Інформації дипломатичного відділу УНР в Німеччині про свою роботу , 23.11.1921-18.03.1922, 197 арк. — частина 2/2

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Назва фонду
грудень 1918 р.- /1937 р./ Головне управління Генерального штабу УНР, мм. Київ, Жмеринка, Рівне, Кам'янець-Подільський
Анотація
1919 Інспекторський відділ; 1919-1920 Організаційний відділ; 1919-1920 Головна управа персонального складу 2-й відділ 1919-1920 Пенсійна управа. 2-й відділ; 1918-1920 Комісія у справах військовополонених;1-е Генерал-квартирмейство; 1918-1921 Оперативний відділ; 1919-1922 Розвідувальний відділ; 1919-1920 Управа комплектування мобілізаційний відділ; 1920-1922 Канцелярія; 1922 Оперативна управа; 1920 Дислокаційний відділ; 1920-1922 Розвідочна управа; 1920 Каса взаємодопомоги; 1921-1923 Відділ дефензиви; 2-е Генерал-квартирмейство; 1918-1922 Організаційна управа; Мобілізаційний відділ; 1918-1921 Відділ особистого складу; 1919-1920 Культурно-освітня управа; 1918-1919 Відділ навчання; 1919-1923 Канцелярія; 1920-1921 Інформаційний відділ; 1920-1921 Загальний відділ; 1920-1921 Військово-історична управа; 1920-1923 Управа навчання; 1920-1922 Управління 3-го Генерал-квартирмейства; 1920 Комісія у справах військовополонених; 1920-1937 Канцелярія; 1921 Організаційна управа; 1921-1922 Інформаційне бюро; 1920-1921 Закордон
Історична довідка
грудень 1918 р.- /1937 р./ Головне управління Генерального штабу УНР, мм. Київ, Жмеринка, Рівне, Кам'янець-Подільський
Назва справи
Інформації дипломатичного відділу УНР в Німеччині про свою роботу , 23.11.1921-18.03.1922, 197 арк.
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Розпізнаний текст

-6- Polen - Russland. In dem von Polen Mitte Septemberauf Voranlassung Frankreich angestellten Streit über die Ausführung der Bedingungen des Rigaer Vertrages erlitt Polen eine diplomatische Niederlage. Der von Polen-Frankreich verfolgte Zweck, durch den Angriff der polnischen Diplomatie die schwierige innere Lage Russlands zu verschärfen, wurde nicht erreicht. Die Beteiligung ukrainischer, bisher in Polen internierter Truppen an dem ukrainischen Aufstand gab Russland den gewünschten Anlass zu Gegenforderungen. Russland erreichte dass Polen den vom Zaun gebrochenen diplomatischen Ziest beizulegen suchte und dass Jawinko, der früher der antibolschewistischen Russen in Polen von der polnischen Regierung ausgewiesen wurde. Russlands Bestreben ist die Erfüllung der wirtschaftlichen Bedingungen des Rigaer Vertrages, vor allem die Geldzahlungen an Polen möglichst hinauszuzögern. Es benutzt daher jede Gelegenheit, um Polen angebliche Vertragsbrüche nachzuweisen. So ist eine gewisse Spannung zwischen Polen und Russland entstanden, die jedoch kaum in absehbarer Zeit zu kriegerischen Verwicklungen führen dürfte. Beide Staaten haben bisher keine Vorbereitungen hierzu getroffen. Polen - Randstaaten. Der mit der Führung der Verhandlungen über die Wilna-Frage beauftragte Belgier Hymans hatte bereits im Juli den Vorschlag gemacht, Wilna als autonomen Kanton Litauen anzugliedern und dafür Litauen mit Wilna eng an Polen zu binden. Dieser Vorschlag war von den Polen im September abgelehnt worden. Auch die litauische Regierung lehnte nach langem Schwanken am 5. Dezember den Hymans'schen Vorschlag ab. Polen hatte noch Ende November