiger Erledigung der wilnafrage Litauen durch die Aussicht, heimel gegen einen Anschluss an Polen zu erhalten, zu kürzer versuchen werden. Ferner werden Polen und Frankreich veranlasst sein, die jetzt enger werdende Verbindung zwischen Lettland und Litauen zu lockern und Lettland mehr den zur Zeit unter französischem Einfluss stehenden anderen Randstaaten Estland und Finnland, zu nähern. Litauen würde damit isoliert und nach polnisch-französischer Ansicht dann leichter dem polnischen Druck erliegen. Die Annäherung Estlands und Finnlands an Polen kam dadurch zum Ausdruck, dass an den polnischen Herbstübungen eine estnische und finnische Offiziere-Delegation teilnahm. Die lettische Presse berichtete dann bereits Anfang Oktober von einer polnisch-finländischen Militärkonvention. Die von der finnischen Regierung Anfang November erlassene Widerlegung dieser Nachricht ist mit Vorsicht aufzunehmen, da sich inzwischen engere Beziehungen zwischen den polnischen und finnischen Heeresleitungen angesponnen zu haben scheinen. Der Verbindung Estlands und Finnlands mit Polen suchen Litauen und Lettland durch Schaffung eines auf die Randstaaten selbst basierten, nicht von Polen-Frankreich geleiteten Blocks entgegenzuwirken. Dieser Versuch gründet sich vor allem auf die gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen der Randstaaten als Transitländer für den Handel nach Russland. Ob der Versuch Erfolg haben wird, steht dahin. Polen - Danzig. Die Vollbahnen der Freistadt wurden vertragsmässig am 1. Dezember -7- Polen gegen eine Geltendschädigung übergeben.Auf Grund der zwischen Polen und Danzig am 24.10. abgeschlossenen konvention treten am 1. Januar 1922 die polnischen Zollgesetze für Danzig in Kraft. Am 1.4.22 wird Danzig in das polnische Wirtschaftsgebiet einbezogen werden.Durch den Optionsvertrag zwischen Danzig und Polen wird Polen das Festsetzen in Danzig erlaubt.Obleich die konvention noch nicht von Danziger Volksstag ratifiziert wurde, ist an dem Inkrafttreten der genannten Bestimmungen der Konvention kaum zu zweifeln. Sie müssen, da sie nur für Polen günstig sind, schädigend auf das Deutschthum in Danzig wirken.Das ist von Danziger deutscher Handelskreisen sehr spät erkannt worden. Das erst Anfang Dezember von diesen Kreisen erhobenen Einsprache gegen die Konvention werden vermutlich ohne Wirkung bleiben. Die Vorteile, die Polen mit der Konvention errungen hat, liessen den wunsch weiterer Vordringens gegen Danzig in Polen entstehen. So verlangt Polen neuerdings das Kontrollrecht über die sichsel, das Recht, Munitionsniederlagen im Danziger Hafen zu errichten, das Recht, die Schiffe der polnischen Kriegsflotte in Danzig ohne besondere Genehmigung der danziger Regierung vor Anker legen zu dürfen und Exterritorialität für alle im Danziger Hafen liegenden polnischen Schiffe wie für die in Danzig befindlichen Polen. Die Ziele, die Polen mit diesen Forderungen verfolgt, sind durchsichtig genug. Sie wurden bisher von dem englischen Oberkommissar in Danzig, Hakings, wenigstens dann bekämpft, wenn sie auch englische Interessen schädigten. Da Haking's Amtszeit im Januar abläuft, hängt die weitere Entwicklung der Lage in Danzig wesentlich von der Wahl des neuen Oberkommissars durch den Völkerbund ab. Innere Politik. Der Kampf zwischen den im jetzigen Landtag fast an Stimmenzahl gleichen, rechten und linken Parteien hat an Heftigkeit zugenommen. Von seinen Auswirkungen wurden gelegentlich einzelne Regierungsmitglieder berührt, ohne dass es bisher den parteien darauf ankam, die unter Konikowski am 20.9. gebildete rechtsregierung zu stürzen. Der Kampf zwischen rechts und links bildete den Auftakt zu den für Anfang März geplanten Neuwahlen zum Landtag, weder den rechten noch linken Parteien kann es zur Zeit daran ankommen, jetzt die Regierung zu übernehmen und sich damit in die Lage zu bringen, durch der Wählerschaft nicht genehme Entscheidungen in den schwierigen aussen- und innenpolitischen Fragen an Stimmen zu verlieren. Scharf umkämpft war vor allem die Frage für die Wahlen zum Wilnaer Landtag. Die Linke, die in diesen Falle von Pilsudski selbst geführt wurde, verlangte die Durchführung der Wahlen in dem gesamten zwischen Polen und Litauen strittigen Gebiet. Die rechten Parteien sahen darin eine von Polen selbst herbeigeführte Berichtigung der im Riguer Friedensvertrage festgesetzten Ostgrenze Oelens und wollten daher die Wahlen auf Wilna mit seiner unmittelbaren Umgebung beschränken. Der endliche Sieg der Linken wurde in dieser Frage mit sehr geringer Stimmenmehrheit erfochten. Ein neuer Streit wird bei der Beratung des tschechisch-polnischen Vertrages entbrennen. Innerpolitisch bekämpfen sich Rechts und Linke zur Zeit scharf bei den Verhandlungen über die Finanzreform des Finanzministers Michalski-Michalski will den Besitz, aber auch den der kleinen Bauern, anfassen, seinen Ministerium diktatorische Vollmachten in Finanzfragen vorschaffen und endlich zur Liebung der Finanzlage den gesetzlichen 8 Stunden-Tag beseitigen, läne, die von den gesamten Linksparteien nicht gebilligt werden. Die jetzt beschlossene, einmalige Vermögensabgabe könnte daher nur mit geringer rechtsmehrheit wahrscheinlich, mit den Stimmen der Deutschen und Juden durchgedrückt werden. In letzter Zeit kamen zu den sachlichen Kämpfen zwischen rechts und links Angriffe persönlicher Art, die sich von rechts besonders gegen Pilsudski und frühere