versucht, nicht offiziell mit Litauen über die Wilnafrage zu verhandeln, und schritt nach dem Scheitern dieses Versuches sofort zu Vorbereitungen für die Schaffung eines Wilner Landtages. Das Ergebnis der Wahlen zu diesem Landtage soll Anfang Januar stattfinden sollen, will Polen einer Volksabstimmung in dem zwischen Polen-Litauen strittigen Gebiete gleichstellen. Der Wilner Landtag soll über die Angehörigkeit Wilnas entscheiden. Trotzdem der Ver- sitzende der Wilnaer vorläufigen Regierung, General Zeligowski, sein Amt und das Kommando über die in Wilna stehenden polnischen Truppen abgab, werden die Schälen zu dem Wilner Landtage unter dem Druck der starken, in dem strittigen Gebiet stehenden regulären und irregulären polnischen Truppen stattfinden und daher für Polen günstig ausfallen. Die Wahlen sind demnach nur eine letzte gegebene dem Völkerbunde. Polen wird, wie auch der Nachfolger Zeligowskis, Rejstowicz, in einem Auftruf betonte, Wilna freiwillig nicht hingeben. Eine Änderung dieser cinlichen Absichten könnte nur dann eintreten, wenn Litauen seine bisher antipolnische Stellung aufgeben und sich mit einem nahen Anschluss an Polen einverstanden erklären würde. Es ist möglich, dass Frankreich und Polen nach endgültiger Erledigung der Wilnafrage Litauen durch die Aussicht, demel gegen einen Anschluss an Polen zu erhalten, zu kürzeren Versuchen werden. Ferner werden Polen und Frankreich voraussichtlich bestrebt sein, die jetzt enger werdende Verbindung zwischen Lettland und Litauen zu lockern und lettland mehr den zur Zeit unter französischen Einfluss stehenden, anderen Randstaaten Estland und Finnland zuzunähern. Litauen würde damit isoliert und nach polnisch-französischer Ansicht dann leichter dem polnischen Druck erliegen. Die Annäherung Lettlands und Finnlands an Polen kam dadurch zum Ausdruck, dass an den polnischen Arbeitsübungen eine estnische-und finnische Offizier-Delegation teilnahm. Die lettische Presse berichtete dann bereits Anfang Oktober von einer polnisch-finnischen Militärkonvention. Die von der finnischen Regierung Anfang November erlassene Niederlegung dieser Nachricht ist mit Vorsicht aufzunehmen, da sich inzwischen engere Beziehungen zwischen den polnischen und finnischen Heeresleitungen angesponnen zu haben scheinen. Der Verbindung Lettlands und Finnlands mit Polen suchen Litauen und Lettland durch Schaffung eines auf die Randstaaten ex selbst basierten, nicht von Polen-Frankreich geleiteten Blockes entgegenzuwirken. Dieser Versuch gründet sich vor allem auf die gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen der Randstaaten als Transitländer für den Handel nach Russland. Ob der Versuch Erfolg haben wird, steht dahin. Polen - Danzig. Die Vollbannen der Freistadt wurden vertragsgemässig am 1. Dezember -7- Polen gegen eine Geldentschädigung übergeben.Auf Grund der zwischen Polen und Danzig am 24.10. abgeschlossenen Konvention treten am 1.Januar 1922 die polnischen Zollgesetze für Danzig in Kraft. Am 1.4.22 wird Danzig in das polnische Wirtschaftsgebiet einbezogen werden.Durch den Optionsvertrag zwischen Danzig und Polen wird Polen das Festsetzen in Danzig erlaubt.Obglich die Konvention noch nicht von Danziger Volkstag ratifiziert wurde, ist an dem Inkrafttreten der genannten Bestimmungen der Konvention kaum zu zweifeln. Sie müssen, da sie nur für Polen günstig sind, schädigend auf das Deutschtum in Danzig wirken.Das ist von Danziger deutschen Hen- delskreisen sehr spät erkannt worden. Die erst Anfang Dezember von diesen Kreisen erhobenen Einsprüche gegen die Konvention werden vermutlich ohne Wirkung bleiben, die Vorteile, die Polen mit der Konvention errungen hat, liessen den Wunsch weiterer Vor dringens gegen Danzig in Polen entstehen. So verlangt Polen neuerdings das Kontrollrecht über die sichselbst, das Recht, Sannitationsniederlagen im Danziger Hafen zu errichten, des recht, die Schiffe der polnischen Kriegsflotte in Danzig ohne besondere Genehmigung der Danziger Regierung vor Anker legen zu dürfen und extraterritorialität für alle im Danziger Hafen liegenden polnischen Schiffe wie für die in Danzig befindlichen Polen. Die Ziele, die Polen mit diesen Forderungen verfolgt, sind durchsichtig genug. Sie werden bisher von dem englischen Oberkommissar in Danzig, Haking, wenigstens dann bekämpft, wenn sie auch englische Interessen schädigten. Da Hakings Amtszeit im Januar abläuft, hängt die weitere Entwicklung der Lage in Danzig wesentlich von der Wahl des neuen Oberkommissars durch den Völkerbund ab. Immerer Politik. Der K.m.f zwischen den im jetzigen Landtag fast an Stimmenzahl gleichen rechten und linken Parteien hat an Heftigkeit zugenommen. Von seinen Auswirkungen wurden gelegentlich einzelne Regierungsmitglieder berührt, ohne dass es bisher den parteien darauf ankam, sie unter Ponikowski am 20.9 gebildete Mehrregierung zu stürzen. Der Kampf zwischen rechts und links bildete den Auftakt zu den für Anfang März geplanten Neuwahlen zum Landtag. Jeder der rechten noch linken Parteien kann es zur Zeit daran ankommen, jetzt die Regierung zu übernehmen und sich damit in die Lage zu bringen, durch der Athlerschaft nicht genehme Entscheidungen in den schwierigen aussen- und innenpolitischen Fragen an Stimmen zu verlieren. Scharf umkämpft war vor allem die Frage für die Zahlen zum alten Landtag. Die Linke, die in diesem Falle von Pilsudski selbst geführt wurde, verlangte die Durchführung der Wahlen in den gesamten zwischen Polen und Litauen strittigen Gebiet. Die rechten Parteien sahen darin eine von oben selbst herbeigeführte Berichtigung der im Rigae Friedensverträge festgesetzten Ostgrenze Polens und wollten daher die Wahlen auf Vilna mit seiner unmittelbaren Umgebung beschränken. Der endliche Sieg der Linken wurde in dieser Frage mit sehr geringer Stimmenmehrheit erfochten. Ein neuer Streit wird bei der Beratung des technisch-polnischen Vertrages entbrochen. Innerpolitisch bekämpfen sich Rechte und Links zur Zeit scharf bei den Verhandlungen über die Finanzreform des Finanzministers Michalski-Michalski will den Besitz, aber auch den kleinen Bauern, anfassen, seinen ministerium diktatorische Vollmachten in Finanzfragen verschaffen und endlich zur Hebung der Finanzzlage den gesetzlichen Standes-Tag besetigen, läne, die von den gesamten Linksparteien nicht gebilligt worden. Die jetzt beschlossene einmalige Verabgessgabe konnte daher nur mit geringer Rechtsmehrheit wahrscheinlich, mit den Stimmen der Deutschen und Juden durchgedrückt werden. In letzter Zeit kamen zu den sachlichen Kämpfen zwischen rechte und links Angriffe persönlicher Art, die