Linksminister, von links gegen frühere Rechtsminister, dann aber anscheinend auch gegen den nechstparteien nahegestehenden Chef der französischen Militärmission in allen General Niesse richteten, der deshalb von seinem Posten zurücktrat. Zusammen gearbeitet haben die Parteien nur wie bisher in der Bekämpfung der kommunistischen Agitation und der Bedrückung der Minderheiten. Es ist ein Gesetz gegen die Kommunisten in Vorbereitung, das den schon jetzt scharf verfolgten Kommunismus im Keim ersticken soll. - 8 - Der Kommunismus konnte unter diesem energischen Druck nur wenig Boden ge- winnen. Bisher scheint nur die Arbeiterschaft im Industriegebiet Kongress- polens, ferner in Posen und Westpreussen zum Teil gewonnen zu sein. In Ost- galizien arbeitet die ukrainische Bewegung mit den Kommunisten zusammen. Ein Grund mehr für die Polen, scharf gegen die Ukrainer vorzugehen. Die Un- terdrückung der Ukrainer kam namentlich bei dem im September abgehaltenen Volkszählung zum Ausdruck. Über 50 000 Ukrainer werden wegen "spasiviger" Renitenz, d.h. wegen ihres nationalen Bekenntnisses festgesetzt. Im übrigen verschleierten die Polen in Ostgalizien, wie auch in andern Völkisch ge- mischten Bezirken das Ergebnis der Volkszählungen durch Fälschungen. Die von der polnischen Sozialdemokratie im Hinblick auf die noch ausstehende endgültige Entscheidung der Entente über Ostgalizien vertretene Ansicht, dass Ostgalizien eine Art Autonomie gewährt werden müsse, scheint bei den anderen Parteien wenig Anklang zu finden. In den westlichen Grenzgebieten wurde die Unterdrückung des Deutsch- tums fortgesetzt. Bisher sind infolge rücksichtslosen Verhaltens der pol- nischen Behörden etwa 500 000 Deutsche Ausgewandert. Die Stadt Posen, die 19 fast 50.000 deutsche Einwohner hatte, zählt z.Zt. nur 6,6% Deutsche. Durch Ent- eignung deutschen Kirchen- und Schulvermögens, durch die Sabotage deutscher Wahlsiege bei den Gemeindewahlen in Posen und Westpreussen, endlich durch die Fortsetzung der Vertreibung deutscher Grundbesitzer und Ansiedler aus den westlichen Grenzgebieten soll das Deutschtum weiter geschmälert werden. Der polnische Ministerpräsident Ponokowski bezeichnete am 25.11. in Posen die Deutschen als Eindringlinge, die sich in Polen zwar "frei entwickeln" könnten, aber nur dann, wenn sie ihre Opposition gegen das Polen- tum aufgeben würden. Die Bitte des Deutschttumbundes in Polen an den Völker- bund, die Minderheiten gegen die Übergriffe der polnischen Regierung zu schützen, verurteilt er als letzte gegen die polnische Regierung. Dieser Schritt des Deutschtum bundes hat zur Folge gehabt, dass der Völkerbund endlich wieder auf daß die Not des Deutschttums in Polen auf- merksam wurde, und die weitere Vertreibung von Deutschen vorläufig verbot-. Ob dieser Schritt indes Erfolg haben wird, bleibt abzuwarten. Mit dem Vorstos: gegen das Deutschttum verband Ponokowski den Zweck, die rechts gerichteten separatistischen Kreise Posen und Westpreussens für die Regierung zu ge- winnen. Er hat andererseits keinen Zweifel gelassen, dass die jetzige Re- gierung jede Auswirkung der separatistischen Bestrebungen auf das schärfste bekämpfen würde. Den Wünschen der weniger auf eine politische, als auf eine wirtschaft- liche Autonomie hinarbeitenden Kreise in Posen und Westpreussen kam die Regierung mit Rücksicht auf die kommenden Wahlen dadurch entgegen, dass die die Auflösung des Posener Kurnpf-Ministeriums vom 1.1.1922 bis 1.4. verschob. WIRTSCHAFT. Nach der Entscheidung der oberschlesischen Frage stieg der wert der polnischen Mark erheblich. Da sich jedoch infolge Mangels an Lebensmitteln die Lebensmittelpreise nicht verringerten, ferner Aus- landskredite in größerem Umfange zunächst ausblieben, führte das Steigen der polnischen Mark in Verbindung mit Kohlenmangel zu einer Krisis in der polnischen Industrie. Die polnischen Inlandskäufe unterblieben, weil mit einem weiteren steigen der polnischen Mark und damit einem Sinken der Preise gerechnet wurde. Das Ausland hielt infolge Vertretung der polnischen Mark mit Ankäufen zurück. Die Krise führte zum Stilllegen eines Teiles der Industrie und damit zu einer Vermehrung der Arbeitslosen. Von 500 000 im Hauptindustriebizirk beschäftigten Arbeitern mussten 100 000 entlassen werden. Die Regierung hofft die Krise zu beheben durch Ermäßigung der Kohlenpreise und Fortfall der Kohlensteuer. Diese Massnahmen müssen natur- gemäss zu einer Verschlechterung der schon ohnedies trüben Finanzlage führen. Die Notenausgabe ist infolge der wä weiteren Passivität der Han- delsbilanz, die ihren Grund vor allem in der Notwendigkeit starker Lö- bensmittelleinfuhr hat, gewachsen. Der Banknotenumlauf wird Ende 1921 voraus- sichtlich über 200 Milliarden betragen. Die hohen Preise für den ersten Bedarf bedingen Stolgerung oder wenigstens die Festhalten der hohen Besoldung der sehr zahlreichen Beamten (450 000 auf rund 26 Millionen Bevölkerung) sowie der Arbeit erschafft und damit ein unwirtschaftliches Arbeiten der städtischen, aber auch der anderen Betriebe. - 3 - Die noch hinzukommenden hohen Ausgaben für Armee und Flotte werden zur Folge haben, dass der Staatshaushalt auch in diesem Jahr trotz der geplanten Finanzverbesserungen einen erheblichen Fehlbetrag aufweisen wird. Die somit schwierige Wirtschaftslage kann sich erst dann ändern, wenn die ober- schlesischen Gruben und Werke in polnischen Besitz übergegangen sind, obgleich