sich von rechts besonders gegen Pilsudski und frühere Linksminister, von links gegen frühere Rechtsminister, dann aber anscheinend auch gegen den den Rechtsparteien nahestehenden Chef der französischen Militärmission in Polen, General Niesseh, richteten, der deshalb von seinem Posten zurücktrat. Zusammengearbeitet haben die Parteien nur wie bisher in der Bekämpfung der kommunistischen Agitation und der Bedrückung der Minderheiten. Es ist ein Gesetz gegen die Kommunisten in Vorbereitung, das den schon jetzt scharf verfolgten Kommunismus im Keim erstickt soll. - 8 - Der Kommunismus konnte unter diesem energischen Druck nur wenig Boden gewinnen. Sicher scheint nur die Arbeiterschaft im Industriegebiet Kongress-Polen, ferner in Posen und Westpreussen zum Teil gewonnen zu sein. In Ostgalizien arbeitet die ukrainische Bewegung mit den Kommunisten zusammen. Ein Grund mehr für die Polen, scharf gegen die Ukrainer vorzugehen. Die Unterdrückung der Ukrainer kam namentlich bei der im September abgehaltenen Volkszählung zum Ausdruck. Über 30 000 Ukrainer werden wegen "passiver" Rentenz, d.h. wegen ihres nationalen Bekenntnisses festgesetzt. Im übrigen verschleierten die Polen in Ostgalizien, wie auch in andern völkisch gemischten Bezirken das Ergebnis der Volkszählungen durch Fälschungen. Die von der polnischen Sozialdemokratie im Hinblick auf die noch ausstehende endgültige Entscheidung der Entente über Ostgalizien vertretene Ansicht, dass Ostgalizien eine Art Autonomie gewährt werden müsse, scheint bei den andern Parteien wenig Anklang zu finden. In den westlichen Grenzgebieten wurde die Unterdrückung des Deutschtums fortgesetzt. Eher sind infolge rücksichtslosen Verhaltens der polnischen Behörden etwa 800 000 Deutsche Ausgewandert. Die Stadt Posen, die 19 fast 50.000 deutsche Einwohner hatte, zählt z.Zt. nur 6.6 Deutscher. Durch Enteignung deutscher Kirchen- und Schulvermögens, durch die Sabetage deutscher Wahlsiege bei den Gemeindewahlen in Posen und Westpreussen, endlich durch die Fortsetzung der Vertreibung deutscher Grundbesitzer und Ansiedler aus den westlichen Grenzgebieten soll das Deutschtum weiter geschmälert werden. Der polnische Ministerpräsident Ponkowski bezeichnete am 25.11. in Posen die Deutschen als Eindringlinge, die sich in Polen zwar "frei entwickeln" könnten, aber nur dann, wenn sie ihre Opposition gegen das Polentum aufgeben würden. Die Bitte des Deutschumbundes in Polen an den Völkerbund, die Minderheiten gegen die Übergreife der polnischen Regierung zu schützen, verurteilt er als Hetze gegen die polnische Regierung. Dieser Schritt des Deutschtum bundes hat zur Folge gehabt, dass der Völkerbund endlich wieder auf das Not des Deutschtums in Polen aufmerksam wurde und die weitere Vertreibung von Deutschen vorläufig verbot. Ob dieser Schritt indes Erfolg haben wird, bleibt abzuwarten. Mit dem Vorstoß gegen das Deutschthum verband Ponkowski den Zweck, die rechts gerichteten separatistischen Kreise Ossens und Westpreussens für die Regierung zu gewinnen. Er hat andrerseits keinen Zweifel gelassen, dass die jetzige Regierung jede Auswirkung der separatistischen Bestrebungen auf das schärfste bekämpfen würde. Den Wünschen der weniger auf eine politische, als auf eine wirtschaftliche Autonomie hinarbeitenden Kreise in Posen und Westpreussen kam die Regierung mit Rücksicht auf die kommenden Wahlen dadurch entgegen, dass sie die Auflösung des Posener Rumpf-Ministeriums vom 1.1.1922 bis 1.4. verschob. WIRTSCHAFT. Nach der Entscheidung der oberschlesischen Frage stieg der Wert der polnischen Mark erheblich. Da sich jedoch infolge Mangels an Lebensmitteln die Lebensmittelpreise nicht verringerten, ferner Auslandskredite in grösserem Umfange zunächst ausblieben, führte das Steigen der polnischen Mark in Verbindung mit Kohlenmangel zu einer Krise in der polnischen Industrie. Die polnischen Inlandskäufe unterblieben, weil mit einem weiteren Steigen der polnischen Mark und damit einem Sinken der Preise gerechnet wurde. Das Ausland hielt infolge Vertreibung der polnischen Mark mit Ankäufen zurück. Die Krise führte zum Stilllegen eines Teiles der Industrie und damit zu einer Vermehrung der Arbeitslosen. Von 800 000 im Hauptindustriebereich beschäftigten Arbeitern mussten 100 000 entlassen werden. Die Regierung hofft die Krise zu beheben durch Ermässigung der Kohlenpreise und Fortfall der Kohlensteuer. Diese Massnahmen müssen naturgemäss zu einer Verschlechterung der schon ohnedies trüben Finanzlage führen. Die Notenausgabe ist infolge der wachsenden Passivität der Handelsbilanz, die ihren Grund vor allem in der Notwendigkeit starker Lebensmitteleinfuhr hat, gewachsen. Der Banknotenumlauf wird Ende 1921 voraussichtlich über 200 Milliarden betragen. Die hohen Preise für den ersten Bedarf bedingen Steigerung oder wenigstens Festhalten der hohen Besoldung der sehr zahlreichen Beamten (450 000 auf rund 26 Millionen Bevölkerung) sowie der Arbeit erschöpft und damit ein unwirtschaftliches Arbeiten der staatlichen, aber auch der anderen Betriebe. -9- Die noch hinzukommenden hohen Ausgaben für Armee und Flotte werden zur Folge haben, dass der Staatshaushalt auch in diesem Jahr trotz der geplanten Finanzverbesserungen einen erheblichen Fehlbetrag aufweisen wird. Die somit schwierige Wirtschaftslage kann sich erst dann ändern, wenn die ober schlesischen Gruben und Werke im polnischen Besitz übergegangen sind, ob gleich ein grosser Teil des Ertrages nicht Polen, sondern Frankreich und den andern Intendestäten zufallen wird. BANDSTAATEN. Die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen der Randstaaten zu einander sowie zu Deutschland und Russland wurden auf einer Reihe von Konferenzen besprochen. In der Zeit vom 28.Oktober bis 31.Oktober fand in Riga eine Wirtschaftskonferenz statt, an der Litauen, Lettland, Estland, Finnland einerseits und Russland andererseits teilnahmen. Wenn auch nicht alle Fragen – Transit-, Hafenpolizei-, Schifffahrts-, Wirtschafts-, soziale- und Arbeiter-Angelegenheiten – erledigt wurden, so führte die Konferenz doch dazu, in Riga ein ständiges Wirtschaftsbüro einzurichten, in dem die Angelegenheiten weiter beraten werden sollen. Als weiteres Ergebnis dürfte auch der estnisch-finnische Vertrag anzusehen sein. Auf einer vom 18.November bis 25.November gleichfalls in Riga abgehaltenen Eisenbahnkonferenz waren Litauen, Lettland, Estland einerseits und Deutschland andererseits vertreten. Es wurde ein Vertrag unterzeichnet, nach dem in Zukunft der Passagier- und Güterverkehr mit Deutschland ohne Umsteigen bzw. Umladen durchgeführt werden soll und die Frage des