ein grosser Teil des Ertrages nicht Polen, sondern Frankreich und den andern Ententestaaten zufallen wird. RANDSTAATEN. Die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen der Randstaaten zu- einander sowie zu Deutschland und Russland wurden auf einer Reihe von Konferenzen besprochen. In der Zeit vom 26. Oktober bis 31. Oktober fand in Riga eine Wirtschafts- konferenz statt, an der Litauen, Lettland, Estland, Finnland einerseits und Russland andererseits teilnahmen. Wenn auch nicht alle Fragen - Transit-, Hafenpolizei-, Schifffahrts-, Wirtschafts-, soziale und Arbeiter-Angelegenheiten - erledigt wurden, so führte die Konferenz doch dazu, in Riga ein ständiges Wirtschaftsbüro einzurichten, in dem die Angelegenheiten weiter beraten werden sollen. Als weiteres Ergebnis dürfte auch der estnisch-finlische Vertrag anzusehen sein. Auf einer vom 18. November bis 25. November gleichfalls in Riga ab- gehaltenen Eisenbahnkonferenz waren Litauen, Lettland, Estland einerseits und Deutschland andererseits vertreten. Es wurde ein Vertrag unterzeichnet, nach dem im Zukunft Passagier- und Güterverkehr mit Deutschland ohne Umsteigen bezw. Umladen durchgeführt werden soll und die Frage des Trans- sitverkehrs durch das Gebiet der Randstaaten geregelt wurde. Seit dem 15. Dezember endlich tagen die Außenminister von Litauen, Lettland, Estland und Finnland in Reval. Es ist möglich, dass diese Zusammenkunft eine Folge der Helsingforscher Konferenz vom Sommer dieses Jahres ist, auf der u.a. regelmässige Zusammenkünfte der 4 Außenminister beschlossen waren. Neben wirtschaftlichen sowie Grenz-Fragen dürfte bei dieser Konferenz vor allem die Stellungnahme der Randstaaten zu dem finnischen Schritt beim Völkerbunde bezüglich des Aufstandes in Ostkaralien erörtert werden. A. LITTAUEN. Die Ablehnung des Hymans'schen Willaproyektes durch das litauische Kabinett hat diesem eine wesentliche Stärkung im Volke eingebracht, da es mit diesem Entschluss dem willen des Landtages und dem der Volks- mehrheit Rechnung getragen hat. Zwar musste der Außenminister Puritzki von seinem Posten zurücktreten; sein Rücktritt soll aber nicht mit der Willanfrage in Zusammenhang stehen. Als Nachfolger für den Posten des Aussenninisters wird der Priester Jurgutis (christlicher Demokrat) ge- nannt. Es erscheint nunmehr ausgeschlossen, dass es den Linksparteien gelingen wird, das Gesamtkabinett zur Demission zu bringen, wenngleich die Linke, zumal die Kommunisten, die durch die Willanfrage gespannte innerepolitische Lage für ihre Zwecke in reichem Masse ausgenutzt hat. Ob Litauen nunmehr versuchen wird, durch direkte litauisch-polnische Verhandlungen die Willanfrage zu regeln, bleibt abzuwarten. In litauischen Finanzkreisen wird z. Zt. das Projekt der Einführung einer eigenen Währung erörtert. Bezüglich des Memelgebietes wurde im litauischen Landtag an die Regierung die Forderung gestellt, für die Einverleibung des Memellandes einzutreten. Die Regierung sicherte dieses unter Gewährung einer "weit- gehenden" Autonomie für das Memelland zu. Inzwischen ist der französische Oberkommissar des Memellandes, Petisné, bemüht, in Paris bei der Botschaften konferenz des Dauерprotoktorat Frankreichs über den memelländischen Freistaat durchzusetzen. - 10 - B. Lettland. I. MILITÄRISCHES. In dem nunmehr genehmigten Wehrpflichtgesetz ist die aktive Dienstzeit auf 2 Jahre, die in der Reserve auf 18 Jahre festgesetzt. Es befinden sich unter den Waffen die Jahrgänge 00 und 01. Hiervon kommt der Jahrgang 00 demnächst zur Entlassung, an seine Stelle treten dann die Rekruten des Jahrganges 02. II. POLITISCHES. Lettland wurde in den Völkerbund aufgenommen und von allen Staaten mit Ausnahme der Tschechoslowakei, Südsleviens und den Vereinigten Staaten anerkannt. Durch den Wilnastreit zwischen Litauen und Polen traten polnische Absichten auf Dünaburg und Lettgallen hervor. Infolgedessen ist das Verhältnis Lettlands zu Polen trotz eines Sementis des polnischen Gesandten in Lettland über die angeblichen polnischen Absichten stark getrübt. Lettland hat sich enger an Litauen angeschlossen. Nach Angabe des lettischen Außenministers sollen lettisch-litauische Verhandlungen vor dem Abschluss eines Bündnisses stehen. Ebenso wie in Estland versucht England auch in Lettland seinen Einfluss zur Geltung zu bringen. Verhandlungen über einen englisch-lettischen Handelsvertrag auf dem Grundsatz der Meistbegünstigung gehen ihrem Abschluss entgegen. C. Estland. I. MILITÄRISCHES. Das Wehrpflichtgesetz wurde vom estnischen Kriegsminister dem Parlament vorgelegt. Der Vorschlag sieht eine 2 jährige Dienstpflicht vor. Einzelheiten fehlen. II. POLITISCHES. Die immer grösseren Schwierigkeiten der Regierung bei der Durchführung der Agrarreform haben dazu geführt, eine Verlangsamung eintreten zu lassen. U.a. sollen Güter, die in ihrer Hauptsache der Versorgung der Städte dienen, zunächst von der Agrarreform unberührt bleiben. Mehr und mehr sucht England seinen Einfluss in Estland zu stärken. Nachdem es England gelungen ist, die russisch-baltische erst in Pacht sowie eine Brennschieferkonzession zu erhalten, sind z.Zt. Unterhandlungen wegen Ankaufs der Dorpder Bank im Gange. Zwischen Estland und Finnland wurde ein Handelsabkommen getroffen. D. Finnland. I. MILITÄRISCHES. Im finnischen Reichstag wurde in 2.Lesung das Gesetz über die Herabsetzung der Militärdienstzeit angenommen. Es sind vorgesehen: für Infanterie 