Transitverkehrs durch das Gebiet der Randstaaten geregelt wurde. Seit dem 16.Dezember endlich tagen die Außenminister von Litauen, Lettland, Estland und Finnland in Reval. Es ist möglich, dass diese Zusammenkunft eine Folge der Helsingfors-Konferenz vom Sommer dieses Jahres ist, auf der u.a. regelmässige Zusammenkünfte der 4 Außenminister beschlossen waren. Neben wirtschaftlichen sowie Grenz-Fragen dürfte bei dieser Konferenz vor allem die Stellungnahme der Randstaaten zu dem finnischen Schritt beim Völkerbunde bezüglich des Aufstandes in Ostkarélien erörtert werden. A. LITTAUEN. Die Ablehnung des Jymans'schen Silnaprojektes durch das litauische Kabinett hat diesem eine wesentliche Stärkung im Volke eingebracht, da es mit diesem Entschluss dem Willen des Landtages und dem der Volksmehrheit Rechnung getragen hat. Zwar musste der Außenminister Juritzki von seinen Posten zurücktreten; sein Rücktritt soll aber nicht mit der Silnafraage in Zusammenhang stehen. Als Nachfolger für den Posten des Außenministers wird der Priester Jurgutis (christlicher Demokrat) genannt. Es erscheint nunmehr ausgeschlossen, dass es den Linkspartheien gelingen wird, das Gesamtkabinett zur Démision zu bringen, wenngleich die Linke, zumal die Kommunisten, die durch die Silnafraage gespannte innerpolitische Lage für ihre Zwecke in reichem Masse ausgenutzt hat. Ob Litauen nunmehr versuchen wird, durch direkte litauisch-polnische Verhandlungen die Silnafraage zu regeln, bleibt abzuwarten. In litauischen Finanzkreisen wird z.Zt. das Projekt der Einführung einer eigenen Währung erörtert. Bezüglich des Memelgebietes wurde im litauischen Landtag an die Regierung die Forderung gestellt, für die Inverleibung des Memellandes einzutreten. Die Regierung sicherte dieses unter Gewährung einer "weitgehenden" Autonomie für das Memelland zu. Inzwischen ist der französische Oberkommissar des Memellandes, Petiené, bemüht, in Paris bei der Deutschen Konferenz das Dauerprotokoll Frankreichs über den memelländischen Freistaat durchzusetzen. -10- B. Lettland. I. MILITÄRISCHES. In dem nunmehr genehmigten wehrpflichtgesetz ist die aktive Dienstzeit auf 2 Jahre, die in der Reserve auf 18 Jahre festgesetzt. In befinden sich unter den Waffen die Jahrgänge 00 und 01. Hiervon kommt der Jahrgang 00 demnächst zur Entlassung, an seine Stelle treten dann die Rekruten des Jahrganges 02. II. POLITISCHES. Lettland wurde in den Völkerbund aufgenommen und von allen Staaten mit Ausnahme der Tschechoslowakei, Südslavien und den Vereinigten Staaten anerkannt. Durch den Stillstand zwischen Litauen und Polen traten polnische Absichten auf Danzig und Lettland hervor. Infolgedessen ist das Verhältnis Lettlands zu Polen trotz eines Dements des polnischen Gesandten in Lettland über die angeblichen polnischen Absichten stark getrübt. Lettland hat sich enger an Litauen angeschlossen. Nach Angabe des lettischen Ausmministers sollen lettisch-litauische Verhandlungen vor dem Abschluss eines Bündnisses stehen. Ebenso wie in Lettland versucht England auch in Lettland seinen Einfluss zur Geltung zu bringen. Verhandlungen über einen englisch-lettischen Handelsvertrag auf dem Grundsatz der Selbstbegünstigung gehen ihrem Abschluß entgegen. C. Estland. I. MILITÄRISCHES. Das Wehrpflichtgesetz wurde vom estnischen Kriegsminister