9 Monate (bisher 12 Monate), Spezialwaffen 12 bzw. 15 Monate (bisher 18 Monate). Der Präsident kann jedoch selbständig innerhalb der nächsten 3 Jahre die Dienstzeit der Infanterie bis auf 12 Monate verlängern. Der Konflikt im finnischen Schutzkorps wurde beigelegt. Die Regierung setzte durch, dass General Gerich, der Kommandant des Helsingforser Korps wegen eines oppositionellen Zeitungsartikels seines Postens enthoben wurde. Der Vorschlag der rechten Parteien, an Stelle des bisherigen Oberbefehlshabers des Schutzkorps, das Generals Berg, der sich infolge der bei diesen Anlass gegen ihn erhöhten Vorwürfe erschossen hatte, den General Mannerheim zum Oberbefehlshaber zu ernennen, wurde von der Regierung abgelehnt. Je erkannte den in der Öffentlichkeit bisher nicht hervorgetretenen Oberstleutnant Malmborg, zuletzt Kommandeur eines Feld-Art.-Reg., zum Oberbefehlshaber; gleichzeitig versuchte die Regierung grösseren Einfluss auf die Schutzkorps zu gewinnen, zumal die Schutzkorps staatlich subventioniert sind. Zu diesem Zweck wurde ein Gesetzentwurf über Änderung - 11 - der Statuten der Schutzkorps von der Regierung bestätigt. Die Hauptpunkte der neuen Statuten sind folgende: 1. Der Oberkommandierende des Schutzkorps wird dem Präsidenten unmit- telbar unterstellt. 2. Der Oberkommandierende und der Chef des Stabes werden vom Präsi- denten ernannt. Hat somit die Rechte in Finnland in der Frage des Schutzkorps eine politische Niederlage erlitten, so ist es ihr geglückt, den bisherigen Kriegsminister Hämäläinen infolge Nachgiebigkeit der äussersten Linken gegenüber zum Rücktritt zu zwingen. An seine Stelle trat der dem Rechtspar- teien angehörende Jalaner. II. AALAND. Die von der Aalandkonferenz in Genf vom 10.10. bis 20.10. beratene Konvention wurde am 20.10. von den schwedischen und finnischen Vertretern in Genf unterzeichnet, am 19.November von der schwedischen und am 20.Dezem- ber von der finnischen Regierung ratifiziert. Gemäss der Konvention, durch die die Inseln Finnland zugesprochen wurden, verpflichtet sich Finnland, die Aalandinseln nicht zu besetzen, sie auch nicht für irgendwelche militä- rische Operationen zu benutzen. Jede Ein- und Ausfuhr von Waffen und sonstige Kriegsgerät, sowie Landung irgendwelcher Land-, See- oder Luftstreitkräfte ist verboten. Die finnische Regierung beschloss, ihrer Truppen von den Aa- landsinseln erst zurückzuziehen, wenn das Parlament Aalands zusammengetreten ist. Russland hat in einer Note erneut Protest gegen die Entscheidung über die Aalandinseln erhoben und erklärt, dass es keinerlei Beschlüsse über Aaland anerkenne. Finnland verwahrt sich dem russischen Einspruch gegenüber in einer Note vom 19.November, in der es darauf hin weist, dass die Genfer Konferenz vom Völkerbund einberufen sei, und dass Finnland volles Recht habe, darin einzuziehen, dass seine Befugnisse über sein eigenes Gebiet in mi- litärischer Beziehung begrenzt würden. III. KARELISCHER AUFSTAND. Im November 21 brach in Ostkarelien in dem durch den Dorpater Friedensvertrag von Finnland an Russland abgetretenen Gebiet ein Aufstand der ostkarelischen Bevölkerung gegen die Bolschewiki aus. Der Anlass liegt in willkürlichen Vorgängen der Sowjetbehörden bei der Eintrei- bung der Naturalsteuer und bei der Aushebung der Rekruten. Die Sowjetregierung brach damit die im Friedensvertrag festgelegte Zusicherung auf Selbstver- waltung und Wahrung der alten Gemeinsordnung. Die Aufständischen fordern in einer der russischen Regierung übersandten Note die Zurückziehung der Sowjettruppen und Einberufung eines Ostkarelischen Landtages. Die Vorwürfe, die die russische Regierung in einer Note an Finnland er- hebt, dass die finnische Regierung den Aufstand angezettelt habe und unter- stütze, wurden von dieser in einer Antwortnote zurückgewiesen unter Hinweis auf die Nichteinhaltung des russisch-finischen Friedensvertrages seitens Russlands. Am 1. Dezember sandte die finnische Regierung mit Rückseit auf die Bedrohung der eigenen Grenze durch den karelischen Aufstand eine Note an den Völkerbund. In dieser wird unter Hervorhebung der Unterdrückung fin- nischer minoritäten in Ostkarelien durch Russland vorgeschlagen, eine Völkerbundskommission zu bilden, die sich an Ort und Stelle von den Vernält- nissen im Aufstandsgebiet überzege gen und ein Gutachten abgeben solle. Sowjetrussland erklärte in einer an Finnland gerichteten Note vom 5. Dezember, dass der Anruf des Völkerbundes eine Einnischung dritter Mächte in die inneren Angelegenheiten Sowjetsrußlands bedeute. Es sahe den Schritt der finnischen Regierung als einen feindlichen Akt an und verlange unter Androhung weiterer Massnahmen einwandfreie Schliessung der finnischen Gren- ze gegen das Aufstandsgebiet, Instellung jeglicher Unterstützung der Auf- ständischen auch geldlicher Art und Ausweisung aller Personen, die sich an den gegen Russland gebildeten Organisationen beteiligen. ДИПЛОМАТИЧНИЙ ВІДДІЛ ПОТОЛЬСТВА УКРАЇНЬСЬКОЇ НАРОДНОЇ РЕСПУБЛІКИ В НІМЕЧЧИНІ. № 138 Die Gliederung Sowjetrusslands in einzelne nationale Sowjetstaaten, die im Verhältnis der Föderation zueinander stehen, hat im Ausland vielfach den Glauben erweckt, als handle es sich letzten Endes bei den Einzelstaaten um mehr oder weniger selbständige Gebilde, die namentlich auf wirtschaftlichem Gebiet eine gewisse Handlungsfreiheit genossen. Im besonderen Masse bezieht sich dieses auf die kaukasischen Kleinstaaten, die sich zu einem engeren föderativen Bündnis zusammengeschlossen haben, und auf die Ukraine. Diese Auffassung, die übrigens aus propagandistischen Zweckmässigkeitsgründen immer wieder von den Bolschewiki unterstützt wird, ist jedoch insofern irrig als nach aussen hin Sowjetrussland stets als ein einheitlich geschlossenes Ganzes auftritt. Fälle wie der, wo ein ausländischer Kapitalist in Moskau über eine Konzession in der autonomen Tatarrepublik verhandelt und seine Bedenken geltend machte, dass die Moskauer Regierung doch an nicht recht über Konzessionsgebiete der Tatarenrepublik verfügen könnte, wurde ihm innerhalb 10 Minuten die schriftliche Bevollmächtigung der Tatarenrepublik an die Moskauer Sowjetrepublikregierung für diesen speziellen Fall vorgelegt wurde, gehörten nicht zu den Seltenheiten. Es ist infolgedessen eine rein propagandistische Massnahme, wenn Rakowski in seinem weiter unten folgenden Memorandum an die Presseabteilung bei Schilderung der aussenpolitischen Lage der Sowjetukraine behauptet, sie beginne allmählich ihre eigenen Züge zu gehen und strebe dahin, ein selbständiges Mitglied der Völkerfamilie zu werden. Zu klar tritt die Absicht hervor, dem ausländischen Unternehmer, dessen Blick sich vornehmlich auf die wirtschaftlich stärkere und reiche ukrainische Republik richtet, vorzutäuschen, als ob er eher in der Ukraine eine wirtschaftliche Betätigung finden könnte als im eigentlichen Sowjetrussland. Aber auch die übrigen Ausführungen der genannten Denkschrift bedürfen einer Erklärung. Die anfänglich ausgeführten Schilderungen der Erfolge der Konzessionsregierung bei Bekämpfung des Partisanenwesens (hier Bandenwesen genannt) bedürfen insofern einer Korrektur, als gewisse und sogar recht weitgehende Erfolge der Bolschewiki tatsächlich erreicht worden sind, dass aber von einem völligen Erlöschen der Unruhen keineswegs die Rede sein kann. Es handelt sich vielmehr darum, dass das Partisanenwesen zur Zeit natürlich zum Stillstand gekommen ist, da die Kampagne zur Erfassung der Lebensmittelsteuer im grossen und ganzen als abgeschlossen betrachtet werden kann und somit unmittelbare Anreize zu Unruhen, die in der Ukraine stets auf wirtschaftliche Motive zurückzuführen sind, fehlen. Gut orientierte und mit den Verhältnissen der Ukraine vertraute Kreise erwarten jedoch mit Sicherheit ein seit stärkeres Anwachsen der Partisanenbewegung in dem Moment der Einbringung der neuen Ernte oder aber - was gleichfalls nicht von der Hand zu weisen ist, wenn insbesondere der im Frühjahr erwarteten Hungersnot. Einer Richtungsstellung bedarf auch die Behauptung Rakowskis, dass die von den Sowjetbehörden ins Leben gerufenen lokalen Selbstschutzorganisationen der Bevölkerung eine entscheidende Rolle bei der Bekämpfung des Partisanenwesens gespielt haben. Es sind tatsächlich Neubildungen der aber bereits seit längerer Zeit bestehenden Dorfmiliz vorgekommen, diese sind aber fast nie bei der Bekämpfung der reinen Partisanenbewegung eingesetzt worden, sondern ausschliesslich gegen die allerdings gleichfalls recht zahlreichen Räuberbanden. Interesse verdienen die Rakowskischen Ausführungen über die Wirtschaftslage der Ukraine aus den von ihm angeführten Ziffern kann man sich erst ein Bild machen, welchen ungeheuren Zerstörungen das ukrainische Eisenbahnnetz ausgesetzt gewesen und in wie geringem Masse es gelungen ist es wiederherzustellen. Insbesondere muss betont werden, dass die als "wieder hergestellt" bezeichneten Brücken lediglich notdürftig instand gesetzt und befahrbar gemacht worden sind; meist in der Weise, dass hölzerne Notbauten unter Benutzung verständigungsfähig gebietener Brückenteile dem Eisenbahnverkehr übergeben worden sind. Dass diese Notstandsarbeiten auf die Dauer natürlich nicht genügen können, liegt auf der Hand. In welchem Zustande sich das ukrainische Eisenbahnnetz befindet, geht übrigens am besten aus der Tatsache hervor, dass trotz Erhöhung der "angestellten und abgeordneten" die für Sowjetrussische Verhältnisse reichen Bestände an geförderter Kohle ~ 2 ~ im Dorfbassin nur zu einem ganz geringen Bruchteil abtransportiert werden können. Tatsächliche Erfolge sind auf dem Gebiet der Kohlenförderung erzielt worden. Die Abhängigkeit der Kohlenproduktion von der Lebensmittelversorgung und die schlechte Lage der letzteren machen aber ein Sinken der Kohlenproduktion für die kommenden Monate zur Wahrscheinlichkeit. Den schnellen Rückgang Rakowskis über die Lebensmittellage der Ukraine wäre kaum etwas hinzuzufügen. Das von ihm gezeichnete Bild ist genau in demselben Ton gehalten, wie die Schilderungen aller aus Russland eintreffenden oder von dort aus berichtenden Personen: Im kommenden Jahr muss eine Ausbreitung der heute hauptsächlich im folgenden herrschenden Hungerskatastrophe auf die getreidereichsten Gebiete Russlands, den Nordkaukasus und die Ukraine mit aller Sicherheit erwartet werden. Den von Rakowski zum Schluss geäusserten Optimismus, die ukrainische Sowjetregierung würde auch mit diesem Unglück fertig werden, vermögen wir nicht zu teilen. Die Rakowskischen Ausführungen lauten: Nr. 1634 . Beiliegend übersende ich eine Denkschrift des Vorsitzenden der ukrainischen Sowjetrepublik Genossen Rakowski als Material für die Presseabteilung der Vertretung. Stellvertretender Leiter : Faljkowski. Expeditionsnummer 1655/836. Nicht für die Presse Korrespondenz besonderer Bedeutung . Die weiteren Ausblicke