dem Parlament vorgelegt. Der Vorschlag sieht eine 2jährige Dienstpflicht vor. Einzelheiten fehlen. II. POLITISCHES. Die immer grösseren Schwierigkeiten der Regierung bei der Durchführung der Agrarreform haben dazu geführt, eine Verlangsamung ein- treten zu lassen. D. h. sollen Güter, die in ihrer Kauftasche der Versorgung der Städte dienen, zunächst von der Agrarreform unberührt bleiben. Jahr und mehr sucht England seinen Einfluss in Estland zu stärken. Nachdem es England gelungen ist, die russisch-baltische Sefr in Pacht, sowie eine Brennsehleiferkonzession zu erhalten, sind z. Zt. Unterhandlungen wegen Ankäufe der Dorfer Bank im Gange. Zwischen Estland und Finnland wurde ein Handelsabkommen getroffen. D. Finnland. I. MILITÄRISCHES. Im finnischen Reichstag wurde in 2.Lösung das Gesetz über die Herabsetzung der Militärdienstzeit angenommen. Es sind vorgesehen: für Infanterie 9 Monate (bisher 12 Monate), Spezialwaffen 12 bezw. 15 Monate (bisher 18 Monate). Der Präsident kann jedoch selbständig innerhalb der nächsten 3 Jahre die Dienstzeit der Infanterie bis auf 12 Monate verlängern. Der Konflikt im finnischen Schutzkorps wurde beigelegt. Die Regierung setzte durch, dass General Gerich, der Kommandant des Helsingforser Korps wegen eines oppositionellen Zeitungsartikels seines Postens enthoben wurde. Der Vorschlag der rechten Parteien, an Stelle des bisherigen Oberbefehlshabers des Schutzkorps, das Generals Berg, der sich infolge der bei diesem Anlass gegen ihn erhöhten Vorwürfe erschossen hatte, den General Mannarheim zum Oberbefehlshaber zu ernennen, wurde von der Regierung abgelehnt. Die erneuerte den in der Öffentlichkeit bisher nicht hervorge- trogenen Oberstleutnant Malmberg, zuletzt Kommandeur eines Feld-Art.-Reg., zum Oberbefehlshaber; gleichzeitig versuchte die Regierung grösseren Einfluss auf die Schutzkorps zu gewinnen, zumal die Schutzkorps staatlich subventioniert sind. Zu diesem Zweck wurde ein Gesetzentwurf über Änderung -11- der Statuten der Schutzkorps von der Regierung bestätigt. Die Hauptpunkte der neuen Statuten sind folgende: 1. Der Oberkommandierende des Schutzkorps wird dem Präsidenten unmit- telbar unterstellt. 2. Der oberkommandierende und der Chef des Stabes werden vom Präsi- denten ernannt. Hat somit die Rechte in Finnland in der Frage des schutzkorp eine politische Niederlage erlitten, so ist es ihr geglückt, den bisherigen Kriegsminister Hämäläinen infolge Nachgiebigkeit der Bessersten Linken gegenüber zum Rücktritt zu zwingen. An seine Stelle trat der den Rechtspar- teien angehörende Jalander. II. AALAND. Die von der Ålandkonferenz in Genf vom 10.10. bis 20.10. beratene Konvention wurde am 20.10. von den schwedischen und finnischen Vertretern in Genf unterzeichnet, am 18.November von der schwedischen und am 20.Dezem- ber von der finnischen Regierung ratifiziert. Gemäss der Konvention, durch die die Inseln Finnland zugesprochen wurden, verpflichtet sich Finnland, die Ålandsinseln nicht zu befestigen, sie auch nicht für irgendwelche militä- rische Operationen zu benutzen. Jede in- und Ausfuhr von Waffen und sonstig Kriegsgerät, sowie Landung irgendwelcher land-, see- oder Luftstreitkräfte ist verboten. Die finnische Regierung beschloss, ihrer Truppen von den Å- landinseln erst zurückzuziehen, wenn das Parlament