der ukrainischen Sowjetregierung im Jahre 1922 und die Ergebnisse des Jahres 1921. Im Laufe des ganzen Jahres 1921, namentlich in seiner ersten Hälfte, war die Ukraine von hunderten kleiner Partisanenbanden erfüllt, die hauptsächlich in der rechtsufrigen Ukraina, aber auch in den Governments Poltawa, Alexandrowsk und Jekaterinoslaw der linksufrigen Ukraina operierten. Ein Teil dieser Banden stand unter der unmittelbaren Leitung der früheren Helfershelfer von Petljura und Machtio und verfolgte angeblich irgendwelche idealen Ziele. Der grössere Teil bestand aber aus Räuberbanden von Kriminalverbrechern und Deserteurcn. Die Bereitigung des Banditenwesens war von Anfang an die vornehmste und grundlegende Aufgabe der Sowjetadministration, und die Sowjetregierung hat in dieser Beziehung positive Resultate verzeichnen können. Die erste Periode des aktiven Kampfes der Sowjets gegen die Banditen brachte der Sowjetadministration und der roten Armee nicht immer Erfolge, und zwar deswegen, weil der Kampf nicht rationell geleitet wurde und nicht alle dienstigen Massnahmen ergriffen werden waren, die späterhin zu einer schnellen und endgültigen Liquidation des Banditenwesens führten. Anfangs operierte die rote Armee ganz selbständig, ohne in irgendwelchen Beziehungen zur örtlichen Bevölkerung, als unter den Banditen und den örtlichen Organisationen zu stehen. Die Bevölkerung, die unter den Banditen ebenso litt wie unter der roten Armee, verhielt sich gegenüber den Erfolgen der regulären Truppen vollkommen gleichgültig, ja sogar sogar direkt feindselig. Erst nachdem die Allukrainische Konferenz zur Bekämpfung des Banditenwesens gebildet worden war, die ihren Organisationsapparat auf alle dienigen Städte erstreckte, die vom Banditenwesen angesteckt worden waren, konnte eine erfolgreiche Liquidierung der Räuberbanden beginnen und der Bevölkerung die Möglichkeit friedlicher Arbeit und gesicherter Ruhe geboten werden. Die Abteilungen der Allukrainischen Konferenz klärten die Bevölkerung an Ort und Stelle über das Wesen des Banditenwesens und über den wesentlichen Schaden, den die Partisanenbewegung dem Zied raubte des Landes zufügte, auf, und forderten die Bevölkerung zur Bildung von freiwilligen Selbstschutzorganisationen und von Dorfpolizien auf. Und erst nachdem die Auf Veranlassung der Konferenz organisierten Abteilungen parallel mit der roten Armee zu operieren begannen, konnte der Kampf gegen das Banditenwesen als beendet angesehen werden. Über die Anzahl dieser Abteilungen und über die Bereitwilligkeit der Bevölkerung, Selbstschutzorganisationen zu schaffen, kann man sich ein Bild machen, wenn man sich vergegenwärtigt, dass allein das Government Alexandrowsk mehr als 50 vorzüglich bewaffnete und ausgerüstete Abteilungen örtlicher Miliz aufgestellt hat, mit deren Hilfe die maschinenlosen Banditen liquidiert werden konnten, die sich in dem Japorggebiet (geb. der ehemaligen Saporoger Kosaken,) ein festes Fest gebaut hatten. Mit Hilfe der Selbstschutzabteilungen des Kreises Solnawach konnten den Grossbauern im selben Bezirk mehr als 7000 Gewehre und einige 10 Millionen Patronen abgenommen werden. Eine nicht geringe Rolle spielte natürlich die Amnestieverkündigung des Allukrainischen Vollzugskomitees, welche die Dorfjugend bewog, die Räuberbanden zu verlassen, und ins Dorf zurückzukehren. Die Sowjetregierung hat in dieser Beziehung positive Resultate erzielt. -3- zehren und viele angesehene Items veranlasste, mit ihrer ganzen Abteilung die Zeffen niederzulegen. Die ukrainische rote Armee wurde gleichzeitig eilig reformiert und verstärkt. Wie entgegenkommend die ukrainische Bauernschaft sich gegenüber den Anordnungen der Sowjetgewalt verhielt, beweisen die Zahlen der Mobilisationsgestellung. Es haben sich im Durchschnitt 95-96% aller Erwachsenen gemeldet, ein Prozentatz, der der Vorkriegsnorm zwar nicht gleich ist, ihr aber doch sehr nahe kommt. Noch während der Zeit Stangels setzte das bolschewistische Oberkommando die Zahl der zur Mobilisation heranzuziehenden Jahresklassen herab, da die jüngeren Jahrgänge so hohe Ziffern an Leuten brachten, die sich der Einberufung stellten, dass sie für die Bedürfnisse der Armee vollkommen ausreichten. Die Stärke der ukrainischen Armee beträgt 18% aller bewaffneten Kräfte der Sowjetföderation. In Bezug auf innere Struktur und Organisation können einige Truppenteile als vergleichbar im vollen Sinne des Wortes gelten. Die Bestrebungen des ukrainischen Oberkommandos richteten sich hauptsächlich darauf, der jungen ukrainischen Armee einen vorbildlichen Kommandoestand zu beschaffen, zu welchem Zwecke in allen grösseren Städten der Ukraine Schulen für rote Offiziere gegründet wurden. Dasselbe geschah in Bezug auf den niederen Kommandostand, so dass die ukrainische Armee nach der zweiten und dritten Ausbildung ihrer roten Kommandeure in technischer Beziehung einigen westeuropäischen Armeen in nichts nachstehen, sondern diese möglicherweise sogar noch übertreffen. Die äussere Lage der Ukraine ist, nach den Erfolgen zu urteilen, die sie im Laufe des Jahres 1921 erringen konnte, gleichfalls als durchaus befriedigend anzusprechen. Mit Polen, den baltischen Republiken, der Türkei, Italien und Deutsch-Oesterreich sind Verträge abgeschlossen worden. Verträge mit Deutschland und der Tschechoslowakei werden vorbereitet. Die Ukraine ist auf dem Gebiet der Aussenpolitik die ganze Zeit konform mit der Politik der russischen Föderation gegangen, allmählich beginnt sie aber, ihre eigenen Wege einzuschlagen, und strebt danach, ein unabhängiges Mitglied der Völkerfamilie zu werden. Auch die Front der wirtschaftlichen Niedererstellung des Landes kann einige Erfolge aufweisen. Die wichtigste Lebensnader, das Transportwesen, ist nach den Ueberfällen Denkins, Stangels und Petljuras in einem völlig zerstörten und verderbten Zustande der Sowjetregierung in die Hände gefallen. Die Gesamtlänge des ukrainischen Eisenbahnnetzes beträgt 14 382 Verst, d.h. es ist etwa ein Viertel des gesamten Eisenbahnnetzes der Sowjetföderation gleichzusetzen. Im Jahre 1920 waren etwa 2000 Verst ausser Betrieb; die gegenwärtig aber bereits wieder hergestellt sind, da das rohende Material anbetrifft, so werden die ukrainischen Eisenbahnen zur Zeit von 1543 Lokomotiven und 79 876 Waggons bedient. Zur Wiederherstellung des wahren der Bürgerkrieges völlig zerstörten Eisenbahnnetzes ist eine kolossale Arbeit geleistet worden. Es waren über 930 Brücken zerstört und alle grösseren Anlagen des Gütertransportes auf dem Dnjepr und seinen grossen Nebenflüssen. Aus der Zahl der zerstörten Brücken sind bisher 244 völlig wiederhergestellt worden (indem die notwendigen Reparaturen und eine zeitweilige Reste ausgeführt wurde), während bei 681 Brücken die Arbeiten noch im Gange sind. Nicht wiedergestellt sind mithin nur 46 Brücken, die nur drittklassige Bedeutung besitzen. Unter den gewaltigen vom Kriege hervorgerufenen Zerstörungen, die wir wieder aufgebaut haben, befinden sich weiterhin die grosse Brücke in Kiev und die Kitschkastrucke in der Nähe von Alexandrowsk, beide bekannte Denkmäler der Sowjetkunst. Parallel mit der Wiederherstellung der Eisenbahnlinien verstärkte sich die Güterbeförderung. So wurden z.B. im Juli in der Ukraine nicht mehr als 800 Waggons im Laufe von 24 Stunden beladen, von denen 560 mit Heizmaterial der Eisenbahnen und nur 240 für verschiedene Organisationen beladen wurden. Gegenwärtig beträgt die mittlere Beförderungsziffer für den Zeitabschnitt von 24 Stunden auf den ukrainischen Eisenbahnen über 2000 Waggons. Die Wiederherstellung der Steinkohlenindustrie schreitet gleichfalls erfolgreich fort. In den ersten Monaten des Jahres 1921 stieg die Produktion an Steinkohlen progressiv. Im Laufe des Sommers fiel sie wegen Lebensmittelschwierigkeiten bis auf ein Minimum, vom August an begann sie etwa in folgender Progression zu steigen: August 11 Millionen Pud, September 18, Oktober 24 November 45 und Dezember 49,5 Mill. Pud. Im selben Verhältnis stieg auch die Ausfuhr an Kohle. Zum Winter hin endlich hat sich die Lage der Kohlenindustrie so weit gebessert und gefestigt, dass das zentrale Volk zugunsten im Prinzip die Ausfuhr von Kohle ins Ausland für möglich befunden hat." Mill. Pud Kohlen sind als erste Rate dem Tarenautauschfond zugeführt worden. Die grössten Erfolge in der Kohlenförderung sind in den kleinen Betrieben des Donbassins erzielt worden, wo die Produktionsziffer monatlich in ge- waltiger Progression mit dem Koeffizienten 2 steigt. Es muss angenommen werden, dass die grosse und die kleine Kohlenindustrie der Ukraine in der ersten Hälfte des Jahres 1922 in der Lage sein werden, 800 Mill. uud also etwa die Hälfte der Vorkriegsproduktion zu liefern, allerdings unter der Bedingung, dass das Lebensmittelprogramm der Sowjetrepublik, welches dem Donbassin einen reichlichen Fond garantiert, genau eingehalten wird. Parallel mit der Kohlengewinnung hat sich auch die Metallindustrie der Ukraine weiter entwickelt. Die Bergwerke von Petrowka, Majewka und Ju- sowka haben in Bezug auf die Arbeitsintensität den Standard der Vorkriegszei- t erreicht. Auf einigen Fabriken, wie z.B. auf der Charkower Lokomotivenbau- fabrik ist die Vorkriegsnorm um 7% überschritten. Die Perspektiven für die Lebensmittelbeschaffung der Ukraine im Jahre 1922 haben sich als längst nicht so glänzend erwiesen, wie der Rat der Volks- kommissare annahm. Die Sache ist die, dass die Ziffer des Gesamtertrages an Getreide in den Ganzen Ukraine mit 850 Mill. pud veranschlagt wurde. Von dieser Ziffer ausgehend nahm der Rat der Volkskommissare an, dass die Regie- rung in der Lage sein würde, über 100 Mill. pud Getreide zu verfügen, die in Form der Lebensmittelsteuer zu erpressen wären. Anstatt dessen erwies es sich im Juni, dass die Getreidernte der Ukraine wegen anhaltender Dürre in kei- nem Fall mehr als 450 Mill. Pud betragen wird. Infolgedessen musste die Höhe der Lebensmittelsteuer stark herabgesetzt werden. Trotzdem brauchte in einer Reihe von Dörfern und Gouvernements die liche der Lebensmittelsteuer nicht herabgesetzt werden, und die Steuer wurde Dank den Anstrengungen der lokalen Sowjetorgane und Dank dem Entgegenkommen der bäuerlichen Be- völkerung voll entrichtet. Die tätige Mithilfe der Abteilungen der roten Armee bei Einbringung der Ernte und bei der Eintreibung der Lebensmittel- steuer hat eine nicht geringe Rolle bei dem vernünftmässig glänzenden Zustande des Lebensmittelsteuereinfonds der ukrainischen Sowjetrepublik ge- spielt. Der Rat der Volkskommissare ist der Ansicht, dass das in seinem Be- sitz befindliche Quantum an Getreide genügt, um die Versorgung der ro- ten Armee und lebenswichtigen Betriebe durchzuführen, die Aussaat für das Frühjahr 1923 sicher zustellen und sogar noch den Hungergelbsten an der selge Hilfe zu leisten. Das Kommissariat