Ålands zusammengetreten ist. Ausland hat in einer Note erneut Protest gegen die Entscheidung über die Ålandsinseln erhoben und erklärt, dass es keinerlei Beschlüsse über Åland anerkenne. Finnland verwahrt sich dem russischen Einspruch gegenüber in einer Note vom 19.November, in der es darauf hin weist, dass die Genfer Konferenz von Völkerbund einberufen sei, und dass Finnland volles Recht habe daran einzuwilligen, dass seine Befugnisse über sein eigenes Gebiet in miß- litärischer Beziehung begrenzt würden. III. KARELISCHER AUFSTAND. Im November 21 brach in Ostkarelien in dem durch den Dorpater Friedensvertrag von Finnland an Russland abgetretenen Gebiet ein Aufstand der ostkarelischen Bevölkerung gegen die Bolschewiki aus. Der Anlass liegt in willkürlichen Vergaben der Sowjetbehörden bei der Eintrei- bung der Naturalsteuer und bei der Aushebung der Rekruten. Die Sowjetregierung brach damit die im Friedensvertrag festgelegte Zusicherung auf Selbstver- waltung und Führung der alten Gemeindeordnung. Die Aufständischen fordern in einer der russischen Regierung übersandten Note die Zurückziehung der Sowjettruppen und Einberufung eines Ostkarelischen Landtages. Die Verwürfe, die die russische Regierung in einer Note an Finnland or- hebt, dass die finnische Regierung den Aufstand angestellt habe und unter- stütze, wurden von dieser in einer Antwortnote zurückgewiesen unter Hinweis auf die Nichteinhaltung des russisch-finländischen Friedensvertrages seitens Russlands. Am 1. Dezember sandte die finnische Regierung mit Rücksicht auf die Bedrohung der eigenen Grenze durch den karelischen Aufstand eine Note an den Völkerbund. In dieser wird unter Hervorhebung der Unterdrückung fin- nischer Minoritäten in Ostkarelien durch Russland vorgeschlagen, eine Völkerbunds kommission zu bilden, die sich an Ort und Stelle von den Verhält- nissen im Aufstandsgebiet überzeugen und ein Gutachten abgeben solle. Sowjetrussland erklärte in einer an Finnland gerichteten Note vom 8. Dezember, dass der Anruf des Völkerbundes eine Linnmischung dritter Mächte in die inneren Angelegenheiten Sowjetsrusslands bedeute. Es sehe den Schritt der finnischen Regierung als einen feindlichen Akt an und verlange unter Androhung weiterer Massnahmen einendreie schliessung der finnischen Gren- ze gegen das Aufstandsgebiet, -instellung jeglicher Unterstützung der Auf- ständischen auch geldlicher Art und Ausweisung aller Personen, die sich in den gegen Russland gebildeten Organisationen beteiligen. ЦЕНТРАЛЬНИЙ ДЕРЖАВНИЙ АРХІВ ВИЩИХ ОРГАНІВ ВЛАДИ ТА УПРАВЛІННЯ УКРАЇНИ В даній справі № 212 Фонду № 1078 Пронумеровано: 197 (того дебетового списку) +436=208 аркушів (цифрами і прописом) з них літерні №№ пропущені №№ Вкладення Брошури, газети: Графічні матеріали: нші особливості документів Документи із згасаючим текстом: ар 131-134 26. 01 1999 р. Підпис _ ПІДГОТОВКА СПРАВИ ДО МІКРОФІЛЬМУВАННЯ (що зроблено і вказівки оператору) 19 р. Підпис _ СПРАВУ ПЕРЕВІРЕНО: Під час видачі повернення підпис, дата підпис, дата 30.03.2010 27.12 00.21- Лігота глю 22.04.10 Став 4.02.99 Му місце роботи 03.01.68 Лат II під час видачі повернення підпис, дата підпис, дата ВІДМІТКИ РЕСТАВРАЦІЙНИХ МАЙСТЕРЕНЬ: Консервація: Опраць: Мікрофільмування: 20.00 Накибайко Десант (Дата) (Підпис) (Дата) (Підпис) 26.04.2011 Чип