für Landwirtschaft sah sich veranlasst, die Möglich- keit einer weiteren Dürreperiode in Betracht zu ziehen und daher mit allen Mitteln den Anbau solcher Getreidesorten zu fördern, die unter einer Dürre weniger zu leiden haben. Seine Bemühungen und mit Unterstützung der Sowjets, der Dorfart und der klassenbewussten Elemente im Dorfe ist es bisher gelungen, die Anbaufäche für Weiz, an dessen Widerstandsfähigkeit gegen Hitze die Bauern sich in der Praxis überzeugen konnten, auf das Doppelte zu erhöhen. Die Dürre und Missernte haben sich hauptsächlich auf den Puffel der allerfruchtbaren Gouvernements der Ukraine erstreckt, in denen die bäuerliche Grosswirtschaft überwog. Im vorigen Jahr wandte das Volks- kommissariat für Landwirtschaft seine Aufmerksamkeit daherhauptssächlich diesen Gouvernements zu und versuchte ihre Produktivität zu erhöhen und die Anbaufäche nach Möglichkeit zu vergrössern. Dieses ist bis zu einem gewisse Grade gelungen, und die Anbaufäche konnte bis auf 500 Mill. Dessjätinen vergrössert werden. Die Ernte allein von diesem Gebiet hätte ein mehr von 100-150 Mill. pud ergeben können. Leider wurde sie durch die Dürre vernichtet in diesen Jahr ist angesichts aller Anstrengungen des Volkskommissariats für Landwirtschaft die Aussaat an Integreteide in diesen Gouvernements zurückgegangen, unbestätigt 25-30% weniger als im vorigen Jahr. Solche trüben Aussichten lassen uns für die Zukunft eröffnen, wenn nicht rechtzeitig durch- greifende Massnahmen angewendet werden, ist daran zu ersehen, dass z.B. das Alexandrowksche Gouvernement im Jahre 1920 ungeachtet der Nähe der Grenzfront eine Saatfläche von 180 Mill. Dessjätinen aufwies, während in der jetzigen Saatkampagne kaum 450 000 Dessjätinen bestellt worden sind. Wir sehen somit einen katastrophalen Rückgang der Saatfläche für das Jahr 1922. Die Sowjetregierung wird aber hier in jedem Fall auch mit diesem In- glück fertig werden, und wenn sich im kommenden Jahr nicht irgendwelche Verwicklungen aussenpolitischen Charakters ergeben, so wird die Sowjetukrai- na das Jahr 1923 mit neuen Erhöhungen politischen und wirtschaftlichen Charakters begrüssen können. Vorsitzender des Rates der Volkskommissare der U.S.S.R. Ch. Rakowski. - 8 - beter die Stellungnahme der ukrainischen Grossindustrie zum Ausfuhrhandel liegen in der bolschewistischen Presse folgende Angaben vor: Die Kommission zur Feststellung der Ausfuhrmöglichkeiten für die Ukrainische Grossindustrie hat dem Präsidium des ukrainischen Sowjets der Volkswirtschaft ein Memorandum überreicht, das sich auf die Ausfuhr und Einfuhr der notwendigsten Waren bezieht. In dem Memorandum wird darauf hingewiesen, dass eine geregelte Tätigkeit der wiedererstehenden Grossindustrie der Ukraine (steinkohlen, metallurgische und chemische Industrie) ausschliesslich davon abhängt, ob es gelingt, die ukrainische Industrie in den festgesetzten Normen mit Lebensmitteln und Bedarfsartikeln zu versorgen, und zwar mindestens auf 6-7 Monate infolge der Missernte und der im kommenden Jahre bevorstehenden geringen Ernte (infolge des gewaltigen Rückganges der mit Interkern bestellten Ackerflächen) ist die Lage wenig hoffnungsvoll. Den Bedarf der Grossindustrie können weder die staatlichen Organe noch der freie Markt decken. Der Mangel an Geldwertzeichen verschlimmert die Lage der Industrie noch bedeutend. Der Bedarf der ukrainischen Grossindustrie an Lebensmitteln und Gegenständen des täglichen Bedarfs ist so gross, dass er nur durch die Einfuhr aus dem Auslande im Austausch gegen gewisse Rohstoffmengen, Halbfabrikate und fertige Erzeugnisse gedeckt werden kann. Die gegewärtigte Konjunktur der Volkswirtschaft wird unweigerlich zu einer Überproduktion der Grossindustrie führen. Within ist die Ukraine sehr wohl imstande, nach Erfüllung der inneren Bedürfnisse des Landes diese Produkte auszuführen, und bricht sogar nicht davor zurückzuschrecken, auf den Weltmarkt zu werfen, zu einem Preise, der geringer ist als die Erstehungskosten. Eine derartige Exportpolitik, in Verbindung mit einem entsprechenden Import, muss zu einer Steigerung der Produktion führen und die Produktionsunkosten der Fabriken verringern. Auch der verhältnismässig niedrige Arbeitslohn ist der Entwicklung der Handelsbeziehungen günstig. Das Memorandum vertritt den Standpunkt, dass die Ukraine die Konferenz auf dem Weltmarkt nicht zu scheuen brauchte. Die Ausfuhr soll Gesetzat streng geregelt werden. Für die ausgeführten Waren sollen wiederum nur solche Waren eingeführt werden, die denen der Ausfuhr beteiligten Industriezweigen zugute kommen. ЦЕНТРАЛЬНИЙ ДЕРЖАВНИЙ АРХІВ ВИЩИХ ОРГАНІВ ВЛАДИ ТА УПРАВЛІННЯ УКРАЇНИ В даній справі № 151 Фонду № 1423 Пронумеровано 210 (двісті десять) аркушів (цифрами і прописом) з них літерні №№ 124а пропущені №№ Вкладення Брошури, газети: Графічні матеріали: Інші особливості документів Документи із згасаючим текстом: 19 р. Підпис ДЛЯ ПІДШИВКИ ПІДГОТОВКА СПРАВИ ДО МІКРОФІЛЬМУВАННЯ (що зроблено і вказівки оператору) 19 р. Підпис СПРАВУ ПЕРЕВІРЕНО: Під час видачі підпис, дата повернення підпис, дата Під час видачі підпис, дата повернення підпис, дата 21.10.96 Топо 7/3 4/2 05/1 С-2 ДУЗО 3-04-06 б Окешук Після Ду ЗО 4.06.08р 1(4) Тігра, № схв. 29.12.08/ 23/12.96, Альбас 7/8 1205 ВІДМІТКИ РЕСТАВРАЦІЙНИХ МАЙСТЕРЕНЬ: Консервація: Опра́ва: Мікрофільмування: 25.05.06. Лашенко Вурног 31/05.96 (Дата) (Підпис) (Дата) (Підпис) сканування 26.02.09 чуд